Mittwoch, 11. Oktober 2017

Gladstone Investment erfreut Anleger mit Dividendenerhöhung und Sonderdividende

Die Gladstone Investment Corp. (GAIN) ist eine intern gemanagte Business Development Company (BDC) und firmiert aus steuerlichen Gründen als "Regulierte Investment Company" (RIC). Eine Konsequenz hieraus ist, dass sie mit mit Einkommensteuern belastet wird, im Gegenzug aber mindestens 90% ihrer steuerrelevanten Gewinne ("Taxable Income") an ihre Anteilseigner ausschütten muss.

Gladstone Investment vergibt Kredit- und Beteiligungsinvestitionen an privat gehaltene Unternehmen, die sich in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. Sie ist ein klassischer Frühphaseninvestor und fokussiert sich auf das untere mittlere Marktsegment. Die Investitionen erfolgen zu etwa 75% als Kredite in Form von erstrangigen Darlehen oder Nachrangdarlehen. Wobei das Ausfallrisiko bei den Nachrangdarlehen natürlich größer ist und damit tendenziell auch die Verzinsung höher. Die anderen 25% werden in Form von Beteiligungen vergeben und hier sowohl als Stamm- als auch Vorzugsaktien. Dies erfolgt zumeist im Vorgriff auf Buyouts oder wenn eine Rekapitalisierung und dem entsprechend Eigenkapital nötig ist.

Ziel ist, in Unternehmen zu investieren, die stabile Erträge und einen hohen Cashflow bieten, mit denen Gladstone Investment seine eigenen Betriebskosten abdecken, die ausgegebenen Schuldverschreibungen bedienen und natürlich die Ausschüttungen an seine Aktionäre vornehmen kann. Und diese monatlichen Dividenden wurden jetzt erhöht.


Denn gestern meldete Gladstone Investment die Erhöhung der monatlichen Ausschüttung auf $0,065 von bisher $0,064. Das klingt erstmal nicht viel, ist allerdings eine Anhebung um 1,6% und bereits die zweite Anhebung im laufenden Jahr. Bis März gab es noch $0,0625 und seit April dann $0,064. Die Anhebung betrifft zunächst die nächsten drei Ausschüttungen:

  • Auszahlung am 31. Oktober, Ex-Dividendentag ist der 19. Oktober,
  • Auszahlung am 30. November, Ex-Dividendentag ist der 11. November,
  • Auszahlung am 29. Dezember, Ex-Dividendentag ist der 19. Dezember.

Zusätzlich wird eine weitere halbjährliche Sonderdividende von $0,06 je Aktie ausgeschüttet und zwar am 15. Dezember mit Ex-Dividendendatum 4. Dezember. Insgesamt werden also $0,90 je Aktie pro Jahr ausgekehrt und damit erzielt GAIN beim gegenwärtigen Aktienkurs von $9,63 eine Dividendenrendite von 9,3%.

Gladstone Investment befindet auf meiner Empfehlungsliste. Kürzlich hatte ich das Unternehmen ausführlich vorgestellt und am Montag meinen Bestand noch etwas aufgestockt, so dass GAIN aktuell die größte Position in meinem Dividendendepot ist.

Kommentare:

  1. Hallo Herr Kissig,
    gab es 2009 eine Halbierung der Dividende'?
    wird zumindest so bei Nasdaq.com angezeigt

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    1. Ja, während der Finanzkrise hatte auch GAIN einige Probleme, neues Kapital zu beschaffen und einige Portfoliounternehmen gerieten in Schieflage, was zu einem sinkenden NII führte. Man wollte unbedingt den RIC-Status behalten und musste daher die Dividende um 50% kürzen. Die Erklärung des Unternehmens hierzu kann man u.a. hier nachlesen.

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  2. Was ist der Unterschied zwischen einer "intern gemanagte" und "extern gemanagte"? Und hat dies Rückwirkungen auf uns Aktionäre?

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    1. In der Theorie sollte es nicht so sein, in der Praxis gibt es jedoch viele negative Beispiele bei extern gemanagten BDCs. Bei intern gemanagten sind die Manager direkt verantwortlich und müssen sich den (unbequemen) Fragen der Aktionäre stellen. Bei extern gemanagten BDCs hingegen können die Interessen der Aktionäre und die der externen Manager deutlich voneinander abweichen. Denn die externen Manager haben nicht selten weniger das Wohl der BDC-Aktionäre als erste Priorität, sondern ihr eigenes Provisionseinkommen. Daher neigen sie ggf. dazu, höhere Risiken einzugehen, weil sie dadurch höhere Vergütungen abgreifen. Wenn das Risiko sich das konkretisiert, zahlen das die BDC-Aktionäre, denn deren Geld wird verbrannt, der NAV der BDC sinkt und auch das Einkommen. Die Gefahr eines solchen Missbrauchs bwz. Interessenkonflikts ist bei einer intern gemanagten BDC deutlich geringer.

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