Die New York Stock Exchange (NYSE) ist die Welt-Leitbörse und an ihrem Wohl und Weh hängen die Kurse der übrigen Börsen der Welt. Ob Japan, China, London, Paris oder Frankfurt. Und US-Präsident Donald Trump ist der Taktgeber der US-Börsen und damit der Weltfinanzmärkte, selbst wenn er den Takt öfter wechselt, als andere Leute ihre Unterwäsche. Und musikalisch ist er auch nicht besonders. Trotzdem führt an ihm kein Weg vorbei und auch in der letzten Woche hat er wieder den Taktstock geschwungen und die Börsen in Atem gehalten; Moll und Dur im steten Wechselfieber...
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Montag, 10. Juni 2019
Kissigs Kloogschieterei: Die 23. Börsenwoche im Rückspiegel mit Blue Cap, Datagroup, DIC Asset, Microsoft, Salesforce.com, Softbank Group, TTL Beteiligung, Western Digital
Freitag, 29. April 2016
Investor-Update: 7C Solarparken, Delignit, MBB, MPC Capital, Western Digital
Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.
Earnings-Season führt zu Verwerfungen
Die Unternehmensergebnisse würfeln die Börsenkurse mächtig durcheinander, wer die Erwartungen verfehlt, wird gnadenlos in den Keller geprügelt. Ob Apple, Alphabet, Microsoft, Corning, Western Digital, es gibt keine Gnade. Und die Kehrseite der Medaille sind Kursfeuerwerke bei Übertreffen der Erwartungen, wie bei Facebook, Amazon oder Genworth Financial.
Wie ein roter Faden zieht sich durch die Ergebnisse, dass der starke Dollar belastet und die Nachfrageschwäche aus China und den Schwellenländern sich negativ auswirkt. Da nun der Mai ansteht und damit die beste Zeit für Aktien auf einige Monate saisonal erst einmal vorüber ist, wird das Stock-Picking noch wichtiger, um in einem Gesamtmarkt, der keine großartigen positiven Impulse setzen dürfte, nicht unter die Räder zu kommen.
Fear-and-Greed-Index gibt spürbar nach
Der Angst-und-Gier-Index hält sich wacker im grünen Bereich, ist aber von 74 auf 63 Punkte gefallen. Die Stimmung trübt sich also ein und weicht gesunder Skepsis, was an sich kein schlechtes Zeichen ist. Realitätssinn schadet auch an der Börse nicht und gerade die Blue Chips sind doch relativ hoch bewertet, was nur dann zu rechtfertigen ist, wenn die Unternehmensgewinne damit Schritt halten. Da dies zuletzt immer seltener der Fall ist, sollten Anleger hier vorsichtiger werden - vielfach werden die Gewinne je Aktie überwiegend durch Financial Engineering bestimmt, also durch die positiven Auswirkungen von Aktienrückkäufen, und das ist alleine keine gesunde Basis für weiter steigende Kurse.
Im Gegenzug finden sich bei den Nebenwerten durchaus noch Perlen, deren Potenzial noch nicht erkannt wurde oder noch nicht ausgeschöpft ist. Ich habe zuletzt schon verstärkt diesem Bereich höher gewichtet und bei Verkäufen der großen Werte eher in die Nischenaktien investiert. Mit teilweise recht beeindruckenden Erfolgen, aber auch nicht immer. Auch bei den kleinen Werten ist man vor Enttäuschungen und bösen Überraschungen nicht gefeit. Deshalb kommt man um eine seriöse Analyse und Bewertung aufgrund der Geschäftsberichte nicht herum. Sofern man nicht Roulette spielen will...
Earnings-Season führt zu Verwerfungen
Die Unternehmensergebnisse würfeln die Börsenkurse mächtig durcheinander, wer die Erwartungen verfehlt, wird gnadenlos in den Keller geprügelt. Ob Apple, Alphabet, Microsoft, Corning, Western Digital, es gibt keine Gnade. Und die Kehrseite der Medaille sind Kursfeuerwerke bei Übertreffen der Erwartungen, wie bei Facebook, Amazon oder Genworth Financial.
Wie ein roter Faden zieht sich durch die Ergebnisse, dass der starke Dollar belastet und die Nachfrageschwäche aus China und den Schwellenländern sich negativ auswirkt. Da nun der Mai ansteht und damit die beste Zeit für Aktien auf einige Monate saisonal erst einmal vorüber ist, wird das Stock-Picking noch wichtiger, um in einem Gesamtmarkt, der keine großartigen positiven Impulse setzen dürfte, nicht unter die Räder zu kommen.
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| Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index |
Der Angst-und-Gier-Index hält sich wacker im grünen Bereich, ist aber von 74 auf 63 Punkte gefallen. Die Stimmung trübt sich also ein und weicht gesunder Skepsis, was an sich kein schlechtes Zeichen ist. Realitätssinn schadet auch an der Börse nicht und gerade die Blue Chips sind doch relativ hoch bewertet, was nur dann zu rechtfertigen ist, wenn die Unternehmensgewinne damit Schritt halten. Da dies zuletzt immer seltener der Fall ist, sollten Anleger hier vorsichtiger werden - vielfach werden die Gewinne je Aktie überwiegend durch Financial Engineering bestimmt, also durch die positiven Auswirkungen von Aktienrückkäufen, und das ist alleine keine gesunde Basis für weiter steigende Kurse.
Im Gegenzug finden sich bei den Nebenwerten durchaus noch Perlen, deren Potenzial noch nicht erkannt wurde oder noch nicht ausgeschöpft ist. Ich habe zuletzt schon verstärkt diesem Bereich höher gewichtet und bei Verkäufen der großen Werte eher in die Nischenaktien investiert. Mit teilweise recht beeindruckenden Erfolgen, aber auch nicht immer. Auch bei den kleinen Werten ist man vor Enttäuschungen und bösen Überraschungen nicht gefeit. Deshalb kommt man um eine seriöse Analyse und Bewertung aufgrund der Geschäftsberichte nicht herum. Sofern man nicht Roulette spielen will...
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Zahlen & Mehr: Apple, Genworth Financial, Johnson & Johnson, KKR, PayPal, Western Digital
:: Apple
Eben wurde bekannt, dass sich der aktivistische Investor Carl Icahn inzwischen vollständig aus Apple zurückgezogen und alle seine Aktien auf den Markt geworfen hat. Und das, obwohl er Apple öffentlich mit einem fairen Wert von $240 angesetzt hat. Ich hatte bereits vor einiger Zeit vermutet, dass er hier die Privatanleger aufs Glatteis zu führen versucht, um sein eigenes milliardenschweres Aktienpaket loswerden zu können, ohne dass ihm der Kurs total einbricht ("Verschleuderte Carl Icahn seine Apple-Aktien 50 Prozent unter Wert?"). Nun, das Manöver war ziemlich offensichtlich und auch wenn Icahn nun auf regulatorische Einflussnahmen in China als Begründung abzielt, ging es ihm doch alleine um seinen eigenen Profit. Auch vorgeschobene Gründe sind Gründe und Icahn verdiente an seinen "Apfeltagen" unterm Strich rund $1,5 Mrd.... (>>> zur Meldung)
:: Genworth Financial
Der Versicherungskonzern Genworth Financial Inc. musste im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch von 66% hinnehmen, schlug damit die Markterwartungen jedoch deutlich. Das Unternehmen, das die ehemalige Versicherungssparte des Industriegiganten General Electric war, wird aktuell zusammengeschrumpft, um durch das Absenken der Verschuldung wieder auf Kurs zu kommen, nachdem man für das Geschäftsjahr 2014 einen Rekordverlust von mehr als §1,2 Mrd. ausweisen musste. Der Nettogewinn fiel von $154 Mio. oder $0,31 je Aktie auf $53 bzw. $0,11 je Aktie. Der operative Gewinn, der auch Ergebnisse aus Investmentgeschäften enthält, lag bei $0,21 je Aktie und damit deutlich über den Erwartungen. (>>> zur Meldung, Engl.)
:: Johnson & Johnson
Beim Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson laufen die Geschäfte rund, hauptsächlich der starke Dollar und das Abgeben von Geschäftsbereichen haben das Zahlenwerk etwas belastet. Die weltweit 127.500 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von $70,1 Mrd. (Vorjahr: $74,3 Mrd.) und dabei einem Gewinn in Höhe von $15,4 Mrd. (Vorjahr: $16,3 Mrd.) und so wird das Unternehmen das 54. Jahr in Folge seine Dividende steigern. Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2016 wird die Dividende von $0,75 auf $0,80 je Aktie angehoben, was einer Steigerung von 6,7% entspricht. (>>> zur Meldung).
:: KKR
Der Finanzinvestor KKR & Co. L.P. wird von den Börsenturbulenzen und dem niedrigen Ölpreis mächtig in Mitleidenschaft gezogen. Insbesondere seine großen börsennotierten Beteiligungen, Walgreen Alliance Boots und First Data mussten im ersten Quartal 2016 Kursverluste hinnehmen und das wirkte sich stark in den Zahlen der Private Equity Gesellschaft aus. So musste ein Nettoergebnis, das sowohl unrealisierte als auch realisierte Profite enthält, von Minus $553 Mio. bzw. $-0,65 je Aktie ausgewiesen werden, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von $526 Mio. zu Buche stand. KKR ist stark von der Börsenverfassung abhängig und die taumelnden Aktienkurse hatten starke Auswirkungen auf die Ergebnisse. Umgekehrt wirken anziehende Börsenkurs allerdings ebenso stark und wie ein Turbo auf das KKRs Zahlenwerk. (>>> zur Meldung, Engl.)
:: PayPal
Der Zahlungsdienstleister PayPal Inc. kann sich im immer härter umkämpften Markt der Online- und Mobilbezahldienste behaupten. So kletterten im ersten Quartal 2016 die Erlöse im Vorjahresvergleich um 19% auf $2,5 Mrd. und der Überschuss konnte sogar um 43% auf $365 Mio. zulegen. Die Zahl der aktiven PayPal-Kundenkonten stieg um 11,5% auf 184 Mio und es wurden insgesamt 1,41 Mrd. Transaktionen wurden abgewickelt (>>> zur Meldung)
:: Western Digital
Der Speicher-Spezialist Western Digital ist unbestritten das Sorgenkind auf meiner Empfehlungsliste und der Aktienkurs notiert tief im Minus. Und die vorgelegten Zahlen zum dritten Geschäftsquartal sind nicht dazu geeignet, hieran etwas zu ändern. Kurz vor der angestrebten Übernahme des Konkurrenten SanDisk musste WDC einen Umsatzrückgang um 21% bekanntgeben und ein Absinken des Nettogewinns auf nur noch $283 Mio., nachdem vor einem Jahr noch von $441 Mio. verdient worden waren. Auch wenn der weiter schrumpfende PC-Markt seine Spuren hinterlässt, kann man diese Zahlen nur als große Enttäuschung ansehen. (>>> zur Meldung, Engl.)
Genworth Financial, Johnson & Johnson, KKR, PayPal und Western Digital befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.
Eben wurde bekannt, dass sich der aktivistische Investor Carl Icahn inzwischen vollständig aus Apple zurückgezogen und alle seine Aktien auf den Markt geworfen hat. Und das, obwohl er Apple öffentlich mit einem fairen Wert von $240 angesetzt hat. Ich hatte bereits vor einiger Zeit vermutet, dass er hier die Privatanleger aufs Glatteis zu führen versucht, um sein eigenes milliardenschweres Aktienpaket loswerden zu können, ohne dass ihm der Kurs total einbricht ("Verschleuderte Carl Icahn seine Apple-Aktien 50 Prozent unter Wert?"). Nun, das Manöver war ziemlich offensichtlich und auch wenn Icahn nun auf regulatorische Einflussnahmen in China als Begründung abzielt, ging es ihm doch alleine um seinen eigenen Profit. Auch vorgeschobene Gründe sind Gründe und Icahn verdiente an seinen "Apfeltagen" unterm Strich rund $1,5 Mrd.... (>>> zur Meldung)
:: Genworth Financial
Der Versicherungskonzern Genworth Financial Inc. musste im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch von 66% hinnehmen, schlug damit die Markterwartungen jedoch deutlich. Das Unternehmen, das die ehemalige Versicherungssparte des Industriegiganten General Electric war, wird aktuell zusammengeschrumpft, um durch das Absenken der Verschuldung wieder auf Kurs zu kommen, nachdem man für das Geschäftsjahr 2014 einen Rekordverlust von mehr als §1,2 Mrd. ausweisen musste. Der Nettogewinn fiel von $154 Mio. oder $0,31 je Aktie auf $53 bzw. $0,11 je Aktie. Der operative Gewinn, der auch Ergebnisse aus Investmentgeschäften enthält, lag bei $0,21 je Aktie und damit deutlich über den Erwartungen. (>>> zur Meldung, Engl.)
:: Johnson & Johnson
Beim Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson laufen die Geschäfte rund, hauptsächlich der starke Dollar und das Abgeben von Geschäftsbereichen haben das Zahlenwerk etwas belastet. Die weltweit 127.500 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von $70,1 Mrd. (Vorjahr: $74,3 Mrd.) und dabei einem Gewinn in Höhe von $15,4 Mrd. (Vorjahr: $16,3 Mrd.) und so wird das Unternehmen das 54. Jahr in Folge seine Dividende steigern. Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2016 wird die Dividende von $0,75 auf $0,80 je Aktie angehoben, was einer Steigerung von 6,7% entspricht. (>>> zur Meldung).
:: KKR
Der Finanzinvestor KKR & Co. L.P. wird von den Börsenturbulenzen und dem niedrigen Ölpreis mächtig in Mitleidenschaft gezogen. Insbesondere seine großen börsennotierten Beteiligungen, Walgreen Alliance Boots und First Data mussten im ersten Quartal 2016 Kursverluste hinnehmen und das wirkte sich stark in den Zahlen der Private Equity Gesellschaft aus. So musste ein Nettoergebnis, das sowohl unrealisierte als auch realisierte Profite enthält, von Minus $553 Mio. bzw. $-0,65 je Aktie ausgewiesen werden, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von $526 Mio. zu Buche stand. KKR ist stark von der Börsenverfassung abhängig und die taumelnden Aktienkurse hatten starke Auswirkungen auf die Ergebnisse. Umgekehrt wirken anziehende Börsenkurs allerdings ebenso stark und wie ein Turbo auf das KKRs Zahlenwerk. (>>> zur Meldung, Engl.)
:: PayPal
Der Zahlungsdienstleister PayPal Inc. kann sich im immer härter umkämpften Markt der Online- und Mobilbezahldienste behaupten. So kletterten im ersten Quartal 2016 die Erlöse im Vorjahresvergleich um 19% auf $2,5 Mrd. und der Überschuss konnte sogar um 43% auf $365 Mio. zulegen. Die Zahl der aktiven PayPal-Kundenkonten stieg um 11,5% auf 184 Mio und es wurden insgesamt 1,41 Mrd. Transaktionen wurden abgewickelt (>>> zur Meldung)
:: Western Digital
Der Speicher-Spezialist Western Digital ist unbestritten das Sorgenkind auf meiner Empfehlungsliste und der Aktienkurs notiert tief im Minus. Und die vorgelegten Zahlen zum dritten Geschäftsquartal sind nicht dazu geeignet, hieran etwas zu ändern. Kurz vor der angestrebten Übernahme des Konkurrenten SanDisk musste WDC einen Umsatzrückgang um 21% bekanntgeben und ein Absinken des Nettogewinns auf nur noch $283 Mio., nachdem vor einem Jahr noch von $441 Mio. verdient worden waren. Auch wenn der weiter schrumpfende PC-Markt seine Spuren hinterlässt, kann man diese Zahlen nur als große Enttäuschung ansehen. (>>> zur Meldung, Engl.)
Genworth Financial, Johnson & Johnson, KKR, PayPal und Western Digital befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.
Mittwoch, 16. März 2016
Western Digital: Aktionäre stimmen für SanDisk-Übernahme
Der Festplattengigant Western Digital ist seinem Ziel, den Flash-Speicher-Hersteller SanDisk für $19 Mrd. zu übernehmen, einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Mit mehr als 90% Zustimmung votierten die WDC-Aktionäre für die Übernahme, während die SanDisk-Aktionäre sogar mit 98% die Pläne annahmen.
Nachdem bereits mehrere kartellrechtliche Genehmigungen vorliegen (so die der US- und EU-Behörden, aber auch der von Singapur, Japan, Taiwan, Süd Korea, der Türkei und Südafrika; es fehlt allerdings noch China) kann die Fusion nun vollzogen und im Verlauf des zweiten Quartals abgeschlossen werden. Sofern Western Digital die Finanzierung stemmen kann. Hier ist das Unternehmen noch auf der Suche, um die gut $18 Mrd. an neuen Krediten aufzutreiben.
Um die Übernahme stemmen zu können, hatte Western Digital bereits im Vorfeld sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt und die Quartalsdividende auf absehbare Zeit auf $0,50 je Aktie eingefroren. Die mit der Übernahme verbundenen jährlichen Kosteneinsparungen sollen sich auf $500 Mio. belaufen und bereits innerhalb der nächsten 18 Monaten realisiert werden können.
Western Digital möchte sich mit der SanDisk-Übernahme im Bereich der Flash-Speicher besser positionieren, die die herkömmlichen Festplatten mehr und mehr ablösen. Ob die Übernahme den gewünschten Erfolg bringt, bleibt abzuwarten. Beide Unternehmen standen zuletzt wegen der schwachen PC-Verkäufe und damit einhergehenden geringeren Verkäufen ihrer eigenen Hardwarekomponenten stark unter Druck.
Western Digital befindet sich auf meiner Empfehlungsliste. Bei Kursen von knapp über €41 ist bereits eine Menge an negativen Befürchtungen eingepreist und ich denke, der Aktienkurs birgt eher positives Überraschungspotenzial. Zumal die kürzlich genehmigte vollständige Integration des Festplattengeschäfts von Hitachi ein jährliches Einsparpotenzial von $300 Mio. bergen und das Joint-Venture zwischen SanDisk und Toshiba über die gemeinsame Entwicklung und Fertigung von NAND-Flash-Speicher werde fortgeführt werden soll. Die Dividendenrendite von knapp 4,5% sichert den Kurs zusätzlich nach unten ab.
Nachdem bereits mehrere kartellrechtliche Genehmigungen vorliegen (so die der US- und EU-Behörden, aber auch der von Singapur, Japan, Taiwan, Süd Korea, der Türkei und Südafrika; es fehlt allerdings noch China) kann die Fusion nun vollzogen und im Verlauf des zweiten Quartals abgeschlossen werden. Sofern Western Digital die Finanzierung stemmen kann. Hier ist das Unternehmen noch auf der Suche, um die gut $18 Mrd. an neuen Krediten aufzutreiben.
Um die Übernahme stemmen zu können, hatte Western Digital bereits im Vorfeld sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt und die Quartalsdividende auf absehbare Zeit auf $0,50 je Aktie eingefroren. Die mit der Übernahme verbundenen jährlichen Kosteneinsparungen sollen sich auf $500 Mio. belaufen und bereits innerhalb der nächsten 18 Monaten realisiert werden können.
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| Western Digital (Quelle: comdirect.de) |
Western Digital befindet sich auf meiner Empfehlungsliste. Bei Kursen von knapp über €41 ist bereits eine Menge an negativen Befürchtungen eingepreist und ich denke, der Aktienkurs birgt eher positives Überraschungspotenzial. Zumal die kürzlich genehmigte vollständige Integration des Festplattengeschäfts von Hitachi ein jährliches Einsparpotenzial von $300 Mio. bergen und das Joint-Venture zwischen SanDisk und Toshiba über die gemeinsame Entwicklung und Fertigung von NAND-Flash-Speicher werde fortgeführt werden soll. Die Dividendenrendite von knapp 4,5% sichert den Kurs zusätzlich nach unten ab.
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Dienstag, 23. Februar 2016
Chinesen machen Rückzieher bei Western Digital-Einstieg
Der Speicherplattengigant Western Digital befindet sich im Wandel. Nicht nur spürt er sich in seinem Kerngeschäft, den Festplatten, einen erheblichen Gegenwind aufgrund mauer Absatzzahlen bei PCs, sondern er hat auch noch die Übernahme seines Rivalen SanDisk für knapp $19 Mrd. angekündigt sowie den Einstieg eines Chinesischen Großinvestors, der 15% an Western Digital übernehmen will. Wollte. Denn die Chinesen machen einen Rückzieher, nachdem im die US-Behörden regulatorisch Knüppel zwischen die Beine geworfen haben, wie Reuters berichtet.
Diese Entscheidung hat auch Auswirkungen auf den Kaufpreis, den Western Digital für SanDisk auf den Tisch zu legen bereit ist. Auf Basis des Montagsschlusskurses wird man nun $78.50 pro Aktie in Cash und Aktien bezahlen, nach zuvor $86.50. SanDisk-Eigner erhalten also $67,50 in Cash un 0,2387 WDC-Aktien. Diese Konditionen waren so bereits bei Abschluss der Übernahmevereinbarung mit SanDisk so festgezurrt worden.
Im gleichen Atemzug bekräftigte das Management von Western Digital, es halte unbeirrt an der SanDisk-Übernahme fest. Inzwischen lägen u.a. die Genehmigungen seitens der EU-Kommission sowie der US-Behörden vor. Die Abstimmung der WDC-Aktionäre bzgl. der Übernahme findet am 15. März statt und inzwischen regt sich Widerstand. So hat die britsche Alken Asset Management, die rund 2,2% der WDC-Aktien hält, in einem offenen Brief die Aktionäre aufgefordert, gegen die Übernahme zu stimmen.
Western Digital befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.
Diese Entscheidung hat auch Auswirkungen auf den Kaufpreis, den Western Digital für SanDisk auf den Tisch zu legen bereit ist. Auf Basis des Montagsschlusskurses wird man nun $78.50 pro Aktie in Cash und Aktien bezahlen, nach zuvor $86.50. SanDisk-Eigner erhalten also $67,50 in Cash un 0,2387 WDC-Aktien. Diese Konditionen waren so bereits bei Abschluss der Übernahmevereinbarung mit SanDisk so festgezurrt worden.
Im gleichen Atemzug bekräftigte das Management von Western Digital, es halte unbeirrt an der SanDisk-Übernahme fest. Inzwischen lägen u.a. die Genehmigungen seitens der EU-Kommission sowie der US-Behörden vor. Die Abstimmung der WDC-Aktionäre bzgl. der Übernahme findet am 15. März statt und inzwischen regt sich Widerstand. So hat die britsche Alken Asset Management, die rund 2,2% der WDC-Aktien hält, in einem offenen Brief die Aktionäre aufgefordert, gegen die Übernahme zu stimmen.
Western Digital befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.
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Samstag, 20. Februar 2016
Investor-Update: Sixt Vz., Western Digital
Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.
Trendwende oder Bärenmarkt-Rallye?
Genau so habe ich letzte Woche bereits die Überschrift gewählt und es ist bisher noch immer nicht klar. Die Aktienkurse steigen, das ist erfreulich für alle Investierten und ich selbst ertappe mich dabei, dass ich mich insgeheim ärgere, zu den (bisherigen) Tiefstkursen nicht stärker investiert gewesen zu sein. Unglaublich, oder? Meine 80-Prozent-Investitionsquote sollte eigentlich für Freudensprünge sorgen, denn mein Depotwert hat sich deutlich erhöht. Aber so ist es nun einmal, wir schauen lieber auf die - vermeintlich - negativen Aspekte und erfreuen uns nicht (genug) am Positiven.
Angst lässt erheblich nach
Die Angst unter den Anlegern lässt spürbar nach. Der Fear-and-Greed-Index ist mit 50 Punkten inzwischen bereits im neutralen Bereich angekommen und deutet damit an, dass die Kursanstiege noch weitergehen könnten. Denn viele Marktteilnehmer nehmen eben nicht teil, viele stehen mit hohen Cash-Beständen noch Abseits und trauen dem Braten nicht, sie sehen in dem Kursanstieg eine Bärenmarkt-Rallye und hoffen, dass die Kurse nochmals massiv unter Druck geraten, um billig einsteigen zu können. Und je länger dieses Szenario nicht eintrifft, je weiter die Kurse klettern, desto höher wird der Leidensdruck, denn Cash bringt momentan eben keine Rendite. Es kann also dazu kommen, dass dieses Geld demnächst seinen Weg in den Aktienmarkt zurückfindet und der Index dann in den "Gier-Bereich" wandert, weil die Stimmung wieder nur auf die Chancen blickt und die Risiken zunehmend ausblendet.
Aber bis es soweit ist, bleiben wir mal in der Gegenwart bzw. in der jüngsten Vergangenheit. Ich habe in den vergangenen Tagen weiterhin das Hin und Her des Marktes eher passiv begleitet und nur punktuell zugekauft.
Trendwende oder Bärenmarkt-Rallye?
Genau so habe ich letzte Woche bereits die Überschrift gewählt und es ist bisher noch immer nicht klar. Die Aktienkurse steigen, das ist erfreulich für alle Investierten und ich selbst ertappe mich dabei, dass ich mich insgeheim ärgere, zu den (bisherigen) Tiefstkursen nicht stärker investiert gewesen zu sein. Unglaublich, oder? Meine 80-Prozent-Investitionsquote sollte eigentlich für Freudensprünge sorgen, denn mein Depotwert hat sich deutlich erhöht. Aber so ist es nun einmal, wir schauen lieber auf die - vermeintlich - negativen Aspekte und erfreuen uns nicht (genug) am Positiven.
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| Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index |
Die Angst unter den Anlegern lässt spürbar nach. Der Fear-and-Greed-Index ist mit 50 Punkten inzwischen bereits im neutralen Bereich angekommen und deutet damit an, dass die Kursanstiege noch weitergehen könnten. Denn viele Marktteilnehmer nehmen eben nicht teil, viele stehen mit hohen Cash-Beständen noch Abseits und trauen dem Braten nicht, sie sehen in dem Kursanstieg eine Bärenmarkt-Rallye und hoffen, dass die Kurse nochmals massiv unter Druck geraten, um billig einsteigen zu können. Und je länger dieses Szenario nicht eintrifft, je weiter die Kurse klettern, desto höher wird der Leidensdruck, denn Cash bringt momentan eben keine Rendite. Es kann also dazu kommen, dass dieses Geld demnächst seinen Weg in den Aktienmarkt zurückfindet und der Index dann in den "Gier-Bereich" wandert, weil die Stimmung wieder nur auf die Chancen blickt und die Risiken zunehmend ausblendet.
Aber bis es soweit ist, bleiben wir mal in der Gegenwart bzw. in der jüngsten Vergangenheit. Ich habe in den vergangenen Tagen weiterhin das Hin und Her des Marktes eher passiv begleitet und nur punktuell zugekauft.
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Mittwoch, 21. Oktober 2015
Western Digital übernimmt SanDisk und präsentiert Zahlen
Eigentlich sind die Aktionäre von Western Digital daran gewöhnt, nichts von ihrem Unternehmen zu hören. Man verkauft halt seine Festplatten (extrem unsexy) und taucht ansonsten eher nicht auf dem Radar der Investoren auf. So hat sich der Aktienkurs in den letzten Jahren unspektakulär in immer neue Höhen geschraubt. Doch damit ist es seit einiger Zeit vorbei.
Am Markt bestehen seit einiger Zeit zunehmende Befürchtungen, der schwächelnde Absatz von PCs und Notebooks würde zu sinkenden Absatzzahlen bei Festplatten führen, dem Brot- und Buttergeschäft von Western Digital (WDC). Hier ist man immerhin Weltmarktführer und hat nur einen großen Rivalen, Seagate, mit dem man gemeinsam auf einen Marktanteil von rund 90 Prozent kommt.
Darüber hinaus machen WDC neue Speichermedien das Leben schwer, denn Festplatten sind langsam und stromintensiv. Und bei den neuen Speichermedien, Flash und insbesondere die 3D-NAND-Technologie ist WDC nur einer von vielen Anbietern und noch nicht einmal führend. Noch kommen die WDC-Produkte hervorragend bei den Kunden an, denn sie sind bisher unschlagbar günstig bei den Kosten je GigaByte Speicherkapazität. Und die Zukunftsmärkte "Cloud" und "Big Data" brauchen neben schnellen Leitungen vor allem eines: Speicherplatz.
Frisches chinesisches Kapital im Rücken
Zuletzt hatte sich der chinesische Staatsbetrieb Unisplendour bei WDC mit 15% eingekauft und für die neu ausgegebenen Aktien rund 3,8 Mrd. USD in WDC investiert und seit heute ist auch klar, wofür WDC diese Mittel einzusetzen gedenkt: die Übernahme des Mitweberwerbers SanDisk, eine Übernahme in etwa auf Augenhöhe, was die Börsenkapitalisierung angeht. Jedenfalls notierten beide Unternehmen in der letzten Woche bei rund 15 Mrd. USD (WDC noch ohne die 3,2 Mrd. USD an neuen Aktien, die Unisplendour übernimmt), doch während der Aktienkurs von SanDisk aufgrund aufkommender Übernahmespekulationen zweistellig zulegte, sackten der WDC-Kurs ab und gab die Kursgewinne von 15%, die der Einstieg der Chinesen mit sich brachte, wieder ab.
SanDisk ist WDC stolze 19 Mrd. USD wert
Für SanDisk wird Western Digital 19 Mrd. USD auf den Tisch legen und zwar in Aktien und Barmitteln; der Preis von 86,50 USD je Aktie entspricht einem nochmaligen Aufschlag von 15% auf den SanDisk-Schlusskurs von gestern. Damit verdoppelt sich das Unternehmen auf einen Schlag und der bisherige WDC-CEO Steve Milligan wird auch die neue Firma führen, SanDisk-CEO Sanjay Mehrotra soll ins Board of Directors der neuen Firma wechseln.
Der Kaufpreis soll 85,10 USD je Aktie betragen zuzüglich 0,0176 WDC-Aktien je SanDisk-Anteil - jedenfalls, sofern der 15-Prozent-Einstieg von Unisplendour Corporation Limited bis zu diesem Zeitpunkt bereits vollzogen ist. Ansonsten bezahlt WDC 67,50 USD in Cash und 0,2387 eigenen Anteilen je SanDisk-Aktie.
Finanzielle Auswirkungen: Verschuldung steigt, Aktienerückkaufprogramm wird ausgesetzt
Um den Deal finanzieren zu können, plant WDC die Aufnahme neuer Schulden von 18,4 Mrd. USD und setzt das laufende Aktienrückkaufprogramm aus. Die Dividende soll wie bisher gezahlt werden. Die Kosteneinsparungen des Zusammenschlusses werden mit 500 Mio. USD benannt und sollen innerhalb der nächsten 18 Monate realisiert werden.
Was will WDC mit SanDisk?
SanDisk hat seit einiger Zeit zu kämpfen und böse Zungen meinen, hier würden sich zwei Lahme gegenseitig stützen wollen, um dadurch schneller laufen zu können. Und es sieht ein bisschen danach aus. Doch für WDC bedeutet die SanDisk-Übernahme jedoch, dann man in höhermargige Bereiche vorstößt und hier (endlich) auf signifikante Marktanteile kommt. Damit lässt sich der Wandel von den Festplatten hin zu kleineren, mobilen Flash-Speichern schneller vollziehen und WDC hat endlich eine Antwort darauf gefunden, wie man dem Eindringen der Flashspeicher in den Festplattenmarkt begegnen will. In diesem Zusammenhang nicht unwichtig ist die Aussage, das Joint-Venture zwischen SanDisk und Toshiba über die gemeinsame Entwicklung und Fertigung von NAND-Flash-Speicher werde fortgeführt.
Quartalszahlen bieten gemischtes Bild
Ganz nebenbei haben beide Unternehmen auch noch Quartalszahlen präsentiert. Während WDC die Gewinn-Erwartungen mit 1,56 USD je Aktie knapp erreichte, konnte SanDisk mit 1,09 USD die Erwartungen des Marktes von 0,80 USD klar schlagen. Allerdings hatte man im Vorjahr noch 1,49 USD je Aktie verdient und hier zeigt sich das Dilemma für SanDisk, weshalb man sich letztlich selbst vor einiger Zeit ins Schaufenster gestellt und um eine Übernahme gebettelt hatte.
Einschätzung
Es bleibt abzuwarten, wie WDC sich als neue Unternehmen präsentieren wird. Der Zukauf macht unter strategischen Gesichtspunkten durchaus Sinn und der Kaufpreis ist gerade noch so zu vertreten. Allerdings auch deshalb, weil die SanDisk-Zahlen nicht ganz schlecht ausfielen, wie eigentlich erwartet wurde. WDC hat nun große Anstrengungen zu unternehmen, um SanDisk zu integrieren, und darf dabei das eigentliche Ziel, qualitativ hochwertige Speichermedien zu attraktiven Preisen anzubieten nicht aus den Augen verlieren. Und dabei kommen noch weitere Integrationsanstrengungen auf das Unternehmen zu, denn gestern erst hatte das chinesische Handelsminsterium seinen Widerstand gegen die Integration der Hitachi-Festplattensparte aufgegeben, was WDC auf Sicht Einsparungen von 300 Mio. USD pro Jahr bringen soll.
Ich denke, Western Digital stellt für Langfristinvestoren ein attraktives Investment dar und der zuletzt abgetauchte Aktienkurs eine Chance. Der Wert befindet sich als Kauf auf meiner Empfehlungsliste, auch wenn die bisherigen Prognosen zu Umsatz, Gewinn nun einer Überarbeitung bedürfen.
Am Markt bestehen seit einiger Zeit zunehmende Befürchtungen, der schwächelnde Absatz von PCs und Notebooks würde zu sinkenden Absatzzahlen bei Festplatten führen, dem Brot- und Buttergeschäft von Western Digital (WDC). Hier ist man immerhin Weltmarktführer und hat nur einen großen Rivalen, Seagate, mit dem man gemeinsam auf einen Marktanteil von rund 90 Prozent kommt.
Darüber hinaus machen WDC neue Speichermedien das Leben schwer, denn Festplatten sind langsam und stromintensiv. Und bei den neuen Speichermedien, Flash und insbesondere die 3D-NAND-Technologie ist WDC nur einer von vielen Anbietern und noch nicht einmal führend. Noch kommen die WDC-Produkte hervorragend bei den Kunden an, denn sie sind bisher unschlagbar günstig bei den Kosten je GigaByte Speicherkapazität. Und die Zukunftsmärkte "Cloud" und "Big Data" brauchen neben schnellen Leitungen vor allem eines: Speicherplatz.
Frisches chinesisches Kapital im Rücken
Zuletzt hatte sich der chinesische Staatsbetrieb Unisplendour bei WDC mit 15% eingekauft und für die neu ausgegebenen Aktien rund 3,8 Mrd. USD in WDC investiert und seit heute ist auch klar, wofür WDC diese Mittel einzusetzen gedenkt: die Übernahme des Mitweberwerbers SanDisk, eine Übernahme in etwa auf Augenhöhe, was die Börsenkapitalisierung angeht. Jedenfalls notierten beide Unternehmen in der letzten Woche bei rund 15 Mrd. USD (WDC noch ohne die 3,2 Mrd. USD an neuen Aktien, die Unisplendour übernimmt), doch während der Aktienkurs von SanDisk aufgrund aufkommender Übernahmespekulationen zweistellig zulegte, sackten der WDC-Kurs ab und gab die Kursgewinne von 15%, die der Einstieg der Chinesen mit sich brachte, wieder ab.
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| Western Digital (Quelle: comdirect.de) |
Für SanDisk wird Western Digital 19 Mrd. USD auf den Tisch legen und zwar in Aktien und Barmitteln; der Preis von 86,50 USD je Aktie entspricht einem nochmaligen Aufschlag von 15% auf den SanDisk-Schlusskurs von gestern. Damit verdoppelt sich das Unternehmen auf einen Schlag und der bisherige WDC-CEO Steve Milligan wird auch die neue Firma führen, SanDisk-CEO Sanjay Mehrotra soll ins Board of Directors der neuen Firma wechseln.
Der Kaufpreis soll 85,10 USD je Aktie betragen zuzüglich 0,0176 WDC-Aktien je SanDisk-Anteil - jedenfalls, sofern der 15-Prozent-Einstieg von Unisplendour Corporation Limited bis zu diesem Zeitpunkt bereits vollzogen ist. Ansonsten bezahlt WDC 67,50 USD in Cash und 0,2387 eigenen Anteilen je SanDisk-Aktie.
Finanzielle Auswirkungen: Verschuldung steigt, Aktienerückkaufprogramm wird ausgesetzt
Um den Deal finanzieren zu können, plant WDC die Aufnahme neuer Schulden von 18,4 Mrd. USD und setzt das laufende Aktienrückkaufprogramm aus. Die Dividende soll wie bisher gezahlt werden. Die Kosteneinsparungen des Zusammenschlusses werden mit 500 Mio. USD benannt und sollen innerhalb der nächsten 18 Monate realisiert werden.
Was will WDC mit SanDisk?
SanDisk hat seit einiger Zeit zu kämpfen und böse Zungen meinen, hier würden sich zwei Lahme gegenseitig stützen wollen, um dadurch schneller laufen zu können. Und es sieht ein bisschen danach aus. Doch für WDC bedeutet die SanDisk-Übernahme jedoch, dann man in höhermargige Bereiche vorstößt und hier (endlich) auf signifikante Marktanteile kommt. Damit lässt sich der Wandel von den Festplatten hin zu kleineren, mobilen Flash-Speichern schneller vollziehen und WDC hat endlich eine Antwort darauf gefunden, wie man dem Eindringen der Flashspeicher in den Festplattenmarkt begegnen will. In diesem Zusammenhang nicht unwichtig ist die Aussage, das Joint-Venture zwischen SanDisk und Toshiba über die gemeinsame Entwicklung und Fertigung von NAND-Flash-Speicher werde fortgeführt.
Quartalszahlen bieten gemischtes Bild
Ganz nebenbei haben beide Unternehmen auch noch Quartalszahlen präsentiert. Während WDC die Gewinn-Erwartungen mit 1,56 USD je Aktie knapp erreichte, konnte SanDisk mit 1,09 USD die Erwartungen des Marktes von 0,80 USD klar schlagen. Allerdings hatte man im Vorjahr noch 1,49 USD je Aktie verdient und hier zeigt sich das Dilemma für SanDisk, weshalb man sich letztlich selbst vor einiger Zeit ins Schaufenster gestellt und um eine Übernahme gebettelt hatte.
Einschätzung
Es bleibt abzuwarten, wie WDC sich als neue Unternehmen präsentieren wird. Der Zukauf macht unter strategischen Gesichtspunkten durchaus Sinn und der Kaufpreis ist gerade noch so zu vertreten. Allerdings auch deshalb, weil die SanDisk-Zahlen nicht ganz schlecht ausfielen, wie eigentlich erwartet wurde. WDC hat nun große Anstrengungen zu unternehmen, um SanDisk zu integrieren, und darf dabei das eigentliche Ziel, qualitativ hochwertige Speichermedien zu attraktiven Preisen anzubieten nicht aus den Augen verlieren. Und dabei kommen noch weitere Integrationsanstrengungen auf das Unternehmen zu, denn gestern erst hatte das chinesische Handelsminsterium seinen Widerstand gegen die Integration der Hitachi-Festplattensparte aufgegeben, was WDC auf Sicht Einsparungen von 300 Mio. USD pro Jahr bringen soll.
Ich denke, Western Digital stellt für Langfristinvestoren ein attraktives Investment dar und der zuletzt abgetauchte Aktienkurs eine Chance. Der Wert befindet sich als Kauf auf meiner Empfehlungsliste, auch wenn die bisherigen Prognosen zu Umsatz, Gewinn nun einer Überarbeitung bedürfen.
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Montag, 19. Oktober 2015
Für Western Digital läuft's in Asien einfach rund(er)
Festplatten-Gigant Western Digital hat momentan einen Lauf und wird damit immer offensichtlicher zu einem unterbewerteten Value-Schnäppchen. Nachdem ich kürzlich über den Einstieg von Unisplendour Corporation Limited, einer Tochter des chinesischen Staatsunternehmens Tsinghua, berichtet hatte, zeigt sich heute bereits der erste Teilerfolg dieser neuen Allianz. Denn eine seit längerem ausstehende Entscheidung des chinesischen Handelsministeriums ist nun gefallen und Western Digital darf endlich die bereits 2012 übernommene Hitachi (HGST) vollständig integrieren - mit einigen Übergangszugeständnissen in den nächsten zwei Jahren. Durch diese Integration wird Western Digital rund 300 Mio. USD pro Jahr einsparen und das kommt direkt den Aktionären zugute!
Um die Auswirkungen wirklich erfassen zu können, schauen wir mal auf die WDC-Bilanz per 30. Juni. Dort fanden sich 2,6 Mrd. USD an Verbindlichkeiten, denen 5,3 Mrd. USD an Cash gegenüberstanden. An Free Cash-flow generierte WDC in den letzten 12 Monaten 1,6 Mrd. USD und dieser wird für Aktienrückkäufe und Dividenden verwendet.
Durch den 15%-Anteil der Chinesen wird sowohl der Free-Cash-flow als auch die gewinne entsprechend verwässert, andererseits kann WDC durch das frische Eigenkapital entweder seine Verschuldung senken und so Zinsen einsparen oder aber weitere Zukäufe tätigen. Die 300-Millionen-Einsparungen durch die HGST-Integration (pro Jahr wohlgemerkt!) wirkt sich also zusätzlich positiv auf die WDC-GuV aus.
Einschätzung
Aktionäre von Western Digital sollten weiterhin an Bord bleiben und diesem günstig bewerteten Unternehmen die Treue halten. Auch wenn Western Digital nicht gerade kleinen Herausforderungen aufgrund neuer Speichertechnologien gegenübersteht, hat man mit der Beteiligung der chinesischen Staatsfirma einen starken verbündeten im Hintergrund in einem Markt, der für alle Tech-Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Western Digital befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und mit einem 2016er KGV um 10 und einer Dividendenrendite um 3% sind Kurse knapp über 70 EUR für mich weiterhin Kaufkurse, auch wenn Gerüchte über einen möglichen Kauf von SanDisk, einen weltweit führenden Anbieter von Flash-Speichern mit einem Börsenwert von knapp 15 Mrd. USD, den Aktienkurs von Western Digital gegenwärtig belasten.
Um die Auswirkungen wirklich erfassen zu können, schauen wir mal auf die WDC-Bilanz per 30. Juni. Dort fanden sich 2,6 Mrd. USD an Verbindlichkeiten, denen 5,3 Mrd. USD an Cash gegenüberstanden. An Free Cash-flow generierte WDC in den letzten 12 Monaten 1,6 Mrd. USD und dieser wird für Aktienrückkäufe und Dividenden verwendet.
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| Western Digital (Quelle: comdirect.de) |
Einschätzung
Aktionäre von Western Digital sollten weiterhin an Bord bleiben und diesem günstig bewerteten Unternehmen die Treue halten. Auch wenn Western Digital nicht gerade kleinen Herausforderungen aufgrund neuer Speichertechnologien gegenübersteht, hat man mit der Beteiligung der chinesischen Staatsfirma einen starken verbündeten im Hintergrund in einem Markt, der für alle Tech-Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Western Digital befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und mit einem 2016er KGV um 10 und einer Dividendenrendite um 3% sind Kurse knapp über 70 EUR für mich weiterhin Kaufkurse, auch wenn Gerüchte über einen möglichen Kauf von SanDisk, einen weltweit führenden Anbieter von Flash-Speichern mit einem Börsenwert von knapp 15 Mrd. USD, den Aktienkurs von Western Digital gegenwärtig belasten.
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Donnerstag, 1. Oktober 2015
Western Digital startet mit neuem Großaktionär kräftig durch
Der Festplattenhersteller Western Digital Corp. leidet seit Monaten unter schwächelnden PC-Absätzen und der Angst der Börsenteilnehmer, dies würde auch den Absatz an klassischen Festplatten weiter senken. Der Kurs kennt daher eigentlich nur eine Richtung und fiel bis auf 60 EUR zurück.
Entsprechend positiv reagierten die Anleger daher auf die Meldung, Unisplendour Corporation Limited, eine Tochter des chinesischen Staatsunternehmens Tsinghua, habe einen 15-Prozent-Anteil an Western Digital erworben und zu diesem Zweck für rund 3,8 Milliarden Dollar neu ausgegebene Aktien gezeichnet. Der Stückpreis lag mit 92,50 USD etwa ein Drittel über dem vorherigen Schlusskurs und zeigt, welches Potential die Chinesen in dem Festplattengiganten sehen.
Western Digital teilt sich den globalen Festplattenmarkt mit Wettbewerber Seagate und beide zusammen kommen hier auf einen Marktanteil von rund 90 Prozent. Neue Speichermedien und verändertes Verbraucherverhalten setzen beide Unternehmen jedoch unter Druck, insbesondere die schnelleren Flash-Speicher, die vermehrt zur Anwendungen kommen. Auch in diesem Markt mischt Western Digital mit und kauft auch ab und zu Technologie und Firmen hinzu. Allerdings ist der Flash-Markt wesentlich fragmentierter und Western Digitals Anteil erheblich niedriger. Die Einführung von Windows 10 dürfte Analysten zufolge aber die weltweite Nachfrage nach Notebooks - und damit Festplatten - beleben, denn nach wie vor sind bei Festplatten die Kosten je GigaByte erheblich niedriger als bei Flash oder gar NAND-Technologie. Diesen Wandel kann Western Digital aus einer Position der Stärke heraus angehen, denn der enorme Cashflow sorgt für die nötigen Investitionsmittel und ist mehr als auskömmlich für Dividendenzahlungen und weitere Aktienrückkäufe.
Mit einem 2016er KGV von 10 und einer Dividendenrendite knapp unter 3% zählt Western Digital zu den günstigst bewerteten Tech-Unternehmen und findet sich dem entsprechend auf meiner Empfehlungsliste. Die Erhöhung der Aktienzahl um 15% verwässert zwar die Gewinne für die Altaktionäre, andererseits hat der neue Großaktionär auch ein stattliches Aufgeld von nahezu 30 Prozent für seine Aktien bezahlt und dieser Wertzuwachs kommt insbesondere den Altaktionären zugute.
Entsprechend positiv reagierten die Anleger daher auf die Meldung, Unisplendour Corporation Limited, eine Tochter des chinesischen Staatsunternehmens Tsinghua, habe einen 15-Prozent-Anteil an Western Digital erworben und zu diesem Zweck für rund 3,8 Milliarden Dollar neu ausgegebene Aktien gezeichnet. Der Stückpreis lag mit 92,50 USD etwa ein Drittel über dem vorherigen Schlusskurs und zeigt, welches Potential die Chinesen in dem Festplattengiganten sehen.
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| Western Digital (Quelle: comdirect.de) |
Mit einem 2016er KGV von 10 und einer Dividendenrendite knapp unter 3% zählt Western Digital zu den günstigst bewerteten Tech-Unternehmen und findet sich dem entsprechend auf meiner Empfehlungsliste. Die Erhöhung der Aktienzahl um 15% verwässert zwar die Gewinne für die Altaktionäre, andererseits hat der neue Großaktionär auch ein stattliches Aufgeld von nahezu 30 Prozent für seine Aktien bezahlt und dieser Wertzuwachs kommt insbesondere den Altaktionären zugute.
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Samstag, 12. September 2015
Investor-Update: Blackstone, KKR, Western Digital
Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.
Cash ist die Mutter des Investierens
Niemand weiß, was die Börse als nächstes tut, nur eines ist momentan recht sicher: die Schwankungsbreite ist enorm, also die Volatilität. Sie zeugt von einer stark erhöhten Nervosität an den Märkten und wenn man sich die Nachrichtenlage aktuell ansieht, kann es eigentlich nur nach unten gehen, uns zwar kräftig. Denn die konjunkturellen Wasserstandsmeldungen sind zurückhaltend bis schlecht, die Perspektiven trüben sich weltweit ein, in China scheint die Notenbank massive Stützungskäufe zu tätigen und die Zinswende der FED dürfte eher früher als später kommen. Und all das nehmen die Börsianer geleassen hin, die Kurse schwanken, aber sie brechen nicht ein. Noch nicht! Denn das wird kommen, ich bin fest davon überzeugt! Uns zwar in den nächsten Wochen. Nicht wegen der Börsenzeit, nicht weil Crash-Propheten gerade wieder einmal Hochkonjunktur haben, sondern weil die Berichtssaison ansteht und die sich seit Wochen und Monaten abzeichnenden Schwierigkeiten sich in die Unternehmensberichte fressen werden. Die zur Zeit noch gültigen Prognosen der Analysten dürften sich als etwas zu optimistisch herausstellen und daher werden die Unternehmen vielfach die Schätzungen nicht erreichen. Und das wird zu Kursstürzen der betreffenden Unternehmen führen und in Summe des Gesamtmarktes. Ich erwarte also eine Korrektur des Marktes, also ein nochmaliges deutliches Absinken, bevor dann die negativen Überraschungen (die eigentlich keine mehr sein sollten!) dann eingepreist sind und so die Basis für wieder steigende Aktienkurse bilden werden. Das ist meine Erwartungshaltung an "den Markt". Allerdings kaufe ich ja nicht "den Markt" sondern beteilige mich an einzelnen Unternehmen, die sich in diesem Marktumfeld beweisen müssen. Ich nutze "den Markt" lediglich, um zu hoch bewertete Aktien zu verkaufen oder um zu niedrig bzw. attraktiv bewertete Unternehmensanteile zu kaufen. Daher stelle ich meine Positionen auch nicht glatt, wie es Trader machen würden, sondern halte eine große Cash-Position, um die von mir erwarteten Kurseinbrüche für weitere Zukäufe zu nutzen. Allerdings wird meine Mindest-Cash-Position nicht 20 Milliarden Dollar betragen, wie die von Warren Buffett. Aber ich arbeite daran. ;-)
Trotz meiner negativen Erwartungshaltung für die nächsten Wochen gibt es auch heute schon Unternehmen, die ich für so attraktiv bewertet halte, dass ich mir einige ihrer Aktien ins Depot gelegt habe.
= Blackstone Group L.P.
Nein, bei Blackstone habe ich nicht weiter zugekauft, aber ich bin weiterhin sehr positiv gestimmt und denke, wir Aktionäre werden weiterhin sehr viel Freude an diesem Top-Investment haben. Allerdings kommt auf deutsche Anleger wieder eine Sondersituation zu, die ich in ihren konkreten Auswirkungen leider nicht wirklich einschätzen kann. Denn Blackstone wird den bereits Ende 2014 angekündigten Spin-Off seines Beratungsgeschäfts durchziehen. Hier gab es immer wieder mal Kritik, dass es Interessenskonflikte dieser Sparte mit dem Kerngeschäft von Blackstone geben könnte und daher wird die Sparte mit Paul Taubman's PJT Capital zusammengelegt und unter PJT Partners ab 1. Oktober an der Börse notiert werden. Blackstone-Aktionäre erhalten für je 40 Blackstone-Aktien in ihrem Depot (Stichtag US-Börsenschluss am 22. September) eine PJT-Aktie und werden somit rund 65% an der neuen Firma halten. Analysten begrüßen diesen Schritt ausdrücklich und gehen davon aus, dass sich beide Bereiche fortan noch besser entwickeln werden - insbesondere für Blackstone ist es von Vorteil, weil man einerseits den Kritikern entgegen kommt und andererseits eine weniger profitable Einheit veräußert.
Die Krux - für deutsche Anleger - liegt nun wiederum im deutschen Fiskus, der sich ja zumeist skurril verhält bzgl. solcher Spin-Offs. Denn er behandelt diese neuen Aktien wie eine Dividendenausschüttung und daher bekommt man einerseits die neuen Aktien ins Depot eingebucht, andererseits muss man diese aber wie eine Ausschüttung versteuern. Der Kurs der "alten", abgebenden Aktien verringert sich natürlich entsprechend und daher "spart" man hier bei einer Veräußerung den entsprechenden Kursgewinn (den der Aktienkurs der neuen Aktien ausmacht). Irrwitzige, konfuse, dumm-dämliche Regelung des deutschen Fiskus, aber was soll ich mich darüber aufregen? Zumal bisher noch nicht klar ist, wie der Fiskus damit umgeht...
Unter dem Strich werde ich also einige PJT Partners-Aktien ins Depot bekommen und werde mir dann überlegen, was ich mit ihnen anstelle. Ganz überwiegend entwickeln sich Spin-Offs recht positiv nach der Abspaltung. Für etwas Ungewissheit sorgt dieser Spin-Off allerdings schon, aber das ist für mich kein Grund, meine Position in Blackstone zu überdenken. Im Gegenteil, die jüngsten Nachrichten aus dem Unternehmen sind ganz hervorragend und die Aktie bleibt mein Top-Pick!
+ KKR & Co. L.P.
KKR war beim Flash-Crash am 24.08. massiv abgetaucht, wie viele US-Werte, und anders als die meisten notiert man inzwischen wieder in diesem Bereich der damaligen Tiefstkurse. Und das, obwohl damals der US-Dollar auf 1,17 EUR hochschoss, während er jetzt bei 1,13 notiert. KKR ist auch im Öl- und Gasbereich engagiert und hier gab es zuletzt negative Nachrichten über eine Pleite einer Beteiligung. Das ist zwar keine schöne Nachricht, aber die "Chapter 11"-Regelung, also der US-Gläubigerschutz für Unternehmen, wirkt ja zunächst gegen die Gläubiger. Und KKR ist ist Anteilseigner. Man hat zwar vor vielen Jahren etliche Milliarden US-Dollar in die Hand genommen, und die betreffende Firma zu schlucken, aber in bewährter PE-Manier diese dann dem Unternehmen selbst aufgebürdet und so seinen ursprünglichen Einstand bzw. sein Risiko erheblich reduziert. Und in der Zwischenzeit fette Zinsen kassiert. Gut möglich, dass KKR am Ende hier doch noch mit Gewinn aus der Nummer raus kommt.
Und dann ist da noch das First Data IPO, das je nach Bösenlage noch in diesem Monat erfolgen könnte und mit rund 2,5 Mrd. USD das größte IPO des Jahres wäre, wenn man Bloomberg Glauben schenkt.
Insgesamt hat KKR eine Reihe von lukrativen Deals sowohl auf der Kauf- als auch der Verkaufsseite getätigt bzw. in Arbeit und daher halte ich die Aktie für knapp 16 EUR für ein echtes Schnäppchen für Anleger mit langfristiger Perspektive. Die stärksten Abschreibungen auf die US-Öl- und Gasengagements hat man bereits Ende 2014 vorgenommen, daher sollte von dieser Seite her nicht mehr so viel nachkommen. Sofern der Ölpreis (WTI) nicht auf unter 30 Dollar abrutscht. Ich bin gespannt auf die nächste Dividendenankündigung, die lag im Vorjahr bei 0,45 USD und dürfte vermutlich diesmal nicht ganz erreicht werden. Aber eine hohe einstellige Dividendenrendite dürfte es auf Jahressicht unterm Strich schon werden - die durchschnittlichen Kursziele der Analysten liegen dem entsprechend auch bei rund 27 USD (rund 24 EUR), also ein Drittel über dem aktuellen Börsenkurs; sie weisen also auf ein Kurspotenzial von 50% hin.
Ich erwarte jetzt keinen schnellen Anstieg auf die Jahreshöchstkurse, aber die attraktive Bewertung haben mich dazu veranlasst, meine Position um einige Stücke aufzustocken.
+ Western Digital
Ganz neu dabei ist Western Digital, Weltmarktführer bei Festplatten. Richtig gelesen, die gute alte (verstaubte) Festplatte, die früher jeder PC und jedes Notebook an Bord hatte. Der Kurs von WDC ist massiv abgetaucht, denn die immer schleppender verlaufenden PC-Verkäufe nährten zunehmende Befürchtungen, das Hauptgeschäft von WDC würde einfach wegbrechen. Das ist nicht ganz unbegründet, denn WDC und Seagate teilen sich 90 Prozent des Festplattenmarktes - bei den neuen und zunehmend beliebteren Flash-Speichern hingegen gibt es keinen derartigen Platzhirschen und die beiden "Großen" müssen sich mit vielen kleinen und neuen Konkurrenten um den Markt streiten. Warum also auf die Dinosaurier setzen? Tja, weil es sich lohnt! WDC ist niedrig bewertet und Weltmarktführer. Der Absatz von PCs wird wieder anziehen, Tabletts haben ihren Zenit überschritten, Windows 10 wird hier den Absatz von PCs und Notebooks massiv vorantreiben. Und Festplatten verbrauchen zwar mehr Strom und sind langsamer als Flash-Speicher, aber eben auch noch erheblich günstiger. Daher profitiert WDC vom anziehenden PC-Absatz und zwar am stärksten.
Des Weiteren ist WDC ja nicht untätig und der enorme Cashflow, den man mit den HDs erzielt, wird nicht nur für Dividenden und Aktienrückkäufe genutzt, sondern man verstärkt sich gezielt im Flash-Bereich und kauft die innovativsten Unternehmen einfach auf. Und bietet seinem riesigen Kundenstamm neben HDs nun auch Flash-Drives an - den über Jahrzehnte gewachsenen Kundenstamm haben die "jungen" Konkurrenten nicht. Ein enormes Pfund, mit dem WDC wuchern kann. Und Big Data, das Internet der Dinge, die Cloud... all diese neuen Technologien, auf die immer mehr IT-Unternehmen setzen, verbrauchen Unmengen an Speicherkapazitäten. Denn wenn die Daten nicht mehr bei mir auf der Festplatte im Mac-Book liegen, sondern bei XY-Data-Systems, muss ja dort Speicherkapazität vorhanden sein. Und anders als bei mir eben auch zwei- oder dreifach, denn das Thema Datensicherheit und Schutz vor Datenverlust ist bei der Cloud ja ein elementares Anliegen! Nicht nur die Datenleitungen müssen sicher sein, die Übertragungswege, sondern auch das Ziel. Und hier ist und bleibt WDC der Platzhirsch und rüstet die Speicherzentren mit seinen HDs aus. Dort geht es nicht nur um Schnelligkeit, sondern vor allem um die Kosten!
WDC ist hier im Wandel, hat aber den Vorteil, dass es die Kundenbeziehungen bereits hat und die finanziellen Rücklagen bzw. den hohen Cashflow, um es mit der Konkurrenz aus einer Position der Stärke heraus aufnehmen zu können. Kurse um 70 EUR sehe ich als attraktive Bewertung an für ein langfristiges Investment.
.: Cashquote
Meine Cashquote liegt trotz der beiden Zukäufe weiter deutlich über 20 Prozent und ich erwarte die nächsten Kaufgelegenheiten in den nächsten Wochen.
Cash ist die Mutter des Investierens
Niemand weiß, was die Börse als nächstes tut, nur eines ist momentan recht sicher: die Schwankungsbreite ist enorm, also die Volatilität. Sie zeugt von einer stark erhöhten Nervosität an den Märkten und wenn man sich die Nachrichtenlage aktuell ansieht, kann es eigentlich nur nach unten gehen, uns zwar kräftig. Denn die konjunkturellen Wasserstandsmeldungen sind zurückhaltend bis schlecht, die Perspektiven trüben sich weltweit ein, in China scheint die Notenbank massive Stützungskäufe zu tätigen und die Zinswende der FED dürfte eher früher als später kommen. Und all das nehmen die Börsianer geleassen hin, die Kurse schwanken, aber sie brechen nicht ein. Noch nicht! Denn das wird kommen, ich bin fest davon überzeugt! Uns zwar in den nächsten Wochen. Nicht wegen der Börsenzeit, nicht weil Crash-Propheten gerade wieder einmal Hochkonjunktur haben, sondern weil die Berichtssaison ansteht und die sich seit Wochen und Monaten abzeichnenden Schwierigkeiten sich in die Unternehmensberichte fressen werden. Die zur Zeit noch gültigen Prognosen der Analysten dürften sich als etwas zu optimistisch herausstellen und daher werden die Unternehmen vielfach die Schätzungen nicht erreichen. Und das wird zu Kursstürzen der betreffenden Unternehmen führen und in Summe des Gesamtmarktes. Ich erwarte also eine Korrektur des Marktes, also ein nochmaliges deutliches Absinken, bevor dann die negativen Überraschungen (die eigentlich keine mehr sein sollten!) dann eingepreist sind und so die Basis für wieder steigende Aktienkurse bilden werden. Das ist meine Erwartungshaltung an "den Markt". Allerdings kaufe ich ja nicht "den Markt" sondern beteilige mich an einzelnen Unternehmen, die sich in diesem Marktumfeld beweisen müssen. Ich nutze "den Markt" lediglich, um zu hoch bewertete Aktien zu verkaufen oder um zu niedrig bzw. attraktiv bewertete Unternehmensanteile zu kaufen. Daher stelle ich meine Positionen auch nicht glatt, wie es Trader machen würden, sondern halte eine große Cash-Position, um die von mir erwarteten Kurseinbrüche für weitere Zukäufe zu nutzen. Allerdings wird meine Mindest-Cash-Position nicht 20 Milliarden Dollar betragen, wie die von Warren Buffett. Aber ich arbeite daran. ;-)
Trotz meiner negativen Erwartungshaltung für die nächsten Wochen gibt es auch heute schon Unternehmen, die ich für so attraktiv bewertet halte, dass ich mir einige ihrer Aktien ins Depot gelegt habe.
= Blackstone Group L.P.
Nein, bei Blackstone habe ich nicht weiter zugekauft, aber ich bin weiterhin sehr positiv gestimmt und denke, wir Aktionäre werden weiterhin sehr viel Freude an diesem Top-Investment haben. Allerdings kommt auf deutsche Anleger wieder eine Sondersituation zu, die ich in ihren konkreten Auswirkungen leider nicht wirklich einschätzen kann. Denn Blackstone wird den bereits Ende 2014 angekündigten Spin-Off seines Beratungsgeschäfts durchziehen. Hier gab es immer wieder mal Kritik, dass es Interessenskonflikte dieser Sparte mit dem Kerngeschäft von Blackstone geben könnte und daher wird die Sparte mit Paul Taubman's PJT Capital zusammengelegt und unter PJT Partners ab 1. Oktober an der Börse notiert werden. Blackstone-Aktionäre erhalten für je 40 Blackstone-Aktien in ihrem Depot (Stichtag US-Börsenschluss am 22. September) eine PJT-Aktie und werden somit rund 65% an der neuen Firma halten. Analysten begrüßen diesen Schritt ausdrücklich und gehen davon aus, dass sich beide Bereiche fortan noch besser entwickeln werden - insbesondere für Blackstone ist es von Vorteil, weil man einerseits den Kritikern entgegen kommt und andererseits eine weniger profitable Einheit veräußert.
Die Krux - für deutsche Anleger - liegt nun wiederum im deutschen Fiskus, der sich ja zumeist skurril verhält bzgl. solcher Spin-Offs. Denn er behandelt diese neuen Aktien wie eine Dividendenausschüttung und daher bekommt man einerseits die neuen Aktien ins Depot eingebucht, andererseits muss man diese aber wie eine Ausschüttung versteuern. Der Kurs der "alten", abgebenden Aktien verringert sich natürlich entsprechend und daher "spart" man hier bei einer Veräußerung den entsprechenden Kursgewinn (den der Aktienkurs der neuen Aktien ausmacht). Irrwitzige, konfuse, dumm-dämliche Regelung des deutschen Fiskus, aber was soll ich mich darüber aufregen? Zumal bisher noch nicht klar ist, wie der Fiskus damit umgeht...
Unter dem Strich werde ich also einige PJT Partners-Aktien ins Depot bekommen und werde mir dann überlegen, was ich mit ihnen anstelle. Ganz überwiegend entwickeln sich Spin-Offs recht positiv nach der Abspaltung. Für etwas Ungewissheit sorgt dieser Spin-Off allerdings schon, aber das ist für mich kein Grund, meine Position in Blackstone zu überdenken. Im Gegenteil, die jüngsten Nachrichten aus dem Unternehmen sind ganz hervorragend und die Aktie bleibt mein Top-Pick!
+ KKR & Co. L.P.
KKR war beim Flash-Crash am 24.08. massiv abgetaucht, wie viele US-Werte, und anders als die meisten notiert man inzwischen wieder in diesem Bereich der damaligen Tiefstkurse. Und das, obwohl damals der US-Dollar auf 1,17 EUR hochschoss, während er jetzt bei 1,13 notiert. KKR ist auch im Öl- und Gasbereich engagiert und hier gab es zuletzt negative Nachrichten über eine Pleite einer Beteiligung. Das ist zwar keine schöne Nachricht, aber die "Chapter 11"-Regelung, also der US-Gläubigerschutz für Unternehmen, wirkt ja zunächst gegen die Gläubiger. Und KKR ist ist Anteilseigner. Man hat zwar vor vielen Jahren etliche Milliarden US-Dollar in die Hand genommen, und die betreffende Firma zu schlucken, aber in bewährter PE-Manier diese dann dem Unternehmen selbst aufgebürdet und so seinen ursprünglichen Einstand bzw. sein Risiko erheblich reduziert. Und in der Zwischenzeit fette Zinsen kassiert. Gut möglich, dass KKR am Ende hier doch noch mit Gewinn aus der Nummer raus kommt.
Und dann ist da noch das First Data IPO, das je nach Bösenlage noch in diesem Monat erfolgen könnte und mit rund 2,5 Mrd. USD das größte IPO des Jahres wäre, wenn man Bloomberg Glauben schenkt.
Insgesamt hat KKR eine Reihe von lukrativen Deals sowohl auf der Kauf- als auch der Verkaufsseite getätigt bzw. in Arbeit und daher halte ich die Aktie für knapp 16 EUR für ein echtes Schnäppchen für Anleger mit langfristiger Perspektive. Die stärksten Abschreibungen auf die US-Öl- und Gasengagements hat man bereits Ende 2014 vorgenommen, daher sollte von dieser Seite her nicht mehr so viel nachkommen. Sofern der Ölpreis (WTI) nicht auf unter 30 Dollar abrutscht. Ich bin gespannt auf die nächste Dividendenankündigung, die lag im Vorjahr bei 0,45 USD und dürfte vermutlich diesmal nicht ganz erreicht werden. Aber eine hohe einstellige Dividendenrendite dürfte es auf Jahressicht unterm Strich schon werden - die durchschnittlichen Kursziele der Analysten liegen dem entsprechend auch bei rund 27 USD (rund 24 EUR), also ein Drittel über dem aktuellen Börsenkurs; sie weisen also auf ein Kurspotenzial von 50% hin.
Ich erwarte jetzt keinen schnellen Anstieg auf die Jahreshöchstkurse, aber die attraktive Bewertung haben mich dazu veranlasst, meine Position um einige Stücke aufzustocken.
+ Western Digital
Ganz neu dabei ist Western Digital, Weltmarktführer bei Festplatten. Richtig gelesen, die gute alte (verstaubte) Festplatte, die früher jeder PC und jedes Notebook an Bord hatte. Der Kurs von WDC ist massiv abgetaucht, denn die immer schleppender verlaufenden PC-Verkäufe nährten zunehmende Befürchtungen, das Hauptgeschäft von WDC würde einfach wegbrechen. Das ist nicht ganz unbegründet, denn WDC und Seagate teilen sich 90 Prozent des Festplattenmarktes - bei den neuen und zunehmend beliebteren Flash-Speichern hingegen gibt es keinen derartigen Platzhirschen und die beiden "Großen" müssen sich mit vielen kleinen und neuen Konkurrenten um den Markt streiten. Warum also auf die Dinosaurier setzen? Tja, weil es sich lohnt! WDC ist niedrig bewertet und Weltmarktführer. Der Absatz von PCs wird wieder anziehen, Tabletts haben ihren Zenit überschritten, Windows 10 wird hier den Absatz von PCs und Notebooks massiv vorantreiben. Und Festplatten verbrauchen zwar mehr Strom und sind langsamer als Flash-Speicher, aber eben auch noch erheblich günstiger. Daher profitiert WDC vom anziehenden PC-Absatz und zwar am stärksten.
Des Weiteren ist WDC ja nicht untätig und der enorme Cashflow, den man mit den HDs erzielt, wird nicht nur für Dividenden und Aktienrückkäufe genutzt, sondern man verstärkt sich gezielt im Flash-Bereich und kauft die innovativsten Unternehmen einfach auf. Und bietet seinem riesigen Kundenstamm neben HDs nun auch Flash-Drives an - den über Jahrzehnte gewachsenen Kundenstamm haben die "jungen" Konkurrenten nicht. Ein enormes Pfund, mit dem WDC wuchern kann. Und Big Data, das Internet der Dinge, die Cloud... all diese neuen Technologien, auf die immer mehr IT-Unternehmen setzen, verbrauchen Unmengen an Speicherkapazitäten. Denn wenn die Daten nicht mehr bei mir auf der Festplatte im Mac-Book liegen, sondern bei XY-Data-Systems, muss ja dort Speicherkapazität vorhanden sein. Und anders als bei mir eben auch zwei- oder dreifach, denn das Thema Datensicherheit und Schutz vor Datenverlust ist bei der Cloud ja ein elementares Anliegen! Nicht nur die Datenleitungen müssen sicher sein, die Übertragungswege, sondern auch das Ziel. Und hier ist und bleibt WDC der Platzhirsch und rüstet die Speicherzentren mit seinen HDs aus. Dort geht es nicht nur um Schnelligkeit, sondern vor allem um die Kosten!
WDC ist hier im Wandel, hat aber den Vorteil, dass es die Kundenbeziehungen bereits hat und die finanziellen Rücklagen bzw. den hohen Cashflow, um es mit der Konkurrenz aus einer Position der Stärke heraus aufnehmen zu können. Kurse um 70 EUR sehe ich als attraktive Bewertung an für ein langfristiges Investment.
.: Cashquote
Meine Cashquote liegt trotz der beiden Zukäufe weiter deutlich über 20 Prozent und ich erwarte die nächsten Kaufgelegenheiten in den nächsten Wochen.
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