Montag, 30. April 2012

AdCapital: 50% Ausschüttung, steuerfrei

Die Beteiligungsgesellschaft AdCapital hat heute Details zu ihrer Neustrukturierung und den hierdurch frei werdenden Finanzmitteln mitgeteilt. Die bisherige Beteiligungs- und Asset-Management-Gesellschaft ist jetzt eine Industrieholding mit den Schwerpunktbranchen Elektrotechnik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Maschinen- und Werkzeugbau sowie Automotive. Das Unternehmen konzentriert sich in Zukunft darauf, seinen Beteiligungen mit seiner langjährigen Erfahrung bei der strategischen Entwicklung von Unternehmen zur Seite zu stehen, beispielsweise bei der Expansion oder Internationalisierung.

Durch diese Neuausrichtung wird Liquidität frei, die an die Aktionäre ausgezahlt werden soll. Der Aufsichtsrat beschloss, der Hauptversammlung eine Höhe der Ausschüttungen von 84,9 Mio. EUR vorzuschlagen. Dies entspricht 6,23 EUR je zum Bezug der Ausschüttung berechtigter Aktie. Ermöglicht wird die Ausschüttung in dieser Höhe durch eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln durch Umwandlung der Kapitalrücklage durch eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und eine sofortige Kapitalherabsetzung. Beide Beschlüsse, Kapitalerhöhung um 82 Mio. EUR und Kapitalherabsetzung um 85 Mio. EUR, werden am 22. Juni 2012 der Hauptversammlung zur Abstimmung vorgelegt. Die Kapitalherabsetzung erfolgt dabei zum Zwecke der Rückzahlung von Teilen des Grundkapitals an die Aktionäre in Form der angekündigten Barausschüttung von 84,9 Mio. EUR.

Der Lohn der Mühen? Die Kapitalrückzahlung unterliegt, anders als eine Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn, nicht der Kapitalertragsteuer. Die Aktionäre erhalten die Ausschüttung von 6,23 EUR also steuerfrei!

Im Gegenzug werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 22. Juni 2012 vorschlagen, den Bilanzgewinn in Höhe von 5,6 Millionen Euro nicht auszuschütten, sondern auf neue Rechnung vorzutragen. Was nichts anderes bedeutet, als dass die eigentlich anstehende Dividende von 0,50 EUR je Aktie für dieses Jahr entfallen wird als "Tausch" gegen die 6,23 EUR aus der Sonderausschüttung.

Einziger Wermutstropfen: während die Dividende bereits im Juni 2012 fällig gewesen wäre, darf die Sonderausschüttung erst 6 Monate nach Eintragung der Kapitalherabsetzung vorgenommen werden. Also voraussichtlich im Februar 2013.

Geht man vom heutigen Kurs von gut 12 EUR aus, wird die Sonderausschüttung also eine Rendite von 50% abwerfen. Da diese sich im Kurs niederschlagen wird, wäre die Aktie "ex" mithin noch etwa 5,75 EUR teuer - und wird die bisherige Dividendenzahlung von 0,50 EUR dann ab dem Geschäftsjahr 2012 wieder aufgenommen, betrüge die Dividendenrendite stolze 8,7%.

Die Neuausrichtung hin zu einem Beteiligungsunternehmen wie Gesco oder Indus verspricht einiges an Potenzial und die Auschüttung sowie die zu erwartende Dividendenrendite ab dem Geschäftsjahr 2013 sind weitere Argumente für die AdCapital-Aktie - jendenfalls für Anleger mit mittel- und langfristigem Anlagehorizont.

Börsenweisheit der Woche 18/2012

"Chartlesen ist eine Wissenschaft, die vergebens sucht, was Wissen schafft".
(André Kostolany)

Sonntag, 29. April 2012

H.P.I. Holding vermeldet weiteren Zukauf

Die H.P.I. Holding AG hat für ihre Beteiligungsgesellschaft August Berger Metallwarenfabrik GmbH innerhalb kürzester Zeit eine weitere Unternehmensakquisition abgeschlossen. Neben dem türkischen Spannringhersteller CEMSAN Metal Parca Imalat Ltd. zählt nun auch die italienische S.G.T. Srl in Albavilla zum Unternehmensportfolio, nachdem man 51% der Anteile sowie eine Kaufoption auf weitere 15% erworben hat. Auch dieses Unternehmen ist in der Produktion von Spannverschlüssen für Fässer tätig.

Diese Investition versetzt die August Berger GmbH, die bereits alleine mit rund 70% Marktanteil die Liste der europäischen Hersteller anführt, in die Rolle eines Weltmarktführers bei der Produktion und dem Vertrieb von Spannringen. Neben dem noch unerschlossenen Markt, sind vor allem die Produktionskapazitäten für kleinere Spannringe interessant, die Berger bisher noch nicht abdeckt. Die Kaufpreissumme, über die Stillschweigen vereinbart worden ist, wird seitens der H.P.I. Holding AG aus dem Ergebnis der laufenden Geschäftstätigkeit aufgebracht. So wird der Vorstand auch in diesem Jahr dem Aufsichtsrat wieder eine Dividendenzahlung empfehlen.

Montag, 23. April 2012

Börsenweisheit der Woche 17/2012

"Kaufe nie eine Aktie, wenn du nicht damit leben kannst, dass sich der Kurs halbiert".
(Warren Buffett)

Montag, 16. April 2012

Börsenweisheit der Woche 16/2012

"Manchmal ist es besser, eine Stunde über sein Geld nachzudenken, als eine Woche dafür zu arbeiten".
(André Kostolany)

Sonntag, 15. April 2012

H.P.I. Holding stärkt Spannringaktivitäten durch Zukauf

Eine der beiden Beteiligungen der H.P.I. Beteiligungen AG, der Spannringspezialist August Berger Metallwarenfabrik GmbH, vermeldete die Übernahme der CEMSAN Metal Parca Imalat Ltd. aus der Türkei. Einen entsprechenden Kaufvertrag über 60 Prozent Unternehmenserwerb mit einer Option auf Erhöhung hat die H.P.I. Holding AG in diesen Tagen mit Cemsan geschlossen. 40 Prozent verbleiben bei den bisherigen Eigentümern. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.

Für das Jahr 2012 wird eine Umsatzgröße von 4,5 Mio. Euro angepeilt und das Ergebnis vor Steuern liegt deutlich im zweistelligen Prozentbereich. Im laufenden Quartal soll im EU-Bereich noch ein weiterer Spannringhersteller erworben werden. Über die Übernahme-Modalitäten ist man mit dem Verkäufer bereits einig.

Montag, 9. April 2012

Börsenweisheit der Woche 15/2012

"Der dümmste Grund eine Aktie zu kaufen ist, weil sie steigt".
(Warren Buffett)

Sonntag, 8. April 2012

Villeroy & Boch: gute Zahlen für 2011, aber verhaltener Ausblick

Villeroy & Boch (WKN: 765723) hat gute Geschäftszahlen für 2011 präsentiert, doch der verhaltene Ausblick sorgt etwas für Ernüchterung. Demnach erwarte das Management für 2012 aufgrund des relativ verhaltenen Jahresstarts (Umsatzwachstum Jan-Feb: 1%) nur ein leichtes Umsatzwachstum auf 750 Mio. EUR bis 760 Mio. EUR. In den Folgejahren solle das Wachstum bei durchschnittlich 5% liegen. Die Ergebnisguidance sei mit +/- 15% (Wachstum ggü. 2011) sehr vage geblieben. Entsprechend dürfte das EBIT ohne Sondereffekte bei ca. 24 Mio. Euro bis 32 Mio. Euro liegen.

Doch gerade die Sondereffekte in Form von Grundstücksveräußerungen in Luxemburg und Schweden, die in den nächsten 2 bis fünf Jahren abgewickelt sein sollen, bringen Feuer in die Aktie, weil mit der Hebung erheblicher Bewertungsreserven zu rechnen ist und ggf. mit entsprechenden Ausschüttungen an die Aktionäre, nachdem kürzlich bereits die Dividende für 2011 auf 0,40 EUR verdoppelt wurde. Wie die Tagesordnung für die HV zeigt, will sich V&B sogar die Möglichkeit einräumen lassen, die selbst gehaltenen 1,68 Mio. eigenen Aktien als Sachdividende ("Gratisaktien") ausschütten zu können. Somit hat die Aktie fundamental einiges zu bieten. Nach einem EPS von 0,72 EUR in 2011 rechnet BÖRSE ONLINE unter konservativer Betrachtung mit 0,85 EUR in 2012. Für 2013 liegt die Schätzung derzeit bei 1,05 EUR. Daraus errechnet sich ein 2013er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,8. Auf Basis der Prognosen von Montega, bei der ein jährlicher Immobiliengewinn von zehn Mio. EUR für die nächsten vier Jahre unterstellt wird, kostet der Titel sogar nur das 3,8fache der 2013er-Schätzungen.

Montag, 2. April 2012

Börsenweisheit der Woche 14/2012

"An der Börse ist alles möglich. Auch das Gegenteil".
(André Kostolany)