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Donnerstag, 1. Oktober 2026

[Kissigs Nebenwerte-Analyse] Wüstenrot & Württembergische: Zwischen Zinsen, Versicherungen und dem Umbau des Geschäftsmodells

Im Magazin "Der Nebenwerte Investor" von Traderfox finden sich regelmäßig Analysen von mir zu deutschen Nebenwerten. Das Magazin ist kostenpflichtig und wer dieses oder eine der weiteren Börsenzeitschriften von Traderfox bestellen möchte, gelangt ▶ hier zur Übersicht. Mehrwert für die Leser meines Blogs: Nach Erscheinen des Magazins darf ich meine Nebenwerte-Analysen dann auch hier veröffentlichen.


Artikel aus "Der Nebenwerte Investor" Ausgabe 21/2026 vom 24.09.2026

Aktien in dieser Ausgabe: ATOSS Software, grenke, Wüstenrot & Württembergische

Sonntag, 21. Mai 2023

[Im Fokus] Münchener Rück: Der Versicherer der Versicherer reitet die Erfolgswelle

Die Münchener Rückversicherung, der nach Prämieneinnahmen größte Rückversicherungskonzern der Welt, ist Gegenstand dieses Kurportraits. Das Unternehmen wurde bereits 1880 gegründet und tritt seit 2009 unter dem internationalen Label Munich Re auf.

Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft ist ein deutscher Erst- und Rückversicherungskonzern, wobei die Rückversicherungssparte den deutlich größeren Anteil beisteuert, während man im Bereich der Erstversicherungen als Mutter der Ergo-Versicherungsgruppe auftritt. Diese bestand vormals aus den Versicherungsunternehmen D.A.S, Hamburg-Mannheimer, DKV und Victoria. Hier werden Risiken von Kunden abgesichert und dafür möglichst auskömmliche Prämien vereinbart. Dies ist ein recht simples Geschäftsmodell, bei dem es um Zahlen und Wahrscheinlichkeiten geht. Die Versicherung streicht die regelmäßigen Prämien all ihrer Versicherten ein und begleicht daraus die Schäden einzelner Kunden. Im Idealfall erzielt sie eine Überdeckung und streicht diese als Gewinn ein.

Zudem liegen zwischen Prämienzahlung und Auszahlung der Versicherungsleistung oft viele Jahre, in denen die Versicherung dieses Geld zum eigenen Vorteil investieren kann; das übernimmt hier die Munich Ergo Asset Management GmbH.

Warren Buffett liebt das Geschäftsmodell der Versicherungen und den hieraus entstehen 'Float', der das Rückgrat seines großen Investmenterfolgs darstellt.

Freitag, 19. Mai 2023

Im Fokus: AFLAC - Kein Buffett-Investment, aber eine ganz spezielle Versicherung mit Fokus auf Japan

In diesem Kurzportrait geht es um AFLAC, ein ganz spezielles Versicherungsunternehmen mit hohem Japan-Exposure.

Die American Family Life Assurance Company ist ein US-amerikanisches Versicherungsunternehmen mit Sitz in Columbus, Georgia. Das im S&P 500 gelistete Unternehmen bietet vor allem Kranken- und Lebensversicherungen an und hat inzwischen mehr als 40 Mio. Kunden in den Vereinigten Staaten und Japan.

Warren Buffett liebt Versicherungen und folgt man seiner jüngsten Einschätzung, ist Japan momentan mehr als eine Wette wert...

Samstag, 21. Januar 2023

Leserfrage: "Dein Kursziel bei Genworth Financial ist fast erreicht - siehst Du den Wert weiter positiv?"

Blogleser Michael stellte mir eine interessante Frage: "Hallo Michael, das Durchhalten bei Genworth Financial hat sich ja gelohnt. Du hattest 5,40 USD auch mal als Ziel ausgegeben, das jetzt fast erreicht ist. Bist du hier weiter positiv für den Wert? Vielen Dank, Michael."

Ich habe mich entschieden, sie im Rahmen eines Blogbeitrags zu beantworten, weil sie sich vermutlich in ähnlicher Form einigen Lesern stellt.

Mittwoch, 18. Januar 2023

Kissigs Nebenwerte-Analyse zu Wüstenrot & Württembergische: Versicherungen und Bausparen werden wieder attraktiv(er)

Im Magazin "Der Nebenwerte Investor" von Traderfox finden sich regelmäßig Analysen von mir zu deutschen Nebenwerten. Das Magazin ist kostenpflichtig und wer dieses oder eine der weiteren Börsenzeitschriften von Traderfox bestellen möchte, gelangt ▶ hier zur Übersicht.
Mehrwert für die Leser meines Blogs: Nach Erscheinen des Magazins darf ich die eine oder andere meiner Analysen dann auch hier veröffentlichen.

Artikel aus "Der Nebenwerte Investor" Ausgabe 17/2022 vom 22.12.2022

Dienstag, 29. November 2022

Kissigs Portfoliocheck: Auf die Versicherung Globe Life setzt Buffett schon seit 21 Jahren

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 213. Portfoliocheck blicke ich mal wieder Warren Buffett über die Schulter. Buffetts Performance ist atemberaubend; er konnte über mehr als 50 Jahre hinweg eine Rendite von fast 20 % pro Jahr hinlegen und den S&P 500 in den meisten Jahren schlagen. "Das Orakel von Omaha", wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch verehrend genannt wird, ist einer der reichsten Menschen der Welt, doch er ist kein Unternehmer, sondern er ist Investor. Ein Investor der Superlative, denn seinen Reichtum verdankt er ausschließlich dem Investieren.

Wir erleben gerade ungewöhnliche Zeiten. Corona-Pandemie, Ukrainekrieg, Zinswende, Inflationsschock setzen seit Monaten die Aktienkurse unter Druck und längst nicht mehr nur sehr hoch bepreiste Wachstumswerte. Es scheint fast keinen sicheren Hafen mehr zu geben, seit die führenden Notenbanken der Welt die Liquiditätsversorgung der Märkte drosseln. Über viele Jahre häufte Buffett einen immer größer werdenden Cash-Berg an, der in der Spitze 150 Mrd. USD erreichte. Ihm schienen die Investitionsmöglichkeiten ausgegangen zu sein, wurde kritisiert oder er habe sein Gespür für gute Gelegenheiten verloren, weil er während der Hausse der Wachstumswerte den steigenden Bewertungen nicht hinterherlief.

Doch während die Märkte taumeln und aus den ersten Dips längst eine ausgewachsene Korrektur, ein Bärenmarkt, geworden ist, ging Buffett im 1. Quartal auf große Shoppingtour. Alleine in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres hat er atemberaubende 50 Mrd. USD für neue Aktieninvestments ausgegeben. Gegenüber dem Rekordvolumen des 2022er-Auftaktquartals sehen die zuletzt getätigten Investitionen im 2. und 3. Quartal allerdings bescheiden aus. Buffetts Turnoverrate stieg von 1 % auf 3 %, nachdem sie im 1. Quartal rekordverdächtige 12 % erreicht hatte. Dabei kaufte Berkshire Hathaway im 3. Quartal auch wieder eigene Aktien für 1,05 Mrd. USD zurück, verglichen mit 1,0 Mrd. im 2. Quartal und 3,2 Mrd. im 1. Quartal.

Am 30. September hatte Buffett unverändert 47 Aktienpositionen im Depot seiner Investmentholding Berkshire Hathaway; den drei Neuaufnahmen standen drei Komplettverkäufe gegenüber. Der Gesamtwert seines Aktienportfolios lag Ende des 3. Quartals bei 296 Mrd. USD und damit nur leicht unter dem Stand von Ende Juni, als es noch 302,9 Mrd. erreichte. Zum 30. September 2022 belief sich der Bestand an Barmitteln und kurzfristigen Wertpapieren auf rund 109,0 Mrd. USD gegenüber 105,4 Mrd. per 30. Juni.

Buffetts Depot ist sehr fokussiert; die drei Top-Werte stehen für etwa 60 % des Gesamtwerts, die fünf Schwergewichte bringen es auf 75 %. Und so sieht die Verteilung Ende des 3. Quartals aus: Technologieaktien bringen es auf 45,2 %, Finanzwerte auf 24,0 %, Energiewerte auf 12,1 %, defensive Konsumwerte auf 12,0 % und Kommunikationswerte auf 3,7 %.Seine größte Depotposition bleibt unangefochten Apple. In diesem Quartal kaufte Buffett keine weiteren Aktien, aber das Unternehmen selbst kauft fleißig weitere Apple-Aktien, sodass sich Buffetts Anteil an dem Unternehmen stetig weiter erhöht von zuletzt 5,57 % auf nun 5,62 %.

Auf Platz zwei behauptete sich die Bank of America, während sich die aufgestockte Chevron um einen weiteren auf den dritten Platz hochschieben und dabei Buffetts mit 34 Jahren Zugehörigkeit älteste noch im Depot befindliche Aktienposition Coca-Cola überholen konnte. Direkt dahinter folgt American Express, seine mit 29 Jahren zweitälteste Position.

Auf Platz 10 stieg seine Neuerwerbung Taiwan Semiconductor ein und deutlich dahinter schlummert Globe Life, die mit 21 Jahren Depotzugehörigkeit Buffetts viertälteste Aktienposition ist. Und auch wenn die rund 10 Mrd. USD schwere Versicherungsholding, die vor allem Lebens- und Krankenzusatzversicherungen im Direktvertrieb verkauft, mit 0,2 % Depotanteil und einem Gewicht von 635 Mio. USD zu seinen kleineren zählt, kann sie mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von 9 % in den letzten 10 Jahren durchaus punkten...


Disclaimer: Habe Apple, Berkshire Hathaway auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Sonntag, 19. September 2021

Kissigs Kloogschieterei: Kurze Gedankenspiele über die Schieflage bei China Evergrande, Konjunktursorgen und den Run der Private-Equity-Giganten wie KKR, Apollo Global Management und Blackstone auf Lebensversicherer und deren Float

Die Börsenkurse bröckeln, wie es vom September zu erwarten ist. Starke Aufwärtsimpulse fehlen, so dass negativen Nachrichten noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als ohnehin schon.

In Asien ist Feiertagszeit und viele maßgebliche Indizes sind oder werden für einen oder mehrere Tage mit dem Handel aussetzen. Das reduziert die Handelsvolumina und sorgt eher für Abgabebereitschaft, weil Anleger ungerne "long" in verlängerte Wochenenden gehen. Hinzu kam, dass Freitag großer Verfallstag für viele Optionen war und an einem solchen "Hexensabbat" die Börsenkurse generell überempfindlich reagieren.

Dienstag, 21. Juli 2020

Lebensversicherungsaktien: Value-Chance oder Value-Trap?

Versicherungsaktien gehören zu den Lieblingen deutscher Anleger. Die vermeintliche sichere und oftmals üppige Dividendenrendite verlockt. Auch weisen die Versicherungen zumeist steigende Gewinne aus, was zusätzlich Sicherheit suggeriert. Überhaupt nicht ins Bild passen daher Berichte, wonach rund ein Drittel der Lebensversicherungen vor ernsthaften Problemen stehen und evtl. sogar nicht überleben können.

Dabei ist die eigentliche Frage eher, ob dieses Szenario nicht ins Bild passt, oder ob nicht vielleicht das Bild an sich falsch gezeichnet ist. Was bedeuten würde, dass die ganze Branche auf tönernen Füßen steht, während die Erschütterungen immer stärker werden...

Samstag, 14. März 2020

Altersarmut dank Immobilienfinanzierung über Lebensversicherung. Wirklich? Wirklich!

Dass ich nicht viel vom Produkt Kapitallebensversicherung halte und dass es für die Versicherten eine Entreicherungsanlageform ist, habe ich in den letzten Jahren wiederholt geschrieben. Die Niedrigzinsphase hat den Assekuranzen kräftig zugesetzt, weil sie selbst keine auskömmlichen Geldanlagen mehr finden und inzwischen müssen sie sogar eine Zinszusatzreserve aufbauen, um die üppigen Garantieverzinsungen aus der Vergangenheit gewährleisten zu können. Doch die Zinszusatzreserve geht zulasten der Rendite der Versicherten und senkt deren heutigen Ablaufleistungen weiter. Des Weiteren mussten die Assekuranzen ihre Garantieverzinsung immer mehr absenken und der Staat strich die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven oder Schlussüberschüssen der Versicherungen, was die Rendite weiter abschmolz. Die Folge dieser Gemengelage ist, dass inzwischen die Überschussbeteiligungen fast komplett ausfallen. Dabei waren doch gerade sie in der Vergangenheit das ziehende Verkaufsargument für "der Deutschen liebste Anlageform".

Nun ja, wird mancher sagen, da bekommen nun Leute nach 25 Jahren eben weniger Zinsen ausgezahlt und dem entsprechend fällt die Ablaufleistung geringer aus. Pech gehabt. passiert eben. Und so oberflächlich betrachtet, kann man das fast so stehen lassen. Jeder ist für sein Geld und auch seine Absicherung im Alter selbst verantwortlich. Und doch...

Freitag, 12. August 2016

BaFin warnt: Lage bei den Lebensversicherern spitzt sich weiter zu

Ich weiß, ich weiß, es kann niemand mehr hören, dass ich seit Jahren vor der zunehmenden Gefahr bei Lebensversicherern warne und den sich immer weiter verschärfenden Risiken in deren Bilanzen aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase. Aber es nützt ja nichts, auch wenn es euch zu den Ohren herauskommt, die Gefahren sind vorhanden und sie nehmen zu!

Nachdem im letzten Jahr die Ratingagentur Moody's die deutsche Lebensversicherungsbranche als die riskanteste der Welt eingestuft hat, warnte nur wenige Tage später auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), in Deutschland würden Versicherungspleiten drohen. Unterstützt wurde diese Aussage durch eine Untersuchung der Unternehmensberatung Assekurata, die vor einer enormen drohenden Kapitallücke warnte, die die deutsche Lebensversicherungsbranche in den nächsten Jahren überrollen könnte, wenn die Zinsen so niedrig bleiben würden. Da entsprechende Renditen am Kapitalmarkt nicht mehr zu erzielen seien, müssten die Versicherer seit 2011 eine sog. Zinszusatzreserve aufbauenund um die Garantien laufender Lebens- und Rentenversicherungsverträge abzudecken, müssten die Unternehmen diese Zinszusatzreserve bis zum Jahr 2024 von bislang gut €21 Milliarden im schlimmsten Fall auf rund €150 Milliarden aufstocken. Doch schon heute zehre die Zinszusatzreserve an den ohnehin sinkenden Überschussbeteiligungen der Lebens- und Rentenversicherungen und für die Kunden würde die Rendite damit immer unattraktiver werden...

Montag, 17. August 2015

Einfach gedacht: Katastrophen voraus - "El Niño" lässt's krachen

Die Versicherungsbranche hat es nicht leicht, irgendwie gibt es fast nur noch schlechte Nachrichten, ich warne ja seit einiger Zeit davor, dass sich die Probleme bei Lebens- und Rückversicherungen zuspitzen und die ehemaligen Substanz- und Dividendenhits sich zu kolossalen Value Traps entwickeln. Das hört nicht jeder gerne und die jüngsten Kursrücksetzer werden noch immer als "Einstiegsmöglichkeiten" proklamiert. Als Beleg für die Richtigkeit dieser These werden dabei die Geschäftszahlen der Assekuranzen herangezogen, die diese zuletzt vorgelegt haben - und die oberflächlich betrachtet gar nicht so schlecht aussehen. Hätte aber auch verwundert, denn die Probleme kommen ja erst auf die Versicherungen zu und schaukeln sich immer mehr auf, sie werden sich dann exponentiell in die Bilanzen und GuVs fressen.

Die Katastrophen kommen - jetzt!
Ein Grund, weshalb die zurückliegenden Ergebnisse der Versicherer recht passabel ausfielen, ist eine niedrige Schadensquote. Das bedeutet, dass die Versicherungen (zu) hohe Beiträge einkassiert haben verglichen mit den Schäden, die dann wirklich eingetreten sind. Das kann zu niedrigeren Beiträgen führen, denn die großen Versicherungsnehmer schauen schon sehr kritisch darauf, ob "ihre" Versicherer zu viel an ihnen verdienen. Zumal der Druck durch branchenfremde Investoren, die aufgrund der Niedrigzinsen Risiken absichern, groß ist...

Dienstag, 4. August 2015

Steuern die Versicherer auf massive Kapitalerhöhungen zu?

Seit einiger Zeit schon stehe ich den Versicherungsaktien skeptisch gegenüber und warne vor den sich immer mehr zuspitzenden Problemen der Assekuranzen. Dabei geht es vor allem um die Lebensversicherungen, aber auch um die Rückversicherer, denen beiden das Geschäftsmodell weggebrochen ist aufgrund des dauerhaft niedrigen Zinsniveaus.

Vordergründig "locken" die Aktien mit niedrigen KGVs und hohen Dividendenrenditen, aber es sind zunehmend offensichtlich Value Traps. Nachdem zuletzt die Ratingagentur Moody's gewarnt hat, die deutsche Lebensversicherungsbranche sei die riskanteste der Welt, weil in kaum einem anderen Land die Garantiezusagen zu hoch und der Anlagenmix so ungünstig sei. Auch Sandard & Poors wies darauf hin, dass die Profitabilität der Lebensversicherer stärker und nachhaltiger leide als bisher in den Jahresabschlüssen erkennbar sei. Je mehr Altverträge die Anbieter in ihren Beständen hätten, um so größer sei die Gefahr für die Unternehmen.

Nun hat der Ausschuss der Europäischen Zentralbank für Systemrisiken (ESRB, European Systemic Risk Board) eine EU-weite Auffanglösung für Lebensversicherer gefordert, denn die Probleme seien nicht nur auf deutsche Lebensversicherer beschränkt. Man fürchtet, dass viele Lebensversicherte ihre Verträge wegen der schwachen Renditen vorzeitig kündigen könnten und die Lebensversicherer dann in großem Umfang Anleihen an der Börse verkaufen müssten. Das würde zu hohen Kursverlusten führen und mitunter sogar zu einer Panik, da Anleihen bei vielen Investoren eigentlich als sicherer Hafen gelten...

Montag, 8. Juni 2015

Droht Lebensversicherern schon bald die Pleite?

Nachdem kürzlich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor Versicherungspleiten in Deutschland gewarnt hat, kommt nun auch die Ratingagentur Assekurata zu einer sehr kritischen Einschätzung der Branche. Die anhaltende Niedrigzinsphase drohe, die deutschen Lebensversicherer in den nächsten 10 Jahren massiv zu belasten und könne auf breiter Linie zu Finanzierungsengpässen führen.

Senkung des Garantiezinses ist nur Tropfen auf den heißen Stein
Assekurata hat ermittelt, dass die Lebensversicherer die von ihnen an ihre Kunden zu leistenden Garantieverzinsungen absehbar nicht mehr aus eigenen laufenden Kapitalerträgen erwirtschaften können werden, sofern die Niedringzinsphase noch 10 Jahre anhalte. Die für Neuabschlüsse ab 2015 geltende gesenkte Garantieverzinsung von 1,25 Prozent stehe einer Reihe von Altverträgen mit Garantiezinsen bis hin zu 4 Prozent gegenüber.

Da entsprechende Renditen am Kapitalmarkt nicht mehr zu erzielen sind, müssen die Versicherer seit 2011 eine sog. Zinszusatzreserve aufbauen. Um die Garantien laufender Lebens- und Rentenversicherungsverträge abzudecken, müssten die Unternehmen diese Zinszusatzreserve bis zum Jahr 2024 von bislang gut 21 Milliarden Euro im schlimmsten Fall auf rund 150 Milliarden Euro aufstocken. Doch schon heute zehrt die Zinszusatzreserve an den ohnehin sinkenden Überschussbeteiligungen der Lebens- und Rentenversicherungen und für die Kunden würde die Rendite immer unattraktiver werden...

Montag, 27. April 2015

Deutsche Lebensversicherungsbranche ist die riskanteste der Welt!

Kapital-Lebensversicherungen sind nach wie vor der Deutschen liebste Geldanlage und nicht Wenige setzen nicht nur für die Altersvorsorge auf dieses Zwitter-Produkt aus Risikoabsicherung und Sparanlage, sondern finanzieren damit sogar ihren Traum vom Eigenheim. Das sollten sie lassen! Dringend! Denn die Katastrophe ist vorprogrammiert und wird für die Versicherten - und die Aktionäre - in etwa so ausgehen, wie die Bankenkrise für Lehman Brothers. Jaja, will keiner hören, ist mir klar. Ändert aber nichts an den Fakten und ich schreibe es trotzdem. Das Schlimmste daran ist, dass es absehbar ist und dass weder die Branche gegensteuert, noch die Regierung handelt. Es wird einfach Vogel-Strauß-Politik betrieben und das Problem ignoriert - sollen sich doch dann in einigen Jahren bitte die Betroffenen selbst kümmern und die dann Regierenden werden dann schon Schuldzuweisungen verteilen können - nur nicht an sich selbst, versteht sich.

Doch weshalb steuert die Branche überhaupt auf diesen finanziellen Abgrund zu? Im Prinzip weiß es jeder und hat es auch schon gehört, aber es will keiner wahrhaben. Es liegt an den dauerhaft niedrigen Zinsen und den von den Versicherungen in der Vergangenheit zugesagten hohen Verzinsungen bzw. garantierten Versicherungsleistungen bei Vertragsablauf. Insbesondere deutsche Lebensversicherer legen ihr Geld bis zu 90% in Staatsanleihen an und da bekommen sie nur mickrige Zinsen - und diese liegen inzwischen deutlich unter dem Garantiezins, den sie ihren Kunden in den 25 und mehr Jahren laufenden Verträgen versprochen haben. Die Lebensversicherer müssen also mehr Zinsen an die Versicherten zahlen, als sie selbst für das gleiche Geld erhalten - und dann müssen sie noch den Vertrieb, die Verwaltung, ihre gesamten Overhead bezahlen. Und natürlich ihre Aktionäre, die vollen Dividenden sehen! Es sollte jedem klar sein, dass ein Geschäftsmodell nicht (mehr) funktioniert, wenn man für jeden ausgegebenen Euro nur 90 Cents einnimmt. Und es kommt noch schlimmer...

Donnerstag, 15. Januar 2015

Lebensversicherungen sind die pure Geldverschwendung

Der Deutschen liebstes Kind ist noch immer die Kapital-Lebensversicherung, obwohl es kein, wirklich kein Argument (mehr) gibt, das irgendwie für sie sprechen würde. Abgesehen von den horrend hohen Provisionen, die die Vermittler für jeden Abschluss einkassieren.

Und die letzte Gesetzesänderung hat die Lebensversicherungen für Kunden noch unattraktiver gemacht, denn es wurde nicht nur der Garantiezins erneut kräftig abgesenkt von 1,7% auf jetzt nur noch 1,25%, sondern es wurde den Versicherern auch gestattet, die Kunden nicht mehr so stark wie bisher an den aufgelaufenen Bewertungsreserven beteiligen zu müssen. Im Klartext: die Versicherungskonzerne verwenden das Geld der Versicherten und legen dieses in Anleihen an. Und wenn sie damit Gewinne erzielen, fließen diese künftig zu großen Teilen nicht mehr den Versicherten zu. Alles klar? Enteignung würde man das umgangssprachlich nennen.

Nach Zahlen der Ratingagentur Assekurata wirft eine Lebensversicherung im Schnitt 0,92 Prozent garantierte Rendite ab - vor Abzug der Inflation und vor Abzug der Steuern, die man am Ende noch auf die mageren erzielten Erträge zahlen darf. Wer solche Produkte kauft und dafür noch fette Abschlussprovisionen zahlt, dem ist kaum noch zu helfen! Da die meisten Deutschen dies allerdings bereits getan haben, manche sogar mehrfach, braucht sich auch niemand mehr zu wundern, weshalb die Schere zwischen Arm und Reich in diesem Land immer weiter auseinander klafft: auf der einen Seite sind die Reichen, die ihr Geld in Immobilien und Unternehmensbeteiligungen investieren und dadurch immer reicher werden. Und auf der anderen Seite sind die weniger Vermögenden, die ihr sauer verdientes Geld auf Sparbüchern verrotten lassen und in Lebensversicherungen versenken. Selbst Schuld, muss man sagen, jeder hat es selbst in der Hand, mit seinem Geld etwas Sinnvolles anzufangen!

Dienstag, 2. Dezember 2014

Versicherungsaktien: Renditen runter, Risiko rauf

Versicherungsaktien erscheinen auf vielen Kauflisten, weil sie im Vergleich zum Gesamtmarkt recht moderat bewertet sind und nicht selten üppige Dividendenrenditen aufweisen können. Das klingt nach guten Investments...

Doch ein paar Flöhe hat der Hund schon. Denn die Versicherungsbranche leidet erheblich unter der lang anhaltenden Zinsflaute, legt sie doch das Geld ihrer Versicherten bevorzugt in langfristige Zinspapiere an. Und wenn die Hochprozenter auslaufen finden sich heutzutage kaum noch attraktive Anlagemöglichkeiten bei vertretbaren Risiken. Mit der Folge, dass die Renditen sinken. Dem begegnet man durch das erneute Absenken des sog. Garantiezinssatzes, den die Kunden der Kapital- und Rentenversicherungen erhalten. Vor einigen Jahren lag dieser noch bei 4 Prozent, nun wird er auf 1,25 Prozent schrumpfen. Es kommen zwar noch die Überschussbeteiligungen hinzu, aber diese sind eben nicht garantiert.

Das Hauptzugpferd der Assekuranzen, die Kapitallebensversicherung, wird also für Kunden zunehmend unattraktiv, trotz der ebenso wenig zündenden Konkurrenz aus der Bankenbranche, denn für Spareinlagen oder Termingelder bekommt man auch fast keine Zinsen mehr gutgeschrieben. Auch wenn es für Privatkunden bisher noch keine Negativzinsen gibt. Erste Lebensversicherer haben schon angekündigt, keine Dividenden mehr zahlen zu können oder zu wollen...

Dienstag, 27. August 2013

Niedrigzinsniveau gefährdet Lebensversicherer

Seit rund 30 Jahren sinken die Zinsen und haben ein historisch niedriges Niveau erreicht. Damit wollen die Notenbanken die Auswirkungen der Banken- und Staatsschuldenkrise eindämmen, aber die Mager-Zinsen haben auch negative Auswirkungen und zwar ganz massive.

So werden die Sparer schleichend enteignet, denn ihre Spargroschen bringen weniger Zinsen ein, als ihnen die Inflation an Wert entzieht. Die magere 1%-Zinsgutschrift muss man ggf. sogar noch versteuern, während man mit den 2,5% Geldentwertung alleine klar kommen muss.

Doch auch die Bausparkassen haben Probleme, ihre früheren Zinsversprechen einzuhalten und deutlich schlimmer steht es um die Lebensversicherer. Denn die haben in früheren Zeiten hohe Garantieversprechen bzgl. der Verzinsung abgegeben, die sie heute nicht mehr einhalten können. Denn seit 2003 investieren sie so gut wie gar nicht mehr in Aktien (die Versicherer sind also zu Tiefstkursen nach dem "Dot-Com-Crash" ausgestiegen), sondern sie setzen auf Anleihen, also festverzinsliche Wertpapiere. Was doppelt kritisch ist! Denn aufgrund der aktuellen Niedrigzinsen nehmen die Versicherer weniger Geld an Zinserträgen ein, als sie eigentlich ihren Kunden gutschreiben müssten. Daher suchen sie nach einträglicheren Einnahmequellen, wie Stromnetzen, Straßenbau, Mauteinnahmen. Und auf der anderen Seite lauert die große Gefahr des Zinsanstiegs, der verbunden ist mit einem Absinken der Anleihekurse (jedenfalls der börsennotierten). Das ist solange kein Problem, wie die Anleihe bis zum Laufzeitende gehalten und dann zu pari, also dem Nominalwert, zurückgezahlt wird. Teuer wird es allerdings, wenn vorher Liquiditätsbedarf besteht und die Anleihen vor dem Laufzeitende veräußert werden müssen - liegt dann Zinsniveau oberhalb des in der Anleihe verbrieften Nominalzinssatzes, notiert der Anleihekurs unter 100%, was bei einem Verkauf zu einem Kursverlust führt.

Doch zunächst versuchen sich einige Lebensversicherer, mit einem Trick über die Runden zu helfen. Sie haben sich an die BaFin gewandt, um die garantierten Zinsen drücken zu dürfen und ihren Kunden weniger ausschütten zu müssen. Zwar müssten die zu wenig gezahlten Zinsen irgendwann nachgezahlt werden, aber ob dies jemals geschehen wird, bleibt abzuwarten. Es ist eher zu vermuten, dass die Kunden ihrem jeweiligen Einzelschicksal überlassen werden und ihrem Geld jeder einzeln hinterherlaufen müssen...

Donnerstag, 8. November 2012

Dividendenwerte schlagen Lebensversicherungen!

Es dürfte niemanden überraschen, dass die Lebensversicherer zunehmend Probleme bekommen, denn die aktuelle Niedrigzinsphase dauert ja nun schon einige Zeit an. Und was schön ist für Häuslebauer und Leute, die gerne auf Pump kaufen, aber auch den Staat, der sich zu Rekord-Tiefstzinsen finanzieren kann, ist für Sparer ein Albtraum. Und nicht nur Sparbuch, Tagesgeld und Bundesanleihe bringen kaum noch Zinsen, auch Bausparkassen und Lebensversicherungen geraten in arge Bedrängnis. Denn sie garantieren ihren Kunden einen festen Zinssatz und müssen diesen bis zum Ende des Vertrages durchhalten. Bei Bausparkassen dauert die Sparphase in der Regel zwischen 7 und 9 Jahren, Lebensversicherungs- und Rentenverträge laufen 30, 40 Jahre oder noch länger. Und die Garantiezinsen liegen schon seit einiger Zeit deutlich über dem Zinsniveau, das die Anbieter selbst noch am Markt erzielen können mit der Folge, dass sie ihre Reserven anzapfen müssen, um die Garantiezinsen aufbringen zu können. Doch Reserven aufzulösen kann immer nur eine kurzfristige Maßnahme sein, denn die Rücklagen sind ja nur begrenzt vorhanden und entstammen den hohen Überschüssen der Vergangenheit...