Freitag, 11. Mai 2018

Warren Buffetts goldene Regeln des Value Investings

"Die Disziplin eines Value Investors liegt darin, ein hervorragendes Unternehmen mit einem fähigen Management und guten Perspektiven zu finden – und auf den richtigen Einstiegskurs warten zu können". Damit hat es Warren Buffett schon auf den Punkt gebracht; mehr ist es im Grunde nicht.

Investiere langfristig
Der Anlagehorizont sollte mindestens fünf Jahre betragen. Das erfordert Disziplin und Geduld, die Benjamin Graham als die oberste Tugend eines Investors bezeichnet. Warren Buffetts bevorzugte Anlagedauer ist "für immer" und so hält er seine größten Positionen  American Express, Coca Cola oder Wells Fargo  schon seit Jahrzehnten, durch alle Börsenturbulenzen hindurch. Er meint, "wer nicht bereit ist, eine Aktie zehn Jahre zu halten, sollte sie keine zehn Minuten besitzen". Und Charlie Munger, Buffetts Partner bei Berkshire Hathaway, bemerkt: "Du machst kein Geld, wenn du Aktien kaufst. Du machst kein Geld, wenn du Aktien verkaufst. Du verdienst Geld, wenn du abwartest. (...) Investieren ist, wenn du einige großartige Unternehmen findest und dann auf deinem Hintern sitzt".


Wähle gezielt aus
Investiere nur in hervorragende Unternehmen, die von einem herausragenden Management geführt werden. Buffett formuliert es so: "Es ist besser, ein hervorragendes Unternehmen zu einem guten Preis zu kaufen, als ein gutes Unternehmen zu einem hervorragenden Preis". Es geht also nicht darum, den günstigsten Einstiegskurs zu erwischen oder die Aktie mit dem höchsten Kurssteigerungspotenzial, sondern solide, stetig wachsende Unternehmen, die in einem gefestigten Markt tätig sind.

»Es ist möglich Geld - und zwar beträchtliche Summen - an der Börse zu verdienen. Aber nicht durch Käufe und Verkäufe, die man aufs Geratewohl startet. Die mächtigen Gewinne gehen dem intelligenten, sorgfältigen und geduldigen Investor zu. Kaufen Sie, wenn die Aktienpreise tief sind, und geben Sie die Papiere nicht aus der Hand. Eine große Schar von Menschen scheint diesen einfachen Grundsatz nicht zu erfassen. Sie fürchten sich vor Kaufgelegenheiten. Sie kaufen erst, wenn sie meinen, jedes Risiko vermieden zu haben. Meistens kaufen sie zu spät.«
(Jean Paul Getty)


Konzentriere Deine Investments
Das Depot sollte nicht viel mehr als 10 Werte umfassen, sonst verliert man schnell den Überblick. Buffetts humoriger Rat zu diesem sog. "Focus Investing": "Konzentrieren Sie Ihre Investments. Wenn Sie über einen Harem mit vierzig Frauen verfügen, lernen Sie keine richtig kennen".

Investiere viel in Wenige
Buffett meint, man müsse so viel Mut und Überzeugung aufbringen, wenigstens 10 Prozent seines Kapitals in eine Geldanlage stecken zu können. Ansonsten sollte man lieber gleich die Finger davon lassen. Und zum allseits beliebten Thema Diversifikation meint er, die wäre nur nötig, wenn Investoren ihr Handwerk nicht verstehen würden.

»Die Disziplin eines Value Investors liegt darin, ein hervorragendes Unternehmen mit einem fähigen Management und guten Perspektiven zu finden - und auf den richtigen Einstiegskurs warten zu können.«
(Warren Buffett)

Vermeide Panik, nutze sie!
"Der größte Fehler, den Anleger machen können liegt darin, Kauf- oder Verkaufsentscheidungen von den aktuellen Schlagzeilen abhängig zu machen", sagt Buffett. Dabei liegt es in der Natur des Menschen, mit der Herde laufen zu wollen. An der Börse ist dieses Verhalten jedoch teuer! "Große Anlagemöglichkeiten kommen immer dann, wenn hervorragende Unternehmen vorübergehend in schwieriges Fahrwasser geraten und deshalb unterbewertet werden", rät Buffett. Und er lebt es vor: so stieg er bei American Express oder der Washington Post ein, als diese in der größten Krise ihrer Unternehmensgeschichte waren. Buffett war überzeugt, dass das Management das Unternehmen durch diese Krise führen und zu neuer Größe führen würde. Die anderen Anleger warfen die Aktien körbeweise auf den Markt, Buffett kaufte in großen Mengen. Und wurde so Milliardär. Auch bei Wells Fargo stieg er in einer Krisensituation ein oder bei Goldman Sachs und Bank of America während der Bankenkrise 2008. Gegen den Strom, gegen die Panik. "Ich kaufe gern, wenn die Kurse fallen. Und je stärker sie fallen, umso mehr kaufe ich", sagt Buffett und beim Kauf von Tomaten wird jede Hausfrau zustimmen. Aber bei Aktien? Die Herde kauft gerne, wenn die Aktien hoch gestiegen sind, nicht wenn es sie zu Ausverkaufskursen günstig einzusammeln gibt. Doch hierin liegt der Schlüssel zum Börsenerfolg: im antizyklischen Investieren, gegen den Strom der Börse zu schwimmen, sich der Psychologie der Massen, diesem Herdentrieb der Lemminge, zu widersetzen.

Kommentare:

  1. Ähm ... wenn man die Panik nutzen will oder gegen den Strom schwimmen will, "kaufen wenn sie fallen", macht man seine Entscheidungen doch gerade von den aktuellen Schlagzeilen, der aktuellen Marktstimmung abhängig, anit-zyklisch eben, aber man rennt genauso dem richtigen Timing hinterher wie der pro-zyklische Lemming ....

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    1. Nein. Es geht nicht darum, auf eine Marktpanik zu warten, um (nur) dann billig einsteigen zu können. Das wäre wirklich reines Markt-Timing und hat mit Value Investing nichts zu tun.

      Buffett geht es darum, dass man als Value Investor auch und gerade bei den immer mal wieder vorkommenden Panikverkäufen gezielt kauft. Gegen die vorherrschende Meinung, antizyklisch.

      Es geht also nicht um das Warten auf diese Börsenturbulenzen, sondern um das Vorhalten einer Cashreserve, um dann wirklich zuschlagen zu können. Und vor allem: es dann auch zu tun. Gerade hieran scheitern die meisten Anleger nämlich. Wenn Panik herrscht, wenn also "Blut auf den Straßen fließt", dann gegen die eigenen Zweifel und Ängste beherzt zuzugreifen und Qualitätsaktien zu kaufen.

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