Dienstag, 26. März 2019

Mitarbeiteraktien: Warum Angestellte unbedingt Aktien haben sollten...

Die Deutschen setzten auf Erwerbsarbeit und auf Sparbuchzinsen. Angesichts von Negativzinsen ist das Sparbuch offensichtlich eine ganz miese Idee, aber es spricht nichts dagegen, für Geld zu arbeiten. Es kommt eben darauf an, was man dann mit diesem Geld anstellt. Und das macht einen großen Unterschied.

Einfach gedacht bekommen Arbeiter und Angestellte für ihre Erwerbstätigkeit einen Lohn/Gehalt, aber das ist weniger, als sie erarbeitet haben. Denn ein Teil des von ihnen erwirtschafteten Ertrags fließt an das Unternehmen, das sie beschäftigt. Für die meisten Deutschen ist hier schon das Ende des Geldes erreicht. Leider. Doch andere sind etwas cleverer...

»Es gibt tausend Möglichkeiten, Geld loszuwerden, aber nur zwei, es zu erwerben: entweder wir arbeiten für Geld oder das Geld arbeitet für uns.«
(Bernard Baruch)

Wenn wir verstanden haben, dass nicht alles erarbeitete Geld an uns fließt, sondern ein Teil einbehalten wird, können wir ja auch darüber nachdenken, wie wir an diesen zweiten Teil kommen. Lenins Antwort war Revolution, aber wie grandios das gescheitert ist, kann jeder in den Geschichtsbüchern nachlesen. Lenins Erben heißen nämlich Putin, Lukatschenko, Maduro und sind "gewählte" Diktatoren, die das Volk nach Strich und Faden ausbluten und sich möglichst viel in die eigene Tasche stecken. Aber das ist eine andere Geschichte. Zum Glück gibt es auch einfachere und unblutigere Wege, um an mehr Geld zu kommen...


Reden wir über Aktien. Mitarbeiteraktien!

Ich denke hier an so ein Konstrukt, das nennt sich Mitarbeiteraktie. Dabei geben Aktiengesellschaften ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, vergünstigt Aktien des eigenen Unternehmens zu kaufen. Finde ich einen sehr schlaue Idee! Erstmal kann ich etwas für vielleicht nur 70 Cents kaufen, was aktuell an der Börse für 100 Cents verkauft wird. Relativ gesehen also ein Schnäppchen. Und dann beinhaltet eine Aktie ja auch noch einen Anteil am Unternehmensgewinn. Und der speist sich... genau, aus dem Abschöpfen des Mehrertrags seiner Mitarbeiter.

Ist ein Mitarbeiter also zusätzlich noch Aktionär seines Arbeitgebers, fließt ihm auf diese Weise ein zusätzlicher Teil seines erwirtschafteten Geldes zu. Er erhält insgesamt also einen höheren Anteil von seiner erbrachten Arbeitsleistung als ein Arbeitnehmer ohne Mitarbeiteraktien.

»Wenn du keinen Weg findest, Geld zu machen während du schläfst, wirst du bis an dein Lebensende arbeiten müssen.«
(Warren Buffett)

Es ist also clever, Aktien an (s)einem Unternehmen zu halten!

Spätestens hier stürmen die Mahner die Bühne und verkünden, Mitarbeiteraktien seien Teufelszeug! Sie würden ein Klumpenrisiko für den Arbeitnehmer darstellen und diesen in eine total einseitige Abhängigkeit führen. Er sei von seinem Arbeitgeber ja bereits stark abhängig, weil er hier sein Arbeitseinkommen bezieht und gefeuert werden kann oder das Unternehmen könnte einfach pleite gehen. Dann stünde er ohne Einkommen da - und wäre er bei der Pleite auch noch durch Aktien an diesem Unternehmen beteiligt, wäre er seine Ersparnisse auch gleich noch los. Autsch, das schmerzt gleich doppelt.

Daher ist diese Kritik nicht unberechtigt, allerdings springt sie deutlich zu kurz. Denn es gibt eine ganz einfache Methode, dieses Risiko zu reduzieren: man setzt nicht nur auf das eigene Unternehmen und die von diesem abgeschöpften Arbeitsentgelte der Kollegen, sondern man streut sein Risiko und kauft auch jeweils ein paar Aktien von Unternehmen, bei denen z.B. die eigenen besten Freunde arbeiten. Geht eine dieser Firmen pleite, sind die anderen nicht gleich mit betroffen. Und das Risiko, seinen Arbeitsplatz und damit sein Einkommen zu verlieren, das hat man auch, wenn man kein Aktionär ist. Dies ist hier also kein Risikoerhöhungsfaktor, sondern das latente Lebensrisiko eines jeden Angestellten.

Die Konsequenz aus diesen Überlegungen ist, dass man gleich auf mehrere unterschiedliche Aktien zurückgreifen könnte und so nicht nur von der eigenen Arbeitskraft den Nutzen zieht, sondern auch ein wenig von der Leistung von anderen. Was uns zu Bernard Baruch führt, der schlau anmerkte, es gäbe nur zwei Methoden Geld zu verdienen: entweder man arbeite für Geld, oder das Geld arbeite für uns. Tja, wer als Angestellter Aktien hält, hat beides. Und das finde ich ausgesprochen clever...

Anders ausgedrückt: Wer Aktien kauft, ist wirklich clever. Wer nicht, der nicht. Wirklich!


Mein Lese-Tipp
▶ "Bernard M. Baruch. Der Weg einer Wall Street-Legende" von James Grant

Kommentare:

  1. Hallo,
    guter Artikel. Ich bin der Meinung, das Börsennotierte Unternehmen, Aktien statt Geld als Jahresboni anbieten sollten, gerade solche Firmen, wie VW, Daimler usw.
    Das würde auch die Aktienkultur in Deutschland mehr in den Fokus rücken.
    Aber wehe es droht mal ein Rückschlag.. dann geht's bei Maischberger, Plasberg & Co. wieder los..

    Grüße
    Joe

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  2. Man schaue mal, welch eine Mitarbeiterbindung zB bei Google durch die Ausgabe von Employer Stocks erzeugt wird. Von solchen Leuten fragt doch keiner nach einer 35-Stunden-Woche und mildtätigen VL-Zusagen, weil man damit ja 0,37 € im Monat Lohnsteuern sparen kann. Solche Leute geben einfach GAS weil sie Miteigentümer ihres Arbeitgebers sind!

    Beste Grüße
    Patric

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  3. Guter und richtiger Artikel. Die Summe der Kapitaleinkünfte ist im Vergleich zur Summe der Arbeitseinkünfte seit Jahren immer mehr gestiegen. Mitarbeiteraktien sind eine gute Lösung zur Beteiligung der Arbeiter, schließen aber weite Teile der arbeitenden Bevölkerung, insb die Angestellten und Beamten im öffentlichen Dienst aus. Eine Verbesserung der Aktienkultur in Deutschland wäre über die bessere steuerliche Behandlung und durch frühzeitige Information unserer Kinder im Schulunterricht möglich.

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  4. Wirtschaft und Börse gehören absolut in den Schulunterricht.

    Was die Mitarbeiteraktien betrifft...
    Wenn ich für eine Firma arbeite an der ich nicht beteiligt sein will, wäre das wohl ein Armutszeugnis, ich würde mir und meiner Arbeit ein schlechtes Zeugnis ausstellen..

    Joe

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  5. Beamte brauchen auch bitteschön keine zusätzlichen Alimente da sie sowieso schon zu 100 % von umverteilten Steuergeldern leben!

    Wenn man alle Bruttogehaltszettel um jegliche(!) Steuern bereinigen würde, stünde da bei "normalen" Arbeitnehmern eine Zahl, die ca. 40 % höher als heute ausfällt. Bei Beamten dagegen stünde dort dann eine (schwarze) NULL! Das muss man einmal auf sich wirken lassen...

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    1. Der Verfasser der Beamtenschelte ist hier offensichtlich im falschen Blog gelandet. Seine Antwort erfordert eigentlich einen Beitrag ins Phrasenschwein für Vorurteile. Vor einer voreiligen Antwort sollte er sich erst mal über den Unterschied von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen klar werden und dann einen geeigneteren Blog suchen.
      Danke.

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    2. Bevor man anderen Vorurteile vorwirft sollte man mal vorher in den Spiegel schauen. Kleiner Denksnstoss: Berechne bitte mal den Sozialversicherungsbeitrag auf eine Lohnbasis von 0€. Bin gespannt auf das Rechenergebnis, aber ich habe eine starke Vermutung, was da raus kommt. Der Kommentar „basht“ auch nicht die Beamten, sondern legt lediglich offen, dass ohne staatliche Umverteilung kein einziger Beamter bezahlt werden kann. Das sollte eigentlich selbsterklärend sein. Wenn ich mal etwas mehr Zeit finde, suche ich dazu gern einen sehr erhellenden Videobeitrag heraus. Lieben Gruß an alle Beamten�� Viele meiner engsten Freunde zählen dazu!

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  6. Herzlichen Glückwunsch zu diesem interessanten Artikel !

    Ich finde es durchaus sinnvoll als Arbeitnehmer Aktien des eigenen Unternehmen zu haben. So bekommt man neben der Erfolgsbeteiligung auch einen zusätzlichen Anreiz für Einsatz im Unternehmen. Die Frage ist zu welchem Preis der Arbeitnehmer die Aktien kaufen kann. Hier ist weniger der Börsenpreis, sondern der innere Wert entscheidend. Es geht um die Frage, ob ich 1 € Unternehmenswert für mehr oder weniger als 1 € kaufen kann.

    Aus meiner Sicht könnten sich viele Manager und Konzernchefs deutlich stärker am eigenen Unternehmen beteiligen, d.h. Aktien kaufen (und nicht über Optionen geschenkt bekommen). So wäre ihr finanzielles Wohlergehen zu einem größeren Anteil mit dem Erfolg des Unternehmens verbunden. Damit wäre ein größerer Anreiz geschaffen im Sinne des Unternehmens und dessen Aktionären zu handeln.

    Viele Grüße
    Christian

    www.aktien-kompakt.com

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