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Donnerstag, 25. Juni 2026

OHB wagt den Sprung vom Weltraum zurück aufs Parkett - und KKR sahnt so richtig ab

Der Bremer Satellitenspezialist OHB drängt zurück an die Börse und es wurde die Ausgabe von 1.605.388 neuen Aktien (entsprechend 8,35% des Grundkapitals) gegen Bareinlagen beschlossen als erste von zwei Tranchen zur Kapitalerhöhung. Die Aktien werden "qualifizierten internationalen Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung" zu einem Platzierungspreis von 300 Euro je Aktie mittels eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens angeboten, wodurch OHB einen Bruttoemissionserlös von 481,6 Mio. Euro erwartet. Und diese Mittel fließen dem Unternehmen nur zum Teil zu.

Die Gründerfamilie Fuchs hält die Mehrheit. Finanzinvestor KKR & Co. war erst vor zwei Jahren im Wege eines "Going Private" für 44 Euro je Aktie eingestiegen und hält seitdem 28,6% der Anteile.

Bei der Kapitalerhöhung haben Familie Fuchs und KKR auf die Ausübung ihrer Bezugsrechte verzichtet, so dass sich ihr Anteil am Unternehmen verringert und sich der Streubesitz von bisher 5,7% auf bis zu 19,2% erhöht.

Die zweite Tranche der Kapitalerhöhung, und damit bis zu 97.092 neue Aktien, wird den übrigen Aktionären während der Bezugsfrist vom 25. Juni bis zum 8. Juli 2026 zum Bezug zum Bezugspreis von ebenfalls 300 Euro je neuer Aktie angeboten.

Vom Gesamtemissionserlös entfallen 510 Mio. Euro auf neue Aktien, die von OHB ausgegeben werden. Mit dem Geld will das Unternehmen Übernahmen und Investitionen im Zuge einer Konsolidierung des europäischen Raumfahrtmarkts stemmen. Die restliche Summe von rund 368 Mio. Euro geht an Finanzinvestor KKR, der auf diese Weise seinen geplanten Teilausstieg bei OHB realisiert.

Zum Vergleich: KKR legte bei seinem Einstieg für das Gesamtpaket 338 Mio. Euro auf den Tisch und hat damit seinen Einsatz bereits verdient – zusätzlich hält man auch künftig ein üppiges Anteilspaket an OHB und wird vom Boom im Raumfahrtsektor profitieren.

Apropos: Die Bremer haben mit Rheinmetall das Joint Venture "OHB Rheinmetall Space Networks GmbH" gegründet. Dahinter steht das Ziel, der Bundeswehr im Zuge von SATCOMBw Stufe 4 eine leistungsfähige, geschützte und dauerhaft verfügbare Kommunikationsarchitektur zu liefern. Das neue Unternehmen soll dabei die Gesamtverantwortung übernehmen - von der Entwicklung und Integration über die Lieferung bis hin zum Betrieb, einschließlich IT-Sicherheit und Cyber Operation Center. Durch das System sollen Soldaten, Fahrzeuge, Plattformen und Drohnen vernetzt und Sprache, Daten und Echtzeitinformationen über alle Führungsebenen hinweg sicher übertragen werden.

Meine Einschätzung

Der Space-Sektor ist momentan so ziemlich der angesagteste heißeste Scheiß an der Börse, seit der Börsengang von SpaceX die Welt elektrisierte. OHB nutzt die Gunst der Stunde und will möglichst viel Geld aus dem Hype herauskitzeln - zur Recht. Und KKR wird dabei eine ordentliche Stange Geld verdienen und auch künftig über seine restliche Beteiligung an diesem Weltraumabenteuer teilhaben. Das gefällt mir - beides.

In SpaceX werde ich nicht investieren - weil ich nicht in Elon Musk investieren möchte. Ich habe größte Achtung vor seinen unternehmerischen Erfolgen. Punkt. Mehr Positives fällt mir zu Elon Musk nicht ein.

In Sachen Weltraumabenteuer setze ich auf Herausforderer Rocket Lab - und natürlich auf Star Trek und Star Wars. Aber das ist eine andere Geschichte... ツ

Disclaimer: Habe KKR, Rheinmetall, Rocket Lab auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Freitag, 5. Juni 2026

Almonty platziert fette Kapitalerhöhung zu 50% über (!) dem aktuellen Börsenkurs

Almonty Industries hat heute mit einer Kapitalerhöhung die Märkte verschreckt. Der Wolfram-Spezialist will über die Emission von vorrangigen Wandelanleihen mit Fälligkeit im Jahr 2031 satte 700 Mio. Dollar aufzubringen, mit der Option auf eine Aufstockung um weitere 100 Mio. Dollar.

Die Struktur ermöglicht die Umwandlung der Schulden in Eigenkapital, was eine mögliche zukünftige Verwässerung der Anteile für bestehende Aktionäre bedeuten würde - und daher nicht gut an der Börse ankommt. Der Emissionserlös soll zur Refinanzierung bestehender Schulden, zur Stärkung des Betriebskapitals sowie zur Finanzierung potenzieller Akquisitionen und des allgemeinen Betriebs verwendet werden. Ein Teil des Erlöses wird dabei für finanzielle Absicherungsgeschäfte (Capped-Call-Deals) verwendet, um das Verwässerungsrisiko durch eine zukünftige Umwandlung der Anteile zu verringern. Es fließt also nicht alles Geld ins Business. Auch das stößt einigen Anlegern wohl sauer auf.

Doch was steckt dahinter? Denn eigentlich war Almonty durch die Kapitalmaßnahmen von vor einem halben Jahr gut durchfinanziert. Also, was soll das? Und was  eine "Mistery Box" damit zu tun?

Samstag, 6. Dezember 2025

Wochenrückblick 49/2025: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Rocket Lab, Viper Energy, LendingClub, SoFi Technologies und Almonty - ist das schon die Weihnachtsrally?

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung...

Sonntag, 12. Juni 2022

An der Börse kriegt man nichts geschenkt. Auch Gratisaktien nicht!

Aktiensplits sind bei Anlegern beliebt: Apple hat es getan, Amazon ebenso und es folgen nun Alphabet, Shopify und Tesla. Wenn Unternehmen ihre Aktien splitten, hat dies real allerdings keine Auswirkungen auf den Wert des Unternehmens; dieser verteilt sich nur auf mehr Anteile und dem entsprechend ist jeder dieser Anteile weniger wert. Dennoch kommt die Ausgabe von Berichtigungsaktien (auch Gratisaktien genannt) bei Unternehmen als auch bei Anlegern meistens gut an. Vor allem in den USA. Aber auch zunehmend in Deutschland, wo sich manche Kritiker (ungern) an den Hype am Neuen Markt erinnern, als den damals rasanten Kursanstiegen sehr schnell Aktiensplits folgten, um die Aktien optisch wieder "billiger" zu machen. Und viele Anleger dachten, dass eine Aktie, die zuvor von 20 auf 100 DM gestiegen und nach dem Split wieder für 20 DM zu bekommen war, erneut auf 100 DM steigen würde. Oder gar müsste. Eine geradezu wundersame Geldvermehrung also, wie bei einem Schneeballsystem. Dabei sind Aktiensplits weder Zaubermittel noch Teufelszeug...

Mittwoch, 29. September 2021

Da ist das Ding: Mutares startet Bezugsrechtskapitalerhöhung zur Wachstumsfinanzierung

Mutares hatte es schon mehrfach angedeutet in den letzten Wochen und wurde nun konkret: die gegenwärtige Lage bietet so viele attraktive Chancen, dass Mutares kapitalseitig aufrüsten will, um schnell und stark zu wachsen. Dazu bietet Mutares seinen Aktionären den Bezug neuer Aktien an, mit denen das Grundkapital um rund ein Drittel erhöht werden soll. Parallel hierzu will Mutares in das höhere Börsensegment Prime Standard wechseln ("Uplisting"). Für den Aktienkurs verheißen die Pläne nichts Gutes - erstmal...

Mittwoch, 9. Juni 2021

SBF nach erfolgreicher Kapitalerhöhung mit erhöhtem Streubesitzanteil und bereit für weitere Wachstumschancen

SBF hat seine Kapitalerhöhung erfolgreich zum Abschluss gebracht. Ausgegeben wurden insgesamt 980.447 neue Aktien zu einem Preis €7,95 je Aktie, so dass das Grundkapital der SBF auf €8.824.027,- gestiegen ist. Der Bruttoemissionserlös beträgt rund €7,8 Mio. und die neuen Aktien werden voraussichtlich am 16. Juni 2021 in den Börsenhandel im m:access der Börse München einbezogen.

Im Rahmen des Bezugsrechts wurden 78.448 Aktien von den Aktionären bezogen. Die nicht bezogenen Aktien wurden im Rahmen der im Anschluss erfolgten Privatplatzierung vollständig bei qualifizierten Investoren platziert, wobei die Nachfrage das Angebot signifikant überstiegen hat.

Die der SBF zufließenden Mittel sollen insbesondere für Investitionen in den Ausbau der Produktionskapazitäten sowie für Forschung, Vertrieb und Marketing verwendet werden sowie zum anderen für den möglichen Erwerb weiterer Mehrheitsbeteiligungen an Unternehmen im Bereich der Geschäftstätigkeit der SBF zum weiteren Ausbau der Wertschöpfungskette. Der von der SBF eingeschlagene Wachstumskurs soll damit nachhaltig fortgeführt werden.

Meine Einschätzung

SBF hat den Turnaround erfolgreich hinter sich gebracht und ist seit einiger Zeit wieder auf Wachstumskurs. Während der schwierigen Umstrukturierungsphase hat die Elber GmbH als Großaktionär das Unternehmen gestützt und mehrmals mit frischem Kapital ausgestattet. Daher rührt der hohe Anteil der Elber GmbH an der SBF (63,2% vor KE) und dem entsprechend der geringe Streubesitz. Daneben halten hielten das Management 5,8% und die Baader Beteiligungs GmbH 6,6% der Aktien, so dass sich der Streubesitzanteil auf 24,5% belief (vor KE).

Mit der Kapitalerhöhung fließen der SBF AG nicht nur frische Mittel zu, sondern durch den Verzicht der Elber GmbH auf ihr Bezugsrecht erhöht sich auch der Streubesitz, so dass die Aktie handelbarer wird. Die ausgezeichnete Auftragslage und die berichtet erfolgreiche Integration des Zukaufs Lunux Lighting GmbH dürften auch den Kurs zurück in die Erfolgsspur bringen. Im Vorfeld der Kapitalerhöhung sank der Kurs aufgrund der Spekulation um eine mögliche Kapitalerhöhung von €12 auf €8,50 ab. Weitere Impulse dürften erfolgen, wenn das frisch eingesammelte Kapital "ans Arbeiten" gebracht wird.

Disclaimer: Habe SBF auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot.

Mittwoch, 28. April 2021

DBAG: Kapitalerhöhung erfolgreich platziert - jetzt geht es wieder ums Business

Die Deutsche Beteiligungs AG gab heute bekannt, dass 99% der Bezugsrechte für die 25-prozentige Kapitalerhöhung ausgeübt worden sind. Durch die Platzierung der 3,76 Mio. jungen Aktien fließen dem Asset Manager brutto €105 Mio. zu und damit netto rund €90 Mio., die "zur Finanzierung laufender, jedoch noch nicht abgeschlossener Investitionen sowie zur Finanzierung zukünftiger Investitionen an der Seite von Private-Equity-Fonds, die von der DBAG beraten oder verwaltet werden, insbesondere an der Seite des jüngst aufgelegten DBAG Fund VIII, sowie für Langfristige Eigenkapitalbeteiligungen und für allgemeine Unternehmenszwecke" verwendet werden sollen. Die übrigen 1% nicht bezogenen Aktien werden über die Börse veräußert.

Damit dürfte Hängepartie durch die Kapitalmaßnahme, die den Kurs mächtig unter Druck gebracht hatte, vor ihrem Abschluss stehen. Künftig wird sich das Augenmerk wieder auf die Entwicklung des Portfoliowerts (NAV) richten und auf die Verwendung der nun üppig zur Verfügung stehenden liquiden Mittel. Auch eine Rückkehr in den SDAX dürfte nun wieder im greifbare(re) Nähe rücken.

Meine Einschätzung

Ende März hatte ich meine sehr positive Einschätzung zur DBAG geäußert ("Deutsche Beteiligungs AG rockt (wieder): Back in black und well on track!") und habe die verlockenden Kurse rund um die Kapitalerhöhung genutzt, um meine Aktienposition deutlich aufzustocken. Der NAV liegt - inkl. des Asset Managements - bei über €40 und dürfte sich durch lukrative Zukäufe weiterer Beteiligungen sowie die konjunkturelle Erholung und damit verbundene Aufwertungen der Bestandsunternehmen weiter erhöhen.

Disclaimer: Habe die DBAG auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Dienstag, 13. April 2021

Kapitalerhöhung setzt Kurs der DBAG kräftig unter Druck. Und das ist wohl erst der Anfang!

Die Deutsche Beteiligungs AG kann ihre Aktionäre gerade nicht begeistern; sie wird eine Bezugsrechtskapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlage durchführen.

Insgesamt werden in teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals der Gesellschaft bis zu 3.760.998 neue, auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft, mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von gerundet je €3,55 zu einem Bezugspreis von €28,00 je Aktie ausgegeben; die Gesamtbruttoemissionshöhe beträgt demnach bis zu rund €105 Mio. Dadurch erhöht sich das Grundkapital der Gesellschaft von €53.386.664,43 um bis zu €13.346.664,33 auf bis zu €66.733.328,76. Für einen Spitzenbetrag von zwei neuen Aktien ist das Bezugsrecht ausgeschlossen worden. Die neuen Aktien sind vom 1. Oktober 2020 an gewinnberechtigt.

Der Kurs der DBAG geht erstmal in die Knie. Kapitalerhöhungen belasten immer, aber in diesem Fall kommen da schon einige Kröten zusammen, die Aktionäre schlucken müssen...

Sonntag, 7. Februar 2021

Game-Changer: Howard Marks steigt bei Gaming-Plattform Media and Games Invest ein

Die Aktie von Media and Games Invest gehört eigentlich nicht zu meinem "ausgewisenen" Circle of Competence, denn mit Onlinespielen habe ich wenig am Hut. Vor drei Wochen poppte der Wert aber dann doch auf meinem Radar auf, weil es entscheidende Neuigkeiten gab: Media Games and Invest würde KingIsle Entertainment übernehmen.

Daran sind zwei Faktoren bemerkenswert: KingIsle ist günstiger bewertet als MGI und erhöht die Profitabilität. Zur Finanzierung des größten Deals der Firmengeschichte werden $63 Mio. sofort gezahlt und weitere $63 Mio. in drei weiteren Tranchen bis 2022. Zur Finanzierung gibt es eine Barkapitalerhöhung um rund €25 Mio., die alleine von Oaktree Capital Management gezeichnet werden. Oaktree wird mit etwas mehr als 9% Anteil damit zum strategischen Investor. Und hinter Oaktree steckt Howard Marks, einer der besten Investoren der Welt. Seit Kurzem gehört die Mehrheit seiner Firma übrigens zu Brookfield Asset Management. Der Einstieg von Howard Marks bei MGI ist für mich ein Game Changer und eröffnet MGI ganz neue Perspektiven als Plattformbetreiber für Online- und Mobilegames...

Montag, 30. November 2020

Kapitalerhöhung bei KION kommt nicht so gut an

Die Kion Group macht sich gerade unbeliebt bei ihren Aktionären. Zuerst hatte man eine große Kapitalerhöhung angekündigt, nun folgten knapp zwei Wochen später die Details: den Kion-Aktionären werden 13,1 Mio. neue Aktien in einem Bezugsverhältnis von 9:1 zum Preis von €62 je Aktie angeboten. Werden nicht alle Aktien abgenommen, folgt bis 4. Dezember eine Privatplatzierung an ausgewählte Investoren.

Kion will mit den erhofften €812 Mio. Schulden tilgen. Insbesondere die Corona-Kreditlinie durch die KfW will man unbedingt loswerden, um wieder Handlungsspielraum - auch für die Dividende - zurückzugewinnen. 

Die Ankündigung am 18. November hatte den Kurs bereits deutlich unter Druck gebracht und heute geht es nochmals bergab. Das dürfte auch bis mindestens zum Abschluss der Kapitalmaßnahme so bleiben.

Meine Einschätzung

Kion, die weltweite Nummer 2 im Markt für Flurförderfahrzeuge, und auch der drittplatzierte Hamburger Wettbewerber Jungheinrich leiden unter den Corona-Auswirkungen, aber werden vom starken und zunehmenden Trend hin zu Onlineshopping und dem daraus resultierenden Logistikboom stark profitieren. Beide sind zyklisch, bleiben aber aussichtsreich.

Disclaimer: Habe Jungheinrich und Kion auf meiner Beobachtungsliste und/ oder in meinem Depot/ Wiki.

Donnerstag, 12. November 2020

Kapitalerhöhung: Nynomic geht auf die Jagd nach dem nächsten Wachstumsschnäppchen

Nynomic sorgt für lange Gesichter in den Abendstunden, denn der Photonic-Spezialist kündigte eine Kapitalerhöhung an, bei der unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre bis zu 253.500 neue Aktien an institutionelle Anleger ausgegeben werden sollen. Der Kurs bricht ritualgemäß ein und hinterlässt blutrote Minuszeichen im Depot. Denn da haben wohl einige reflexartig auf den Verkaufsknopf gedrückt, dabei wäre die umgekehrte Reaktion wohl die ertragreichere gewesen...

Samstag, 8. Februar 2020

Clever gemacht: Hypoports (fast) unbemerkter Millionen-Zusatzgewinn

Hypoport, Deutschlands erfolgreichstes Fintech-Unternehmen hat sich einmal mehr als äußerst clever erwiesen und in bisher zwei kleinen Tranchen eigene Aktien an institutionelle Anleger abgegeben. Damit sollen "zukünftige Akquisitionen" finanziert werden und man darf gespannt sein, was sich Hypoport da ausgeguckt hat.

Zunächst hatte Hypoport am 29.1. mitgeteilt, man habe 30.000 eigene Aktien, die aus früheren Aktienrückkäufen stammen, außerbörslich an institutionelle Anleger verkauft. Und am 7.2. folgte die zweite Meldung, wonach weitere 15.000 eigene Aktien angegeben worden seien. Der Bestand an eigenen Aktien reduzierte sich durch beide Transaktionen auf nun noch 194.969 Stücke.

Interessant wird die Geschichte, wenn man sich mal ansieht, wann und vor allem zu welchen Kursen Hypoport diese eigenen Aktien zurückgekauft hatte - und was das für Auswirkungen auf Bilanz und GuV haben wird...

Freitag, 17. Januar 2020

DIC Asset wie erwartet besser als erwartet. Und das ist erst der Anfang...

Der Spezialist für Gewerbeimmobilien DIC Asset hat vorläufige und ungeprüfte Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 vorgelegt und seine unterjährig erhöhten Ziele für Umsatz und Ergebnis erreicht oder oder sogar übertroffen. Doch die besten Nachrichten dürften in den nächsten Wochen auf die DIC-Aktionäre warten und es erscheint möglich wahrscheinlich, dass sich die zur Zeit aufgerufenen €16 je Aktie trotz des starken Kurszuwachses im Vorjahr als (letztmalige?) günstige Kaufgelegenheit entpuppen.

Sonntag, 22. September 2019

Die 38. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Kloogschieterei mit Adobe, Corning, Opera, Zalando

In der vergangenen Börsenwoche konnten die großen Börsenindizes ihre Vorwochenstände nicht verteidigen und notierten allesamt schwächer. Was die US-Aktien angeht, war das abzusehen, jedenfalls statistisch. Denn in den Wochen, in denen die FED über ihre Zinssätze entscheidet, notieren US-Aktien traditionell etwas leichter. Auf der anderen Seite folgte in der Vergangenheit auf die zweite Zinssenkung der US-Notenbank durchschnittlich eine Rallye von über 20% bei den US-Aktien.

Behält die Statistik Recht, könnte sich der letzte Freitag in einigen Wochen also als idealer Einstiegszeitpunkt erweisen bzw. erwiesen haben - auch wenn das heute natürlich nicht unbedingt so aussieht, denn es sprechen ja auch Gründe gegen weiter steigende Kurse. Was diese nicht davon abhält, langfristig immer höher zu steigen, wie ein Blick auf einen Langfristchart zeigt.

Wenn das Börsenbarometer steigt, heißt das nichts anderes, als dass die Aktienkurse steigen - allerdings nicht von jeder Aktie und auch nicht gleichmäßig verteilt. Zuletzt hatten sich zyklische Werte etwas von ihren Tiefständen erholt und sich eindrucksvoll zurück gemeldet. Ob dies nur ein Strohfeuer ist, oder sich eine Trendwende im Konjunkturzyklus anbahnt, bleibt abzuwarten. Die ersten Frühindikatoren senden jedenfalls ermutigende Signale aus...

Sonntag, 8. September 2019

Die 36. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Kloogschieterei mit Facebook, Godewind Immobilien, IAC InterActiveCorp., Match Group, Softbank Group

In der zurückliegenden Börsenwoche standen die Zeichen weiter auf Kurserholung: der DAX hat die 12.000 zurück erobert und der S&P 500 schnuppert wieder an der 3.000er Marke.

Boris Johnson ist nun britischer Premierminister und er will den Brexit um jeden Preis. Das Parlament jedoch nicht, da hat "Zar Boris" gleich zum Start vier Abstimmungen in Folge verloren. Dann hat er mehr als 20 Mitglieder seiner Tories aus der Fraktion geworfen, um nur noch Abnicker in seinen Reihen zu haben, doch dieses rücksichtslose Verhalten fällt ihm in den Umfragen voll auf die Füße. Und auch seine Arbeitsministerin ist ihm jetzt von der Fahne gegangen.

Der Wahnsinn regiert, nicht nur London. Und es sind die Populisten, die das Volk an die Spitze wählt, als wäre das Regieren eine Reality-TV-Trash-Show - und vielleicht ist das auch die Erklärung für deren Erfolg. Man weiß, dass sie lügen und Vollhonks sind, aber man will sich ihre Eskapaden ansehen und sich von ihnen entsetzen lassen. Nur dumm, dass ihre Entscheidungen, anders als im TV, reale Konsequenzen nah sich ziehen. Es bleibt dabei: jedes Volk hat die Regierung, die es verdient (in der Demokratie). Cruel Britannia...

Montag, 26. August 2019

Funkwerk: Umsatz, Aufträge, Gewinnprognose hoch. Geht jetzt auch der Kurs wieder ab?

Funkwerk ist meine erfolgreichste Turnaround-Spekulation und hat sich in den vergangenen Jahren dank neuem Management und neuer Strategie aus einem tiefen Tal der Tränen zurück auf den Erfolgsgipfel heraufgearbeitet. Nach noch nicht einmal dreieinhalb Jahren liegt der Wert nun 700% im Plus und da stellt sich die Frage, ob das so weiter gehen kann man nicht lieber Gewinne mitnehmen sollte.

Heute hat Funkwerk seine Halbjahreszahlen vorgelegt und damit hat sich die Frage (mal wieder) eindeutig beantwortet. Denn Funkwerk hat den Turnaround schon längst erfolgreich hinter sich gebracht und steht heute wieder als ein erfolgreiches Unternehmen mit grundsolider Bilanz dar. Und zeigt eine profitable Wachstumsdynamik, die umso mehr erstaunt, weil man die Aktien für unfassbare €17 geradezu hinterher geschmissen kriegt. Wirklich unfassbar angesichts der operativen Entwicklungen...

Samstag, 20. April 2019

[Kissigs Börsenlexikon] Wandelanleihe

Manche Leute sehen in Wandelanleihen die Allzweckwaffen der Finanzanlage, denn diese Wertpapiere kombinieren die Sicherheit einer Anleihe mit den Kurschancen einer Aktie. Als Zwischenlösung zwischen Anleihe und Aktie stellt die Wandelanleihe ein Nischenprodukt dar.

Begibt ein Unternehmen eine Wandelanleihe, stellt dies zunächst einen normalen Kredit dar, den der Käufer der Anleihe dem Unternehmen gewährt. Er erhält für diese Schuldverschreibung regulär Zinsen, allerdings kann er ab einem bestimmten Zeitpunkt (spätestens zum Ende der Laufzeit der Wandelanleihe) entscheiden, ob er anstelle der Rückzahlung des Nominalwertes der Anleihe diesen in Aktien erhalten möchte. Die Anzahl der Aktien ist hierbei bereits bei der Emission der Wandelanleihe festgelegt - für den Käufer lohnt sich also die Rückzahlung in Aktien (Wandelung) in der Regel dann, wenn die Aktien zwischenzeitlich im Kurs gestiegen sind. Sind sie hingegen gefallen, lässt er sich den Anleihebetrag in bar zurückzahlen - und kann ggf. die Aktien billiger über die Börse kaufen. Eine Wandelanleihe ist also dann ein interessantes Investment, wenn man von mittelfristig steigenden Kursen des Basiswerts ausgeht, aber zuvor mit einem Kursrücksetzer rechnet. In diesem Fall streicht man zunächst die sicheren Zinsen ein und wandelt ggf. die Anleihe, wenn der Aktienkurs sich wieder erholt hat.

Eine besondere Form der Wandelanleihe ist die Pflichtwandelanleihe (oder auch Zwangswandelanleihe), bei der von vornherein festgelegt ist, dass die Rückzahlung in Aktien erfolgt, spätestens am Laufzeitende. Für das Unternehmen hat dies den Charme, dass bei dem aktuellen niedrigen Zinsniveau Fremdkapital günstiger ist als Eigenkapital, das ja einen Anteil am Gewinn erhält, die Mittel aus einer Pflichtwandelanleihe von den Ratingagenturen allerdings von Anfang an als Eigenkapital bewertet werden. Und je höher die Eigenkapitalquote, desto besser die Bonität. Eine Pflichtwandelanleihe stellt also eine Kapitalerhöhung dar, da am Ende junge Aktien zu ihrer Begleichung ausgegeben werden - mit dem entsprechenden Verwässerungseffekt für die Altaktionäre.

Donnerstag, 27. September 2018

[Kissigs Börsenlexikon] Berichtigungsaktie

Berichtigungsaktien gibt ein Unternehmen an seine Aktionäre aus, wenn es eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln vornimmt. Bei diesem "Aktiensplit" werden Rücklagen in Grundkapital umgewandelt und an die bisherigen Aktionäre im Verhältnis ihres Anteils am Grundkapital ausgegeben.

Bei diesem Vorgang ändern sich weder das Vermögen noch die Kapitalausstattung der Gesellschaft. Bilanzrechtlich handelt es sich um einen Passivtausch innerhalb des Eigenkapitals.

Für den Aktionär ändert sich an seiner Vermögensposition nichts: nach Ausgabe der Berichtigungsaktien hat er zwar mehr Aktien als zuvor, diese notieren aber niedriger, denn der Wert des Unternehmens hat sich ja nicht verändert, da - anders als bei einer "normalen" Kapitalerhöhung - ja kein frisches (zusätzliches) Geld in das Unternehmen geflossen ist. Der Aktienkurs passt sich also der neuen Aktienanzahl durch ein verringertes Kursniveau an.

Montag, 10. September 2018

TTL Beteiligung übernimmt das Zepter bei der GEG German Estate Group

Das war absehbar: die TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG (WKN: 750100) erwirbt im Wege einer Barkapitalerhöhung weitere Anteile an der Deutsche Immobilien Chancen Real Estate GmbH. TTL kontrolliert nun 50% der Stimmrechte in deren Gesellschafterkreis.

Das klingt jetzt auf den ersten Blick nicht sooo spannend, da die DIC RE kein operatives Geschäft betreibt. Aber sie hält eben auch 75% an der GEG German Estate Group, während der US-Finanzinvestor KKR & Co. (WKN: A2LQV6) die übrigen 25% der Anteile hält. Mit der Übernahme übernimmt TTL die strategische Führung unter den Gesellschaftern der DIC RE und dies wird auch dadurch dokumentiert, dass deren Name sich in TTL Real Estate GmbH wandeln wird. Doch das ist noch längst nicht alles...

Dienstag, 10. Juli 2018

TTL Beteiligung und Grundbesitz: Auf dem Weg zum Big Player bei Gewerbeimmobilien?

Die Aktie der TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG (WKN: 750100) habe ich ja schon einige Zeit auf meiner Empfehlungsliste sowie in meinem Depot und die Entwicklung übertrifft alle Erwartungen. Großaktionär Prof. Dr. Schmidt hat den Umbau der TTL noch schneller umgesetzt, als es abzusehen war und durch mehrere Kapitalerhöhungen - zumeist gegen Sacheinlage - den Anteil an der GEG German Estate Group immer weiter erhöht. Allerdings nie direkt, sondern über das Einbringen und Kaufen von Anteilen an den Gesellschaften, denen die GEG-Anteile gehören.

Seit dem Neustart der TTL vor knapp einem Jahr hält das Unternehmen die Schlagzahl hoch und stockt in kurzen Abständen seine Positionen weiter auf. Der Kurs folgt diesem Ausbau bisher mühelos, obwohl die Beteiligungsstruktur der DIC Asset-Gruppe und der Zwischenholdings mit fast identischen Namen vermutlich auch Profis bisweilen den Überblick verlieren lassen. Und auch ich hatte Schwierigkeiten, den vielen Meldungen noch folgen zu können. Doch damit ist nun Schluss...