Montag, 30. Januar 2012

Börsenweisheit der Woche 05/2012

"Kaufe billig, verkaufe nie".
(Warren Buffett)

Samstag, 28. Januar 2012

Dividende / Dividendenrendite

Dividenden sind der Anteil am Gewinn eines Unternehmens, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. In Deutschland erfolgt dies üblicherweise einmal im Jahr, in den USA sind auch halb- oder vierteljährliche Dividendenausschüttungen gängige Praxis. Dort schwanken die Dividendenhöhen auch stärker als in Deutschland, weil hierzulande einer kontinuierlichen und verlässlichen Dividendenpolitik der Vorzug gegeben wird. Deshalb werden in besonders erfolgreichen Jahren auch zuweilen einmalige Boni gezahlt und als solche gekennzeichnet, um nicht im nächsten Jahr die Dividenden wieder senken zu müssen.

Die Dividende wird von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Vorstands festgelegt und beträgt zumeist zwischen 40% und 60% des Jahresgewinns des Unternehmens. Der Rest verbleibt im Unternehmen und erhöht so nicht nur den Unternehmenswert, sondern stellt der Firma auch Investitionsmittel zur Verfügung.

Am Tag der Dividendenzahlung wird die Bruttodividende vom Börsenkurs abgezogen (sog. Dividendenabschlag), so dass dieser zumeist ein deutliches Minus aufweist. Nicht selten fängt sich der Kurs aber ziemlich schnell, da Anleger auf dem verbilligten Niveau gerne zugreifen. Denn die Dividendenzahlung muss ja von Privatpersonen pauschal versteuert werden ("Abgeltungssteuer"), während Kapitalgesellschaften erhaltene Dividendenzahlungen zumeist steuerfrei vereinnahmen können.

Je nach Höhe des Börsenkurses, ergibt sich in Verbindung mit der Nettodividende eine Dividendenrendite. Sie errechnet sich so:

Dividendenrendite  = Dividende : Aktienkurs x 100.

Freitag, 27. Januar 2012

Was ist... die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung von Unternehmen. Dividenden sind der Anteil am Gewinn eines Unternehmens, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. In Deutschland erfolgt dies üblicherweise einmal im Jahr, in den USA sind auch halb- oder vierteljährliche Dividendenausschüttungen gängige Praxis. Dort schwanken die Dividendenhöhen auch stärker als in Deutschland, weil hierzulande einer kontinuierlichen und verlässlichen Dividendenpolitik der Vorzug gegeben wird. Deshalb werden in besonders erfolgreichen Jahren auch zuweilen einmalige Boni gezahlt und als solche gekennzeichnet, um nicht im nächsten Jahr die Dividenden wieder senken zu müssen.

Die Dividende wird von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Vorstands festgelegt und beträgt zumeist zwischen 40% und 60% des Jahresgewinns des Unternehmens. Der Rest verbleibt im Unternehmen und erhöht so nicht nur den Unternehmenswert, sondern stellt der Firma auch Investitionsmittel zur Verfügung.

Am Tag der Dividendenzahlung wird die Bruttodividende vom Börsenkurs abgezogen (sog. Dividendenabschlag), so dass dieser zumeist ein deutliches Minus aufweist. Nicht selten fängt sich der Kurs aber ziemlich schnell, da Anleger auf dem verbilligten Niveau gerne zugreifen. Denn die Dividendenzahlung muss ja von Privatpersonen pauschal versteuert werden ("Abgeltungssteuer"), während Kapitalgesellschaften erhaltene Dividendenzahlungen zumeist steuerfrei vereinnahmen können.

Je nach Höhe des Börsenkurses, ergibt sich in Verbindung mit der Nettodividende eine Dividendenrendite. Sie errechnet sich wie folgt:

Dividendenrendite  = Dividende : Aktienkurs x 100.

Je höher die Dividendenrendite, desto attraktiver ist die Aktie im Vergleich mit anderen Anlageformen, wie Festgeld, Pfandbriefen oder Obligationen.

Die Dividende ist also aus Sicht des Aktionärs die Verzinsung auf das von ihm eingesetzte Eigenkapital. Dabei ist eine hohe Dividendenrendite attraktiver als eine niedrigere, denn sie konkurriert mit anderen Anlageformen, wie Festgeld, Schatzbriefen oder Anleihen. Und dabei ist nicht sicher, ob und in welcher Höhe die Dividenden anfallen, denn sie sind ja stark davon abhängig, wie gut die Geschäfte des Unternehmens im vergangenen Jahr verliefen. Neben der Rendite selbst gehört zur Einschätzung also auch, ob das Unternehmen weiterhin auf gleichem oder besser noch erhöhtem Niveau Gewinne erwirtschaften kann. Zwar können einzelne schlechtere Jahre mal durch die Verwendung von Rücklagen aufgefangen werden, aber eine sich nachhaltig verschlechternde Ertragslage wirkt sich zwangsläufig auch auf die Höhe der Dividende und den Börsenkurs aus.

Dividenden sind nur ein Faktor bei der Bewertung von Unternehmen für die Aktienanlage. Allerdings kann man mit ihnen auch ein "zweites Einkommen" generieren, indem man gezielt Aktien mit hohen Dividendenrenditen für seine langfristige Aktienanlage auswählt und dabei auch berücksichtigt, wann die jeweiligen Ausschüttungen erfolgen. Die meisten Unternehmen halten zwischen Mai und August ihre Hauptversammlungen ab und schütten dem entsprechend die Dividenden aus.

Für Anleger, die ihren Fokus besonders auf hohe und nachhaltige Dividendenausschüttungen legen, gibt es spezielle Dividendenstrategien, wie die "Dogs of the Dow", die "Low-Five" oder die "Foolish Four". Fester Bestandteil solcher Strategien sind die sog. Dividendenaristorkraten, also Unternehmen, die bereits seit Jahrzehnten konstante oder gar steigende Dividenden auskehren.

Montag, 23. Januar 2012

Börsenweisheit der Woche 04/2012

"Niemand war je in der Lage, die Börse vorherzusagen. Es ist eine totale Zeitverschwendung. In der von Forbes veröffentlichten Hitparade der Reichen der Welt war noch nie ein Börsentiming-Experte vertreten."
(Peter Lynch)

Montag, 16. Januar 2012

Börsenweisheit der Woche 03/2012

"Konzentrieren Sie Ihre Investments. Wenn Sie über einen Harem mit vierzig Frauen verfügen, lernen Sie keine richtig kennen."
(Warren Buffett)

Dienstag, 10. Januar 2012

MPH Mittelständische Pharma Holding AG - hohe Dividende lockt

Firmenportrait
Die in Berlin ansässige MPH Mittelständische Pharma Holding AG beteiligt sich an oder gründet und entwickelt Unternehmen, die auf Wachstumssegmente im Human- und Veterinärbereich des Pharmamarktes konzentriert sind. Das Portfolio der MPH setzt sich aus den Unternehmen HAEMATO PHARM AG und der 2010gegründeten HAEMATO Vet GmbH zusammen.

Die MPH baut die Tochterfirma Haemato Vet GmbH für veterinär-medizinische Produkte sowie Ergänzungsfuttermitteln erst auf. Die Tochterfirma Haemato Pharm AG (re)-importiert Medikamente, die in anderen EU-Ländern um im Schnitt 25 Prozent günstiger angeboten werden als in Deutschland. Diese Präparate werden neu verpackt und an Apotheken verkauft. Diese sind per Gesetz verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arzneimittel aus Importquellen zu beziehen. Die Zahl der zugelassenen (Re)-Import-Medikamente hat sich im Jahresvergleich auf 507 mehr als verdoppelt. Das zweite Standbein bildet der Vertrieb von Nachahmer-Medikamente und die dritte Säule bildet die verstärkte Expansion in das EU-Ausland.


Finanzkennzahlen

 Kurs der Vorzugsaktien am 10.01.2012: 2,65 €

 Eigenkapital (wirt. Bilanz 2010): 40,6 Mio. €
 Anzahl der Aktien: 19,02 Mio. Stück
 Streubesitz: 16,5% (Magnum AG; 54,59% / Windsor AG: 28,91%)
 Marktkapitalisierung: 50,4 Mio. €

Umsatz 12e | 11e | 10: 174,9 Mio. € | 143,9 Mio. € | 112,4 Mio. €
EBIT 12e | 11e | 10: 14,5 Mio. € | 12,13 Mio. € | 9,1 Mio. €
EPS 12e | 11e | 10: 0,29 € | 0,25 € | 0,24 €
Dividende 12e | 11e | 10: 0,27 € | 0,21 € | 0,20 €

KGV 12e: 9,30
Div.Rendite 11e: 10,19%
EK-Quote: 73,92%
EK je Aktie: 2,13 €


Geschäftsentwicklung
Im 3. Quartal 2011 konnten die Umsätzedeutlich um +31,2 % auf 106,98 Mio. EUR (9M/10: 81,51 Mio. EUR) angehoben werden und das vor dem Hintergrund des im Jahr 2010 eingetretenen GKV-Änderungsgesetzes, wonach die Herstellerrabatte von 6,0 % auf 16,0 % angehoben wurden.

Der Generikabereich weist aufgrund seiner höheren Wertschöpfung höhere Ergebnismargen auf. Die Ergebnisentwicklung des laufenden Geschäftsjahres 2011, die mit einer EBIT-Steigerung von +4,8 % auf 9,21 Mio. EUR (8,79 Mio. EUR) einhergeht, ist dabei sowohl auf einen höheren Umsatzanteil des Segmentes Parallelimporte zurückzuführen, als auch auf die Erhöhung der Herstellerrabatte, die zu einem Rückgang der Umsätze geführt hat. Dieser Rückgang konnte dabei kostenseitig nicht vollumfänglich aufgefangen werden.

Die Analysten der GBC AG gehen von folgenden Zahlen aus: Auf Gesamtjahresbasis 2011 sollte die Gesellschaft ein Umsatzniveau von 143,89 Mio. EUR und ein EBIT von 12,21 Mio. EUR erreichen. Bei einer anhaltenden Dynamik scheinen für 2012 Umsätze von 179,86 Mio. EUR und ein EBIT von 14,51 Mio. EUR als realistisch.


Meine Einschätzung
MPH ist in einem relativ konjunkturresistenten Markt tätig und das sehr erfolgreich. Die Zahlen 2011 verheißen nur leichtes Wachstum, allerdings muss hier der von 6% auf 16% erhöhte Zwangsrabatt der GKV berücksichtigt werden, ohne den das Wachstum deutlich stärker ausgefallen wäre. Die Bruttorendite von MPH liegt bei 9%.

Sehr aktionärsfreundlich ist die Dividendenpolitik. Die an der Börse notierten Vorzugsaktien erhalten eine deutlich höhere Dividende als die Stammaktien und bei einer für 2011 beinahe unverändert erwarteten Dividendenausschüttung ergibt sich auf dem aktuellen Kursniveau eine Dividendenrendite von gut 10%.

MPH gelingt es, sich in seinen Geschäftsfeldern zu behaupten und diese auszubauen. Dazu kommt in absehbarer Zeit das Geschäft der noch recht jungen Tochter im Veterinärbereich, so dass von einem deutlichen Umsatz- und Ergebniswachstum ausgegangen werden kann. Größter Unsicherheitsfaktor stellen wohl die in Deutschland politisch gesetzten Rahmenbedingungen dar. Diese haben erheblichen Einfluss auf die Geschäfte der MPH. Die drohende Anhebung des GKV-Zwangsrabatts ist jedoch schon 2010 erfolgt und zuletzt haben die GKVs in Deutschland wieder Rücklagen aufbauen können, so dass für die nächste Zeit eher mit Entspannung als mit neuen Herausforderungen seitens der politischen Rahmenbedingungen zu rechnen sein sollte. Auf eine Reduzierung des Zwangsrabbats möchte ich nicht spekulieren; sie würde ein attraktives Investment nur noch attraktiver machen, da sich die Erträge dadurch natürlich nochmals signifikant erhöhen würden.

Als Risiko ist hingegen zu werten, dass das Unternehmen noch relativ jung und dem entsprechend die Unternehmensstory noch nicht lang nachzuvollziehen ist. Gesellschaft und Vorstand erst müssen noch beweisen, dass sie nachhaltig die guten Leistungen erbringen können, mit denen sie die Aktionäre in den letzten Jahren verwöhnt haben.

Montag, 9. Januar 2012

Börsenweisheit der Woche 02/2012

"Es kommt nicht darauf an, ob man richtig liegt oder falsch. Entscheidend ist, wie viel man verdient, wenn man richtig liegt, und wie viel man verliert, wenn man falsch liegt."
(George Soros)

Freitag, 6. Januar 2012

Lese-Tipp: "Wie man eine Bilanz liest"

Autor: Reinhold Gagel

Broschiert, 135 Seiten
Verlag: Monsenstein und Vannerdat
2. Auflage (Juli 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3865826636
Neupreis: 24,90

Gagels "Wie man eine Bilanz liest" ist eines dieser Bücher, von denen man nicht zugeben sollte, sie zu kennen. Denn Fachleute rümpfen die Nase, weil es sich nicht um ein klassisches Studienbuch mit entsprechendem Tiefgang handelt, sondern um ein praxisorientiertes Einsteigerbuch. Es vermittelt auf leicht bekömmliche Art und Weise, was man wo in einer Bilanz findet, wie eine Gewinn- und Verlustrechnung aussieht und welche Informationen sie enthält. Kurz und prägnant werden die wichtigsten Positionen erläutert und mit einfachsten Buchungssätzen die Auswirkung von Geschäftsvorfällen auf die Bilanz veranschaulicht.

Hat man das Buch gelesen, ist man zumindest in der Lage, die wichtigsten Fachbegriffe und Zusammenhänge einer Bilanz zu verstehen und nachzuvollziehen. Und für die grobe Analyse eines Geschäftsberichtes langt dieses Wissen allemal - möchte man die einzelnen Positionen gezielt hinterfragen, sollte man sich allerdings tiefergehender Literatur zum Thema widmen. Und zu der darf man sich dann auch ohne schlechtes Gewissen öffentlich bekennen.




Dienstag, 3. Januar 2012

S&P 500 schlägt Warren Buffett

Interessanter Kurzbericht auf Börse Online über Warren Buffetts Performance im vergangenen Jahr.

"Das Krisenjahr 2011 hat Star-Investor Warren Buffett eine schwere Niederlage beigebracht: Die Aktie seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway schnitt schlechter ab als der S&P 500 . Während der Index der 500 größten US-Unternehmen die Verluste vom Sommer bis zum Jahresende wieder ausglich, gaben die A-Aktien von Berkshire 4,7% nach. Buffetts Anteile an der Firma verloren damit rund 2 Mrd. Dollar an Wert. (...) Buffett betont stets, wichtiger als der Aktienkurs sei der Buchwert eines Unternehmens - also die Bilanzsumme abzüglich der Verbindlichkeiten. Gemessen an dieser Kennzahl ist Berkshire weiter auf Erfolgskurs: Der Buchwert stieg in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres um 1,7% auf 160 Mrd. Dollar. (...)". ( zum Artikel...)

Die durchschnittliche Rendite Warren Buffetts in den vergangenen 40 Jahren beträgt über 20%, da fällt ein negatives Jahr kaum mal ins Gewicht. Zumal es sich ja um eine stichtagsbezogene Abrechnung handelt, während Buffett langfristig investiert. Nicht umsonst wird er mit den Worten zitiert: "Kaufe billig, verkaufe nie".

Und doch belegt dieser Bericht, dass Investieren an der Börse langfristig erfolgen sollte und man viel Geduld mitbringen muss. Wer auf kurze Gewinne aus ist, sollte ins Casino gehen - da kann das Geldverlieren unter Umständen wenigstens Spaß machen.

Bob Mobile AG - rasantes Wachstum bei moderater Bewertung?

Firmenportrait
Die Bob Mobile AG ist eine dynamische Holding im Bereich Mobile Mehrwertdienste und Online Games mit Sitz in Straelen. Als ein führender Vermarkter von mobilen Mehrwertdiensten hat das Unternehmen über ihre Tochterunternehmen in diversen europäischen Märkten einen direkten Endkundenvertrieb aufgebaut und hat somit eine technische Reichweite von aktuell über 300 Millionen Handynutzern. Darüber hinaus entwickelt die Bob Mobile Gruppe richtungweisende mobile Inhalte, Produkte und Konzepte für herkömmliche sowie auch für die neuen Smart Phones. Seit Juli 2010 ist die Bob Mobile AG auch aktiv im Bereich Online Browsergames.

Ende 2011 wurde die niederländische Cliq B.V. übernommen sowie den Anteil an der Tochter Guerilla Mobile Berlin GmbH von 50,2% auf 100% aufgestockt. Die HV von Bob Mobile hat am 22.12.2011 in einer außerordentlichen Sitzung mit 99,9% Zustimmung die Übernahme abgesegnet, so dass die Umsetzung zügig erfolgen kann.

Finanzkennzahlen
Kurs am 30.12.2011: 16,50 €

Eigenkapital: 3,95 Mio. €
Anzahl der Aktien (nach KE): 3,95 Mio. Stück
Streubesitz: 73,5%
Marktkapitalisierung: 59,235 Mio. €

Umsatz 12e | 11e | 10: 95,0 Mio. € | 50,0 Mio. € | 40,7 Mio. €
EBIT 12e | 11e | 10: 12,6 Mio. € | 1,5 Mio. € | 1,2 Mio. €
EPS 12e | 11e | 10: 1,95 € | 0,13 € | 0,82 €
Dividende 12e | 11e | 10: 0,30 € | 0,30 € | 0,00 €

KGV 12e: 8,46
KUV 12e: 0,58
Div.Rendite 11e: 1,8%
EK-Quote: 35,2%
EK je Aktie: 2,90 €

Meine Einschätzung
Bob Mobile wächst schnell. Ende 2011 wurde die niederländische Firma Cliq B.V. übernommen, die profitabler ist als Bob Mobile selbst. Der Umsatz schnellt daher in die Höhe und auch das Ergebnis wächst rasant - bezahlt wurde die Übernahme mit 20 Mio. € in bar und 2,9 Mio. neuen Bob Mobile Aktien. Der Übernahmepreis beträgt also rund 29 Mio. € bei einem EBITDA von 17 Mio. €. Das erscheint sehr gering für den Ertrag und die Perspektiven, aber da die Eigentümer von Cliq ja nun Miteigentümer von Bob Mobile sind, nehmen sie ja weiterhin am Erfolg ihres Unternehmens teil - was den eigentlich niedrigen Kaufpreis erklären könnte.

Bob Mobile hat bisher bereits 2,5 Mio. Online-Spiele-Kunden und weitere 2,5 Mio. Kunden im Bereich der klassischen Geschäftsfelder, wie Handy-Spiele. Gemeinsam mit Cliq hat Bob Mobile nun 9 Mio. Kunden. Das klassische Geschäftsfeld Lizenzhandel ist dabei deutlich rückläufig gegenüber dem Onlinebereich, aus dem auch das Wachstum generiert wird.

Die Bewertung von Bob Mobile sieht für einen Wachstumswert in einem rasant wachsenden Markt ziemlich moderat aus. Betrachtet man den großen Konkurrenten Zynga ("Farmville" für Facebook), wird dieser mit einem KGV von über 40 bewertet - was ich für maßlos übertrieben halte. Aber Bob Mobile weist in dieser Kennzahl nur eine Bewertung von 8,5 auf, so dass dieses Delta die Phantasie für den Wert anzeigt, der sich noch entfalten kann - ohne Rücksicht auf die fundamentalen Daten. Sofern Bob Mobile die Planungen zu Umsatz und Ertrag auch wirklich so umsetzen kann.

Ausblick
Bob Mobile hat angekündigt, in 2012 von Freiverkehr in den Geregelten Markt zu wechseln, was zusätzliche Sicherheit für die Aktionäre und Aufmerksamkeit bringen wird. Die damit einhergehenden erhöhten Publizitätspflichten nimmt man dabei mehr als billigend in Kauf - man möchte aktiv die Investor Relations ausbauen und verbessern.

Die bisher genannten Planzahlen für 2012 stellen bisher lediglich die aufsummierten Zahlen der alten Bob Mobile und Cliq dar und enthalten noch nicht die sich aus dem Zusammenschluss ergebenden zusätzlichen Wachstumspotenziale.

Fazit
Bob Mobile ist sicherlich kein unterbewertetes Schnäppchen, sondern vielmehr ein rasant wachsendes Unternehmen in einem Zukunftsmarkt. Das KGV 2012 von 8 wäre selbst für gesetzte Industriewerte moderat, das Wachstum, das sich durch die Übernahme von Cliq noch deutlich erhöhen sollte, passt jedoch zu einem Wachstumswert, so dass das KGV 2013 bereits bei etwa 6 liege könnte. Die Kennzahlen und sie Story stimmen; bisher ist das Unternehmen noch nicht so bekannt und will daher die IR verbessern. Das steigende Interesse soll dann für zusätzlichen Schub für den Aktienkurs sorgen, der im Hinblick auf die fundamentalen Kennzahlen des Unternehmens noch einiges an Potenzial bieten würde, wenn...

...wenn Bob Mobile die angekündigten Planwerte erreichen kann. Das muss die Gesellschaft von Chef Remco Westermann erst noch unter Beweis stellen und der Markt, in dem sich Bob Mobile tummelt, ist ein hart umkämpfter und es gibt so gut wie keine Eintrittsbarrieren für Nachahmer und Konkurrenten. Die avisierten Spiele-Hits müssen sich erst noch als solche herausstellen, denn nur dann kann Bob Mobile damit auch gutes Geld verdienen - und die Kennzahlen bestätigen. Gelingt Bob Mobile dies nicht, haben weder das niedrige KGV noch die attraktive Dividendenrendite Bestand und wären nur Schall und Rauch.

Ein Engagement in Bob Mobile drängt sich daher aktuell nicht auf, aber das Unternehmen gehört auf die Wachtlist. Wenn es die Planzahlen erreicht oder gar übertrifft, dann sollten sich schnell auch deutlich höhere Kurse einstellen. Doch darauf sllte man sich nicht verlassen, sondern erst einmal den Erfolg der Integration der Cliq und der neuen Spiele abwarten.

Lese-Tipp: "So macht es Warren Buffett"

Autor: James Pardoe

Gebundene Ausgabe: 167 Seiten
Verlag: Linde, Wien
1. Auflage (Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3709303478
Neupreis: 19,90 EUR

24 einfache Anlagestrategien des weltweit erfolgreichsten Value-Investors stellt der Autor vor und erläutert sie. Und zwar so, dass sie für jeden verständlich sind, insbesondere auch für Neulinge in der Materie des Investierens und Bewertens von Unternehmen. Der Schreibstil ist sehr umgänglich und kommt weitgehend ohne Fachchinesisch aus - und ohne Zahlen. Denn auf Kennzahlen oder Bilanzen wird nur sehr allgemein eingegangen, dem Autor geht es um die Strategie und das Verständnis für den Value-Investing-Ansatz. Dabei wiederholt er sich öfter, was aber nicht negativ zu werten ist, sondern dem Verinnerlichen des Gelernten dienen soll. Fazit: ein einfaches aber sehr effektives Handlungskonzept, das auch für Anfänger leicht verständlich ist. Pflichtlektüre!




Montag, 2. Januar 2012

Börsenweisheit der Woche 01/2012

"Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann."
(Leo Tolstoi)