Aktienrückkaufprogramme werden nicht selten als "einfallslos und langweilig" kritisiert. Der Free Cashflow solle doch lieber im eigenen Unternehmen investiert werden, in die Entwicklung neuer Produkte oder in Firmenkäufe. Und diese Sichtweise hat durchaus etwas für sich, sofern das Unternehmen etwas Sinnvolles mit dem Geld anstellt.
Nicht selten werden aber Übernahmen getätigt, die sich dann als Rohrkrepierer erweisen und unter dem Strich das Geld der Aktionäre vernichten. Oder so teuer sind, dass sie in absehbarer Zeit eigentlich keine Rendite einfahren können. Abschreckende Beispiele gibt es zuhauf, wie die Time Warner Übernahme durch AOL, die Pleite von Rupert Murdochs News Corp. mit MySpace die gescheiterte Rover-Übernahme durch BMW oder Microsofts Übernahmeflop von Nokia, die dem Windows-Konzern Mitte 2015 mit -3,2 Mrd. USD den bis dahin größten Quartalsverlust seiner Geschichte einbrachte. Und der von GE-Ikone Jack Welch zusammengekaufte Gemischtwarenladen General Electric implodierte und machte den ehemals wertvollsten Konzern der Welt zum Pleitekandidaten - dem Börsenabsturz folgte der Rausschmiss aus dem Dow Jones Index, Verkäufe von zig Milliarden schweren Konzernsparten und nun die Aufspaltung des Rests in drei Unternehmen. Börsenlegende Peter Lynch nennt diese Katastrophenstrategie "Verdiversifizierung".
Wie man anhand dieser Beispiele sehen kann, fahren Aktionäre unter Umständen besser, wenn die liquiden Mittel des Unternehmens in die eigenen Aktien investiert werden, als irgendetwas Dummes mit dem Geld anzustellen. Doch auch Aktienrückkäufe sind kein Selbstgänger, die immer Mehrwert für Aktionäre schaffen. Es kommt eben drauf an...
