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Donnerstag, 7. September 2023

Earnings Quickcheck H1/2023: UET verzeichnet starkes Wachstum und ist (endlich) profitabel!

In meinen "Earnings-Quickchecks" schaue ich mir die aktuellen Geschäftszahlen der Unternehmen an und unterziehe sie einem kurzen Abgleich mit meinem Investmentcase.

Die UET United Electronic Technology AG ist ja eine meiner ältesten Turnaround-Spekulationen im Depot und ich hatte sie zuletzt wegen der Aufnahme in mein Turnaround-Wiki erwähnt: "Hier habe ich mich privat bereits 2016 erstmals mit einer kleinen Position eingekauft und liege gut 350 % im Plus. Aber es ist ein sehr zäher Weg zur finanziellen Gesundung und noch immer gibt es beträchtliche Risiken. Vor einem Jahr ist die Blackstone Group zum Großaktionär geworden (23 % Anteil), allerdings wohl nicht ganz freiwillig, sondern man hatte 3,5 Mio. Aktien von Palace Park Investments Ltd übernommen, die inzwischen liquidiert wurden. Vermutlich war Blackstone dort Kreditgeber und bekam die UET-Aktien im Rahmen der Verwertung von Sicherheiten, so dass man dies nicht überbewerten sollte. Und doch mehren sich bei UET die positiven Signale".

Heute gab es nun Zahlen zum 2. Quartal und 1. Halbjahr 2023 und die können sich - wie von mir erwartet - echt sehen lassen. Und doch dürfte das erst das Ende des Anfangs sein, um Winston Churchill zu bemühen...
 

Freitag, 1. September 2023

Kissigs Performance-Update: So liefen die Börsen und meine Wikifolios im August '23

Der August bot uns ein Wechselbad der Gefühle. Nach einem anfänglichen kräftigeren Einbruch tendierten die Börsen zum Ende hin wieder deutlich nach oben, schlossen aber unisono in Rot. Die Earnings-Season in den USA ist weitgehend durch und die Inflationsängste bzw. die Sorgen vor einer weiteren Verschärfung der Zinspolitik durch die US-Notenbank hatte die Märkte wieder im Griff. Daran wird sich auch erstmal nichts grundlegend ändern, denn FED-Chef Jerome Powell gab keine Entwarnung. Für die Anleger bleibt es also ungemütlich bis herausfordernd, den richtigen Trend zu erwischen. Und die richtigen Aktien sowieso...

Mittwoch, 1. Januar 2020

Kissigs Turnaround-Favoriten für 2020: Bausch Health, Exceet Group, SBF, UET United Electronic Technology

Als Sondersituationen habe ich vier besonders aussichtsreiche Kandidaten herausgepickt: Bausch Health, Exceet Group, SBF und UET United Electronic Technology. Dabei ist bei den drei deutschen Nebenwerten unbedingt zu beachten, dass es sich um hoch spekulative Werte handelt, die mit niedrigen Börsenumsätzen aufwarten, was zu teilweise hohen Spreads führt. Also bitte stets ruhig und mit Limits ordern; es muss nicht jede Order sofort und zu jedem noch so absurden Kurs ausgeführt werden und auch nach einem erfolgreichen Einstieg muss man unbedingt die nötige Geduld aufbringen, damit sich das Unternehmen entwickeln kann. Man muss lange Seitwärtsphasen aushalten können, um in den wenigen Tagen mit satten Kursbewegungen an Bord zu sein, sonst verpasst man den Großteil der Rendite...

2020 wird unbeständig, launisch, wechselhaft, aber nicht unbedingt auch unergiebig

Nach meinem Rückblick "2019 im Rückspiegel: Wie der Januar so das Jahr. (M)eine Rekordjagd, trotz Wirecard-Fiasko" wage ich nun einen Ausblick auf die nächsten 12 Monate und dabei werde ich euch auch meine Aktienfavoriten für 2020 vorstellen.

Nachdem die Bären die Börsen Ende 2018 fest im Griff hatten, haben im Schlussquartal 2019 nochmals die Bullen die Zügel in die Hand genommen und so die Börsen auf neue Rekordhöhen geführt: der DAX legte sein bestes Jahr hin seit 2012 und der S&P 500 sein sechst bestes seit 1928. Nach derartigen Steigerungen ist es nur natürlich, dass viele Anleger mit mulmigen Gefühlen auf das neue Jahr 2020 blicken und befürchten, dass es kaum etwas zu verdienen geben wird an den Börsen oder gar größeres Ungemach droht. Verständlich ist diese Furcht, aber auch richtig?

Dienstag, 31. Dezember 2019

2019 im Rückspiegel: Wie der Januar so das Jahr. (M)eine Rekordjagd, trotz Wirecard-Fiasko

2019 haben die Aktienmärkte neue Rekordmarken erzielt, zumindest in den USA. Aber auch in Deutschland erholten sich DAX & Co. von dem heftigen Einbruch, der Ende 2018 die Börsen heimgesucht hatte. Der DAX legte sein bestes Jahr seit 2012 hin, der S&P 500 sein sechst bestes Jahr seit 1928.Und wenn man jetzt den einen oder anderen Rückblick liest, dann haben es wieder alle gewusst, 2019 war ein "einfaches" Jahr, das Geld "leicht verdient". Quatsch, das war es nie und das wird es nie, nicht in dieser Welt!

Sonntag, 7. Juli 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 27. Börsenwoche im Rückspiegel mit Blackstone, UET United Electronic Technology, WashTec

Die letzte Börsenwoche verlief relativ entspannt, zumal am Donnerstag in den USA der "Independance Day" gefeiert wurde und dem entsprechend die Weltleitbörse pausierte. Die Welt konnte sich also um sich selbst kümmern, da US-Präsident Trump vor allem damit beschäftigt war, eine große Militärparade abzuhalten und damit den aussöhnlichen Charakter der 4. Juli-Feierlichkeiten ad absurdum zu führen. Als er damit fertig war und am Freitag wieder ins (Twitter-) Geschehen eingriff, sackten die Börsen auch prompt deutlich ab. Denn der Donaldissimo feuerte eine Breitseite gegen die Währungspolitik fast jeder Nation, auch die der US-Notenbank, und das wurde als Androhung eines globalen Währungskriegs verstanden. In meiner Kindheit war immer James Bond zur Stelle, wenn sich irgendwo wieder jemand zum Welt-Diktator aufschwingen wollte. Aber der gute als Bond steuert momentan auf seine nächste Rente zu, da hat er wohl leider anderes zu tun. Aber auch Besseres...?

Sonntag, 16. Juni 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 24. Börsenwoche im Rückspiegel mit Axel Springer, BDCs, Grenke, KKR, Softbank Group, UET United Electronic Technology, United Internet

Die Pfingstwoche war erstaunlich ruhig an den Börsen und es gab nur wenige Aufreger. Einer davon war die Attacke auf Schiffe im Golf von Oman, für die die USA sofort den Iran verantwortlich machten. Nicht erstaunlich. Durchaus erstaunlich fand ich allerdings die Reaktion des Ölpreises, denn der fiel. Und das, wo 40% der Welterdölförderung durch die Straße von Oman verschifft werden. Vielleicht hatte aber auch die neue Studie der IEA, der Internationalen Energie Agentur, größeren Einfluss, denn die prognostiziert für die Zukunft einen Rückgang des weltweiten Ölbedarfs. Dennoch bleibt Öl auf absehbare Zeit der wichtigste Energeilieferant auf unserem Globus und das Schmiermittel für unsere Wirtschaft.

Mittwoch, 2. Januar 2019

UET United Electronic Technology: Aussichtsreicher Nebenwertefavorit für 2019

UeT United Electronic Technology begleitet mich seit zwei Jahren als Turnaround-Spekulation. Das war zunächst etwas zäh, weil die Umsetzung des Restrukturierungs- und Sanierungsplans hinterher hinkte, aber Mitte 2018 konnte man endlich Vollzug melden. Damit verfügt die UET AG nun über ein Grundkapital von rund 12,5 Mio. Euro und hält 100% sämtlicher zum Konzern gehörenden Beteiligungsgesellschaften für die drei Geschäftsbereiche SYSTEMS, SERVICE und ENGINEEERING. Sie weist nun eine deutlich verbesserte Eigenkapitalstruktur auf und muss künftig im Konzern keine Minderheitsanteile an Drittgesellschafter mehr abgeben, wodurch sowohl der Ergebnisbeitrag als auch der Gewinn pro Aktie für die bestehenden Aktionäre steigen. Nach dem erfolgreichen Turnaround richtet sich der Blick nun nach vorne und da wird es interessant...

Dienstag, 1. Januar 2019

2019 wird ungemütlich bärenstark. Und hat wohl noch so einiges mehr zu bieten...

Vor einigen Tagen habe ich mich in meinem Jahresrückblick "2018 im Rückspiegel: Rekord, Korrektur, Allzeithoch, Börsencrash - und ein Rekordminus" mit den Entwicklungen des letzten Jahres befasst und mit diesem Jahresausblick auf 2019 wage ich den Blick nach vorn auf das neue Jahr.

Die Bären haben die Börsen fest im Griff, die Kurse sind rund um den Globus massiv eingebrochen, fast überall deutlich zweistellig. "Passiert" ist dabei eigentlich noch nichts, aber es herrscht ein Klima der Angst. Und Emotionen sind die wahren Triebfedern, nicht Fakten oder Ratio. Und es gibt durchaus einiges zu (be)fürchten.
»Furcht besiegt mehr Menschen als irgendetwas anderes auf der Welt.«
(Ralph Waldo Emerson)
Die Konjunktur in den USA läuft auf Hochtouren und die amerikanische Notenbank FED hebt sukzessive die Zinsen an. Das könnt sich bremsend auf die Kreditvergabe und die Konjunktur auswirken. Die weltweite Verunsicherung wegen des von US-Präsident Trump angezettelten Wirtschaftskriegs mit allen, vor allem aber China, schlägt inzwischen auch in die Realwirtschaft negativ durch und die Wachstumsprognosen werden überall revidiert. Der Shutdown der US-Behörden wirkt sich auch nicht stabilisierend aus.

In Europa droht der Hard-Brexit und vor den Folgen haben alle Angst. Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone ist niedrig und Deutschland strauchelt. Die Bankenkrise ist in Europa noch nicht ausgestanden und Populisten drohen mit EU-Konfrontationskurs. Pessimismus allerorten, man hört fast nichts anderes mehr. Und so geht es ab ins Jahr 2019. Aber was bedeutet das nun für die Börse? Und alles andere?

Montag, 25. Juni 2018

Kapitalerhöhung und Übernahme: UET United Electronic Technology macht Nägel mit Köpfen

Lange Jahre kämpfte die UeT United Electronic Technology AG mit Umsatzschwund, erodierenden Margen und Verlusten und die Zeichen standen auf Exitus.

Doch Mitte 2016 wurde der - erste ernsthafte - Versuch unternommen, das Ruder herumzureißen. Forderungsverzicht, Sachkapitalerhöhung durch Einbringung wichtiger Unternehmensteile und Verkauf von schlecht laufenden Beteiligungen standen auf einmal auf der Agenda und ich nahm die UeT als Turnaround-Spekulation auf meine Beobachtungsliste auf. Mit durchwachsenem Erfolg bisher, denn die Sanierung zeigte sich zähleibig.

Seit Kurzem ist das anders: UeT kann innerhalb weniger Tage gleich mehrere Meilensteine im Sanierungsprozess vermelden und dürfte am dem nächsten Jahr wieder ein ganz normales Unternehmen sein, das nach klassischen Bewertungsmaßstäben zu bewerten ist. Und das ist gerade passiert...

Investor-Update: 3U Holding, Amazon, Blue Cap, capsensixx, Deutsche Rohstoff AG, MBB, PEH Wertpapier, Texas Pacific Land Trust, TTL Beteiligung und Grundbesitz, UET United Electronic Technology

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Neben meinen fünf größten Positionen Texas Pacific Land Trust, Blue Cap, Amazon, MBB  und 3U Holding geht es heute um capsensixx, die Deutsche Rohstoff AG, PEH Wertpapier, UeT United Electornic Technology und TTL Beteiligung und Grundbesitz.

Sonntag, 3. Juni 2018

Investor-Update: Amazon, Blue Cap, Deutsche Rohstoff AG, Gladstone Investment, Goldman Sachs BDC, MBB, Navigator Equity, Technotrans, Texas Pacific Land Trust, UET United Electronic Technology

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Neben meinen fünf größten Positionen Navigator Equity Solutions, Blue Cap, Texas Pacific Land Trust, MBB und Amazon geht es heute um die Deutsche Rohstoff AG, PEH Wertpapier, UeT United Electornic Technology sowie die BDCs Gladstone Investment (GAIN) und Goldman Sachs BDC (GSBD).

Dienstag, 2. Januar 2018

2018 laufen die Börsen weiter. Soweit die Kurse tragen...

In meinem Jahresrückblick "2017 im Rückspiegel: Was trumpelt so laut durch Nacht und Wind..." habe ich mich mit den Entwicklungen des letzten Jahres befasst und dieser Jahresausblick auf 2018 schließt hier nahtlos an.

Nach einer Reihe von Allzeithochs bei weltweit führenden Aktienindizes wie Dow Jones, S&P 500, NASDAQ, DAX, MDAX, und vielen mehr dürfte auch 2018 eher positiv starten, denn die Haupttriebfeder der steigenden Aktienkurse sind niedrige Zinsen und die Aussicht auf höhere Unternehmensgewinne. Und gerade letztere schüren die Phantasie, denn Donald Trump hat nach mehr als einem Jahr im Amt seinen ersten großen Erfolg feiern können: die große und lang angekündigte Steuerreform.

Und die ändert einiges. Vor allem die Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 35% auf 21% wird sich sehr positiv auf die Gewinne der US-Unternehmen auswirken. Denn wenn die Steuerbelastung sinkt, steigt der Jahresgewinn  und entsprechend der Gewinn je Aktie. Ein höheres EPS erzeugt ein niedrigeres KGV und wenn die Unternehmensgewinne durchschnittlich zwischen 15% und 20% ansteigen, haben die Bewertungen der Aktien wieder mehr Luft nach oben. Also die Kurse.

Mittwoch, 27. Dezember 2017

2017 im Rückspiegel: Was trumpelt so blind durch Nacht und Wind...

Mein Ausblick auf das Jahr 2017 lautete: "Auch in 2017 dürfte es rau bleiben an den Börsen, Trump als neuer Präsidenten-Rambo wird schon für einige Irritationen sorgen auf der Bühne der Weltpolitik, die Eurozone bewegt sich nicht in ruhigen Fahrwassern und China... Tja, China bleibt ein Sorgenkind. Daher bleibt an der Börse nur eines sicher: die Kurse werden schwanken". Und was ist wirklich passiert?

Auch im Jahr 2017 stiegen die Kurse weiter an und weltweit konnten die Börsenindizes neue Höchststände feiern; die Geldanlage in Aktien konnte erneut überzeugen und die meisten Asset-Klassen hinter sich lassen. So überwand der Dow Jones die Marke von 24.500 Punkten, der S&P die von 2.700 Punkten, der NASDAQ die von 6.500 Punkten, der DAX schraubte sich auf über 13.300 Zähler hoch, womit er das sechste Jahr in Folge einen Anstieg verbuchen konnte. Und der MDAX touchierte die Marke von 27.000 Punkten und stellte einmal mehr die Performance des DAX weit in den Schatten.

Dabei schienen die Rahmenbedingungen für das Börsenjahr 2017 gar nicht so gut zu sein, denn die Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten und seine Art der "Fuck-You-Regentschaft" schüren vor allem Unsicherheit. Und Unsicherheit ist der Feind der Börse; Anleger lieben klare Verhältnisse und mögen keine plötzlichen Richtungsänderungen. Doch gerade die gibt es bei Trump im Minutentakt, wenn er denn überhaupt solange an einer Meinung festhält. Doch die Börsen haben sich an seine Art des Shit-Storms gewöhnt, Trump poltert und wütet, aber seine Administration fängt das meistens in der politischen Arbeit wieder ein. Trump und seine Tiraden werden weitgehend ausgeblendet und beeindrucken allenfalls kurzfristig die Märkte.

Montag, 2. Januar 2017

2017 bringt weitere Chancen für Aktien und Risiken für Anleihen

Der DAX stieg in 2016 das fünfte Jahr in Folge, ohne dabei ein neues Allzeithoch zu markieren, das noch aus 2015 datiert und bei über 12.000 Punkten lag. Dennoch schloss er nach einer atemberaubenden Berg- und Talfahrt auf Jahreshöchstkurs bei 11.481 Punkten und damit um 6,9% höher als zum Jahresstart. Mein Depot, das ich im Jahresverlauf zunehmend stärker im Bereich deutscher Nebenwerte positioniert habe, konnte unterm Strich um 17,4% zulegen, womit ich sehr zufrieden bin - trotz meines verlustreichen Ausflugs in die Welt der Spekulation mit meinen zur Depotabsicherung erworbenen DAX-Puts. Bisher mein teuerstes Börsenexperiment und es regt nicht gerade zur Wiederholung an. Dow Jones, S&P 500 MDAX, sie alle konnten im Gegensatz zum DAX neue Allzeithöchststände markieren in diesem Jahr. Und was war das für ein Jahr...

Montag, 28. November 2016

Deutsche Forfait, SBF, UET United Electronic Technology: Turnarounds seldom turn. But...

Turnaround-Spekulationen sind bei Anlegern beliebt aber selten erfolgreich. Der Reiz liegt einfach darin, Aktien eines Unternehmens zu ausgebombten Kursen zu kaufen, die früher in ganz anderen Spähren zuhause waren. Was so stark abgestürzt ist, muss ja eine Riesenchance darstellen, der Kurs muss sich ja wieder erholen, so lauten die gängigsten Ansichten. Nun, er muss nicht. Es gibt zumeist sehr gute Gründe, weshalb Aktienkurse abstürzen und nicht selten folgt auf den Kursabsturz die Pleite und damit der Totalverlust des investierten Geldes. Anleger tun also gut daran, sich an Turnaround-Versuche nur unter größter Vorsicht und Sorgfalt heranzuwagen.

Ich habe mich in zwei ausführlichen Artikel bereits diesem Thema gewidmet. Anfang 2013 unter "Turnaround: Profitieren, wenn gefallene Engel wiederauferstehen" und Anfang 2016 unter "Turnaround-Spekulation: Wenn Totgesagte länger leben" und die hierin vorgestellten Werte haben die Hoffnungen nicht alle erfüllt, zumindest ist kein Totalausfall darunter. Darüber hinaus habe ich kürzlich mit der Frage "Turnaround-Spekulation als Value Investment?" beschäftigt. Neben diesen drei Artikeln habe ich ab und zu auch Einzelwerte in Turnaround-Situationen hier im Blog besprochen und bisweilen auf meine Empfehlungsliste gesetzt. Und darum geht es auch heute, um drei Unternehmen, deren Business total abgestürzt ist und ihr Aktienkurs ebenso. Bei denen aber die Hoffnung besteht, dass sie die Kurve kriegen und den latenten Krisenmodus wieder verlassen können und wieder zu stinknormalen Unternehmen mit funktionierendem Geschäftsmodell werden.

Also werfen wir einen Blick auf die drei Turnaround-Kandidaten...

Dienstag, 4. August 2015

Ist UET United Electronic Technology ein klassischer Turnaround-Kandidat?

Eine weitere Leserfrage betrifft den Micro-Cap UET United Electronic Technology AG.

Profil

Die UET United Electronic Technology AG ist eine börsennotierte Beteiligungsgesellschaft, die sich seit der Gründung auf den Erwerb von mittelständischen Unternehmen spezialisiert hat. Im Rahmen der im Sommer 2012 begonnenen Neuausrichtung werden in Zukunft Electronic und Technology die Hauptschwerpunkte der Gruppe sein. Die derzeit im Portfolio bestehenden Unternehmen ELCON, LETRON, NEWTAL und SUCONI werden langfristig entwickelt. (Quelle: uet-group.com)

Leserfrage

Sehr geehrter Herr Kissig,
meine Frage bezieht sich auf einen Nebenwert. Die die UET United Electronic Technology AG (vormals CFC) hat im letzten Jahr eine gute Performance hingelegt. Recht unbekannt, aber positives operatives Ergebnis, jedoch noch eine relativ hohe Verschuldung, die aber bis 2017 finanziert ist. Halten Sie UET für einen klassischen Return-Kandidaten oder sehen Sie die Verschuldung als zu hoch an und die bisherige Entwicklung ist nur ein Strohfeuer?
Danke für Ihre Einschätzung.
Mit freundlichen Grüßen
W.Z.

 UET (Quelle: comdirect.de)
Meine Einschätzung

Moin Herr Z.,
die UET ist seit Ende 2006 an der Börse notiert, damals noch als CFC Industriebeteiligungen GmbH & Co. KGaA mit Sitz in Dortmund und diese Geschichte ist für das Unternehmen und die Aktionäre überwiegend ein Trauerspiel gewesen. Nachdem man groß ins Textil- und Bekleidungsgeschäft eingestiegen ist, musste man wenige Jahre später hier fast Totalausfälle verbuchen und konnte froh sein, wenigstens noch Teile der investierten Gelder zurückzuerhalten. 2009 erfolgte dann ein erster Restrukturierungsversuch, man firmierte um in die CFC Industriebeteiligungen AG und wollte sich auf die Kernbereiche Electronics und Home & Living konzentrieren. Auch wegen der Wirtschaftskrise war man bestrebt, Kosten einzusparen und ließ die Börsennotierung in den Entry Standard zurückstufen, nachdem man gerade mal 2 Jahre im General Standard notiert hatte. Womit die "lästige" Pflicht von Ad-hoc Veröffentlichungen und über Halbjahres- und Jahresberichte hinausgehende Finanzberichte der Vergangenheit angehörten.

Diese Neuausrichtung war nicht unbedingt von Erfolg gekrönt, denn Tochtergesellschaften mussten Insolvenz anmelden oder wurden mit hohen Abschlägen verkauft. Das Kursmaximum von 19 EUR aus dem Jahr 2007 sah die Aktie nie wieder, im Gegenteil, sie fiel sogar zwischenzeitlich unter die Marke von 1 EUR und wurde zum Penny-Stock. Anfang 2013 war dann der bisherige Tiefpunkt erreicht und der Vorstandsvorsitzende Werner Neubauer hat über zwei Beteiligungsfirmen inzwischen die Mehrheit der Aktien übernommen und den Bereich Home & Living eingedampft. Der neue Fokus richtet sich nun auf Telekommunikation und Elektronik und die Gruppe bedient die drei Geschäftsbereiche Telekommunikationssysteme (Systems), Manufacturing und Service. Darüber hinaus hat das Unternehmen seinen Sitz nach Eschborn verlegt.

Die Geschäftszahlen zeigen diesen Absturz deutlich. Der Umsatz je Aktie fiel von 21,48 EUR (2008) auf 5,37 EUR (2013), das Ergebnis je Aktie von 1,73 EUR (2008) auf 0,05 EUR (2013). Und dazwischen lagen Jahre mit extrem hohen Jahresverlusten! Erstmals können allerdings die 2014er Zahlen etwas Anlass zu Hoffnung geben, denn der Umsatz erhöhte sich leicht auf 5,73 EUR (5,37) und das Ergebnis je Aktie auf 0,10 EUR (0,05).

Anfang des Jahres wurde dann der Verkauf einer nicht zum betriebsnotwendigen Vermögen zählenden Immobilie in Arnsberg vermeldet, woraus der UET Gruppe ein einmaliger Ertrag in Höhe von 0,594 Mio. EUR in 2015 erwächst. Dieser soll zur Rückführung der der Verbindlichkeiten aus dem Erwerb dienen und wird den Schuldenstand um 3,707 Mio. EUR reduzieren. Allerdings entfallen künftig auch die Mieteinnahmen aus der Liegenschaft.

Im März übernahm UET die ALBIS Technologies mit Sitz in Zürich, um ihre Systems-Sparte zu stärken. Die Transaktion erfolgte über einen Barkaufspreis in Höhe von 1,0 Mio. EUR und durch Einbringung von Anteilen im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung der UET AG in Höhe von 1 Mio. neu auszugebender Aktien mit einem Nennwert von je EUR 1,00, so dass die Altaktionäre der ALBIS Gruppe insgesamt rund 11% an der UET AG halten werden. Mit dieser Verwässerung einher geht auch die Reduzierung der Anteile von Werner Neubauer unter die 50-Prozent-Schwelle.

In den Mitte Juni veröffentlichten operativen Finanzkennzahlen taucht dann die Neuerwerbung ALBIS auch noch nicht auf. Darin wird vor allem auf die Erfolge in den Bereichen Manufacturing und Service verwiesen, die Umsatzwachstum und Ergebnisverbesserungen erzielen, doch gemeinsam werden beide Sparten weiterhin ein negatives EBITDA und EBIT ausweisen. Die Sparte Systems hingegen ruckelt gewaltig und muss Umsatz- und Ergebnisverschlechterungen hinnehmen.

Es bleibt operativ also alles im roten Bereich, die zarten Erholungstendenzen bringen noch zu wenig Konkretes. Die Reduzierung der Verschuldung und der damit verbundenen Kosten bringt positive Einmal-Effekte, andererseits aber auch dauerhaft sinkende Erträge durch den Wegfall von Mieteinnahmen. Schaut man auf die Bilanzen, so wird dort seit 2011 ein negatives Eigenkapital ausgewiesen! Die Bilanzsumme betrug 2013 22,13 Mio. EUR, die Gesamtverbindlichkeiten 30,85 Mio. EUR.

UET (Quelle: comdirect.de) 
Fazit
Der Aktienkurs hat sich vom Tiefstpunkt erfreulich entwickelt, man hätte seinen Einstandskurs mehr als verdoppeln können. Andererseits verbleiben vom Allzeithoch bei 19 EUR noch mehr als 95 Prozent Kursrückgang, was die Entwicklung und den Zustand des Unternehmens recht gut wiedergibt. Aufgrund operativer Verbesserungen scheinen Erwartungen aufzukeimen, dass UET die Kurve kriegen könnte. Allerdings ist in keinster Weise abzusehen, ob das gelingt und ggf. wann. Das Unternehmen selbst verweist darauf, dass es im 2. Halbjahr von einer Ergebnisverschlechterung ausgeht.

Aktuell ist das Unternehmen eine Dauerbaustelle und in allen drei Sparten stehen die Ampeln auf Rot - wohlwollend könnte man bei Manufacturing und Service vielleicht einen Dunkelgelbschimmer erkennen wollen. Ein absolutes No-Go ist die Verschuldung, das Unternehmen stolpert als latente Insolvenzgefahr vor sich hin, da muss man dringend vom einem Engagement abraten. Wer sehr langes Sitzfleisch besitzt und sich der Risikos eines nicht ganz unwahrscheinlichen Totalverlusts bewusst ist, kann hier höchst spekulativ auf einen Turnaround setzen. Die Verkäufer von ALBIS scheinen ja zumindest Perspektiven zu sehen, ansonsten hätten sie kaum einen Teil des Kaufpreises in Aktien akzeptiert und sich mit 11 Prozent zu Miteigentümern an der UET machen lassen.

Für mich ist diese Spekulation in diesem Stadium nichts, ich finde Turnaround-Situationen ja immer dann spannend, wenn eigentlich grundsolide Firmen in vorübergehende Schwierigkeiten kommen und straucheln. Auf dieser Basis kann man aufbauen und ggf. günstig einsteigen. Aber Firmen, die sich seit Jahren knapp über Wasser halten und schon mit Tricks und Kniffen ihr Überleben sichern müssen, von denen lasse ich lieber die Finger.