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Samstag, 30. September 2017

Investor-Update: Blue Cap, Burberry, Corestate Capital, Deutsche Telekom, Goldman Sachs BDC, Greiffenberger, Hypoport, Publity, Rocket Internet, Softship

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

September bezaubert mit Traumfinale
Wir haben den September überstanden und entgegen der allgemeinen und überall verkündeten Meinung, es würde zu einem Crash kommen, weil der September ja der schlechteste Börsenmonat überhaupt sei, rannten die Kurse weiter nach oben. Aktienkurse haben kein Gedächtnis und wenn alle Marktteilnehmer der gleichen Meinung sind, dann haben sie sich auch im Vorfeld bereits entsprechend positioniert. Folgerichtig ist das erwartete Ereignis ausgeblieben. Für die Pessimisten noch schlimmer: die Aktienmärkte schlossen den September nahe an ihren Allzeithochs ab.

»Wenn alle Spieler auf eine angeblich todsichere Sache spekulieren, geht es fast immer schief.«
(André Kostolany)

So markierte der S&P 500 am Freitag ein neues Allzeithoch bei 2.518 Punkten, der Dow Jones bei 22.405 Punkten, der MDAX bei 26.012 Punkten und der DAX liegt nur knapp 40 Zähler unter seinem Allzeithoch von rund 22.880 Punkten. Und wir haben noch immer Niedrigst- und sogar Negativzinsen, so dass es gut möglich ist, dass das Geld der "schlauen" Investoren nun bald in die Aktienmärkte zurückkehrt und eine fette Herbstrallye auslöst. Jenseits aller Bedenken bzgl. der Bewertung der Aktienmärkte.

Donnerstag, 17. August 2017

Softship: Das Ende aller (Börsen-)Tage. Übernahme und Delisting angekündigt...

Die Tage der Softship AG, einem Hamburger IT-Dienstleister für Spezialsoftware für die Linienschifffahrt, dürften gezählt sein, zumindest die an der Börse. Denn heute hat die CargoWise GmbH, eine 100-prozentige Tochter des Softship-Großaktionärs WiseTech Global Ltd., den übrigen Aktionären ein Delisting-Erwerbsangebot unterbreitet.

"CargoWise GmbH, Bremen (der "Bieter"), gibt heute seine Entscheidung bekannt,
  • ein Angebot an die Aktionäre der Softship AG, Hamburg ("Softship") abzugeben, sämtliche Aktien der Softship (ISIN DE0005758304 /WKN 575830), die nicht bereits vom Bieter gehalten werden 
  • zu einem Angebotspreis von EUR 10,00 in bar je Aktie zu erwerben, d.h. mit einer Prämie von 
    • 9,4% über dem XETRA-Schlusskurs der Softship-Aktie an der Börse Frankfurt am 16. August 2017 von EUR 9,14 
    • 27,1% über dem durchschnittlichen täglichen XETRA-Schlusskurs der Softship-Aktie an der Börse Frankfurt während der sechs Monate vor dem 16. August 2017 von EUR 7,87 (basierend auf XETRA Daten).
Das Angebot wird spätestens am 31. August 2017 veröffentlicht und vor folgendem Hintergrund erfolgen:

Montag, 18. Juli 2016

Softship: Kommt jetzt die Übernahme durch WiseTech Global Ltd.?

Die Softship AG, ein Hamburger IT-Dienstleister für Spezialsoftware für die Linienschifffahrt, verhandelt mit ihrem Großaktionär WiseTech Global Ltd. über eine vertiefte Kooperation mit Schwerpunkt in den Bereichen Produktentwicklung und Expansion in Europa sowie im weltweiten Vertrieb.

Die Unternehmen sehen ein enormes Potenzial in dieser Kooperation, bei der die weltweite Präsenz von WiseTech Global und die finanzielle sowie technische Stärke der Gesellschaft mit Softships Produkt- und Technologieführer bei Softwarelösungen im Bereich der Fracht- und Linienschifffahrt kombiniert werden sollen. Dabei passten die Kulturen der beiden Unternehmen gut zusammen.

 Softship AG (Quelle: finanzen.net) 
WiseTech stockt Anteil von 19% auf 43% auf
Interessanter als die künftige intensivierte Zusammenarbeit ist allerdings eine Randnotiz in der Meldung, denn die ungleich größere WiseTech war bisher mit rund 19% an Softship beteiligt und hat zwischenzeitlich ihren Anteil auf 43% erhöht. Zwar bemühte sich WiseTech, Spekulationen über eine baldige Übernahme zu zerstreuen, und meinte, aktuell gäbe keine Einigung, ein Übernahmeangebot zu unterbreiten oder einen vollständigen Erwerb zu tätigen. Allerdings deutet der massive Ausbau des Anteils darauf hin, dass WiseTech genau in diese Richtung steuert. Und aufgrund der doch überschaubaren Umsätze an der Börse dürfte der Anteil nicht alleine über XETRA aufgebaut worden sein, sondern eher auch über Paketverkäufe von abgabewilligen Blockaktionären jenseits der Börsen. Ein weiteres Indiz dafür, dass WiseTech so schnell und so leise wie möglich Aktien zusammenkaufen möchte, bevor jeder den Braten riecht und die Übernahme immer teurer wird.

Meine Einschätzung
Der erfolgreiche Turnaround bei Softship ist alleine schon Grund genug, sich hier als Nebenwerte-Investor zu engagieren. Die Übernahmephantasie dürfte den Aktienkurs nach unten absichern und mögliche weitere Zukäufe von WiseTech den Kurs eher antreiben. Sollte es zu einem Pflichtangebot an die freuen Aktionäre kommen, müsste WiseTech wohl erheblich mehr bieten als die aktuellen €8, um Aktien angedient zu bekommen. Darüber hinaus könnten auch Squeeze-out-Spezialisten wie Scherzer & Co. oder Allerthal-Werke Positionen in Aktien der Shoftship AG aufbauen, um an dem sich abzeichneneden Übernahme-Deal mitzuverdienen. Das wäre ein weiterer Kurstreiber für die Anleger, die bereits investiert sind.

Softship befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Ich bleibe dabei und werde bei einem Kursrücksetzer tendenziell eher meine Position noch ausbauen, als dass ich Stücke abgebe.

Freitag, 27. Mai 2016

IT-Dienstleister Softship: Von Cloud-Phantasien und Ozeanriesen

Die Hamburger Softship AG ist ein IT-Dienstleister, der Spezialsoftware für die Linienschifffahrt und die Luftfahrt entwickelt. Die unterschiedlichen Softwarelösungen tragen zur Vereinfachung von Arbeitsabläufen bei und dienen der Effektivitätssteigerung innerhalb verschiedener Arbeitsprozesse in der Transportkette. Zu den rund 120 Kunden von Softship gehören internationale Reedereien, Hafenbetreiber sowie Unternehmen aus der Luftfahrtindustrie.

Die Kunden von Softship stammen aus stark zyklischen Branchen und die letzten Jahre haben ihnen sehr zugesetzt. Entsprechend zurückhaltend waren viel auch bei Orders für ihre IT-Infrastruktur und das hat auch Softship schmerzlich zu spüren gekriegt. Im letzten Jahr ist nun der Turnaround gelungen und man schreibt wieder schwarze Zahlen: so erhöhte sich der Umsatz um 6,2% und das Vorsteuerergebnis stieg um rund €1 Mio. auf €0,58 Mio. an, während es 2014 noch bei minus €0,41 Mio. gelegen hatte. Softship will daher für das Geschäftsjahr 2015 die Dividendenzahlung wieder aufnehmen und €0,15 je Aktie an die Aktionäre auskehren, sofern die Hauptversammlung am 16. Juni diesem Vorschlag zustimmt. Das ist genau die Hälfte des Ergebnisses je Aktie von €0,30, das bei Softship für 2015 unterm Strich hängen blieb.

Turnaround ist keine Eintagsfliege
Auch wenn Softship sich von nicht-strategischen Beteiligungen trennt, wie dem 25-prozentigen Anteil an der Airpas Aviation AG, liegt die große Hoffnung doch eher in den neuen Produkten. So setzt man auf SAPAS, eine cloudbasierte Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendung für Hafenagenten. Diese soll nicht über ein klassisches Lizenzmodell vertrieben werden, sondern aus der Anwendung heraus werden sog. Credits gekauft. Hierdurch verspricht sich Softship eine schnellere Durchdringung des Marktes, eine höhere Einstiegsakzeptanz und stetig steigende und wiederkehrende Erlöse, denn man adressiert hier weltweit mehr als 10.000 Hafenagenten mit Unternehmensgrößen von einigen wenigen bis zu mehreren hundert Mitarbeitern. Da es bisher keine durchgängige Softwarelösung in diesem Bereich, so dass das Potenzial für SAPAS enorm ist.


 Softship AG (Quelle: finanzen.net) 
Und dann auch noch ein Schuss Übernahmephantasie
Größter Aktionär von Softship ist der australische Logistiksoftwareanbieter WiseTech Global mit 19,9 Prozent. Bei ihrem Börsengang im April 2016 hatte WTG den Anteil an Softship in ihrem Emissionsprospekt (Seite 187) mit dem Zusatz „Strategisches Investment“ versehen, wie Gereon Kruse auf boersengefluester.de berichtet, und daher kommen verstärkt Übernahmegerüchte auf. Denn bisher war deren offiziell vermeldeter Anteil bei 18,07 Prozent, so dass die Australier wohl klammheimlich aufgestockt haben. Momentan kommt Softship auf eine Marktkapitalisierung von €11,7 Mio., während Wise Tech Global an die €700 Mio. auf die Waagschale bringt. Aufgrund des Mittelzuflusses aus dem Börsengang könnten die Australier die Übernahmeofferte locker aus der Portokasse bezahlen.

Meine Einschätzung
Ob Wise Tech Global in absehbarer Zeit weitere Aktien zukauft oder gar eine Übernahmeofferte abgibt und damit verbunden ein saftiges Aufgeld auf den aktuellen Softship-Aktienkurs zahlen würde, wage ich nicht zu prognostizieren. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings gar nicht mal so gering, denn die Branche kommt langsam aus dem Tal der Tränen und befindet sich im Konsolidierungsmodus. Softship dürfte daher ins Visier geraten und da man bereits aus eigener Kraft den Turnaround geschafft und wieder einen erfolgversprechenden Weg eingeschlagen hat, bietet sich Anlegern hier eine doppelt abgesicherte Konstellation aus Phantasie und solider operativer Entwicklung. Langfristig orientierte Anleger mit dem Bewusstsein der erhöhten Risiken bei marktengen Nebenwerten können hier aussichtsreich zugreifen.

Softship befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Nachdem ich kürzlich bei €5 eine erste Position eingegangen bin, habe ich nun zu knapp unter €6 weiter aufgestockt. Eine Turnaround-Spekulation mit erhöhtem Risiko bei gleichzeitig guten Chancen auf einen Erfolg.

Montag, 16. Mai 2016

Investor-Update: Blackstone, KKR, MPC Capital, Patrizia, Publity, Softship, Triangle Capital

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Sell in may? Echt jetzt?
Der Wonnemonat Mai ist zur Hälfte vorüber und die Nervosität an den Börsen nimmt wieder zu. Die alte Börsenweisheit "Sell in my and go away" wird in allen Börsengazetten bemüht und die Autoren schreiben, weshalb die Regel zu beachten sei - oder weshalb in diesem Jahr gerade nicht. Tatsache ist jedenfalls, dass statistisch gesehen von Mitte Oktober bis Mitte April das deutliche bessere Börsenhalbjahr ist und der Kalender sagt uns, dass wir dies bereits hinter uns haben. Schaut man allerdings auf die Börsenindizes kann von "gut" nicht die Rede sein. Was nicht heißt, dass das zweite Halbjahr nicht noch viel schlechter werden kann.

Für den DAX hört man jedenfalls Ziele von 3.000 Punkten oder von 15.000. Es ist für jeden was dabei. Da ich kein Wahrsager bin, setze ich nicht darauf, den Kursverlauf vorhersagen zu können. Und ich spekuliere auch nicht darauf. Ich investiere in Werte, in Unternehmen. Und diese Unternehmen stellen sich den Herausforderungen, den Währungsschwankungen, den Konjunktursorgen, den Änderungen der Konsumentenbedürfnisse. Dafür gibt es das Management und mich darum zu kümmern ist nicht mein Job als Anleger, als Mitinhaber an einem Unternehmen. Andererseits mahnt die Erfahrung auch zur Vorsicht und daher schaue ich diese Tage, welche Aktien in meinem Depot vielleicht etwas Staub angesetzt haben, welche eine bessere Zukunft versprechen als andere. In gewisser Weise unterziehe ich mein Depot einem verspäteten Frühjahrsputz. Denn eine höhere Cashquote hat im Sommer selten zu schlechten Ergebnissen geführt. Im Gegenteil, man kann so sich ggf. bietende Möglichkeiten wahrnehmen und sich mit ausgesuchten Aktien eindecken, sollten die Kurse taumeln.