Heute präsentiere ich euch einen weiteren interessanten Gastartikel von Konstantin Mitropetros aus seiner Artikelserie KI im Wandel: Burggräben im Stresstest zwischen Dominanz und Scheitern.
Dabei geht es (auch) um die Frage, warum Shutterstock schrumpft, Autodesk wächst und Getty Images trotz wertvoller Inhalte unter Gläubigerschutz geht.
1. Zusammenfassung
Mit KI lässt sich in Sekunden ein gutes Bild erzeugen. Braucht man da noch Photoshop? Und wer zahlt künftig für Stockfotos von Shutterstock oder Getty Images? Die naheliegende These lautet: KI verdrängt diese Anbieter. Die Geschäftszahlen zeichnen ein differenzierteres Bild.
In den letzten vier veröffentlichten Quartalen wuchsen Adobe und Autodesk jeweils zweistellig. Shutterstock meldete zuletzt drei Quartale mit Umsatzrückgang. Bei Getty hielten sich redaktionelle Ereignisbilder besser als klassische Werbemotive. Dennoch beantragte Getty am 21. Oktober 2026 Gläubigerschutz nach Chapter 11.
Das belegt weder, dass KI allein für die Unterschiede verantwortlich ist, noch dass Wachstum automatisch einen starken Burggraben bedeutet. Ein beliebiges Werbefoto lässt sich leichter ersetzen als eine bearbeitbare Produktionsdatei, ein eingespielter Freigabeprozess oder ein verlässlicher technischer Bauplan.
Der Auftaktartikel "Informations-Moat im KI-Zeitalter" liefert dafür den Maßstab: Entscheidend ist nicht, ob KI eine Funktion kopieren kann. Entscheidend ist, welche Daten, Rechte, Standards und Arbeitsabläufe Kunden weiterhin brauchen – und welcher Anbieter daran verdient.
Meine Einschätzung: Adobes stärkster Schutz liegt in professionellen Arbeitsabläufen und bestehenden Kundenbeziehungen. Dazu kommen Dateiformate, Rechtekontrollen und Freigaben. Das Gesamtpaket muss für Kunden aber erkennbar besser oder günstiger sein als eine Kombination spezialisierter KI-Werkzeuge.
Das größte Risiko: Ein externer KI-Agent steuert den Auftrag und nutzt Adobe nur im Hintergrund. Adobe bleibt technisch wichtig, verliert aber möglicherweise Kundenzugang und Preissetzungsmacht.
An der Börse wirkt Adobe deutlich günstiger als früher. Das allein macht die Aktie jedoch noch nicht zu einem Kauf.





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