Posts mit dem Label IBM werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label IBM werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 4. April 2026

Kissigs Börsengeschichte(n): Am 04.04.1975 gründeten Bill Gates und Paul Allen Microsoft und entwickelten das Garagen-Startup zum wertvollsten Unternehmen der Welt

Am 04.04.1975 gründeten Bill Gates und Paul Allen in Albuquerque, New Mexico, ein Unternehmen, das zunächst unscheinbar wirkte: Microsoft. Der Name war eine Kombination aus "Microcomputer" und "Software" – und spiegelte bereits die Vision wider, Software zum zentralen Baustein der aufkommenden Computerrevolution zu machen.

Was folgte, ist eine der prägendsten Erfolgsgeschichten der Technologiegeschichte: ein Aufstieg von einem kleinen Softwareanbieter zum global dominierenden Konzern, geprägt von strategischen Allianzen, erbitterten Rivalitäten, juristischen Auseinandersetzungen, Fehlentscheidungen und schließlich einer bemerkenswerten Neuerfindung...

Montag, 22. Juli 2024

Gastartikel von Emil Jusifov zu IBM: Ein Riese ist aufgewacht

Heute präsentiere ich euch wieder einen interessanten Gastartikel. Dieses Mal kommt Emil Jusifov zum Zug, der auf seinem Blog 'Cashflow-Profi' immer wieder interessante Artikel rund um das Investieren und aussichtsreiche Unternehmen veröffentlicht.

Daneben ist Emil alle paar Wochen montagsabends mit einem Börsenspace bei X/Twitter am Start im Team mit Max Rahn, Lars, Leo Nelissen - und seit einigen Wochen auch mit mir.

Emil hat sich IBM vorgenommen, die ich nach Warren Buffetts Einstieg 2011 auch hier im Blog öfter mal in der Mache hatte. Zeitgleich hatte ich mir aber auch Microsoft angesehen als 'verkanntes Value-Investment' und mich letztlich für den Windows-Konzern entschieden. Das war die richtige Entscheidung - bisher. Aber 'Big Blue' IBM hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt und von seinem ehemaligen Kerngeschäft getrennt. Der neue Fokus könnte dem Unternehmen - und damit auch der Aktie - neues Leben einhauchen. Und genau mit diesen Aussichten hat sich Emil beschäftigt. Zeit für einen Favoritenwechsel?

Sonntag, 14. April 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 15. Börsenwoche im Rückspiegel mit Amazon, Blue Cap, DIC Asset, Jumia, Microsoft, Rocket Internet

Unterm Strich notieren die großen Indizes der Welt unverändert nach der vergangenen Woche. Zur Wochenmitte waren DAX und Dow Jones zwar deutlich unter Druck, ebenso der MDAX, doch das hat sich am Freitag wieder gegeben. Lediglich der technologielastige NASDAQ zeichnet ein etwas anderes Bild: er hat in der letzten Woche gut 1% zugelegt und ist eigentlich die ganze Woche über moderat angestiegen. Hiermit zeichnet sich die jetzt schon seit einigen Jahren auffällige Entwicklung weiter fort, dass die US-Technologiewerte zulegen und alle Indizes mitreißen. Beim NASDAQ ist das sehr ausgeprägt, da diese viele der großen Technologiewerte beinhaltet, aber auch S&P 500, DOW oder der MSCI World würden ohne die Kursstärke der US-Techgiganten ein ziemlich düsteres Bild zeichnen.

Und genau das ist der Punkt: Skeptiker orientieren sich gerne an den vermeintlichen Höchstständen der Indizes, dabei ist der breite Markt gar nicht großartig angestiegen in den letzten zwei Jahren. So notierte der breite Russel 2000 Ende Dezember 2018 mit knapp 1.337 Punkten leicht unterhalb seines Wertes vom 30. Dezember 2016, als er bei 1.357 Punkten lag. Zwei Jahre ohne Zugewinn. Natürlich auch dank des allgemeinen Börseneinbruchs Ende 2018; Ende August 2018 hatte der Russel 2000 einen Höchststand von rund 1.740 Punkten markiert. Und damit notiert er aktuell, trotz des fulminanten Jahresauftakts, noch gut 10 Prozent unter seinen alten Hochs.

Es ziehen also die großen Technologiewerte und das nicht ohne Grund. Denn sie legen weiterhin Wachstumsraten im prozentual zweistelligen Bereich vor und kaufen mit ihren enormen Cashflows weiterhin massiv eigene Aktien zurück, so dass ihr Ergebnis je Aktie überproportional profitiert. Ohne dass sie dabei auf Investitionen in Forschung & Entwicklung verzichten würden oder auf Firmenzukäufe. In anderen Bereichen der Wirtschaft läuft es allerdings nicht (mehr) ganz so rund...

Freitag, 12. April 2019

Portfoliocheck: Buffetts neue Lust auf Technologiewerte - oder was läuft da mit Red Hat?

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 31. Portfoliocheck blicke ich Warren Buffett über die Schulter, einem Investor der Superlative. Seine Performance ist atemberaubend; er legte über mehr als 50 Jahre hinweg eine Rendite von knapp 20% pro Jahr hin.

Im vierten Quartal hat die Beteiligungsholding Berkshire Hathaway des "Orakels von Omaha“, wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch verehrend genannt wird, nur wenige Aktienpositionen verändert, aber dafür durchaus Interessantes offenbart. Neben einer irritierenden Reduzierung bei Apple flogen die Aktien von Oracle nach kurzem Gastspiel wieder aus dem Depot. Dafür tauchte urplötzlich ein anderer Technologiewert in Buffetts Portfolio auf: der Open-Source-Anbieter Red Hat. Keine Sorge, Buffett glaubt jetzt nicht ernsthaft, etwas von Software oder Netzinfrastruktur zu verstehen, sondern sein Kauf hat andere Gründe. Und der hat auch wieder mit IBM zu tun, (s)einer einstigen ersten großen Technologie-Liebe...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Apple und Berkshire Hathaway befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 15. November 2017

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 3. Quartal 2017?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha", musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 3. Quartal 2017
Im abgelaufenen Quartal gab es nur wenige, aber dafür bemerkenswerte Veränderungen an Buffetts Positionen.

Mittwoch, 16. August 2017

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 2. Quartal 2017?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha", musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 2. Quartal 2017
Auch im abgelaufenen Quartal gab es einige bemerkenswerte Veränderungen an Buffetts Positionen.

Käufe
Überraschen kam Buffetts 10-prozentiger Einstieg Immobilien-REIT (Real Investment Trust) Store Cap Corp., die sich auf Handelsimmobilien mit mittelgroßen Mietern konzentrieren. Die Sorge, ob die Händler dem zunehmenden Druck seitens des Online-Handels gewachsen sein werden und dem entsprechend die Immobilien ihren (Miet-) Wert erhalten können, hatte den Aktienkurs unter Druck gebracht. Der vergleichsweise günstige Einstiegskurs bei einer attraktiven Dividendenrendite und mittel- bis langfristig stabilen Aussichten, dürften für Buffett der Grund für den Kauf gewesen sein.

Die zweite völlig neue Position ist die von Synchrony Financial, der ehemaligen Finanzsparte von General Electric. Die zunehmende Verschuldungskrise privater Haushalte in den USA hat den Kurs taumeln lassen und auch hier stieg Buffett gegen den Trend ein. Er liebt Kreditkartenfirmen und hält ja auch große Pakete an American Express, Mastercard und VISA.

Samstag, 6. Mai 2017

27 Prozent Gewinnrückgang: War Buffett wirklich so schlecht? Und was läuft da mit IBM?

Es ist die Zeit der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway, dem Investmentvehikel von Börsenlegende Warren Buffett. Zu Zigtausenden pilgern die Aktionäre ins "Woodstock der Kapitalisten", um das 86-jährige "Orakel von Omaha" live zu erleben. Mit etwa 20% durchschnittlicher Jahresrendite in den letzten 52 Jahren hat es Buffett mit seinem Value Investing Stil immerhin zum drittreichsten Menschen der Welt gebracht. Und gerade noch rechtzeitig zum großen Ereignis veröffentlichte Berkshire Hathaway seine Zahlen zum ersten Quartal 2017 - und muss einen Gewinnrückgang um 27% gegenüber dem Vorjahresquartal vermelden. Hat Warren Buffett trotz der Rallye an den Börsen sein Gespür verloren, wie einige Kommentatoren meinen?

Verglichen mit dem Vorjahreswert fiel der Überschuss der ersten drei Monate um 27% auf gut 4 Mrd. Dollar und der operative Gewinn sank um 5% auf 3,56 Mrd. Dollar. Der massive Gewinnrückgang ist Fakt, doch ein genauerer Blick auf die Zahlen lohnt dennoch. Denn im ersten Quartal des Vorjahres gab es starke Sonderfaktoren, genauer gesagt aufgrund der Übernahme von Precision Castparts für 37 Mrd. Dollar und vor allem von Duracell als Tausch gegen den Anteil an Procter & Gamble fielen hohe Einmalgewinne an. Will man Buffetts Erfolg anhand der Gewinne beurteilen, muss man diese Effekte fairer Weise herausrechnen.

Donnerstag, 2. Februar 2017

IBM: Deshalb stimmt Buffett nicht in den Big Blues ein

Warren Buffett lässt die Finger von Technologiewerten, denn er investiert ausschließlich in seinem Kompetenzbereich. Und Technologie gehört nicht dazu. Obwohl er seit Jahrzehnten mit Microsoft-Gründer Bill Gates eng befreundet ist, hat er niemals Aktien von Microsoft besessen. Nicht, weil er Bill Gates nicht vertraute, sondern weil er nicht abschätzen konnte, wie Windows und Office die Welt verändern und wie erfolgreich sie auf lange Sicht sein würden.

Doch im Jahr 2011 schien sich die Welt des Value Investings auf einmal anders zu drehen, denn Warren Buffett stieg mit einer Milliardensumme bei International Business Machines ein, einem Dow Jones-Unternehmen, das früher einmal der größte Computerhersteller der Welt war.

Seit Buffetts Einstieg dem haben auch viele seiner Anhänger IBM in ihre Depots genommen und sie alle haben bisher kaum Freude an ihrem Investment gehabt. Denn „Big Blue“ hat gleich mehrere negative Rekorde aufgestellt: 2013 und 2014 war IBM der Wert im 30 Aktien umfassenden Dow Jones Index, der die schlechteste Jahresperformance aufwies und 2015 lag man ebenfalls fast ganz am Ende. Und das während einer der stärksten Haussen, die die Aktienmärkte je gesehen haben. Darüber hinaus hat IBM es geschafft, nun schon 16 Quartale in Folge Umsatzrückgänge verzeichnen zu müssen und für die jetzt anstehenden Quartalszahlen sollte man nicht wirklich auf Besserung hoffen. Hinzu kommen schmerzhafte Gewinnrückgänge, die IBM-Chefin Ginny Rommetty hatte ankündigen müssen. Alles in allem also wenig Argumente für ein Investment in Aktien von „Big Blue“.

Dienstag, 17. Mai 2016

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 1. Quartal 2016?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha",musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 1. Quartal 2016
Auch im ersten Quartal gab es einige Veränderungen an Buffetts Positionen, dessen börsennotierte Aktienpositionen von $131,86 Mrd. auf $128,57 Mrd. sanken. Allerdings ist hierfür nicht nur die allgemeine Börsenverfassung verantwortlich, sondern auch Einmaleffekte. Denn seine bisherige siebtgrößte Position Procter & Gamble, die Ende 2015 noch $4,2 Mrd. ausgemacht hatte, sucht man nun vergebens in Buffetts Portfolio. Was "einfach" daran liegt, dass im ersten Quartal nun endlich der lang erwartete Tausch seiner P&G-Aktien in Duracell erfolgt ist - und Berkshire Hathaway einen hohen Einmalertrag brachte. Andererseits ist Duracell nicht börsennotiert, so dass der Wert dieser Beteiligung nicht (mehr) in der Übersicht auftaucht.

Eine weitere Neuerung ist, dass Wells Fargo nicht mehr die Nummer 1 in Buffetts Depot ist - sie wurde von der vormals zweitgrößten Beteiligung The Kraft Heinz Co. überholt, die erst seit dem dritten Quartal 2015 "an Bord" ist, als Buffetts nicht (mehr) börsennotierte Heinz Ketchup den Nahrungsmittelgiganten Kraft Foods übernahm und beide als Gemeinschaftsunternehmen nun wieder an der Börse notieren. Käufe oder Verkäufe hat Buffett bei beiden Unternehmen nicht getätigt, der Tausch des Spitzenplatzes liegt alleine an der sehr unterschiedlichen Kursentwicklung der beiden Aktien.

Dienstag, 3. Mai 2016

Zahlen & Mehr: Berkshire Hathaway, Hypoport, Softing

:: Berkshire Hathaway
Warren Buffets Investmentholding veranstaltet nicht nur die größte Hauptversammlung der Welt, wo in diesem Jahr wieder 40.000 "Pilger" das "Orakel von Omaha" live erleben wollten, sondern man präsentierte auch Zahlen für das erste Quartal 2016. Hier stieg der Quartalsgewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8% auf $5,6 Mrd., und das obwohl Berkshire Hathaways Beteiligungen im Energiebereich, in der Versicherungssparte und auch im Eisenbahnsektor unter Druck stehen. So sank das operative Ergebnis dem entsprechend auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12% auf $3,73 Mrd.

Ob bei American Express, Coca-Cola, Deere, Dow Chemical, IBM, Phillips 66, Walmart, überall "brennt" es in Buffets Imperium. Doch der Value Investor lässt sich nicht beirren und kauft hier munter zu, ist er doch überzeugt davon, dass "Corporate America" weiter gut funktionieren und trotz allem konjunkturellen Ungemachs auch über die nächsten Generationen hinweg überdurchschnittliche Renditen abwerfen wird.

Dass Buffett nicht nur an gut gemanagten Beteiligungen verdient, sondern auch selbst ein echtes Asset Berkshire Hathaways ist und bleibt, zeigt der Duracell-Deal, den er mit Procter & Gamble eingefädelt hat. Seine große P&G-Beteiligung stammt aus deren Übernahme von Gilette, wo Buffett frühzeitig eingestiegen war und viel Geld an den Einwegrasierern verdient hat. Da P&G sich von Randbereichen trennt, und im Zuge dessen auch die Batteriesparte Duracell abgeben wollte, fädelte Buffett einen "genialen Deal" ein: er übernimmt Duracell, das P&G mit einer Milliardensumme noch aufpeppte und gibt P&G dafür im Gegenzug alle seine gehaltenen P&G-Aktien als Kaufpreis. Durch dieses Manöver muss Buffett auf die beträchtlichen Kursgewinne seiner P&G-Aktien keine Steuern zahlen - was sich nun im ersten Quartal gewinnsteigernd in dem Zahlenwerk niedergeschlagen hat. Das soll Buffetts Leistung nicht schmälern, im Gegenteil. Man kann sich auch hier nur verneigen vor seinem Riecher für die richtige Idee zur richtigen Zeit. (>>> zur Meldung)

:: Hypoport
Der Finanzdienstleister Hypoprt konnte sein starkes Wachstum aus dem Vorjahr auch im ersten Quartal 2016 fortsetzen. Der Umsatz legte um 7% zu auf €35,7 Mio. und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte um 42% auf €5,4 Mio, so dass das Ergebnis je Aktie von €0,50 auf €0,70 Cent je Aktie kletterte.

Diese Zahlen sind umso beeindruckender, als dass die neu eingeführte Wohnimmobilienkreditrichtline (WIKR) noch immer enorme Ressourcen bei Hypoport, Banken und Partnern gebunden und das Neugeschäft belastet hatte. Die WIKR hat den unschönen Begleiteffekt, dass deutlich weniger Kredite für Wohnimmobilien vergeben werden als bisher, da die Haftung der Banken für notleidende Kredite erheblich ausgeweitet wird. In dem Geschäftsbereich Finanzdienstleister betreibt Hypoport Marktplätze für Unternehmen aus der Finanzbranche. Dazu zählen der internetbasierte Finanzmarktplatz Europace, nach Angaben des Unternehmens "die größte deutsche Plattform für Immobilienfinanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkrediten", der Marktplatz "Genopace" für den genossenschaftlichen Bankenbereich und "Finmas" für den Sparkassensektor.

Viel erfreulicher lief es im Sektor Privatkunden, wo man den Fokus auf Produktanbieter legte, die durch die WIKR nicht ausgebremst wurden, und somit das EBIT von €1,2 Mio. auf € 2,5 Mio. mehr als verdoppelt werden konnte. Für das Gesamtjahr rechnet das SDAX-Unternehmen mit einem prozentual leicht zweistelligen Umsatz-Ergebniswachstum. (>>> zur Meldung)

:: Softing
Das Unternehmen teilte Zahlen zum ersten Geschäftsquartal mit und die waren eher verhalten. Insbesondere in den USA verspürte man eine rückläufige Produktnachfrage, was dann auch Folgeauswirkungen auf die eigene Tochter in Singapur hatte, die hier Auftragsfertigungen übernimmt. Der Umsatz stieg im ersten Quartal zwar auf €17,9 Mio. (Vj. €17,3 Mio.), jedoch fiel das operative EBIT mit €0,8 Mio. (Vj. €1,4 Mio.) deutlich unter die Vorjahreswerte. Dies ist vor allem der Verlagerungen hin zu weniger margenstarkem Geschäft geschuldet, wodurch sich auch das operative EPS auf €0,12 (Vj. €0,21) verringerte. Die Eigenkapitalquote betrug zum 31. März 2016 54% (31. Dezember 2015 51%), während sich die liquiden Mittel auf €8,9 Mio. (31. Dezember 2015 €9,2 Mio. ) beliefen.

Der Auftragsbestand ist mit €9,7 Mio. (€Vj. 9,2 Mio.) unverändert gut. Auch bei Kundenprojekten sind derzeit alle Kapazitäten in der Gruppe voll ausgelastet und so rechnet Softing im Vorjahresvergleich für das Gesamtjahr 2016 in den europäischen Konzerngesellschaften bei Industrial und Automotive mit moderat steigenden Umsatzerlösen, die vom Verhalten einzelner Kunden und noch nicht konjunkturell motiviert sind. Bei den Konzerngesellschaften in den USA geht man ab dem dritten Quartal 2016 aufgrund neuer Produkteinführungen und Lieferzeiten von einer Trendwende aus und auch in Asien wird mit einer Verbesserung der Marktlage zum dritten Quartal 2016 gerechnet. Softing bestätigt daher seine die Prognosen aus dem Ausblick für das Geschäftsjahr 2016 mit einer moderaten Steigerung der Umsätze auf über €85 Mio. und einer Steigerung des operativen EBITs auf €7,5 Mio. (>>> zur Meldung)

Berkshire Hathaway, Hypoport und Softing befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Big Blue(s): IBM enttäuscht immer wieder und immer mehr

Und täglich grüßt das Murmeltier... so dürften sich Aktionäre von IBM vorkommen, denn  "Big Blue" enttäuscht mit seinen Quartalszahlen regelmäßig. Zum 15. Mal infolge ging der Umsatz zurück und auch der Gewinn bricht immer mehr ein.

Der Umsatz fiel im Schlussquartal um 8,5 Prozent auf 22,06 Mrd. USD und der Gewinn schrumpfte sogar um 18,6 Prozent auf 4,46 Mrd. USD. Noch enttäuschender präsentiert sich der Ausblick für das laufende Jahr, denn IBM geht davon aus, dass der operative Gewinn je Aktie (EPS) mindestens 13,50 USD erreichen wird, während die Schätzungen der Analysten bisher bei 15 Dollar liegen.

Schon bei der letzten Enttäuschung meinte ich, IBM kriege die Kurve einfach nicht (mehr), und ich fühle mich in meiner Einschätzung bestätigt. Dabei ist IBM nicht untätig, der Konzernumbau hin zu mehr Software und Dienstleistungen und neuen Anwendungen, wie der kognitiven Intelligenz ("Watson") kommt voran und der Hardwarebereich wird weiter reduziert.

Allerdings bringen die neuen Geschäftsfelder weit weniger ein, als bei den alten wegbricht und so bleiben unter dem Strich nur enttäuschende Zahlen übrig. So machten die neuen Bereiche rund um Cloud und Daten-Auswertung auf das Gesamtjahr gerechnet etwa ein Drittel der Erlöse aus und legten um 17 Prozent zu. In der größten Sparte Technologie-Dienste gab es allerdings einen Umsatzrückgang von rund 7 Prozent auf knapp 8,13 Mrd. USD, wobei die stärksten Rückgänge in den sogenannten BRIC-Ländern Brasilien, Russland, Indien und China zu verzeichnen waren mit einem Minus von 21 Prozent. Als global agierender Konzern trifft IBM natürlich auch die volle Wucht des starken Dollars.

 IBM (Quelle: comdirect.de) 
Als einzig positiver Lichtblick ist ausgerechnet das Finanzamt zu sehen. Denn die Steuerlast sank und sorgte so für eine positive Überraschung. Aber für eine positive Anlageentscheidung reicht dies natürlich nicht aus und ich bleibe bei meiner negativen Einstellung zu IBM. Es muss sich erst noch zeigen, ob die Transformation gelingt und dabei hat IBM starke Konkurrenten in seinen neuen Geschäftsfeldern, nicht nur Amazon und Microsoft. Ich bleibe bei IBM weiterhin an der Seitenlinie und sehe keine günstige Einstiegsgelegenheit. Denn die optisch niedrige Bewertung ist es nur auf den ersten Blick, denn IBM siecht vor sich hin und die Gewinne je Aktie steigen nur deshalb, weil IBM seinen freien Cashflow dazu verwendet, in großem Stil eigene Aktien zurückzukaufen. Auch wenn ich grundsätzlich ein großer Fan von Aktienrückkäufen bin, wirkt dies bei IBM zunehmend als Verzweiflungstat eines Ertrinkenden. IBM scheint ratlos zu sein, was es mit seinem Geld sinnvoll anfangen soll. Man täte gut daran, sich endlich mal um sein operatives Business zu kümmern, anstatt sich durch Aktienrückkäufe künstlich attraktiv zu rechnen. Für mich wird IBM immer mehr zur Value Trap, das Unternehmen geht scheinbar unaufhaltsam den irdischen Weg eines Dinosauriers.

Montag, 11. Januar 2016

Turnaround-Spekulation: Wenn Totgesagte länger leben

Vor drei Jahren habe ich mich bereits einmal mit Turnaround-Spekulationen beschäftigt und anhand einiger interessanter Werte das Prinzip dargelegt. Und grundsätzlich bleibt es immer das selbe "Spiel", abgestürzte Aktien von schlingernden Unternehmen möglichst am Tiefstpunkt einzusammeln, um dann von ihrer operativen Gesundung zu profitieren.


"Turnarounds seldom turn."


Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten. Da ist zunächst das enorme Risiko, dass das Unternehmen den angepeilten Turnaround nicht schafft und am Ende in die Insolvenz schlittert. Wie Praktiker oder Schlecker. Dann steht man als Aktionär vor dem Totalverlust und daher sind Turnaround-Spekulationen eben keine Buy & Hold-Investments, die man kauft und liegen lässt, sondern sie bedürfen erhöhter und regelmäßiger Aufmerksamkeit. Und dann ziehen sich Turnarounds meistens lange hin, so dass man als Anleger eine  seeeeehr langen Atem braucht und auch zunächst weitere Kursverluste in Kauf nehmen muss. Und man muss unterscheiden lernen zwischen Fakten, die auf eine Erholung hindeuten, und bloßen Wünschen und Vermutungen, mit denen manche sich die Aktien schön reden. Letztere kosten Geld, erste bringen Geld.


"Nur weil eine Aktie fällt heißt das nicht, dass sie nicht noch weiter fallen kann."


Und leider bleibt am Ende die Erkenntnis, dass die meisten Turnarounds nicht klappen. Jedenfalls nicht für die Aktionäre, denn selbst wenn das Unternehmen am Ende gerettet ist, bleibt seinen Aktionären nicht selten nur der Totalverlust ihres Geldes. So wie bei Pfleiderer oder jetzt aktuell bei der Deutschen Forfait, wo letztlich Anleihegläubiger ihr Fremdkapital in neues Eigenkapital umgewandelt bekommen, während die Altaktionäre zuvor einen Kapitalschnitt hinnehmen mussten. Die neuen Eigentümer sind am Ende die ehemaligen Fremdkapitalgeber, während die alten Eigentümer enteignet sind. Auch das ist ein Risiko, das mit Aktien einhergeht, denn man ist Miteigentümer und damit voll im Risiko.


"Die meisten Anleger glauben, Qualität und nicht etwa der Preis sei der Maßstab dafür, ob eine
Geldanlage riskant ist. Doch qualitativ hochwertige Aktiva können riskant und Vermögenswerte
niedriger Qualität können sicher sein. Es ist alleine eine Frage des Preises, den man für sie bezahlt."


Das Entscheidende bei einer Turnaround-Spekulation ist also nicht der Preis der Aktien, sondern ihr Wert. Denn nur weil eine Aktie um 50 oder 80 Prozent gefallen ist, ist sie noch keine günstige Kaufgelegenheit. Denn wer nach einem 80-prozentigen Kurssturz von 100 auf 20 EUR kauft, erleidet bei einem weiteren Abrutschen auf 10 EUR einen Verlust von 50 Prozent - auch wenn dieser Rückgang aus Sicht der 100 EUR "nur" weitere 10 Prozent ausmacht. Um also nicht nur zocken zu müssen und darauf zu hoffen, dass sich die Aktie schon irgendwie und irgendwann wieder erholen würde, sollte man auf ihren Wert achten. Denn wenn unsere 20 EUR-Aktie zum Zeitpunkt des Kaufs 30 EUR Wert ist, ist die Aussicht mit ihr Geld zu verdienen wesentlich größer, als wenn ihr Wert nur 10 EUR ausmacht. Klingt wie eine Binsenweisheit, aber da sie (zu) selten beachtet wird und Anleger deshalb sehr viel Geld verlieren, ist sie durchaus ein weiteres Mal erwähnenswert. Und vor allem beachtenswert!

Werfen wir also mal ein Blick auf die Werte, die ich vor zwei Jahren vorgestellt habe: BlackBerry, IBM und TwinTec.

BlackBerry
 BlackBerry (Quelle: comdirect.de) 
Noch immer kämpft der einstige Handy-Pionier mit operativen Problemen, seine Handys haben inzwischen nur noch einen Marktanteil von weniger als 1 Prozent. Man hatte den Trend hin zu Touchscreens völlig verschlafen und ist als Anbieter inzwischen in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

Der neue CEO Chen richtet das Unternehmen zunehmend auf Software und Sicherheitstechnik aus und immerhin verbrennt BlackBerry kein Geld mehr. Zuletzt wagte man sich sogar wieder an die Handy-Produktion und da man nun auch auf Android setzt als Betriebssystem, dürfte man mit seinem innovativen Konzept - die Telefone haben optional eine ausfahrbare Tastatur - insbesondere im Businessbereich punkten können. Der Turnaround ist also noch im Gang, inzwischen jedoch auf einer unternehmerischen soliden Basis.

IBM
 IBM (Quelle: comdirect.de) 
Der Großkonzern zieht sich immer mehr aus dem Bereich Hardware zurück und setzt zunehmend auf Software und cloudbasierte Anwendungen. Hinzu kommt das kognitive System Watson, mit dem viele Hoffnungen verbunden sind. Nachdem IBM das vierzehnte Quartal infolge Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatte und beim Gewinn sogar die pessimistischte aller Analystenprognosen unterboten hatte, scheint sich hier wenig zum Besseren zu wenden. Allerdings verdient IBM noch immer kräftig und kauft eigene Aktien zurück, so dass sich der Gewinn je Aktie sowie die Dividenden ständig erhöhen. IBM wird daher von vielen Value-Anlegern, ganz vorne mit dabei Warren Buffett, als tolles Investment angesehen, auch wenn der Kurs seit Jahren nur eine Richtung kennt: nach unten. Immerhin... IBM war im Jahr 2015 nicht mehr der schlechteste Dow Jones-Wert, einen Titel, den man 2013 und 2014 unangefochten "erobert" hatte. Der Turnaroud ist hier vielmehr eine tiefgreifende Veränderung des Geschäftsmodells und es scheint nur wenig Gefahr zu bestehen, dass IBM grundlegend straucheln wird. Denn immerhin bedient man fast alle der Top 100-Unternehmen der USA und hat somit eine solide Basis. Ob IBM sich irgendwann doch noch als gutes Investment erweisen wird, bleibt abzuwarten. Und ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass man sich mit einem Einstieg noch Zeit lassen kann, bis die Wandlung auch wirklich Früchte trägt.

TwinTec
 TwinTec (Quelle: comdirect.de) 
Dass es TwinTec noch gibt, ist schon ein Erfolg, denn man stand nur Tage vor dem Exitus. Seitdem gab es zwei Eigentümerwechsel und man hat einen neue CEO, der von der übernommenen Tochter Beaumot stammt und man kann durchaus Erfolge vorweisen. So sind die neuen Abgasreinigungssysteme ziemlich überzeugend und man setzt künftig nicht mehr nur auf Landwirtschaftliche und Industriefahrzeuge, sondern möchte auch im Pkw-Bereich Tritt fassen. Und zwar nicht nur bei der Nachrüstung, sondern möchte auch Erstausrüster für die Abgasnachbehandlung werden. Sich immer weiter verschärfende Abgasnormen, der stärkere Fokus auf der Feinstaubproblematik, auch in China, und natürlich der VW-Abgasskandal bzgl. der Dieselmotoren bieten hier enorme Chancen. Auf der Risikoseite bleibt, dass TwinTec nach wie vor rote Zahlen schreibt, wenn man dem positiven Bereich auch stetig näher kommt. Bisher ist jeder Kurserholungsversuch nach kurzer Zeit wieder abverkauft worden, so dass die Marke von 1 EUR kaum länger als für ein paar Wochen überschritten werden konnte. Nur für Anleger mit erhöhter Risikobereitschaft und langem Atem.


"Value-Investoren sollten bei den hässlichen, versteckten und unbeliebten Aktien suchen."


Doch nicht nur zurück möchte ich blicken, sondern auch verprügelte Unternehmen der Gegenwart mal einer kurzen Betrachtung unterziehen. Denn auch hier finden sich recht interessante Werte.

Drägerwerk Vz.
 Drägerwerk Vz. (Quelle: comdirect.de) 
Drägerwerk ist Marktführer in einem lukrativen und wachsenden Markt, der Schutz- und Sicherheitstechnik. Ob Rettungswesten, Atemmasken, medizinische Geräte oder Anwendungen für den Bergbau, die Lübecker sind mit ihren 13.000 Mitarbeitern immer vorne mit dabei. Und doch gelang es dem TecDax-Unternehmen im letzten Jahr nicht (mehr), Umsatz und Ergebnisse auf die Schiene zu bringen. Insbesondere die aussichtsreichen Auslandsmärkte USA, China und Brasilien machten Probleme, so dass sich unterm Strich der Jahresgewinn auf etwa 2,36 EUR je Aktie knapp halbierte. Als wenn das nicht schon schlecht genug wäre, verschreckte man die Anleger mit immer wieder neuem Verfehlen der eigene Prognosen und verspielte so zusätzlich Vertrauen an der Börse. Neben den Bekundungen, man wolle wieder profitabel(er) werden, lässt man allerdings auch Taten sprechen. So will man die Produktivität deutlich steigern, indem Verwaltung und Produktion gestrafft werden und so soll denn in 2016 ein Gewinn von 4,74 und 2017 von 5,73 EUR je Aktie erreicht werden. Da an Drägerwerk-Produkten eigentlich kaum ein Weg vorbeiführt, können Anleger auf einen erfolgreichen Turnaround setzen und sich ein paar Aktien ins Depot legen. Eine schnelle Rückkehr zu Kursen von über 120 EUR, wie sie im Frühjahr 2015 noch aufgerufen wurden, sollte man jedoch nicht erwarten. So schnell und so hoch dürften die Bäumen nicht (wieder) in den Himmel wachsen.

Eon
 Eon (Quelle: comdirect.de) 
Warren Buffett sagte einmal, mit Energieversorgern würde man nicht reich, aber man bleibe es. Nun, da hatte er noch nicht von der deutschen Energiewende gehört, die zum Großteil für den desaströsen Kursverlauf der Eon-Aktie verantwortlich ist. Der deutsche Energieversorger bietet so ziemlich alles, was momentan nicht angesagt ist: Atomkraftwerke, Kohlekraftwerke, Öl- und Gaskraftwerke und dazu noch die Beteiligung kommunaler Körperschaften, von Städten und Gemeinden, sowie eine immer stärker zunehmende staatliche Regulierung bei Preisen, Investitionen und Kosten. Einerseits werden die Netzentgelte durch die Bundesnetzagentur diktatorisch festgeschrieben und dann für einen 5-Jahreszeitraum inkl. linearer Abschmelzung festgeschrieben, andererseits macht der Vorrang erneuerbarer Energien samt subventionierter Festpreise fossile Kraftwerke immer unrentabler, so dass Stilllegen billiger als Betreiben ist - trotz hoher Milliardenabschreibungen. Ein Markt zum Weglaufen! Und das haben die Anleger seit 2008, als die Eon-Papier noch über 50 EUR kosteten, scharenweise getan. Und die Aussichten sind bei aktuell 8 EUR auch nicht rosiger geworden, denn die Gaskraftwerke (selbst die modernsten Europas!) können nicht wirtschaftlich betrieben werden, obwohl der Gaspreis auf Rekordtief notiert. Und der Atomausstieg wird Eon (und EnBW, RWE und Vattenfall) Milliarden kosten - hierfür haben die vier insgesamt 39 Milliarden EUR an Rückstellungen gebildet, die aber pessimistischen Gutachten zufolge evtl. nicht ausreichen werden. Und dann liegen sie auch nicht in Cashform vor, sondern sind in Form von Kraftwerken und Anlagen kapitalgebunden, so dass diese erst verkauft werden müssten, um sie zu monetarisieren. Es können durchaus Zweifel angebracht sein, ob sich er Papierwert dann auch wirklich erzielen lässt und sich hier nicht eine weitere Lücke auftut.

Eon selbst möchte sich aufspalten und hat hierzu zum Jahreswechsel seine konventionellen Parts in die neue Tochter "Uniper" eingebracht und hier noch als Aufhübschung die Wasserkraftsparte sowie den Gasgroßhandel hinzugefügt. Die "alte" Eon soll die neue Ausrichtung zeigen, das Zukunftsgeschäft. Also die erneuerbaren Energien, sie Stromnetze, den Vertrieb. Und auf Druck der Politik auch die Atomsparte. In diesem Jahr soll Uniper als Spin-off abgespalten werden und Eon stünde dann weitgehend "sauber" da.

Das große Risiko bleibt allerdings der Atomausstieg, die Kosten sind schlicht nicht kalkulierbar. Nach der Rechtslage sind die Energieversorger für die Entsorgung zuständig und für Ende Februar ist der Abschlussbericht der Atomkommission vorgesehen, der Klarheit über die Finanzierbarkeit bringen soll. Es scheint ausgeschlossen, dass die Energieversorger über die 39 Mrd. EUR an Rückstellungen hinaus zur Kasse gebeten werden, denn wenn man sich die Eigentümerstruktur von Eon und RWE ansieht, stehen hinter ihnen eben auch zahlreiche deutsche Kommunen und Städte. Und anders als der Bund, der mit Milliardenüberschüssen rechnen kann, stehen die Kommunen finanziell mit dem Rücken zur Wand. Und das nicht seit der unbezahlbaren Flüchtlingswelle. Die Kommunen sind schlichtweg auf die Dividendenzahlungen der Energieversorger angewiesen, weil sie ansonsten Kindergärten, Bibliotheken und Schwimmbäder schließen müssen. Es dürfte also auf einen Kompromiss hinauslaufen, der den Energieversorgern eine Überlebenschance bietet. Und genau dies ist die Chance für mutige und risikobereite Anleger. Sie legen sich jetzt einige Eon-Aktien ins Depot und setzen darauf, dass die Neuausrichtung gelingt, die Abschreibungen auf Kraftwerke sich künftig reduzieren und sich mit den neuen Geschäftsfeldern wieder gutes Geld verdienen lassen wird.

Hierbei ist Eon seinem Rivalen RWE vorzuziehen, denn der geht dem umgekehrten Weg bei der Aufspaltung: RWE bleibt das Schmuddelkind, während die Zukunftsgeschäftsfelder mittels einer Kapitalerhöhung an die Börse gebracht werden sollen.

H&R
 H&R (Quelle: comdirect.de) 
Die Spezialchemiefirma erzeugt chemisch-pharmazeutische Spezialprodukte auf Rohölbasis, wie Weichmacher, Weißöle, Paraffine, Druckfarbenöle und Bindemittel und betreibt in Deutschland zwei Raffinerien. Und damit ließ sich in den vergangenen Jahren immer weniger verdienen, vor allem der starke Einbruch beim Ölpreis hatte für zusätzlichen hohen Abwertungsbedarf gesorgt. Doch inzwischen zeichnet sich eine Wende beim operativen Geschäft ab und H&R und obwohl aufgrund der niedrigeren Rohölpreise der Umsatz deutlich zurückging, erzielt das Unternehmen wieder satte Gewinne; die um Sondereffekte bereinigte EBITDA-Marge schnellte wieder auf 8 Prozent hoch und Unternehmenslenker Hansen deutete an, dass H&R das Jahr am oberen Ende der eigenen Prognosen abschließen könne. Evtl. könne die Ergebniserwartung sogar um bis zu 15 Prozent übertroffen werden.

In den nächsten Jahren will Hansen den Internationalisierungskurs mit Fokus auf das stark wachsende Spezialitätengeschäft in Asien deutlich vorantreiben. Zu diesem Zweck hatte der Konzern Ende 2014 bereits 51 Prozent der chinesischen Geschäftsaktivitäten der Hansen & Rosenthal Gruppe übernommen und baute damit sein margenstärkeres Spezialitätengeschäft in Asien ausgebaut. Der Kurs Richtung Asien bringt zwar einerseits Konkurrenz und Margendruck, andererseits aber große Wachstumsmöglichkeiten, so dass der Konzern unterm Strich auf dem richtigen Weg sein dürfte und ab 2017 die Gewinne noch stärker ansteigen sollten.

Einschätzung
Von den drei genannten Werten dürfte H&R die sicherste Spekulation auf einen nachhaltigen Turnaround sein, weil er schon weiter fortgeschritten ist und sichtbare Erfolge zeigt. Eon bietet langfristig das größte Erholungspotenzial, wenn die genannten Entwicklungen denn auch so eintreffen. Auch das Risiko ist bei Eon vergleichsweise hoch. Und bei Drägerwerk bleibt abzuwarten, ob es dem Management gelingt, die (eigenen) Erwartungen wieder zu erfüllen. Dann winken neben starken operativen Verbesserungen auch hier Kursgewinne.

Bei allen positiven Lichtblicken und Hoffnungsschimmern, die man am Horizont erblicken mag, bleibt jedoch immer der Blick auf das Risiko die grundlegendste Tugend. Erst danach sollte man sich den Chancen zuwenden.

"Ein Kurs kann auch auf Null fallen."

Mittwoch, 30. Dezember 2015

2015 war das Seuchenjahr des Warren Buffett

Star-Investor Warren Buffett schlägt mit der Aktienkursentwicklung seiner Beteiligungsholding Berkshire Hathaway regelmäßig den S&P 500 Index, doch in diesem Jahr liegt er ziemlich weit hinten. Und das, wo er sein 50. Jubiläum feiert als Chef von Berkshire Hathaway und auf eine durchschnittliche Aktienkursentwicklung von annähernd 20 Prozent blicken kann. Jahr für Jahr, wohlgemerkt.

Doch bereits nach dem zweiten Quartal zeichnete sich ab, dass es in diesem Jahr nicht einfach werden würde für Buffett. Denn einige seiner größten Aktienpositionen im Depot erwiesen sich Flops und das konnten die übrigen Werte nicht ausgleichen.

Unternehmen               Anteil per 30.09.      Kurs am 02.01.      Kurs am 31.12.    Veränderung
Wells Fargo                     18,95 %                  54,70 $                   55,00 $          +   0,05 %
Kraft Heinz Co. *)                     18,03 %                  72,96 $                  74,03 $          +   1,47 %
Coca Cola                     12,59 %                  42,14 $                  43,59 $          +   3,44 %
IBM                       9,22 %                162,06 $                139,93 $          -  13,66 %
American Express                       8,82 %                  93,02 $                  70,61 $          -  24,09 %
Phillips 66                       3,70 %                  72,29 $                  82,81 $          + 14,55 %
Procter & Gamble                       2,98 %                  90,44 $                  80,36 $           - 11,14 %
Walmart                       2,85 %                  85,90 $                  61,70 $           - 28,17 %
*) notiert erst seit 06.07.2015 an der Börse

 Berkshire Hathaway (Quelle: comdirect.de) 
Und so liegt denn die Aktienkursentwicklung von Berkshire Hathaway rund 11 Prozent hinter der Performance des S&P 500 und mit 10,47 Prozent sogar absolut betrachtet deutlich im Minus auf Jahressicht. Allerdings sollte man Buffett noch nicht abschreiben, denn zu seinen Beteiligungen gehören auch viele nicht börsennotierte Unternehmen, wie die Versicherung Geico, der Rückversicherer BH Re, die Eisenbahn BNSF oder der Energieversorger BH Energy (ehemals MidAmerican Energy). Hinzu kommen noch Preferred Stocks bzw. Wandelanleihen im Wert zweistelliger Milliardenbeträge bei Dow Chemical und der Bank of America.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste. Sie ist wie ein Indexfonds von Werten mit herausragender Marktstellung und daher sollte die Aktie in keinem langfristig orientierten Depot fehlen.

Montag, 9. November 2015

Buffett meldet Rekordgewinn. Und doch...

Value Investor Warren Buffett ist kein Freund von Quartalsberichten, weder bei den Unternehmen, in die er investiert, noch bei seiner eigenen Investment-Holding Berkshire Hathaway. Trotzdem legt er regelmäßig sein Zahlenwerk vor und nach dem Gewinneinbruch im zweiten Quartal kann Buffett nun einen Rekordgewinn vermelden. Denn zu seinem 50. Dienstjubiläum erzielt Berkshire den bisher größten Quartalsgewinn und verdoppelt seinen Überschuss auf 9,43 Mrd. USD.

Mach's nur einmal, Kraft
Allerdings liegt dies ganz überwiegend an einem Sondereffekt, der aus der Übernahme des Lebensmittelgiganten Kraft Foods herrührt, den Berkshire gemeinsam mit dem Finanzinvestor 3G kürzlich schluckte. Berkshire hält nun 51 Prozent an der fusionierten "The Kraft Heinz Co." und erzielte aus der Übernahme einen Einmaleffekt von 4,4 Mrd. USD. Operativ läuft es bei der neuen gesellschaft noch nicht rund und unter der Führung von 3G werden mehrere tausend Jobs gekürzt und 7 Fabriken geschlossen, um das Unternehmen effizienter aufzustellen. 3G ist für seine regieden Sanierungsmaßnahmen bekannt und hatte diese bereits bei der gemeinsamen Übernahme von Heinz Ketchup knallhart durchgezogen.

Operativ läuft nicht alles rund
Buffett selbst meint, man solle lieber auf das operative Ergebnis schauen, weil diese mehr Aussagekraft habe und eher Rückschlüsse auf Erfolg und Misserfolg des Managements gebe. Und so folgen wir seinem Rat und schauen uns das Ergebnis hinter den Zahlen an.

Der operative Gewinn ging um 3,7 Prozent auf 4,6 Mrd. USD zurück, was vor allem an Berkshires schwächelndem Versicherungsgeschäft liegt. Die Branche steht aufgrund der Niedrigzinsphase weltweit unter Druck und Buffett hat zuletzt Versicherungsaktivitäten reduziert und zugunsten von Industriebeteiligungen umgesteuert. So verkaufte er mindestens ein Viertel seines Aktienpakets am weltweit größten Rückversicherer Munich Re und fast im Gegenzug übernahm er für 37 Mrd. USD den Luftfahrzuliefere Precision Castparts.

 Berkshire Hathaway - B-Aktie (Quelle: comdirect.de)
Beteiligungen machen keine Freude
Daneben ist Berkshire Hathaway ist an fast 90 Firmen beteiligt, darunter viele nicht börsennotierte - von der Frachteisenbahn Burlington Northern Santa Fe (BNSF) bis hin zu Zeitungen und einer großen Energiesparte, die zunehmend in Solarenergie investiert. Zu den bekanntesten börsennotierten Beteiligungen gehören die US-Firmen Wells FargoCoca-ColaIBMAmerican ExpressWalmart und Procter & Gamble.

Doch diese großen Beteiligungen des 84-Jährigen liefen deutlich schwächer als im Vorjahresquartal. Lediglich Wells Fargo, mit fast 25 Prozent Buffetts mit Abstand größte Depotposition, konnte seinen Gewinn um magere 1 Prozent steigern, während Coca Cola einen Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 12 Prozent vermelden musste, AMEX um 14 Prozent und P&G um 2 Prozent. IBMs Umsätze sanken im 14. Quartal in Folge und Walmart musste seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für die nächsten Jahre drastisch reduzieren. Trotz der Probleme seiner größten Beteiligungen erzielte Berkshire ein Investmentergebnis von 4,9 Mrd. USD ggü. einem Verlust von 107 Mio. USD im gleichen Vorjahreszeitraum.

Buffetts große Beteiligungen sind überwiegend international agierende Großkonzerne und diese leiden in diesem Jahr unter dem starken Dollar, was ihre Umsätze und Gewinne massiv belastet. Und Buffett ist ein Freund davon, gerade dann zuzuschlagen, wenn hervorragende Unternehmen kurzfristig ins Straucheln geraten. Es bleibt daher abzuwarten, was er an Veränderungen, insbesondere an Käufen, in seinem regelmäßigen Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC bekanntgeben wird. Dieser muss er alle 3 Monate den Bestand an US-Aktien vorlegen, so dass alle Welt die Veränderungen in seinem Portfolio nachvollziehen kann. Insbesondere zu IBM hat er bereits angekündigt, hier weiter zugekauft zu haben.


"Solange unsere Investments in jedem Jahr 15 Prozent zulegen,
mache ich mir um Quartalszahlen keine Sorgen."
(Warren Buffett)


Man sollte Buffett folgen und nicht so sehr auf die Ergebnisse einzelner Quartale schauen. Und man sollte bedenken, dass Buffetts Portfolio nicht nur aus den börsennotierten Aktiengesellschaften besteht, sondern eben auch eine Vielzahl an nicht-börsennotierten Unternehmen enthält, bei denen die Bewertungen nicht so stark schwankt wie bei Aktienkursen, sondern die anhand objektiverer Kriterien wie Buchwert, Umsatz und Gewinnen bewertet werden.

Unglaubliche Erfolgsgeschichte
Seitdem Warren Buffett 1965 in die damals strauchelnde Textilfirma Berkshire Hathaway übernahm und in der Folge zu einer Investmentholding umbaute, stieg der Aktienkurs um beispiellose 1,8 Millionen Prozent und machte Buffett mit einem Vermögen von rund 67 Mrd. USD zum dritt reichsten Menschen der Welt. Bis Ende 2014 hat die Berkshire-Aktie im Schnitt jedes Jahr doppelt so viel zugelegt wie der S&P 500 Index und Berkshire ist inzwischen das viertgrößte börsennotierte Unternehmen der Welt mit einer Marktkapitalisierung von 354 Mrd USD. Größer sind nur Apple, Google und Microsoft, die von Bill Gates gegründete Softwareschmiede - und dem inzwischen reichsten Menschen der Welt und langjährigen Freund Warren Buffetts.

Einschätzung
Berkshire Hathaway befindet sich als Halteposition auf meiner Empfehlungsliste. Die starke Abhängigkeit vom Versicherungsgeschäft birgt meines Erachtens immer größere Risiken und über diese Sparte sagte Buffet kürzlich selbst, dass sie in den nächsten Zehn Jahren "nicht mehr so gut laufen werde wie in den letzten 30 Jahren". Die soeben vorgelegten Quartalszahlen belegen dies erneut. Andererseits begrüße ich, dass Buffett sich wieder verstärkt in anderen Bereichen einkauft und zwar massiv, wie die Übernahmen von Kraft und Precision Castparts zeigen.

Freitag, 23. Oktober 2015

Microsoft: Cloud? Azure? Only the Sky is the limit!

Microsofts Zahlen zum dritten Quartal waren nicht gut. Sie waren besser. Besser, als erwartet, in vielen Bereichen aber auch schlechter als im Vorjahr. Dieses unterschiedliche Bild zeigt den tiefgreifenden Wandel, dem sich der Software-Dinosaurier unterzieht, um dem Schicksal eben dieser seiner Vorfahren zu entgehen.

Im zweiten Quartal hatte der neue CEO Satya Nadella noch den größten Verlust der Firmengeschichte ausweisen müssen. Nachdem man das unter Vorgänger Steve Ballmer zugekaufte Handygeschäft von Nokia konsequent auf Null abgeschrieben hatte und somit ein Minus von 3,2 Mrd USD ausweisen musste. Da schien es fraglich, ob Ballmers Versuch, den Software-Riesen zu einem integrierten Soft- und Hardwareanbieter nach Apples Vorbild umzugestalten, noch die Kurve kriegen würde. Doch Nadella geht diesen Weg konsequent weiter. Besonders konsequent, könnte man sagen. Denn er lässt kaum einen Stein auf dem anderen, sein Credo lautet "cloud first, mobile first" und unter dieser neuen Ausrichtung müssen alle Aktivitäten ihren Platz (neu) finden...

Dienstag, 20. Oktober 2015

IBM kriegt einfach die Kurve nicht (mehr)...

Der Zahl 13 hängt ja der Ruf an, Unglück zu bringen, und so waren IBMs Zahlen zum 2. Quartal auch dem entsprechend schlecht, denn IBM-Chefin Ginny Rometty hatte den den dreizehnten Umsatzrückgang in Folge vermelden müssen. Und wer gedacht hat, nach IBMs Big Blues würde alles besser, wurde jüngst - mal wieder - eines Bessern belehrt.

Denn IBMs Zahlen zum 3. Quartal sind rekordverdächtig schlecht! Nicht nur, dass es der vierzehnte Umsatzrückgang in Folge ist und dass die Gewinne weiter schmelzen wie Eis in der Sahara, sondern IBM hat es fertig gebracht, schlechter abzuschneiden als die schlechteste aller Analysten-Prognosen. Folgerichtig kassiert man dann auch gleich noch die Jahresprognosen, denn wenn man schon einen Lauf hat...

Das Bild des Grauens in aller Kürze
Die Umsätze sanken im 3. Quartal um 14% auf 19,3 Mrd. USD und die Gewinne in den fortgeführten Geschäftsbereichen lagen mit 3 Mrd. USD um ebenfalls 14% unter dem Vorjahreswert. Unter dem Strich stieg zwar der Gewinn von 18 Mio. USD auf 2,95 Mrd. USD, allerdings hatte IBM im Vorjahresquartal seine verlustträchtige Chipsparte verkauft und eine entsprechend hohe Abschreibung vornehmen müssen.

In der Cloud geht es voran. Aber zu langsam
Während die klassische Computersparte geradezu implodiert und mit 1,49 Mrd. USD um 39% geschrumpfte Umsätze verkraften muss, wächst IBM in der Cloud um 45%. Hier liegt der neue Fokus des Tech-Riesen und viele IBM-Anhänger, zu denen mit 8,2% Anteil auch Warren Buffett als größter Aktionär gehört, setzen alle Hoffnungen auf eine erfolgreiche Transformation. Doch der Wandel ist längst zur Dauerbaustelle geworden und 45% Wachstum klingt auf den ersten Blick beeindruckend, doch wenn man sieht, dass die großen Konkurrenten Amazon (29% Weltmarktanteil), Microsoft (11%) und auch SAP hier viel schneller, erfolgreicher und gewinnträchtiger wachsen, dann wirkt IBMs (7%) Wachstum hier wie ein Zwei-Spänner auf der Autobahn. Isoliert betrachtet vielleicht ganz flott unterwegs, aber im Vergleich mit der Konkurrenz allenfalls standspurtauglich.

Prognosen kassiert
Natürlich wird vor allem auf den starken Dollar geschaut und er hat auch negative Auswirkungen auf IBMs Zahlenwerk. Doch auch die Konkurrenz hat mit diesem Problem zu kämpfen und schlägt sich weitaus besser. Und IBM schwächelt gerade auch in Nordamerika, wo ihm die Mitbewerber den Schneid abkaufen. So kommt es nicht unerwartet, dass IBM seine Jahresprognosen zusammenstreichen muss. Anstelle von 15,75 bis 16,50 USD erwartet man nun nur noch einen Gewinn zwischen 14,75 und 15,75 USD. Der "Fortschritt beim Wandel", den Ginni Rometty ausgemacht haben will, kann den Tanker nicht auf Spur halten...

 IBM in $ (Quelle: comdirect.de)
Einschätzung
IBM steckt in der Krise, weil der als notwendig erkannte Wandel hin zu Software, Dienstleistungen und Cloud zwar angegangen wird, aber viel zu langsam Früchte trägt. Die Mitbewerber tänzeln um IBM herum und schneiden sich die Filetstücke aus dem Dino, der nur hilflos mit ansehen kann, wie die flinken Herausforderer längst zu den Marktbeherrschern geworden sind, während sich IBM selbstverloren hinterher schleppt.

Ich stehe bei IBM weiterhin an der Seitenlinie und sehe keine günstige Einstiegsgelegenheit. Denn die optisch niedrige Bewertung ist es nur auf den ersten Blick, denn IBM siecht vor sich hin und die Gewinne je Aktie steigen nur deshalb, weil IBM seinen Cashflow dazu verwendet, in großem Stil eigene Aktien zurückzukaufen. Aufwachen!!! IBM täte gut daran, sich endlich mal um sein operatives Business zu kümmern, anstatt sich durch Aktienrückkäufe künstlich attraktiv zu rechnen. Für mich wird IBM immer mehr zur Value Trap, das Unternehmen stirbt einen langsamen Tod auf Raten. Ein wahrer Dinosaurier eben, der seinen Ende entgegen siecht, weil er dem Wandel seines Lebensumfeldes einfach nicht gewachsen ist. Und es ist nicht abzusehen, ob IBM das Ruder irgendwann herumreißen kann. Noch verdient man genug Geld, um gegensteuern zu können, aber es macht nicht den Anschein, als würde dies passieren. Die Tickets für diese Titanic sehen günstig aus. Aber es ist eben die Titanic und die Eisberge warten schon, während IBM strikt den eingeschlagenen Kurs hält. Aber ohne mich...

Montag, 31. August 2015

Buffetts großer Bluff... mit Phillips 66

Wenige Tage nach seinem 85. Geburtstag hat Value Starinvestor Warren Buffet mal wieder alle an der Nase herumgeführt. Auch mich. Kürzlich musste er als institutioneller Asset-Manager mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 100 Mio. USD seine Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) offenlegen. Das vierteljährlich vorzulegendes  Formular 13F zeigt seinen Aktienbestand im Portfolio seiner Beteiligungsholding Berkshire Hathaway zum Ende des zweiten Quartals und damit die Veränderungen ggü. dem 1. Quartal. Und eine der wenigen Auffälligkeiten darin war, dass Buffett seine Investments bei den Öl-Werten National Oliwell Varco und Phillips 66 komplett veräußert hat.

Über die Bestandsmeldung hinaus hatte Berkshire bei seiner SEC-Meldung angekündigt, eine 3,09 Mrd. USD schwere Beteiligung an einem nicht genannten Unternehmen eingegangen zu sein. Diese Möglichkeit zur Verschleierung wird zur Offenlegung verpflichteten Investoren eingeräumt, um ihnen die Chance zu geben, selbst eine größere Position in börsennotierten Unternehmen aufzubauen, bevor Trittbrettfahrer die Kurse hochtreiben, weil sie ja anhand der 13F-Veröffentlichung sehen können, wo der Starinvestor zukauft. Und am vergangenen Freitag hat Buffett nun die Kuh über den Eimer geschoben und alle überrascht!

Dienstag, 11. August 2015

Die 10 größten Deals des Warren Buffett

Star-Investor Warren Buffett hat soeben die Übernahme von Precision Castparts für 37,2 Mrd Dollar angekündigt, der größten Übernahme in der Geschichte seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway. Mit Aktieninvestments und der Übernahme ganzer Unternehmen wurde Warren Buffett zum dritt reichsten Menschen der Welt mit einem geschätzten Vermögen von rund 66 Milliarden Dollar.

Wir wollen mal einen Blick auf seine 10 größten Deals werfen, die zwischen 1998 und heute lagen. Von diesen betrafen 9 Übernahmen die USA und ein Übernahmeziel lag in Kanada, also keines außerhalb Nordamerikas. Doch nicht alle Deals stemmte Buffett alleine, einmal unterstützte ihn die brasilianische Private Equity Firma 3G und einmal das Management des übernommenen Unternehmens.

Volumen   Unternehmen   Ankündigung   Aktienanteil   Volumen inkl. Schulden
31,58 Mrd. $   Precision Castparts   10.08.2015     96,90% (1)   35,81 Mrd. $
26,71 Mrd. $   Burlington Northern Santa Fe   03.11.2011     77,40% (1)   35,94 Mrd. $ 
23,58 Mrd. $   H.J. Heinz (2)   14.02.2013   100,00%   27,50 Mrd. $
16,15 Mrd. $   General Re   19.06.1998   100,00%   16,15 Mrd. $
10,70 Mrd. $   IBM   14.11.2011       5,43% (3)   10,70 Mrd. $
  9,21 Mrd. $   Lubrizol Corp.   14.03.2011   100,00%     9,91 Mrd. $
  5,65 Mrd. $   NV Energy Inc.   29.05.2013   100,00%   10,42 Mrd. $
  5,10 Mrd. $   PacifiCorp   24.05.2005   100,00%     9,40 Mrd. $
  2,83 Mrd. $   AltaLink Holdings L.P. (CAN)   01.05.2014   100,00%     5,46 Mrd. $
  2,14 Mrd. $   MidAmerican Energy (4)   25.10.1999   100,00%     8,39 Mrd. $
Quelle: marketwatch.com

Anmerkungen:
(1) Berkshire Hathaway hielt bereits vor der Übernahmeankündigung Aktien dieses Unternehmens
(2) Berkshire Hathaway übernahm dieses Unternehmen gemeinsam mit 3G Capital Inc.
(3) Berkshire Hathaway hat keine Übernahme angekündigt, sondern lediglich Aktien gekauft
(4) Berkshire Hathaway tätigte die Übernahme gemeinsam mit dem Management des Unternehmens


Wie Buffett erklärte, würde Berkshire Hathaway nach Vollendung der Übernahme von Precision Castparts noch immer über mehr als 40 Milliarden Dollar an Cash für weitere Zukäufe verfügen. Man darf also auf weitere Deals gespannt sein...

Montag, 10. August 2015

Buffett im 2. Quartal ohne Fortune

Star-Investor Warren Buffett ist kein Freund von Quartalsberichten, weder bei den Unternehmen, in die er investiert, noch bei seiner eigenen Investment-Holding Berkshire Hathaway. Und der jüngst zum 2. Quartal 2015 vorgelegte Bericht wird auch bei seinen Aktionären keine Freudensprünge auslösen, denn Berkshires Gewinn ist massiv eingebrochen.

Versicherungssparte massiv unter Druck
Zu seinem fünfzigsten Firmenjubiläum hätte Buffet vermutlich lieber anders präsentiert, als einen Rückgang des Nettogewinns von 37% auf 4,01 Mrd. USD. Dabei machte vor allem das Versicherungsgeschäft, die tragende Säule des BH-Konglomerats, Sorgen. Die Sparte, zu der BHRE und der Autoversicherer Geico gehören, erzielte mit 939 Mio. USD 40% weniger Gewinn als im Vorjahresquartal - was auf erheblich gestiegene Haftungsansprüche seitens der Kunden zurückgeführt wird. Allerdings steht das Versicherungsgeschäft zunehmend unter Druck weil aufgrund der Niedrigzinsphase verstärkt branchenfremde Anbieter, wie Pensionskassen und Hedgefonds, in den Versicherungsmarkt drängen und mit Dumpingpreisen den etablierten Versicherern die Kunden abspenstig machen. Der Chef der BH-Rückversicherungssparte, Ajit Jain, Cousin des ehemaligen Co-Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain, hatte bereits vor kurzem angekündigt, sich künftig auch stärker in Sach- und Unfallversicherungen engagieren zu wollen. Seit jeher kein margenstarkes Geschäft. Die starke Fokussierung Berkshires auf Versicherungen könnte zu einem nicht unerheblichen Problem werden...

Dienstag, 21. Juli 2015

IBM und der Big Blues

IBM hat heute Zahlen zum 2. Quartal präsentiert und wieder einmal hatte IBM-Chefin Ginni Rometty nichts Positives verkünden. Das dreizehnte Quartal in Folge sanken die Umsätze, der Gewinn sank ebenfalls.

Der Weg hin zu Software und Dienstleistungen unter Aussortierung der Hardware-Sparte mag richtig sein, natürlich kostet das Umsatzanteile (und auch Gewinne). Die Cloud-Geschäfte wachsen um 50% und ohne Wechselkurseinflüsse wären es sogar 70% gewesen. Aber... insgesamt sind die Erlöse in der Sparte Software um 10% gefallen ggü. dem Vorjahr, also schwächelt IBM auch in seinem Zukunftsbereich, wo man sich gegen andere Größen behaupten muss, die Amazons und Microsofts dieser Welt.

Diese Schwäche ist schon beängstigend, denn IBM glänzt zur Zeit eigentlich nur durch Kosteneinsparungen und Aktienrückkäufe. Die Neuausrichtung greift (noch) nicht, sollte sie nach so vielen Jahren aber mal endlich!

 IBM (Quelle: comdirect.de)
Ich stehe bei IBM weiterhin am Seitenrand und habe nicht das Gefühl, hier eine große Chance verpasst zu haben. Oder zu verpassen… Ich wäre aber auch nicht unglücklich, wenn sich Warren Buffetts Riecher am Ende doch wieder einmal als der richtige erweist - auf lange Sicht. Aber Buffett kauft ja auch nicht, weil er auf Kurssteigerungen setzt, sondern weil er das Unternehmen besitzen will. Bis in das letzte Quartal hinein hat er fleißig weitere IBM-Aktien eingekauft und solange er weitere Anteile erwerben will, ist er froh darüber, wenn der Kurs nicht steigt. Selbst über Jahre hinweg. Ich denke daher manchmal, dass der Kurs in den letzten drei Jahren noch viel stärker hätte sinken müssen, wenn nicht IBM und Berkshire Hathaway immer noch kaufen würden.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.