Mittwoch, 24. Juni 2015

Datagroup mit alten und neuen Rekordaufträgen

Als ich Anfang 2012 die Datagroup AG als "IT-Holding mit Cloud-Phantasie" zum Kauf empfahl, steckte die Cloud noch in den Kinderschuhen und die Datagorup war mit einem KGV von etwas über 7 deutlich unterbewertet. Beides hat sich inzwischen geändert, die Cloud ist das Zukunftsthema in der IT-Branche und der Kurs der Datagroup hat sich von etwa 6 auf inzwischen 12 EUR verdoppelt. Und die Bewertung ist mit einem 2016er KGV von 11,5 auch nicht mehr deutlich zu niedrig, sondern auf einem höheren, aber für einen Wachstumswert durchaus noch attraktiven Niveau.

Nachdem Datagroup zuletzt starke Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentieren konnte, folgten in kurzen Abständen große Aufträge. Zunächst wurde man neuer IT-Dienstleister für die Sprint Sanierung GmbH, dann gewann man erneut einen IT-Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und heute konnte das Unternehmen die vorzeitige Verlängerung des Vertrags mit der Thales Deutschland vermelden.

 Datagroup (Quelle: comdirect.de)
Insbesondere der letzte Vertrag mit dem international tätigen Technologieunternehmen stellt den größten Auftrag der Firmengeschichte für die Datagorup AG dar und zeigt, dass Datagroup es versteht, sich in einem wettbewerbsintensiven Markt auch bei großen Playern durchzusetzen und mit seinen Produkten und Dienstleistungen zu punkten.

Datagroup befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und Anleger können guten Gewissens bei diesem Nebenwert engagiert bleiben und auf weitere Erfolge setzen, denn Datagroup wächst stark und steigert dabei noch seine Profitabilität.

Kommentare:

  1. Die Datagroup Bilanz stört sie nicht?

    Immaterielle Vermögenswerte (50,4 Mio) mehr als doppelt so hoch wie das Eigenkapital (22,2 Mio), kaum noch liquide Mittel vorhanden ... gefällt mir persönlich jetzt nicht so und macht die Aktie trotz der zahlreichen positiven Meldungen (Neuaufträge) heuer nicht so billig, wie es auf den ersten Blick aussehen mag.

    Droht da vielleicht in nächster Zeit eine Kapitalerhöhung, um weitere Zukäufe finanzieren zu können?

    P.S. Toller Blog, weiter so !!




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    1. Moin Herr Bollinger,
      die liquiden Mittel sind vor allem durch die letzten Unternehmenszukäufe gesunken, nicht weil DataGroup Probleme hätte. Der Cashflow weist jedenfalls nicht darauf hin und als Softwarehersteller und IT-Dienstleister hat DataGroup einen geringen Investitionsbedarf. Allerdings geht auch hier der Trend hin zu margenstarken, oft cloud-basierten, Verträgen, so dass DataGroup hier zunächst einmal in die (virtuelle) Infrastruktur investieren muss (einmalige Fixkosten), während die Erlöse dann wiederkehrend und regelmäßig eintrudeln und die Kosten nach und nach einspielen - und Gewinnbeiträge abliefern. Denn die Margen steigen ja bei DataGroup.

      Die relativ hohen immateriellen Vermögenswerte schrecken mich jetzt nicht unbedingt ab, da DataGroup ja eigene Softwareprodukte vertreibt und bei Kunden einsetzt, die haben natürlich einen Wert. Von den 50,4 Mio. EUR sind immerhin 40,5 Mio. als "Geschäfts- oder Firmenwert" angesetzt, eine Erhöhung um knapp 6 Mio. EUR jeweils. Das Eigenkapital hat um mehr als 6 Mio. EUR zugelegt von 21,3 auf 27,7 Mio. EUR. Unter dem Strich haben sich die Bilanzrelationen also sogar verbessert, obwohl die letzten Jahre eher mit der Integration von unrentablen Zukäufen und daraus resultierenden schwachen Margen zu kämpfen war. Seit diesem Jahr ziehen die Margen aber wieder deutlich an und haben bereits das Niveau von 2010/11 übertroffen.

      DataGroup ist nicht billig, aber eben auch nicht teuer. Für mich bei 12 EUR eine gute Halteposition. Sollte DataGroup noch weitere große Zukäufe planen, könnte dies auf eine KE hinauslaufen. Das ist jetzt aber Kaffeesatzleserei.

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  2. Alles richtig, Herr Kissig.

    Ich denke, das KGV ist bei DataGroup nicht so aussagekräftig.

    Man müsste hier besser den Enterprise Value von Datagroup statt der eigtl. Marktkapitalisierung nehmen, der ist dann um einiges höher. Im Gegenzug müsste man den Gewinn dann um nichtliquiditätswirksame Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, insbesondere Kaufpreisallokationen, bereinigen bzw. erhöhen (wie es einige deutsche Konkurrenten tun, in Amerika mit den ganzen pro forma Gewinnen ist das sogar Usus).

    Dann ergibt sich m.E. eine aussagekräftigere Bewertung. Teuer ist die Aktie auch dann nicht. Langfristig ein Kauf, mögliche KE hin oder her.

    Ich überlege noch, ob ich mir Datagroup oder Bechtle (Superbilanz, höheres KGV) aus der Branche zulegen werde ...

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