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Donnerstag, 2. August 2018

Bei KCAP Financial fällt der letzte Vorhang. Jedenfalls für mich...

Zwischen KCAP Financial (KCAP, WKN: A1J08X) und mir läuft es einfach nicht. Es war meine erster Kauf einer Business Development Company (BDC) überhaupt und nach dem ersten Misserfolg habe ich KCAP vor knapp einem Jahr erneut als spekulative Beimischung in mein Dividendendepot gekauft und setze hoffe auf den Turnaround. Aber der scheint sich nicht einstellen zu wollen. Immer noch nicht und wieder nicht.

Im Dezember hatte KCAP die Dividende gekürzt, zum wiederholten Mal und auf nur noch $0,10 je Aktie und Quartal. Es war seit Dezember 2013 die fünfte Dividendenkürzung in Folge. Und nun hat KCAP gestern Abend seine Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal 2018 bekannt gegeben und die geben wenig Anlass zu Hoffnung...

Donnerstag, 14. Dezember 2017

KCAP Financial streicht die Quartalsdividende zusammen. Mal wieder...

Es ist und bleibt ein Trauerspiel bei KCAP Financial. Die BDC (Business Development Company), die in nicht unerheblichem Maße auch in CLOs (Collateralized Loan Obligations) investiert, also strukturierte Finanzprodukte basierend aus verbrieften Unternehmenskrediten, hat ihre nächste Quartalsdividende bekanntgegeben. Und mal wieder die Hoffnungen der Anleger enttäuscht.

KCAP will $0,10 je Aktie zahlen und damit 2 Cents bzw. 16,7% weniger als zuletzt. Da kann einen auch nicht froh stimmen, dass die Dividendenrendite noch immer bei 11,6% liegt, denn die seit Jahren sinkenden Dividenden, basierend auf einem seit Jahren abschmelzenden Buchwert (NAV), führten natürlich ebenfalls zu einem zusammenschrumpfenden Aktienkurs. Diese Kursverluste konnte die Dividende nicht ausgleichen, zumal diese ja auch noch versteuert werden muss. Dass es zu einem neuerlichen Dividenden-Cut kommen würde, war den letzten Quartalszahlen nicht zwingend anzusehen; obwohl die Gefahr natürlich schon im Raum stand. Ich hatte es ja angesprochen: wenn der Substanzverlust beim NAV nicht endet, wird KCAP nicht um weitere Dividenden-Cuts herumkommen. Und offensichtlich hat sich die Situation noch nicht gebessert.

Montag, 13. November 2017

BDC-Earnings-Report Q3/17: KCAP Financial

In meinem Dividendendepot setze ich ausschließlich auf Business Development Companies (BDCs), mit denen ich auf hohe Dividendeneinnahmen abziele. Dabei ist die Kursentwicklung ebenfalls im Auge zu behalten, da beides zusammen die Gesamtrendite und damit den Erfolg oder Misserfolg des Investments ausmacht.

Daher richte ich in meinen BDC-Earnings-Reports meinen Blick vor allen auf die Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen, also von Net Asset Value (NAV bzw. Buchwert), Net Investment Income (NII) und die Payout Ratio. Und erst ganz zuletzt auf die Dividendenrendite. Und mitunter ergeben sich hierdurch auch Auswirkungen auf meine Einschätzung zur jeweiligen BDC.

KCAP Financial (KCAP)
KCAP konnte Zahlen vorlegen, die weniger schlecht ausfielen als zu befürchten war. In Q317 lag das NII bei $2,5 Mio. bzw. $0,07 je Aktie, verglichen mit $2,6 Mio. bzw. $0,07 je Aktie per Ende Juni 2017. Weniger erfreulich ist der weitere Werteverzehr beim NAV. Dieser lag per Ende September bei $4,95 je Aktie, während er Ende Juni mit $5,10 noch 3% höher lag. Linear aufs Jahr hochgerechnet ergäbe sich ein NAV-Verlust von 12%, was den Großteil der Dividendenrendite kompensieren würde! Aber genau das ist bei KCAP ja seit Jahren das Problem.

Dienstag, 31. Oktober 2017

Legendäre Investoren: Jerome Kohlberg (KKR & Co., KCAP Financial)

Jerome Spiegel Kohlberg, Jr. (* 10. Juli 1925 in New York; † 30. Juli 2015 in Martha’s Vineyard, Massachusetts) war ein amerikanischer Geschäftsmann und Milliardär.

Kohlberg war 1976 Mitgründer der Private Equity Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) und 1987 der Investmentfirma Kohlberg & Company (KCAP).

Bear Stearns
Kohlberg leitete in den 1960ern und frühen 1970ern die Finanzabteilung der 1923 gegründeten Wall Street-Investmentbank Bear Stearns, die im Zuge der Finanzkrise 2008 von JP Morgan Chase übernommen wurde. Zu seinen Schützlingen bei der Bank zählten unter anderem Henry Kravis und George Roberts. Nachdem Bear Stearns den Vorschlag der drei Banker ablehnte, eine firmeninterne Abteilung für Leveraged Buyouts zu bilden, verließen sie die Investmentbank und gründeten KKR.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

KCAP Financial: Investor stockt auf und macht gleich mächtig Druck!

Inzwischen kennt ihr ja schon die eine oder andere Business Development Company (BDC), denn ich habe hier schon mehrfach über TICC Capital Corp. oder KCAP Financial Inc. berichtet. Das liegt daran, dass ich deren Geschäftsfeld, die Finanzierung der (nicht börsennotierten) US-Mittelstandsfirmen für interessant halte und aufgrund des Kursabsturzes vieler BDCs auch für eine lukrative Investitionsgelegenheit. Nachdem ich kürzlich erst über die kurstreibende Übernahmeschlacht bei TICC Capital berichtet hatte, steckt eine ähnliche Entwicklung hinter dem aktuellen Kurssprung bei KCAP Financial - und nicht etwa die soliden Zahlen zum 2. Quartal, die Anfang August vermeldet worden waren.

Denn KCAP, die 1987 gegründete ehemalige Kohlberg Capital Corp., die ich - zugegebenermaßen etwas zu früh - Ende Juli erstmals gekauft habe, ist unter Druck geraten, nachdem ein Investor seinen Beteiligung auf 3,1% der Anteile erhöht hat. DG Capital Investment hält nach einem Zukauf von weiteren 43.723 Aktien, die man in den letzten Monaten über die Börse erworben hat, nun 1,15 Mio. der KCAP-Anteile. Und der 1996 gegründete Hedge Fonds, der überwiegend in Small- und Midcaps investiert, ist der Meinung, dass Investoren KCAP Financial nicht verstehen würden und deren Aktien deutlich unterbewertet seien. Danke, aber so weit war ich gedanklich auch schon.

 KCAP Financial (Quelle: comdirect.de)
30% Unterbewertung und 17% Dividendenrendite
Neu ist nun allerdings, dass DG Capital Investment die Sinnfrage stellt, denn man fordert das KCAP-Board auf, die Firma entweder komplett zu veräußern oder aber wenigstens einige ihrer Assets, um mit diesem Geld dann eigene Aktien zurückzukaufen. Denn der Aktienkurs von KCAP Financial notiert erheblich unterhalb seines NAV (Net Asset Value), sogar annähernd 30 Prozent. Kein Wunder also, dass DG Capital Investment diesen Buchwert-Schatz gerne heben würde. Allerdings legt man auch ganz deutlich dar, dass der Komplettverkauf an eine andere BDC die bevorzugte Option sei, weil man auf diese Weise den größten Vorteil für die KCAP-Aktionäre erzielen würde.

Die neuen Aktivitäten bringen das KCAP-Management unter Zugzwang, sich um den Abbau des Diskonts auf den Net Asset Value zu kümmern. Und es wird vielleicht andere Investoren mit der Nase auf die krasse Unterbewertung und die üppige Dividendenrendite von KCAP Financial stoßen, was dem Kurs zusätzliche Impulse geben dürfte. Ich bin recht zufrieden mit dieser Entwicklung, zumal ich jüngst meinen KCAP-Anteil nochmals aufgestockt hatte, um die  üppige Quartalsdividende von 21 US-Cents einzusacken, die Aktionäre erhalten, die am 8. Oktober die KCAP-Aktien im Depot haben. Dies entspricht immerhin einer Jahresrendite von 17 Prozent.

KCAP Financial steht auf meiner Empfehlungsliste und bietet sich auf dem aktuellen Kursniveau für langfristig orientierte Value Anleger und Dividendeninvestoren gleichermaßen an.

Mittwoch, 23. September 2015

KCAP Financial kündigt Quartalsdividende an; Jahresrendite von über 17%

Die 1987 gegründete KCAP Financial Inc. (ehemals Kohlberg Capital Corp.), eine Business Development Company (BDC), die vor allem kleine und mittlere nicht-börsennotierte US-Unternehmen mit Eigen- und Fremdkapital finanziert, hat ihre nächste Quartalsdividende bekanntgegeben. Mit 0,21 Cents wird die Ausschüttung in gleicher Höhe erfolgen wie im Vorquartal und bezogen auf den aktuellen Aktienkurs von 4,85 $ ergibt dies eine annualisierte Dividendenrendite von 17,25%.

Der Net Asset Value (NAV) wurde von KCAP ggü. der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) per 30.06.2015 mit 6,96 $ angegeben - der aktuelle Börsenkurs notiert also mit einem 30 prozentigen Abschlag auf diesen NAV.

Die Dividende wird am 27. Oktober ausgezahlt und zwar für Anleger, die die KCAP-Aktien am 8. Oktober im Depot haben. Der Dividendenabschlag erfolgt am 9. Oktober.

DividendenhistorieJanuarAprilJuliOktoberGesamt
20150,25 $0,21 $0,21 $0,21 $0,88 $
20140,25 $0,25 $0,25 $0,25 $1,00 $
20130,28 $0,28 $0,28 $0,25 $1,09 $
20120,18 $0,18 $0,24 $0,24 $0,84 $
20110,17 $0,17 $0,17 $0,18 $0,69 $

 KCAP Financial (Quelle: comdirect.de)
Dividenden-Re-Investmentplan
Eine Besonderheit gibt es noch bei Dividenden von KCAP Financial, denn das Unternehmen hat einen automatischen Dividenden-Re-Investmentplan, so dass die Dividenden umgehend in Aktien re-investiert werden. Wer eine Bardividende erhalten möchte, muss dieses ausdrücklich erklären. Die meisten Broker in Deutschland weisen ihre KCAP-Aktionäre darauf hin und erwarten eine Erklärung von ihnen, ob sie lieber die Bardividende haben möchten oder die Wiederanlage in KCAP-Aktien bevorzugen. Versteuert werden muss die Ausschüttung in jedem Fall.

KCAP Financial Inc. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Freitag, 7. August 2015

Investor-Update: Blackstone, Deutsche Rohstoff, KCAP Financial, KKR

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

= Blackstone Group
Der Kurs der Blackstone-Aktien schwächelt die letzten Tage und reizt mich zum Nachkauf. Ich habe mich aber gegen eine Aufstockung entschieden, da Blackstone bereits mein mit Abstand größter Depotwert ist. Die Private-Equity-Branche halte ich allerdings weiterhin für sehr aussichtsreich und habe daher in diesem Bereich bei anderen Werten aufgestockt.

= Deutsche Rohstoff
Der Ölpreis hängt in den Seilen und mit ihm der Aktienkurs der DRAG. Auch hier habe ich nicht weiter aufgestockt, obwohl das Kursniveau dazu einlädt - die Position hat in meinem Depot inzwischen eine ausreichende Größe und nun muss ich mich in Geduld üben, bis meine Spekulation aufgeht. Denn man sollte bei aller Überzeugung niemals die weisen Worte des Ökonomen und erfolgreichen Börsen-Investors John Maynard Keynes vergessen: "Die Märkte können länger irrational bleiben als du solvent".

+ KCAP Financial Inc.
Der Kurs von KCAP Financial (ehemals Kohlberg Capital Corp.) hat nach Bekanntgabe der Zahlen zum zweiten Quartal weiter nachgegeben, weil die Zahlen leicht unterhalb der Erwartungen lagen. Ich habe heute meine kleine Position ausgebaut und verdoppelt, weil KCAP stark im Bereich der Unternehmensfinanzierungen für kleine und mittlere Unternehmen unterwegs ist und ich den Markt für CLOs als sehr aussichtsreich erachte. Es scheint momentan leichte Befürchtungen zu geben, was die Aussichten für CLOs angeht hinsichtlich der erwarteten Zinswende in den USA. Allerdings wird das kaum ein abruptes Ansteigen der Zinsen werden, sondern ganz sachte und über einen langen Zeitraum gestreckt vor sich gehen, daher sehe ich diese Befürchtungen als übertrieben an. Das Management von KCAP Financial wird sich darauf einstellen, immerhin sind sie seit mehr als 20 Jahren am Markt aktiv.

Exkurs zu Collateralized Loan Obligations (CLOs) 
Über zwei Tochtergesellschaften ist KCAP Financial im Markt für CLOs aktiv. Einerseits managend die Töchter für Kunden CLOs und verdienen an den Provisionen, andererseits hat KCAP selbst auch eigenes Geld bei diesen Töchtern investiert, um direkt am Erfolg der CLOs teilhaben zu können. 
Doch was sind dieses CLOs eigentlich? CLOs gehören zu den strukturierten Finanzprodukten und die haben bekanntlich seit der Finanzkrise 2008/2009 einen ganz miesen Ruf. Allerdings haben sie nichts mit den damaligen Problemauslösern zu tun, den "Ramsch-Krediten", also jenen fast schon ausfallgefährdeten Immobilienfinanzierungen, die zusammengefasst und an gutgläubige Investoren weiterverkauft wurden. CLOs sind damals stark in Mitleidenschaft gezogen worden, obwohl es kaum Ausfälle zu verzeichnen gab - allerdings ist der Markt ziemlich illiquide und in der Finanzkrise traf ein in die Höhe schnellendes Angebot auf eine kaum mehr vorhandene Nachfrage. Mit der Folge, dass die Kurse zusammenbrachen und der Markt austrocknete. Schlecht für die Investoren, die schnell an ihr Geld wollten, grundsätzlich unerheblich für alle anderen, insbesondere die Unternehmen, denen das Geld zur Verfügung gestellt worden war. Denn CLOs sind verbriefte Unternehmenskredite. In einem CLO werden bis zu 90 verschiedene Unternehmenskredite zusammengefasst (das ist die sog. Strukturierung) und dann Investoren zur Beteiligung angeboten. Diese können so in den höher verzinsten Markt der Unternehmensfinanzierungen einsteigen, ohne den Unternehmen direkt Geld leihen zu müssen. Die komplette Abwicklung, das Forderungsmanagement usw., wird vom CLO-Manager übernommen, wofür dieser natürlich eine Entlohnung erhält. Ein weiterer Vorteil ist, dass die CLOs das Risiko streuen, indem sie verschiedene Unternehmen, Branchen und Laufzeiten enthalten. 
Gegenüber einem Investment in klassische Unternehmensanleihen bieten CLOs den Vorteil, dass sie eine höhere Sicherheit aufweisen, da sie in der Regel mit den Unternehmenswerten besichert sind. Die sog. Wiedergewinnungsrate möglicher Ausfälle (also die Recovery Rate) liegt so etwa bei 60 bis 70 Prozent und bietet einen zusätzlichen Risikopuffer. Der Reiz für Investoren liegt darin, dass sie mit CLOs deutlich bessere Renditechancen wahrnehmen können als sie sonst am Kapitalmarkt für ihre Anlagen erzielen. Durch externe Ratings und die Verwaltung durch professionelle CLO-Manager sinkt das Risiko nochmals ggü. einem Direktinvestment. 
Dieses Geschäftsfeld, ist eines der drei Standbeine von KCAP Financial und über den Erwerb der Aktien des Unternehmens kann man nicht nur (indirekt) in CLOs investieren, sondern auch an der Verwaltung der CLOs mitverdienen.

+ KKR & Co. L.P.
Meinen vor einigen Wochen reduzierten Bestand an KKR habe ich wieder auf eine mittelgroße Position aufgestockt. Und das nicht ohne Grund, denn KKR hat einen ersten Schritt unternommen, seine Beteiligung First Data Corp. an die Börse zu bringen. KKR kaufte First Data im Jahr 2007 auf der Höhe des letzten Marktbooms in einer der bisher größten fremdfinanzierten Übernahmen - für 29 Mrd. USD, darunter 20 Mrd. an Fremdmitteln. In der Zwischenzeit hat KKR sein Engagement, auch zugunsten anderer PE-Firmen, deutlich reduziert auf 4,3 Mrd. USD, davon 1,3 Mrd. an Eigenmitteln.

Um zu bestimmen, ob KKR hier noch einen Reibach machen kann, muss man sich First Data mal etwas näher ansehen. First Data "ist ein Anbieter von E-Commerce Lösungen für den Zahlungsverkehr. Die Produkt- und Dienstleistungslinie von First Data umfasst die Dienstleistung für Geschäftsabwicklung, -bearbeitung; Kreditkarte, Debitkarte, Prepaidkarte, Geschenkkarte, Gehaltsabrechnung und andere vorausbezahlten Darbietungen; Schutz gegen Betrug und Authentifizierungslösungen; Dienstleistungen für elektronische Scheckannahme durch TeleCheck; Internet-Kommerz und bewegliche Zahlungslösungen", liest man bei Wikipedia. Der Umsatz im letzten Jahr betrug mehr als 11 Mrd. USD und weltweit werden 23.000 Menschen beschäftigt. Vergleichbare Konkurrenten, wie VISA oder MasterCard sind im letzten Jahr um 42% bzw. 30% im Wert gestiegen. In diesem Artikel auf Seeking Alpha wird First Data ziemlich gut beschrieben und auch Vergleiche angestellt zu VISA und MC. Auch wenn First Data eine erhebliche Schuldenlast zu tragen und operativ noch einiges an Verbesserungspotenzial zu bieten hat, dürfte sein IPO-Wert irgendwo zwischen VISA und MC anzusiedeln sein. Also zwischen 111 Mrd. und 184 Mrd. USD. Und auch wenn KKR heute nur noch Teile des Kuchens gehören, so mag sich jeder selbst ausmalen, was eine solche Bewertung bzw. Verkauf für KKR bedeuten würde. Denn KKR selbst wird aktuell mit 9 Mrd. USD an der Börse bewertet. Ein erfolgreiches IPO von First Data dürfte den Aktienkurs von KKR wohl in etwa so beflügeln wie ein Katapultstart...

.: Cashquote
Die beiden Zukäufe haben meine Cashquote auf 10 Prozent gedrückt, womit ich mich wegen der anstehende "miesen" Jahreszeit für Aktien nicht ganz wohl fühle. Ich werde mir also einige Gedanken über ein Re-Balancing im Depot machen...

Donnerstag, 6. August 2015

KCAP Financial: Solide Zahlen zum 2. Quartal und 16% Dividendenrendite

Die 1987 gegründete KCAP Financial Inc. (vormals Kohlberg Capital Corp.), eine Business Development Company (BDC), die vor allem kleine und mittlere nicht-börsennotierte US-Unternehmen mit Eigen- und Fremdkapital finanziert, hat ihre Zahlen zum abgelaufenen zweiten Quartal vorgelegt.

Wichtigste Erfolgsgröße ist das Kapitalanlageergebnis (Net Investment Income), das vor allem Erträge aus Zinsen, Dividenden, Mieten, Lizenzgebühren und Gewinn aus dem Verkauf von Eigentumswerten beinhaltet. Es lag im zweiten Quartal 2015 bei 5,8 Mio. USD bzw. 16 Cents je Aktie, verglichen mit 4,6 Mio. USD bzw. 14 Cents je Aktie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das Wert der Investments von KCAP betrug zum 30. Juni 474 Mio. USD und der Net Asset Value lag bei 6,96 USD je Aktie verglichen mit 6,94 USD zum Jahresende 2014.

 KCAP Financial in USD (Quelle: comdirect.de)
Ausschüttungsfähige Mittel wurden in Höhe von 20 Cents je Aktie generiert und KCAP hat bereits eine konstante Quartalsdividende von 21 Cents je Aktie ausgeschüttet: Ex-Dividendentag war der 1. Juli, die Ausschüttung erfolgte am 27. Juli.

Obwohl der NAV im Vergleich zum Jahresende 2014 kaum verändert hat, ist der Kurs der KCAP-Aktien an der NASDAQ im Jahresverlauf deutlich gefallen. Am 2. Januar lag er bei 6,86 USD, am 5. August schloss er bei 5,16 USD und damit um 25 Prozent niedriger. Meine erste Vermutung war, das KCAP sich stark im Öl- und Gasbereich exponiert hätte und der Kursrückgang mit dem Einbruch beim Ölpreis zusammenhängt, aber im Öl-Business liegen nur 6% der von KCAP investierten Gelder. Und als "uneinbringlich" ist nur eine einzige Position eingestuft, gerade mal 1% des Gesamt-Portfolios.

Und die Bewertung?
Es gibt einige Analysten, die den Wert covern, einige sagen "halten", zwei sagen "verkaufen". Keiner mag die Aktie. Doch die selben Analysten, die die Aktie mit Halten und Verkaufen einstufen, erwarten ein Jahresergebnis von 72 US-Cents je Aktie - ergibt ein KGV von 7. Und die auf's Gesamtjahr hochgerechnete Dividendenrendite würde bei über 16% liegen!

Exkurs zu Collateralized Loan Obligations (CLOs)
Über zwei Tochtergesellschaften ist KCAP Financial im Markt für CLOs aktiv. Einerseits managen die Töchter für Kunden CLOs und verdienen an den Provisionen, andererseits hat KCAP selbst auch eigenes Geld bei den Töchtern investiert, um direkt am Erfolg der CLOs teilhaben zu können.

Doch was sind dieses CLOs eigentlich?
CLOs gehören zu den strukturierten Finanzprodukten und die haben bekanntlich seit der Finanzkrise 2008/2009 einen ganz miesen Ruf. Allerdings haben sie nichts mit den damaligen Problemauslösern zu tun, den "Ramsch-Krediten", also jenen fast schon ausfallgefährdeten Immobilienfinanzierungen, die zusammengefasst und an gutgläubige Investoren weiterverkauft wurden. CLOs sind damals stark in Mitleidenschaft gezogen worden, obwohl es kaum Ausfälle zu verzeichnen gab - allerdings ist der Markt ziemlich illiquide und in der Finanzkrise traf ein in die Höhe schnellendes Angebot auf eine kaum mehr vorhandene Nachfrage. Mit der Folge, dass die Kurse zusammenbrachen und der Markt austrocknete. Schlecht für die Investoren, die schnell an ihr Geld wollten, grundsätzlich unerheblich für alle anderen, insbesondere die Unternehmen, denen das Geld zur Verfügung gestellt worden war. Denn CLOs sind verbriefte Unternehmenskredite. In einem CLO werden bis zu 90 verschiedene Unternehmenskredite zusammengefasst (das ist die sog. Strukturierung) und dann Investoren zur Beteiligung angeboten. Diese können so in den höher verzinsten Markt der Unternehmensfinanzierungen einsteigen, ohne den Unternehmen direkt Geld leihen zu müssen. Die komplette Abwicklung, das Forderungsmanagement usw., wird vom CLO-Manager übernommen, wofür dieser natürlich eine Entlohnung erhält. Ein weiterer Vorteil ist, dass die CLOs das Risiko streuen, indem sie verschiedene Unternehmen, Branchen und Laufzeiten enthalten.

Gegenüber einem Investment in klassische Unternehmensanleihen bieten CLOs den Vorteil, dass sie eine höhere Sicherheit aufweisen, da sie in der Regel mit den Unternehmenswerten besichert sind. Die sog. Wiedergewinnungsrate möglicher Ausfälle (also die Recovery Rate) liegt so etwa bei 60 bis 70 Prozent und bietet einen zusätzlichen Risikopuffer. Der Reiz für Investoren liegt darin, dass sie mit CLOs deutlich bessere Renditechancen wahrnehmen können als sie sonst am Kapitalmarkt für ihre Anlagen erzielen. Durch externe Ratings und die Verwaltung durch professionelle CLO-Manager sinkt das Risiko nochmals ggü. einem Direktinvestment.

Dieses Geschäftsfeld, ist eines der drei Standbeine von KCAP Financial und über den Erwerb der Aktien des Unternehmens kann man nicht nur (indirekt) in CLOs investieren, sondern auch an der Verwaltung der CLOs mitverdienen. Und obwohl der Kursverlauf schrecklich aussieht, habe ich KCAP Financial auf meine Empfehlungsliste genommen und mir eine erste Position ins Depot gelegt, weil ich davon überzeugt bin, dass in diesem Bereich erhebliche Potenziale schlummern, die aktuell viel zu negativ bewertet werden.

Dienstag, 28. Juli 2015

Investor-Update: Blackstone, Corning, Deutsche Rohstoff, KCAP Financial

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

= Blackstone Group
Der Kurs der Blackstone-Aktien hat den Dividendenabschlag sowie den China-Crash zu verdauen und ist etwas unter die Räder gekommen. Die Quartalsdividende von 74 US-Cents fehlt zwar im aktuellen Aktienkurs, wird aber erst am 3. August ausgeschüttet. Mit Abstand mein größter Depotwert.

+ Corning Inc.
Corning ist ein Glasfaser-Spezialist und produziert u.a. Glasfaserkabel für schnelle Internetverbindungen. Samsung hat sich einen 10-Prozent-Anteil gesichert und zwar weil Corning auch der Hersteller des Gorilla-Glases ist, also dem kratz- und stoßfesten Glas, das so gut wie jedes Smartphone ziert. Apple wollte ja auf das Konkurrenzprodukt Saphirglas setzen, doch das ist bekanntlich kolossal gescheitert. Nun verbaut man auch im iPhone 6 Gorilla-Glas und Corning ist es gelungen, eine neue Variante zu kreieren, die noch dünner, noch sensibler, noch leichter, noch stromsparender und vor allem noch sehr viel kratzfester sein soll - und will dieses neue Glas demnächst auf den Markt bringen. Heute wurden Zahlen präsentiert und der Kurs ist von 22 EUR auf unter 17 EUR zurückgekommen - weil seit einiger Zeit befürchtet wird, dass Corning aufgrund von Absatzschwierigkeiten in China die Erwartungen verfehlen könnte. Nun, wie diese Grafik bei Zacks.com zeigt, hat Corning in den letzten 6 Quartalen die Erwartungen einmal getroffen und fünfmal übertroffen. So auch heute. Der Kurs ist stark zurückgekommen und Corning ist in einem starken Wachstumsmarkt unterwegs, stellt quasi das Rückgrat für unsere moderne Kommunikation her. Auch hier habe ich mir einige Stücke ins Depot gelegt, denn auch wenn ich Apple verkauft habe wegen der einseitigen Ausrichtung auf das iPhone, wächst der globale Smartphone-Markt doch mit atemberaubender Geschwindigkeit. Und auch die chinesischen Anbieter, die schnell Marktanteile gewinnen, brauchen Touchscreens für ihre Smartphones. Das KGV für 2015 wird bei 12,5 angesiedelt, für 2016 bei 11,5 und die Dividendenrendite liegt bei 2,5%.

= Deutsche Rohstoff
Die Dividenden von 50 Cents je Aktie hat meinem Konto gut getan, der Aktienkurs ist allerdings deutlicher zurückgekommen. Was wohl weniger an China liegt, sondern vielmehr am deutlich reduzierten Ölpreis. Eigentlich verkehrte Welt, denn die DRAG produziert und verkauft gar kein Öl, sondern sie sitzt auf einem riesigen Berg an Geld (und möglichen Steuererstattungen), den sie gerade in neue Öl- und Gasprojekte investiert. Und diese Projekte kosten aufgrund des Preisverfalls momentan so wenig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Billig kaufen, teuer verkaufen, das ist Erfolgsgeschichte der Kaufleute. Und die DRAG hält sich genau daran. Nur die Anleger nicht. Bisher. Naja, ich habe Geduld und freue mich schon auf den Zeitpunkt, wenn die Deutsche Rohstoff wieder aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt wird. Sehr schön ist übrigens eine Darstellung aus der HV-Präsentation: die DRAG ist die einzige Aktie im Rohstoffbereich, mit der Anleger in den vergangenen Jahren an der Börse gut Geld verdienen konnten. Denn obwohl der Aktienkurs um einiges unter seinen Höchstständen notiert, liegt er auf 5-Jahressicht doch deutlich vorne.

+ KCAP Financial Inc.
KCAP Financial (ehemals Kohlberg Capital Corp.) wurde 1987 von Jerome Kohlberg gegründet, nachdem der Namensgeber von KKR (Kohlberg Kravis Roberts) dort ausgestiegen war. KCAP ist eine Private Equity Firma, die vor allem kleine und mittlere nicht-börsennotierte US-Unternehmen mit Eigen- und Fremdkapital finanziert. Wenn man sich den Kursverlauf der Aktie ansieht, bekommt man das kalte Gruseln: es scheint nur bergab zu gehen. 2013 notierte die Aktie nahe 9 EUR, im März auf einem Zwischenhoch bei 7 EUR und heute habe ich mir eine kleine Position zu 4,64 EUR ins Depot gelegt. Es gibt einige Analysten, die den Wert covern, einige sagen "halten", zwei sagen "verkaufen". Keiner mag die Aktie. Dabei hat KCAP gerade erst wieder eine Quartalsdividende von  21 US-Cents ausgeschüttet. Richtig gelesen, das ergibt auf dem aktuellen Kursniveau eine Dividendenrendite aufs Jahr hochgerechnet von mehr als 15%. Wie die Dividendenhistorie zeigt, fielen die Quartalsdividenden von 28 US-Cents in 2013 über 25 US-Cents in 2014 auf die nun aktuellen 21 US-Cents. Und es ist etwas mehr, als KCAP in diesem Jahr an Gewinn erzielen wird - man könnte also sagen, die Dividende wird zu einem kleinen Teil aus der Substanz ausgeschüttet. Was mir ja so gar nicht schmeckt. Normalerweise... Meine erste Vermutung war, das KCAP sich stark im Öl- und Gasbereich exponiert hätte, aber darin liegen nur 6% der investierten Gelder. Und als "uneinbringlich" ist nur eine einzige Position eingestuft, gerade mal 1% des Portfolios. Und die Bewertung? Die selben Analysten, die die Aktie mit Halten und Verkaufen einstufen, erwarten ein Jahresergebnis von 72 US-Cents je Aktie - ergibt ein KGV von 7. Bei einer Dividendenrendite von 15%. Egal, was ich hier übersehen habe, diese Konstellation erscheint mir doch so verlockend, dass ich in das "fallende Messer "gegriffen habe und gespannt auf die Ergebnisse zum 2. Quartal warte, die KCAP am 5. August nach US-Börsenschluss präsentieren will.

.: Cashquote
Meine Cashquote ist trotz der eingegangenen Dividendenzahlung der DRAG weiter geschrumpft und nähert sich der 10-Prozent-Marke. Angesichts der Jahreszeit mit den bevorstehenden "schaukeligen Herbstwochen" eine eher ungewöhnliche Situation für mich. Andererseits muss man als Langfrist-Investor die Gelegenheiten dann ergreifen, wenn sie sich bieten. Und die üppigen Dividenden, wie z.B. bei Blackstone, schaufeln ja auch wieder ordentlich Cash aufs Konto, ohne dass ich etwas dafür tun - oder gar verkaufen - müsste.