Freitag, 7. August 2015

Investor-Update: Blackstone, Deutsche Rohstoff, KCAP Financial, KKR

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

= Blackstone Group
Der Kurs der Blackstone-Aktien schwächelt die letzten Tage und reizt mich zum Nachkauf. Ich habe mich aber gegen eine Aufstockung entschieden, da Blackstone bereits mein mit Abstand größter Depotwert ist. Die Private-Equity-Branche halte ich allerdings weiterhin für sehr aussichtsreich und habe daher in diesem Bereich bei anderen Werten aufgestockt.

= Deutsche Rohstoff
Der Ölpreis hängt in den Seilen und mit ihm der Aktienkurs der DRAG. Auch hier habe ich nicht weiter aufgestockt, obwohl das Kursniveau dazu einlädt - die Position hat in meinem Depot inzwischen eine ausreichende Größe und nun muss ich mich in Geduld üben, bis meine Spekulation aufgeht. Denn man sollte bei aller Überzeugung niemals die weisen Worte des Ökonomen und erfolgreichen Börsen-Investors John Maynard Keynes vergessen: "Die Märkte können länger irrational bleiben als du solvent".

+ KCAP Financial Inc.
Der Kurs von KCAP Financial (ehemals Kohlberg Capital Corp.) hat nach Bekanntgabe der Zahlen zum zweiten Quartal weiter nachgegeben, weil die Zahlen leicht unterhalb der Erwartungen lagen. Ich habe heute meine kleine Position ausgebaut und verdoppelt, weil KCAP stark im Bereich der Unternehmensfinanzierungen für kleine und mittlere Unternehmen unterwegs ist und ich den Markt für CLOs als sehr aussichtsreich erachte. Es scheint momentan leichte Befürchtungen zu geben, was die Aussichten für CLOs angeht hinsichtlich der erwarteten Zinswende in den USA. Allerdings wird das kaum ein abruptes Ansteigen der Zinsen werden, sondern ganz sachte und über einen langen Zeitraum gestreckt vor sich gehen, daher sehe ich diese Befürchtungen als übertrieben an. Das Management von KCAP Financial wird sich darauf einstellen, immerhin sind sie seit mehr als 20 Jahren am Markt aktiv.

Exkurs zu Collateralized Loan Obligations (CLOs) 
Über zwei Tochtergesellschaften ist KCAP Financial im Markt für CLOs aktiv. Einerseits managend die Töchter für Kunden CLOs und verdienen an den Provisionen, andererseits hat KCAP selbst auch eigenes Geld bei diesen Töchtern investiert, um direkt am Erfolg der CLOs teilhaben zu können. 
Doch was sind dieses CLOs eigentlich? CLOs gehören zu den strukturierten Finanzprodukten und die haben bekanntlich seit der Finanzkrise 2008/2009 einen ganz miesen Ruf. Allerdings haben sie nichts mit den damaligen Problemauslösern zu tun, den "Ramsch-Krediten", also jenen fast schon ausfallgefährdeten Immobilienfinanzierungen, die zusammengefasst und an gutgläubige Investoren weiterverkauft wurden. CLOs sind damals stark in Mitleidenschaft gezogen worden, obwohl es kaum Ausfälle zu verzeichnen gab - allerdings ist der Markt ziemlich illiquide und in der Finanzkrise traf ein in die Höhe schnellendes Angebot auf eine kaum mehr vorhandene Nachfrage. Mit der Folge, dass die Kurse zusammenbrachen und der Markt austrocknete. Schlecht für die Investoren, die schnell an ihr Geld wollten, grundsätzlich unerheblich für alle anderen, insbesondere die Unternehmen, denen das Geld zur Verfügung gestellt worden war. Denn CLOs sind verbriefte Unternehmenskredite. In einem CLO werden bis zu 90 verschiedene Unternehmenskredite zusammengefasst (das ist die sog. Strukturierung) und dann Investoren zur Beteiligung angeboten. Diese können so in den höher verzinsten Markt der Unternehmensfinanzierungen einsteigen, ohne den Unternehmen direkt Geld leihen zu müssen. Die komplette Abwicklung, das Forderungsmanagement usw., wird vom CLO-Manager übernommen, wofür dieser natürlich eine Entlohnung erhält. Ein weiterer Vorteil ist, dass die CLOs das Risiko streuen, indem sie verschiedene Unternehmen, Branchen und Laufzeiten enthalten. 
Gegenüber einem Investment in klassische Unternehmensanleihen bieten CLOs den Vorteil, dass sie eine höhere Sicherheit aufweisen, da sie in der Regel mit den Unternehmenswerten besichert sind. Die sog. Wiedergewinnungsrate möglicher Ausfälle (also die Recovery Rate) liegt so etwa bei 60 bis 70 Prozent und bietet einen zusätzlichen Risikopuffer. Der Reiz für Investoren liegt darin, dass sie mit CLOs deutlich bessere Renditechancen wahrnehmen können als sie sonst am Kapitalmarkt für ihre Anlagen erzielen. Durch externe Ratings und die Verwaltung durch professionelle CLO-Manager sinkt das Risiko nochmals ggü. einem Direktinvestment. 
Dieses Geschäftsfeld, ist eines der drei Standbeine von KCAP Financial und über den Erwerb der Aktien des Unternehmens kann man nicht nur (indirekt) in CLOs investieren, sondern auch an der Verwaltung der CLOs mitverdienen.

+ KKR & Co. L.P.
Meinen vor einigen Wochen reduzierten Bestand an KKR habe ich wieder auf eine mittelgroße Position aufgestockt. Und das nicht ohne Grund, denn KKR hat einen ersten Schritt unternommen, seine Beteiligung First Data Corp. an die Börse zu bringen. KKR kaufte First Data im Jahr 2007 auf der Höhe des letzten Marktbooms in einer der bisher größten fremdfinanzierten Übernahmen - für 29 Mrd. USD, darunter 20 Mrd. an Fremdmitteln. In der Zwischenzeit hat KKR sein Engagement, auch zugunsten anderer PE-Firmen, deutlich reduziert auf 4,3 Mrd. USD, davon 1,3 Mrd. an Eigenmitteln.

Um zu bestimmen, ob KKR hier noch einen Reibach machen kann, muss man sich First Data mal etwas näher ansehen. First Data "ist ein Anbieter von E-Commerce Lösungen für den Zahlungsverkehr. Die Produkt- und Dienstleistungslinie von First Data umfasst die Dienstleistung für Geschäftsabwicklung, -bearbeitung; Kreditkarte, Debitkarte, Prepaidkarte, Geschenkkarte, Gehaltsabrechnung und andere vorausbezahlten Darbietungen; Schutz gegen Betrug und Authentifizierungslösungen; Dienstleistungen für elektronische Scheckannahme durch TeleCheck; Internet-Kommerz und bewegliche Zahlungslösungen", liest man bei Wikipedia. Der Umsatz im letzten Jahr betrug mehr als 11 Mrd. USD und weltweit werden 23.000 Menschen beschäftigt. Vergleichbare Konkurrenten, wie VISA oder MasterCard sind im letzten Jahr um 42% bzw. 30% im Wert gestiegen. In diesem Artikel auf Seeking Alpha wird First Data ziemlich gut beschrieben und auch Vergleiche angestellt zu VISA und MC. Auch wenn First Data eine erhebliche Schuldenlast zu tragen und operativ noch einiges an Verbesserungspotenzial zu bieten hat, dürfte sein IPO-Wert irgendwo zwischen VISA und MC anzusiedeln sein. Also zwischen 111 Mrd. und 184 Mrd. USD. Und auch wenn KKR heute nur noch Teile des Kuchens gehören, so mag sich jeder selbst ausmalen, was eine solche Bewertung bzw. Verkauf für KKR bedeuten würde. Denn KKR selbst wird aktuell mit 9 Mrd. USD an der Börse bewertet. Ein erfolgreiches IPO von First Data dürfte den Aktienkurs von KKR wohl in etwa so beflügeln wie ein Katapultstart...

.: Cashquote
Die beiden Zukäufe haben meine Cashquote auf 10 Prozent gedrückt, womit ich mich wegen der anstehende "miesen" Jahreszeit für Aktien nicht ganz wohl fühle. Ich werde mir also einige Gedanken über ein Re-Balancing im Depot machen...

Kommentare:

  1. Guten Abend Michael,

    eigentlich wollte ich heute dein Blog nicht mehr besuchen, weil der Tag bisschen stressig war, aber es hat sich wiedermal gelohnt!

    In KKR sind viele verstecke Milliarden, die nur auf einen Börsengang oder Verkauf warten. Alleine der Börsengang von First Date wird wahrscheinlich die Aktie beflügeln.

    Weißt Du wie viel der Anteil an First Date (noch) ist?





    D

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    1. Nein, First Data hat bei seiner SEC-Anmeldung für das IPO keine Angaben dazu gemacht, wie viel Prozente KKR noch an der Firma hält. Dieser Forbes-Artikel ist dennoch sehr lesenswert, weil er eine Menge an Informationen rund um KKR, First Data und das anstehende IPO enthält. Darin wird vermutet, dass KKR "irgendwas unter 10% halten dürfte".

      Interessant ist das KKR-Beteiligungsportfolio - was man da so alles findet. SONOS zum Beispiel, bei denen habe ich eine ganze Reihe von Soundgeräten gekauft. Freut mich, dass ich einen Teil davon über die KKR-Dividenden zurück bekomme. ;-)

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  2. Hallo Michael,
    ich verstehe nicht so ganz warum das First Data IPO grandios werden soll? Auf den ersten Blick ist es für mich nur ein Unternehmen das Verluste schreibt.
    Wenn ich mir den Q2 Bericht anschaue wurde ein Verlust von 26 Millionen$ verbucht. Er war zwar niedriger als im Vorjahresquartal, aber auch nur durch Sondereinnahmen durch einen Verkauf in Höhe von 80 Millionen $.

    Oder übersehe ich etwas?

    Danke & VG,
    Michael

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    1. Moin Michael,
      anders als VISA und MC hat First Data enorme Schulden zu schultern - die hatte KKR dem Unternehmen in bekannter PE-Manier aufgebürdet. Erst leiht sich die PE-Firma Geld für eine fremdfinanzierte Übernahme und anschließend lässt sie sich dieses Geld zügig vom übernommenen Unternehmen zurückzahlen. Die PE-Firma reduziert so zügig ihre eigenen Verbindlichkeiten und Zinsverpflichtungen, während die übernommene Firma diese Kosten nun zusätzlich erwirtschaften muss. Das geht nicht immer gut. Und bei First Data war die Schuldenlast beinahe zu groß, daher gab es letztes Jahr eine Art Umschuldung, bei der KKR und andere Geld in die Firma einbrachten, um die Schuldenlast zu senken.

      Wenn man also auf das EBITDA oder das EBIT schaut, sind das ja Ergebnisse vor Zinszahlung ("Interest") und hier muss sich First Data dann mit den anderen messen. Die große Chance für First Data besteht darin, die enorme Schuldenlast von 23 Mrd. USD günstiger zu finanzieren aufgrund niedrigerer Zinssätze und natürlich in Abbau der Schulden. Hier bieten sich für die Zukunft große Möglichkeiten, die Ergebnisse immer wieder zu verbessern. Daher glaube ich, dass das IPO ein Erfolg werden dürfte (was natürlich auch am dann festgelegten IPO-Preis liegt).

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  3. Hallo Michael,
    eine Cashquote von nur noch 10% finde ich auch eher am unteren Ende der Skala angesiedelt. Du schreibst ja selbst, dass Du keine Sicherungsgeschäfte für Dein Depot machst, sondern über eine erhöhte Cashquote bei Kurseinbrüchen gezielt zukaufen bzw. verbilligen möchtest. Das setzt natürlich voraus, dass Du auch genügend Cash auf dem Konto hast, sonst müsstest Du ja in den fallenden Markt hinein Aktien verkaufen, um Dir für andere Freiraum zu verschaffen. Und das erscheint mir ja kaum sinnvoll, oder?
    Allerdings hast Du die letzten Wochen ja auch stark zugekauft und Dir damit das Problem selbst eingebrockt, wenn ich das mal so sagen darf. Nicht böse gemeint. Bin gespannt, wie Du das Problem löst, ob Du mit 10% in den Herbst gehst, oder ob Du eine Position verkaufst oder zumindest Deinen Aktienbestand an der einen oder anderen Stelle reduzierst.

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    1. Moin Gerrit,
      ich tue mich echt schwer damit, meine Cashquote zu erhöhen. Nein, eher damit, Aktien zu verkaufen, um dieses Ziel zu erreichen. Aber da ich mich unwohl fühle mit "nur" 10 Prozent, muss es sein. Ich habe mich entschieden, meine Positionen in MBB und Steico zu veräußern, weil ich hier in nächster Zeit nicht mit großen Fortschritten rechne, weder operativ noch bei den Aktienkursen. Eigentlich sind beide Positionen weiterhin Haltepositionen für mich, weil ich mittel- und langfristig durchaus Potenzial bei beiden Unternehmen sehe - deshalb bleiben sie auch auf meiner Empfehlungsliste. Der Verkauf ist "nur" meiner Liquiditätssituation geschuldet. Und ja, Du hast recht, ich habe mir das durch meine vorherige etwas ausufernde Shoppingtour selbst zuzuschreiben, da hätte ich "einfach" etwas mehr Maß halten sollen, dann müsste ich das jetzt nicht korrigieren. ;-)

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  4. Die Analyse von Firmen macht durchaus Spass. Aber ich muss auch einmal sagen, dass ich mit einem simplen Zertifikat (oder ETF) auf den STOXX Europe Strong Value 20 Index eine ähnliche Performance erzielt habe als die Aktien auf deiner Empfehlungsliste. Ich habe es allerdings nicht genau nachgerechnet. Der Index bildet einfach die stärksten 20 Value Aktien von Europa ab.

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    1. Moin Michael,
      "es gibt immer jemanden, der schneller reich wird, als man selbst", sagt Charlie Munger. Und es wird immer Indizes geben, die sich besser schlagen als andere - ein ETF auf einen Value-Basket ist jedenfalls eine hervorragende Wahl für einen langfristig orientierten Anleger, keine Frage!

      Andererseits ist meine Empfehlungsliste hiermit kaum vergleichbar, denn sie ist ja kein Musterdepot. Sie enthält vielmehr die Auflistung der Werte mit ihren Aktienkursen zum Zeitpunkt der Erstempfehlung. Und da ist der älteste Werte Berkshire Hathaway aus 2001 und der jüngste KCAP Financial von letzter Woche. Die höchste Performance weist Aurelius auf, eine Empfehlung aus 2012, mit 339 Prozent Kursgewinn inkl. Dividendenausschüttungen. Und die schlechteste Empfehlung ist die DRAG mit 23 Prozent Kursminus.

      Selbst wenn man alle Empfehlungen gleich gewichten würde bzgl. der jeweiligen Kaufsumme, wären da noch die unterschiedlichen Kaufzeitpunkte. Um dies mit dem STOXX Europe Strong Value 20 Index annähernd vergleichen zu können, müsste man bei diesem also ebenfalls so tun, als würde man zum jeweiligen Zeitpunkt die stets gleiche Summe investieren - so würde man die Performance in etwa vergleichen können. Denn wie der Chart des Index zeigt, hat er sich zwar in den letzten Jahren toll entwickelt, aber zwischenzeitlich (fast das ganze Jahr 2013 hindurch) gab es auch kein Kurszuwächse. Den stärksten Anstieg gab es Anfang 2015.

      Ich werde mir nicht die Mühe machen, diese Vergleichsrechnung anzustellen. ;-) Wenn jemand Interesse daran hat und das tun möchte, stelle ich die Ergebnisse hier gerne ein. Ich bevorzuge das Direktinvestment in Aktien, weil ich mich ja an bestimmten Unternehmen beteiligen möchte, nicht bloß Aktien kaufe. Daher kommen ETFs für mich nicht infrage. Unerfahrene Anleger oder jene, die sich nicht allzu häufig um ihre Investments kümmern möchten, können damit allerdings auf einfache Weise einen der lukrativsten Investmentbereiche abdecken.

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  5. Ich kann vielleicht noch anfügen, dass es im Grunde genommen nur sehr wenige Value ETFs oder Index Zertifikate gibt, die so konzentriert auf Value Aktien setzen. Ich musste da recht lange suchen, bis ich diesen Index gefunden habe. Die meisten haben sehr viele Titel im Depot, dass es sich tatsächlich kaum mehr um einen Value Ansatz handelt. Daher ist Value Investing mit ETFs etc. sowieso recht schwierig.

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    1. Ja, eine Fokussierung auf die besten Werte ist auch meine Anlagephilosophie. Wenn man zu breit streut, kann man gleich den ganzen Markt kaufen.

      An dem von Dir genannten STOXX Europe Strong Value 20 Index würde mich aber stören, dass er zu stark auf die Schweiz ausgerichtet ist und auf den Finanzbereich, insbesondere Versicherungen. Speziell Letzteres ist für mich ein No-Go, weil ich die Versicherungsbranche, Rück- und Lebensversicherungen, für Value Traps halte, die vor enormen Problemen stehen. Und deren Kurse von diesen Problemen in den nächsten Jahren eingeholt werden und zwar ganz massiv. Da würde ich keinen Cent mehr investieren, auch nicht über ETFs oder Fonds.

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  6. Guten Morgen Michael,

    ich verfolge deinen Blog nun schon eine ganze Weile mit großem Interesse und großem Respekt.
    Erstmal meine Anerkennung dafür, ich finde dazu gehört sehr viel Disziplin und dein Blog spiegelt auch genau dein Verhalten zu den Aktien wieder, nach dem Motto; "wenn dann richtig"

    Ich habe seit einiger Zeit die Dialog Semicondactor auf dem Schirm, nun ist diese ja kräftig zurück gekommen. Ich halte das Unternehmen eigentlich für sehr interessant und gut aufgestellt, jedoch habe ich seitdem du nicht mehr in Apple investiert bist so meine Bedenken. Könnte Apple für Dialog dass sein was das I Phone für Apple ist!? Also eine zu starke Abhängigkeit!?
    Wie siehst du das?

    Mit besten Grüßen aus der Eifel

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    1. In Chiphersteller habe ich nie investiert, weil mir die Branche viel zu zyklisch ist. Bei Dialog Semiconductor gibt es allerdings eine große Besonderheit, die Du ja selbst angesprochen hast: die Abhängigkeit vom iPhone bzw. Apple. Vor einigen Tagen gab es auf "The Motley Fool" diesen interessanten Artikel über Dialogs (vermeintliche) Abhängigkeit von Apple. Die darin genannten Zahlen zeigen die Chancen und Risiken klar auf!

      Dialog macht 79% seiner Umsätze mit nur einem Kunden, höchstwahrscheinlich Apple. Das enorme Risiko kann sich auf zwei Arten konkretisieren:

      1. Das Iphone floppt - dann erleidet Dialog Umsatz- und Gewinneinbußen, vermutlich signifikant.
      2. Apple wählt einfach einen anderen Zulieferer - Dialog würde drei Viertel seiner Umsätze verlieren und wohl enorme Verluste schreiben. Wenn nicht gar direkt pleite gehen.

      Der Aktienkurs von Dialog notiert trotz des jüngsten Rücksetzers immer noch bei mehr als dem Vierfachen des Kurses von vor drei Jahren. Der Erfolg des Iphones ist auch hier klar abzulesen. Für mich sind die Risiken substanziell und so gravierend, dass ich keinen Cent in die Aktie stecken würde. Denn das Risiko ist exponentiell höher als die Chancen.

      "Ein Investment liegt immer dann vor, wenn nach einer gründlichen Analyse in erster Linie Sicherheit und erst im Anschluss daran eine zufriedenstellende Rendite steht."
      (Benjamin Graham)

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  7. Heute kam die Nachricht, das Wall Street Journal gehe davon aus, dass beim First Data IPO wohl anstatt bisher angenommener 2,5 Mrd USD eher 3 Mrd. USD erzielt werden dürften. Das würde First Data mit nahezu 25 Mrd. USD bewerten, was dem vor vielen Jahren mal eingesetzten Kapital von KKR, das bei rund 30 Mrd. USD lag, schon ziemlich nahe käme. Zwischenzeitlich habe KKR sein FD-Investment mal bereits auf 60 Cents je Dollar abgewertet gehabt...

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