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Freitag, 9. Januar 2026

[Kissigs Nebenwerte-Analyse] Ernst Russ: Mit Schifffahrt wieder richtig Geld verdienen

Im Magazin "Der Nebenwerte Investor" von Traderfox finden sich regelmäßig Analysen von mir zu deutschen Nebenwerten. Das Magazin ist kostenpflichtig und wer dieses oder eine der weiteren Börsenzeitschriften von Traderfox bestellen möchte, gelangt ▶ hier zur Übersicht. Mehrwert für die Leser meines Blogs: Nach Erscheinen des Magazins darf ich meine Nebenwerte-Analysen dann auch hier veröffentlichen.


Artikel aus "Der Nebenwerte Investor" Ausgabe 01/2026 vom 08.01.2026

Aktien in dieser Ausgabe: Dürr, Ernst Russ, Hensoldt

Donnerstag, 19. Mai 2022

Kissigs Nebenwerte-Analyse zu Ernst Russ: Mit Schifffahrt wieder richtig Geld verdienen

Im Magazin "Der Nebenwerte Investor" von Traderfox finden sich regelmäßig Analysen von mir zu deutschen Nebenwerten. Das Magazin ist kostenpflichtig und wer es oder eines der weiteren von Traderfox bestellen möchte, gelangt ▶ hier zur Übersicht. Abonnenten erhalten die neuen Artikel, nicht nur die von mir verfassten, vorab in ihr Email-Postfach und das Magazin mit allen Artikeln erscheint dann alle 14 Tage.

Für die Leser meines Blogs hat das Ganze auch einen direkten Nutzen: nach Erscheinen des Magazins darf ich eine meiner Analysen dann auch hier veröffentlichen. Vielen Dank dafür an Simon Betschinger, Gründer und Geschäftsführer von Traderfox.

Freitag, 28. Dezember 2018

2018 im Rückspiegel: Rekord, Korrektur, Allzeithoch, Börsencrash - und ein Rekordminus

2018 lief nicht ganz so, wie ich es erwartet hatte. Und mit diesem Fazit stehe ich vermutlich nicht allein. Mein Jahresausblick auf dieses Jahr lautete "2018 laufen die Börsen weiter. Soweit die Kurse tragen..." und darin hatte ich die Erwartung geäußert, dass die Börsen gut ins Jahr 2018 starten würden, getragen von der US-Steuerreform und den daraus resultierenden höheren Gewinnen der US-Unternehmen.

Im Jahresverlauf hatte ich aufkommende Schwierigkeiten verortet bzgl. der anziehenden Inflation und der auch deshalb steigenden Zinsen in den USA, während es in der Eurozone keine Zinsanhebungen geben würde. Bzgl. der Immobilienpreise hatte ich steigende Mieten und Preise erwartet, bei den Rohstoffen ein anziehen der Preise aufgrund der guten Konjunktur und für Öl (WTI) hatte ich Preise zwischen 50 und 60 Dollar im Jahresmittel erwartet - was auch nicht wirklich daneben lag, auch wenn die Spitzen deutlich außerhalb dieses Bandes lagen und der Ölpreis nach Kursen von gut 75 Dollar im Jahresverlauf nun am Ende bei 45 Dollar notiert. Für Gold hatte ich nicht viel erwartet, was auch so eingetreten ist. Absolut gesehen jedenfalls; relativ betrachtet wäre man mit Gold und Geld in 2018 besser gefahren als mit Aktieninvestments, das steht nun fest. Für Banken war ich sehr negativ eingestellt und was die deutschen/europäischen Banken angeht, lag ich völlig richtig. Die US-Banken stehen hingegen prächtig dar, das habe ich so nicht erwartet bzw. nicht wirklich auf dem Schirm gehabt. Und der große Einbruch bei Anleihen blieb bisher auch aus, trotz der anziehenden Zinsen. Das Damoklesschwert in den Bilanzen der Banken und Versicherungen (und der EZB) schwebt aber weiterhin latent über uns... Und dann war da noch meine Prognose für Bitcoins und Kryptowährungen, die lautete: "Diese Blase wird platzen und eine Reihe von Kryptowährungen in den Abgrund reißen. Zuvor dürften aber noch eine Reihe von Bitcoin-Börsen gehackt werden und/oder einfach ihre Kunden/Anleger abzocken und auch so für Ernüchterung sorgen". Geradezu prophetisch richtig lag ich hier.

Tja, alles irgendwie ziemlich gut getroffen. Und am Ende habe ich doch kräftige Kursverluste einstecken müssen dank der Korrektur im vierten Quartal. Das betraf zunächst vor allem die deutschen Nebenwerte, während die US-Techwerte mein Depot über Wasser hielten. Aber dieser Zwischenstand erwies sich als trügerisch, wie die letzten Wochen zeigten...

Donnerstag, 30. August 2018

Schifffahrt in der Flaute - mit Konsequenzen für Ernst Russ und MPC Capital

Die Asset Manager Ernst Russ AG und die MPC Capital AG begleite ich schon einige Zeit und hatte sie ursprünglich als Turnaround-Spekulationen vorgestellt. Man kann nach gut zwei Jahren feststellen, dass beide aus dem Krisenmodus heraus sind und die Existenz bedrohliche Phase hinter sich gelassen haben. Die Bilanzen sind aufgeräumt(er) und auch dank Kapitalerhöhungen schippern beide inzwischen in ruhigeren Fahrwassern.

Nachdem also Stufe eins meines Investmentcases aufgegangen ist, müssen sich die beiden nun im normalen Geschäftsalltag beweisen und dort Ergebnisse abliefern. Denn sie sind ja nicht die einzigen Möglichkeiten im Anlageuniversum und müssen daher in der Unternehmensentwicklung vorankommen. Mit entsprechenden Zuwächsen bei Margen und Ergebnissen. Doch damit kommen beide nicht in dem Maße voran, wie ich es mir vorgestellt habe. Und Besserung ist nicht wirklich in Sicht...

Donnerstag, 7. Juni 2018

Weshalb ich bei Marenave jetzt sofort die Reißleine ziehe...

Marenave (WKN: A0H1GY) habe ich seit Anfang des Jahres als Turnaround-Spekulation auf meiner Empfehlungsliste, weil ich auf die Wiederauferstehung als Schifffahrtsgesellschaft unter Führung des Hamburger Asset Managers Ernst Russ (WKN: A16107) gesetzt habe. Wohl wissend, dass es mit dem Einstieg der Deutschen Balaton (WKN: 550820) und einem konträren Konzept (Unternehmensbeteiligungen) durchaus Knatsch geben würde. Aber meine Überlegung war, dass es evtl. zu einer gütlichen Einigung käme und der eine den anderen auszahlt.

Soweit ist alles glatt gelaufen, aber nun schlingert Marenave doch auf eine noch unruhigere See zu. Denn Ernst Russ hat sich zurückgezogen und die Deutsche Balaton hat mit einem Anteil von mehr als 50% jetzt das alleinige Sagen. Die Wiederauferstehung als Schiffsbeteiligungsgesellschaft ist damit vom Tisch. Das ist schon seit Wochen bekannt und man hätte bereits seit einiger Zeit die Konsequenzen ziehen können. Habe ich aber nicht getan, weil ich auf die Hauptversammlung gewartet habe und auf die Vorstellung der konkrete(re)n Pläne für Marenave durch den neuen Mehrheitseigentümer. Doch es kam... nichts. Und das hat Konsequenzen...

Montag, 29. Januar 2018

Investor-Update: Deutsche Rohstoff, DIC Asset, Ernst Russ, MPC Capital, TTL Information Technology, TLG Immobilien, VTG, WCM

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Verschnaufen ist angesagt...
Kursrallye zum Jahresende, Kursrallye zum Jahresanfang, da müssen die Börsen auch mal zwischendurch Luftholen. Und genau das erleben wir aktuell. Der Dollar hat neue Mehrjahreshochs markiert, die amerikanischen Börsen streben Richtung Rekordhochs und auch der DAX erreichte im Wochenverlauf neue Höchstmarken. Bewegung könnte nun aber in die Märkte kommen, da in den USA wieder die Earnings-Season ansteht und reihenweise Unternehmenszahlen zum vierten Quartal und ggf. zum Gesamtjahr 2017 präsentiert werden. Und dabei wird es die eine oder andere Überraschung gebe, auch gerade wegen der US-Steuerreform. Vor allem richtet sich der Blick hierbei auf die großen Tech-Werte, denn diese haben die Hausse zuletzt massiv befeuert und daran dürfte sich absehbar auch nichts ändern: Straucheln die Tech-Riesen, strauchelt die Börse. Und umgekehrt. Doch gerade auch in Zeiten dieser trendfolgenden Tech-Werte-Börse finden sich bei den kleinen und hässlichen Mid- und Smallcaps vernachlässigte und unentdeckte Perlen, die einen Überrendite versprechen. Wenn man die nötige Geduld mitbringt, auf ihre Entdeckung durch die breite Masse zu warten...

Donnerstag, 4. Januar 2018

Turnaround-Spekulation: Bausch Health, Lloyd Fonds, Marenave vor Wiederauferstehung?

Turnaround-Spekulationen üben auf Anleger eine ganz besondere Magie aus, obwohl sie nur selten erfolgreich sind. Der Reiz liegt darin, Aktien eines Unternehmens zu ausgebombten Kursen zu kaufen, die früher in ganz anderen Spähren zuhause waren. Was so stark abgestürzt ist, muss ja eine Riesenchance darstellen, der Kurs muss sich ja wieder erholen, so lautet eine gängige Ansicht. Und die ist falsch!

Der Kurs muss sich nicht wieder erholen, denn es gibt zumeist sehr gute Gründe, weshalb Aktienkurse abstürzen. Und nicht selten folgt auf den Kursabsturz die Pleite und damit der Totalverlust des investierten Geldes. Anleger tun also gut daran, sich an Turnaround-Versuche nur unter größter Vorsicht und Sorgfalt heranzuwagen. Denn er kommt darauf an, auch eine "Turnaround-Spekulation als Value Investment" anzugehen. Nur so kann es funktionieren, will man sich nicht auf den Zufall verlassen.

Ich habe mich in drei ausführlichen Artikel bereits diesem Thema gewidmet. Anfang 2013 ("Turnaround: Profitieren, wenn gefallene Engel wiederauferstehen"), Anfang 2016 ("Turnaround-Spekulation: Wenn Totgesagte länger leben") und Ende 2016 noch einmal ("Deutsche Forfait, SBF AG, United Electronic Technology: Turnarounds seldom turn. But if..."). Die in den Artikeln vorgestellten Werte haben die Hoffnungen nicht alle erfüllt, doch zumindest ist kein Totalausfall darunter.

Neben diesen vier Artikeln habe ich ab und zu auch Einzelwerte in Turnaround-Situationen hier im Blog besprochen und bisweilen auf meine Empfehlungsliste gesetzt. Und darum geht es auch heute, um drei Unternehmen, deren Business total abgestürzt ist und ihr Aktienkurs ebenso. Bei denen aber die Hoffnung besteht, dass sie die Kurve kriegen und den latenten Krisenmodus wieder verlassen können und wieder zu stinknormalen Unternehmen mit funktionierendem Geschäftsmodell werden. Also werfen wir einen Blick auf die drei Turnaround-Kandidaten, auf neue Hoffnungsträger und alte Bekannte...

Dienstag, 2. Januar 2018

2018 laufen die Börsen weiter. Soweit die Kurse tragen...

In meinem Jahresrückblick "2017 im Rückspiegel: Was trumpelt so laut durch Nacht und Wind..." habe ich mich mit den Entwicklungen des letzten Jahres befasst und dieser Jahresausblick auf 2018 schließt hier nahtlos an.

Nach einer Reihe von Allzeithochs bei weltweit führenden Aktienindizes wie Dow Jones, S&P 500, NASDAQ, DAX, MDAX, und vielen mehr dürfte auch 2018 eher positiv starten, denn die Haupttriebfeder der steigenden Aktienkurse sind niedrige Zinsen und die Aussicht auf höhere Unternehmensgewinne. Und gerade letztere schüren die Phantasie, denn Donald Trump hat nach mehr als einem Jahr im Amt seinen ersten großen Erfolg feiern können: die große und lang angekündigte Steuerreform.

Und die ändert einiges. Vor allem die Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 35% auf 21% wird sich sehr positiv auf die Gewinne der US-Unternehmen auswirken. Denn wenn die Steuerbelastung sinkt, steigt der Jahresgewinn  und entsprechend der Gewinn je Aktie. Ein höheres EPS erzeugt ein niedrigeres KGV und wenn die Unternehmensgewinne durchschnittlich zwischen 15% und 20% ansteigen, haben die Bewertungen der Aktien wieder mehr Luft nach oben. Also die Kurse.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Investor-Update: m-u-t, Naspers, Navigator Equity Solutions, Tencent, Vectron Systems

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Jahresendrallye ist in vollem Gange. Partiell...
Er hat es getan, wirklich: Donald Trump hat sein erstes Reformprojekt in die Tat umgesetzt und seine Unterschrift unter die US-Steuerreform gesetzt. Die wird gravierende Auswirkungen haben und vor allem Reiche Amerikaner und US-Unternehmen entlasten. Insbesondere die Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 35% auf 21% dürfte sich auf viele Unternehmen positiv auswirken, während die Senkung der Einkommensteuersätze die Inlandsnachfrage ankurbeln und so ebenfalls bei den Unternehmen für mehr Umsatz - und Gewinn - sorgen dürfte. Alleine für Berkshire Hathaway wird der positive Effekt auf das Jahresergebnis mit rund 15% angegeben.

So gewichtig die steuerlichen Auswirkungen auch sind, so unsinniger wäre es, seine Aktieninvestments nur danach auszurichten. Denn die Unternehmen werden sich anpassen und auch die übrige Staaten dieser Welt werden die USA nicht als alleiniges Unternehmenssteuerparadies davonkommen lassen. Und so habe ich bei meinen Depotveränderungen auch weniger auf die steuerlichen Aspekte geachtet, als vielmehr meine Position dahingehend abgeklopft, ob sie für 2018 aussichtsreich erscheinen und nach ihrer Positionsgröße untereinander. Es gab also eine Art Revision meines Depots. Zunächst schauen wir aber auf die allgemeine Marktstimmung...

Freitag, 8. Dezember 2017

Zinsen, Inflation: Was bedeutet die Entwicklung für Asset-Manager wie Corestate Capital, Deutsche Beteiligungs AG, DIC Asset, Ernst Russ, MPC Capital und PEH Wertpapier?

Asset Manager legen im Auftrag ihrer Kunden Geld an, überwiegend für institutionelle Investoren wie Family Offices, Versicherungen, Pensionsfonds. Eine Reihe von ihnen bietet seine Dienstleistungen allerdings auch Privatkunden an, gerne über Fonds. Und diese Unternehmen hatten die letzten Jahre regen Zulauf, sie konnten ihre Assets under Management (AuM), also das von ihnen verwaltete Vermögen erheblich ausweiten. Was nicht zuletzt am immer weiter fallenden Zinsniveau in der Eurozone lag, das die Jagd auf Rendite immer mehr verschärfte. Im Zuge der Niedrigzinsphase kamen und kommen auch zunehmend "Bastionen der Sicherheit" in immer ärgere Bedrängnis, wie Versicherungen und Bausparkassen. Von Banken ganz zu schweigen, denen ist das Kerngeschäft komplett weggebrochen da ihre Zinsmarge immer weiter zusammenschrumpft. Ich hatte neulich wieder einmal ein längeres Gespräch mit dem Vorstand unserer örtlichen Sparkasse, bei dem es neben dem unerfreulichen Thema Filialschließungen auch um die aktuellen Entwicklungen an Finanz- und Geldmärkten ging. Insbesondere das anhaltende Niedrigzinsniveau und die neuen regulatorischen Vorgaben (Basel III) haben die Sorgenfalten nicht verringert in den letzten Monaten. Und daran wird sich in absehbarer Zeit auch nicht viel ändern...

Donnerstag, 23. November 2017

Zahlen & Mehr: Ernst Russ, JDC Group, MBB, m-u-t, Opera Software

In der Rubrik "Zahlen & Mehr" gehe ich kurz auf aktuelle Unternehmensmeldungen ein und bewerte diese im Hinblick auf meinen Investmentcase.

▸ Ernst Russ
Der Hamburger Asset Manager mit Schwerpunkt Schifffahrt kommt bei seinem Turnaround weiter voran und setzte neue und vor allem starke Akzente. Nachdem man sehr gute Zahlen präsentiert hatte und bei der noch relativ neuen Beteiligung Marenave durchgreift, machte zuletzt die Immobilientochter Assetando Real Estate GmbH positiv von sich reden. Die Assetando Real Estate fungiert als zentrale Immobilieneinheit der Ernst Russ AG und hat u. a. die Immobilienaktivitäten der HCI Capital AG, der König & Cie. Gruppe, der WestFonds Immobilien Anlagegesellschaft mbH sowie der Assetando Capital GmbH übernommen. Nachdem man zunächst eine dreigeschossige Immobilie in Magdeburg aus dem WestFonds-Bestand verkauft hatte, punktete man nun im Bereich des Sozialen Wohnungsbaus. Für 50 Mio. Euro verkaufte man ein Immobilienportfolio mit 208 Einheiten im Großraum Hamburg an den institutionellen Investor Industrie Wohnen.

Samstag, 23. September 2017

Investor-Update: Corestate Capital, Ernst Russ, FinTech Group, JDC Group, Paul Hartmann

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Lust- und ereignislose Woche
In dieser Woche hat sich irgendwie nichts getan. Die FED hat die Zinsen nicht angehoben, aber eine Zinserhöhung angedeutet und den sukzessiven Ausstieg aus ihrem Anleihe-Ankaufprogramm. Wie erwartet. Der Französische Präsident Macron hat die angekündigte Arbeitsmarktreform auf den Weg gebracht. Wie erwartet. Trump will Nordkorea und den Iran in die Steinzeit zurückbomben. Wie erwartet. Die finden das beide nicht so gut und sich total missverstanden. Wie erwartet. Und meine Parteichefin Angela Merkel hat die Bundestagswahl gewonnen wird die Bundestagswahl gewinnen. Wie erwartet. Und der September-Crash ist (bisher) ausgeblieben. Wie erwartet, jedenfalls von mir. Von einer Vielzahl von Marktteilnehmern, ganz zu schweigen von den seit Monaten und Jahren warnenden Crashpropheten ala Marc Faber, allerdings nicht, die haben sich im Vorfeld schon aus dem Markt verabschiedet, zumindest teilweise. Naja, wenn alle schon verkauft haben und auf den Crash warten, wo soll der dann herkommen?

»An der Börse ist alles möglich. Auch das Gegenteil.«
(André Kostolany)

Also warten wir doch erstmal das Ende des Septembers ab, bevor wir ein Resümee ziehen. Auch wenn ich dabei bleibe, dass die Wahrscheinlichkeit eines Crashs nicht besonders hoch ist, ausgeschlossen ist sie nicht.

In meinem Depot hat sich in der letzten Woche nicht sooo viel getan. Aber ein bisschen was schon.

Dienstag, 19. September 2017

Ernst Russ mit starkem Ergebnisswing. Der Turnaround nimmt Fahrt auf!

Die Ernst Russ AG kommt bei ihrem Turnaround einen großen Schritt voran, wie die Zahlen zum ersten Halbjahr 2017 zeigen. Der Hamburger Asset Manager mit Schwerpunkt Schifffahrt war früher als Fondsinitiator unter dem Namen HCI bekannt und hat seit der Beinahe-Pleite eine konsequente Wandlung vollzogen. Ich hatte das Unternehmen vor einem Jahr hier vorgestellt und auf als Turnaround-Spekulation auf meine Empfehlungsliste genommen ("Neuausrichtung: Ernst Russ AG (H.C.I. Capital) ist auf dem Weg zu neuen Ufern"). Nachdem der Aktienkurs um den Jahresanfang herum eine Zeit lang knapp über der Marke von 1 Euro konsolidiert hat, kennt er seitdem nur eine Richtung: nach oben. Und heute scheint er auch die Marke von 1,50 Euro zu überwinden - dank der vorgelegten Zahlen.

Freitag, 1. September 2017

MPC Capital will und muss im zweiten Halbjahr kräftig zulegen

Der Hamburger Asset-Manager MPC Münchmeyer Petersen Capital entwickelt und managt gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen für internationale institutionelle Investoren, Family Offices und professionelle Anleger. Dabei liegt der Fokus auf den Asset-Klassen Real Estate, Shipping und Infrastructure. Nach zwei Kapitalerhöhungen im letzten Jahr zu 6 Euro scheint der Kurs an dieser Marke wie festgetackert zu sein. Und die verhaltenen Halbjahreszahlen dürften daran auch nichts ändern. Dennoch bestätigt MPC Capital seine Jahresziele und erklärt, "bereits kontrahierte und angebahnte Transaktionen dürften in der zweiten Jahreshälfte 2017 zu einer deutlichen Steigerung der Umsätze und Ergebnisse gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 führen". Für das Gesamtjahr 2017 geht MPC Capital daher weiterhin von einem Konzernumsatzwachstum von mindestens 10% sowie einem überproportionalen Anstieg des EBT aus. Doch der Reihe nach...

Donnerstag, 8. Juni 2017

EZB bleibt bei ihrer Nullzinspolitik. Und das hat Folgen...

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat getagt und es passierte... nichts. Naja, fast nichts und das ist dann eben doch schon was. Zunächst ließ EZB-Chef Mario Draghi den Leitzins unangetastet bei null Prozentpunkten. Das hatten nicht alle so erwartet, was mich wiederum verwundert. Denn Hauptaugenmerk der EZB ist ihr postuliertes Inflationsziel von 2 Prozent und als zum Jahresanfang die Energiepreise stiegen und mit ihnen die Inflationsrate, da meinten viele schon, die Inflation sei dauerhaft zurückgekehrt und die EZB würde nun endlich die Zinsen erhöhen. Falsch gedacht, wie ich Ende März schon schrieb, als ich den Immobilien-Manager Corestate Capital auf meine Empfehlungsliste nahm.

Schon damals meinte ich, die um die Energiepreise bereinigte Inflationsrate würde deutlich weniger stark ansteigen und aufgrund des Basiseffekts aus dem Vorjahr demnächst auch die Inflationsrate insgesamt wieder absinken. Und genau das geschieht nun, denn die EZB hat ihre Inflationserwartungen für die Eurozone für die Jahre 2017 bis 2019 gesenkt, während sie ihre Annahmen für das BIP-Wachstum erhöht hat, wie die Financial Times berichtet. Des Weiteren sieht Mario Draghi keine Deflationsgefahren mehr, was insgesamt beruhigend ist als Ausblick für die wirtschaftliche Gesamtsituation. Folgerichtig hat er auch erstmals nicht mehr sein Mantra von bestehenden konjunkturellen Abwärtsrisiken wiederholt und die Notenbank stellt auch keine weiteren Zinssenkungen mehr in Aussicht. Zumindest verbal steuert die EZB auf Normalkurs um, von einem Inflationsszenario ist jedoch weit und breit keine Spur.

 Quelle: Financial Times
Und das hat natürlich Folgen, denn damit rückt die Aussicht auf eine Zinswende auch in der Eurozone in weite(re) Ferne. Zumal auch in den USA die Stimmen leiser werden, die von schnellen weiteren Zinsanhebungen der FED ausgehen, da auch in den USA das Wachstum und die Arbeitslosenzahlen dies nicht (mehr) ohne Weiteres hergeben.

Wenn nun aber die Zinsen erst einmal nicht steigen, bleibt das Schuldenmachen weiter attraktiv, während das Sparen weiter nichts abwirft oder sogar schon Strafzinsen kostet. Daher dürften auch künftig Banken und Versicherungen unter Druck bleiben, während Asset Manager und Immobilien (-unternehmen) weiter auf der Sonnenseite stehen, ebenso das FinTech-Unternehmen Hypoport, das über seine Tochter Dr. Klein zweitgrößter Anbieter von Online-Immobilienkreditvermittlungen in Deutschland ist.

Freitag, 31. März 2017

Zinsen, Inflation: Die weiteren Aussichten für Asset-Manager wie Corestate Capital, Deutsche Beteiligungs AG, DIC Asset, Ernst Russ, Lloyd Fonds, MPC Capital, Patrizia, Publity

Asset-Manager legen im Auftrag ihrer Kunden Geld an, überwiegend für institutionelle Investoren wie Family Offices, Versicherungen, Pensionsfonds. Eine Reihe von ihnen bietet seine Dienstleistungen allerdings auch Privatkunden an, gerne über Fonds. Und diese Unternehmen hatten die letzten Jahre regen Zulauf, sie konnten ihre Assets under Management (AuM), also das von ihnen verwaltete Vermögen erheblich ausweiten. Was nicht zuletzt am immer weiter fallenden Zinsniveau in der Eurozone lag, das die Jagd auf Rendite immer mehr verschärfte. Im Zuge der Niedrigzinsphase kamen und kommen auch zunehmend "Bastionen der Sicherheit" in immer ärgere Bedrängnis, wie Versicherungen und Bausparkassen. Von Banken ganz zu schweigen, denen ist das Kerngeschäft komplett weggebrochen da ihre Zinsmarge immer weiter zusammenschrumpft. Ich hatte neulich wieder ein längeres Gespräch mit dem Vorstand unserer örtlichen Sparkasse, bei dem es um das unerfreuliche Thema Filialschließungen ging. Dabei wurden auch erneut Zahlen präsentiert, die ich hier im Blog schon mehrfach angesprochen habe.

Zinsmarge implodiert
In der Vergangenheit konnte bei einem höheren Zinsniveau die Zinsmarge von den Banken relativ konstant bei 2% gehalten werden. Für die Spar- und Termineinlagen der Kunden erhielten diese also im Schnitt etwa 2% weniger an Zinsen gutgeschrieben, als Kunden für Anschaffungs- und Immobilienkredite zahlen mussten. Ich meine damit die durchschnittliche Zinsmarge über alle Fristen hinweg. Für die Banken war das Zinsniveau relativ belanglos, denn ob die ihre 2% Marge zwischen 6 und 8 Prozent oder zwischen 3 und 5 Prozent verdienten, war ihren eigentlich egal. Das Zinsniveau hatte, ebenso wie die allgemeine Konjunkturlage, eher Auswirkungen auf das Volumen der nachgefragten Kredite.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Was denkt sich Ernst Russ beim Marenave-Einstieg?

Die Ernst Russ AG, vormals HCI Capital, ist erst seit einiger Zeit wieder erfolgreich am Markt unterwegs. Das frühere Schiffsfonds-Emissionshaus hat Ende 2015 einen Kapitalschnitt und anschließende Kapitalerhöhungen hinter sich und ebenso eine neue Geschäftsausrichtung hin zu einem Asset- und Investmentmanager mit maritimem Schwerpunkt. Ernst Russ betreibt eine Flotte von rund 50 Container-, Tanker- sowie Bulkschiffen, betreut weitere 180 Fondsschiffe und verwaltet als Asset-Manager Objekte u.a. aus den Bereichen Schifffahrt, Immobilien, Erneuerbare Energien und Private Equity. Nachdem man die Reedereien König & Cie und Ernst Russ übernommen hatte, erfolgte wenig später die Übernahme eines ersten Schiffsportfolios von der HSH Nordbank.

Und in diesem Bereich will Ernst Russ weiter mitmischen. Im November startete man ein Joint Venture mit dem norwegischen Finanzdienstleister Pareto, mit dem Restrukturierungsprojekte vorangetrieben werden sollen. So legt Pareto einen Fonds auf, mit dem Bestandsschiffe aus dem Markt aufgekauft werden sollen; ein auf die Eigenkapitalseite fokussiertes Projekt zunächst nicht für den deutschen Markt, sondern vor allem mit Blick auf institutionelle Investoren aus dem Ausland. Dabei wird auch die Ernst Russ AG ins Risiko gehen über Co-Investments.

Samstag, 12. November 2016

Zahlen & Mehr: Aurelius, Ernst Russ, GFT, Steico, Vectron, WCM

▸ Aurelius
Die Neun-Monatszahlen von Aurelius können sich sehen lassen, auch wenn sie insbesondere aufgrund mehrere gewinnträchtiger Verkäufe von Portfoliounternehmen etwas unter den Rekordzahlen des Vorjahres liegen. Der Konzernumsatz stieg um 63% auf €1.926,9 Mio. und das operative EBITDA lag bei €83,8 Mio. (€95,4 Mio.), was die gute operative Entwicklung der meisten Konzernunternehmen widerspiegelt, vor allem der Tochtergesellschaften SECOP, Studienkreis und Getronics.

Insgesamt acht Unternehmenskäufe in den ersten neun Monaten sowie drei erfolgreiche Verkäufe führen zu Mittelzuflüssen von über €90 Mio. Der Net Asset Value legte gegenüber dem Geschäftsjahresende 2015 um 8% auf €1.353,3 Mio. zu (€1.252,7 Mio.). Dabei ist der große Zukauf von Home Office Europe mit €2 Mrd. Umsatz noch nicht berücksichtigt, da der Vollzug aufgrund kartellrechtlicher Prüfungen noch nicht vorliegt.

Meine Einschätzung
Aurelius befindet sich als einer der größten Positionen in meinem Depot und ist eine der ältesten und erfolgreichsten Werte auf meiner Empfehlungsliste. Es ist und bleibt einer der Top-Picks im Beteiligungssektor. Langfristig orientierte Anleger bleiben investiert und nutzen Kursrücksetzer konsequent zum Aufstocken ihrer Position. Das jüngst aufgelegte Aktienrückkaufprogramm von bis zu €52 Mio. dürfte den Kurs zusätzlich stützen, während das erfolgreiche operative Geschäft den Kurs weiter beflügeln sollte.


▸ Ernst Russ
Das Hamburger Schifffahrtsunternehmen hat sich auf dem "HANSA-Forum Shipping | Financing" in Hamburg präsentiert und interessante Ein- und Ausblicke gegeben.

In einem Joint Venture mit dem norwegischen Finanzdienstleister Pareto werden Restrukturierungs-Projekte vorangetrieben. So legt Pareto einen Fonds auf, mit dem Bestandsschiffe aus dem Markt aufgekauft werden sollen; ein auf die Eigenkapitalseite fokussiertes Projekt zunächst nicht für den deutschen Markt, sondern vor allem mit Blick auf institutionelle Investoren aus dem Ausland. Dabei wird auch die Ernst Russ AG ins Risiko gehen über Co-Investments.

Mit einem zweiten Projekt will Ernst Russ einen weiteren großen Schritt machen. Es gäbe eine Zusage eines Private-Equity-Fonds, der $500 Mio. zur Verfügung stellen wird, mit denen Ernst Russ an der Konsolidierung des Marktes aktiv teilnehmen will. Hier sollen vorrangig sollen "non-performing loans" gekauft werden, also notleidende Kredite, die mit Schiffen besichert sind.

Darüber hinaus bestätigte CFO Mahnke, dass sein Unternehmen weitere Übernahmen angehen könnte; man sei bereits in konkreten Gesprächen und zwar mit starken Kapitalpartnern im Rücken.

Meine Einschätzung
Die Ernst Russ AG war entstanden, als das Emissionshaus HCI Capital die Ernst Russ Reederei sowie den Wettbewerber König & Cie übernommen und sich schließlich im Juli umbenannt hatte. Die großen Anteilseignern sind die Döhle Gruppe und die HSH Nordbank, eine strauchelnde Landesbank, die neben der Commerzbank über das größte Portfolio an notleidenden Schiffsfinanzierungen verfügt. Ernst Russ hätte hier also den kürzesten Draht, denn die HSH Nordbank muss als Auflagen seitens der EU-Kommission ihre Bestände in diesem Bereich massiv abbauen.

Die beiden neuen Geschäftsfelder zielen in einen Bereich, der seit Jahren großen Verwerfungen ausgesetzt ist und auch vor großen Pleiten nicht Haltmacht, wie der siebtgrößten Reederei der Welt, der südkoreanischen Hanjin. Ernst Russ könnte hier, mit finanzstarken Partnern im Rücken, zu einem der ganz großen Profiteure der Branchenbereinigung und Wiederauferstehung werden. Aus dem Pleitekandidaten ist ein hoffnungsvoller Turnaroundwert geworden und die Neuausrichtung verspricht viel Potenzial. Risikofreudige Anleger mit langfristigem Anlagehorizont können sich hier einige Aktien des marktengen Wertes ins Depot legen.


▸ GFT Technologies
Nach dem Brexit-Schock konnte die im TecDAX gelistete GFT weiter zulegen und für das letzte Quartal auch dank Zukäufen über um 15% auf €106,3 Mio. Erlöse berichten. Aus eigener Kraft belief sich das Wachstum auf 12% und die fortschreitende Digitalisierung im Finanzsektor und regulatorische Anforderungen blieben die wichtigsten Wachstumstreiber.

Das EBITDA wuchs um 8% auf €12,46 Mio, während der Gewinn um 11% auf €5,88 Mio. zurückging. Dies lag vor allem an deutlich höheren Steuern. Besonders gut liefen die Geschäfte mit Banken in Kontinental-Europa und der Geschäftsbereich Americas & UK, in dem vorwiegend Kunden aus dem Investment Banking vertreten sind, konnte im dritten Quartal ein Umsatzplus von 4% vorweisen.

Die im Sommer wegen der Pfundschwäche in der Folge der Brexit-Entscheidung gesenkte Gewinnprognose für 2016 wurde bestätigt. Der Ausblick für den Umsatz, der im Sommer entgegen der Gewinnprognose erhöht wurde, wurde ebenfalls bestätigt.

Meine Einschätzung
GFT befindet sich in einem Wachstumsmarkt, hat mit der starken UK-Ausrichtung und der Pfundschwäche allerdings eine schwache Archillesferse. Deren negativer Impact sollte durch den deutlichen Kursrückgang der letzten Monate allerdings nunmehr eingepreist sein, so das der Anlegerfokus sich wieder verstärkt auf das operative Geschäft legen dürfte. Und hier ist GFT hervorragend positioniert und dürfte vom Umbruch m Bankensektor weiterhin überproportional profitieren.


▸ Steico
Ein sehr aufschlussreiches Interview gab Steico der "Börse Global". Mit Inbetriebnahme der zweiten Furnierschichtanlage sollte ein weiterer großer Wachstumsschub erfolgen. Besonders ausführlich wird die einzigartige Positionierung von Steico im Bereich der Holzfaserdämmstoffe herausgestellt und die Vorteile ggü. den (noch) gängigen Wärmeverbundsystemen mit ihren immer stärker ins Bewusstsein drängenden Nachteilen (Krebsgefahr, Feuergefahr, mangelhafte Dämmeigenschaften). Darüber hinaus werden die Folgen der Brexit-Abstimmung beleuchtet, denn mit 15% Umsatzanteil ist UK der zweitwichtigste Markt für Steico.

Insbesondere die Wettbewerbssituation wird angesprochen, denn im Stammgeschäft steht Steico seit jeher unter starkem Druck. Den Mittbewerber bei Holzfaserdämmstoffen Homatherm hat es Ende Oktober in die Insolvenz getrieben, was für Steico insofern eine positive Nachricht ist, als dass der Druck auf die Margen etwas nachlassen und die Umsätze hier anziehen könnten. Auf die Konsolidierung der Branche angesprochen äußert sich Steico dahingehend, dass man selbst sich als Nischenmarktführer aktuell nicht als Übernahmeziel sehe, dies aber für die Zukunft nicht ausgeschlossen sei.

Meine Einschätzung
Die geplanten Investitionen von weiteren €45 Mio. sind angesichts der Überkapazitäten und des Preisdrucks in der Branche durchaus mit Risiken verbunden, setzen aber im margenstarken neuen Bereich an, so dass sich das Wagnis auszahlen sollte. Durch die Investitionen werden Kosten gespart und die Margen ausgeweitet und man kann gleichzeitig davon profitieren, dass die herkömmlichen Wärmeverbundsysteme aufgrund ihrer Problembehaftung (Krebsrisiko, Umweltschädlichkeit, Brandgefahr) sukzessive vom Markt gedrängt werden und immer häufiger hochwertige ökologische Dämmmaterialien zum Einsatz kommen. Darüber hinaus verbreitert die eigene Stegträger-Produktion die Angebotspalette und sorgt für eine Verbreiterung und Ausweitung der Margenbasis und die Insolvenz eines direkten Wettbewerbers verbessert die Position von Steico spürbar.

Ich habe Steico schon seit Jahren auf meiner Empfehlungsliste und sehe auch für die Zukunft eine solide Entwicklung für das Unternehmen. Der Kurs dürfte den unternehmerischen Erfolgen entsprechend unaufgeregt weiter gen Norden streben und die Aktie dürfte auch weiterhin eine solide Depotbeimischung sein mit Aussicht auf attraktive Kurszuwächse.


▸ Vectron
Der Hersteller von Kassensystemen hat 75% des Kassensoftwarestartups Posmatic GmbH erworben und stellt zusätzliches Wachstumskapital zur Verfügung, sodass insgesamt ein sechsstelliger Betrag investiert wird. Posmatic ist Hersteller einer Kassensoftware, die auf Hardware von Apple, wie z.B. Ipads, Ipods oder Iphones läuft. Die Endkunden kaufen sich diese Hardware in der Regel selbst und zahlen monatliche Nutzungsgebühren für die Software. Dieses Vertriebsmodell ist besonders bei kleineren Betrieben beliebt, die oftmals klassische Kassensysteme nicht finanzieren können. Um diesen Markt ebenfalls abdecken zu können wird Posmatic nun neben Vectron und Duratec als weitere Kassenmarke des Vectron-Konzerns im Markt platziert und rundet das Angebotsspektrum ab. Mit dem umfangreichen Vertriebsnetz und der vollen Unterstützung Vectrons soll Posmatic als führender Anbieter von Ipad-Kassensystemen in Deutschland etabliert werden. Weiterhin soll auch das Posmatic-Kassensystem mit der Online-Marketingplattform Bonvito verbunden werden und hierfür einen kostengünstigen Einstieg bieten. Nachdem schon die app-basierten mobilen Lösungen der Marken Vectron und Duratec im laufenden Geschäftsjahr erhebliche Zuwächse verzeichnet haben, ist Vectron zuversichtlich, mit Posmatic zusätzlich von diesem Trend profitieren zu können.

Meine Einschätzung
Vectron hat zuletzt erfreuliche 9-Monatszahlen präsentiert und dabei seine Erträge erhöhen können, obwohl gleichzeitig der Personalbestand aufgestockt und weiterhin massiv in neue Produkte investiert wurde. Das zeigt, dass Vectron sich auf dem richtigen Weg befindet, dass die heutigen Erfolge sich auch in Zukunft so fortführen dürften und man sich nicht auf den einmal erreichten Ergebnissen ausruht. Vectron bietet reichlich Potenzial für langfristig orientierte Anleger und zeigt durch den jüngsten Zukauf, dass man sich auf allen Ebenen die Marktführerschaft bei automatischen Kassensystemen nicht nehmen lassen will. Die gesetzlich vorgeschriebene Verpflichtung zur Einführung dieser Systeme wird Vectron einen weiteren enormen Schub verschaffen und das Unternehmen positioniert sich frühzeitig und aussichtsreich. Langfristig orientierte Anleger nutzen jeden Kursrücksetzer für Nachkäufe und lehnen sich dann geduldig zurück.


▸ WCM
Der auf Gewerbeimmobilien spezialisierte Konzern hat wieder zugekauft und ein Einzelhandelsportfolio erworben. Die drei Einzelhandelszentren weisen rund 88.000 Quadratmeter Mietfläche auf und kosten WCM €98,2 Mio. Die annualisierten Mieteinnahmen liegen bei €7,6 Mio. und der annualisierte Funds from Operations (FFO) bei etwa €4,2 Mio. Die Leerstandsquote von 7% bietet Verbesserungspotenzial und ein führender Lebensmitteleinzelhändler ist als Ankermieter an allen Standorten an Bord mit Verträgen, die eine Restlaufzeit von 6,1 Jahren aufweisen. Der Proforma-Marktwert des Gesamtportfolios von WCM steigt durch die Zukäufe auf  rund €766 Mio. Euro, der NAV legt pro forma Akquisition auf mindestens €2,85 zu, während der annualisierter FFO I bei circa €25,5 Mio. liegt.

Meine Einschätzung
WCM hat seit seinem Neustart eine rasante Entwicklung hinter sich, der Kurs ist entsprechend schnell gestiegen. Allerdings stockt das Expansionstempo merklich und der Einstieg von DIC Asset mit rund 25% hat noch immer keine Klärung gebracht über die Strategie dieses neuen Großaktionärs und die künftige Zusammenarbeit beider Unternehmen. Das bleibt ein Unsicherheitsfaktor.

Der NAV von WCM und der Kurs haben sich inzwischen wieder angenähert, der zueltzt vorliegende deutliche Aufschlag ist durch den Kursrückgang abgebaut worden. Das könnte wieder Aufwärtspotenzial bieten. Nun sind allerdings alle Aktien von (gewerblichen) Immobilienwerten deutlich unter Druck gewesen die letzten Wochen, auch DIC Asset, Publity und Patrizia. Relativ betrachtet hat sich WCM also nicht in die Pole-Position gebracht, da auch die Peergroup günstiger bewertet wird.

Schaut man auf die Strategie, setzt WCM zuletzt nicht mehr auf Bürogebäude, sondern viel mehr auf Einzelhandelsimmoblien, also Edeka-Märkte und kleinere Einzelhandelszentren. Die bieten aktuell noch ganz interessante Konditionen, allerdings sehe ich die Expansion in diesen Bereich eher skeptisch. Hier scheinen mir doch erhebliche Risiken zu schlummern. Der Einzelhandel wird in den nächsten Jahren noch stärker unter Druck kommen als bisher, auch dank Amazon. Stichwort Disruption. Da Immobilienanlagen auf lange Sicht erfolgen, muss man natürlich auch die mittel- und langfristige Sicht im Auge behalten. Und hier sehe ich wenig(er) Potenzial und höhere Risiken. WCM ist für mich daher auch auf dem ermäßigten Kursniveau eine solide Halteposition mit einem ausgewogenen Chance-Risiko-Verhältnis.

 Aurelius, Ernst Russ, GFT, Steico, Vectron und WCM befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Freitag, 4. November 2016

Nach dem Sündenfall: Lassen Negativzinsen für Sparer jetzt alle Dämme brechen?

Der Sündenfall ist biblisch belegt, Eva ließ sich von der Schlange verführen und naschte den Apfel vom Baum der Erkenntnis. Mit dem bekannten Ergebnis, dass wir Menschen aus dem Paradies vertrieben wurden und uns jetzt mit so profanen Dingen wie Geldanlage beschäftigen müssen.

Und der Sündenfall der Neuzeit ist ein solches Geldthema. Genauer gesagt, ist es das Einführen von Strafzinsen für Sparer. Und zwar ab dem ersten Euro. Die Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG wird als erste künftig Sparern Geld dafür abknöpfen, dass sie ihr Geld zur Bank tragen und dort anlegen; aktuell noch indirekt über neu eingeführte monatliche Kontogebühren zwischen €5 und €50. Nicht nur die Inflation lässt also das Geldvermögen schwinden, auch die Bank verstärkt dies darüber hinaus zusätzlich.

Natürlich macht die Volksbank dies nicht ohne Grund und schon gar nicht, um die Sparer zu schädigen. Sie reagiert damit auf die Politik der EZB, die durch künstliches Niederhalten der Zinsen, ausgelöst durch eine Flutung der Märkte mit billigem Geld, den Banken letztlich gar keine andere Wahl mehr lässt. Denn diese müssen für die Einlagen ihrer Kunden selbst bereits Strafzinsen entrichten bei der EZB.

Das Problem ist nicht neu, es wird seit Jahren an die Wand gemalt - nun ist es da. Neu ist hingegen, dass es ab dem ersten Euro gilt, also nicht mehr nur für vermögendere Privatkunden. Und die Konsequenz, die sich aus diesem ersten Sündenfall ergibt, die wird es in sich haben. Es wird eine Kaskade der Zinsabwertung geben!

Donnerstag, 1. September 2016

Ernst Russ, Lloyd Fonds, MPC Capital: Profiteure der Hanjin-Pleite?

Seit der großen Finanzkrise 2008/2009 leiden nicht nur die europäischen Banken, sondern mindestens genauso darbend präsentiert sich der Bereich Schifffahrt und Seehandel. Dabei gehen beide Problemzonen Hand in Hand, denn insbesondere die norddeutschen Landesbanken, aber auch die Commerzbank, waren und sind ganz stark exponiert im Bereich der Schiffsfinanzierungen. Der hohe Wettbewerbsdruck durch Überkapazitäten und dadurch sinkende Frachtraten hat zu vielen Ausfällen von Schiffsfinanzierungen geführt mit entsprechenden Belastungen für die Bilanzen der Banken und die Darlehen bzw. Investments der Anleger, die z.B. in steueroptimierte Schiffsfonds investiert hatten.

Und nun muss die weltweit siebtgrößte Reederei, die südkoreanische Hanjin Shipping, die Segel streichen und Insolvenzverwaltung beantragen. Sie verfügt über eine Flotte von 141 Schiffe, darunter alleine 90 Container-Schiffe, und erreicht nach Bloombergangaben einen Weltmarktanteil von 2,9%. Ein Gericht entscheidet nun, ob gleich die Abwicklung erfolgt, oder ob Hanjin Shipping noch eine Chance zur Restrukturierung bekommt. Das gilt auch für die Tochterfirmen der Gruppe, zu der etwa die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air gehört.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Gläubiger des Unternehmens eine Kreditlinie gekündigt, nachdem selbst eine Finanzspritze von mehr als 1 Billion Won (€804 Mio.) Hanjin Shipping nicht über Wasser halten konnte. Insgesamt hat das Unternehmen inzwischen einen Schuldenberg von €4,5 Mrd. angehäuft, den man nicht mehr bedienen kann.

Mit weitreichenden Konsequenzen, denn da nunmehr auch keine Hafengebühren mehr entrichtet werden können, sperren die Häfen weltweit ihre Tore für Hanjin-Schiffe. Was auch für die an Bord befindliche Ware zu einem Problem wird und damit für die Kunden der Reederei, deren Produkte nicht mehr oder zumindest nicht mehr rechtzeitig ausgeliefert werden. Die Kunden werden sich also ganz schnell andere Logistik-Partner suchen und ihre Waren über andere Reedereien verschiffen. Eine Restrukturierung von Hanjin dürfte damit kaum mehr möglich sein, denn eine Rückkehr der Kunden nach erfolgtem Wechsel zur Konkurrenz ist eher unwahrscheinlich.

Umso wahrscheinlicher ist daher die Option, dass der Mitbewerber Hyundai Merchant Marine wichtige Vermögenswerte von Hanjin übernehmen wird, darunter Schiffe und das Verkaufsnetz im Ausland.

Für Wettbewerber, wie AP Moeller-Maersk oder Hapag-Lloyd sind dies durchaus positive Nachrichten, denn sie dürften von der Pleite profitieren und zusätzliche Aufträge abgreifen. Und auch für die Schiffsfinanzierer könnte sich ein Silberstreif am Horizont auftun, denn die weniger rentablen und älteren Kähne von Hanjin dürften abgewrackt werden und somit für geringere Frachtkapazitäten auf den Weltmeeren sorgen.

Und das führt mich zu meinen Investments... Denn die Ernst Russ AG hat eigene Schiffe und einen eigenen Reederei-Betrieb, Lloyds Fonds und MPC Capital haben Fonds aufgelegt, die in Schiffe investiert haben, und wo sie an den Gebühren für die Verwaltung dieser Fonds verdienen. Sie alle dürften mittel- und langfristig zumindest indirekt von der Hanjin-Pleite profitieren, denn sie alle haben einen Vorteil davon, wenn nun Überkapazitäten abgebaut werden und die Frachtraten wieder steigen. Weniger Margendruck sollte zu steigenden Gewinne führen und das ist Wasser auf Anlegers Mühlen.

Ernst Russ, Lloyd Fonds und MPC Capital befinden sich als aussichtsreiche Turnaround-Spekulationen auf meiner Emfehlungsliste und in meinem Depot.


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ERGÄNZUNG VOM 13.09.2016

Das Manager Magazin berichtet, dass aufgrund der Pleite von Hanjin Shipping die Frachtraten weltweit kräftig anziehen würden. Aus Daten der Schifffahrtsbörse in Shanghai gehe hervor, dass sich die Frachtraten zwischen Asien und Nordeuropa allein in der ersten Woche nach dem Konkurs um fast 40 Prozent, auf dem Pazifik im Frachtverkehr zwischen Asien und den USA sogar um mehr als 50 Prozent erhöht hätten.

Es bleibe allerdings abzuwarten, wie nachhaltig dieser Anstieg sei, denn einerseits sei ein Teil der 90 Container-Schiffe von Hanjin Shipping mit geladenen 500.000 Standardcontainern Eigentum von Charterreederein, die ihre Schiffe bei einer Hanjin-Pleite zurückerhielten, so dass diese dann wieder auf dem Weltmarkt zur Verfügung stünden. Und auch die eigenen Hanjin-Schiffe (etwa 60) würden bei einem Konkurs verkauft werden und so ggf. wieder die Kapazitäten erhöhen. Wann dies der Fall sein wird, und ob nicht eher ein erheblicher Anteil der Schiffe abgewrackt würde, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall freuen sich Reedereien weltweit über die unerwarteten zusätzlichen Einnahmen, die ihnen die gestiegenen Charterraten einspielen.


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ERGÄNZUNG VOM 14.09.2016
Nach Informationen des Manager Magazins wird Hanjin Shipping keine Hilfen von Seiten des Südkoreanischen Staates erhalten, weil man dort erkannt habe, dass der Markt seit langem unter Überkapazitäten leide und dringend einer Bereinigung bedürfe. Folgerichtig habe nun der Notverkauf der ersten Hanjin-Schiffe begonnen, die in etwa zu Buchwerten über den Tisch gingen. Experten erwarten indes, dass die siebtgrößte Reederei der Welt am Ende allenfalls als lokaler Player diese Krise überleben wird.