Unterm Strich notieren die großen Indizes der Welt unverändert nach der vergangenen Woche. Zur Wochenmitte waren DAX und Dow Jones zwar deutlich unter Druck, ebenso der MDAX, doch das hat sich am Freitag wieder gegeben. Lediglich der technologielastige NASDAQ zeichnet ein etwas anderes Bild: er hat in der letzten Woche gut 1% zugelegt und ist eigentlich die ganze Woche über moderat angestiegen. Hiermit zeichnet sich die jetzt schon seit einigen Jahren auffällige Entwicklung weiter fort, dass die US-Technologiewerte zulegen und alle Indizes mitreißen. Beim NASDAQ ist das sehr ausgeprägt, da diese viele der großen Technologiewerte beinhaltet, aber auch S&P 500, DOW oder der MSCI World würden ohne die Kursstärke der US-Techgiganten ein ziemlich düsteres Bild zeichnen.
Und genau das ist der Punkt: Skeptiker orientieren sich gerne an den vermeintlichen Höchstständen der Indizes, dabei ist der breite Markt gar nicht großartig angestiegen in den letzten zwei Jahren. So notierte der breite Russel 2000 Ende Dezember 2018 mit knapp 1.337 Punkten leicht unterhalb seines Wertes vom 30. Dezember 2016, als er bei 1.357 Punkten lag. Zwei Jahre ohne Zugewinn. Natürlich auch dank des allgemeinen Börseneinbruchs Ende 2018; Ende August 2018 hatte der Russel 2000 einen Höchststand von rund 1.740 Punkten markiert. Und damit notiert er aktuell, trotz des fulminanten Jahresauftakts, noch gut 10 Prozent unter seinen alten Hochs.
Es ziehen also die großen Technologiewerte und das nicht ohne Grund. Denn sie legen weiterhin Wachstumsraten im prozentual zweistelligen Bereich vor und kaufen mit ihren enormen Cashflows weiterhin massiv eigene Aktien zurück, so dass ihr Ergebnis je Aktie überproportional profitiert. Ohne dass sie dabei auf Investitionen in Forschung & Entwicklung verzichten würden oder auf Firmenzukäufe. In anderen Bereichen der Wirtschaft läuft es allerdings nicht (mehr) ganz so rund...
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Sonntag, 14. April 2019
Sonntag, 1. Juli 2018
Gegenwind bei Greiffenberger nimmt wieder zu
Bei der angeschlagenen Beteiligungsgesellschaft Greiffenberger (WKN: 589730) habe ich auf die Übernahme durch Blue Cap (WKN: A0JM2M) gesetzt, nachdem diese eine zehnprozentige Kapitalerhöhung gezeichnet hatte. Das war nötig, weil Greiffenberger sich seit Jahren an der Insolvenz vorbei hangelt und stark überschuldet ist. Nun war Hauptversammlung und das Unternehmen hat keinerlei Aussagen zum Einstieg von Blue Cap oder dem Fortgang der Übernahmegespräche getätigt. Gleichzeitig hat allerdings Blue Cap-CEO Dr. Hannspeter Schubert zuletzt noch bekräftigt, man sei weiterhin in Gesprächen. Jedoch sei Blue Cap nicht an der Greiffenberger AG interessiert, sondern ausschließlich an der einzig verbliebenen Tochter Eberle.
Was mich veranlasst, Greiffenberger von meiner Empfehlungsliste zu streichen, sind allerdings gleich mehrere Faktoren...
Was mich veranlasst, Greiffenberger von meiner Empfehlungsliste zu streichen, sind allerdings gleich mehrere Faktoren...
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Samstag, 30. September 2017
Investor-Update: Blue Cap, Burberry, Corestate Capital, Deutsche Telekom, Goldman Sachs BDC, Greiffenberger, Hypoport, Publity, Rocket Internet, Softship
In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.
September bezaubert mit Traumfinale
Wir haben den September überstanden und entgegen der allgemeinen und überall verkündeten Meinung, es würde zu einem Crash kommen, weil der September ja der schlechteste Börsenmonat überhaupt sei, rannten die Kurse weiter nach oben. Aktienkurse haben kein Gedächtnis und wenn alle Marktteilnehmer der gleichen Meinung sind, dann haben sie sich auch im Vorfeld bereits entsprechend positioniert. Folgerichtig ist das erwartete Ereignis ausgeblieben. Für die Pessimisten noch schlimmer: die Aktienmärkte schlossen den September nahe an ihren Allzeithochs ab.
So markierte der S&P 500 am Freitag ein neues Allzeithoch bei 2.518 Punkten, der Dow Jones bei 22.405 Punkten, der MDAX bei 26.012 Punkten und der DAX liegt nur knapp 40 Zähler unter seinem Allzeithoch von rund 22.880 Punkten. Und wir haben noch immer Niedrigst- und sogar Negativzinsen, so dass es gut möglich ist, dass das Geld der "schlauen" Investoren nun bald in die Aktienmärkte zurückkehrt und eine fette Herbstrallye auslöst. Jenseits aller Bedenken bzgl. der Bewertung der Aktienmärkte.
September bezaubert mit Traumfinale
Wir haben den September überstanden und entgegen der allgemeinen und überall verkündeten Meinung, es würde zu einem Crash kommen, weil der September ja der schlechteste Börsenmonat überhaupt sei, rannten die Kurse weiter nach oben. Aktienkurse haben kein Gedächtnis und wenn alle Marktteilnehmer der gleichen Meinung sind, dann haben sie sich auch im Vorfeld bereits entsprechend positioniert. Folgerichtig ist das erwartete Ereignis ausgeblieben. Für die Pessimisten noch schlimmer: die Aktienmärkte schlossen den September nahe an ihren Allzeithochs ab.
»Wenn alle Spieler auf eine angeblich todsichere Sache spekulieren, geht es fast immer schief.«
(André Kostolany)
So markierte der S&P 500 am Freitag ein neues Allzeithoch bei 2.518 Punkten, der Dow Jones bei 22.405 Punkten, der MDAX bei 26.012 Punkten und der DAX liegt nur knapp 40 Zähler unter seinem Allzeithoch von rund 22.880 Punkten. Und wir haben noch immer Niedrigst- und sogar Negativzinsen, so dass es gut möglich ist, dass das Geld der "schlauen" Investoren nun bald in die Aktienmärkte zurückkehrt und eine fette Herbstrallye auslöst. Jenseits aller Bedenken bzgl. der Bewertung der Aktienmärkte.
Donnerstag, 28. September 2017
Sanierungsexperte Blue Cap steigt bei Greiffenberger ein. Mit 10 Prozent. Erstmal...
Greiffenberger und Blue Cap sind zwei Beteiligungsgesellschaften, deren Entwicklung in den letzten Jahren unterschiedlicher nicht hätte sein können. Während sich Blue Cap immer mehr zu einer wahren Gelddruckmaschine gemausert hat, gingen bei Greiffenberger die Lichter aus, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich hatte das Unternehmen vor vielen Jahren mal auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot, aber als das Siechtum begann und noch bevor das Verhängnis seinen Lauf nahm, hatte ich entnervt die Reißleine gezogen. Jahre später folgte die Insolvenz und die Sanierung durch den Verkauf von zwei der drei Tochterunternehmen, dann Schuldenschnitt sowie Rekapitalisierung. Übrig blieb nur eine Tochter, die J.N. Eberle & Cie. GmbH, ein Premium-Hersteller von industriellen Bandsägen und anderen hochwertigen Bandstahl-Produkten. Heute gab es nun zwei Meldungen bei Greiffenberger, die aufhorchen lassen...
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Montag, 12. Dezember 2016
Goldene Zeiten für Beteiligungsgesellschaften? Aurelius, Bavaria, Blue Cap, DBAG, GBK Beteiligungen, Gesco, Indus, MAX Automation, MBB, Mutares, Ringmetall
Vor einem Jahr gab ich zu den Beteiligungsgesellschaften als "die Perlentaucher des deutschen Mittelstands" meine Einschätzungen ab und es ist Zeit für ein Resümee. Denn es gab viel Bewegung: Pleiten, Pech und Performance. Und nicht alle Unternehmen konnten halten, was sie versprochen haben. Dafür andere umso mehr.
Veränderte Rahmenbedingungen
Zunächst hat sich Grundsätzliches verändert. Da war zum Einen die Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsidenten und der wird Amerika wie ein Unternehmen führen wollen. Es zielt darauf ab, Jobs in den USA zu schaffen und da s zulasten des Haushalts, also über eine massive Ausweitung der Verschuldung. Staatliche Konjunkturprogramme gepaart mit Steuersenkungen, das führt zu Inflation und damit zu steigenden Zinssätzen. In den USA, zunächst, aber auch in Europa wird der Inflationsdruck zunehmen mit der Zeit und die Zinsen ziehen bereits im Vorfeld von Trumps Amtseinführung an. Daneben gibt es die OPEC, jenes zahnlose Öl-Kartell, das sein Gebiss wiedergefunden hat und sich zu Förderkürzungen durchringen konnte. Und am Wochenende wurde bekannt, dass auch weitere große Nicht-OPEC-Staaten ihre Produktion drosseln werden. Das dürfte zu dauerhaft höheren, zumindest stabilen Öl-Preisen führen, so dass der Kurs kaum mehr unter $40 fallen dürfte. Auch wenn Trumps Programm explizit auch eine Ausweitung der US-Förderung vorsieht. Und dann sind da noch die Chinesen, die bis vor Kurzem ganze Industriezweige leer gekauft und bei ihren Übernahmen auch saftige Aufgelder in Kauf nahmen. Für die Private Equity-Branche waren das schöne Zeiten, weil sie bei Exits besonders viel verdienten. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass sie selbst ihr frisches Geld immer schwerer in günstige Gesellschaften investieren konnten, da der Nachfrageüberhang seitens der Chinesen auch beim Einkauf die Preise hoch getrieben hatte. Doch damit dürfte erstmal Schluss sein. Und zwar nicht, weil die deutsche Regierung sich aufgeregt hat, sondern weil die chinesische Regierung einen Riegel vorschob. Dort sah man in vielen kostspieligen Übernahmen eher den Versuch, auf diese Art chinesisches Geld außer Landes zu bringen und so kam der Yuan immer stärker unter Druck. Strategische Übernahmen sind hingegen auch weiterhin gewünscht.
Von dieser Seite aus wird also der Kaufdruck nachlassen und sich damit auch die überzogenen Preisvorstellungen der verkaufswilligen Mittelständler. Und das ist gut für Beteiligungsgesellschaften und Finanzinvestoren, denn auch bei ihnen liegt der Gewinn im Einkauf. Und viele Mittelständler sind auf einen Verkauf angewiesen aufgrund ungesicherter Unternehmensnachfolge. Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist und stellt rund 90 Prozent aller Arbeitsplätze. Daher sind ungesicherte Unternehmensnachfolgen nicht nur für den jeweiligen Betrieb alleine ein Problem, sondern auch für die Mitarbeiter und unsere Volkswirtschaft als Ganzes. Hier kommen Beteiligungsgesellschaften ins Spiel, denn sie bieten nicht nur Eigen- und/oder Fremdkapital für die Expansion an, sondern auch die Sicherung des Lebenswerkes in Form eine Fortführung als Unternehmen in einem größeren Beteiligungsportfolio.
Veränderte Rahmenbedingungen
Zunächst hat sich Grundsätzliches verändert. Da war zum Einen die Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsidenten und der wird Amerika wie ein Unternehmen führen wollen. Es zielt darauf ab, Jobs in den USA zu schaffen und da s zulasten des Haushalts, also über eine massive Ausweitung der Verschuldung. Staatliche Konjunkturprogramme gepaart mit Steuersenkungen, das führt zu Inflation und damit zu steigenden Zinssätzen. In den USA, zunächst, aber auch in Europa wird der Inflationsdruck zunehmen mit der Zeit und die Zinsen ziehen bereits im Vorfeld von Trumps Amtseinführung an. Daneben gibt es die OPEC, jenes zahnlose Öl-Kartell, das sein Gebiss wiedergefunden hat und sich zu Förderkürzungen durchringen konnte. Und am Wochenende wurde bekannt, dass auch weitere große Nicht-OPEC-Staaten ihre Produktion drosseln werden. Das dürfte zu dauerhaft höheren, zumindest stabilen Öl-Preisen führen, so dass der Kurs kaum mehr unter $40 fallen dürfte. Auch wenn Trumps Programm explizit auch eine Ausweitung der US-Förderung vorsieht. Und dann sind da noch die Chinesen, die bis vor Kurzem ganze Industriezweige leer gekauft und bei ihren Übernahmen auch saftige Aufgelder in Kauf nahmen. Für die Private Equity-Branche waren das schöne Zeiten, weil sie bei Exits besonders viel verdienten. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass sie selbst ihr frisches Geld immer schwerer in günstige Gesellschaften investieren konnten, da der Nachfrageüberhang seitens der Chinesen auch beim Einkauf die Preise hoch getrieben hatte. Doch damit dürfte erstmal Schluss sein. Und zwar nicht, weil die deutsche Regierung sich aufgeregt hat, sondern weil die chinesische Regierung einen Riegel vorschob. Dort sah man in vielen kostspieligen Übernahmen eher den Versuch, auf diese Art chinesisches Geld außer Landes zu bringen und so kam der Yuan immer stärker unter Druck. Strategische Übernahmen sind hingegen auch weiterhin gewünscht.
Von dieser Seite aus wird also der Kaufdruck nachlassen und sich damit auch die überzogenen Preisvorstellungen der verkaufswilligen Mittelständler. Und das ist gut für Beteiligungsgesellschaften und Finanzinvestoren, denn auch bei ihnen liegt der Gewinn im Einkauf. Und viele Mittelständler sind auf einen Verkauf angewiesen aufgrund ungesicherter Unternehmensnachfolge. Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist und stellt rund 90 Prozent aller Arbeitsplätze. Daher sind ungesicherte Unternehmensnachfolgen nicht nur für den jeweiligen Betrieb alleine ein Problem, sondern auch für die Mitarbeiter und unsere Volkswirtschaft als Ganzes. Hier kommen Beteiligungsgesellschaften ins Spiel, denn sie bieten nicht nur Eigen- und/oder Fremdkapital für die Expansion an, sondern auch die Sicherung des Lebenswerkes in Form eine Fortführung als Unternehmen in einem größeren Beteiligungsportfolio.
Dienstag, 22. Dezember 2015
Beteiligungsgesellschaften: Die Perlentaucher des deutschen Mittelstands
Ziemlich genau drei Jahre ist es her, dass ich hier darüber schrieb, welche Potenziale deutsche Beteiligungsgesellschaften bergen. Zeit für ein Resümee und eine Überarbeitung.
Anlass war seinerzeit, dass der mir persönliche bekannte damalige DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann eine Studie seines Hauses vorgelegt hatte, wonach 56 Prozent der Existenzgründer Schwierigkeiten hätten, die Finanzierung einer Betriebsübernahme zu stemmen. Das hat(te) insofern besorgniserregende Auswirkungen, als dass auch heute noch 40.000 deutsche Unternehmen auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger sind, der das Unternehmen fortzuführen bereit ist.
Und ironischerweise betraf dies kürzlich auch das Elmshorner Unternehmen Kölln-Flocken, deren Geschicke Hans Heinrich Driftmann Jahrzehnte lang als Geschäftsführender Gesellschafter gelenkt hat und nun an die Spitze des Aufsichtsrates wechselt*). Auch die Kölln-Werke, bekannt für ihre hervorragenden Frühstücksmüslis, Livio- und Mazola-Öl, haben sich mit dem ehemaligen schleswig-holsteinischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher nun erstmals einen externen Manager ins Boot holen müssen. Allerdings bleibt die Familie Kölln/Driftmann Eigentümer des Unternehmens.
Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und stellt rund 90 Prozent aller Arbeitsplätze, weshalb ungesicherte Unternehmensnachfolgen nicht nur für den jeweiligen Betrieb alleine ein Problem darstellen, sondern auch für die Mitarbeiter und unsere Volkswirtschaft als Ganzes.
Doch was des einen Leid, ist des anderen Freud oder hier eher die Chance. Denn für Beteiligungsunternehmen ist es eine große Chance, ein schier unendlicher Markt, um ihre Aktivitäten zu entfalten. Das hat auch Warren Buffett erkannt, als er mit seiner Beteiligungsholding Berkshire Hathaway Anfang des Jahres für 400 Mio. USD den Hamburger Produzenten für Motorradzubehör Detlev Louis übernahm. Die Summe ist für Buffetts Verhältnisse eher bescheiden, kauft er doch gerade für 37 Mrd. USD den Luftfahrtzulieferer Precision Castparts. Doch der Louis-Deal stellt für ihn eine Art Türöffner dar: "Wir haben den Code für Deutschland geknackt", sagte er.
Nun, Buffett kommt nach Deutschland, um sich hier nach interessanten Übernahmemöglichkeiten umzusehen. Und viele deutsche Unternehmen sind schon da und ebenfalls auf der Suche nach den schönsten Perlen des deutschen Mittelstands. Die sind zumeist nicht billig zu haben, sondern erfordern heutzutage erhebliche Anstrengungen, um mit ihnen einen Mehrwert zu erzielen. Vor einigen Jahren reichte es noch aus, ein Unternehmen zu kaufen und auf einen allgemeinen Aufschwung des Marktes zu setzen, um mit Profit wieder aussteigen zu können. Doch heute sind die Anforderungen gewachsen und nicht selten müssen die Beteiligungsgesellschaften ihre neuen Töchter erst noch aufwändig hochpäppeln, um ihre Potenziale zu bergen. Durch Add-on-Käufe, durch Sanierungen und Umstrukturierungen. Das nimmt Zeit und Geld in Anspruch und nicht immer führen die Anstrengungen zum gewünschten Ergebnis: dem gewinnträchtigen Verkauf. Daher reicht es auch für Anleger nicht (mehr), einfach irgendeine der vielen an deutschen Börsen notierten Beteiligungsgesellschaften zu kaufen, sondern er muss schon die richtigen erwischen, um selbst an den großen Chancen dieser Branche teilhaben zu können. Wir schauen uns daher mal eine Reihe von möglichen Kandidaten kurz an. Dabei lassen wir Frühphasenentwickler ("Venture Capital") wie die mic AG und reine Investmentgesellschaften, die in Aktien börsennotierten Unternehmen investieren, wie die Allerthal-Werke AG, die Scherzer & Co. AG oder die Shareholder Value Beteiligungen AG außen vor.
Anlass war seinerzeit, dass der mir persönliche bekannte damalige DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann eine Studie seines Hauses vorgelegt hatte, wonach 56 Prozent der Existenzgründer Schwierigkeiten hätten, die Finanzierung einer Betriebsübernahme zu stemmen. Das hat(te) insofern besorgniserregende Auswirkungen, als dass auch heute noch 40.000 deutsche Unternehmen auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger sind, der das Unternehmen fortzuführen bereit ist.
Und ironischerweise betraf dies kürzlich auch das Elmshorner Unternehmen Kölln-Flocken, deren Geschicke Hans Heinrich Driftmann Jahrzehnte lang als Geschäftsführender Gesellschafter gelenkt hat und nun an die Spitze des Aufsichtsrates wechselt*). Auch die Kölln-Werke, bekannt für ihre hervorragenden Frühstücksmüslis, Livio- und Mazola-Öl, haben sich mit dem ehemaligen schleswig-holsteinischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher nun erstmals einen externen Manager ins Boot holen müssen. Allerdings bleibt die Familie Kölln/Driftmann Eigentümer des Unternehmens.
Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und stellt rund 90 Prozent aller Arbeitsplätze, weshalb ungesicherte Unternehmensnachfolgen nicht nur für den jeweiligen Betrieb alleine ein Problem darstellen, sondern auch für die Mitarbeiter und unsere Volkswirtschaft als Ganzes.
Doch was des einen Leid, ist des anderen Freud oder hier eher die Chance. Denn für Beteiligungsunternehmen ist es eine große Chance, ein schier unendlicher Markt, um ihre Aktivitäten zu entfalten. Das hat auch Warren Buffett erkannt, als er mit seiner Beteiligungsholding Berkshire Hathaway Anfang des Jahres für 400 Mio. USD den Hamburger Produzenten für Motorradzubehör Detlev Louis übernahm. Die Summe ist für Buffetts Verhältnisse eher bescheiden, kauft er doch gerade für 37 Mrd. USD den Luftfahrtzulieferer Precision Castparts. Doch der Louis-Deal stellt für ihn eine Art Türöffner dar: "Wir haben den Code für Deutschland geknackt", sagte er.
Nun, Buffett kommt nach Deutschland, um sich hier nach interessanten Übernahmemöglichkeiten umzusehen. Und viele deutsche Unternehmen sind schon da und ebenfalls auf der Suche nach den schönsten Perlen des deutschen Mittelstands. Die sind zumeist nicht billig zu haben, sondern erfordern heutzutage erhebliche Anstrengungen, um mit ihnen einen Mehrwert zu erzielen. Vor einigen Jahren reichte es noch aus, ein Unternehmen zu kaufen und auf einen allgemeinen Aufschwung des Marktes zu setzen, um mit Profit wieder aussteigen zu können. Doch heute sind die Anforderungen gewachsen und nicht selten müssen die Beteiligungsgesellschaften ihre neuen Töchter erst noch aufwändig hochpäppeln, um ihre Potenziale zu bergen. Durch Add-on-Käufe, durch Sanierungen und Umstrukturierungen. Das nimmt Zeit und Geld in Anspruch und nicht immer führen die Anstrengungen zum gewünschten Ergebnis: dem gewinnträchtigen Verkauf. Daher reicht es auch für Anleger nicht (mehr), einfach irgendeine der vielen an deutschen Börsen notierten Beteiligungsgesellschaften zu kaufen, sondern er muss schon die richtigen erwischen, um selbst an den großen Chancen dieser Branche teilhaben zu können. Wir schauen uns daher mal eine Reihe von möglichen Kandidaten kurz an. Dabei lassen wir Frühphasenentwickler ("Venture Capital") wie die mic AG und reine Investmentgesellschaften, die in Aktien börsennotierten Unternehmen investieren, wie die Allerthal-Werke AG, die Scherzer & Co. AG oder die Shareholder Value Beteiligungen AG außen vor.
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Mittwoch, 9. April 2014
Bereinigung meiner Empfehlungsliste: AdCapital, Greiffenberger, WMF Vz.
Einige Werte auf meiner Empfehlungsliste haben die Erwartungen nicht erfüllt bzw. bieten nicht mehr ausreichend gute Perspektiven, so dass ich sie von der Liste nehmen werde.
AdCapital
Das Beteiligungsunternehmen hat eigentlich nie die Erwartungen erfüllen können. Nach einer enormen - steuerfreien - Sonderausschüttung haben die verbliebenen Beteiligungsgesellschaften durch die Bank weg die Erwartungen verfehlt, wie aus dem Geschäftsbericht 2013 zu ersehen ist. Nach 14 Monaten steht unter dem Strich ein Minus von 3 Prozent.
Greiffenberger
Die kleine Beteiligungsholding kommt nicht recht vom Fleck. Einerseits ist das Unternehmen niedrig kapitalisiert und verfügt nicht über große finanzielle Ressourcen, um weitere Beteiligungen eingehen zu können, andererseits liefern die aktuellen Beteiligungen solide Ergebnisse ab. Allerdings ist die nach wie vor sehr niedrige Eigenkapitalquote ein echter Hemmschuh und auf absehbare Zeit wird es wohl auch keine Dividende geben, so dass das Potenzial für das Unternehmen und den Aktienkurs begrenzt sein dürfte. Nach gut anderhalb Jahren streiche ich Greiffenberger daher mit einem Kurszuwachs von 20 Prozent von meiner Empfehlungsliste.
WMF Vz.
WMF wurde übernommen von KKR & Co., einer Private Equity Gesellschaft aus den USA, die auch bei ATU und Hertha BSC beteiligt sind und kürzlich ihr Engagement bei der Pro7Sat1 Media AG sehr erfolgreich beendet haben. KKR krempelt WMF ziemlich um, Teilbereiche wurden abgestoßen, der Vorstand komplett umgekrempelt und die Dividende halbiert. Das Potenzial der Aktie hat sich inzwischen deutlich reduziert und daher nehme ich den Wert nach anderthalb Jahren mit einem Kursplus von mehr als 40 Prozent von der Liste.
AdCapital
Das Beteiligungsunternehmen hat eigentlich nie die Erwartungen erfüllen können. Nach einer enormen - steuerfreien - Sonderausschüttung haben die verbliebenen Beteiligungsgesellschaften durch die Bank weg die Erwartungen verfehlt, wie aus dem Geschäftsbericht 2013 zu ersehen ist. Nach 14 Monaten steht unter dem Strich ein Minus von 3 Prozent.
Greiffenberger
Die kleine Beteiligungsholding kommt nicht recht vom Fleck. Einerseits ist das Unternehmen niedrig kapitalisiert und verfügt nicht über große finanzielle Ressourcen, um weitere Beteiligungen eingehen zu können, andererseits liefern die aktuellen Beteiligungen solide Ergebnisse ab. Allerdings ist die nach wie vor sehr niedrige Eigenkapitalquote ein echter Hemmschuh und auf absehbare Zeit wird es wohl auch keine Dividende geben, so dass das Potenzial für das Unternehmen und den Aktienkurs begrenzt sein dürfte. Nach gut anderhalb Jahren streiche ich Greiffenberger daher mit einem Kurszuwachs von 20 Prozent von meiner Empfehlungsliste.
WMF Vz.
WMF wurde übernommen von KKR & Co., einer Private Equity Gesellschaft aus den USA, die auch bei ATU und Hertha BSC beteiligt sind und kürzlich ihr Engagement bei der Pro7Sat1 Media AG sehr erfolgreich beendet haben. KKR krempelt WMF ziemlich um, Teilbereiche wurden abgestoßen, der Vorstand komplett umgekrempelt und die Dividende halbiert. Das Potenzial der Aktie hat sich inzwischen deutlich reduziert und daher nehme ich den Wert nach anderthalb Jahren mit einem Kursplus von mehr als 40 Prozent von der Liste.
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Freitag, 24. Mai 2013
Investmentfonds sind meistens schlecht(er)
Die vor allem in Deutschland vorherrschende Meinung ist, als Privatanleger könne man kein erfolgreiches Stock-Picking betreiben und sollte sein Geld lieber in Fonds investieren - und das möglichst breit gestreut, um das Risiko zu minimieren. Ebenso vernünftig klang es, dass die Erde eine Scheibe wäre, allerdings haben beide Denkansätze einen entscheidenden Makel: die Fakten sprechen dagegen!
Über Planeten und die Form der Erde werde ich mich nun nicht näher auslassen, aber zum Thema Direktanlage in Aktien versus Fondsinvestments hingegen schon. Der Gedanke eines Fonds ist, dass man als Anleger nur Geld einzahlt und die Auswahl der Anlageobjekte dann einem (gut bezahlten) Fachmann überlässt. Klingt plausibel und vernünftig. Allerdings zahlen auch Fonds Transaktionsgebühren für ihre An- und Verkäufe und die Fondsmanager erhalten Gehälter und/oder Provisionen. Darüber hinaus verdient auch die Fondsgesellschaft, denn zwischen An- und Verkaufskursen liegt ein nicht selten hoher Spread, wenn die Anteile denn überhaupt über die Börse gehandelt werden können. Viele sind nur bei der jeweiligen Fondsgesellschaft erhältlich und können nur an diese zurückgegeben werden - was in der Regel keinen großen Nachteil bedeutet, wenn man nicht gerade auf Immobilienfonds gesetzt hat und der Fonds wegen zu großer Anteilsrückgaben in akute Liquiditätsprobleme geschliddert ist. Was in den letzten Jahren eher die Regel als die Ausnahme war. Bei den übrigen Assetklassen, wie Aktien, Renten (verzinsliche Wertpapiere), Geldmarktpapiere usw. kassiert die Fondsgesellschaft dann noch einen Ausgabeaufschlag, der bis zu 7,5% betragen kann. Diese ganzen Kosten muss der Fondsmanager erst einmal wieder verdienen, ehe das Investment des Anlegers überhaupt aus der Verlustzone kommt. Und abgesehen vom Ausgabeaufschlag fallen die Kosten ja nicht nur einmal an, sondern jährlich immer wieder auf's Neue.
Und trotzdem... immerhin sind Profis am Werk, Anlageexperten, die viel Geld verdienen, die wissen schon, was sie tun. Sollte man meinen. Der Finanzdienstleister Gecam hat nun die Performance von 9.428 Aktien-, Renten-, Geldmarkt-, Dach- und Mischfonds analysiert, die in Europa zum Vertrieb zugelassen sind. Und das Ergebnis ist niederschmetternd: magere 23 Prozent der Investmentfonds schafften es in den vergangenen drei Jahren, ihren jeweiligen Vergleichsindex zu übertreffen. Mit anderen Worten: 77 Prozent der Fonds, also mehr als drei Viertel, schnitten schlechter ab als "der Markt". Beim Roulette liegt die Gewinnchance bei knapp unter 50 Prozent, wenn man auf Rot oder Schwarz setzt (die Null spielt ja auch mit), bei Investmentfonds nur bei 23 Prozent. Als rational denkender Mensch sollte man spätestens jetzt akzeptieren, dass die vermeintlich gute Anlage in Investmentfonds eben auch nur vermeintlich die beste Anlagevariante ist.
Gründe für das schlechte Abschneiden liegen auf der Hand: die Fondsmanager bilden zu mehr als 70 Prozent einfach nur ihren jeweiligen Vergleichsindex ab, so dass sie bei hohem Kostenaufwand keinen Mehrwert schaffen können. Sie müssen quasi schlechter als der Vergleichsindex abschneiden, denn es verbleiben ja nur 30 Prozent der investierten Summe, die sie anders einsetzen. Und da Fonds immer ein gewisses Maß an Liquidität halten, z.B. um ausstiegswillige Anleger auszahlen zu können, liegt die wirkliche "Eigenleistungsquote" noch niedriger. Und dieser geringe Anteil müsste dann die Kosten verdienen und auch noch eine Out-Performance gegenüber dem Vergleichsindex. Das geht nur auf zwei Arten: enormes Glück oder hohes Risiko. Hat der Fondsmanager nur Glück, stellt sich die Frage, weshalb der Anleger diesen "Experten" braucht. Und erkauft sich der Fondsmanager die bessere Performance durch ein erhöhtes Risiko, widerspricht dies dem Sinn einer sicheren Anlage und es kann gut sein, dass sich auch einmal das Risiko nicht auszahlt und ein Fonds nach guten Jahren sehr viel schlechtere aufweist. Studien haben belegt, dass Fonds, die drei Jahre lang besonders gut abgeschnitten haben, danach meistens zu den Verlierern zählen.
Wenn man also schon "den Markt" kaufen möchte, sollte man lieber auf ETFs (Exchange-traded Fund) setzen bzw. Produkte, die nicht aktiv gemanaged werden, sondern wirklich nur den Markt 1:1 abbilden - die produzieren nämlich fast keine Kosten, so dass für den Anleger eine weitaus größere Chance besteht, in die Gewinnzone zu kommen.
Aber es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Direktinvestments in Aktien. Warren Buffett meint hierzu, dass jeder durchschnittlich begabte Mensch in der Lage sei, wenn er nur einige wenige Dinge beherzige:
Es kommt also letztlich darauf an, seinen eigenen Verstand einzusetzen und dann Aktien günstig zu kaufen und lange zu halten. Das ist die Strategie des Buy & Hold, die dem Zinseszinseffekt erst die Chance gibt, sein Potenzial zu entfalten und Anleger reich zu machen. Wer häufig(er) sein Depot umschichtet läuft Gefahr, zum falschen Zeitpunkt ein- und auszusteigen. Und auch das belegen empirische Untersuchungen, dass Anleger eben meistens mit der Herde schwimmen und daher bei stark fallenden Kursen verkaufen und bei stark steigenden Kursen kaufen. Sie handeln also nicht rational, sondern emotional. Und versenken damit eine Menge Geld und füllen nur die Taschen der Broker, die an den Transaktionskosten prächtig verdienen.
Die richtigen Aktien zu finden, ist natürlich in der Praxis nicht ganz so einfacht. Schon Oscar Wilde bemerkte, dass es leichter sei, über Geld zu schreiben, als Geld zu machen. Und so kann ein interessierter Anleger auch "einfach" sein Geld in Aktien von Unternehmen investieren, die ihrerseits Unternehmen und/oder Aktien kaufen. Der Unterschied zu Fonds ist hierbei, dass man an dem Unternehmen als Aktionär direkt beteiligt ist, dass man die Investmententscheidungen näher miterleben kann, z.B. durch die Geschäftsberichte, Quartals- und teilweise Monatsberichte und natürlich durch Adhoc- und sonstige Publikationen des Unternehmens. Und man kann sich in Unternehmen engagieren, wo der Vorstand selbst signifikante Anteile hält, also ein erhebliches Interesse daran hat, den Unternehmenswert zu mehren. Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen auf dem deutschen Kurszettel, die diese Anforderungen erfüllen können.
Zum einen gibt es Unternehmen, die sich auf das Investieren in börsennotierte Unternehmen spezialisiert haben. Hier sind die Shareholder Value Beteiligungen AG, die Allerthal-Werke AG, oder die Scherzer & Co. AG zu nennen, über deren Websites man sich über Anlagemethode und die größeren Investments informieren kann.
Und es gibt "richtige" Beteiligungsgesellschaften. Einige sind auf Frühphaseninvestments spezialisiert, wie die Blue Cap AG oder die mic AG, andere erwerben Krisenunternehmen, um sie wieder aufzupäppeln, wie die Bavaria Industriekapital AG. Dann gibt es Unternehmen, wie die Aurelius AG, die gerne Randaktivitäten großer Konzerne erwerben und zu neuen Einheiten formieren und sie dann auf mittlere Sicht gewinnbringend wieder veräußern. Und zuletzt gibt es langfristig orientierte Industrieholdings, bei denen die Veräußerungserlöse von Tochtergesellschaften eher die Ausnahme als die Regel sind. Hier sind AdCapital, die Deutsche Beteiligungs AG, Gesco, Indus, MAX Automation, MBB Industries zu nennen. Und natürlich Warren Buffetts Investmentkonglomerat Berkshire Hathaway, das in einer ganz anderen Liga spielt, als z.B. Greiffenberger AG oder die H.P.I. Holding AG, die nur jeweils ein oder zwei Beteiligungsunternehmen aufweisen und auf ein Segment fokussiert sind. Insbesondere Aurelius und MBB Industries halte ich für nach wie vor für mittel- und langfristig hervorragende Investments, bei denen man gerne Partner (Mitaktionär) der erfolgreichen Vorstände ist.
Bleibt noch die Frage, weshalb man in lieber Aktien investieren sollte und nicht in Immobilien, Tagesgeld, Anleihen, Gold, Rohöl oder Schweinebäuche. Die habe ich allerdings bereits unter dem Titel "2013 wird das Jahr der Aktien" ausführlich beantwortet und spare mir deshalb an dieser Stelle die Wiederholung.
Also, es ist gar nicht so schwer, erfolgreich an der Börse zu investieren. Sofern man die Börse nicht als Casino und Aktienkäufe als Zocken missversteht, sondern Aktien als Partnerschaftsanteile an Unternehmen und die Börse als Handeslplatz, wo man diese Anteile erwerben kann, bleiben gar nicht so viele Möglichkeiten, gravierende Fehler zu machen. Ein wenig Mut und etwas Vertrauen in das eigene Urteilsvermögen gehören zwar schon dazu, aber beides benötigt man auch, wenn man unbeschadet eine fremde Katze streicheln will...
"Wenn sich die Fakten ändern, ändere ich meine Meinung".
Über Planeten und die Form der Erde werde ich mich nun nicht näher auslassen, aber zum Thema Direktanlage in Aktien versus Fondsinvestments hingegen schon. Der Gedanke eines Fonds ist, dass man als Anleger nur Geld einzahlt und die Auswahl der Anlageobjekte dann einem (gut bezahlten) Fachmann überlässt. Klingt plausibel und vernünftig. Allerdings zahlen auch Fonds Transaktionsgebühren für ihre An- und Verkäufe und die Fondsmanager erhalten Gehälter und/oder Provisionen. Darüber hinaus verdient auch die Fondsgesellschaft, denn zwischen An- und Verkaufskursen liegt ein nicht selten hoher Spread, wenn die Anteile denn überhaupt über die Börse gehandelt werden können. Viele sind nur bei der jeweiligen Fondsgesellschaft erhältlich und können nur an diese zurückgegeben werden - was in der Regel keinen großen Nachteil bedeutet, wenn man nicht gerade auf Immobilienfonds gesetzt hat und der Fonds wegen zu großer Anteilsrückgaben in akute Liquiditätsprobleme geschliddert ist. Was in den letzten Jahren eher die Regel als die Ausnahme war. Bei den übrigen Assetklassen, wie Aktien, Renten (verzinsliche Wertpapiere), Geldmarktpapiere usw. kassiert die Fondsgesellschaft dann noch einen Ausgabeaufschlag, der bis zu 7,5% betragen kann. Diese ganzen Kosten muss der Fondsmanager erst einmal wieder verdienen, ehe das Investment des Anlegers überhaupt aus der Verlustzone kommt. Und abgesehen vom Ausgabeaufschlag fallen die Kosten ja nicht nur einmal an, sondern jährlich immer wieder auf's Neue.
Und trotzdem... immerhin sind Profis am Werk, Anlageexperten, die viel Geld verdienen, die wissen schon, was sie tun. Sollte man meinen. Der Finanzdienstleister Gecam hat nun die Performance von 9.428 Aktien-, Renten-, Geldmarkt-, Dach- und Mischfonds analysiert, die in Europa zum Vertrieb zugelassen sind. Und das Ergebnis ist niederschmetternd: magere 23 Prozent der Investmentfonds schafften es in den vergangenen drei Jahren, ihren jeweiligen Vergleichsindex zu übertreffen. Mit anderen Worten: 77 Prozent der Fonds, also mehr als drei Viertel, schnitten schlechter ab als "der Markt". Beim Roulette liegt die Gewinnchance bei knapp unter 50 Prozent, wenn man auf Rot oder Schwarz setzt (die Null spielt ja auch mit), bei Investmentfonds nur bei 23 Prozent. Als rational denkender Mensch sollte man spätestens jetzt akzeptieren, dass die vermeintlich gute Anlage in Investmentfonds eben auch nur vermeintlich die beste Anlagevariante ist.
Gründe für das schlechte Abschneiden liegen auf der Hand: die Fondsmanager bilden zu mehr als 70 Prozent einfach nur ihren jeweiligen Vergleichsindex ab, so dass sie bei hohem Kostenaufwand keinen Mehrwert schaffen können. Sie müssen quasi schlechter als der Vergleichsindex abschneiden, denn es verbleiben ja nur 30 Prozent der investierten Summe, die sie anders einsetzen. Und da Fonds immer ein gewisses Maß an Liquidität halten, z.B. um ausstiegswillige Anleger auszahlen zu können, liegt die wirkliche "Eigenleistungsquote" noch niedriger. Und dieser geringe Anteil müsste dann die Kosten verdienen und auch noch eine Out-Performance gegenüber dem Vergleichsindex. Das geht nur auf zwei Arten: enormes Glück oder hohes Risiko. Hat der Fondsmanager nur Glück, stellt sich die Frage, weshalb der Anleger diesen "Experten" braucht. Und erkauft sich der Fondsmanager die bessere Performance durch ein erhöhtes Risiko, widerspricht dies dem Sinn einer sicheren Anlage und es kann gut sein, dass sich auch einmal das Risiko nicht auszahlt und ein Fonds nach guten Jahren sehr viel schlechtere aufweist. Studien haben belegt, dass Fonds, die drei Jahre lang besonders gut abgeschnitten haben, danach meistens zu den Verlierern zählen.
Wenn man also schon "den Markt" kaufen möchte, sollte man lieber auf ETFs (Exchange-traded Fund) setzen bzw. Produkte, die nicht aktiv gemanaged werden, sondern wirklich nur den Markt 1:1 abbilden - die produzieren nämlich fast keine Kosten, so dass für den Anleger eine weitaus größere Chance besteht, in die Gewinnzone zu kommen.
Aber es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Direktinvestments in Aktien. Warren Buffett meint hierzu, dass jeder durchschnittlich begabte Mensch in der Lage sei, wenn er nur einige wenige Dinge beherzige:
- er müsse bereit sein, seine Emotionen aus der Anlageentscheidung herauszuhalten und auf Basis von Fakten zu investieren,
- er müsse bereit sein, sich durch Geschäftsberichte durchzuackern und nicht auf Börsentipps von Freunden, Brokern, Börsenblättern oder Astrologen zu setzen,
- er sollte in Unternehmen investieren, deren Geschäftsmodell er versteht,
- er sollte antizyklisch investieren (niedrig kaufen, hoch verkaufen),
- und er sollte Aktien zu Kursen kaufen, die deutlich unterhalb ihres wahren Wertes notieren, und diese dann lange halten.
"Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr
bekommen als das, wofür du bezahlst. Investieren ist, wenn du einige
großartige Unternehmen findest und dann auf deinem Hintern sitzt."
(Charlie Munger)
bekommen als das, wofür du bezahlst. Investieren ist, wenn du einige
großartige Unternehmen findest und dann auf deinem Hintern sitzt."
(Charlie Munger)
Es kommt also letztlich darauf an, seinen eigenen Verstand einzusetzen und dann Aktien günstig zu kaufen und lange zu halten. Das ist die Strategie des Buy & Hold, die dem Zinseszinseffekt erst die Chance gibt, sein Potenzial zu entfalten und Anleger reich zu machen. Wer häufig(er) sein Depot umschichtet läuft Gefahr, zum falschen Zeitpunkt ein- und auszusteigen. Und auch das belegen empirische Untersuchungen, dass Anleger eben meistens mit der Herde schwimmen und daher bei stark fallenden Kursen verkaufen und bei stark steigenden Kursen kaufen. Sie handeln also nicht rational, sondern emotional. Und versenken damit eine Menge Geld und füllen nur die Taschen der Broker, die an den Transaktionskosten prächtig verdienen.
"Regel Nummer eins lautet: nie Geld verlieren. Regel
Nummer zwei lautet: vergiss nie Regel Nummer eins."
Nummer zwei lautet: vergiss nie Regel Nummer eins."
(Warren Buffett)
Die richtigen Aktien zu finden, ist natürlich in der Praxis nicht ganz so einfacht. Schon Oscar Wilde bemerkte, dass es leichter sei, über Geld zu schreiben, als Geld zu machen. Und so kann ein interessierter Anleger auch "einfach" sein Geld in Aktien von Unternehmen investieren, die ihrerseits Unternehmen und/oder Aktien kaufen. Der Unterschied zu Fonds ist hierbei, dass man an dem Unternehmen als Aktionär direkt beteiligt ist, dass man die Investmententscheidungen näher miterleben kann, z.B. durch die Geschäftsberichte, Quartals- und teilweise Monatsberichte und natürlich durch Adhoc- und sonstige Publikationen des Unternehmens. Und man kann sich in Unternehmen engagieren, wo der Vorstand selbst signifikante Anteile hält, also ein erhebliches Interesse daran hat, den Unternehmenswert zu mehren. Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen auf dem deutschen Kurszettel, die diese Anforderungen erfüllen können.
Zum einen gibt es Unternehmen, die sich auf das Investieren in börsennotierte Unternehmen spezialisiert haben. Hier sind die Shareholder Value Beteiligungen AG, die Allerthal-Werke AG, oder die Scherzer & Co. AG zu nennen, über deren Websites man sich über Anlagemethode und die größeren Investments informieren kann.
Und es gibt "richtige" Beteiligungsgesellschaften. Einige sind auf Frühphaseninvestments spezialisiert, wie die Blue Cap AG oder die mic AG, andere erwerben Krisenunternehmen, um sie wieder aufzupäppeln, wie die Bavaria Industriekapital AG. Dann gibt es Unternehmen, wie die Aurelius AG, die gerne Randaktivitäten großer Konzerne erwerben und zu neuen Einheiten formieren und sie dann auf mittlere Sicht gewinnbringend wieder veräußern. Und zuletzt gibt es langfristig orientierte Industrieholdings, bei denen die Veräußerungserlöse von Tochtergesellschaften eher die Ausnahme als die Regel sind. Hier sind AdCapital, die Deutsche Beteiligungs AG, Gesco, Indus, MAX Automation, MBB Industries zu nennen. Und natürlich Warren Buffetts Investmentkonglomerat Berkshire Hathaway, das in einer ganz anderen Liga spielt, als z.B. Greiffenberger AG oder die H.P.I. Holding AG, die nur jeweils ein oder zwei Beteiligungsunternehmen aufweisen und auf ein Segment fokussiert sind. Insbesondere Aurelius und MBB Industries halte ich für nach wie vor für mittel- und langfristig hervorragende Investments, bei denen man gerne Partner (Mitaktionär) der erfolgreichen Vorstände ist.
Bleibt noch die Frage, weshalb man in lieber Aktien investieren sollte und nicht in Immobilien, Tagesgeld, Anleihen, Gold, Rohöl oder Schweinebäuche. Die habe ich allerdings bereits unter dem Titel "2013 wird das Jahr der Aktien" ausführlich beantwortet und spare mir deshalb an dieser Stelle die Wiederholung.
"Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen".
Also, es ist gar nicht so schwer, erfolgreich an der Börse zu investieren. Sofern man die Börse nicht als Casino und Aktienkäufe als Zocken missversteht, sondern Aktien als Partnerschaftsanteile an Unternehmen und die Börse als Handeslplatz, wo man diese Anteile erwerben kann, bleiben gar nicht so viele Möglichkeiten, gravierende Fehler zu machen. Ein wenig Mut und etwas Vertrauen in das eigene Urteilsvermögen gehören zwar schon dazu, aber beides benötigt man auch, wenn man unbeschadet eine fremde Katze streicheln will...
Dienstag, 25. Dezember 2012
Beteiligungsgesellschaften bergen Potenziale
Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) warnt vor Erhöhungen bei Erbschafts- und Vermögenssteuern, denn bereits heute stünden viele Mittelständler vor dem Problem, keinen Nachfolger mehr für ihr Unternehmen zu finden - Tendenz steigend. Der DIHK hat vor Kurzem einen Report zur Unternehmensnachfolge vorgelegt, wonach 56 Prozent der Existenzgründer Schwierigkeiten haben, die Finanzierung einer Betriebsübernahme zu stemmen. Hinzu komme, dass viele Interessenten nicht hinreichend qualifiziert seien und die Herausforderungen bei der Übernahme eines Betriebes unterschätzten. 2011 hätten rund 39 Prozent der Senior-Unternehmer keinen passenden Nachfolger gefunden, während es 2008 noch 35 Prozent waren.
Dass es viele Selbständige gibt, die keine Nachfolger für ihr Ladengeschäft finden, ist nicht neu. Und es liegt nicht selten auch an der Branche, in der sie tätig sind: Kioske, Bäcker, Schuster, kleine Handwerker und Ladenbesitzer eben, die längst Opfer großer Ketten oder Kaufhäuser geworden sind und wo die eigene nachfolgende Generation kein Interesse an der Übernahme des elterlichen Geschäfts hat. Volkswirtschaftlich relevanter sind da die Mittelständler, die ohne Nachfolger schließen müssen und dabei viele (qualifizierte) Arbeitsplätze und viel Knowhow vernichten. Doch gerade hier gibt es zunehmend Hoffnung, denn neben Einzelpersonen, die das Unternehmen übernehmen und sich als Chef versuchen, gibt es auch die Möglichkeit von Management-Buy-Outs, also der Übernahme durch die bisherigen Geschäftsführer oder aber auch die Veräußerung an ein Beteiligungsunternehmen.
Was in anderen Ländern längst zum Normalfall geworden ist, erfreut sich in Deutschland nun auch zunehmender Beliebtheit. Sicher, es gibt auch die "bösen Heuschrecken", zumeist anglo-amerikanische Fonds, die Firmen aufkaufen, diese ausbluten, und die Reste dann teu(r)er weiterverkaufen. Aber es gibt eben auch eine Menge Unternehmen, die sich mittel- und langfristig an anderen Unternehmen beteiligen und deren Fokus nicht auf dem schnellen Geld liegt, sondern die die übernommenen Firmen stärken. Teilweise mit dem Ziel, sich dauerhaft zu beteiligen, teilweise in der Absicht, den Firmenwert des Übernahmeobjektes deutlich anzuheben, zum Beispiel durch eine Sanierung oder das heben stiller Reserven, um dann einige Jahre später ein prosperierendes Unternehmen am Markt platzieren zu können.
Das Problem der Einen, nämlich Schwierigkeiten bei der Unternehmensnachfolge zu haben, ist die Chance der Anderen - sie können sich aus einem immer größeren Teich die interessantesten Fische heraussuchen. Für Anleger wiederum bieten sich hier ebenfalls Chancen, denn auch in Deutschland gibt es eine Vielzahl von börsennotierten Beteiligungsgesellschaften mit teilweise deutlich unterschiedlichen Geschäftsmodellen.
Da gibt es Firmen, die sich auf Sanierungsfälle spezialisiert haben (z.B. Bavaria Industriekapital AG), und dem entsprechend Firmen kaufen, die kurz vor dem Kollaps stehen. Die Ausfallquote ist hier relativ hoch, aber wenn ein oder zwei Übernahmeobjekte die Kurve kriegen und wieder Tritt fassen, sind die Renditen in diesen Fällen sehr hoch - analog zu den niedrigen Einstiegskursen bei Pleitenkandidaten.
Oder Unternehmen, die sich auf Frühphasenfinanzierungen (sog. Venture Capital) spezialisiert haben (wie z.B. die mic AG), also relativ junge Unternehmen finanzieren, die noch keine großen Umsätze oder gar Gewinne vorweisen können. Schlägt das Geschäftsmodell allerdings ein, winken hohe Renditen, allerdings sind auch hier Pleiten nicht selten.
Dann gibt es Beteiligungsfirmen, die strauchelnde Unternehmen kaufen oder Randaktivitäten von großen Konzernen, die diese nicht weiter betreiben wollen. Hier hat sich z.B. die Aurelius AG einen hervorragenden Ruf erworben, niedrig bewertete Aktiva zu finden und nach einigen Jahren mit großen Gewinnen wieder zu veräußern.
Die ältesten und bekanntesten Beteiligungsunternehmen, die an deutschen Börsen notieren, sind wohl die Gesco AG und die Indus Holding AG, die sich zu Unternehmenskonglomeraten mit Fokus auf bestimmte Branchen entwickelt haben, und sich als langfristig Finanziers und Partner ihrer Beteiligungen verstehen. Sie verfolgen einen ähnlichen Ansatz wie die Beteiligungsholding Berkshire Hathaway von Investment-Legende Warren Buffett und seinem Partner Charlie Munger. Denn neben den bekannten großen Beteiligungen in Coca Cola, Wells Fargo & Co, American Express usw. finden sich im Portfolio viele Mittelständler, wie Möbelproduzenten, Süßigkeitenfabrikanten, Schuhhersteller, Teppichbodenhersteller, Regionalzeitungen usw., die allesamt solide und nachhaltige Renditen abwerfen. Verkäufe dieser oftmals 100-Prozent-Beteiligungen erfolgen nur selten und sind nicht Kerngeschäft der Beteiligungsholdings. Ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgt auch die bisher noch recht unbekannte, aber dennoch sehr erfolgreiche MBB Industries, die in diesem Jahr ihren Umsatz verdoppeln und den Gewinn fast verdreifachen wird und trotz eines rasanten Kursanstiegs noch immer mit niedrigem einstelligem KGV und sehr attraktiver Dividendenrendite - mit deutlichem Steigerungspotenzial - aufwartet. Dank dieser "Goldgräberstimmung" ist MBB Industries nach wie vor einer meiner Top-Favoriten und in meinem Depot deutlich übergewichtet.
Eher kleine Beteiligungsgesellschaften finden sich ebenfalls auf deutschen Kurszetteln, wie die H.P.I. Holding AG und die Greiffenberger AG. Beide Unternehmen haben nur wenige Beteiligungen im Portfolio und sind stark auf ein oder zwei Geschäftsfelder spezialisert, wo ihre Beteiligungen in Nischenmärkten als (Welt-) Marktführer tätig sind.
Zuletzt gibt es noch Aktienbeteiligungsunternehmen, die sich ganz überwiegend auf börsennotierte Unternehmen spezialisiert haben, wie die Shareholder Value Beteiligungen AG oder die Scherzer & Co. AG. Sie investieren ihr Kapital in unterbewerte Börsengesellschaften und in Unternehmen in Spezialsituationen, also z.B. Übernahmekandidaten oder Squeeze-Out-Spekulationen. So zahlen Unternehmen, die ein börsennotiertes anderes übernehmen wollen, in der Regel deutliche Kursaufschläge, um deren Papiere von den übrigen Aktionären angedient zu bekommen. 40 Prozent und mehr sind hier keine Seltenheit und wer früh genug investiert ist, kann von der hohen Übernahmeprämie profitieren. Doch auch danach bieten die betreffenden Aktien durchaus noch Phantasie, weil meistens nicht alle Aktionäre das Angebot annehmen und so noch einige Stücke an der Börse bleiben. Hat der Übernehmende mehr als 97% der Aktien eingesammelt, kann er die restlichen Aktionäre aus dem Unternehmen drängen (Squeeze-out) und zwar zu einem gesetzlich festgelegten Durchschnittskurs. Allerdings werden zumeist Spruchverfahren eingeleitet, bei denen häufig noch deutliche Nachbesserungen auf die ursprüngliche Abfindung festgelegt werden, so dass man bei Squeeze-Outs mit langem Atem sicher Geld verdienen kann.
Wie bei jedem Investment gilt auch hier, dass man sich vor dem Investieren gründlich Gedanken machen sollte. Insbesondere gilt es, die Chancen und Risiken bei den jeweiligen Geschäftsmodellen der Beteiligungsgesellschaften abzuschätzen und sich diejenigen herauszusuchen, die am besten zum eigenen Anlegerprofil passen. Und auch dann darf man die Unternehmen nicht blind kaufen, sondern muss sich mit ihnen genau beschäftigen. Also die Bilanzen ansehen, den Geschäftsbericht studieren und ein Gefühl dafür bekommen, ob das Management einen guten Job gemacht hat und wohl auch in absehbarer Zeit machen wird. Im Anschluss sind die üblichen Kennzahlen zu ermitteln, also die Gewinne je Aktie der letzten Jahre und der Ausblick für die nächsten ein, zwei Jahre samt dazu gehörigem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder die Dividendenrendite.
In den vergangenen Jahren, fast Jahrzenten, notierten Beteiligungsgesellschaften fast immer deutlich unterhalb ihres Buchwertes. Das lag daran, dass es schwierig war (ist!), die jeweiligen Beteiligungen zu bewerten und so den Buchwert zu überprüfen. Folglich nahm die Börse Abschläge als Risikopuffer vor. Doch zuletzt haben sich die Unterbewertungen deutlich abgebaut und Aurelius, Berkshire Hathaway, Gesco, Indus und andere notieren inzwischen an oder sogar über ihren Buchwerten. Dabei haben sich die Rahmenparameter nicht geändert, allerdings kommt es immer häufiger vor, dass durch Veräußerungen von Beteiligungen teilweise enorme stille Reserven gehoben werden, so dass die Börse inzwischen bereit ist, für die Möglichkeit solcher stiller Reserven Aufschläge auf den bisher ermittelten Buchwert zu bezahlen. Denn die Buchwerte werden zum Einstiegskurs berechnet, während bei einer Veräußerung ja überwiegend Marktpreise gezahlt werden, die zumeist deutlich höher notieren. So führt die Veräußerung alleine der Beteiligung an der Schabmüller AG bei der Aurelius AG zu einer Sonderdividenden von zwischen 1,70 und 2,00 EUR für das Geschäftsjahr 2012. Also fast 5% Dividendenrendite zusätzlich zur regulären Dividende.
In Beteiligungsgesellschaften steckt also viel Potenzial - wenn man denn auf die richtigen setzt. Höhere Risiken und stärkere Schwankungen bei den Jahresergebnissen weisen sicherlich die Frühphasen- und Problem-Investoren auf, während die Konglomerate die stetigste Entwicklung aufweisen. Wer auf häufigere Umschichtungen und einen stetigeren News-Flow setzen möchte, dürfte mit der Aurelius richtig liegen, während die MBB Industries erst kürzlich in den Fokus gerückt ist aufgrund ihrer unaufgeregten, aber äußerst erfolgreichen Akquise-Politik und den daraus resultierenden weit überdurchschnittlichen Ergebnissen. Daneben stellen Gesco und Indus Kerninvestments dar, die man beruhigt seinem Portfolio beimischen kann.
Dass es viele Selbständige gibt, die keine Nachfolger für ihr Ladengeschäft finden, ist nicht neu. Und es liegt nicht selten auch an der Branche, in der sie tätig sind: Kioske, Bäcker, Schuster, kleine Handwerker und Ladenbesitzer eben, die längst Opfer großer Ketten oder Kaufhäuser geworden sind und wo die eigene nachfolgende Generation kein Interesse an der Übernahme des elterlichen Geschäfts hat. Volkswirtschaftlich relevanter sind da die Mittelständler, die ohne Nachfolger schließen müssen und dabei viele (qualifizierte) Arbeitsplätze und viel Knowhow vernichten. Doch gerade hier gibt es zunehmend Hoffnung, denn neben Einzelpersonen, die das Unternehmen übernehmen und sich als Chef versuchen, gibt es auch die Möglichkeit von Management-Buy-Outs, also der Übernahme durch die bisherigen Geschäftsführer oder aber auch die Veräußerung an ein Beteiligungsunternehmen.
Was in anderen Ländern längst zum Normalfall geworden ist, erfreut sich in Deutschland nun auch zunehmender Beliebtheit. Sicher, es gibt auch die "bösen Heuschrecken", zumeist anglo-amerikanische Fonds, die Firmen aufkaufen, diese ausbluten, und die Reste dann teu(r)er weiterverkaufen. Aber es gibt eben auch eine Menge Unternehmen, die sich mittel- und langfristig an anderen Unternehmen beteiligen und deren Fokus nicht auf dem schnellen Geld liegt, sondern die die übernommenen Firmen stärken. Teilweise mit dem Ziel, sich dauerhaft zu beteiligen, teilweise in der Absicht, den Firmenwert des Übernahmeobjektes deutlich anzuheben, zum Beispiel durch eine Sanierung oder das heben stiller Reserven, um dann einige Jahre später ein prosperierendes Unternehmen am Markt platzieren zu können.
Das Problem der Einen, nämlich Schwierigkeiten bei der Unternehmensnachfolge zu haben, ist die Chance der Anderen - sie können sich aus einem immer größeren Teich die interessantesten Fische heraussuchen. Für Anleger wiederum bieten sich hier ebenfalls Chancen, denn auch in Deutschland gibt es eine Vielzahl von börsennotierten Beteiligungsgesellschaften mit teilweise deutlich unterschiedlichen Geschäftsmodellen.
Da gibt es Firmen, die sich auf Sanierungsfälle spezialisiert haben (z.B. Bavaria Industriekapital AG), und dem entsprechend Firmen kaufen, die kurz vor dem Kollaps stehen. Die Ausfallquote ist hier relativ hoch, aber wenn ein oder zwei Übernahmeobjekte die Kurve kriegen und wieder Tritt fassen, sind die Renditen in diesen Fällen sehr hoch - analog zu den niedrigen Einstiegskursen bei Pleitenkandidaten.
Oder Unternehmen, die sich auf Frühphasenfinanzierungen (sog. Venture Capital) spezialisiert haben (wie z.B. die mic AG), also relativ junge Unternehmen finanzieren, die noch keine großen Umsätze oder gar Gewinne vorweisen können. Schlägt das Geschäftsmodell allerdings ein, winken hohe Renditen, allerdings sind auch hier Pleiten nicht selten.
Dann gibt es Beteiligungsfirmen, die strauchelnde Unternehmen kaufen oder Randaktivitäten von großen Konzernen, die diese nicht weiter betreiben wollen. Hier hat sich z.B. die Aurelius AG einen hervorragenden Ruf erworben, niedrig bewertete Aktiva zu finden und nach einigen Jahren mit großen Gewinnen wieder zu veräußern.
Die ältesten und bekanntesten Beteiligungsunternehmen, die an deutschen Börsen notieren, sind wohl die Gesco AG und die Indus Holding AG, die sich zu Unternehmenskonglomeraten mit Fokus auf bestimmte Branchen entwickelt haben, und sich als langfristig Finanziers und Partner ihrer Beteiligungen verstehen. Sie verfolgen einen ähnlichen Ansatz wie die Beteiligungsholding Berkshire Hathaway von Investment-Legende Warren Buffett und seinem Partner Charlie Munger. Denn neben den bekannten großen Beteiligungen in Coca Cola, Wells Fargo & Co, American Express usw. finden sich im Portfolio viele Mittelständler, wie Möbelproduzenten, Süßigkeitenfabrikanten, Schuhhersteller, Teppichbodenhersteller, Regionalzeitungen usw., die allesamt solide und nachhaltige Renditen abwerfen. Verkäufe dieser oftmals 100-Prozent-Beteiligungen erfolgen nur selten und sind nicht Kerngeschäft der Beteiligungsholdings. Ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgt auch die bisher noch recht unbekannte, aber dennoch sehr erfolgreiche MBB Industries, die in diesem Jahr ihren Umsatz verdoppeln und den Gewinn fast verdreifachen wird und trotz eines rasanten Kursanstiegs noch immer mit niedrigem einstelligem KGV und sehr attraktiver Dividendenrendite - mit deutlichem Steigerungspotenzial - aufwartet. Dank dieser "Goldgräberstimmung" ist MBB Industries nach wie vor einer meiner Top-Favoriten und in meinem Depot deutlich übergewichtet.
Eher kleine Beteiligungsgesellschaften finden sich ebenfalls auf deutschen Kurszetteln, wie die H.P.I. Holding AG und die Greiffenberger AG. Beide Unternehmen haben nur wenige Beteiligungen im Portfolio und sind stark auf ein oder zwei Geschäftsfelder spezialisert, wo ihre Beteiligungen in Nischenmärkten als (Welt-) Marktführer tätig sind.
Zuletzt gibt es noch Aktienbeteiligungsunternehmen, die sich ganz überwiegend auf börsennotierte Unternehmen spezialisiert haben, wie die Shareholder Value Beteiligungen AG oder die Scherzer & Co. AG. Sie investieren ihr Kapital in unterbewerte Börsengesellschaften und in Unternehmen in Spezialsituationen, also z.B. Übernahmekandidaten oder Squeeze-Out-Spekulationen. So zahlen Unternehmen, die ein börsennotiertes anderes übernehmen wollen, in der Regel deutliche Kursaufschläge, um deren Papiere von den übrigen Aktionären angedient zu bekommen. 40 Prozent und mehr sind hier keine Seltenheit und wer früh genug investiert ist, kann von der hohen Übernahmeprämie profitieren. Doch auch danach bieten die betreffenden Aktien durchaus noch Phantasie, weil meistens nicht alle Aktionäre das Angebot annehmen und so noch einige Stücke an der Börse bleiben. Hat der Übernehmende mehr als 97% der Aktien eingesammelt, kann er die restlichen Aktionäre aus dem Unternehmen drängen (Squeeze-out) und zwar zu einem gesetzlich festgelegten Durchschnittskurs. Allerdings werden zumeist Spruchverfahren eingeleitet, bei denen häufig noch deutliche Nachbesserungen auf die ursprüngliche Abfindung festgelegt werden, so dass man bei Squeeze-Outs mit langem Atem sicher Geld verdienen kann.
Wie bei jedem Investment gilt auch hier, dass man sich vor dem Investieren gründlich Gedanken machen sollte. Insbesondere gilt es, die Chancen und Risiken bei den jeweiligen Geschäftsmodellen der Beteiligungsgesellschaften abzuschätzen und sich diejenigen herauszusuchen, die am besten zum eigenen Anlegerprofil passen. Und auch dann darf man die Unternehmen nicht blind kaufen, sondern muss sich mit ihnen genau beschäftigen. Also die Bilanzen ansehen, den Geschäftsbericht studieren und ein Gefühl dafür bekommen, ob das Management einen guten Job gemacht hat und wohl auch in absehbarer Zeit machen wird. Im Anschluss sind die üblichen Kennzahlen zu ermitteln, also die Gewinne je Aktie der letzten Jahre und der Ausblick für die nächsten ein, zwei Jahre samt dazu gehörigem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder die Dividendenrendite.
In den vergangenen Jahren, fast Jahrzenten, notierten Beteiligungsgesellschaften fast immer deutlich unterhalb ihres Buchwertes. Das lag daran, dass es schwierig war (ist!), die jeweiligen Beteiligungen zu bewerten und so den Buchwert zu überprüfen. Folglich nahm die Börse Abschläge als Risikopuffer vor. Doch zuletzt haben sich die Unterbewertungen deutlich abgebaut und Aurelius, Berkshire Hathaway, Gesco, Indus und andere notieren inzwischen an oder sogar über ihren Buchwerten. Dabei haben sich die Rahmenparameter nicht geändert, allerdings kommt es immer häufiger vor, dass durch Veräußerungen von Beteiligungen teilweise enorme stille Reserven gehoben werden, so dass die Börse inzwischen bereit ist, für die Möglichkeit solcher stiller Reserven Aufschläge auf den bisher ermittelten Buchwert zu bezahlen. Denn die Buchwerte werden zum Einstiegskurs berechnet, während bei einer Veräußerung ja überwiegend Marktpreise gezahlt werden, die zumeist deutlich höher notieren. So führt die Veräußerung alleine der Beteiligung an der Schabmüller AG bei der Aurelius AG zu einer Sonderdividenden von zwischen 1,70 und 2,00 EUR für das Geschäftsjahr 2012. Also fast 5% Dividendenrendite zusätzlich zur regulären Dividende.
In Beteiligungsgesellschaften steckt also viel Potenzial - wenn man denn auf die richtigen setzt. Höhere Risiken und stärkere Schwankungen bei den Jahresergebnissen weisen sicherlich die Frühphasen- und Problem-Investoren auf, während die Konglomerate die stetigste Entwicklung aufweisen. Wer auf häufigere Umschichtungen und einen stetigeren News-Flow setzen möchte, dürfte mit der Aurelius richtig liegen, während die MBB Industries erst kürzlich in den Fokus gerückt ist aufgrund ihrer unaufgeregten, aber äußerst erfolgreichen Akquise-Politik und den daraus resultierenden weit überdurchschnittlichen Ergebnissen. Daneben stellen Gesco und Indus Kerninvestments dar, die man beruhigt seinem Portfolio beimischen kann.
Samstag, 10. November 2012
Greiffenberger AG bestätigt Planungen für 2012
Die Beteiligungsholding Greiffenberger AG, die ich vor einiger Zeit als "kleine Mittelstandsholding mit großem Potenzial" vorgestellt hatte, konnte ihren Umsatz in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres auf 122,4 Mio. EUR (116,7 Mio. EUR) steigern. Der Jahresumsatz soll zwischen 158 und 166 Mio. EUR liegen, der Gewinn vor Zinsen und Steuern eine Summe zwischen 8 und 10,5 Mio. EUR erreichen.
Wermutstropfen in den ansonsten robusten 9-Monatszahlen ist der deutlich zurück gegangene Auftragseingang, der von 130,8 auf 109,6 Mio. EUR sank, was einer Book-to-bill-Ratio von 0,84 entspricht. „Ein Grund für den Rückgang beim Auftragsbestand ist die merklich dynamisierte Prozesskette in allen Teilbereichen des Konzerns. Die von den Kunden abgerufenen Aufträge kommen so inzwischen wesentlich schneller zur Auslieferung. Im Zusammenspiel mit der aktuell vorsichtigen Grundstimmung der Unternehmen sehen wir aber auch eine temporär zurückhaltendere Ordertätigkeit“, kommentiert Konzernchef Stefan Greiffenberger die Entwicklung.
Greiffenberger bleibt also vom globalen Konjunktureinbruch nicht verschont, bleibt aber solide auf Kurs. Aufgrund der noch immer relativ niedrigen Eigenkapitalquote wird das Unternehmen jedoch keine großen Sprünge machen, was die Übernahme attraktiver Investments im südeuropäischen Raum angeht, wo sich größere Konkurrenten, wie z.B. die Aurelius AG ja aktuell zu Schnäppchenpreisen eindecken. Und Aurelius weist trotz ambitionierter Bewertung für 2012 eine Dividendenrendite im zweistelligen Bereich auf. Doch das momentan beste Chance-Risiko-Verhältnis mit fast unschlagbar attraktiven Bewertungskennzahlen bietet bei den deutschen Beteiligungsgesellschaften die MBB Industries AG, die soeben wieder einmal überragende Zahlen präsentiert hat, so dass man von "Goldgräberstimmung bei MBB Industries" sprechen kann.
Die Greiffenger AG hat langfristig Potenzial, auch wenn die kraftstrotzende Konkurrenz aktuell besser punkten kann.
Wermutstropfen in den ansonsten robusten 9-Monatszahlen ist der deutlich zurück gegangene Auftragseingang, der von 130,8 auf 109,6 Mio. EUR sank, was einer Book-to-bill-Ratio von 0,84 entspricht. „Ein Grund für den Rückgang beim Auftragsbestand ist die merklich dynamisierte Prozesskette in allen Teilbereichen des Konzerns. Die von den Kunden abgerufenen Aufträge kommen so inzwischen wesentlich schneller zur Auslieferung. Im Zusammenspiel mit der aktuell vorsichtigen Grundstimmung der Unternehmen sehen wir aber auch eine temporär zurückhaltendere Ordertätigkeit“, kommentiert Konzernchef Stefan Greiffenberger die Entwicklung.
Greiffenberger bleibt also vom globalen Konjunktureinbruch nicht verschont, bleibt aber solide auf Kurs. Aufgrund der noch immer relativ niedrigen Eigenkapitalquote wird das Unternehmen jedoch keine großen Sprünge machen, was die Übernahme attraktiver Investments im südeuropäischen Raum angeht, wo sich größere Konkurrenten, wie z.B. die Aurelius AG ja aktuell zu Schnäppchenpreisen eindecken. Und Aurelius weist trotz ambitionierter Bewertung für 2012 eine Dividendenrendite im zweistelligen Bereich auf. Doch das momentan beste Chance-Risiko-Verhältnis mit fast unschlagbar attraktiven Bewertungskennzahlen bietet bei den deutschen Beteiligungsgesellschaften die MBB Industries AG, die soeben wieder einmal überragende Zahlen präsentiert hat, so dass man von "Goldgräberstimmung bei MBB Industries" sprechen kann.
Die Greiffenger AG hat langfristig Potenzial, auch wenn die kraftstrotzende Konkurrenz aktuell besser punkten kann.
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Donnerstag, 23. August 2012
Greiffenberger punktet mit starken Halbjahreszahlen
Die Greiffenberger AG (WKN 589730), eine familiengeführte Industrieholding mit rund 940 Mitarbeitern und einer Exportquote von 60%, hat heute Zahlen für das erste Halbjahr 2012 vorgelegt - und die können sich sehen lassen.
Die Greiffenberger-Gruppe hat den Umsatz um 9% auf 81,8 Mio. EUR (75,3) gesteigert. Gleichzeitig haben die konzernweit initiierten Maßnahmen für eine deutliche und vor allem nachhaltige Ergebnisverbesserung Wirkung gezeigt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) der ersten sechs Monate legte auf 8,2 Mio. EUR (6,7) zu und das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs um 46 % auf 4,9 Mio. EUR (3,4). Das Ergebnis je Aktie lag im 1. Halbjahr 2012 bei 0,22 EUR (0,15 EUR).
Denn vollständigen Halbjahresbericht können Sie auf der Website des Unternehmens downloaden.
Vor einigen Tagen hatte ich mich bereits sehr positiv zu Greiffenberger geäußert und die starken Zahlen bekräftigen mich in meiner Einschätzung, dass sich ein langfristiges Engagement in der Unternehmensgruppe für Anleger auszahlen wird.
Die Greiffenberger-Gruppe hat den Umsatz um 9% auf 81,8 Mio. EUR (75,3) gesteigert. Gleichzeitig haben die konzernweit initiierten Maßnahmen für eine deutliche und vor allem nachhaltige Ergebnisverbesserung Wirkung gezeigt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) der ersten sechs Monate legte auf 8,2 Mio. EUR (6,7) zu und das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs um 46 % auf 4,9 Mio. EUR (3,4). Das Ergebnis je Aktie lag im 1. Halbjahr 2012 bei 0,22 EUR (0,15 EUR).
Denn vollständigen Halbjahresbericht können Sie auf der Website des Unternehmens downloaden.
Vor einigen Tagen hatte ich mich bereits sehr positiv zu Greiffenberger geäußert und die starken Zahlen bekräftigen mich in meiner Einschätzung, dass sich ein langfristiges Engagement in der Unternehmensgruppe für Anleger auszahlen wird.
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Zahlenwerk
Donnerstag, 16. August 2012
Greiffenberger: kleine Mittelstandsholding mit großem Potenzial
Den seit 1986 börsennotierten Small-Cap Greiffenberger AG hat kaum jemand auf dem Schirm, was auch an der geringen Marktkapitalisierung von rund 25 Mio. EUR liegen dürfte, denn daraus resultieren geringe Handelsumsätze und die Erfordernis, unbedingt mit Limits zu ordern.
Aber der Reihe nach... Die Greiffenberger AG ist eine familiengeführte Holding mit Beteiligungen in verschiedenen Industriezweigen, die in drei Unternehmensbereiche aufgeteilt sind. Den Unternehmensbereich Antriebstechnik bildet die größte Tochtergesellschaft ABM Greiffenberger Antriebstechnik GmbH, der Unternehmensbereich Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl wird durch die J. N. Eberle & Cie. GmbH bedient und die BKP Berolina Polyester GmbH & Co. KG ist im Bereich der Kanalsanierungstechnologie und Rohrummantelung tätig. Per 31.12.2011 beschäftigte die Greiffenberger-Gruppe 945 Mitarbeiter.
Die Tochter ABM Greiffenberger (Greiffenberger-Anteil 100%) stellt spezielle Elektromotoren her, die geräuschlos und ruckelfrei arbeiten. Neben der Medizintechnik ist die Lagerlogistik ein wichtiges Einsatzfeld für diese Motoren, mit denen sich der Energieverbrauch im Vergleich zu konventionellen Elektroantrieben um bis zu 40% senken lässt. Bei größeren Anlagen, in denen sehr viele Motoren zum Einsatz kommen, sind dadurch Kosteneinsparungen im sechsstelligen Euro-Bereich möglich. Die sog. Sinochron-Motoren kommen jedoch auch in Treppenliften zum Einsatz und sind auch als Antrieb für Windkraftanlagen und Biomasseheizungen (Pelletheizungen) geeignet - zwei Bereiche mit großen Wachstumsperspektiven.
Die GBC rechnet 2012 bei der größten Greiffenberger-Tochter mit einem leichten Umsatzwachstum von 3% auf rund 97 Mio. EUR. Viel spannender ist aber die Ergebnisentwicklung bei ABM, nachdem im letzten Jahr das Kostensenkungsprogramm "Impuls 2011" aufgelegt wurde. Mittelfristig sei laut Management eine Steigerung der EBIT-Marge (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von derzeit 3,7% auf 8% realistisch.
Die Tochter Eberle (Greiffenberger-Anteil 100%) könnte nach Ansicht von GBC-Analyst Leipold in diesem Jahr doppelt so schnell wachsen wie die ABM und einen Umsatz von rund 50 Mio. EUR erzielen. Eberle stellt unter anderem hochqualitativen Präzisionsbandstahl her, der zum Beispiel in der Automobilindustrie und im Maschinenbau verwendet wird. Für einen weltweiten Automobilzulieferer in den USA liefert das Unternehmen Bandstahl, der zuvor von einem Partner in Detroit zugeschnitten und konfektioniert wird und anschließend beim Kunden in Stoßdämpfer eingebaut wird. Eberle setzt in diesem Bereich aber nicht auf mengengetriebenes Wachstum, sondern baut die Kapazitäten, die nahezu ausgelastet sind, gezielt auf. Dies kommt letztendlich auch dem Ergebnis zugute.
Die dritte Tochter BPK (Greiffenberger-Anteil 75%), ein Spezialist für die grabenlose Kanalsanierung, ist die treibende Kraft in der Gruppe. Das Unternehmen hat ein weltweit einzigartiges Verfahren zur Schlauchproduktion auf Basis von glasfaserverstärkten Kunststoffen entwickelt. In Deutschland werden jährlich 1,6 Milliarden Euro für die Kanalsanierung ausgegeben, davon 20% für die unterirdische Bauweise - Tendenz steigend.
Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet GBC bei einem Umsatz von 163 Mio. EUR einen Gewinn von 81 Cent pro Aktie und 2013 sei mit Erlösen von 169 Mio. EUR und einem Ergebnis von 1,19 Euro zu rechnen. Das KGV läge dann für 2012 bei 6,5 und für 2013 bei 4,4 - rekordverdächtig niedrig!
Risiken
Ein paar Wermutstropfen gibt es aber auch: neben der geringen Marktkapitalisierung und den mäßigen Handelsumsätzen ist die Eigenkapitalquote noch recht niedrig. Allerdings wird hier seit Jahren gegengesteuert - auch deshalb wird aktuell keine Dividende gezahlt - und die Eigenkapitalquote nähert sich mit großen Schritten der soliden 30%-Marke. Und das Fremdkapital muss verzinst werden. Hier hat Greiffenberger langfristig vorgesorgt und attraktive Zinsfestschreibungen erreicht - dennoch belasten die Zinsen natürlich die Ergebnisse.
Chancen
Die weitere Reduzierung der Nettoverschuldung und Erhöhung der Eigenkapitalquote sorgen nicht nur für (noch) bessere Ergebnisse, sondern ermöglichen perspektivisch auch die Wiederaufnahme einer Dividendenzahlung. Darüber hinaus können die bestehenden Produktionskapazitäten ein deutlich höheres Umsatzniveau stemmen und infolge des Programms „Impuls 2011“ sollte sich die Marge bei ABM signifikant erhöhen.
Einschätzung
Die Greiffenberger AG ist solide finanziert und gut aufgestellt, Umsätze und Ergebnisse steigen beständig an. Die Bewertung liegt deutlich unter der vergleichbarer Beteiligungsunternehmen und die geringe Marktkapitalisierung rechtfertigt diesen Abschlag nicht. Vielmehr sollte einem Unternehmen mit derartigen Perspektiven ein KGV von 10 und mehr zugebilligt werden, was erhebliches Kurspotenzial verspricht.
Am 23. August legt das Unternehmen seine Halbjahreszahlen vor und ich rechne eher mit positiven als negativen Überraschungen. Greiffenberger findet sich daher als langfristige Beimischung in meinem Depot wieder.
Aber der Reihe nach... Die Greiffenberger AG ist eine familiengeführte Holding mit Beteiligungen in verschiedenen Industriezweigen, die in drei Unternehmensbereiche aufgeteilt sind. Den Unternehmensbereich Antriebstechnik bildet die größte Tochtergesellschaft ABM Greiffenberger Antriebstechnik GmbH, der Unternehmensbereich Metallbandsägeblätter & Präzisionsbandstahl wird durch die J. N. Eberle & Cie. GmbH bedient und die BKP Berolina Polyester GmbH & Co. KG ist im Bereich der Kanalsanierungstechnologie und Rohrummantelung tätig. Per 31.12.2011 beschäftigte die Greiffenberger-Gruppe 945 Mitarbeiter.
Die Tochter ABM Greiffenberger (Greiffenberger-Anteil 100%) stellt spezielle Elektromotoren her, die geräuschlos und ruckelfrei arbeiten. Neben der Medizintechnik ist die Lagerlogistik ein wichtiges Einsatzfeld für diese Motoren, mit denen sich der Energieverbrauch im Vergleich zu konventionellen Elektroantrieben um bis zu 40% senken lässt. Bei größeren Anlagen, in denen sehr viele Motoren zum Einsatz kommen, sind dadurch Kosteneinsparungen im sechsstelligen Euro-Bereich möglich. Die sog. Sinochron-Motoren kommen jedoch auch in Treppenliften zum Einsatz und sind auch als Antrieb für Windkraftanlagen und Biomasseheizungen (Pelletheizungen) geeignet - zwei Bereiche mit großen Wachstumsperspektiven.
Die GBC rechnet 2012 bei der größten Greiffenberger-Tochter mit einem leichten Umsatzwachstum von 3% auf rund 97 Mio. EUR. Viel spannender ist aber die Ergebnisentwicklung bei ABM, nachdem im letzten Jahr das Kostensenkungsprogramm "Impuls 2011" aufgelegt wurde. Mittelfristig sei laut Management eine Steigerung der EBIT-Marge (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von derzeit 3,7% auf 8% realistisch.
Die Tochter Eberle (Greiffenberger-Anteil 100%) könnte nach Ansicht von GBC-Analyst Leipold in diesem Jahr doppelt so schnell wachsen wie die ABM und einen Umsatz von rund 50 Mio. EUR erzielen. Eberle stellt unter anderem hochqualitativen Präzisionsbandstahl her, der zum Beispiel in der Automobilindustrie und im Maschinenbau verwendet wird. Für einen weltweiten Automobilzulieferer in den USA liefert das Unternehmen Bandstahl, der zuvor von einem Partner in Detroit zugeschnitten und konfektioniert wird und anschließend beim Kunden in Stoßdämpfer eingebaut wird. Eberle setzt in diesem Bereich aber nicht auf mengengetriebenes Wachstum, sondern baut die Kapazitäten, die nahezu ausgelastet sind, gezielt auf. Dies kommt letztendlich auch dem Ergebnis zugute.
Die dritte Tochter BPK (Greiffenberger-Anteil 75%), ein Spezialist für die grabenlose Kanalsanierung, ist die treibende Kraft in der Gruppe. Das Unternehmen hat ein weltweit einzigartiges Verfahren zur Schlauchproduktion auf Basis von glasfaserverstärkten Kunststoffen entwickelt. In Deutschland werden jährlich 1,6 Milliarden Euro für die Kanalsanierung ausgegeben, davon 20% für die unterirdische Bauweise - Tendenz steigend.
Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet GBC bei einem Umsatz von 163 Mio. EUR einen Gewinn von 81 Cent pro Aktie und 2013 sei mit Erlösen von 169 Mio. EUR und einem Ergebnis von 1,19 Euro zu rechnen. Das KGV läge dann für 2012 bei 6,5 und für 2013 bei 4,4 - rekordverdächtig niedrig!
Risiken
Ein paar Wermutstropfen gibt es aber auch: neben der geringen Marktkapitalisierung und den mäßigen Handelsumsätzen ist die Eigenkapitalquote noch recht niedrig. Allerdings wird hier seit Jahren gegengesteuert - auch deshalb wird aktuell keine Dividende gezahlt - und die Eigenkapitalquote nähert sich mit großen Schritten der soliden 30%-Marke. Und das Fremdkapital muss verzinst werden. Hier hat Greiffenberger langfristig vorgesorgt und attraktive Zinsfestschreibungen erreicht - dennoch belasten die Zinsen natürlich die Ergebnisse.
Chancen
Die weitere Reduzierung der Nettoverschuldung und Erhöhung der Eigenkapitalquote sorgen nicht nur für (noch) bessere Ergebnisse, sondern ermöglichen perspektivisch auch die Wiederaufnahme einer Dividendenzahlung. Darüber hinaus können die bestehenden Produktionskapazitäten ein deutlich höheres Umsatzniveau stemmen und infolge des Programms „Impuls 2011“ sollte sich die Marge bei ABM signifikant erhöhen.
Einschätzung
Die Greiffenberger AG ist solide finanziert und gut aufgestellt, Umsätze und Ergebnisse steigen beständig an. Die Bewertung liegt deutlich unter der vergleichbarer Beteiligungsunternehmen und die geringe Marktkapitalisierung rechtfertigt diesen Abschlag nicht. Vielmehr sollte einem Unternehmen mit derartigen Perspektiven ein KGV von 10 und mehr zugebilligt werden, was erhebliches Kurspotenzial verspricht.
Am 23. August legt das Unternehmen seine Halbjahreszahlen vor und ich rechne eher mit positiven als negativen Überraschungen. Greiffenberger findet sich daher als langfristige Beimischung in meinem Depot wieder.
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