Die Modewelt sieht sich seit einiger Zeit großen Herausforderungen gegenüber und wenn man sich die Aktienkurse der großen Konzerne ansieht, kann man die Verunsicherung der Anleger über die Zukunft der Branche geradezu mit Händen greifen. Nicht erst die Insolvenz der Steilman SE Ende Februar, die erst kurz zuvor an die Börse gebracht worden war, wirft Fragen auf. Fragen nach der Verantwortlichkeit der Banken, die den Börsengang begleitet haben. Fragen nach der Seriosität des Vorstands, der zum Börsengang noch von einer „erfolgreichen Wachstumsgeschichte“ gesprochen hatte. Fragen nach der Zukunft der Adler Modemärkte, denn das börsennotierte Unternehmen gehört zu knapp 53% zu Steilmann. Und Fragen nach anderen Mode-Unternehmen, denn die Branche insgesamt geht am Stock.
Nicht erst
Warren Buffett musste erkennen, dass mit heimischer Textilproduktion kein Geld mehr zu machen war, als er vor 50 Jahren die strauchelnde
Berkshire Hathaway übernahm. Eines seiner schlechtesten Investment, denn die asiatische Konkurrenz produzierte so viel billiger, dass die Textilindustrie in Amerika und Europa fast vollständig von der Bildfläche verschwand. Buffett machte daher kurzerhand die Textilfabriken dicht und baute aus den Resten seine milliardenschwere Investmentholding auf.
Andere Hersteller verlagerten ihre Fertigung in die Billiglohnländer und auch deshalb kann man heute bei KiK ein T-Shirt für 3 Euro kaufen. Die Qualität spielt bei vielen Verbrauchern keine Rolle, denn die Trends wechseln immer schneller und wer angesagt bleiben will, muss sich ständig neue Outfits zulegen. Da stört es wenig, wenn die Klamotten nur einige Male getragen werden können, bevor die Farben ausgewaschen sind, die Nähte aufribbeln oder der Stoff einfach reißt. Mode und Textilien sind ein Massengeschäft und die Margen sind klein. Die großen Ketten, die sich auf die geringer Verdienenden fokussieren, graben so auch den kleinen Modegeschäften in den Innenstädten das Wasser ab. Und der Onlinehandel über
Zalando,
Amazon & Co. tut sein Übriges.