Manchmal ist es kaum noch auszuhalten, so viel Blödsinn muss man lesen. Oberflächlichen Mist, flachgeistige Prognosen, minderbemittelte Einschätzungen ohne jeden Tiefgang und 'Analysen', die man allenfalls noch als niedrigschwellige Perversion einer Analyse durchgehen lassen könnte. Ein Trauerspiel und auch noch ein kostspieliges, was die Ressourcen Zeit und Geld angeht. Denn zumeist liest man nur oberflächliches Nachplappern des Mainstream-Gedankenguts, also genau das, was jedermann bei einer Nachricht als erstes durch den Kopf geht, die erste Schlussfolgerung - und was deshalb auch gar nicht als 'Erkenntnis' weiter verbreitet werden müsste sollte. Der Mehrwert ist gleich Null.
»Kurzfristige Marktprognosen sind Gift und sollten an einem sicheren Ort aufbewahrt werden fernab von Kindern und auch von Erwachsenen, die sich an der Börse wie Kinder verhalten.«
Leider hören 95% der Menschen nach diesem ersten voltschwachen Gedankenblitz auf mit dem Denken und haben sich ihre abschließende Meinung gebildet. Sie denken quasi genau von 12 Uhr bis Mittag und keine Sekunde weiter. Und nur wenige von ihnen sie danach noch bereit in der Lage, diese (vorgefasste) Meinung zu revidieren. Der perfekte Nährboden für latente Ignoranz. Und wenn dann die seichtgeistigen Ergüsse großer Teile der Finanzpresse auch noch die eigenen ebenso oberflächlichen Überlegungen bestätigen, dann geht es richtig ans Eingemachte: nämlich ans Geld.
»Viel mehr Anleger gehen davon aus, dass sie die künftige Richtung von Volkswirtschaften und Märkten kennen - und handeln auch so - als dies tatsächlich der Fall ist. Sie gehen aggressiv vor, weil sie zu wissen glauben, was auf sie zukommt, und das führt selten zu den gewünschten Ergebnissen. Investitionen auf der Grundlage fester, aber falscher Prognosen sind eine Quelle erheblicher potenzieller Verluste.«
(Howard Stanley Marks)
Denke nach, denke weiter, denke richtig!
Doch es gibt auch diejenigen Wenigen, die - bewusst oder unbewusst - tiefschürfender nachdenken und sich nicht mit dem ersten mentalen Schnappreflex zufrieden geben. Star-Investor
Howard Stanley Marks nennt dies "
Second Level Thinking" und es ist genau jenes Denken, das uns die wirklichen Erkenntnisse über Chancen und Risiken bringt. Nicht nur bei Aktieninvestments, aber hierbei in besonderem Maße. Denn die (erste) Kursreaktion basiert fast immer und ausschließlich auf dem Mainstream-Schnappreflex und sie bietet dadurch nicht selten besondere Chancen für die '
Weiterdenker'. Beispiel gefällig?