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Donnerstag, 30. Oktober 2025

Kissigs Börsengeschichte(n): Am 30.10.1988 erreichte die "Merger Mania" an der Wall Street einen neuen Höhepunkt, als Philip Morris gierig nach Kraft Foods schnappte

Der 30.10.1988 war ein ganz normaler Börsentag inmitten des Börsenwahnsinns, in den sich die Wall Street im Zuge des Fusions- und Übernahmebooms hineinsteigerte. Finanzgeschichte schrieb der Tag dennoch.

Es war das Zeitalter der Leveraged Buyouts (LBOs), als mit enormem Fremdkapital ausgestattete Hasardeure auf Firmenjagd gingen. Vor diesen "Predators" war niemand mehr sicher, weder Mittelständler noch Weltkonzern. Es war einfach zu viel Geld zu machen beim Übernehmen von Firmen und ihrem anschließenden Filettieren - denn Geld war keine Mangelware. Es wurde von Michael Milken und seinem Junk Bond-Imperium bereitgestellt, mit der die zweitklassige Investmentbank Drexel Burnham Lambert an die Spitze katapultiert hatte - und zwar in jeder nötigen Höhe. Man musste nur bereit sein, den Preis dafür zu bezahlen...

Freitag, 8. August 2025

Kissigs Portfoliocheck: Prem Watsa würzt sein Depot mit Kraft Heinz – wie Buffett, nur viel erfolgreicher

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 310. Portfoliocheck schaue ich wieder in das Depot von Prem Watsa, einem der erfolgreichsten Value Investoren der Welt, von dem die meisten Menschen noch nie gehört haben. Er gilt als der 'kanadische Warren Buffett' und kann auf spektakuläre Renditen verweisen: auf Sicht von 35 Jahren erzielte Watsa durchschnittlich 15,7 % pro Jahr.

Fairfax Financial ist eine Holdinggesellschaft, die über ihre Tochtergesellschaften im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung und Rückversicherung sowie der damit verbundenen Anlageverwaltung tätig ist. Die vierteljährlich über das 13F-Formular an die US-Börsenaufsicht SEC zu meldenden US-Aktienpositionen geben dabei nur einen kleinen Teil der gesamten Vermögenswerte von Fairfax Financial wider. Der Gesamtwert belief sich Ende 2024 auf rund 66 Mrd. USD, wovon knapp 7,6 Mrd. USD auf Barmittel und kurzfristige Positionen entfielen. Das Aktienportfolio steht lediglich für einen kleinen Teil. Zu den bedeutenden Anlagen, die nicht im 13F-Bericht enthalten sind, gehören Investitionen in Griechenland und Indien, wobei die griechischen Investments hauptsächlich aus einer 32%igen Beteiligung an der Eurobank bestehen. Weitere wichtige Beteiligungen sind ein 27%iger Anteil an Thomas Cook India, 54 % an Bangalore International Airport Limited, 31 % an Quess Corp Limited, sowie der bestimmenden Anteil an Fairfax India.

Doch auch der Blick in sein Aktien-Portfolio im 1. Quartal 2025 ist interessant: Das Portfolio von Fairfax Financial legte von 1,56 auf 1,84 Mrd. USD deutlich zu. Watsas Turnoverrate lag bei niedrigen 4 % und unter den nun 29 Positionen befindet sich ein Neuzugang.

Gleich drei Werte hat Prem Watsa aussortiert. Dabei traf es mit TFI International einen Transport- und Logistikdienstleister mit unternehmerischem Schwerpunkt auf den USA, Kanada und Mexiko und dann noch mit Xeris Biopharma und Revance Therapeutics zwei Biotechnologieunternehmen. Zudem machte Watsa etwas Kasse bei Colliers International und bei Finanzinvestor KKR & Co. Seine Neuerwerbung ist Lifeway Foods, ein Hersteller probiotischer, kultivierter Milchprodukte für die Gesundheit mit Schwerpunkt auf trinkbarem Kefir. Deutlich mehr Gewicht steuert nun Cleveland-Cliffs zum Portfolio bei, nachdem Watsa seine Position um gute 150 % aufgestockt hat.

In Prem Watsas Aktiendepot dominieren nun Rohstoffwerte mit einem Anteil von 35,4 % vor Energiewerten mit 17,2 % und dem Gesundheitssektor mit 12,4 %. Knapp dahinter liegen Technologiewerte mit 11,2 % und defensive Konsumwerte mit 9,5 % Gewichtung. Orla Mining ist mit einem Anteil von knapp 29 % Watsas mit Abstand größte Position. Der frühere Depotspitzenreiter Occidental Petroleum ist nur noch Watsas zweitgrößte Beteiligung und stellt rund 16 % des Portfolios, Drittplatzierter ist der strauchelnde Gesundheitsdienstleister CVS Health. Und zu Watsa weiteren gewichtigen Position zählt auch der strauchelnde Nahrungsmittelriese Kraft Heinz, wo er Ende 2024 frisch eingestiegen ist. Anders als Buffett, der schon mehr als 10 Jahre an Bord und der größte Aktionär ist, muss Watsa keine milliardenschweren Abschreibungen auf sein Aktienpaket vornehmen und kann sich die aufziehenden "strategischen Optionen", wie eine mögliche Abspaltung von Kraft, ganz genüsslich anschauen. Und auf fette Renditen hoffen...

-▶ zum Artikel auf aktienmagazin.de

Disclaimer: Habe Fairfax Financial, KKR auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Mittwoch, 19. März 2025

Kissigs Portfoliocheck: Mason Hawkins nimmt Kraft Heinz auf den Speiseplan

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 291. Portfoliocheck blicke ich mal wieder in das Depot von Value Investor Mason Hawkins. Flaggschiff der von Hawkins 1975 gegründeter Southeastern Asset Management ist der Hedge-Fonds 'Longleaf Partners Funds'. Hawkins Anlagestil erinnert stark an den von Warren Buffett und Charlie Munger: er fokussiert sich auf eine überschaubare Zahl von Werten und hält seine Positionen zumeist viele Jahre lang. Dabei machen seine Top-10-Positionen oft mehr als die Hälfte des Portfolios aus und er investiert gern antizyklisch, setzt also auf vernachlässigte Branchen, die gerade so gar nicht angesagt sind an der Wall Street. Oder auf Unternehmen, die nicht als die großen Profiteure von Megatrends wahrgenommen werden und daher nicht auf dem Radar des Marktes auftauchen. Daher finden sich in seinem Portfolio nur selten Aktien aus dem Hochtechnologiebereich, sondern eher Werte aus den klassischen Sektoren der "Old Economy".

Im 4. Quartal 2024 lag Mason Hawkins Turnoverrate bei für ihn sehr unüblich hohen 17 % und unter seinen aktuell 44 Depotwerten finden sich drei Neuzugänge. Der Wert seines stark fokussierten Portfolios hielt sich konstant bei 2,12 Mrd. USD. Die drei größten Beteiligungen machen etwas mehr als 22 % aus, während es die fünf Schwergewichte auf gut 34 % bringen. An der Spitze von Hawkins Portfolio halten sich zyklische Konsumwerte mit einer Gewichtung von 20,7 % vor defensiven Konsumwerten mit 16,4 %. Drittplatzierter sind nun die Energiewerte mit 12,3 % vor Industrieunternehmen mit 11,4 % und den viele Jahre dominierenden Communications Services, die es nur noch auf 10,9 % bringen. Es folgen Finanzwerte mit 10,5 % vor Gesundheitsaktien mit 6,9 % sowie Technologiewerte und Immobilienunternehmen mit jeweils 5,5 %.

Live Nation Entertainment steht kurz vor dem Komplettverkauf und dürfte damit Warner Music Group und Warner Bros. Discovery folgen. Mit Warner Bros. Discovery war bisher kein Geld zu verdienen und es war eine der größten Verlustpositionen für Mason Hawkins. Zudem hat Hawkins seine Position bei CNX Resources weiter reduziert, die sowohl im 4. Quartal als auch im Gesamtjahr 2024 zu seinen Top-Performern zählte. Dennoch hält sich CNX Resources unangefochten an der Spitze von Mason Hawkins Portfolio und Hawkins hält nun noch 3 % an dem Unternehmen, nachdem es zuvor gut 4 % waren. Bei seinen weiteren größten Positionen Mattel, Affiliatend Managers Group und FedEx baute Hawkins seinen Bestand ebenfalls leicht ab, während er bei der neuen Fünftplatzierten und einer bisher größten Flops IAC erneut aufgestockt hat.

Und dann ist Hawkins noch ganz frisch eingestiegen bei The Kraft Heinz Co. Das Unternehmen entstand vor einigen Jahren durch die Fusion von Kraft Foods mit Heinz Ketchup und hat Warren Buffetts Berkshire Hathaway mit 27,25 % zum Großaktionär. Doch glücklich ist der damit bisher nicht, denn seit der Fusion im Jahr 2015, an der Buffett als Heinz-Eigentümer maßgeblich beteiligt war, hat der Kurs die Hälfte eingebüßt. Nach mehreren Umstrukturierungen, Neupositionierungen wichtiger Marken sowie Führungswechsel scheint Mason Hawkins nun davon überzeugt zu sein, dass hier nun - endlich - große Chancen lauern...


Disclaimer: Habe Berkshire, IAC auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Freitag, 6. Dezember 2019

Bill Ackman hält Berkshire Hathaway am Allzeithoch für total unterbewertet. Spinnt der?

Wenn man über den aktivistischen Investor Bill Ackman spricht, muss man sein Armageddon erwähnen: Valeant Pharmaceuticals (heute Bausch Health, WKN: A2JQ1X). Er sah in der kanadischen Pharma-Beteiligungsgesellschaft "das neue Berkshire Hathaway" und kaufte große Anteile an dem Unternehmen, bevor dieses dann total abstürzte - und Milliardensummen von Ackman und seinen Investoren vernichtete.

Dieses Fiasko bedeutet allerdings nicht, dass der frühere Anlegerliebling das Investieren nicht (mehr) drauf hätte. Ebenso wenig, wie ein großer Erfolg nicht belegt, dass Investoren dauerhaft einen goldenden Daumen für Investments hätten. Der Hedgefonds-Manager John Paulson ist das genaue Gegenteil von Ackman: er warnte rechtzeitig vor dem Platzen der US-Immobilienblase und wettete viel Geld darauf - und verdiente Milliarden. Seitdem sieht es allerdings trübe aus, seine weiteren Investments erweisen sich eher als schlecht bis unterdurchschnittlich.

Doch zurück zu Bill Ackman. Aus seiner Verehrung für Warren Buffett macht er keinen Hehl und seit einigen Monaten kauft er auch fleißig Aktien von dessen Beteiligungskonglomerat Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2]. In seinem nur auf wenige Werte fokussierten Portfolio ist die Buffett-Aktie nach dem Aufstocken im dritten Quartal inzwischen mit mehr als 13% gewichtet. Das macht Ackmann nicht etwa aus Nostalgie oder Verklärung, sondern weil Berkshire Hathaway "derzeit mit einem der größten Abschläge auf seinen inneren Wert seit vielen Jahren" gehandelt würde und das zu einer Zeit, wo sich operative Verbesserungen bei einigen schwächelnden Tochterunternehmen einstellen würden.

Freitag, 20. September 2019

Portfoliocheck: Verliert jetzt auch Warren Buffett das Vertrauen in Kraft Heinz?

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 53. Portfoliocheck blicke ich mal wieder Warren Buffett über die Schulter. Die Performance dieses wohl weltbesten Investors ist atemberaubend; er legte über mehr als 50 Jahre hinweg eine Rendite von knapp 20% pro Jahr hin. In dieser Höhe und über eine solch langen Zeitraum ist das fast unerreicht.

Im zweiten Quartal hat Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway nur wenige Aktienpositionen verändert und lediglich moderat bei Bank of America, US Bancorp. und Amazon aufgestockt. Viel interessanter ist aber, was (noch?) nicht passiert ist und das betrifft Buffetts aktuell wohl lausigstes Investment Kraft Heinz Co., wo Finanzinvestor 3G als zweitgrößte Aktionär und Buffett-Partner zuletzt massiv Aktien verkauft hat. Wegweisend auch für Buffett?

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Amazon und Berkshire Hathaway befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Sonntag, 24. Februar 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 8. Börsenwoche im Rückspiegel mit Berkshire Hathaway, Corestate Capital, Kraft Heinz, The Trade Desk

Momentan herrscht (politische) Ruhe an den Börsen. Vielleicht ist es auch nur eine trügerische Ruhe, aber man ist gewillt, extremes Agieren zu unterlassen.

Das gilt für die Großwetterlage, bei einzelnen Unternehmen fallen die Kursausschläge durchaus noch extrem aus, wenn sie die Erwartungen nicht erfüllen. Oder übererfüllen, auch das geschieht durchaus.

Wenn zum Beispiel The Tradedesk einen Raketenstart von 30% hinlegt, weil die sowieso schon hohen Erwartungen geradezu vaporisiert wurden, dann ist das schon extrem, egal in welcher Börsenphase. Und auch ich habe meine Freude an dem Kurssprung, denn obwohl der Wert nicht auf meiner Beobachtungsliste steht, habe ich ihn doch im Depot - indirekt über Stefan Waldhausers High Tech Stock-Picking-Wiki, in dem ich investiert bin, denn dort ist es die größte Position.

Auf der anderen Seite hat Warren Buffetts Berkshire Hathaway enttäuschende Zahlen vorgelegt. Jedenfalls auf den ersten Blick. Und das hat nicht nur mit dem miesen Ergebnis von Kraft Heinz Co. zu tun, einer seiner größten Beteiligungen. Er hatte aber auch zuvor schon deutlich nachgegeben. Es trennt sich weiterhin die Spreu vom Weizen und man kann durchaus erkennen, dass es in einigen Sektoren weiterhin ausgezeichnet läuft, während andere ihren Absturz fortsetzen. Zu diesen gehören die Automobilwerte und ihre Zulieferer oder auch die Modebranche. Gerade hier häufen sich Verluste und Insolvenzen und die vermeintlichen Schnäppchen werden schnell zur finanziellen Todesfalle.

Auch bei den Turnaroundwerten muss man aufpassen und sollte stets Warren Buffetts weise Worte im Hinterkopf behalten: "Turnarounds seldom turn". Und während meine Turnaroundwetten wie Teva Pharmaceuticals oder Bausch Health in der letzten Woche auch keine Freunde bereiteten, geben die US-Technologiewerte weiterhin den Ton an und ziehen die Märkte - und mein Depot - wieder nach oben...

Mittwoch, 15. November 2017

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 3. Quartal 2017?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha", musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 3. Quartal 2017
Im abgelaufenen Quartal gab es nur wenige, aber dafür bemerkenswerte Veränderungen an Buffetts Positionen.

Freitag, 21. Juli 2017

McCormick und der scharfe Ritt: Kurseinbruch nach Übernahme als Chance?

Der Gewürzhersteller McCormick & Company ist ein ziemlich unbekannter Riese, jedenfalls hierzulande. Das ist insofern verständlich, als dass Otto Normalverbraucher mit seinen Produkten (bisher) eher selten direkt in Kontakt kommt. Denn der 1889 in Baltimore gegründete Konzern stellt Gewürze oder Gewürzmischungen her und vertreibt sie an die Lebensmittelindustrie. Dabei ist es fast unmöglich als Konsument, nicht täglich etwas zu Essen oder zu Trinken, was nicht mit Zutaten von McCormick gewürzt wurde, zumindest in deren Hauptmarkt, den USA. Und in den letzten drei Jahren hatten die Aktionäre auch viel Freude mit ihrem Investment, denn McCormick zählt zu den gesuchten defensiven Werten, die auch in einer Rezession gute Geschäfte machen.

Neben den Gewürzen ist McCormick allerdings inzwischen auch selbst als Hersteller von Lebensmitteln aktiv und diese ist vor allem in den USA momentan im Umbruch. Denn die Verbraucher wenden sich vom Zucker ab und schauen verstärkt danach, Produkte aus regionalem und ökologischem Anbau zu bevorzugen. Das stellt einige der Platzhirsche der Branche vor große Herausforderungen, wie Campbell Soup oder General Mills. Und zumindest teilweise nun auch McCormick.

Während also das Gewürzbusiness weiter attraktive Renditen abwirft, sieht sich auch McCormick mit seinen Produkten zunehmendem Gegenwind ausgesetzt. Und begegnet diesen auch durch Übernahmen. So hat man den Tubenkräuterspezialisten Gourmet Garden und den Saucenprofi Cajun Injector gekauft und ganz aktuell das Lebensmittelbusiness von Reckitt Benckiser für 4,2 Mrd. Dollar. Dieser letzte Zukauf kommt an der Börse nicht gut an und wird als zu teuer eingestuft. Immerhin hatte sich McCormick in einem Bieterverfahren gegen andere Größen der Branche durchgesetzt und am Ende einiges mehr bezahlt, als Analysten als Wert für RBs Lebensmittelbusiness angesetzt hatten. Der Kauf soll überwiegend über Kredite finanziert werden, was prompt die Ratingagentur Moody's auf den Plan rief, die eine Bonitätsabstufung für McCormick in Aussicht stellt. Also alles schlecht und der Kurseinbruch nur allzu gerechtfertigt. Oder?

Sonntag, 6. November 2016

24 Prozent weniger Ergebnis? War Buffett wirklich so schlecht im letzten Quartal?

Auf die Zahlen der Investorenlegende Warren Buffett, dem "Orakel von Omaha", warten Anleger rund um den Globus immer ganz gespannt, hat er doch in seinen zurückliegenden 50 Jahren als Großaktionär und CEO seiner Investment Holding Berkshire Hathaway eine Rendite von annähernd 20 Prozent erzielt. Jahr für Jahr, wohlgemerkt. Und der Kurs der BRK-Aktien stieg von damals etwa $50 auf aktuell etwa $215.000 für eine Aktie der Klasse A - eine Wahnsinnsrendite für die Aktionäre.

Nun hat er Ergebnisse für das dritte Quartal 2016 vorgelegt und das Nettoergebnis fiel um 24% niedriger aus als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Man könnte meinen, es reihe sich damit in eine ganze Reihe von schlechten Quartalsergebnissen ein, die an der Wall Street dieser Tage berichtet wurden. Doch ein zweiter Blick auf die Zahlen zeigt durchaus Interessantes und so schauen wir mal auf einzelne, durchaus prägende, Sparten bzw. Tochtergesellschaften.

Eisenbahn/Transport
Und hier sticht die Eisenbahnsparte heraus, wo Burlington Northern Santa Fe (BNSF) einen um 12% auf $1,02 Mrd. zurückgegangenen operativen Gewinn ausweisen muss, da das Frachtvolumen rückläufig ist aufgrund gesunkener Öl-, Gas- und Kohlepreise und daher auch die Preise, die hier vereinnahmt werden können. Diese Rückgänge sind durch andere wichtige Transportgüter, die Autos aus den Fertigungsstätten in Mexiko, (bisher) nicht zu kompensieren.

Versicherungen
Die Versicherungssparte, die u.a. den Versicherer Geico Corp. und den Rückversicherer Generel Re umfasst, erzielte ein operatives Investment-Einkommen von $850 Mio., während der operative Gewinn um 35% auf $272 Mio. sank.

Energie
Erfolge gab es in der Energiesparte Berkshire Hathaway Energy (vormals MidAmerican Energy), die $932 Mio. an Profiten ausweisen kann ggü. $786 im Vorjahresquartal. Die Sparte betreibt Kraftwerke in Großbritannien, Gaspipelines zwischen den großen Seen im Norden der USA bis runter nach Texas und hat Tochtergesellschaften u.a. in Iowa und Nevada. Dabei legt sie auch immer mehr den Fokus auf regenerative Energien, vor allem Solarenergie.

Sonderfaktoren und Sonstiges
Im dritten Quartal konnte BRK $2,35 Mrd. an Investmentgewinnen ausweisen, was deutlich unter den Vorjahreswerten liegt. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass dieses Ergebnis einerseits durch den Verkauf der Tochter Wrigleys an Mars um rund $1,6 Mrd. aufgehübscht wurde, während im Vorjahresquartal noch ein $4,4 Mrd. Sonderertrag zu Buche schlug aus dem KraftHeinz-Zusammenschluss. Daher sollte man den 24-prozentigen Rückgang des Nettoergebnisses auch nicht überbewerten, denn die Sondereinflüsse prägen diese Momentaufnahme doch deutlich und werden beim nächsten Vorjahres-Quartalsvergleich eine Rolle mehr spielen.

»Solange unsere Investments in jedem Jahr 15 Prozent zulegen, mache ich mir um Quartalszahlen keine Sorgen.«
(Warren Buffett)

Und dann war da noch Wells Fargo und es steht die Frage im Raum, was Buffett mit seinen Wells Fargo-Aktien gemacht hat. Die Antwort hierauf gibt der Quartalsbericht nicht, hier müssen wir uns noch einige Wochen gedulden, bis Buffett sein 13F-Formular mit seinen zum Quartalsende aktualisierten Aktienbeständen bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC einreichen muss. Dann werden wir sehen, ob und wie sein bisheriger 10-Prozentanteil an Wells Fargo sich verändert hat und dann wird Buffett auch Rede und Antwort stehen und seine Sicht auf den Wells-Fargo-Skandal öffentlich darlegen. Es bleibt also spannend...

Der Buchwert je Aktie, auf den Buffett ja immer abstellt als Gradmesser für seinen Unternehmenserfolg, war natürlich durch den massiven Einbruch bei Wells Fargo geprägt. Er erreichte per 30. September einen Wert von $163.783 je Aktie (Klasse A) und legte damit um 5,3% ggü. dem Vorjahreswert zu.

Meine Einschätzung
Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste. Allerdings seit einiger Zeit nur noch als Halteposition, weil die starke Abhängigkeit vom Versicherungsgeschäft meines Erachtens immer größere Risiken birgt. Und über diese Sparte sagte Buffet selbst, dass sie in den nächsten Zehn Jahren "nicht mehr so gut laufen werde wie in den letzten 30 Jahren". Ich bewerte es daher positiv, dass Buffett sein Engagement in diesem Bereich reduziert und im Gegenzug seine Konsumgüter- und Industriebeteiligungen erheblich ausbaut, nicht nur durch die $37 Milliarden schwere Übernahme von Precision Castparts oder seinen Duracell-Procter & Gable-Tausch. Allerdings schwächelt die Eisenbahnsparte, die Tochter BNSF, da sie stark vom Transport von Kohle und für die US-Öl- und Schiefergasindustrie abhängt, so dass unter dem Strich Berkshire Hathaway eine gute Halteposition für langfristig orientierte Anleger bleibt. Sie ist inzwischen wie ein Fonds der erfolgreichsten Unternehmen der USA.

Dienstag, 23. Februar 2016

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 4. Quartal 2015?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha",musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 4. Quartal 2015
Auch im vierten Quartal gab es einige Veränderungen an Buffetts Positionen, dessen börsennotierte Aktienpositionen von $127,41  Mrd. auf $131,86 Mrd. anstiegen. Seine zweitgrößte Beteiligung The Kraft Heinz Co. ist erst seit dem letzten Quartal "an Bord", als Buffetts nicht (mehr) börsennotierte Heinz Ketchup den Nahrungsmittelgiganten Kraft Foods übernahm und beide als Gemeinschaftsunternehmen nun wieder an der Börse notieren.

Bemerkenswert ist, dass Buffett sich antizyklisch verhält und in die "ausgebombte" Öl-Industrie investiert. Mit Phillips 66 setzt er dabei auf Raffinerien und Tankstellen und mit Kinder Morgan auf Öl-Pipelines. Und auch seine Beteiligung in Suncor Energy zielt auf deren Raffinerien und nur bedingt auf die Ölförderung, die die Kanadier mittels Sandwaschen betreiben. Das allerdings zu sehr niedrigen $20 je Barrel.

Verkäufe
Vollständig getrennt hat sich Buffett inzwischen von Chicago Bridge & Iron, die schon länger reduziert werden. Und beim Telefonriesen AT&T, deren Aktien er aufgrund der Fusion mit DirecTV erhielt, verkaufte er Anteile, und auch bei Wabco Holdings reduzierte er sein Engagement weiter.

Mittwoch, 30. Dezember 2015

2015 war das Seuchenjahr des Warren Buffett

Star-Investor Warren Buffett schlägt mit der Aktienkursentwicklung seiner Beteiligungsholding Berkshire Hathaway regelmäßig den S&P 500 Index, doch in diesem Jahr liegt er ziemlich weit hinten. Und das, wo er sein 50. Jubiläum feiert als Chef von Berkshire Hathaway und auf eine durchschnittliche Aktienkursentwicklung von annähernd 20 Prozent blicken kann. Jahr für Jahr, wohlgemerkt.

Doch bereits nach dem zweiten Quartal zeichnete sich ab, dass es in diesem Jahr nicht einfach werden würde für Buffett. Denn einige seiner größten Aktienpositionen im Depot erwiesen sich Flops und das konnten die übrigen Werte nicht ausgleichen.

Unternehmen               Anteil per 30.09.      Kurs am 02.01.      Kurs am 31.12.    Veränderung
Wells Fargo                     18,95 %                  54,70 $                   55,00 $          +   0,05 %
Kraft Heinz Co. *)                     18,03 %                  72,96 $                  74,03 $          +   1,47 %
Coca Cola                     12,59 %                  42,14 $                  43,59 $          +   3,44 %
IBM                       9,22 %                162,06 $                139,93 $          -  13,66 %
American Express                       8,82 %                  93,02 $                  70,61 $          -  24,09 %
Phillips 66                       3,70 %                  72,29 $                  82,81 $          + 14,55 %
Procter & Gamble                       2,98 %                  90,44 $                  80,36 $           - 11,14 %
Walmart                       2,85 %                  85,90 $                  61,70 $           - 28,17 %
*) notiert erst seit 06.07.2015 an der Börse

 Berkshire Hathaway (Quelle: comdirect.de) 
Und so liegt denn die Aktienkursentwicklung von Berkshire Hathaway rund 11 Prozent hinter der Performance des S&P 500 und mit 10,47 Prozent sogar absolut betrachtet deutlich im Minus auf Jahressicht. Allerdings sollte man Buffett noch nicht abschreiben, denn zu seinen Beteiligungen gehören auch viele nicht börsennotierte Unternehmen, wie die Versicherung Geico, der Rückversicherer BH Re, die Eisenbahn BNSF oder der Energieversorger BH Energy (ehemals MidAmerican Energy). Hinzu kommen noch Preferred Stocks bzw. Wandelanleihen im Wert zweistelliger Milliardenbeträge bei Dow Chemical und der Bank of America.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste. Sie ist wie ein Indexfonds von Werten mit herausragender Marktstellung und daher sollte die Aktie in keinem langfristig orientierten Depot fehlen.

Montag, 9. November 2015

Buffett meldet Rekordgewinn. Und doch...

Value Investor Warren Buffett ist kein Freund von Quartalsberichten, weder bei den Unternehmen, in die er investiert, noch bei seiner eigenen Investment-Holding Berkshire Hathaway. Trotzdem legt er regelmäßig sein Zahlenwerk vor und nach dem Gewinneinbruch im zweiten Quartal kann Buffett nun einen Rekordgewinn vermelden. Denn zu seinem 50. Dienstjubiläum erzielt Berkshire den bisher größten Quartalsgewinn und verdoppelt seinen Überschuss auf 9,43 Mrd. USD.

Mach's nur einmal, Kraft
Allerdings liegt dies ganz überwiegend an einem Sondereffekt, der aus der Übernahme des Lebensmittelgiganten Kraft Foods herrührt, den Berkshire gemeinsam mit dem Finanzinvestor 3G kürzlich schluckte. Berkshire hält nun 51 Prozent an der fusionierten "The Kraft Heinz Co." und erzielte aus der Übernahme einen Einmaleffekt von 4,4 Mrd. USD. Operativ läuft es bei der neuen gesellschaft noch nicht rund und unter der Führung von 3G werden mehrere tausend Jobs gekürzt und 7 Fabriken geschlossen, um das Unternehmen effizienter aufzustellen. 3G ist für seine regieden Sanierungsmaßnahmen bekannt und hatte diese bereits bei der gemeinsamen Übernahme von Heinz Ketchup knallhart durchgezogen.

Operativ läuft nicht alles rund
Buffett selbst meint, man solle lieber auf das operative Ergebnis schauen, weil diese mehr Aussagekraft habe und eher Rückschlüsse auf Erfolg und Misserfolg des Managements gebe. Und so folgen wir seinem Rat und schauen uns das Ergebnis hinter den Zahlen an.

Der operative Gewinn ging um 3,7 Prozent auf 4,6 Mrd. USD zurück, was vor allem an Berkshires schwächelndem Versicherungsgeschäft liegt. Die Branche steht aufgrund der Niedrigzinsphase weltweit unter Druck und Buffett hat zuletzt Versicherungsaktivitäten reduziert und zugunsten von Industriebeteiligungen umgesteuert. So verkaufte er mindestens ein Viertel seines Aktienpakets am weltweit größten Rückversicherer Munich Re und fast im Gegenzug übernahm er für 37 Mrd. USD den Luftfahrzuliefere Precision Castparts.

 Berkshire Hathaway - B-Aktie (Quelle: comdirect.de)
Beteiligungen machen keine Freude
Daneben ist Berkshire Hathaway ist an fast 90 Firmen beteiligt, darunter viele nicht börsennotierte - von der Frachteisenbahn Burlington Northern Santa Fe (BNSF) bis hin zu Zeitungen und einer großen Energiesparte, die zunehmend in Solarenergie investiert. Zu den bekanntesten börsennotierten Beteiligungen gehören die US-Firmen Wells Fargo, Coca-Cola, IBM, American Express, Walmart und Procter & Gamble.

Doch diese großen Beteiligungen des 84-Jährigen liefen deutlich schwächer als im Vorjahresquartal. Lediglich Wells Fargo, mit fast 25 Prozent Buffetts mit Abstand größte Depotposition, konnte seinen Gewinn um magere 1 Prozent steigern, während Coca Cola einen Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 12 Prozent vermelden musste, AMEX um 14 Prozent und P&G um 2 Prozent. IBMs Umsätze sanken im 14. Quartal in Folge und Walmart musste seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für die nächsten Jahre drastisch reduzieren. Trotz der Probleme seiner größten Beteiligungen erzielte Berkshire ein Investmentergebnis von 4,9 Mrd. USD ggü. einem Verlust von 107 Mio. USD im gleichen Vorjahreszeitraum.

Buffetts große Beteiligungen sind überwiegend international agierende Großkonzerne und diese leiden in diesem Jahr unter dem starken Dollar, was ihre Umsätze und Gewinne massiv belastet. Und Buffett ist ein Freund davon, gerade dann zuzuschlagen, wenn hervorragende Unternehmen kurzfristig ins Straucheln geraten. Es bleibt daher abzuwarten, was er an Veränderungen, insbesondere an Käufen, in seinem regelmäßigen Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC bekanntgeben wird. Dieser muss er alle 3 Monate den Bestand an US-Aktien vorlegen, so dass alle Welt die Veränderungen in seinem Portfolio nachvollziehen kann. Insbesondere zu IBM hat er bereits angekündigt, hier weiter zugekauft zu haben.


"Solange unsere Investments in jedem Jahr 15 Prozent zulegen,
mache ich mir um Quartalszahlen keine Sorgen."
(Warren Buffett)


Man sollte Buffett folgen und nicht so sehr auf die Ergebnisse einzelner Quartale schauen. Und man sollte bedenken, dass Buffetts Portfolio nicht nur aus den börsennotierten Aktiengesellschaften besteht, sondern eben auch eine Vielzahl an nicht-börsennotierten Unternehmen enthält, bei denen die Bewertungen nicht so stark schwankt wie bei Aktienkursen, sondern die anhand objektiverer Kriterien wie Buchwert, Umsatz und Gewinnen bewertet werden.

Unglaubliche Erfolgsgeschichte
Seitdem Warren Buffett 1965 in die damals strauchelnde Textilfirma Berkshire Hathaway übernahm und in der Folge zu einer Investmentholding umbaute, stieg der Aktienkurs um beispiellose 1,8 Millionen Prozent und machte Buffett mit einem Vermögen von rund 67 Mrd. USD zum dritt reichsten Menschen der Welt. Bis Ende 2014 hat die Berkshire-Aktie im Schnitt jedes Jahr doppelt so viel zugelegt wie der S&P 500 Index und Berkshire ist inzwischen das viertgrößte börsennotierte Unternehmen der Welt mit einer Marktkapitalisierung von 354 Mrd USD. Größer sind nur Apple, Google und Microsoft, die von Bill Gates gegründete Softwareschmiede - und dem inzwischen reichsten Menschen der Welt und langjährigen Freund Warren Buffetts.

Einschätzung
Berkshire Hathaway befindet sich als Halteposition auf meiner Empfehlungsliste. Die starke Abhängigkeit vom Versicherungsgeschäft birgt meines Erachtens immer größere Risiken und über diese Sparte sagte Buffet kürzlich selbst, dass sie in den nächsten Zehn Jahren "nicht mehr so gut laufen werde wie in den letzten 30 Jahren". Die soeben vorgelegten Quartalszahlen belegen dies erneut. Andererseits begrüße ich, dass Buffett sich wieder verstärkt in anderen Bereichen einkauft und zwar massiv, wie die Übernahmen von Kraft und Precision Castparts zeigen.

Montag, 31. August 2015

Buffetts großer Bluff... mit Phillips 66

Wenige Tage nach seinem 85. Geburtstag hat Value Starinvestor Warren Buffet mal wieder alle an der Nase herumgeführt. Auch mich. Kürzlich musste er als institutioneller Asset-Manager mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 100 Mio. USD seine Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) offenlegen. Das vierteljährlich vorzulegendes  Formular 13F zeigt seinen Aktienbestand im Portfolio seiner Beteiligungsholding Berkshire Hathaway zum Ende des zweiten Quartals und damit die Veränderungen ggü. dem 1. Quartal. Und eine der wenigen Auffälligkeiten darin war, dass Buffett seine Investments bei den Öl-Werten National Oliwell Varco und Phillips 66 komplett veräußert hat.

Über die Bestandsmeldung hinaus hatte Berkshire bei seiner SEC-Meldung angekündigt, eine 3,09 Mrd. USD schwere Beteiligung an einem nicht genannten Unternehmen eingegangen zu sein. Diese Möglichkeit zur Verschleierung wird zur Offenlegung verpflichteten Investoren eingeräumt, um ihnen die Chance zu geben, selbst eine größere Position in börsennotierten Unternehmen aufzubauen, bevor Trittbrettfahrer die Kurse hochtreiben, weil sie ja anhand der 13F-Veröffentlichung sehen können, wo der Starinvestor zukauft. Und am vergangenen Freitag hat Buffett nun die Kuh über den Eimer geschoben und alle überrascht!

Montag, 17. August 2015

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 2. Quartal 2015?

Value Investor und "Orakel von Omaha" Warren Buffett musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. Das ist ein vierteljährlich vorzulegendes Dokument, mit dem institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von 100 Mio. USD ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen müssen.

Veränderungen im 2. Quartal 2015: Kabel hui, Öl pfui
Im zweiten Quartal gab es nur wenige Veränderungen an Buffetts Positionen. Auch deshalb ist das "Ergebnis aus Aktiengeschäften" von Berkshire Hathaway im 2. Quartal auf 123 Mio. USD zusammengeschrumpft, nachdem es im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch stolze 2,06 Mrd. USD betragen hatte.

Auffällig ist, dass er seine bereits schon zuvor stark reduzierte Positionen im Öl-Sektor weiter abgebaut hat, indem er sich vollständig von National Oliwell Varco und Phillips 66 trennte. Im Gegenzug hat er weiter massiv bei John Malones Kabelnetzbetreiber Charter Communications aufgestockt, indem er seine Position um über 40% erhöhte. Charter übernimmt gerade Time Warner für 56 Mrd. USD in bar und Aktien und inkl. Schulden hat die Transaktion ein Volumen von fast 79 Mrd. USD.

Ganz neu im Portfolio ist eine 20-Mio-Aktien-Beteiligung am US-Autolackierer Axalta Coating Systems, den Buffett kürzlich für rund 660 Mio. USD von Carlyle Group kaufte. Des Weiteren hatte Berkshire in der vergangenen Woche verkündet, eine 3,09 Mrd. USD schwere Beteiligung an einem nicht genannten Unternehmen eingegangen zu sein. Hier darf man auf die Enthüllung gespannt sein.

Dienstag, 11. August 2015

Die 10 größten Deals des Warren Buffett

Star-Investor Warren Buffett hat soeben die Übernahme von Precision Castparts für 37,2 Mrd Dollar angekündigt, der größten Übernahme in der Geschichte seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway. Mit Aktieninvestments und der Übernahme ganzer Unternehmen wurde Warren Buffett zum dritt reichsten Menschen der Welt mit einem geschätzten Vermögen von rund 66 Milliarden Dollar.

Wir wollen mal einen Blick auf seine 10 größten Deals werfen, die zwischen 1998 und heute lagen. Von diesen betrafen 9 Übernahmen die USA und ein Übernahmeziel lag in Kanada, also keines außerhalb Nordamerikas. Doch nicht alle Deals stemmte Buffett alleine, einmal unterstützte ihn die brasilianische Private Equity Firma 3G und einmal das Management des übernommenen Unternehmens.

Volumen   Unternehmen   Ankündigung   Aktienanteil   Volumen inkl. Schulden
31,58 Mrd. $   Precision Castparts   10.08.2015     96,90% (1)   35,81 Mrd. $
26,71 Mrd. $   Burlington Northern Santa Fe   03.11.2011     77,40% (1)   35,94 Mrd. $ 
23,58 Mrd. $   H.J. Heinz (2)   14.02.2013   100,00%   27,50 Mrd. $
16,15 Mrd. $   General Re   19.06.1998   100,00%   16,15 Mrd. $
10,70 Mrd. $   IBM   14.11.2011       5,43% (3)   10,70 Mrd. $
  9,21 Mrd. $   Lubrizol Corp.   14.03.2011   100,00%     9,91 Mrd. $
  5,65 Mrd. $   NV Energy Inc.   29.05.2013   100,00%   10,42 Mrd. $
  5,10 Mrd. $   PacifiCorp   24.05.2005   100,00%     9,40 Mrd. $
  2,83 Mrd. $   AltaLink Holdings L.P. (CAN)   01.05.2014   100,00%     5,46 Mrd. $
  2,14 Mrd. $   MidAmerican Energy (4)   25.10.1999   100,00%     8,39 Mrd. $
Quelle: marketwatch.com

Anmerkungen:
(1) Berkshire Hathaway hielt bereits vor der Übernahmeankündigung Aktien dieses Unternehmens
(2) Berkshire Hathaway übernahm dieses Unternehmen gemeinsam mit 3G Capital Inc.
(3) Berkshire Hathaway hat keine Übernahme angekündigt, sondern lediglich Aktien gekauft
(4) Berkshire Hathaway tätigte die Übernahme gemeinsam mit dem Management des Unternehmens


Wie Buffett erklärte, würde Berkshire Hathaway nach Vollendung der Übernahme von Precision Castparts noch immer über mehr als 40 Milliarden Dollar an Cash für weitere Zukäufe verfügen. Man darf also auf weitere Deals gespannt sein...

Montag, 10. August 2015

Buffett im 2. Quartal ohne Fortune

Star-Investor Warren Buffett ist kein Freund von Quartalsberichten, weder bei den Unternehmen, in die er investiert, noch bei seiner eigenen Investment-Holding Berkshire Hathaway. Und der jüngst zum 2. Quartal 2015 vorgelegte Bericht wird auch bei seinen Aktionären keine Freudensprünge auslösen, denn Berkshires Gewinn ist massiv eingebrochen.

Versicherungssparte massiv unter Druck
Zu seinem fünfzigsten Firmenjubiläum hätte Buffet vermutlich lieber anders präsentiert, als einen Rückgang des Nettogewinns von 37% auf 4,01 Mrd. USD. Dabei machte vor allem das Versicherungsgeschäft, die tragende Säule des BH-Konglomerats, Sorgen. Die Sparte, zu der BHRE und der Autoversicherer Geico gehören, erzielte mit 939 Mio. USD 40% weniger Gewinn als im Vorjahresquartal - was auf erheblich gestiegene Haftungsansprüche seitens der Kunden zurückgeführt wird. Allerdings steht das Versicherungsgeschäft zunehmend unter Druck weil aufgrund der Niedrigzinsphase verstärkt branchenfremde Anbieter, wie Pensionskassen und Hedgefonds, in den Versicherungsmarkt drängen und mit Dumpingpreisen den etablierten Versicherern die Kunden abspenstig machen. Der Chef der BH-Rückversicherungssparte, Ajit Jain, Cousin des ehemaligen Co-Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain, hatte bereits vor kurzem angekündigt, sich künftig auch stärker in Sach- und Unfallversicherungen engagieren zu wollen. Seit jeher kein margenstarkes Geschäft. Die starke Fokussierung Berkshires auf Versicherungen könnte zu einem nicht unerheblichen Problem werden...

Montag, 6. Juli 2015

Buffetts Kraft-Akt: Der neue Nahrungsmittel-Gigant heißt Kraft Heinz Co.

Der nicht börsennotierte Ketchup-Hersteller Heinz hat die Übernahme des börsennotierten Mitbewerbers Kraft Foods vollendet und notiert nun unter dem Namen "Kraft Heinz Co." an der Börse. Heinz gehörte zuvor mehrheitlich zu Warren Buffetts Investment-Imperium Berkshire Hathaway und er hatte bei dem damaligen Kauf einen brasilianischen Partner mit an Bord, den Finanzinvestor 3G. Dieser stemmt auch dieses Mal gemeinsam mit Buffett die Übernahme.

Kurz vor Abschluss der Übernahme hatte Buffett seinen Anteil bei Heinz sogar noch aufgestockt, so dass er nun unbestrittener Großaktionär der neuen Kraft Heinz Co. ist. Der Konzern ist mit rund 28 Milliarden Dollar Umsatz in den USA die Nummer 3 und weltweit die Nummer 5 der Branche und ist u.a. bekannt für seine Marken Oscar Mayer, Philadelphia, Velveeta, Maxwell House, Ore-Ida, Jell-O, Kraft Cheese und Heinz Ketchup. Branchen-Primus mit weitem Abstand bleibt der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé mit rund 95 Milliarden.

Nach der Übernahme halten Berkshire Hathaway und 3G zusammen 51 Prozent der Kraft Heinz Co. und kontrollieren 6 der 11 Sitze des Boards (Aufsichtsrat). Warren Buffett übernimmt einen dieser Sitze, Alex Behring, 3Gs Geschäftsführender Partner wird Vorstandsvorsitzender. Wie vor einigen Jahren auch Heinz, schwächelte Kraft Foods zuletzt operativ und seine Margen begannen, zu erodieren. Daher ist davon auszugehen, dass ein nicht unwesentlicher Teil des Wertschöpfungspotenzials in der neuen KHC aus Synergieeffekten besteht, also Einsparungen.

Die neuen Aktien werden ab dem 6. Juli an der NASDAQ gehandelt und die bisherigen Kraft Foods-Aktionäre erhalten für diese Kraft Heinz-Aktien und eine Extra-Dividende von 10 Milliarden USD in Cash.

Diese Milliarden-Übernahme zeigt einmal mehr, dass Buffett die einfachen Geschäftsmodelle liebt und Unternehmen, deren Produkte die Kunden bei jeder Wirtschaftslage nachfragen werden. Neben Versicherungen und Finanztiteln machen daher Konsumwerte einen nicht unerheblichen Teil seines Portfolios aus.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Freitag, 19. Juni 2015

Warren Buffett kriegt gar nicht genug... Ketchup

Warren Buffett, das "Orakel von Omaha" und der Welt erfolgreichster und bekanntester Value Investor hat ein Faible für Konsumwerte. Gemeinsam mit der Brasilianischen Private Equity Gesellschaft 3G kaufte Buffett vor einigen Jahren den Ketchup-Hersteller Heinz und nahm diesen von der Börse, um ihn in aller Ruhe und ab vom Rampenlicht auf Rendite zu trimmen.

Und nun wird dieser in einer spektakulären Übernahme mit der börsennotierten Kraft Foods fusioniert, und Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway wird hier der Mehrheitsgesellschafter sein, noch vor Partner 3G. 12 der damals 23 Milliarden Dollar schweren Heinz Ketchup Übernahme betrug Buffetts Anteil und nun kommen weitere 5,4% hinzu, denn Buffett nutzte eine ihm damals eingeräumte Option, seinen Anteil aufstocken zu können, so dass er nun auf 52,5% der Anteile kommt. Kurz vor Abschluss der Fusion mit Kraft Foods baut Buffett also seine Position aus und wird damit zum größten Aktionär der neuen Kraft Heinz Co., die mit rund 28 Milliarden Dollar Umsatz die weltweite Nummer 5 der Branche sein wird. Spitzenreiter mit weitem Abstand bleibt der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé mit rund 95 Milliarden.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Samstag, 2. Mai 2015

Buffetts Berkshire Hathaway läuft und läuft und läuft...

Warren Buffetts Investmentkonglomerat Berkshire Hathaway macht gerade Schlagzeilen, denn an diesem Wochenende pilgern wieder zigtausende von begeisterten Anhängern und Aktionären nach Omaha im US-Bundesstaat Nebraska, um dem jährlichen Aktionärstreffen mit dem "Orakel von Omaha" beizuwohnen. Und diesen Mal ist es etwas ganz Besonderes, denn es jährt sich das 50. Jahr des Einstiegs von Buffett und Charlie Munger in das Unternehmen. Und der unvergleichliche Aufstieg des einstigen, von der Pleite bedrohten Textilunternehmens zur teuersten Aktie der Welt (215.800 US-Dollar).

Dieses "Woodstock für Reiche" ist aber nicht nur ein Riesenspektakel, wo es auch viele Produkte der Buffett-Firmen zu kaufen gibt, sondern es wurden am Rande auch die Zahlen für das abgelaufene 1. Geschäftsquartal bekannt gegeben. Und die zeigen mal wieder, weshalb Buffett der Großmeister der Investoren ist und bleibt: denn unterm Strich verdiente Berkshire Hathaway 5,16 Mrd. USD und damit 10 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 48,64 Mrd. USD.

Berkshire Hathaway hält ein Portfolio von über 80 Tochterfirmen und Aktienpakete an Großkonzernen wie Coca-Cola, IBM, Wells Fargo, American Express und Walmart. Im März hatte Buffett gemeinsam mit dem brasilianischen Finanzinvestor 3G die Fusion der US-Lebensmittelriesen Heinz Ketchup und Kraft Foods eingefädelt und neben den börsennotierten Aktiengesellschaften tragen auch immer mehr nicht-börsennotierte Unternehmen zum Erfolg bei, wie Duracell, See's Candies, BH Energy oder auch der Bahnkonzern Burlington Northern Santa Fe, dessen Gewinn um 44 Prozent auf gut eine Milliarde USD kletterte.

Viele dieser Unternehmen sind absolute Quality Investments und man kann nur an ihrem Erfolg partizipieren, wenn man in Berkshire Hathaway investiert. Die börsennotierten Gesellschaften hingegen kann man auch einzeln erwerben. Da Buffett regelmäßig über seine Transaktionen berichtet, ist es nicht schwer, seine Investments nachzuvollziehen. Doch bevor alle Transaktionen des ersten Quartals bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) bekannt gegeben werden mittels des Formulars 13-F, müssen wir uns noch etwas gedulden. Nur so viel hat Buffett schon vorab verraten: auch im ersten Quartal hat er weitere Aktien von IBM hinzugekauft, die inzwischen zu den mit Abstand vier größten Positionen in seinem Portfolio gehören. Dazu passend dürfte Buffett sich über die jüngste Ankündigung IBMs freuen, die Quartalsdividende das zwanzigste Jahr in Folge anzuheben. Und zwar um weitere 18 Prozent bzw. 20 Cents auf 1,30 USD je Aktie.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und bleibt ein Basisinvestment für alle langfristig orientierten Anleger.

Donnerstag, 26. März 2015

Warren Buffett tankt Kraft mit Übernahme

Er hat es wieder getan, er hat erneut alle überrascht: Starinvestor Warren Buffett hat mit der Übernahmeofferte für Kraft Foods einmal mehr seine Vorliebe für spektakuläre Übernahme bewiesen. Seine Investmentholding Berkshire Hathaway wird zusammen mit dem Brasilianischen Finanzinvestor 3G Kraft Foods mit der erst vor anderthalb Jahren übernommenen Heinz Ketchup verschmelzen. Kraft Foods-Aktionäre werden 49 Prozent Anteil an der neuen "The Kraft Heinz Company" halten und bekommen noch einen Baraufschlag von 16,50 USD pro Aktie als Ausgleich. Buffett und 3G werden insgesamt zusätzliche 10 Mrd. USD in die Übernahme stecken. Die restlichen Aktien bleiben bei 3G und Berkshire; Buffetts Anteil an der 23 Mrd. USD-Übernahme von Heinz hatte 12 Mrd. USD betragen und er meinte damals, die Übernahme habe Berkshire lediglich den Gewinn eines einzigen Jahres gekostet. Das zeigt die enorme Ertragskraft des Konglomerats.

Mit der Fusion entsteht ein neuer Gigant am Nahrungsmittelhimmel, weltweit die Nummer 5. Der Umsatz wird auf 28 Mrd. USD kommen, während Branchenprimus Nestlé 95 Mrd. USD Umsatz erzielt. Alex Behring, Vorsitzender von Heinz, wird Vorsitzender von Kraft Heinz Co., der Vorsitzende und CEO von Kraft, John Cahill, wird Vizevorsitzender. Kraft hat in den USA zu kämpfen, weil immer mehr Amerikaner auf gesünderes Essen setzen. Und so wird der Synergieeffekt für das fusionierte Unternehmen auch auf 1,5 Mrd. USD pro Jahr beziffert.

Mit der Übernahme setzen Berkshire und 3G ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort, die sie bereits bei der Übernahme von Heinz Ketchup und später bei der Übernahme der Donut-Kette Tim Hortons (für die 3G-Tochter Burger King) praktiziert hatten. Und jetzt ist auch klar, was Warren Buffet kürzlich meinte, als er gefragt wurde, weshalb er seine Beteiligung an ExxonMobil komplett abgestoßen hat. Er äußerte damals, ExxonMobil sei ein hervorragendes Unternehmen mit weiterhin guten Aussichten, Berkshire habe jedoch bessere Möglichkeiten, sein Geld zu investieren. Seit gestern wissen wir, was ihm vor die Elefantenbüchse gekommen war und entsprechend begeistert zeigt er sich über die Aussichten für das kombinierte Unternehmen: "Das ist meine Art einer Transaktion: zwei Unternehmen von Weltklasse zu vereinen und Shareholder-Value zu schaffen“.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.