Montag, 26. Dezember 2016

GBK Beteiligungen kauft sich in zwei weitere Unternehmen ein

Die Hannoveraner GBK Beteiligungen investiert seit seiner Gründung im Jahr 1969 in nicht-börsennotierte kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zum GBK-Portfolio zählen aktuell rund 30 mittelständische Beteiligungen, an denen man sich vielfach als Co-Investor offen und/oder mit mezzaninen Finanzierungsmitteln beteiligt hat. Hierzu gehören Unternehmen der Automobilindustrie, der Elektrotechnik, der Chemie, des Transports und der Logistik, des Maschinen- und Anlagenbaus, des Handels und E-Commerce und des Dienstleistungssektors.

Nachdem in diesem Jahr mehrere erfolgreiche Exits auf der 'Tagesordnung standen bei IS Inkasso, Mackprang/Schlemmer und Raith, folgen kurz vor dem Jahresende nach dem Investment in Schiller Fleisch nun zwei neue Beteiligungen bei Achat und Moeschter. Damit macht GBK die Ankündigung wahr, dass man noch zwei weitere interessante Targets im Visier hätte.

Achat Hotels
Mittelbar mit rund 11,3% ist GBK bei der Achat Hotel- und Immobilienbetriebsgesellschaft mbH mit Sitz in Mannheim eingestiegen, einem führenden Betreiber sogenannter „Value- und Budgethotels“ an strategisch gut gelegenen Orten. Das Unternehmen ist im mittleren und gehobenen Segment angesiedelt und betreibt 27 Hotels in Deutschland sowie je ein Haus in Österreich und Ungarn. Ein weiteres Hotel in Leipzig wird derzeit gebaut und im kommenden Jahr möchte Achat zudem eine Budgetmarke starten. Im Jahr 2015 erzielte Achat einen Umsatz von rund €52 Mio.

 GBK Beteiligungen (Quelle: finanzen.net) 
Moeschter Group
Darüber hinaus beteiligt sich GBK im Rahmen einer Nachfolgeregelung mittelbar mit rund 7,3% an der Moeschter Group Holding GmbH & Co. KG aus Dortmund. Die Moeschter Group ist Innovationsführer und Spezialist für die Entwicklung und Fertigung von Präzisionsbauteilen, Isolierungen und Komponenten aus Hochleistungswerkstoffen, insbesondere Keramiken und Kunststoffverbundmaterialien. Die Gruppe hat sich mit technischen Keramiken in der Schweißtechnik, im Maschinen- und Anlagenbau und in der Dentalmedizin sowie mit Kunststoffverbundmaterialien in weiteren Industrien einen internationalen Namen als hochinnovativer Produktionspartner gemacht und im Geschäftsjahr 2015 einen Jahresumsatz von rund €22 Mio. erwirtschaftet.

Meine Einschätzung
GBK Beteiligungen investiert dort, wo andere gar nicht hinschauen, bei den kleinen Unternehmen des erfolgreichen Mittelstands. Diese fliegen für die großen Beteiligungsgesellschaften unter dem Radar und GBK ist auch bereit, sich mit einem Minderheitsanteil zufrieden zu geben. Eine aktive Rolle bei der Führung des jeweiligen Tochterunternehmens strebt man nicht an, wie auch die beiden jüngsten Beteiligungen wieder zeigen.

GBK ist ein Nischenwert mit allen Vor- und Nachteilen eines so kleinen Unternehmens, insbesondere der eingeschränkten Handelbarkeit der Aktie und die seltene Berichterstattung in den Medien. Wen das nicht schreckt und wer auf hohe Dividendenausschüttungen aus ist, der findet bei GBK Beteiligungen eine interessante Möglichkeit von Investments in kleine und mittlere Unternehmen des deutschen Mittelstands profitieren zu können.

GBK befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Kommentare:

  1. Guten Abend Michael,

    ich habe eine Frage - bezüglich einer "Bewertung". Es geht um ein Unternehmen das in den nächsten Jahren zehn Jahren einen NPV von ca. 150 Millionen Euro erwirtschaften wird/möchte und an der Börse mit ca. 15-20 Millionen Euro bewertet wird. Ist dies günstig?

    Weil, so verstehe ich es, bedeutet NPV doch letztendlich GEWINN (?) - also nach Finanzierung, allgemeine Kosten und Steuern - oder?

    Um evtl. das ganze etwas zu erleichtern gibt die Firma an ca. 30 Millionen Euro Cash-Flow after Tax generieren zu wollen und das nach Finanzierung(skosten)...

    Ich wollte dich einfach mal fragen, ob ich evtl. was falsch verstanden habe...

    DANKE

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    1. NPV bedeutet Net Present Value, also Kapitalwert. Im Gegensatz zum Discounted Cash Flow geht es um Investitionen, nicht um dem Unternehmenswert. Entscheidend ist nicht (nur), was am Ende der Berechnung herauskommt, sondern wie die Parameter gesetzt werden und auf welchen Annahmen die beruhen. Ansonsten kann man sich alles so hinrechnen, wie man es haben will. Je länger die zugrunde gelegte Zeitspanne, desto unschärfer das Ergebnis, weil die Annahmen immer "geschossener" werden.

      Wenn Du also rechnen möchtest, klicke auf den Link und schau Dir die Erläuterungen und die Formeln an. Und setze Deine Parameter...

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  2. Hallo Michael,

    heute ist meine Kauforder fuer GBK Beteiligungen bedient wurden, zu 9,65 Euro. Ich habe den Wert durch Deinen Blog kennengelernt und mir gruendlich die Website angesehen und bin eigentlich gerade ziemlich zufrieden, einen, wie ich glaube, soliden Wert gekauft zu haben, der, wie mir scheint, schoen diversifiziert und gut nach unten abgesichert ist.
    Was die Handelbarkeit angeht: ich hoffe, diese Position nicht so bald verkaufen zu muessen... aber eine Frage haette ich: Du hast von den Vor- und Nachteilen eines solchen Nischenwertes gesprochen - worin bestehen eigentlich die Vorteile?

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    1. Der Vorteil bei kleinen Nebenwerten ist, dass sie nicht so im Fokus stehen und daher eher größere Differenzen zwischen Preis (Aktienkurs) und Wert aufweisen. Mit entsprechend langem Atem kann man auf das Abbauen dieser Differenz warten und unspektakuläre, aber hohe Kursgewinne einfahren. Wer allerdings auf einen stetigen Newsflow in den Börsenmedien setzen möchte, ist hier verkehrt.

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