Sonntag, 8. Oktober 2017

Investor-Update | Mein Dividendendepot: 11 Business Development Companies (BDC)

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Heute gibt es eine Sonderausgabe (aktualisiertes Update), in dem ich mich ausschließlich mit den Werten in meinem Dividenden-Depot befasse. Das sind allesamt Business Development Companies (BDCs ), denn diese weisen nicht selten zweistellige Dividendenrenditen auf. REITs sind keine mehr enthalten; die Immobilienbewertungen in den USA erscheinen mir inzwischen ambitioniert und die häufige Ausrichtung auf Retail- und Shopping-Mall-Immobilien halte ich für zu risikoreich angesichts der großen Umwälzungen, die der Onlinehandel mit sich bringt. Und hier allen voran Amazon, "the world's most disruptive company".

»Sei niemals abhängig von einem einzigen Einkommen. Investiere, um dir eine zweite Einkommensquelle zu schaffen.«
(Warren Buffett)

Was ist ein REIT?
Real-Investment-Trusts sind Kapitalsammelstellen für Immobilieninvestments. Sie erzielen ihre Gewinne aus der Vermietung und Verpachtung eigener Immobilien und Grundstücke, aus Zinsgewinnen sowie aus Gewinnen bei der Veräußerung von Immobilien. Börsennotierte REITs haben gegenüber Investmentfonds den Vorteil, dass man ihre Anteile jederzeit handeln kann, ohne dass dies ggf. zulasten der Liquidität des REITs geht. Bei Immobilienfonds besteht hingegen die Gefahr, dass ein zu starker Mittelabfluss zu einem Auszahlungsstopp führt, weil das Geld ja in Immobilien investiert ist und erst dann zur Auszahlung zur Verfügung steht, wenn ggf. Immobilien veräußert wurden. Deshalb lieber Finger weg von (offenen) Immobilienfonds!

Was ist eine BDC?
Ausführlich hatte ich das Investmentmodell der BDCs in meinem Artikel "Dividendeninvestoren setzen auf Business Development Companies" vorgestellt, daher an dieser Stelle nur eine kurze Zusammenfassung: Eine Business Development Company ist ein in den USA tätiger Finanzinvestor für kleine und mittlere nicht-börsennotierte Unternehmen. BDCs vergeben ihre Mittel traditionell an kleinere und weniger beachtete Unternehmen, die eine geringere Bonität aufweisen und daher auch höhere Finanzierungskosten akzeptieren (müssen). Diese Unternehmen können sich nicht so leicht über Anleihen und/oder Bankkredite finanzieren und greifen daher gerne auf Eigen- oder Fremdkapitalgaben von BDCs zurück. Ein wesentliches Merkmal einer BDC ist, dass sie selbst börsennotiert ist und somit Anlegern die Möglichkeit bietet, sich über den Kauf von Aktien der BDC an dem ansonsten eher schwer zugänglichen Markt der privaten Unternehmenskredite und Venture Capital Finanzierungen zu beteiligen. BDCs unterliegen strengen Regularien; sie müssen sich als BDC registrieren lassen und dazu ist erforderlich, dass sie die Voraussetzungen des Investment Company Act von 1940 erfüllen bzw. einer speziell für BDCs im Jahr 1980 geschaffenen Ergänzung. Der US-Kongress wollte nämlich jungen, aufstrebenden Firmen dabei helfen, die nötigen Finanzmittel zu erhalten. Die meisten BDCs wählen aus steuerlichen Gründen (sie unterliegen nicht der Einkommensteuer) die Form der "Regulierten Investment Company" (RIC) und eine Konsequenz hieraus ist, dass sie mindestens 90% ihrer steuerrelevanten Gewinne ("Taxable Income") an ihre Anteilseigner ausschütten müssen. Hier sind sie mit den inzwischen auch in Deutschland bekannten REITs (Real Investment Trust) vergleichbar.

»Der wirkliche Investor wird besser performen, wenn er den Gesamtmarkt ausblendet und sich auf die Dividendenrenditen und operativen Ergebnisse seiner Firmen konzentriert.«
(John C. Bogle)

Erste Schritte...
Meine ersten Erfahrungen im "BDC-Universum" habe ich vor einigen Jahren mit KCAP Financial (KCAP), TICC Capital (TICC) und Triangle Capital (TCAP) gesammelt - und alles in allem nicht wirklich Geld damit verdient. Bei KCAP verbuchte ich ein Minus von 17%, bei TICC ein Plus von 3,5% und bei TCAP schloss ich auch nur leicht im positiven Bereich ab - die Dividendenzahlungen jeweils schon eingerechnet. Bei KCAP und TICC hatte ich noch sehr konsequent die Reißleine gezogen, als sich die Geschäftsaussichten zunehmend eintrübten. An TCAP habe ich hingegen viel zu lange festgehalten. Ich dachte immer "nicht auch noch TCAP"... Doch wir wissen ja alle, dass Hoffen und Wünschen keine guten Grundlage an der Börse sind. Letztlich habe ich TCAP dann doch verkauft, nachdem ich dem Verfall (zu) lange zugesehen hatte. Dummer Fehler.

»Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.«
(Konfuzius)

Und doch waren meine hierbei gemachten Erfahrungen ihr Geld wert und so gesehen gut investiertes Lehrgeld! Denn ich lernte, worauf man bei BDCs achten muss; eine Lernkurve, die viele erst hinter sich bringen müssen. Denn es geht nicht zuvorderst und die Höhe der Dividendenrendite, sondern vor allem ob das Net Investment Income (NII) bzw. das Net Operating Income (NOI) die Dividendenausschüttungen deckt und ob bei den zugrundeliegenden Investments und Krediten der BDC Schieflagen und damit Abwertungen zu erwarten sind. Beide Punkte sind elementar, um bewerten zu können, ob die ausgeschütteten Dividenden verdient wurden oder ob sie zu Lasten der Substanz gehen - und damit künftig sinkende Dividendenausschüttungen und/oder sinkende Aktienkurse zu befürchten wären.

Die Nachhaltigkeit der Dividendenausschüttungen ist der Dreh- und Angelpunkt bei der Bewertung von und beim Investieren in BDCs. Auch hier wie überhaupt gelten die Grundregeln des Value Investings nach Benjamin Graham und man sollte - nein muss! - zuerst auf das Risiko schauen und erst dann auf die möglichen Renditen.

»Ein Investment liegt immer dann vor, wenn nach einer gründlichen Analyse in erster Linie Sicherheit und erst im Anschluss daran eine zufriedenstellende Rendite steht.«
(Benjamin Graham)

Mit meinen beiden anschließend getätigten BDC-Investments läuft es sehr viel besser. Was nicht nur an der höheren Qualität von Main Street Capital und Gladstone Capital liegt, sondern natürlich auch daran, dass ich beide über den Jahreswechsel 2015/2016 kaufte, als die Börsen kurzzeitig in ein Tal der Tränen abrutschten und beide BDCs aufgrund überbordender Ängste über ihre vermeintlich zu starke Abhängigkeit von der US-Öl- und Gas-Schieferbranche zu irrationalen Ausverkaufspreisen einzusammeln waren. Ich folgte bei meinen beiden Käufen den Value-Investing-Grundsätzen Warren Buffetts, der uns lehrt:

»Kurseinbrüche sind Kaufgelegenheiten, keine Verkaufsgelegenheiten. Denn bei Panik werden auch gute und solide Unternehmen ausverkauft. (...) Die Börse ist ein Orientierungspunkt, ob Investoren zu Dummheiten bereit sind. Wenn wir Aktien kaufen, investieren wir in Unternehmen.«
(Warren Buffett)

Und das tat ich. Denn auch wenn bei Dividendentiteln der Fokus stark auf den Dividendenausschüttungen liegt, sind auch die Kussteigerungspotenziale nicht außer Acht zu lassen. Auch bei High-Yield-Investments liegt der Gewinn im Einkauf. Vor einem Jahr hatte die Trump-Rallye neben Finanztiteln auch den BDC-Sektor in die Höhe katapultiert, so dass in diesem Frühjahr kaum noch eine BDC unterhalb ihres NAVs notierte. Die Börsen sind inzwischen mehr als ernüchtert von Trump und der BDC-Sektor hat deutlich korrigiert - nur der Dollar ist dank Donald Trump noch immer schwach wie lange nicht, wodurch sich auf Euro-Basis die Kurse (und leider auch die Dividendenzahlungen) noch stärker reduziert haben. Die Kursrückgänge haben im BDC-Sektor allerdings wieder attraktive Chancen eröffnet, auch wenn die Potenziale auf Basis der aktuellen Bewertungsbasis nicht in den Himmel reichen. Ich habe das eine oder andere attraktive Dividendeninvestment ausgemacht und mein Portfolio ausgebaut. Vor allem im Hinblick auf steigende Zinsen scheinen BDCs attraktiv, da sie ganz überwiegend Darlehen mit variabler Verzinsung vergeben haben und daher zu den Profiteuren eines steigenden Zinsniveaus gehören sollten.

In den separaten Artikeln werden ich die in meinem Depot befindlichen Unternehmen näher vorstellen. Aktuell befinden sich dort folgende Werte:


Kommentare:

  1. Hallo Michael,

    bis vor Kurzem kannte ich keine BDC's, REIT's waren mir geläufig und ich habe nun selber PSA im Depot.
    Beim Finanzwesir entdeckte ich ein Buch von Luis Pazos, der darin seine Strategie vorstellt, darin spielen BDC's eben eine Rolle.
    Ich möchte mir gerne mit kleinem Geld auch so was ins Depot legen, ich werde mich noch weiter schlau machen zuvor,
    welchen der Genannten würdest Du als Beimischung eines internationalen Portfolio's (Dividenden und Wachstumstitel) empfehlen? Ich zähle mich eher zu den buy-and-hold Anlegern.
    Vielen Dank für Deine Antwort schonmal.

    Liebe Grüsse

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    1. Das erfolgreichste Management und den wohl besten Track-Record dürfte Main Street Capital aufweisen. Die haben natürlich auch eine vergleichsweise geringe Dividendenrendite (allerdings zweimal jährlich Extradividenden) und notieren mit erheblichem Aufschlag auf den NAV. Sie sind teuer, aber eben auch ein echter Qualitätswert. Für den Einstieg vermutlich die sicherste Wahl. Und da zuletzt die Payout-Ratio deutlich unterhalb von 90% lag, dürfte es entweder eine Anhebung der regulären Dividenden geben und/oder eine Erhöhung der Sonderdividenden.

      Als zweite Wahl, wenn auch risikoreicher, würde ich momentan wohl Gladstone Investment auswählen. Die haben einige Assets verkauft und eine Kapitalerhöhung durchgeführt, daher schütten sie aktuell mehr aus, als sie verdienen. Sie können sich das aber aus den vorgenannten Gründen leisten und sobald sie neue Investments getätigt haben mit dem vielen Geld, sinkt auch bei GAIN die Payout-Ratio von aktuelle 109,5% wieder auf 100% oder darunter.

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  2. Sind BCDs steuerlich genauso unkompliziert wie REITs. Falls nein, könntest Du bitte bei Gelegenheit die Zusammenhänge darstellen. Dankeschön und viele Grüße

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    1. Wenn du die Auszahlung der Dividenden meinst: ja, genauso unkompliziert!

      Grüße Hans-Jürgen

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  3. Deftige Dividendenkürzung bei Prospect Capital (PSEC). Die monatliche Ausschüttung wird um rund 28% gekürzt von bisher $0,08333 auf $0,6. Ich hatte sowas ja schon erwartet/befürchtet und die Aktie daher schnell von meiner Liste der interessanten Investmentmöglichkeiten verbannt.

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    1. Es kam, wie es kommen mußte, dann bin ich mal gespannt wie lang man die 0,06$ halten kann. Wenn man weiterhin die Aktien verwässern sollte, um an frisches Geld zu kommen, sollte der Schuss gewaltig nach hinten losgehen!

      Hans-Jürgen

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    2. Ich bin ein Freund von Kapitalerhöhungen, jedenfalls wenn sie für die Aktionäre einen Mehrwert bringen. Erfolgen sie unterhalb des NAV oder (nur), um die hohen Dividenden ausschütten zu können, sind sie hingegen sehr kritisch zu betrachten. Das neue Kapital ist nur dann sinnvoll, wenn es mehr verdient als es kostet und perspektivisch den Gewinn je Aktie bzw. das NII oder die FFO nachhaltig erhöht. Das sieht mir bei PSEC (wie auch schon zuvor bei KCAP Financial) wenig danach aus...

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    3. seht ihr hier eher eine Wende zum Positiven, da man nun die Dividendenzahlungen an das NII angepasst hat oder sollte man das doch eher kritisch betrachten. Pragmatisch gesehen, klingt es doch gut endlich wieder nur soviel auszuschütten wie man auch verdient. Damit sollte doch der Weg in ruhige Gewässer geebnet sein oder üebrsehe ich hier was?

      beste Grüße
      Hannes

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    4. Naja Hannes, Du beschreibst die Situation so, als hätte es bei PSEC nun ein einmaliges, reinigendes Gewitter gegeben. Die Dividenden war aber bis Januar 2015 bei 11 Cents, bevor sie auf 8,3333 gekürzt wurde. Und nun auf 6 Cents. Es gibt eine leider schon längere Geschichte nicht unbedingt erfolgreicher Aktionen seitens des PSEC-Managements und daher muss man sich ernsthaft die Frage stellen, warum die gleichen Leute es künftig besser machen sollten. Oder ob sie ihrem Stil treu bleiben und es weiterhin zu nicht unerheblichen Ausfällen/Abschreibungen und in der Folge zu verringerten Einnahmen und Dividendenkürzungen kommen wird.

      Ob es so kommen wird, weiß ich nicht. Mir ist/wäre die gefahr jedoch zu groß und daher würde ich kein Geld in PSEC investieren, sondern mich auf solche BDCs fokussieren, die schon länger erfolgreich am Markt unterwegs sind. Und dafür eine vermeintliche höhere Bewertung (in Bezug auf den NAV) und eine vermeintlich unattraktivere Dividendenrendite in Kauf nehmen. Wie ich immer schon sage, am Ende muss die Gesamtrendite stimmen, also Kursgewinne und Dividenden. Werden die optisch hohen Dividenden durch ständige Kursverluste aufgefressen oder gar überkompensiert, ist/war es eben kein gutes Investment. So einfach ist es im Grunde...

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    5. Das externe Management von PSEC gönnte sich ca. 33% des Gesamtumsatzes als Vergütung. Dies ist (auch) ein Risiko bei extern verwalteten BDCs. Das Management kann sich selbst einen höheren Ertag "generieren", solange das Bruttovermögen wächst! Das kann auf vielfältige Weise geschehen. Hier das Beispiel PSEC: man schönt die NAV Berechnung der Assets. Jetzt hat man ein höheres Bruttovermögen! Das heißt, dass das Management so mehr neue Aktien ausgeben kann und somit kann es auch zusätzliche Schulden aufnehmen. Darauf folgt die Management-Gebühren wachsen!!! Die daraus resultierende Aktienverwässerung zerstört mehr und mehr den Gewinn (EPS und NII) je Aktie und somit sinkt der Aktienkurs! So wird es stetig bei PSEC praktiziert! Das Schlimme: das Management muß seine Vergütungsinformationen nicht offenlegen! Erst durch Insider kam diese Info zu Tage! Und dies kann man seit Jahren aus dem Kurs und Dividendenzahlungen ablesen. So einem Management würd ich nie (mehr) mein Geld anvertrauen!

      beste Grüße Hans-Jürgen

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    6. Sehr harte aber klare Worte. Ich verstehe did wohl hausgemachten probleme. Deswegen wird die Gesellschaft ja auch meist mit einem Abschlag zum NAV gehandelt. Aber nun sind es ja nun fast 30%. Das scheint mir dann aber nun auch übertrieben, ohne mich jetzt Prp PSEC positionieren zu wollen.

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    7. Um es mit Michaels Worten zu sagen "Dann kann ich ja gleich IBM kaufen ;-)..." Denen würd ich mein Geld lieber geben wie PSEC.
      Hans-Jürgen

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    8. Inzwischen habe ich PSEC ja auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Die Dividendenkürzung und der Kursabsturz haben in Summe dazu geführt, dass auf dieser niedrigeren Basis PSEC wieder als Chance anzusehen ist.

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    9. Hallo Michael,
      ich verstehe bis heute nicht was du an PSEC findest. Für mich persönlich ist das Risiko Verhältnis deutlich höher, wie die Chancen. Ich würde PSEC sofort wieder verkaufen, wenn der NAV wieder dem Aktienpreis entspricht. Genau die gleiche Situation gab es auch bei dem Dividendencut auf 0,0833$ und was in der Zwischenzeit passiert ist, dürfte ja bekannt sein. Für mich spricht gegen ein Investment in PSEC noch folgende Punkte:
      -ich habe bisher noch nicht gelesen, dass das externe Management je auf seine Gebühren verzichtet hat, damit die BDC mehr "Spiel" hat um zu wachsen, so wie GAIN, oder NMFC
      -PSEC bewertet ihre Beteiligungen meist zu hoch, womit man deren NAV-Angaben zwiespältig betrachten sollte.

      Für "Buy and Hold Dividend Investors" werden auf diversen US-Dividenden Blogs einige Qualitätsmerkmale einer erfolgreichen BDC beschrieben, die ich so unterschreiben würde:
      a) steigender/konstanter NAV
      b) steigende/konstante Dividende
      c) steigendes/konstantes NII/NIO

      Laut deren Definition, ist eine BDC qualitativer, je mehr steigende Merkmale vorhanden sind. Und was ist in der Geschichte von PSEC davon vorhanden?

      Ich persönlich würde zur Zeit eher in TSLX, NMFC GSBD investieren, deren Dividendenrendite zwar max. 3% niedriger sind, jedoch deutlich sicherer scheinen.
      Persönlich würde ich PSEC auf die Turnaround-Spekulationsliste setzen.

      TOI TOI TOI mit diesem Investment

      beste Grüße Hans-Jürgen

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    10. Du hast natürlich Recht, Ares, KCAP und PSEC sind auch Turnaround-Spekulationen und damit die Positionen in meinem Dividendendepot mit höherem Risiko. Aber auch höheren Kurschancen, wenn mein Investmentcase eintritt.

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    11. Moin Michael,
      KCAP find ich persönlich ok, zwecks Übernahmespekulation. ARCC sollte eigentlich auch wieder die Kurve bekommen, da man ein finanzstarkes und gut vernetztes externes Management im Hintergrund hat, welches (US-)national und international wohl gute Kontakte hat. Schade/Traurig eigentlich, dass ARCC daraus bisher noch kein Kapital schlagen konnte Aber bei PSEC lese ich bisher nur "Beteuerungen" und Hoffnung.

      beste Grüße Hans-Jürgen

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  4. Sehr geehrter Herr Kissing,
    ich tue mir etwas schwer mit der einseitigen Betrachtung des NII, zur Ermittlung der Auszahlfähigkeit von Dividenden. Hierfür sehe ich den freien Kapitalfluss als entscheidenderen Indikator.

    Hierzu möchte ich die KCAP Financial Corp., welche Sie wieder mit in Ihr Depot mit aufgenommen haben, mit der Main Street Capital Corp., einem Big Player, vergleichen.
    KCAP:
    FCF/Share (2015): 1,0 USD
    FCF/Share (2016): 1,8 USD
    FCF/Share (TTM): 0,8 USD
    Und das bei Dividendenausschüttungen von 0,78 USD in 2015, 0,57 USD in 2016 und 0,51 USD TTM, die allesamt durch den freien Kapitalfluss pro Aktie gedeckt sind! Im krassen Kontrast steht hierzu nun die Main Street Capital Corp., die seit 2013 einen nicht unerheblichen negativen freien Kapitalfluss ausweist und deshalb auch wesentlich mehr Fremdkapital aufnimmt als zurückgezahlt wird. Dahingegen hat KCAP seit 2012 nur insgesamt 82 Mil USD an Fremdkapital aufgenommen. Ungeachtet der Kompetenz des Managements, beider Unternehmen, sehe ich KCAP, finanziell gesehen, für die Zukunft besser aufgestellt als die Main Street Cap Corp.
    Ich würde mich freuen wenn Sie hierzu Ihren Gedanken äußern könnten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Gabriel O.

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    1. NII und NIO sind ja operative Ergebnisse und ich halte es für elementar, dass diese die Dividende verdienen. Im Free Cashflow sind auch andere Zahlungsströme enthalten, wie zB bei der Rückzahlung von Krediten seitens der Portfoliounternehmen. Das Geld steht dann zwar zur Verfügung, aber das NII sinkt, denn aus dem beglichenen Darlehen fließen keine Gebühren/Provisionen/Zinsen mehr. Das Geld sollte also zum Reinvestieren genutzt werden, um NII und NIO wieder zu erhöhen. Es steht als im Sinne einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung gar nicht für Ausschüttungen zur Verfügung.

      Des Weiteren investieren BDCs ja nicht in Blue Chips, sondern in kleine und mittelgroße Unternehmen mit schlechterer Bonität. Und damit erhöhtem Risikoprofil. Daher fallen auch immer mal Darlehen aus oder müssen zumindest teilweise wertberichtigt werden. Das für zu einem Absinken des NAV (Buchwert) und ein fallender NAV führt irgendwann zu fallenden Kursen. Es nützt niemanden was, wenn 12% Dividendenrendite ausgeschüttet wird, der Aktienkurs aber deutlich nachgibt, weil der Buchwert fällt. Dann wird die optisch hohe Dividendenrendite vom Kursverlust aufgefressen.

      Schaut man auf die letzten Jahre, haben sich die NAVs bei MAIN, TSLX und GSBD positiv entwickelt, während sie bei KCAP, PSEC, TICC oder TCAP in die Knie gegangen sind. Für mich als Dividendeninvestor muss am Ende die Gesamtrendite stimmen, also die Kombination aus Kursentwicklung und Dividendenausschüttungen. Und aus diesem Grund sind KCAP und PSEC (und auch ARCC) auf diesem deutlich ermäßigten Kursniveau wieder interessante Investments. Weil ich glaube, dass der NAV nicht mehr so deutlich fallen wird und die Dividenden verdient werden. Was sich früher oder später in steigenden Aktienkursen niederschlagen wird. KCAP scheint hier ja den Anfang machen zu wollen und liegt - Stand heute - seit meinem Wiedereinstieg bereits zweistellig im Plus. Was nicht bedeutet, dass das so bleiben oder gar weitergehen muss. Ob sich dieses Investment und auch die anderen rentieren, wird erst die Zeit zeigen.

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  5. Also wenn ich mir die Chart der letzten 5 Jahre anschaue:
    http://bigcharts.marketwatch.com/advchart/frames/frames.asp?show=&insttype=Stock&symb=kcap&time=12&startdate=1%2F4%2F1999&enddate=9%2F22%2F2017&freq=1&compidx=aaaaa%3A0&comptemptext=main&comp=main&ma=0&maval=9&uf=0&lf=16777216&lf2=134217728&lf3=0&type=2&style=320&size=2&x=65&y=6&timeFrameToggle=false&compareToToggle=false&indicatorsToggle=false&chartStyleToggle=false&state=14

    dann lief da MAIN wesentlich besser. Und wie Michael schon ausgeführt hat, hilft die hohe Ausschüttung wenig, wenn der Kurs dafür in den Kelle geht.
    Natürlich sind Betrachtungen der Vergangenheit keine Richtungsweisung für die Zukunft!

    Georg

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    1. Genau, Georg. Nur weil MAIN in den letzten Jahren deutlich besser gelaufen ist als KCAP (oder andere), muss das nicht auch künftig so sein. Im Umkehrschluss bedeutet es aber auch nicht zwangsläufig, dass nun einfach die anderen "mal dran" sind. Nach Kostolany muss man Aktien immer zum Tageskurs bewerten. Und wenn die Kurse stark eingebrochen sind, dann können auf dieser niedrigeren Kursbasis Aktien aussichtsreicher sein, als hoch bewertete Top-Qualitätswerte. Zu letzteren gehört MAIN ganz ohne Zweifel, aber 75% Aufschlag auf den NAV begrenzten das Up-Potenzial doch deutlich. Und bei ARCC, KCAP und PSEC liegt der Reiz drin, sie zu ausgebombten Kursen einzusammeln und auf eine überdurchschnittliche Gesamtrendite aus Kursentwicklung und Dividende zu setzen.

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  6. Hallo Michael,
    Zunächst einmal vielen Dank für deinen Blog.
    Ich habe mal generell eine Frage zu deinem Dividenden Depot und den darin enthaltenen BDC's:
    Stellen diese für dich eine risikoärmere Alternative zu deinen anderen Aktieninvestments dar bzw. kaufst du diese aus Diversifikationgründen?
    Hintergrund meiner Frage ist, dass ich ebenfalls überlege BDC's zu kaufen. Aber beim Blick auf die Kurshistorien entwickeln sich diese eher schlechter als DOW und S&P; selbst beim einrechnen der Dividendenzahlungen. Suche daher noch nach Gründen warm ich BDC's anstelle von anderen Aktienempfehlungen kaufen sollte.
    Danke für deine Antwort.
    Basti

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    1. Moin Basti,
      mein Dividendendepot führen ich getrennt von meinen Investmentdepot. Nicht nur, weil letzteres ja in meiner GmbH liegt, sondern weil ich auch unterschiedliche Strategien damit verfolge. Während das Investmentdepot hauptsächlich auf Kursgewinne/Wertsteigerungen ausgerichtet ist, soll das (private) Dividendendepot zuvorderst stetige Einnahmen erzielen.

      BDCs stellen keine risikoärmeren Investments dar als meine Ankerinvestments! BDCS sind durchaus risikobehaftet, weil sie Unternehmen der dritten und vierten Reihe finanzieren und daher sind sie auch recht konjunktursensibel. Sie eignen sich also eher als Beimischung zu einem breit aufgestellten Depot. Dass sie aktuell 100% meines Dividendendepots ausmachen, ist alleine betrachtet keine gute Empfehlung - allerdings sehe ich meine beiden Depots als Bestandteil meines Gesamtvermögens, daher passt das mit der Gewichtung dennoch in meiner konkreten Situation.

      Was die Underperformance der BDCs ggü. vielen Blue Chip Dividendenwerten in den letzten Jahren angeht, so liegt das meines Erachtens an zwei verzerrenden Punkten: einerseits haben defensive Dividendentitel einen wahren Run erlebt in den letzten Jahren, so dass ihre Bewertung per se deutlich höher liegt als im Durchschnitt. Und dann sind gerade diese Dickschiffe große Profiteure der Niedrigzinsphase (gewesen). Sie haben massiv ihre Schulden hochgefahren und damit in bisher ungekanntem Ausmaß ihre eigenen Aktien zurückgekauft. Das hat die Kurse zusätzlich angetrieben und die Gewinne je Aktie geschönt. Und noch höherer Bewertungen möglich gemacht. Doch wenn sich das Zinsniveau jetzt dauerhaft wieder in höhere Regionen aufschwingt, wird diese künstliche Nachfrage spürbar abebben. Vielmehr bekommen diese hoch verschuldeten Unternehmen auf einmal ein Problem, weil aufgrund deutlich steigender Zinszahlungen ihr Finanzergebnis (und damit auch die Cashflows) in den Keller rauschen. Was den Spielraum für Aktienrückkäufe zusätzlich mindern wird. Ich hatte das Thema bereits in meinem letzten Investor-Update ausführlicher dargestellt. Gut möglich, dass die defensiven Konsumwerte in einem solchen Szenario zu Underperformern werden - und dann relativ betrachtet andere Werte besser performen. Wie zB BDCs, die ja zu den Profiteuren eines steigenden Zinsniveaus gehören dürften.

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  7. Hans-Jürgen hat ja auf die hohen Management-Bezüge bei PSEC iHv 33% hingewiesen. Dieser Artikel lässt auch kein gutes Haar am PSEC-Management:
    https://seekingalpha.com/article/4118710-prospect-capital-unsafe-price
    In welchem Bereich liegen denn die Management-Bezüge bei den als "hochwertig" eingestuften BDCs?

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