Samstag, 27. März 2021

Friedrich Vorwerk startet erfolgreich an die Börse und macht auch Mutter MBB glücklich

Es ist vollbracht: Friedrich Vorwerk hat sein IPO hinter sich gebracht und notiert nun eigenständig an der Börse. Der Emissionspreis war auf €45 festgelegt worden und damit im unteren Drittel der zuvor verkündeten Angebotsspanne.

Der erste Kurs wurde am 25. März mit €46,88 festgestellt, nachdem die insgesamt 9,2 Millionen Aktien zugeteilt worden waren. Zum Ausgabepreis wird das Unternehmen mit rund €900 Mio. bewertet, während Friedrich Vorwerk aus dem Börsengang selbst brutto €90 Mio. zufließen, mit denen das Unternehmen vor allem im Wasserstoff-Sektor expandieren will. Das Emissionsvolumen lag bei €414 Mio. und davon fließt ein Großteil in die Tasche von MBB, die Vorwerk erst im Juli 2019 übernommen hatten. Für den Anteil von 60% zahlte MBB €17,67 Mio. und direkt im Anschluss kaufte man noch Wettbewerber Bohlen & Doyen für weitere €5,6 Mio. Allerdings wurde erklärt, dieses Add-on würde über Vorwerk abgewickelt. woraus sich auch erklären dürfte, weshalb MBB in seinen Unternehmenspräsentationen im Februar seinen Anteil an Vorwerk mit 66,67% auswies: MBB dürfte also B&D als Sacheinlage in Vorwerk eingebracht und so seinen Anteil erhöht haben.

> Berichtigung aufgrund eines Leserkommentars vom 28.03.2021, 17:23: 
Der 66,67-prozentige Anteil von der MBB SE an der Friedrich Vorwerk Group SE ist dadurch entstanden, dass MBB und ALX/ CEO Kleinfeld jeweils ihre Anteile an der jetzigen Friedrich Vorwerk SE & Co KG per Sacheinlage in die Friedrich Vorwerk Group SE eingebracht haben (vgl. Unternehmensregister, Jahresabschlüsse 2019 und 2020 bzw. Wertpapierprospekt) und die Witwe des Firmengründers ihre Anteile weiter direkt hält (sie hat ihren 10-prozentigen Anteil an der KG nicht in die Friedrich Vorwerk Group SE eingebracht). Dadurch ist dieses komplexe Konstrukt entstanden. Und damit schlägt auch nicht das Ergebnis der KG zu 100% in die Friedrich Vorwerk Group SE durch, weshalb der Korrekturposten "Ergebnisanteile nicht beherrschender Gesellschafter" in der GuV des Jahres 2020 unterhalb des EBIT entstanden ist.

Wie hoch MBBs Anteil an Vorwerk nach dem Börsengang ist, steht noch nicht abschließend fest. Es gibt auch eine Greenshoe-Option, bei der ggf. weitere Aktien an Interessenten angegeben werden, so dass wir erst in einigen Tagen Gewissheit erlangen. Der MBB-Anteil an Vorwerk dürfte nun aber so um die 35% liegen.

> Ergänzung vom 03.04.2021, 19:36 
Der Greenshoe wurde vollständig ausgeübt. MBB hält nun noch 36% an Friedrich Vorwerk und hat für die insgesamt verkauften 4,8 Mio. Aktien brutto €216 Mio. (netto rund €200 Mio.) eingenommen.

Für MBB ist dies ein weiterer großer Erfolg. Man hat innerhalb von zehn Jahren nun schon zum dritten Mal sehr günstig ein werthaltiges Unternehmen gekauft (Claas, Aumann, Vorwerk), das man dann in nur wenigen Jahren zur Börsenreife geführt und seinen Einsatz vervielfacht hat. Und trotzdem noch einen Großteil der Anteile hält, obwohl man zusätzlich sehr viel Geld in die Kasse bekommen hat.

Viel besser und einen höheren Mehrwert für die eigenen Aktionäre als MBB kann man kaum schaffen. Daher ist und bleibt MBB eine meiner am höchsten gewichteten Langfristpositionen.

Disclaimer: Habe MBB auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Kommentare:

  1. Mbb und Friedrich Vorwerk beide im Depot.
    Mbb günstig bekommen, Vorwerk bei 47,50€
    Beide weglegen und sich freuen.

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  2. ...so wie bei Aumann...weglegen und freuen;-)...MBB sind begnadete Story Teller...minimaler Wasserstoff Anteil am Umsatz und dann als große Story verkaufen in Mitten eines irrationalen Wasserstoff Hypes...erinnert an die große Aumann Elektromobilität Story....wenn dann lieber MBB das Original, die wissen wenigstens wie man Kasse macht:-)

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  3. Hallo,
    obiges ist nicht ganz korrekt.
    Der 66,67%-ige Anteil von der MBB SE an der F Vorwerk Group SE ist dadurch entstanden, dass MBB und ALX/ CEO Kleinfeld jeweils ihre Anteile an der jetzigen Fr. Vorwerk SE & Co KG per Sacheinlage in die F Vorwerk Group SE eingebracht haben (läßt sich im Unternehmensregister, den JAen 2019 und 2020 bzw. dem Wertpapierprospekt entnehmen) und die Witwe des Firmengründers ihre Anteile weiter direkt hält (sie hat ihren 10%-Anteil an der KG nicht in die F Vorwerk Group SE eingebracht). Dadurch ist dieses komplexe Konstrukt entstanden. Und damit schlägt auch nicht das Ergebnis der KG zu 100% in die F Group SE durch. Deswegen ist Korrekturposten "Ergebnisanteile nicht beherrschender
    Gesellschafter" in der GuV des Jahres 2020 unterhalb des EBIT entstanden.

    Was den zukünftigen Anteil von MBB an der F Vorwerk Group SE angeht (angenommen, dass der Greenshoe voll gezogen wird und MBB und ALX zu gleichen Teilen abgeben) wird MBB's Anteil exakt 36 % an der F Vorwerk Group SE (sprich 7,2 Mio. Aktien) betragen.

    Tolle Website bzw. Blog! Immer wieder interessant und lesenswert.
    BG CampariOrange

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  4. Hallo Herr Kissig,

    wenn man sich mal die Unternehmenspräsentation anschaut und sich die zukünfigen Projekte vorstellt, steckt viel Phantasie im Unternehmen. Allerdings braucht man dazu sehr viel Kapital, um die Projekte zu verwirklichen. Noch viel wichtiger wird das Personal sein, das man dazu einstellen und ausbilden muss. Die 90 Mio. Bruttoemissionserlös werden dazu nicht allein reichen.

    Wenn man wirklich vorne mitspielen will, wird es in nächster Zeit einiges passieren müssen.

    MBB hat bisher klug agiert und Mehrwert geschaffen.

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