Den deutschen Blockheizkraft- und Biogasanlagenspezialisten 2G Energy habe ich schon öfter präsentiert, aber so richtig habe ich mich nie für ein Investment erwärmen können. Auch nicht, als das Management vollmundig die großen Chancen in bunten Farben ausmalte, die man in den USA wittert im Bereich der dezentralen Stromversorgung für KI-Rechenzentren. Klang für mich erstmal wie ein "me too", um sich attraktiver dazustellen als man ist. Bis vor einigen Wochen...
Denn 2G Energy zieht's wirklich durch und hat einige Großaufträge zur Energieversorgung von Rechenzentren in Nordamerika erhalten und damit die größten Einzelaufträge der Unternehmensgeschichte. Geliefert werden containerisierte Energieversorgungsanlagen und das über mehrere Jahre hinweg. Und mit der Stromversorgung moderner Rechenzentren positioniert sich 2G Energy direkt im Flaschenhals der KI-Revolution.
Während ständig neue KI-Rechenzentrumsprojekte verkündet werden und alle Welt über die Finanzierung und den Cashflow aus diesen Investitionen spricht, ist die größte Herausforderung die Stromversorgung. Denn die Stromnetze sind gar nicht für solche Höchstleistungen ausgelegt und die Stromerzeugung kann die benötigte Leistung gar nicht liefern. Zwei Widerstände, die nicht einfach zu überwinden sind. Zumal die Kosten auch auf die privaten Stromkunden abgewälzt werden, die höhere Netzentgelte, deutliche steigende Stromkosten und immer öfter auch Stromrationierungen zu beklagen haben. Der Widerstand gegen KI-Rechenzentren wächst also und ist längst zu einem politischen Brandthema geworden.
Dabei betrifft der Rechenzentrumsboom vor allem die USA, obwohl Deutschland weltweit das Land mit den zweitmeisten Rechenzentren ist. Allerdings nur, wenn man die herkömmlichen Rechenzentren in die Rechnung mit einbezieht. In Sachen KI hinkt Deutschland - wie so oft - hinterher.
Energieversorgung, oder genauer gesagt Stromversorgung, ist ein weltweites Problem geworden, nicht zuletzt durch den KI-Boom. Denn die großen Hyperscaler benötigen für KI-Cluster immer größere Energiemengen, gleichzeitig dauert der Ausbau klassischer Stromnetze oft viele Jahre. Gasturbinen sind vielfach ausverkauft und Netzanschlüsse fehlen. Deshalb entstehen zunehmend Übergangslösungen auf Basis modularer dezentraler Stromsysteme - und genau hier setzt 2G Energy nun an.





















