Mittwoch, 12. Dezember 2012

Geldanlage leicht gemacht?

Wichtiger noch als die Rendite ist der Kapitalerhalt, wie man aktuell an den Staatsanleihen Griechenlands sehen kann. Ein Schuldenschnitt um 50% bedeutet nichts anderes, als dass die Hälfte des eingesetzten Kapitals verloren ist und selbst eine Verzinsung von 8 oder 9 Prozent wiegt dieses Risiko nicht auf. Und Risiken bestehen selbstverständlich auch bei Investments in Aktien, denn man geht eine Unternehmensbeteiligung ein und das Unternehmen kann scheitern. Spektakuläre Pleiten, wie die der Pfleiderer AG, der Solar Millennium AG oder der Q-Cells AG zeigen auf, wie wichtig die richtige Auswahl der Unternehmen ist und dass man diese Entscheidung auch ab und zu überdenken muss. Buy & Hold bedeutet eben nicht, einmal zu kaufen und sich nie mehr darum zu kümmern, sondern es bedeutet solange dabei zu bleiben, wie die ursprünglichen Parameter, die einst zum Kauf führten, noch gelten.

Die Auswahl einzelner Unternehmen ist anspruchsvoll und es ist die entscheidende Disziplin bei der Geldanlage. Die Tatsache, dass man Aktien schnell über die Börse wieder verkaufen kann, darf nicht dazu führen, dass die Sorgfalt bei der Auswahl der Unternehmen vernachlässigt wird. Denn nur wer die richtigen Unternehmen zu einem attraktiven Kurs kauft, verdient an der Börse langfristig Geld.

Nun ist es nicht jedermanns Sache, Bilanzen zu studieren und Kennzahlen zu bewerten. Dann sollte man auch keine Aktien direkt kaufen, sondern sich eher auf Fonds oder ETFs verlegen. Aktienfonds werden von Profis gemanagt und nehmen dem Anleger die Arbeit ab, selbst Anlageobjekte zu suchen. Allerdings hat die Sache doch ein paar Haken. Denn einerseits kosten Fonds nicht wenig Geld, das für Ausgabeaufschläge und/oder Managementgebühren aufgewendet werden muss - und die können durchaus 5 Prozent und mehr pro Jahr ausmachen. Um diese Kosten liegt der Anleger also per se im Minus und der Fondsmanager muss durch seine Arbeit nicht nur eine gute Performance des Fonds hinlegen, sondern eine herausragende, um neben diesen Kosten auch noch die Inflationsrate und eine zusätzliche Rendite zu erwirtschaften. Da nun Fonds zumeist mit dem Strom schwimmen, kann es nicht verwundern, dass rund 90% der Fonds schlechter abschneiden als der Durchschnitt bzw. vergleichbare Indizes. Und darüber hinaus gibt es inzwischen beinahe mehr Fonds als Aktien, so dass die Auswahl des richtigen Fonds mindestens so schwierig ist, wie die eines guten Unternehmens. Eher noch schwieriger, weil man keine Bilanz hat, sondern ein Sammelsurium von verschiedenen Unternehmen und Branchen, das sich ständig verändert.

Letzteres Problem stellt sich auch bei ETFs, die was die Kosten angehen, Fonds eindeutig vorzuziehen sind. Doch auch bei ETFs muss man erst einmal die richtigen herausfiltern und steht vor demselben Problem, wie Aktien oder Fonds.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, jemand anderem sein Geld anzuvertrauen, der dieses dann betreut und anlegt. Für Wohlhabende gibt es seit jeher Vermögensberater, die nur allzu gern diese Aufgabe übernehmen, auch und gerade die Privatbanken tummeln sich in diesem Segment. Für Ottonormalverbraucher mit seinem Ersparten, der seine Altersversorgung sichern möchte, ist in diesen Kreisen eher kein Platz. Doch abseits der Privatbanken gibt es auch Vermögensberater, die sich genau auf diese Zielgruppe spezialisiert haben und nicht nur darauf aus sind, kostspielige Versicherungen zu verkaufen.

Seit Kurzem findet man zum Beispiel das VZ VermögensZentrum auf Google+.  Das schweizerische Unternehmen wurde von der Zeitschrift Euro am Sonntag in die TOP 10 der besten Finanzberater des Jahres 2012 gewählt und ist inzwischen auch an mehreren Standorten in Deutschland aktiv. Es richtet sich mit seinem Angebot an angehende Ruheständler oder Menschen, die frühzeitig in Rente gehen oder ihren Nachlass regeln wollen. Derartige Vermögensverwalter führen keine eigenen Finanzprodukte, sondern finanzieren sich aus Beratungshonoraren und Vermögensverwaltungsgebühren. Der Vorteil für den Kunden ist, dass er so wenig(er) Gefahr läuft, Produkte angedreht zu bekommen, die nicht für ihn das Beste sind, sondern vor allem für die Geldbörse des Vermittlers, weil dieser vielleicht zuvorderst auf seine eigene Vermittlungsgebühr schielt.

Beratungshonorare und Vermögensverwaltungsgebühren sind allerdings ebenfalls Kostenpositionen, die der Verwalter erst einmal wieder verdienen muss, bevor der Anleger eine Rendite erwirtschaftet. Andererseits bezahlt er auch bei Fonds für das Management und hat weitaus weniger Kontrolle, was mit seinem Geld passiert. Der Kontakt zum Vermögensberater ist direkter und schneller; Transparenz ist wichtig und wie bei allen Geldanlagen ist auch bei der Auswahl des Vermögensberaters Sorgfalt entscheidend. Man sollte sich vor einem Vertragsabschluss über das Unternehmen informieren, sich im Internet umsehen, ob es Kommentare oder Bewertungen gibt und wenn möglich den persönlichen Kontakt suchen. Denn die Bindung zu einem Vermögensberater muss auf Vertrauen gründen und sie ist auf eine lange Zeit ausgelegt. Daher ist es unerlässlich, dass man bei der Sache ein gutes Gefühl hat. Ansonsten sollte man sich nicht darauf einlassen.

Fazit: egal, wofür man sich entscheidet, man muss sich vorher ausgiebig kundig machen. Und die weisen Worte des Börsenaltmeisters André Kostolany beherzigen: "Manchmal ist es besser, eine Stunde über sein Geld nachzudenken, als eine Woche dafür zu arbeiten".

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Dieser Beitrag wurde gesponsort von  VZ VermögensZentrum

Kommentare:

  1. Hallo,
    das mit den Ausgabeaufschlägen für Fonds kann man nicht so verallgemeinert sagen.
    Du hast die Möglichkeit einige Fonds über die Börse zu kaufen. So fallen die Ausgabeaufschläge weg (Ausgabeaufschlag = Vermittlungsprovision für die Bank).
    Auf was man jetzt noch achten muss ist die Total Expense Ratio (TER). Die beträgt bei den meisten Aktienfonds so im Schnitt zwischen 0,8% - 1,2% p.a.

    ETF`s sehe ich vermehrt kritisch, da sich ein Teil über derivative Finanzinstrumente repliziert. Bis 2014 (?) muss eine EU-Richtlinie umgesetzt werden, dass ETF`s maximal 10% in Derivate und Co. anlegen darf. Die restlichen 90% müssen direkt in Aktien laufen.
    Klar sind hier die Kosten deutlich niedriger, als bei Fonds. Wichtig ist aber der Preis zu dem man einsteigt.
    Jetzt würde ich keinen Dax-ETF mehr kaufen. Fonds kaufe ich grundsätzlich nicht, weil ich kein Fan von Intransparenz bin.

    Bei Vermögensberatern kann ich noch Quirin in den Raum werfen. Die erhalten ein Beratungshonorar + Erfolgsprovision. Gebühren fallen sonst keine an.

    Viele Grüße

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    1. Moin Christian,

      vielen Dank für Deinen ergänzenden Kommentar. Was die Ausgabeaufschläge angeht, bieten einige Broker in der Tata Redizuierungen (bis hin zu 0%) an. Allerdings ging es mir vor allem darum aufzuzeigen, dass auch bei dem vermeintlich "einfachen" Produkt Investmentfonds die Auswahl und das genaue Beschäftigen mit der Materie ein wesentlicher Bestandteil ist. Eine Globalabsolution ala "Fonds sind gut" oder "ETFs sind immer eine sichere Sache" kann und darf es nicht geben. Geld verdienen ist eben nicht einfach, man muss sein Köpfchen schon anstrengen - oder sinnvoll anstrengen lassen. Das wäre dann z.B. der Part mit den Vermögensverwaltern oder das Lesen von entsprechenden Blogs. ^^

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  2. Ein wirklich sehr interessanter Artikel! Ich beschäftige mich gerade mit den Möglichkeiten von Aktieninvestments. Aktien stellen wahrscheinlich die beste und rentabelste Möglichkeit der langfristigen Geldanlage dar. Das wichtigste hierbei ist, dass man bevor man in diese Anlageklasse investiert, genau über deren Chancen und Risiken Bescheid weiß. Es gibt unterschiedliche Arten wie man hierbei in Aktien investieren kann. Je nach Risikotyp kann jeder unterschiedlich in den Aktienmarkt investieren. Grundsätzlich muss man hierbei jedoch die Absicht eines längeren Engagements mit sich bringen. Als Investor muss man sich im Klaren sein, dass ein Aktieninvestment Geduld und Zeit beansprucht. Sicherlich kann man auch kurzfristig in Aktien investieren – hierbei dienen diese jedoch nicht mehr zur Geldanlage sondern lediglich zur Spekulation. Obwohl die Aktienmärkte jetzt bereits über zehn Jahren seitwärts laufen bzw. gewisse Indizes ihre Höchststände nicht wieder erreicht haben oder sie diese nicht massiv überschreiten konnten, sind Aktien langfristig betrachtet noch immer die rentabelste Möglichkeit der Geldanlage. Vielleicht bieten gerade so Zeiten, die Zeiten in oder nach einer langen Seitwärtsbewegung, wieder große Chancen für zukünftige Aktieninvestments. Jedoch muss man sich hierbei im Klaren sein, dass man die Zukunft nie von der Vergangenheit ableiten kann.

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    1. Richtig, die Vergangenheit gibt keinen realen Aufschlüsse über die Zukunft, allenfalls kann sie das Verlangen befriedigen, aus vergangene Mustern solche für die Zukunft zu prognostizieren. Das muss aber scheitern, weil die Rahmenbedingungen früher andere waren als heute und künftig und auch die handelnden Akteure sind nicht mehr die gleichen. Insbesondere sind die emotionalen Beweggründe und Leiden der konkreten Situation in der vergangenheit nicht vergleichbar mit denen heute. Und aus diesen gründen ist auch die Charttechnik Humbug, Firlefanz, Mummenschanz, Hokuspokus, Blödsinn. Denn sie meint - wie das Runenstäbchenwerfen oder Sternendeutung - aus bestimmnten Konstellationen verbindliche Rückschlüsse auf Gegenwart und Zukunft ableiten zu können. Anhänger finden sie (nur), weil es einerseits den Wunsch der Anleger befriedigt, etwas absolut emotionales wie die Börse kalkulierbar erscheinen zu lassen, und andererseits die Hoffnung, an jemanden geraten zu sein, der mehr weiß, als alle anderen. Eigenes Denken kann man sich dann sparen - und das ist an der Börse zumeist ein ganz teurer Fehler...

      Letztlich kommt man nur mit Verstand, Ausdauer und einem gestählten Nervenkostüm zum nachhaltigen Erfolg an der Börse. Das Gute daran ist, dass man ein Leben lang üben und sich weiterentwickeln kann, und dass man die fälligen Studiengebühren immer gleich nach jeder Lehrstunde bezahlen darf...

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