Mittwoch, 26. Juli 2017

Chemikaliengroßhändler Brenntag schmiert die Weltkonjunktur

▸ Kissigs Kolumne vom 20. Juni 2017, Aktien Magazin 17/2017 

Mit den Produkten der Brenntag AG kommen Verbraucher kaum in Berührung, jedenfalls nicht, bevor diese weiterverarbeitet wurden. Denn Brenntag ist kein Produzent, sondern ein Händler. Ein Chemikalienhändler genauer gesagt und zwar der Weltmarktführer. Das klingt allerdings gewaltiger als es ist, denn Brenntags Weltmarktanteil liegt bei gerade einmal 6 Prozent. Denn der Markt ist sehr fragmentiert. Und hart umkämpft.

Gesteuert wird Brenntag seit 2011 von Steven Holland und zwar von London aus. Dennoch ist und bleibt Brenntag ein urdeutsches Unternehmen, das in seinen Ursprüngen bis ins Jahr 1874 zurückreicht. Inzwischen ist man Weltmarktführer im Markt für Chemikalien und dieser ist etwa 165 Milliarden Euro schwer. Dabei ist man als global agierendes Unternehmen von der weltweiten Konjunkturlage abhängig und zählt zu den sogenannten zyklischen Werten. Was sich auch am Kursverlauf der letzten Jahre ablesen lässt, denn nach der Finanzkrise konnte sich der Aktienkurs in den letzten sieben Jahren gut verdreifachen. Diese stolze Bilanz darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Aktienkurs seit zwei Jahren in einer Seitwärtsbewegung gefangen ist, und Anlegern somit zuletzt eher wenig Freude bereitet hat angesichts steigender Aktienmärkte.

 Brenntag AG (Quelle: finanzen.net
Als Großhändler ist Brenntag weniger anfällig für die Konjunkturzyklen als die Chemieproduzenten selbst, kann sich aber nicht völlig von diesen abkoppeln. Der Chemiegroßhandel konnte in den letzten Jahren um durchschnittlich neun Prozent zulegen, wobei zwischen 2008 und 2012 auch außergewöhnlich starke Jahre dabei waren. Seit 2015 schwächelt man aber, was vor allem am Ölpreis liegt. Denn das Nordamerikageschäft der Brenntag ist stark von der dortigen Frackingindustrie geprägt und die durchlebte in den letzten zwei Jahren ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst stürzte der Ölpreis um weit mehr als die Hälfte ab, bevor er sich dann um die 50 Dollar stabilisieren konnte. Gleichzeitig sanken die Zahlen neuer und aktiver Bohrlöcher immer weiter ab, was auch zu geringerer Nachfrage und sinkenden Preisen für die für das Fracking benötigten Chemikalien führte. Aber es gibt gerade hier einen Hoffnungsschimmer, denn nachdem die OPEC eine Förderkürzung beschlossen hatte, nahmen die Zahlen der neuen Bohrlöcher in den USA wieder zu.

Wachstum über Zukäufe
Das Geschäftsmodell von Brenntag ist eigentlich recht simpel. Man ist als Großhändler Mittler zwischen Kunden und den großen Chemieunternehmen. Die großen Abnehmer verhandeln direkt mit den Chemiekonzernen, kleinere Firmen bekommen hier kaum konkurrenzfähige Preise aufgrund ihrer überschaubaren Abnahmemengen. Hier kommt die Brenntag ins Spiel, denn sie bündelt die Mengen ihrer Kunden und kauft bei den Chemiekonzernen mit Rabatt ein. Ein gutes Geschäft für alle Beteiligten, allerdings sind keine besonders hohen Margen zu erzielen, weil der Markt stark fragmentiert und ziemlich transparent ist. Da sich eine Vielzahl von Wettbewerbern im Markt tummeln, muss auch Brenntag mit engen Margen kalkulieren, um keine Kunden zu verlieren. Andererseits wächst Brenntags Marktmacht mit jedem zusätzlichen Kunden, da man größere Mengen einkaufen und damit größere Rabatte bzw. niedrigere Preise bei den Chemiekonzernen erzielen kann. Daher setzt Brenntag seit jeher auch auf Wachstum durch Zukäufe. Und so hat man seit 2007 mehr als 50 zumeist kleinere Firmen übernommen. Im laufenden Jahr stehen bis zu 250 Millionen Euro für Übernahmen zur Verfügung, von denen bisher allerdings erst 30 Millionen abgerufen wurden.

Asien im Blick
Schaut man auf die globale Verteilung, dann hat es Brenntag in den USA mit einer noch verhaltenen Entwicklung zu tun, die stark vom Ölpreis abhängt. In Mittel- und Südamerika hingegen hat Brenntag große Baustellen vor der Brust, insbesondere in Venezuela. Dort sind die Umsätze weiter deutlich rückläufig und die Aussichten wenig erfreulich. Verständlich also, das sich Brenntag stärker auf die prosperierende Region Asien-Pazifik konzentrieren möchte, die der jüngste Geschäftsregion von Brenntag ist und bisher erst knapp zehn Prozent Umsatzanteil beisteuert. Und damit deutlich hinter den Hauptmärkten Europa und Nordamerika zurückliegt.


 Alle Daten und Fakten zu Brenntag bei Aktienfinder.net - hier gleich mal testen

Solide Zahlen und Bilanz
Das vergangene Jahr konnte Brenntag solide abschließen. Der Umsatz – inkl. Übernahmen – erhöhte sich leicht auf 10,5 Milliarden Euro während das EBITDA auf Vorjahresniveau verharrte. Dennoch hob man die Dividende um 5 Cents auf 1,05 Euro an, was einer Ausschüttungsquote von knapp 45 Prozent entspricht.

Auf dem aktuellen Kursniveau von rund 50 Euro ist Brenntag fair bewertet und benötigt neue Impulse, um aus der zweijährigen Konsolidierungsphase ausbrechen zu können. Und vielleicht neue Hochs jenseits der 60 Euro anzupeilen. Diese Impulse können vor allem aus zwei Richtungen kommen. Zunächst aus einer allgemeinen konjunkturellen Belebung, von der Brenntag sehr profitieren würde und natürlich aus einer Besserung der Lage im Ölmarkt. Nicht nur in den USA, wo Präsident Trump den Klimawandel ignoriert und alle Schalter zurückdreht auf fossile Energieversorgung, sondern auch in Lateinamerika mit den großen Ölförderern Venezuela und Brasilien.

Neben einer konjunkturellen Aufhellung wird Brenntag weiter auf Wachstum durch Übernahmen setzen und da sich in dem Markt rund 10.000 kleinere Mitbewerber tummeln, dürften die Ideen für interessante Zukäufe nicht allzu schnell ausgehen. Vor allem in Asien wird die Brenntag ihre Fühler ausstrecken, weil sich dort höhere Wachstumsraten und Margen erzielen lassen.

Wer auf eines dieser beiden Szenarien setzen möchte, oder auch auf beide, der sollte mit dem einstigen Börsenhighflyer Brenntag gut bedient sein.

Dienstag, 25. Juli 2017

Was ist... ein Dividendenaristokrat?

Viele börsennotierte Unternehmen beteiligen ihre Aktionäre am Erfolg durch Zahlung einer Dividende. Die Dividendenrendite spielt daher für die Anlageentscheidung eine wichtige Rolle, doch kann sie auch künstlich hochgehalten werden, um das Unternehmen attraktiver aussehen zu lassen, als es auf den zweiten Blick ist. Dann werden zum Beispiel 10 Cents je Aktie als Dividende ausgeschüttet, während im Geschäftsjahr nur 5 Cents verdient wurden oder gar ein Verlust anfiel. In diesem Fall geht die Ausschüttung zulasten der Substanz des Unternehmens und wenn dies mehrmals passiert, ist das Unternehmen irgendwann ausgezehrt.

Die sog. "Dividendenaristokraten" sollen hier Abhilfe schaffen, denn zu diesem erlesenen Club gehören nach der Definition von Standard & Poors nur die Unternehmen, die in den vorausgegangenen 25 Jahren in Folge ihre Ausschüttungen erhöht oder zumindest konstant gehalten haben. Das ist keine Kleinigkeit, da sich in regelmäßigen Abständen starke Kurseinbrüche oder gar Aktiencrashs an der Börse ereignen, die nicht selten auf wirtschaftliche Schwächephase folgen oder diese auslösen. Man denke nur zurück an die Dot-Com-Blase im Jahr 2000, die Terroranschläge des 11. September 2001 oder die Immobilien- und Finanzkrise 2008/2009 mit jeweils Kurseinbrüchen weit im zweistelligen Bereich und erheblichen negativen Auswirkungen auf die globale Wirtschaft. In solchen Zeiten die Dividenden nicht zu kürzen, ist schon eine Glanzleistung und verdient daher auch eine entsprechende honorige Auszeichnung, wie sie das Prädikat "Dividendenaristokrat" darstellt.

In Deutschland gibt es keine solche lange Tradition der Dividendenausschüttungen, da bei uns die Altersversorgung traditionell auf der Gesetzlichen Rentenversicherung fußt und nicht auf privater Kapitalvorsorge, wie z.B. in den USA. Dort hat sich also der Fokus schon frühzeitig auf steige und hohe, möglichst steigende, Dividendenzahlungen gerichtet und die ältesten Dividendenaristokraten zahlen bereits seit 125 Jahren kontinuierlich Dividenden.

Und weil sich in Deutschland kein einziges Unternehmen findet, dass diesen Kriterien entspricht und in Europa auch nur wenige, werden hierzulande auch weichere  Kriterien¹ angesetzt, um dem Grundprinzip Rechnung tragen zu können. So müssen die Unternehmen

  • in jedem der vergangenen zehn Jahre eine Dividende ausgeschüttet haben,
  • in mindestens sieben Jahren muss diese stabil oder höher ausgefallen sein,
  • die Dividendenrendite muss bei mindestens 3,5 Prozent liegen
  • die Eigenkapitalquote mehr als 30 Prozent betragen und
  • der Verschuldungsgrad gering ausfallen. 

So werden nur die Unternehmen ausgewählt, bei denen eine auch zukünftig konstante oder sogar steigende Dividende zu erwarten ist, die durch unternehmerische Erfolge erwirtschaftet wurde.

Die Aktienanlage in Titeln, die zu den Dividendenaristokraten gehören, lohnt sich für Anleger gleich doppelt. Denn sie erzeugt nicht nur einen regelmäßigen Strom an Mittelzuflüssen auf das eigene Konto, sondern Betrachtungen über Jahrzehnte hinweg haben ergeben, dass sich Aktienwerte mit attraktiven Dividendenausschüttungen unter dem Strich besser entwickeln, als Nichtzahler. Und den Aspekt der Kursentwicklung sollte man bei der Anlegeentscheidung nicht außer acht lassen, denn er ist wesentlicher Teil der Gesamtperformance einer Geldanlage.


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¹ Diese Kriterien sind nicht fest definiert und können sich je nach individueller Vorliebe des Listenerstellers partiell unterscheiden; die hier aufgeführten Kriterien legt z.B. die DZ Bank für ihre Auswahl zugrunde.

Montag, 24. Juli 2017

Börsenweisheit der Woche 30/2017

"Börsengurus empfehlen oft genau die Aktien, die sie selbst zu einem günstigen Kurs loswerden wollen".
(André Kostolany)

Sonntag, 23. Juli 2017

Dauerenttäuschung DEWB: Dreht hier gerade der Wind oder ist die Luft völlig raus?

Die Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG (DEWB) hat viele Jahre lang viel versprochen und schaut man auf den Kursverlauf, dann sieht man auf den ersten Blick, wie viel davon eingehalten wurde. Nullkommanichts. Für ihre Aktionäre war die DEWB über viele Jahre hinweg ein Eurograb und ich habe mich in meinen unregelmäßig erscheinenden Branchenabrissen über die deutschen Beteiligungsgesellschaften auch immer mal wieder mit dem Dauerfiaskolieferanten beschäftigt. Ende letzten Jahres war sie mir allerdings keine besondere Erwähnung mehr wert, nachdem auch die letzte verbliebene Hoffnung, die Biotechbeteiligung Noxxon, nicht den ersehnte Geldregen, sondern zweistellige Millionenabschreibungen eingebracht hatte. Doch im Dezember 2015 hatte ich die damalige Situation der DEWB zusammengefasst mit den Worten die DEWB sei langweilig und könne weder durch Tatkraft noch durch das Einhalten von Prognosen und Ankündigungen bestechen. Die extrem illiquide Aktie eigne sich allenfalls als kleine Depotbeimischung für hartgesottene Anleger. Dem ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen, außer dass es den Anschein hat, dass der DEWB gerade wieder Leben eingehaucht werden könnte...

Wiederauferstehung der DEWB?
Die DEWB ist eine börsennotierte Ventrue Capital-Gesellschaft mit Schwerpunkt auf Unternehmen aus den Bereichen Photonik und Sensorik. Zur Zeit hat man noch 6 Portfoliounternehmen:

  • MueTec Automatisierte Mikroskopie und Messtechnik GmbH, München (Anteil 92%)
    - Mikroskopie
  • LemnaTec GmbH, Aachen (Anteil 49,7%)
    - Optische Inspektionsgeräte
  • Nanotron Technologies GmbH, Berlin (Anteil 30,5%)
    - Drahtlose Sensornetzwerke
  • Nanotron Technologies Ltd., London (Anteil 20,7%)
    - Holding der Nanotron Technologies GmbH
  • Decimo GmbH, Berlin (Anteil 16,7%)
    - Online-basierte Plattform für Factoring-Dienstleistungen
  • Noxxon Pharma N.V., Amsterdam (Anteil 12,1%)
    - Entwicklung Pharmazeutika auf Basis der Spiegelmertechnologie

Die früheren Beteiligungen DirectPhotonics und JenaBatteries befinden sich nicht mehr im Depot. DirectPhotonics ist nach einer gescheiterten Sanierung vollständig abgeschrieben worden (Ergebnisbelastung 2,6 Mio. Euro), doch mit dem Verkauf der Anteile an JenaBatteries wurden 2,25 Mio. Euro erlöst und ein Gewinn von 1,7 Mio. Euro verbucht. Das eingesetzte Kapital konnte damit in wenigen Jahren vervierfacht werden und dieser Exit war ein der wenigen Lichtblicke in den letzten Jahren. Auf der anderen Seite hat man leider auch eine äußerst interessante Beteiligung in einem Zukunftsmarkt recht früh aus der Hand gegeben, denn JenaBatteries forschte an Energiespeicher ohne seltene Erden - die momentan zu rund 90% aus China stammen und daher der Flaschenhals für unsere zunehmend technisierte Welt darstellen.

Für eine große Enttäuschung sorgte einmal mehr Noxxon. Trotz vielversprechender Aussichten ist es jahrelang nicht gelungen, Noxxon an ein größeres Biotechunternehmen zu veräußern und auch ein IPO ist kläglich gescheitert. Letztlich hat man sich zu einem sog. Trade Sale entschlossen, die Aktien also einfach an der Börse gelistet.

 DEWB (Quelle: finanzen.net
Doch hierbei musste man eine vergleichsweise niedrige Bewertung akzeptieren, was zu einer umfangreichen Abwertung der DEWB-Position führte - am Ende des Jahres 2016 schlug damit ein Jahresergebnis von -16,5 Mio. Euro zu Buche. Hierzu hat auch die vollständige Abschreibung der Beteiligung Nanotron beigetragen (Ergebnisbelastung 2,2 Mio. Euro), da die Gesellschaft die anvisierten Fortschritte nicht erreicht hat und auf weitere externe Finanzierung angewiesen ist. Aber anders als bei DirectPhotonics sieht der DEWB-Vorstand hier Potenzial für eine zumindest anteilige Wertaufholung, sofern ein externer Partner gefunden wird. Allerdings sind solche Aussagen mit Vorsicht zu genießen angesichts der häufigen Fehleinschätzungen des DEWB-Vorstands in der Vergangenheit und insofern kann man die vollständige Abschreibung der Beteiligungen als Komplettbereinigung der DEWB-Bilanz einstufen und damit als relativ solide Basis für einen Neuanfang.

Erfreulicher scheint sich dagegen aktuell Noxxon zu entwickeln. Das Biotechnologieunternehmen mit Fokus auf der Verbesserung von Krebstherapien durch gezielte Beeinflussung der Tumormikroumgebung, gab Anfang Juli bekannt, dass die ersten Patienten in einer klinischen Phase 1/2-Studie bei metastasierendem Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg behandelt wurden. Noxxon und Merck & Co. haben gemeinsam das Design der klinischen Studie entworfen, die aus zwei Teilen besteht.

Die überzeugenden präklinischen Daten und die Ergebnisse der Phase 1-Studie unterstreichen das Potenzial von NOX-A12 als künftige Komponente zur innovativen Behandlung von Patienten mit Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs und dieser Ansatz könnte im Erfolgsfall die Behandlung für eine Vielzahl von Krebsarten revolutionieren, ist man sich bei Noxxon sicher. Selbstverständlich maße ich mir nicht an, diese Einschätzung in irgendeiner Weise verifizieren zu können.

Allerdings konnte Noxxon zuletzt Aktien in Höhe von 1 Mio. Euro zu einem Kurs von 15,50 Euro platzieren und es sollen in mehreren Tranchen Wandelanleihen mit einem Volumen von bis zu 10 Mio. Euro ausgegeben werden. Das wurde garniert mit der Ausgabe von Aktienoptionen (zu einem Tauschkurs von 18,60 Euro) und einem Debt-to-equity-Swap. Sollten sich bei Noxxon weiterhin Erfolge einstellen, dürfte eine positive Neubewertung anstehen.

Ebenfalls positiv entwickelt haben sich LemnaTec und MueTec, die mit hohen Auftragsbeständen in das Jahr 2017 gestartet sind und die sich erst seit Dezember 2016 im Beteiligungsportfolio befindliche Decimo GmbH.

Neuer Großaktionär mischt die Karten neu
Bis zu diesem Punkt gibt es eigentlich keinen Grund anzunehmen, dass die DEWB künftig erfolgreicher mit ihren Beteiligungen agieren wird, als bisher. Allerdings hat sich eine Situation ergeben, die für die DEWB zum Game-Changer werden könnte und damit für risikobewusste Anleger zu einer lukrativen Gelegenheit.

Denn die DEWB hat einen neuen Großaktionär. Der Value Investor SPSW Capital GmbH aus Hamburg ist über mehrere von ihm betreute Investmentfonds mit mehreren Paketübernahmen groß bei der DEWB eingestiegen und hält nun zwischen 20 und 25 Prozent der Anteile.

SPSW Capital agiert langfristig und ist darauf aus, seine wenigen Beteiligungen nachhaltig im Wert zu steigern. Achim Plate war früher Chef des Multimedia-Dienstleisters D + S Online und fädelte im Jahr 2008 deren Verkauf an den Finanzinvestor Apax ein, der den D+S-Aktionären eine stattliche Gewinnprämie einbrachte. Und die drei von SPSW aufgelegten Fonds können seit Jahren durchweg mit positiven Renditen punkten. Und SPSW hat auf der ordentlichen Hauptversammlung am 23. Juni auch gleich klar gemacht, dass man konkrete Vorstellungen hat, wie die DEWB künftig zu agieren hat. So wurden die drei Positionen des DEWB-Aufsichtsrats neu besetzt mit Rolf Ackermann (Sprecher des Vorstands der ABAG Aktienmarkt Beteiligungs AG, Köln), Dipl.-Ing. Achim Plate sowie Henning Soltau (beide Geschäftsführer der SPSW Capital GmbH). In der anschließenden konstituierenden Aufsichtsratssitzung wurde Achim Plate zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Rolf Ackermann zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Anders als die SPSW ist die ABAG bereits seit vielen Jahren an der DEWB beteiligt.

Meine Einschätzung
Kaum vorstellbar, dass SPSW nur darauf abzielt, dass sich die aktuellen DEBW-Beteiligungen doch noch irgendwie ins Geld bringen lassen und/oder dass man auf einen durchschlagenden Erfolg von Noxxon spekulieren möchte. Das hätte man mit einem Direktinvestment in Noxxon-Aktien einfacher haben können. Meine Überlegung geht eher in die Richtung, dass die DEWB unter der neuen Regie eine neue Investment-Kultur erfahren wird, dass es künftig weniger um kleinteilige, sich nicht ergänzende, Beteiligungen gehen wird, sondern um eine klare Fokussierung auf besonders aussichtsreiche Unternehmen als Ausbau des Portfolios. Und das die DEWB vermutlich auch frisches Kapital einsammeln wird, um bald möglichst eine kritische Größe zu erreichen, die ihr Agieren am Markt einfacher und erfolgversprechender macht.

Die Zeichen stehen also auf Neustart, auf Umbruch, auf Aufbruch. Der Aktienkurs ist zumindest schon einmal etwas angesprungen und ein Einstieg könnte für diejenigen interessant sein, die auf den Erfolg der neuen Großaktionäre und ihre über Jahre hinweg aufgebaute Reputation als Value Investoren setzen wollen. Dabei muss man jedoch im Blick behalten, dass es sich bei der DEWB um eine Turnaround-Spekulation handelt in einem sehr marktengen Wert. Trotz des jüngsten Kursanstiegs liegt die Börsenkapitalisierung bei einem Aktienkurs von 1,39 Euro bei mickrigen 21 Mio. Euro. SMC Research war Ende Juni bei einer Sum-of-the-Parts-Analyse unter Einbeziehung des Nettofinanzvermögens von -3,5 Mio. Euro auf einen NAV von 1,32 Euro je Aktie gekommen. Mein Einstieg Ende Juni zu knapp 1,19 Euro erfolgte also mit einer kleinen Sicherheitsmarge auf diesen NAV, allerdings geht meine Spekulation ja weniger in Richtung einer klassischen Unterbewertung des Bestandsportfolios, als vielmehr hin zu einer völligen Neuausrichtung im Sinne des value-orientierten neuen Großaktionärs. Wenn dieser gelingt, und das wird nicht von heute auf morgen passieren, dürfte die DEWB-Aktie dem folgend Potenzial bieten.

Die extrem illiquide Aktie der DEWB eignet sich jedoch allenfalls als kleine Depotbeimischung für hartgesottene Anleger. Ich habe sie Ende Juni als Turnaround-Spekulation auf meine Empfehlungsliste genommen und mir eine Position ins Depot gelegt.

Samstag, 22. Juli 2017

Was ist... eine Aktiendividende?

Kapitalgesellschaften schütten oft einen Teil ihrer Gewinne in Form von Dividenden an ihre Aktionäre aus. Dies erfolgt ganz überwiegend als Bardividende und der Aktionär erhält Geld auf sein Konto und er muss diese gegenüber dem Finanzamt versteuern; in Deutschland in der Regel über die sog. Abgeltungssteuer, eine spezielle Form der Kapitalertragsteuer.

Eine Alternative zur Bardividende ist die sog. Aktiendividende, bei der die Ausschüttung in Form neuer Aktien erfolgt. Der Aktionär erhält also Aktien anstelle der Bardividende - steuerlich ist auch diese Aktiendividende so zu behandeln wie die "normale" Bardividende. Deshalb erfolgt die Ausschüttung in der Art, dass der entsprechende die Steuer ausmachende Betrag als Bardividende deklariert - aber einbehalten und an das Finanzamt abgeführt - und der verbleibende Rest als Aktiendividende in das Depot des Aktionärs gebucht wird. Der Aktionär hat nach der Dividendenzahlung also nicht mehr Geld auf dem Konto, aber mehr Aktien im Depot. Mit allen Rechten und Pflichten, die auch schon die alten Aktien gewährten, also insbesondere einem Anspruch auf den anteiligen Unternehmensgewinn.

Nun könnte man meinen, dass eine solche Aktiendividende für die Aktionäre mit Nachteilen verbunden wäre, weil ja eine höhere Anzahl von Aktien eine Verwässerung des Gewinns für alle bedeutet, denn der gleiche Gewinn muss ja nun auf mehr Aktien verteilt werden. Dem lässt sich entgegenhalten, dass auch die Ausschüttung einer Bardividenden für die Aktionäre mit dem Nachteil verbunden ist, dass effektiv ein Geldabfluss stattfindet und somit eine Verminderung des Unternehmenswertes. Unter dem Strich bleiben sich die Auswirkungen beider Dividendenalternativen für den Aktionär gleich. Als Vorteil der Aktiendividende kann allerdings gelten, dass der Aktionär hier nicht mit Börsenspesen belastet wird, wohingegen diese natürlich anfallen, sollte er seine Bardividende selbständig wieder in Aktien des selben Unternehmens anlegen wollen.

Ob den Aktionären überhaupt eine Aktiendividende angeboten wird, muss die Hauptversammlung beschließen. Zumeist erhält der Aktionär hier dann ein Wahlrecht, ob er die Aktiendividende oder die klassische Bardividende erhalten möchte.

Empfehlungsliste

Performance seit Erstempfehlung inkl. Brutto-Dividenden. Das regelmäßige Update erfolgt jeweils zum Wochenende.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.«, riet Immanuel Kant.
Also, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass Ihr Euch Eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, Euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt Ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit Euch ins Gespräch kommen, von Euch lernen. Ich möchte ein besserer Investor werden.


Historie der Transaktionen auf meiner Empfehlungsliste
Auf der ▸Transaktionsliste finden Sie alle Aufnahmen und Streichungen auf meiner Empfehlungsliste seit Start des Blogs.


Investor-Update
Die Empfehlungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn  sie viele Überschneidungen aufweist. Im Investor-Update beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.


RECHTLICHER HINWEIS NACH WPHG
Viele der in meinem Blog erwähnten Werte halte oder handle ich regelmäßig. Die in diesem Blog enthaltenen Beiträge sind meine persönliche Meinung und stellen weder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar, noch sind sie als Beratungsleistung zu werten. Ich übernehme trotz aller Sorgfalt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen; sie beruhen auf Quellen, die ich für vertrauenswürdig und zuverlässig halte.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass der Handel mit Aktien, Optionsscheinen, Zertifikaten, Optionen und anderen Finanzprodukten mit grundsätzlichen Risiken verbunden ist und zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Gewinne der Vergangenheit können zukünftige Ergebnisse nicht garantieren.

Für Investitionen, die aufgrund meiner Aussagen getätigt werden, übernehme ich keinerlei Verantwortung. Jeder Anleger handelt auf eigenes Risiko und sollte sich von einem Bank unabhängigen Experten beraten lassen, inwieweit die vorgestellten Wertpapiere zu seinem persönlichen Risikoprofil passen.

Freitag, 21. Juli 2017

McCormick und der scharfe Ritt: Kurseinbruch nach Übernahme als Chance?

Der Gewürzhersteller McCormick & Company ist ein ziemlich unbekannter Riese, jedenfalls hierzulande. Das ist insofern verständlich, als dass Otto Normalverbraucher mit seinen Produkten (bisher) eher selten direkt in Kontakt kommt. Denn der 1889 in Baltimore gegründete Konzern stellt Gewürze oder Gewürzmischungen her und vertreibt sie an die Lebensmittelindustrie. Dabei ist es fast unmöglich als Konsument, nicht täglich etwas zu Essen oder zu Trinken, was nicht mit Zutaten von McCormick gewürzt wurde, zumindest in deren Hauptmarkt, den USA. Und in den letzten drei Jahren hatten die Aktionäre auch viel Freude mit ihrem Investment, denn McCormick zählt zu den gesuchten defensiven Werten, die auch in einer Rezession gute Geschäfte machen.

Neben den Gewürzen ist McCormick allerdings inzwischen auch selbst als Hersteller von Lebensmitteln aktiv und diese ist vor allem in den USA momentan im Umbruch. Denn die Verbraucher wenden sich vom Zucker ab und schauen verstärkt danach, Produkte aus regionalem und ökologischem Anbau zu bevorzugen. Das stellt einige der Platzhirsche der Branche vor große Herausforderungen, wie Campbell Soup oder General Mills. Und zumindest teilweise nun auch McCormick.

Während also das Gewürzbusiness weiter attraktive Renditen abwirft, sich auch McCormick mit seinen Produkten zunehmendem Gegenwind ausgesetzt. Und begegnet diesen auch durch Übernahmen. So hat man den Tubenkräuterspezialisten Gourmet Garden und den Saucenprofis Cajun Injector gekauft und ganz aktuell das Lebensmittelbusiness von Reckitt Benckiser für 4,2 Mrd. Dollar. Dieser letzte Zukauf kommt an der Börse nicht gut an und wird als zu teuer eingestuft. Immerhin hatte sich McCormick in einem Bieterverfahren gegen andere Größen der Branche durchgesetzt und am Ende einiges mehr bezahlt, als Analysten als Wert für RBs Lebensmittelbusiness angesetzt hatten. Der Kauf soll überwiegend über Kredite finanziert werden, was prompt die Ratingagentur Moody's auf den Plan rief, die eine Bonitätsabstufung für McCormick in Aussicht stellt. Also alles schlecht und der Kurseinbruch nur allzu gerechtfertigt. Oder?

»Es ist besser, ein hervorragendes Unternehmen zu einem guten Preis zu kaufen, als ein gutes Unternehmen zu einem hervorragenden Preis.«
(Warren Buffett)

 McCormick (Quelle: finanzen.net
An dieser Stelle erinnern wir uns an Value Investor Warren Buffett. Denn der Altmeister sagte uns einmal, er kaufe lieber ein hervorragendes Business zu einem guten Preis, als ein gutes Business zu einem hervorragendem Preis. Und McCormick folgt mit dem Zukauf genau dieser Maxime. Mit French’s and Frank’s RedHot Brands kauft man zwei starke Marken, die gleich zur zweit- und drittgrößten von McCormick avancieren. Beide weisen starke Margen auf, Wachstum und sind in den USA in ihrem Segment auf den vordersten Plätzen zu finden. Insgesamt weist das das RB Food-Business eine operative Marge von 28,7% auf, verglichen mit der bisherigen von McCormick, die bei 14,2% liegt. Auch deshalb war McCormick bereit, einen höheren Preis zu bezahlen. Die 4,2 Mrd. Dollar kommen zu der bisherigen überschaubaren Verschuldung von 1,447 Mrd. Dollar hinzu, McCormick liefert aber aber nach dem Zukauf einen Free Cashflow von 633 Mio. Dollar p.a ab, so dass diese zu stemmen sein wird. Man nimmt die Verschlechterung der Bilanzrelationen in Kauf und ist sicher, auf längere Sicht wieder zur alten Bilanzstärke zurückzukehren. Sprich: die Verschuldung wird künftig verstärkt abgebaut werden und zwar durch ein Verringern der Aktienrückkäufe und das Nutzen der höheren Cashflows. Die Dividende hingegen will McCormick nicht beschneiden und das ist verständlich, denn McCormick ist einer der Dividendenaristokraten der Wall Street; hat also seit mindestens 25 Jahren seine Dividende gesteigert. Diesen Nimbus gibt man nicht leichtfertig aus der Hand.

»Ihr Ziel als Investor sollte es einfach sein, zu einem vernünftigen Preis einen Teil eines leicht verständlichen Geschäfts zu kaufen, dessen Gewinne in fünf, zehn und zwanzig Jahren nahezu sicher erheblich höher ausfallen werden, als heute.«
(Warren Buffett)

Nach eher durchwachsenen Q1-Resultaten geht der Markt davon aus, dass McCormick auch keine berauschenden Zahlen für das Halbjahr präsentieren wird. Der Aktienkurs hatte daher im Vorfeld schon nachgegeben und die vermeintlich teure Akquisition hat den Kurs nochmals gedrückt. Zusätzlich hat der Kurs aus Sicht deutscher Anleger unter der Dollarstärke gelitten, so dass der Aktienkurs bei knapp unter 80 Euro rund 10% Potenzial bietet, nur um wieder sein Jahreshoch bei 96 Euro zu erreichen.


 Alle Daten und Fakten zu McCormick bei Aktienfinder.net - hier gleich mal testen

Meine Einschätzung
Aktuelle Einflüsse belasten den Aktienkurs von McCormick, doch der Zukauf ist eine sinnvolle Ergänzung für das Unternehmen und wird sich auf mittlere und lange Sicht auszahlen. Das Geschäftsmodell ist solide aufgestellt und die Margen werden sich verbessern. Hinzu kommt ein Schuss Übernahmephantasie, denn die Branche ist im Konsolidierungsmodus. Insbesondere Warren Buffetts Kraft Heinz, die selbst an RBs Food Business interessiert war und zuletzt mit einer Übernahmeofferte für Unilever gescheitert war, scheint auf der Suche nach attraktiven Zukäufen zu sein. Aber dies ist nur ein zusätzlicher Reiz, den man nicht alleine zur Grundlage einer Investitionsentscheidung machen sollte.

Ich denke, dass die aktuelle Kursschwäche für Langfristanleger eine gute Gelegenheit bietet, sich an diesem Dividendenaristokraten zu beteiligen und setze McCormick daher auf meine Empfehlungsliste.

Donnerstag, 20. Juli 2017

Blue Cap: Stagnierende Gewinne als Turbo für den Aktienkurs?

Die mittelständische Beteiligungsgesellschaft Blue Cap steht vor einem tiefgreifenden Wandel, was mit einem Zukauf und einem Verkauf zu tun hat, die mächtig Spuren hinterlassen werden in der Bilanz der Münchner. Unter dem Strich könnte dies zu stagnierenden Gewinnen führen, womit Blue Cap erhebliches Kurspotenzial aufweisen sollte. Wie das...?

Nun, Blue Cap investiert überwiegend in süddeutsche mittelständische Nischenunternehmen und konzentriert sich dabei auf operativ tätige technologiegetriebene Gesellschaften mit bestehendem profitablem Kerngeschäft, die sich in Umbruch- oder Sondersituationen befinden. Im Klartext investiert man in sanierungsbedürftige oder insolvente Unternehmen, Konzernausgliederungen und in Gesellschaften mit ungelöster Unternehmensnachfolge. Die Tochterunternehmen werden eigenständig und unternehmerisch geführt. Im vergangenen Jahr gelang ein großer Coup, als man aus der Insolvenz heraus die Vermögensgegenstände der Neschen AG übernommen hat. Die Zahlen für 2016 zeigen, dass sich die erhofften Effekte einstellen, also der Umsatz in die Höhe schießt, während Synergien in der Klebesparte die Kosten senken und damit die gewinne befeuern. Dabei ist die Neschen-Gruppe erst zum 01.12.2016 in den Konsolidierungskreis der Blue Cap AG aufgenommen worden. Aus dem Geschäftsbericht für 2016 der Blue Cap ist zu entnehmen, dass der Vorstand im Bereich Beschichtungstechnik davon ausgeht, "im Vorjahresvergleich durch die erfolgreiche Integration der Neschen-Gruppe in den Konzern ein starkes Umsatz- und Ergebniswachstum (EBIT) aufweisen" zu können. Der Aktienkurs hat diese positiven Entwicklung mit Verzögerung dann auch eingepreist und solide in den zweistelligen Bereich geführt.

Blue Cap ist nicht Exit-getrieben und umso mehr überraschte die Meldung, man habe die bis dahin profitabelste Beteiligung, Biolink, an den französischen Chemiegiganten Saint Gobain veräußert. Biolink als Tochter der Blue Cap-Tochter Panatol war die Cashcow im Blue Cap-Verbund und zum Verkaufspreis und -grund hat Blue Cap bisher nichts verlauten lassen. Man hat nur auf die Vorlage der Halbjahreszahlen bzw. die Hauptversammlung verwiesen, wo man hierzu Stellung nehmen werde. Doch wozu bis zum 11. August warten, wenn man sich auch selbst ein paar Gedanken machen kann?

 Blue Cap (Quelle: finanzen.net
Wie Blue Cap-CEO Hannspeter Schubert erklärte, würde man sich von Beteiligungen nur trennen, wenn der Preis so exorbitant gut wäre, dass er die positiven Entwicklungen des Unternehmens auf Jahre vorwegnehmen würde. Diese Maxime sollte daher wohl erst recht für die profitabelste Tochter gelten, die zudem Teil der durch den Neschen-Zukauf gestärkten Klebesparte war. Edison Research geht davon aus, dass Biolink zu etwa 40 Mio. Euro verkauft worden sein dürfte, dem 12-fachen des erwarteten EBITDA. Geht man davon aus, dass Biolink mit einem fairen Wert von um die 30 Mio. Euro anzusetzen wäre, entspräche der Kaufpreis einen deutlichen Aufschlag von mehr als einem Drittel. Zudem war Biolink an seinem Standort an räumliche Grenzen gestoßen, was in absehbarer Zeit höhere Investitionen erforderlich gemacht hätte (denn Blue Cap strebt danach, die Immobilien im Eigentum zu haben und nicht anzumieten). In Summe ergeben diese Annahmen ein Bild, das einen Verkauf von Biolink stimmig machen würde. Und bricht man den erwarteten Bruttoverkaufserlös von rund 40 Mio. Euro auf die Zahl der Blue Cap-Aktien herunter, entspräche dies einem Wert von gut 10 Euro je Aktie. Zur Einordnung: die gesamte Blue Cap wird aktuell mit knapp 50 Mio. Euro an der Börse bewertet!

Zudem erklärte Blue Cap, man werde die Tochter Planatol nun auf die Mutter Blue Cap verschmelzen. Ausschlaggebend hierfür dürfte sein, die hohen Gewinne durch den Biolink-Verkauf in der Blue Cap nutzen und mit vorhandenen Verlustvorträgen verrechnen zu können.Da der Biolink-Verkauf zum 30.06. umgesetzt worden ist, dürfte die Verschmelzung zeitnah angegangen werden. Ein Verschmelzungsbeschluss der Planatol-Aktionäre ist nicht erforderlich, da Blue Cap mehr als 90% der Anteile hält.

Unterm Strich werden die beiden Beteiligungsveränderungen von Neschen und Biolink dazu führen, dass Blue Cap künftig fast schuldenfrei ist. In der Bilanz schlummern jedoch noch hohe stille Reserven, da man ja Eigentümer der Immobilien der Töchter ist. Diese Immobilien sollen nun in einer zentralen Immobiliengesellschaft zusammengefasst werden.

Meine Einschätzung
Neschen wird sich deutlich positiv in den Blue Cap-Zahlen niederschlagen, sowohl beim Umsatz als auch zunehmend beim Gewinn. Der Biolink-Verkauf wird laut Vorstand "das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2017 erheblich positiv" beeinflussen und wie Edison in seiner Studie meint, dürften die Gewinne in etwa konstant bleiben - trotz des Abgangs der Cashcow Biolink! Im Gegenzug verfügt Blue Cap nun über hohe freie Mittel, um weitere Attraktive Zukäufe tätigen zu können.

Es stehen also eine Reihe von positiven Ergebnissen zu Buche:

  • hohe Cash-Position, die für eine Diversifizierung des Portfolios/Zukäufe genutzt werden kann,
  • stille Reserven in den Immobilien, mit anstehender Zusammenführung in einer konzerninternen Immobilienverwaltungsgesellschaft,
  • Steuerersparnis aufgrund der Verschmelzung von Planatol auf die Blue Cap,
  • (auch) deshalb Dividendenfähigkeit ab dem Geschäftsjahr 2017 gegeben.

Und dann schauen wir auf die Börsenbewertung von Blue Cap mit gerade einmal 50 Mio. Euro, nachdem Biolink zu vermutlich 40 Mio. Euro verkauft wurde. Die bisher optisch hohe Verschuldung von Blue Cap darf eigentlich kein Hinderungsgrund für deutlich höhere Bewertungen sein, denn ihr steh das Immobilienvermögen samt der hohen stillen Reserven gegenüber. Unterm Strich dürfte Blue Cap nun annähernd netto schuldenfrei sein (genau erfahren wir das natürlich erst, wenn wir den Verkaufspreis für Biolink kennen und nach der Verschmelzung mit Planatol sowie der Neustrukturierung des Immobilienvermögens).

Die Hauptversammlung am 11. August dürfte daher spannend werden, denn es ist abzusehen, dass die Aktionäre hier viele Fragen haben werden. Wie viel Hannspeter Schubert dann schon herauslassen wird, oder ob wir uns bis zur Vorlage der Halbjahreszahlen Ende September vertrösten lassen müssen, bleibt abzuwarten. Was heute allerdings bereits abzusehen ist, ist der enorme Gewinnsprung, den Neschen und der Biolink-Verkauf Blue Cap beschert haben. Dazu gesellt sich die Aussicht, dass Blue Cap nun über erhebliche freie Mittel verfügt, um sich weitere unterbewertete Töchter ins Boot zu holen. Und umso unverständlicher ist, dass der Aktienkurs mit der Marke von 12 Euro kämpft und nicht Richtung 20 Euro strebt. Aber das dürfte sich bald ändern...

Blue Cap befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und hat sich als einer meiner Jahresfavoriten für 2017 im ersten Halbjahr schon ganz gut entwickelt. Aufgrund einiger Zukäufe bei Kursen von unter 12 Euro in den letzten Tagen ist Blue Cap inzwischen die mit Abstand größte Position in meinem Depot. Zündet der Kurs die nächste Stufe, wie von mir erwartet, wird sich daran auch nichts ändern. Im Gegenteil...

Mittwoch, 19. Juli 2017

Was ist... Buy & Hold?

Buy & Hold ist eine Anlagestrategie, die darauf abzielt, Wertpapiere langfristig zu halten. Hierdurch wird das Risiko durch die Schwankungen an den Märkten gesenkt und die Erfolgsaussicht auf hohe Renditen erhöhen sich.

»Meine bevorzugte Anlagedauer ist für immer.«
(Warren Buffett)

Historische Daten belegen für für den S&P 500 zwischen 1926 und 2010 eine durchschnittliche jährliche Aktienrendite von 9,7%, während Staatsanleihen nur 5,6% p.a. brachten. Dabei unterliegen die Kurse in einzelnen Jahren durchaus heftigen Schwankungen, die auch schon mal 50 Prozent und mehr ausmachen können. Auch in diesen Phasen kann und sollte man nicht panisch verkaufen und versuchen, den Markt zu timen. Mit Geduld und Ruhe hat man in den letzten 90 Jahren jedenfalls nichts falsch gemacht am Aktienmarkt. Denn die durchschnittliche Überrendite von 4% pro Jahr erzielte man durch Nichtstun.

»Du machst kein Geld, wenn du Aktien kaufst. Du machst kein Geld, wenn Du Aktien verkaufst. Du verdienst Geld, wenn Du abwartest.«
(Charlie Munger)

Dabei muss man wissen, dass zwischen 80 und 90 Prozent der Anlagegewinne in einem relativ kurzen Zeitfenster entstehen, nämlich zwischen 2 und 7 Prozent der Anlagedauer. Die meiste Zeit über bringt eine Aktie also kaum Performance, während sie in kurzen Phasen deutlich ansteigt. Wer diese wenigen kurzen Phasen verpasst, lässt auch den Großteil der Gesamtrendite dieser Aktie liegen. Und senkt damit seine Durchschnittsrendite ganz erheblich ab.

»Es ist so gut wie unmöglich, mit Markt-Timing zuverlässig Geld zu verdienen; es lohnt sich mehr, langfristig zu investieren und Unebenheiten auszuhalten.«
(Christopher H. Browne)

Das erfolgreichste Vorbild für klassisches Buy & Hold ist die Aktie von Buffetts und Mungers Investmentholding Berkshire Hathaway selbst. Als Buffett sie 1965 kaufte, stand sie im Tief bei 19 Dollar. 2015 war sie die mit Abstand teuerste Aktie der Welt und durchbrach die Marke von 220.000 Dollar. Buffett hat seine Aktien nie gesplittet. Und doch ist auch Buffetts Aktie nicht ohne größere Rücksetzer 50 Jahre lang nur angestiegen. Vielmehr gab es Phasen mit erheblichen Kurseinbrüchen, wie zwischen Juni 1998 und März 2000 als Berkshire Hathaway einen Maximum Drawdown von knapp 49 Prozent einstecken musste oder während der Finanzkrise im Jahr 2009, als vom Höchstkurs sogar 51 Prozent Kurseinbruch zu verzeichnen waren. Wer die Aktien damals verkauft hat, hat eigentlich alles falsch gemacht. Denn sie stieg nach diesen heftigen Kursabstürzen auf neue Höchststände und wurde zur teuersten Aktie der Welt. Keine andere Firma hat so viele Aktionäre zu Millionären gemacht - aber natürlich nur die, die ihre Aktien nicht in Panik verkauft, sondern auch in den Schwächephase Buffett die Stange gehalten haben. Diese Buy & Hold-Anleger wurden für ihre Geduld und ihre Ausdauer reichlich mit Kursgewinnen entlohnt.

Dienstag, 18. Juli 2017

Der Erfolg der Dividendenstrategie liegt nicht in den Dividenden!

▸ Kissigs Kolumne vom 7. Juni 2017, Anlegermagazin 03/2017 

“Dividenden sind der neue Zins“, das ist ein geflügelter Begriff geworden, seitdem die Zinsen um die Nullmarke notieren und Banken und Sparkassen inzwischen sogar von Otto Normalkunde Strafzinsen auf dem Privatgirokonto einfordern. Wenn das Tagesgeld oder das Sparbuch keine Zinsen mehr bringt und Anleihen ebenso wenig, sehen Dividendenrenditen von drei Prozent und mehr entsprechend verlockend aus. Also eine sichere Sache, sollte man meinen, oder?

Kritiker wenden ein, dass Zinsen „sicher“ sind. Man erhält sie während der gesamten Laufzeit der Anlage und am Ende auch sein eingesetztes Kapital zurück. Dividenden hingegen würden ja direkt nach der Ausschüttung durch den sogenannten Dividendenabschlag von Kurs abgezogen, so dass Aktionäre hier keinen Vorteil hätten. Im Gegenteil, durch den sofortigen Steuerabzug gehen direkt mehr als 25 Prozent an das Finanzamt.

Das ist alles richtig, doch sieht es bei Anleihen nicht anders aus. Kauft man diese, bezahlt man zusätzlich zum Kurs die sog. Stückzinsen. Also den Zinsanteil, der bis zum Kauftag im jeweiligen Jahr bereits angefallen ist. Verkauft man die Anleihe vor dem Zinszahlungstag, erhält man dem entsprechend die aufgelaufenen Stückzinsen gutgeschrieben. Auch hier verändert sich also der Wert der Anlage und es fallen Steuerabzüge an. Des Weiteren handelt es sich bei Aktienanlagen nicht um Fremdkapital, sondern um Eigenkapital, das man dem Unternehmen zur Verfügung stellt. Man ist daher am Gewinn beteiligt. Und wenn dieser anteilig in Form einer Dividende ausgeschüttet wird, reduziert sich der Aktienkurs entsprechend, weil das Geld ja aus dem Unternehmen fließt und es deshalb weniger wert ist. Allerdings verdient das Unternehmen ja das ganze Jahr über die Gewinne, die am Ende im Jahresabschluss unter dem Strich den Jahresgewinn ausmachen. Der Dividendenabschlag macht den Aktionär also nicht ärmer. Auch deshalb wird er durchschnittlich innerhalb weniger Wochen wieder aufgeholt.

Und dann bleibt noch die Risikobetrachtung. Bei Sparbüchern oder Tagesgeldkonten sind Einlagen bis zu bestimmten Obergrenzen durch die Einlagensicherung abgesichert. Das Risiko ist also verhältnismäßig niedriger als bei Anleihen oder Aktien. Bei einer Aktiengesellschaft ist man Miteigentümer und damit als letzter in der Reihe, wenn es bei einer Pleite noch etwas zu verteilen gibt. Als Anleihegläubiger steht man vor den Aktionären in der Schlange, aber die Quoten bei Pleiten sind ebenfalls verschwindend gering und selten über 20 Prozent. Man schaue einfach mal auf die vielen Mittelstandsanleihen, von denen ein Großteil die Anleger um enorme Summen gebracht hat. Chance und Risiko gehen auch bei der Geldanlage immer Hand-in-Hand. Der langfristige Erfolg von Aktien, und insbesondere von Unternehmen mit Dividendenzahlungen, spricht indes ganz klar für Aktien als Anlage. Vor allem, solange das Zinsniveau nicht nachhaltig über vier Prozent ansteigt.

Der Dividendeninvestor
An dieser Stelle kommen wir zu einer besonderen Spezies unter den Aktienanlegern, dem Dividendeninvestor. Bei diesem steht nicht die Aussicht auf Kurssteigerungen im Zentrum seiner Aktienauswahl, sondern das Erzielen von Dividendeneinnahmen. Die Aktien und ihre Kurse sind für ihn dabei nur Mittel zum Zweck. Das klingt zunächst nicht schlüssig, denn hohe Dividendeneinnahmen machen ein nicht reich, wenn gleichzeitig die Aktienkurse in den Keller abstürzen. Trotz dieses Widerspruchs ist die Dividendenstrategie ziemlich erfolgreich und das hat handfeste Gründe. Aber andere, als man denkt.

Der Dividendenstrom
Dem Dividendeninvestor geht es um einen stetigen Dividendenstrom, also nicht um einmalige hohe Dividendeneinnahmen, sondern eine kontinuierlich sprudelnde Einnahmequelle, die möglichst das ganze Jahr über ein zusätzliches Einkommen generiert. Und da man dafür nicht arbeitet, spricht man von passivem Einkommen.

Der Fokus bei dieser Strategie liegt also darin, Aktien auszuwählen mit attraktiven Dividendenzahlungen und seine Investments so zu streuen, dass sich die einzelnen Dividendenzahlungen zu einem steigen Einkommensstrom ergänzen. Auch aus diesem Grund finden sich in den Depots der Dividendeninvestoren zumeist amerikanische Unternehmen viel stärker gewichtet als deutsche. Denn in den USA ist es üblich, quartalsweise oder sogar monatlich Dividenden anteilig auszuschütten, während es in Deutschland in der Regel nur einmal jährlich eine Dividende gibt.

Die Dividendenstrategie schränkt allerdings auch die Auswahl an möglichen Investments weiter ein, weil zyklische Branchen starken Schwankungen unterliegen und somit auch ihre Dividendenzahlungen. Die Stahlindustrie oder die Chipbranche haben stark schwankende Unternehmenszyklen und daher sind ihre Aktien zur Generierung eines steigen Dividendenstroms nicht wirklich geeignet. Viel eher kommen Konsumgüteraktien infrage, weil deren Produkte in jeder Konjunkturlage gekauft werden. An Windeln, Zahnpasta, aber auch Nahrungsmitteln und Medikamenten spart man nicht, nur weil das Geld knapper wird. An Reisen oder Neuwagen hingegen schon.

Allerdings gilt auch für Dividendeninvestoren das Gesetz von Angebot und Nachfrage und die Zunehmende Beliebtheit der Dividendenstrategie, aber auch die immer zahlreicheren Nachahmer von Value Investoren wie Warren Buffett führen dazu, dass die Kurse dieser sogenannten defensiven Aktien überdurchschnittlich stark angestiegen sind und sie deshalb nicht mehr als preiswert zu bezeichnet werden können. Was für Value Investoren zu Problemen führt, für Dividendeninvestoren hingegen nicht wirklich. Denn diese orientieren sich am Dividendenstrom, nicht so sehr am Kaufpreis für ihre Aktien.

Nun sind Dividendeninvestoren natürlich nicht dumm und auch sie wissen, dass niedrige Kurse dazu führen, dass sie mehr Aktien kaufen können. Und somit höhere Dividendeneinnahmen generieren. Hier kommt ein weiterer Faktor ins Spiel, die Sparquote. Denn die meisten Dividendeninvestoren geben Monat für Monat einen Teil ihres Einkommens nicht aus, sondern kaufen stattdessen regelmäßig weitere Dividendenaktien. Das bringt den Vorteil des sogenannten Cost-Average-Effekts, den man auch vom Fondssparen her kennt. Wenn man jeden Monat den gleichen Betrag in einen Fondssparplan einzahlt, verlieren Kursschwankungen einen Teil ihres Schreckens. Denn fallen die Kurse, kauft man für den gleichen Betrag mehr Fondsanteile. Und so ist es auch bei den Dividendeninvestoren und ihrer Sparquote. Sie kaufen ständig weitere Aktien hinzu und erhöhen damit ihr Dividendeneinkommen. Und je höher das passive Einkommen aus Dividenden ansteigt, desto mehr steht auch aus dieser Quelle für weitere Investments zur Verfügung. Im Grunde wird hier der Zinseszinseffekt genutzt, so dass steigendes passives Einkommen weiteres steigendes passives Einkommen generiert.

Hinzu gesellt sich noch die Tatsache, dass Dividendeninvestoren eher selten ihre Depotpositionen verändern – abgesehen von den regelmäßigen Zukäufen. Sie starren nicht so sehr auf die Börsenkursschwankungen, wie es der normale Aktienanleger tut und sie versuchen viel seltener, Kursschwankungen zu ihrem Vorteil zu nutzen. Was, wie alle Untersuchungen und Erfahrungen zeigen, nur selten gelingt. Im Grunde praktizieren Dividendeninvestoren einen klassischen Buy-and-Hold-Investmentansatz. Kaufen, liegenlassen, Gewinne zählen. Und zwar solange, wie das Unternehmen nicht in Schieflage gerät oder sich grundlegende Dinge zum Negativen hin entwickeln. 

Die Dividendenstrategie funktioniert
Ich bin kein Dividendeninvestor, ich bin und bleibe Value Investor. Und ich kaufe am liebsten Qualitätswerte und halte diese langfristig, um an ihren Erfolgen teilzuhaben. Buy-and-Hold eben. Ich setze auch auf Dividenden und versuche, den Zinseszinseffekt für mich zu nutzen. Und alle diese Faktoren beinhaltet auch die Dividendenstrategie. Hinzu kommt noch der Ansatz, monatlich Teile des Einkommens beiseitezulegen und in weitere Aktienkäufe zu investieren, womit bei konsequenter Umsetzung die Börsenschwankungen geglättet werden.

Die Dividendenstrategie vereint also gleich mehrere Faktoren in sich, die Experten wie Warren Buffet oder Charlie Munger als grundlegende Erfolgsgaranten für einen langfristigen Erfolg an der Börse benennen. Und das ist der Grund, weshalb sie so erfolgreich funktioniert. Man muss sich keine Gedanken darüber machen, ob Dividendenausschüttungen eher positiv oder negativ einzuschätzen sind; die Dividendenstrategie diszipliniert ihre Anwender in den entscheidenden Punkten und macht sie so zu besseren, erfolgreicheren Anlegern. Und dabei ist sie so simpel, dass sie auch Privatanleger ohne große Börsenexpertise schnell verstehen und umsetzen können. Und so schließt sich der Kreis und wir landen wieder bei Warren Buffett, der Anlegern rät: „Keep it simple“. Also dann mal einfach los…