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Donnerstag, 11. Dezember 2025

Kissigs Börsengeschichte(n): Am 11.12.2008 deckte die Verhaftung von Berni Madoff den größten Finanzbetrug der Geschichte auf

Am 11.12.2008 erschütterte ein gewaltiger Finanzskandal die USA: mitten im Strudel der globalen Finanzkrise wurde Bernard "Bernie" Madoff in seinem luxuriösen Penthouse in Manhattan festgenommen. Die Verhaftung eines Mannes, der jahrzehntelang als Ikone der Wall Street, als Finanzpionier und als respektierter Philanthrop galt, erschütterte nicht nur die USA, sondern die gesamte Finanzwelt. Es stellte sich heraus, dass Madoff ein gigantisches Ponzi-System betrieben hatte – vermutlich das größte, das die Welt je gesehen hat. Der Schaden umfasste rund 65 Mrd. USD laut der manipulierten Kontoauszüge; das tatsächlich verlorene Kapital der Investoren lag bei rund 20 Mrd. zuzüglich der von Madoff ausgewiesenen fiktiven Gewinne.

Was diesen Fall so besonders machte, waren nicht nur die astronomischen Beträge, sondern auch die Mechanismen, mit denen Madoff sein Betrugssystem tarnte, die sozialen Strukturen, die er ausnutze, und das massive Versagen der staatlichen Aufsichtsbehörden...

Dienstag, 2. Dezember 2025

Kissigs Börsengeschichte(n): Am 02.12.2001 kollabierte US-Energiehändler Enron und zog Kunden, Mitarbeiter, Wirtschaftsprüfer und die Börsen in seinen Skandalstrudel hinein

Am 02.12.2001 jagte die Pleite des Energiekonzerns Enron Schockwellen um den Globus. Die Insolvenz gilt als einer der größten Unternehmensskandale der modernen Finanzgeschichte und ihre Auswirkungen für die globale Wirtschaftswelt sind bis heute zu spüren

Der spektakuläre Kollaps entlarvte ein weitreichendes Netzwerk aus Bilanzmanipulationen, Zweckgesellschaften und systematischen Täuschungen, die jahrelang unentdeckt geblieben waren. Als Folge dieses Skandals änderte sich das Verständnis von Unternehmensführung, Wirtschaftsprüfung und Finanzaufsicht nachhaltig und führte zu tiefgreifenden regulatorischen Reformen. Um nachvollziehen zu können, wie ein angebliches Vorzeigeunternehmen so vollständig kollabieren konnte, wagen wir einen Blick auf Enrons Geschäftsmodell, die perfiden Betrugsmethoden und die weitreichenden Folgen des Zusammenbruchs...

Montag, 16. Dezember 2024

BETRUGSWARNUNG vor Abzock-WhatsApp-Gruppe unter meinem Namen

Heute schreibe ich in eigener Sache und es ist leider nichts Erfreuliches. Denn Betrüger nutzen meinen Namen, um Anleger um ihr Geld zu bringen. Dazu haben sie eine WhatsApp-Gruppe etabliert, die meinen Namen und mein Bild verwendet, aber eine fremde Handynummer. Das bin nicht ich!

Einer der Geschädigten melde sich heute bei mir und informierte mich über die Vorgänge. Ich habe umgehend bei der Polizei Strafanzeige gegen die Täter gestellt, aber die Hoffnung, dass die Betrogenen ihr Geld zurückerhalten, ist wohl äußerst gering. Daher wähle ich so schnell ich kann den Weg über die Öffentlichkeit, damit vielleicht für der eine oder andere (zu) Leichtgläubige noch vor der Überweisung zurückschreckt.

In der gefakten WhatsApp-Gruppe rät mein "Fake-Ich" unter der Telefonnummer +49-1577-6146648 wohl dazu, irgendwelche heißen Pennystocks in den USA zu kaufen. Interessierte (oder konkret: Opfer) werden mit angeblichen Riesengewinnen gekobert, dann wird ihnen irgendeine extrem marktenge superheißgeile Scheißaktie empfohlen und so der Kurs massiv in die Höhe getrieben, dann setzen die Betrüger mit Leerverkäufen auf fallende Kurse - und lassen den Kurs einbrechen. So sahnen sie ab.

Anschließend stellen sie sich (also mein "Fake-Ich") selbst als Opfer dar und erklären, sie würden gegen das betrügerische US-Unternehmen anwaltlich vorgehen. Und sie empfehlen betrogenen Anlegern einen (vorgeblichen) Anwalt, von dem sie sich vertreten lassen können. Natürlich gegen Vorkasse und/oder eine "Kaution". So werden die Opfer nochmals abgemolken.

Das ist einfach widerlich und schlichtweg Betrug! Für mich ist das Perfide natürlich, dass jemand für seine Masche meinen guten Namen ausnutzt, um Anleger abzuzocken!

Für die Opfer ist der finanzielle Schaden vermutlich kaum wiedergutzumachen. Die Masche ist nicht neu, es wird alle paar Wochen vor ähnlichen Abzock-WhatsApp-Gruppen gewarnt, wo die Identität andere Leute missbraucht wird. Neu ist nur, dass es diesmal mich betrifft als "Lockvogelattrappe"...

Freitag, 7. Januar 2022

Mogelpackung und Renditekiller: Gerd Kommers vernichtende andere Ansichten zu offenen Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds sind beliebt bei deutschen Anlegern und dafür sollte es eigentlich keine Gründe geben. Denn sie sind nur eins: Geldvernichter! Dabei klingt die Idee so simpel: Offene Immobilienfonds sollen aus der starren Anlageklasse Immobilien ein handelbares und schnell zu Geld zu machendes Investment machen. Und dabei auch noch vergleichbare Renditen abwerfen wie der Immobilienmarkt selbst. Doch das ist ein Trugbild oder einfach ein Beschiss, wenn man es deutlich formulieren will. Und das will ich.

Offene Immobilienfonds sind nur solange "offen", also ihre Anteile leicht handelbar, wie nur eine kleine Anzahl von Anlegern ihr Geld zurückverlangen. Ansonsten kollabiert das System, denn das Geld steckt ja in Immobilien fest und diese können eben nicht von jetzt auf gleich zu Geld gemacht werden, auch in besten Börsen- und Wirtschaftsphasen nicht. In Krisenzeiten schon gar nicht. Wollen zu viele Anleger zur gleichen zeit ihr Geld zurück, ist dieses Geld schnell aufgebraucht. Offene Immobilienfonds haben nur wenig Liquidität und können sich auch nur max. 10% an kurzfristigem Geld zusätzlich leihen. Dann müssen sie Immobilien verkaufen, um Liquidität zu besorgen. Und das dauert. Nicht in der Theorie, sondern in der Realität. Das haben wir schon erlebt, ist erst ein paar Jahre her. Und weil Privatanleger bei Offenen Immobilienfonds zumeist vollkommen unter die Räder kommen und dies nicht einmal erkennen (können), sind diese Produkte in vielen Ländern, wie den USA, für Privatanleger nicht zugelassen. Aber das "stupid german money" darf da rein, natürlich. Die Finanzbranche verdient sich daran nämlich eine goldene Nase...

Ich habe in den letzten Jahren mehrfach vor dieser Anlageklasse gewarnt und heute hat Gerd Kommer seinen umfangreichen Artikel "Offene Immobilienfonds – Illusion und Wirklichkeit" veröffentlicht, der detailliert die unhaltbaren Versprechen und die unterirdischen Renditen aufzeigt. Eine Pflichtlektüre für alle Interessierten - und Investierten!

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Samstag, 14. März 2020

Altersarmut dank Immobilienfinanzierung über Lebensversicherung. Wirklich? Wirklich!

Dass ich nicht viel vom Produkt Kapitallebensversicherung halte und dass es für die Versicherten eine Entreicherungsanlageform ist, habe ich in den letzten Jahren wiederholt geschrieben. Die Niedrigzinsphase hat den Assekuranzen kräftig zugesetzt, weil sie selbst keine auskömmlichen Geldanlagen mehr finden und inzwischen müssen sie sogar eine Zinszusatzreserve aufbauen, um die üppigen Garantieverzinsungen aus der Vergangenheit gewährleisten zu können. Doch die Zinszusatzreserve geht zulasten der Rendite der Versicherten und senkt deren heutigen Ablaufleistungen weiter. Des Weiteren mussten die Assekuranzen ihre Garantieverzinsung immer mehr absenken und der Staat strich die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven oder Schlussüberschüssen der Versicherungen, was die Rendite weiter abschmolz. Die Folge dieser Gemengelage ist, dass inzwischen die Überschussbeteiligungen fast komplett ausfallen. Dabei waren doch gerade sie in der Vergangenheit das ziehende Verkaufsargument für "der Deutschen liebste Anlageform".

Nun ja, wird mancher sagen, da bekommen nun Leute nach 25 Jahren eben weniger Zinsen ausgezahlt und dem entsprechend fällt die Ablaufleistung geringer aus. Pech gehabt. passiert eben. Und so oberflächlich betrachtet, kann man das fast so stehen lassen. Jeder ist für sein Geld und auch seine Absicherung im Alter selbst verantwortlich. Und doch...

Dienstag, 19. November 2019

Niedrigzinsen fressen Vermögen auf. Nur richtig sparen bringt noch Rendite!

Seit mehr als einem Jahrzehnt wählen die Notenbanken gegen jedes Problem nur ein Mittel: mehr Geld. Ob Finanzkrise, Bankenkrise, Wirtschaftsflaute, Euro-Problemzonen oder Crash-Tendenzen, stets wird noch mehr Geld gedruckt und zwar Unmengen davon. Üblicherweise führt ein starkes - und auch noch globales - Geldmengenwachstum nach der klassischen Lehre zu Inflation, denn wenn (zu) viel Geld im Umlauf ist, sind Preissteigerungen leichter durchzusetzen und Inflation ruft steigende Zinsen seitens der Notenbanken hervor, um die Preissteigerungen wieder in den Griff zu bekommen.

Doch diesmal scheint alles anders zu sein, das Geld fließt nicht direkt in die Wirtschaft, sodnern in Assets wie Immobilien und Aktien. Daher ist in den führenden Wirtschaftszonen der Welt trotz des vielen zusätzlich verfügbaren Geldes die Inflation weit unter den Zielwerten der Notenbanken und dem entsprechend sinken die Zinsen auf neue Rekordniedrigststände. Nachdem die Strafzölle im US-China-Handelsstreit tiefe Bremsspuren in der globalen Konjunktur hinterlassen und gerade Deutschland mit seinem starken Exposure in den Sektoren Automobil und Maschinenbau kräftig schlingert, haben sich die Notenbanken weltweit auf eine neue Zinssenkungsrunde eingelassen. Das viele billige Geld verleitet zu noch ungebremsterem Schuldenmachen, auch wenn in Deutschland der Staat seit einiger Zeit Schuldenabbau praktiziert - und dafür heftig kritisiert wird. Andernorts wird weiter fleißig drauf gesattelt.

Das dauerhafte Niedrigzinsniveau in der Euro-Zone ruft mehrere Effekte hervor und die Gekniffenen sind vor allem die Sparer. Denen entgeht die Rendite, doch damit fängt ihr Leiden gerade erst so richtig an.

Samstag, 13. Juli 2019

Sind Finanzderivate wirklich eine (gute) Alternative zu Direktinvestments in Aktien?

Wer eine Aktie kauft, beteiligt sich an einem Unternehmen, nimmt teil an dessen Entwicklung und partizipiert an den Kursgewinnen. Hinzu kommen ggf. Dividendenzahlungen. Und setzt er auf die falschen Aktien, lernt er auf schmerzliche Art und Weise, wie man mit Kursverlusten umzugehen hat. Man sollte meinen, das sei Chance und Risiko genug, doch es gibt eine immer größer werdende Zahl von Finanzderivaten, mit denen man an den Börsen handeln kann. Bisweilen ganz losgelöst von sog. Basiswerten.

Ende der 1980er Jahre, als in Deutschland die Deutsche Terminbörse (DTB) ihre Arbeit aufnahm - und zwar mit einfachen Call- und Put-Optionen - gab es als spekulativere Anlagemöglichkeiten neben Aktien eigentlich nur Optionsscheine. Das waren Zusatzkupons, die an Aktienanleihen hingen und das Recht verbrieften, zu einem festgelegten Termin eine bestimmte Aktie zu einem bestimmten Basispreis zu erwerben. Diese Optionsscheine wurden dann separat an der Börse gehandelt und erhöhten Chancen und Risiken bezogen auf ein Investment in den jeweiligen Basiswert, da der Optionsschein zumeist zu einem Bruchteil des Aktienkurses notierte und somit jede Kursänderung prozentual viel stärkere Wirkung entfaltete. Denn eine Änderung um 1 Euro ist bezogen auf einen Kurs von 100 Euro nur 1% - notiert der entsprechende Optionsschein aber bei 10 Euro macht die Veränderung des Basiswertes um 1 Euro beim Optionsschein eine Veränderung von 10 auf 11 Euro und somit 10% aus. Der Hebel betrüge in diesem Beispiel also 10.

Schnell wurden Optionsscheine aber "zu langweilig" und es wurden weitere Derivate erfunden, von Covered Warrants bis hin zu Zertifikaten. Ihnen allen ist gemein, dass sie sich an einem bestimmten Basiswert orientieren und festgelegte Eintrittsparameter haben, die ihren Kurs und letztlich die Abrechnung am Ende ihrer Laufzeit bestimmen. Dabei gibt es noch Sonderformen, wie z.B. Knock-out-Zertifikate, Bonus-Zertifikate, Discount-Zertifikate oder neuere Formen, wie zum Beispiel den Handel mit Binären Optionen, wo das Investieren durch eine Alles-oder-Nichts-Wette ersetzt wird...

Freitag, 6. April 2018

[Einfach gedacht] Weshalb Anleger lieber nicht auf offene Immobilienfonds setzen sollten

Offene Immobilienfonds schließen - eine Nachricht, die vor einigen Jahren Empörung, Wut und Insolvenzen bei Privatanlegern in Deutschland ausgelöst hat. Und zwischenzeitlich machten erneut offene Immobilienfonds ihre Schotten dicht. Allerdings nicht aufgrund zu hoher Mittelabflüsse, sondern weil Anleger sie mit frischen Geldern geradezu überschütten. "Stupid Money", dummes Geld, muss man leider sagen...

Nun ist das Konstrukt eines offenen Immobilienfonds theoretisch ein ganz tolles. Anstatt zur Kapitalanlage Einzelimmobilien mit ihren wenigen Vor- aber vielen Nachteilen zu kaufen, gibt man das Geld lieber einem Investmentfonds, der diese Gelder sammelt und in größere Projekte investiert. Man profitiert so von der Expertise der Fondsmanager und das eigene Geld steckt nicht in einem Einzelinvestment, sondern gestückelt in einer Vielzahl von Liegenschaften. Das streut das Risiko. Und im Gegensatz zu geschlossenen Fonds, bei denen man während der Laufzeit nicht an sein Geld kommt, kann man bei offenen Immobilienfonds jederzeit seine Anteile bei der Fondsgesellschaft gegen Geld eintauschen und bei börsennotierten Fondsanteilen sogar tagesaktuell über die Börse verkaufen. Verlockende Aussichten, um am Immobilienboom teilhaben zu können.

Jedenfalls solange alles reibungslos läuft. Vor neun Jahren war das nicht (mehr) so. Es gab die Immobilienkrise in den USA, an die sich die Banken und Staatsschuldenkrisen anschlossen. Die größte globale Finanzkrise seit der großen Weltwirtschaftskrise von 1929. Anleger zogen reihenweise ihre Gelder aus den Immobilienfonds ab und hier zeigte sich den Konstruktionsfehler, das falsche Versprechen. Denn die Fonds konnten bereits seit kurzer Zeit keine Gelder mehr auszahlen, die Fonds wurden einfach zwangsweise geschlossen. Anleger saßen somit auf Anteilsscheinen, die stündlich an Wert verloren, da immer mehr Immobilien in die Zwangsversteigerung liefen. Die offenen Immobilienfonds wurden geschlossen, ihr Versprechen wandelte sich eine Lüge. Und das war absehbar...!

Mittwoch, 24. Januar 2018

[Kissigs Börsenlexikon] Graumarkt

Grau ist die Farbe des Zweifels, des Zwielichts, nicht weiß (gut), aber auch nicht schwarz (böse), sie liegt irgendwo dazwischen.

Als weißen Kapitalmarkt bezeichnet man die Bereiche des Finanzmarktes, die staatlicher Aufsicht und Regulierung unterliegen, als schwarzen Kapitalmarkt, wo erlaubnispflichtige Geschäfte illegal betrieben werden, wie illegales Glücksspiel oder Wetten.  Die überwiegend genutzten Vertriebswege sind die Postalische Prospektwerbung, Telefonwerbung, Anzeigenwerbung, E-Mail-Werbung, Fax-Werbung. Gerade unaufgeforderte Telefonwerbung und Abschlussverhandlungen durch persönlichen Besuch sind relativ häufig vertreten. Aber aus dem Vertriebsweg alleine lässt sich kein Schluss über die Seriosität der Anbieter und Produkte ziehen.

Der Graumarkt umfasst staatlich nicht kontrollierte Finanzgeschäfte und zieht daher auch dubiose Geschäftemacher und Abzocker an, die es nicht selten auch gerade auf Schwarzgeld der potenziellen Opfer abgesehen haben, da hier die Verfolgung durch offizielle Stellen selbst bei Totalverlusten oftmals unterbleibt aus Angst vor den eigenen steuerstrafrechtlichen Konsequenzen auf Seiten des Opfers.

Schutz gegen unseriöse Abzocker in der Finanzbranche bietet alleine, sich vor Vertragsabschluss gründlich zu informieren und bei Zweifeln, die Finger davon zu lassen. Getreu dem Motto: "Wenn ein Geschäft zu gut klingt, um wahr zu sein, dass ist es meistens auch nicht wahr".

Montag, 11. Dezember 2017

Bitcoin, Kryptowährung, Blockchain, Niiio Finance: Mega-Chance, Blase, teures Erwachen?

Ein Leser fragte mich zu meiner Meinung bezüglich der Niiio Finance Group und da mich immer mehr Fragen zu Kryptowährungen bzw. dem Investieren in entsprechende Unternehmen erreichen, möchte ich euch meine Meinung zu diesem Themenkomplex nicht vorenthalten.
"Hallo Michael, hast du eine Meinung zu der Niiio Finance Group aus Görlitz. Der AR ist sehr prominent besetzt, das gefällt mir. Anbei eine sehr lesenswertes Interview mit der CEO." 

Hier meine Antwort, klassisch Old School, wenig hip, noch weniger Hype...

Donnerstag, 12. Januar 2017

Fondsmanager waren 2016 ihr Geld nicht wert. Mal wieder nicht...

Grottenschlechte Bilanz, die Fondsmanager in 2016 da wieder einmal abgeliefert haben. Nach Auswertung des Schweizer Analysehauses Ifund Research konnten nur acht Prozent der Manager für europäische Aktien nach Gebühren ihr Vergleichsbarometer übertreffen, bei US-Aktien waren es 14 Prozent. Bei Schwellenländern übertrafen immerhin mehr als ein Drittel den Index, wie Fonds professionell berichtet.

Die Manager hätten überwiegend auf's falsche Pferd gesetzt, nämlich defensive Konsumgüteraktien. Diese hätten aber im vergangenen Jahr unterdurchschnittlich abgeschnitten; ganz im Gegenteil zu Rohstoffwarten, die aber in den meisten Fonds stark untergewichtet blieben. Ein Lichtblick für Value-Anleger gibt es aber auch: Value-Aktien übertrafen erstmals seit Langem wieder Wachstumstitel. Auch das hätte allerdings die meisten Fondsmanager nicht erkannt.

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass Geldanlage in Aktienfonds besser ist als sein Geld auf dem Sparkonto entwerten zu lassen. Wer aber schon so schlau ist, in Aktien zu investieren, der sollte lieber wirklich clever agieren und sich die - nicht verdienten! - horrenden Gebühren der Fondsmanager sparen. Dadurch alleine steigt die jährliche Rendite schon um einige Prozentpunkte an. Und wie macht man das? Nun, man kauft entweder passiv verwaltete Indexfonds, also ETFs (Exchange-traded Funds), wie es Warren Buffet oder John C. Bogle, Gründer der Vanguard Company, den Anlegern raten.

»Suche nicht nach der Nadel im Heuhaufen. Kaufe einfach den Heuhaufen.«
(John C. Bogle)

Oder man setzt - wie ich - auf eigenes Research und Stock-Picking. Letzteres ist aber nicht jedermanns Sache und erfordert natürlich Know-how und Zeit. Sich die Mühe zu machen, um aus dem Heer der Fondsmanager diejenigen 8 Prozent herauszufiltern, die besser abschneiden als der Index, die kann man sich jedenfalls sparen - oder in das gezielte Auswählen von Einzelwerten investieren...

Freitag, 12. August 2016

BaFin warnt: Lage bei den Lebensversicherern spitzt sich weiter zu

Ich weiß, ich weiß, es kann niemand mehr hören, dass ich seit Jahren vor der zunehmenden Gefahr bei Lebensversicherern warne und den sich immer weiter verschärfenden Risiken in deren Bilanzen aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase. Aber es nützt ja nichts, auch wenn es euch zu den Ohren herauskommt, die Gefahren sind vorhanden und sie nehmen zu!

Nachdem im letzten Jahr die Ratingagentur Moody's die deutsche Lebensversicherungsbranche als die riskanteste der Welt eingestuft hat, warnte nur wenige Tage später auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), in Deutschland würden Versicherungspleiten drohen. Unterstützt wurde diese Aussage durch eine Untersuchung der Unternehmensberatung Assekurata, die vor einer enormen drohenden Kapitallücke warnte, die die deutsche Lebensversicherungsbranche in den nächsten Jahren überrollen könnte, wenn die Zinsen so niedrig bleiben würden. Da entsprechende Renditen am Kapitalmarkt nicht mehr zu erzielen seien, müssten die Versicherer seit 2011 eine sog. Zinszusatzreserve aufbauenund um die Garantien laufender Lebens- und Rentenversicherungsverträge abzudecken, müssten die Unternehmen diese Zinszusatzreserve bis zum Jahr 2024 von bislang gut €21 Milliarden im schlimmsten Fall auf rund €150 Milliarden aufstocken. Doch schon heute zehre die Zinszusatzreserve an den ohnehin sinkenden Überschussbeteiligungen der Lebens- und Rentenversicherungen und für die Kunden würde die Rendite damit immer unattraktiver werden...

Montag, 17. August 2015

Einfach gedacht: Katastrophen voraus - "El Niño" lässt's krachen

Die Versicherungsbranche hat es nicht leicht, irgendwie gibt es fast nur noch schlechte Nachrichten, ich warne ja seit einiger Zeit davor, dass sich die Probleme bei Lebens- und Rückversicherungen zuspitzen und die ehemaligen Substanz- und Dividendenhits sich zu kolossalen Value Traps entwickeln. Das hört nicht jeder gerne und die jüngsten Kursrücksetzer werden noch immer als "Einstiegsmöglichkeiten" proklamiert. Als Beleg für die Richtigkeit dieser These werden dabei die Geschäftszahlen der Assekuranzen herangezogen, die diese zuletzt vorgelegt haben - und die oberflächlich betrachtet gar nicht so schlecht aussehen. Hätte aber auch verwundert, denn die Probleme kommen ja erst auf die Versicherungen zu und schaukeln sich immer mehr auf, sie werden sich dann exponentiell in die Bilanzen und GuVs fressen.

Die Katastrophen kommen - jetzt!
Ein Grund, weshalb die zurückliegenden Ergebnisse der Versicherer recht passabel ausfielen, ist eine niedrige Schadensquote. Das bedeutet, dass die Versicherungen (zu) hohe Beiträge einkassiert haben verglichen mit den Schäden, die dann wirklich eingetreten sind. Das kann zu niedrigeren Beiträgen führen, denn die großen Versicherungsnehmer schauen schon sehr kritisch darauf, ob "ihre" Versicherer zu viel an ihnen verdienen. Zumal der Druck durch branchenfremde Investoren, die aufgrund der Niedrigzinsen Risiken absichern, groß ist...

Dienstag, 4. August 2015

Steuern die Versicherer auf massive Kapitalerhöhungen zu?

Seit einiger Zeit schon stehe ich den Versicherungsaktien skeptisch gegenüber und warne vor den sich immer mehr zuspitzenden Problemen der Assekuranzen. Dabei geht es vor allem um die Lebensversicherungen, aber auch um die Rückversicherer, denen beiden das Geschäftsmodell weggebrochen ist aufgrund des dauerhaft niedrigen Zinsniveaus.

Vordergründig "locken" die Aktien mit niedrigen KGVs und hohen Dividendenrenditen, aber es sind zunehmend offensichtlich Value Traps. Nachdem zuletzt die Ratingagentur Moody's gewarnt hat, die deutsche Lebensversicherungsbranche sei die riskanteste der Welt, weil in kaum einem anderen Land die Garantiezusagen zu hoch und der Anlagenmix so ungünstig sei. Auch Sandard & Poors wies darauf hin, dass die Profitabilität der Lebensversicherer stärker und nachhaltiger leide als bisher in den Jahresabschlüssen erkennbar sei. Je mehr Altverträge die Anbieter in ihren Beständen hätten, um so größer sei die Gefahr für die Unternehmen.

Nun hat der Ausschuss der Europäischen Zentralbank für Systemrisiken (ESRB, European Systemic Risk Board) eine EU-weite Auffanglösung für Lebensversicherer gefordert, denn die Probleme seien nicht nur auf deutsche Lebensversicherer beschränkt. Man fürchtet, dass viele Lebensversicherte ihre Verträge wegen der schwachen Renditen vorzeitig kündigen könnten und die Lebensversicherer dann in großem Umfang Anleihen an der Börse verkaufen müssten. Das würde zu hohen Kursverlusten führen und mitunter sogar zu einer Panik, da Anleihen bei vielen Investoren eigentlich als sicherer Hafen gelten...

Montag, 3. August 2015

Andere Ansichten: Bei Mittelstandsanleihen droht eine Pleitewelle

Mittelstandsanleihen suggerieren Solidität, Verlässlichkeit, Substanz, der deutsche Mittelstand genießt weltweit einen hervorragenden Ruf und ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Kein Wunder, dass sich viele dieses Nimbus bedienen wollen, auch wenn sie ihn nicht verdienen, nicht einmal ansatzweise.

Bei Anleihen ist das leider so. Viele der in den letzten Jahren von Unternehmen an den Markt gebrachten Anleihen, diese sog. Mittelstandsanleihen, bereiten ihren Anlegern inzwischen größtes Kopfzerbrechen, wie finanzen.net berichtet. Es wird sogar mit einer Pleitewelle gerechnet, weil ich den nächsten Jahren viele dieser Anleihen zur Rückzahlung anstünden und viele dieser Anleihen nur begeben worden seien, um andere Bankverbindlichkeiten abzulösen. Es sei kaum Geld davon ins operative Geschäft geflossen. Und die Zinssätze seien oft im hohen einstelligen Bereich oder sogar noch darüber und für die Unternehmen kaum zu erwirtschaften. Bei nicht wenigen Unternehmen würden daher die Bonds nicht zurückgezahlt werden können, wenn sie nicht durch die Ausgabe neuer Anleihen getilgt werden könnten.

"Das meiste, das an Mittelstandsanleihen in den letzten Jahren emittiert wur­de, ist Schrott", meint der Nürnberger Anwalt Christian Gloeckner. "Rund 90 Prozent werden ausfallen". Heinz Steffen von Fairesearch rät, Inhabern von Mittelstandsanleihen, den Markt, Unternehmen und Management regelmäßig zu beobachten, da man sonst relevante Ereignisse verpassen könne, die den Anleihekurs beeinflussen. Investoren sollten das Geschäftsmodell des Unternehmens kritisch hinterfragen und sich operative Ergebnisentwicklung und vor allem den Cashflow sowie die Gesamthöhe der Verschuldung genau ansehen.



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Weitere Artikel zum Thema:

04.12.2012 Letzte Chance Unternehmensanleihe?
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23.10.2012 Sind Unternehmensanleihen besser als Aktien?

Donnerstag, 7. Mai 2015

Schmeißt Buffett die Rückversicherungsaktien aus seinem Depot?

Warren Buffett ist der drittreichste Mensch der Welt und er liebt Versicherungen, denn sie spülen seiner Investmentholding Berkshire Hathaway nahezu zinslos Unmengen an Cash auf's Konto, das der Meister dann gewinnbringend investieren kann. Doch diese Symbiose bekommt Risse...

In Berkshires Portfolio schlummern einige Versicherungen, die meisten davon sind nicht (mehr) börsennotiert. Und wie Genereal Re oder Geico gehören sie ganz oder zum größten Teil Buffett, so dass sie in der Berkshire-Bilanz konsolidiert werden - und Buffett somit Zugriff auf deren Cashflow hat. Dieses ist einer der Geheimnisse von Buffetts schier unnachahmlichem Investmenterfolg, der stets fließende und nicht versiegende Strom an billigen Geldes für seine Investmentideen. Denn die Prämien fließen kontinuierlich und seitens der Kunden als Vorkasse, auszahlen muss die Versicherung erst später, wenn ein Schaden eingetreten ist. In der Zwischenzeit kann die Versicherung, respektive Buffett, mit dem Geld arbeiten und Erträge erwirtschaften.

Und daran wird sich auch nichts ändern! Zwar hat Buffett unlängst sehr kritische Worte über die Rückversicherungsbranche gefunden und dargestellt, dass insbesondere die Hedgefonds den Rückversicherern das Leben schwer machten und es den Rückversicherern die nächsten 10 Jahre nicht so gut gehen werde wie in den vergangenen 30 Jahren. In ihrem Geschäftsfeld hätten sich die Aussichten stark eingetrübt und die Unternehmen könnten nichts dagegen tun, denn der Wettbewerb habe für einen Preisrückgang gesorgt, während die niedrigen Zinsen die Anleihe-Depots unter Druck setzten. Allerdings kann und will er diesen enormen Cashflow nicht stoppen, denn Buffetts große Liebe ist und bleibt das Investieren. Und daher wird Berkshire sich auch nicht von diesen Unternehmen trennen und der Versicherungsbranche treu bleiben. Zuletzt ist Buffett Langzeitinvestor mit einem Anlagehorizont von "ewig" und dass es im Business mal Täler gibt, die auf Gipfel folgen, gehört einfach dazu. Für Buffett ist dies kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen oder hektisch zu agieren. Im Gegenteil: er hat die richtigen Manager in seinem vielen Tochterfirmen, die das operative Geschäft betreiben und sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen.

Also alles im grünen Bereich? Nicht ganz... Denn Buffett hält auch Aktienpakete an Versicherungen, die nur Minderheitsbeteiligungen darstellen und ihm eben nicht den Vorteil des direkten Zugriffs auf den Geldstrom erlauben. Diese sind also für ihn reine Finanzbeteiligungen, die er aufgrund ihrer langfristigen Wachstumsperspektiven, ihrer attraktiven Bewertung und ihrer hohen und steigenden Dividenden erworben hat. Zu diesen Finanzbeteiligungen zählen die Swiss Re und die Munich RE, der größte Rückversicherer der Welt. Und da Buffett ein rein sachlich orientierter Investor ist, wäre es nur konsequent, wenn er sich von diesen nun trennen würde. Denn Berkshire Hathaway weist eine große Ballung im Finanzsektor auf, bei Banken, aber eben noch viel stärker im Versicherungsbereich. Gerät die Branche nun in schwierigeres Fahrwasser, kann und wird die die Investmentholding insgesamt betreffen. Und Buffetts Regel Nummer 1 lautet: "Verliere kein Geld!". Noch liegt er mit seinen Investments in diesem Bereich weit vorne, aber die sich immer weiter zuspitzende Situation in der Branche kann zu einem echten Flaschenhals werden, wenn zu viele Investoren zur gleichen Zeit aussteigen wollen. Daher würde es mich nicht wundern, wenn Buffett bereits auf der Verkäuferseite wäre und der Abgabedruck bei der Munich Re seit der Dividendenzahlung auch hierauf mit zurückzuführen sein könnte. Immerhin hält Buffett rund 11 Prozent der Aktien.

Vielleicht wissen wir in wenigen Tagen schon, ob Buffett bereits Munich Re-Aktien verkauft hat, denn er muss seine Handelsaktivitäten der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC melden und diese werden dann veröffentlicht. Dies beinhaltet zwar nicht die außeramerikanischen Positionen, aber nicht selten gibt Buffetts begleitende Interviews und ich denke, die Versicherungsbranche wird hier einer besonderen Betrachtung unterzogen werden, weil Anleger rund um den Globus wissen wollen, wie Buffett mit der Situation umgeht. Und oft Berkshire Hathaway selbst trotz des großen Versicherungsanteils eine krisenfeste Anlage bleibt.

Berkshire Hathaway befindet sich weiterhin auf meiner Empfehlungsliste, allerdings momentan nur noch als Halteposition.


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27.04.2015 Deutsche Lebensversicherungsbranche ist die riskanteste der Welt!
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Montag, 27. April 2015

Deutsche Lebensversicherungsbranche ist die riskanteste der Welt!

Kapital-Lebensversicherungen sind nach wie vor der Deutschen liebste Geldanlage und nicht Wenige setzen nicht nur für die Altersvorsorge auf dieses Zwitter-Produkt aus Risikoabsicherung und Sparanlage, sondern finanzieren damit sogar ihren Traum vom Eigenheim. Das sollten sie lassen! Dringend! Denn die Katastrophe ist vorprogrammiert und wird für die Versicherten - und die Aktionäre - in etwa so ausgehen, wie die Bankenkrise für Lehman Brothers. Jaja, will keiner hören, ist mir klar. Ändert aber nichts an den Fakten und ich schreibe es trotzdem. Das Schlimmste daran ist, dass es absehbar ist und dass weder die Branche gegensteuert, noch die Regierung handelt. Es wird einfach Vogel-Strauß-Politik betrieben und das Problem ignoriert - sollen sich doch dann in einigen Jahren bitte die Betroffenen selbst kümmern und die dann Regierenden werden dann schon Schuldzuweisungen verteilen können - nur nicht an sich selbst, versteht sich.

Doch weshalb steuert die Branche überhaupt auf diesen finanziellen Abgrund zu? Im Prinzip weiß es jeder und hat es auch schon gehört, aber es will keiner wahrhaben. Es liegt an den dauerhaft niedrigen Zinsen und den von den Versicherungen in der Vergangenheit zugesagten hohen Verzinsungen bzw. garantierten Versicherungsleistungen bei Vertragsablauf. Insbesondere deutsche Lebensversicherer legen ihr Geld bis zu 90% in Staatsanleihen an und da bekommen sie nur mickrige Zinsen - und diese liegen inzwischen deutlich unter dem Garantiezins, den sie ihren Kunden in den 25 und mehr Jahren laufenden Verträgen versprochen haben. Die Lebensversicherer müssen also mehr Zinsen an die Versicherten zahlen, als sie selbst für das gleiche Geld erhalten - und dann müssen sie noch den Vertrieb, die Verwaltung, ihre gesamten Overhead bezahlen. Und natürlich ihre Aktionäre, die vollen Dividenden sehen! Es sollte jedem klar sein, dass ein Geschäftsmodell nicht (mehr) funktioniert, wenn man für jeden ausgegebenen Euro nur 90 Cents einnimmt. Und es kommt noch schlimmer...

Montag, 2. Februar 2015

Value Trap Rückversicherungs-Aktien?

Die Aktien von Rückversicherern wie Munich RE, Hannover Rück oder Swiss Re sind seit Jahren eine sichere Bank, ihre Bewertung ist moderat, die KGVs zumeist einstellig, und die Dividendenrenditen zählen zu den höchsten in den großen Indizes. Nachvollziehbar, dass sich die Kurse nahe ihren Höchstständen bewegen. Und Value-Ikone Warren Buffett schwört auf Rückversicherungen, seine Investmentholding Berkshire Hathaway ist ja Mutter von General RE und hält Anteile an der Konkurrenz: seit 2010 alleine 11 Prozent am weltgrößten Rückversicherer Munich Re, aber auch an Swiss Re im mittleren einstelligen Prozentbereich. Da kann ja nichts schief gehen...

Doch seit geraumer Zeit ist das Geschäft der Rückversicherer unter enormen Druck geraten und das hat mit den immer tiefer fallenden Zinsen zu tun. Denn auf der einen Seite bricht den Rückversicherern die Rendite weg, die sie mit den durch ihre Prämien aufgelaufenen Geldern am Anlagenmarkt erzielen können und auf der anderen Seite sehen sie sich einer immer stärker zunehmenden Konkurrenz ausgesetzt. Und zwar nicht aus ihrer Branche, sondern Branchenfremde haben die Rückversicherung als vermeintlich lukrative Anlagezone für sich entdeckt. Die niedrigen Zinsen und das billige Geld der Notenbanken scheuchen immer mehr Kapital auf, das auf dem ganzen Globus verzweifelt nach Rendite sucht. Für die Versicherungsassekuranzen, die sich bei den Rückversicherern ja absichern, bieten sich hier Chancen. Sie bieten immer öfter ihre Erstversicherer-Risiken als verbriefte Versicherungsrisiken (Insurance Linked Securities, kurz: ILS) direkt am Kapitalmarkt an und Investoren greifen dankend zu. Typisches Beispiel sind sog. Katastrophen-Anleihen, die in der Regel von institutionellen Anlegern gezeichnet werden und hohe Renditen versprechen. Doch diese Investoren schauen vor allem auf die vermeintliche Rendite, sie können viel schlechter als die Profis der Rückversicherungen die damit einhergehenden Risiken einschätzen - denn letztlich müssen sie im Schadensfall enorme Beträge zur Verfügung stellen, also bei Tsunamis, Hurricanes, Erdbeben, Flugzeugabstürzen, Kraftwerksunfällen. Und hier lassen die klassischen Rückversicherer immer häufiger Geschäft liegen, weil für sie die zu erzielenden Prämien nicht mehr risikoadäquat sind. Das ist durchaus vernünftig, denn noch vor zehn Jahren war man in der Branche bereit, auch Risiken zu übernehmen, von denen man annahm, dass sie sich nicht rechnen würden. Nur um Marktanteile zu gewinnen oder auch nur zu halten. Die großen Wirbelsturmkatastrophen in den USA (New Orleans, New York) haben die Unternehmen eines Besseren belehrt.

Und doch bringt diese - richtige - Strategie für die Rückversicherer einige Probleme mit sich. Sie verzichten auf Geschäft, auf Prämieneinnahmen, und damit schrumpft ihr Ertragspotenzial. Gleichzeitig verdienen sie selbst mit ihren Kapitalanlagen immer weniger und so erodieren die eigenen Gewinne. Und das bereits seit einigen Jahren und die Lage verschärft sich eher, als dass ein Ende abzusehen wäre. Das führt dazu, dass die scheinbar attraktiven Bewertungen anhand der Kurs-Gewinn-Verhältnisse mit zunehmender Skepsis zu betrachten sind. Das birgt mithin Kursrisiken für alle Branchenvertreter. Und weiteres Ungemach droht, denn die Rückversicherer gelten als Dividendenaristokraten, die seit Jahren mindestens gleichbleibende, meistens aber sogar steigende Dividenden an ihre Anteilseigner ausschütten. Das ist ein echter Vorteil und für viele Anleger sind diese hohen Dividendenrenditen das Anlagekriterium in diesen Aktien schlechthin. Und doch liegt auch gerade hier enormes Gefahrenpotenzial, denn wenn den Unternehmen das Geschäft und die Margen wegbrechen, sie gleichzeitig weniger Geld aus ihren Kapitalanlagen verdienen, dann sinken die Gewinne, die die Grundlage für die Dividendenzahlungen sind. Natürlich werden die Rückversicherer versuchen, die Dividenden mindestens auf gleicher Höhe zu halten, aber diese Zahlungen werden dann aus der Substanz ausgekehrt, also die Rücklagen des Unternehmens angreifen und es so letztlich schädigen. Ein solches Vorgehen kann für ein oder zwei Jahre angebracht sein, um die Dividenden auf einem konstanten Niveau zu halten, obwohl das operative Geschäft stärkeren Schwankungen unterliegt, aber die schwierige Lage der Rückversicherungen ist nicht kurzfristiger Natur, sondern wächst sich seit einigen Jahren zu einem Dauerproblem aus, das das Geschäftsmodell ins Wanken bringt. Denn passen die Unternehmen ihrer Strategie an, nehmen sie höhere Risiken ins Depot mit (viel) zu geringem Prämienaufkommen. Oder sie lehnen dies ab und sehen ihre Umsätze zunehmend schrumpfen und damit auch ihre Gewinne.

Ich kann nicht abschätzen, wie und ob überhaupt die Rückversicherer aus diesem Teufelskreis herauskommen, solange sich das Zinsniveau nicht deutlich erhöht und Anleihen wieder konkurrenzfähige Renditen abwerfen. Ich fürchte allerdings, dass sie das viel Geld kosten wird, so oder so. Und für Aktionäre sind das keine guten Aussichten, nicht auf mittlere und lange Sicht. Ich würde daher die Rückversicherer nicht mehr als Value Investment ansehen, sondern als Branche, die das Zeug zu einer echten Value Trap hat. Von Investments in Rückversicherer würde ich daher absehen; einzig Warren Buffetts Berkshire Hathaway bietet weiterhin gute Chancen, weil das Unternehmen eben weit mehr ist als die Versicherungssparte und so breit diversifiziert ist auch in die Bereiche Energie und Consumer Goods.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.


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Donnerstag, 15. Januar 2015

Lebensversicherungen sind die pure Geldverschwendung

Der Deutschen liebstes Kind ist noch immer die Kapital-Lebensversicherung, obwohl es kein, wirklich kein Argument (mehr) gibt, das irgendwie für sie sprechen würde. Abgesehen von den horrend hohen Provisionen, die die Vermittler für jeden Abschluss einkassieren.

Und die letzte Gesetzesänderung hat die Lebensversicherungen für Kunden noch unattraktiver gemacht, denn es wurde nicht nur der Garantiezins erneut kräftig abgesenkt von 1,7% auf jetzt nur noch 1,25%, sondern es wurde den Versicherern auch gestattet, die Kunden nicht mehr so stark wie bisher an den aufgelaufenen Bewertungsreserven beteiligen zu müssen. Im Klartext: die Versicherungskonzerne verwenden das Geld der Versicherten und legen dieses in Anleihen an. Und wenn sie damit Gewinne erzielen, fließen diese künftig zu großen Teilen nicht mehr den Versicherten zu. Alles klar? Enteignung würde man das umgangssprachlich nennen.

Nach Zahlen der Ratingagentur Assekurata wirft eine Lebensversicherung im Schnitt 0,92 Prozent garantierte Rendite ab - vor Abzug der Inflation und vor Abzug der Steuern, die man am Ende noch auf die mageren erzielten Erträge zahlen darf. Wer solche Produkte kauft und dafür noch fette Abschlussprovisionen zahlt, dem ist kaum noch zu helfen! Da die meisten Deutschen dies allerdings bereits getan haben, manche sogar mehrfach, braucht sich auch niemand mehr zu wundern, weshalb die Schere zwischen Arm und Reich in diesem Land immer weiter auseinander klafft: auf der einen Seite sind die Reichen, die ihr Geld in Immobilien und Unternehmensbeteiligungen investieren und dadurch immer reicher werden. Und auf der anderen Seite sind die weniger Vermögenden, die ihr sauer verdientes Geld auf Sparbüchern verrotten lassen und in Lebensversicherungen versenken. Selbst Schuld, muss man sagen, jeder hat es selbst in der Hand, mit seinem Geld etwas Sinnvolles anzufangen!

Dienstag, 2. Dezember 2014

Versicherungsaktien: Renditen runter, Risiko rauf

Versicherungsaktien erscheinen auf vielen Kauflisten, weil sie im Vergleich zum Gesamtmarkt recht moderat bewertet sind und nicht selten üppige Dividendenrenditen aufweisen können. Das klingt nach guten Investments...

Doch ein paar Flöhe hat der Hund schon. Denn die Versicherungsbranche leidet erheblich unter der lang anhaltenden Zinsflaute, legt sie doch das Geld ihrer Versicherten bevorzugt in langfristige Zinspapiere an. Und wenn die Hochprozenter auslaufen finden sich heutzutage kaum noch attraktive Anlagemöglichkeiten bei vertretbaren Risiken. Mit der Folge, dass die Renditen sinken. Dem begegnet man durch das erneute Absenken des sog. Garantiezinssatzes, den die Kunden der Kapital- und Rentenversicherungen erhalten. Vor einigen Jahren lag dieser noch bei 4 Prozent, nun wird er auf 1,25 Prozent schrumpfen. Es kommen zwar noch die Überschussbeteiligungen hinzu, aber diese sind eben nicht garantiert.

Das Hauptzugpferd der Assekuranzen, die Kapitallebensversicherung, wird also für Kunden zunehmend unattraktiv, trotz der ebenso wenig zündenden Konkurrenz aus der Bankenbranche, denn für Spareinlagen oder Termingelder bekommt man auch fast keine Zinsen mehr gutgeschrieben. Auch wenn es für Privatkunden bisher noch keine Negativzinsen gibt. Erste Lebensversicherer haben schon angekündigt, keine Dividenden mehr zahlen zu können oder zu wollen...