Mittwoch, 2. Dezember 2020

Kissigs Portfoliocheck: Stanley Druckenmiller setzt im Weihnachtsgeschäft voll auf die eCommerce-Leader Amazon, Alibaba, Sea Limited, JD.com und MercadoLibre

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 117. Portfoliocheck blicke ich mal wieder Stanley Druckenmiller ins Depot. Der Öffentlichkeit ist er weitgehend unbekannt, dabei hat er als rechte Hand von George Soros 1992 die Bank of England und das Britische Pfund in die Knie gezwungen. Aus ärmlichsten Verhältnissen stammend hat Druckenmiller es zu einem Milliardenvermögen gebracht; das ist ihm gelungen, weil er seit 30 Jahren fast nie mit einem Jahresverlust abgeschlossen, sondern durchschnittlich eine Rendite von mehr als 30 Prozent erzielt hat.

Druckenmiller fährt einen fokussierten Investmentstil mit nur einigen wenigen, ausgesuchten Werten. Auch im 3. Quartal 2020 war Stanley Druckenmiller sehr aktiv und kommt auf eine Turnoverrate von 27%; unter seinen 61 Depotwerten finden sich 15 Neuaufnahmen. Nachdem er bereits im Vorquartal bei Microsoft um 63% aufgestockt hatte, folgten nun weiter 47%, so dass Microsoft mit einer Gewichtung von über 16% wieder seine mit Abstand größte Position ist.

Zählt man seine Depotpositionen zusammen, die vom eCommerce profitieren, so hat er hier rund ein Fünftel seines Gesamtvermögens investiert. Neben Amazon, Alibaba, Sea Ltd. und JD.com hat er auch MercadoLibre im Depot; und auch Alphabet und Facebook profitieren maßgeblich vom eCommerce – der eine über sein Anzeigengeschäft, der andere über seine neue Funktion Shops. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft hat Stanley Druckenmiller richtig eingekauft, damit der Onlinehandelsboom auch beim ihm die Kassen klingeln lässt. Hohoho…

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Dienstag, 1. Dezember 2020

CoStar: Wettbewerbshüter stoppen RentPath-Übernahme. Und CoStar? Kauft HomeSnap...

CoStar Group ist eine tolle Erfolgsgeschichte und Teil davon sind die erfolgreichen Übernahmen. Doch damit ist CoStar nun gegen die Wand gelaufen, denn die amerikanische Wettbewersbehörde FTC legt sich quer. Konkret geht es um die Übernahme des Hauptkonkurrenten RentPath, den CoStar für $587,5 Mio. übernehmen will. Während hier also Ungemach droht, setzt CoStar seinen Expansionskurs fort und hat mit HomeSnap schon den nächsten Immobilienfisch an der Angel...

"Kleinvieh macht auch Mist": Amazon punktet in der Cloud

Amazon kann mit Cloudaufträgen auch in Deutschland punkten. Während das Augenmerk eher auf Großaufträgen liegt, wie dem des Pentagon im Volumen von $10 Mrd., bei dem sich Amazon Web Service (AWS) und Microsoft (Azure) erbittert um den an Microsoft erteilten Zuschlag streiten, entscheiden sich auch kleinere Kunden für AWS.

Der Kampf um die Cloud wird härter und schneller...

Mein Performance-Update für November 2020 zu Börsen, Depot, Wikis

Der November liegt hinter uns und es war erneut ziemlich volatil an den Börsen. Es kam zu einem Favoritenwechsel, weil mehrere Impfstoffkandidaten Hoffnung auf ein absehbares Ende des Pandemieschocks machten und daher Konjuntur sensible und coronagepeinigte Aktien einen Rebound starteten, während die bisherigen Coronagewinner und großen Techwerte Federn lassen mussten. Doch angesichts weiter hoch schießender Infektionszahlen und neuer Lockdowns sowie der Aussicht auf "virtuelle Weihnachtstage" erholten sich viele Coronagewinner wieder. Allerdings weniger die großen Techwerte, die fast alle noch prozentual zweistellig unter ihren vorherigen Hochs liegen. Das sieht man auch an der Entwicklung meiner beiden Wikis. 

Zeit für (m)eine Rückschau auf die Indizes, meine Wikis und die Entwicklung meines operativen Net Worth.

Montag, 30. November 2020

Kapitalerhöhung bei KION kommt nicht so gut an

Die Kion Group macht sich gerade unbeliebt bei ihren Aktionären. Zuerst hatte man eine große Kapitalerhöhung angekündigt, nun folgten knapp zwei Wochen später die Details: den Kion-Aktionären werden 13,1 Mio. neue Aktien in einem Bezugsverhältnis von 9:1 zum Preis von €62 je Aktie angeboten. Werden nicht alle Aktien abgenommen, folgt bis 4. Dezember eine Privatplatzierung an ausgewählte Investoren.

Kion will mit den erhofften €812 Mio. Schulden tilgen. Insbesondere die Corona-Kreditlinie durch die KfW will man unbedingt loswerden, um wieder Handlungsspielraum - auch für die Dividende - zurückzugewinnen. 

Die Ankündigung am 18. November hatte den Kurs bereits deutlich unter Druck gebracht und heute geht es nochmals bergab. Das dürfte auch bis mindestens zum Abschluss der Kapitalmaßnahme so bleiben.

Meine Einschätzung

Kion, die weltweite Nummer 2 im Markt für Flurförderfahrzeuge, und auch der drittplatzierte Hamburger Wettbewerber Jungheinrich leiden unter den Corona-Auswirkungen, aber werden vom starken und zunehmenden Trend hin zu Onlineshopping und dem daraus resultierenden Logistikboom stark profitieren. Beide sind zyklisch, bleiben aber aussichtsreich.

Disclaimer: Habe Jungheinrich und Kion auf meiner Beobachtungsliste und/ oder in meinem Depot/ Wiki.

Peter Lynch mahnt: "Verliebe dich nie in eine Aktie. Bleibe immer aufgeschlossen!"

Menschen neigen zu selektiver Wahrnehmung; sie gewichten Argumente, die ihre eigene Meinung stützen als jene, die dem eigenen Standpunkt widersprechen. Man nennt das auch "Confirmation Bias" oder Bestätigungsfehler.

Doch da uns Benjamin Graham schon lehrte, vor allem unser Kapital zu erhalten, also an die Risiken zu denken, muss sich ein Anleger dieser eigenen Schwäche bewusst sein, wenn er langfristig Erfolg an der Börse haben möchte. Oder wie Johann Michael Sailer es ausdrückte: "Sich selbst zu erforschen ist das erste Studium"...

Börsenweisheit der Woche 48/2020

"Eine Politik der Portfoliokonzentration kann das Risiko verringern, wenn sie sowohl die Intensität, mit der ein Anleger über ein Unternehmen nachdenkt, als auch das Komfortniveau erhöht, das er vor dem Kauf empfinden muss."
(Warren Buffett)

Sonntag, 29. November 2020

Hidden Champion: Spezialversicherer Kinsale Capital Group hat ganz besondere Qualitäten

Die Kinsale Capital Group ist hierzulande weitgehend unbekannt. Nicht verwunderlich, schließlich ist der US-amerikanische Spezialversicherer in einem Segment tätig, mit dem die meisten Menschen nicht in Berührung kommen. Und er ist auch keiner der großen Player in seinem Segment. Dennoch kann das Unternehmen seit Jahren mit seinen Erfolgen beeindrucken und spätestens an dieser Stelle dürfte sich ein genauerer Blick auf diese Nebenwert lohnen...

Samstag, 28. November 2020

Kissigs Beobachtungsliste

Meine Beobachtungsliste ist kein Musterdepot. Sie enthält die Aktien, über die ich hier im Blog schreibe und die ich für interessant/ aussichtsreich genug erachte, um sie auch künftig zu begleiten. Die Liste ist, trotz vieler Überschneidungen, weder identisch mit meinem Investmentportfolio noch mit meinen Wikis.

▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Beobachtungsliste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht und euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.
»Wer nicht fähig ist, sich selber eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, darf nicht zur Börse.«
(André Kostolany)
Fakt ist allerdings, dass nicht jeder Mensch zum guten Aktieninvestor taugt; z.B. mangels Zeit, mangels Interesses, mangels notwendiger charakterlicher Eigenschaften (wie Geduld und Coolness in Stresssituationen). Ist nun mal so, muss sich niemand für schämen. Entscheidend ist aber, dass man dies für sich erkennt und dann die richtigen Konsequenzen daraus zieht. Warren Buffett, der wohl beste Investor aller Zeiten, rät für diese Fälle, sein Geld nicht in Einzelwerte zu stecken, sondern kostengünstige Indexfonds (auf den S&P 500) zu kaufen und einfach unberührt im Depot für sich arbeiten lassen. Geht auch...

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Update

In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben und stelle meine TOP 10 vor.

Freitag, 27. November 2020

Kissigs Aktien Report: Killt Amazon jetzt auch noch die (Online-) Apotheken?

Im Rahmen der Kooperation mit Armin Bracks "Aktien Report" nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: mit einigen Tagen Zeitverzögerung darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen...

Donnerstag, 26. November 2020

Good News bei... Intuit: Prognosen übertroffen, Übernahme genehmigt, Corona abgehakt

Intuit kann gleich mit mehreren erfreulichen Entwicklungen aufwarten. Der Spezialist für Buchführungs- und Steuersoftware für mittelständische Unternehmen, Selbstständige und Privatpersonen legte seine Zahlen zum angelaufenen ersten Geschäftsquartal vor und die lagen deutlich über den Prognosen der Analysten - mal wieder.

Hinzu kommt, dass das US-Justizministerium die Übernahme von Credit Karma genehmigt hat, nachdem Intuit aufgrund von Kartellbedenken hier etwas nachgebessert hat. Sehr zur Freude seines Kooperationspartners Square...

Mittwoch, 25. November 2020

Kissigs Portfoliocheck: Daniel Loeb wittert seine Chance bei der Wiederauferstehung von Skandalnudel PG&E

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 116. Portfoliocheck blicke ich mal wieder in das Depot des Hedge Fonds Third Point. Daniel Loeb pflegt einen aktivistischen Investmentstil und kauft sich bevorzugt in angeschlagene Unternehmen ein, um diese dann in die von ihm gewünschte Richtung zu treiben.

Mit einer Turnoverrate von 29% verdient sich Daniel Loeb die Bezeichnung "aktivistischer Investor" redlich, auch wenn sie geringer ausfällt als die 36% aus dem Vorquartal. Sein Portfoliowert hat sich zum Ende des 3. Quartals wieder an die Marke von $10 Mrd. heran gerobbt; per Ende September hielt Loeb 47 Aktienwerte, darunter 20 Neuaufnahmen.

Ganz besonders stark engagiert hat sich Daniel Loeb bei Pacific Gas & Electric [WKN: 851962], das als Neueinsteiger gleich 8% Depotgewicht auf die Waage bringt und aus dem Stand die Spitzenposition übernimmt. Dabei ist Kaliforniens größter Energieversorger gerade erst der Insolvenz entkommen, in die ihn die verheerenden Großbrände der letzten Sommer getrieben hatten und ist somit eine riskant-aussichtsreiche Spekulation auf eine Wiederauferstehung...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Montag, 23. November 2020

Good News bei... Prosus: Umsatzplus, Gewinnsteigerung, Start der Aktienrückkäufe

Prosus NV wartet heute mit mehreren positiven Nachrichten auf. Zum einen legte die Internet-Beteiligungsgesellschaft ihre Zahlen für das 1. Halbjahr 2020 vor und dann gab es interessante Neuigkeiten zum angekündigten Aktienrückkaufprogramm. Oder eigentlich sind es ja sogar zwei Rückkaufprogramme, die erheblichen Mehrwert für die Aktionäre schaffen sollen...

Börsenweisheit der Woche 47/2020

"Der Tiefstpunkt ist an dem Tag erreicht, bevor der Kurs anfängt zu steigen. Aber woher weiß man das? Der Tiefstpunkt ist nur im Nachhinein zu erkennen. Man weiß nicht, wann man ganz unten ist - aber man hat möglicherweise das Gefühl, dass etwas billig ist, und wenn es billig ist, sollte man es kaufen. Wenn es noch weiter sinkt, dann war das nicht der Tiefstpunkt, dann kauft man etwas mehr und behält die Nerven."
(Howard Stanley Marks)

Samstag, 21. November 2020

Jubiläum: Seit neun Jahren wird hier intelligent investiert

Auf den Tag genau neun Jahre ist es her, dass ich dieses Blog ins Leben gerufen habe; am 21.11.2011. Der Name "Intelligent investieren" stammt von Benjamin Grahams legendärem Standardwerk über das Value Investing, das mich und meinen Anlagestil geprägt hat. Dabei habe ich mich durchaus weiterentwickelt, vom Bottom-up-Ansatz immer weiter in Richtung Top-Down-Analyse, vom klassischen Deep Value Investing hin zum Quality Investing.

Die Dominanz der neuen Technologien mit ihren enormen und wachsenden Cashflows in Kombination mit dauerhaft niedrigen Zinssätzen formte einen neuen Investmentansatz: Growth at a reasonable price (GARP). Auch deshalb performen Growth-Aktien seit der Finanzkrise Value-Aktien aus. Dennoch bieten sich auch abseits der großen Technologieriesen interessante Opportunitäten, die ich vor allem bei deutschen Nebenwerten gezielt herauszupicken versuche. Mit Tenbagger-Potenzial auf längere Sicht. Das klappt nicht immer, aber doch schon mehrfach...

Dass ich dieses Blog betreibe, habe es bisher (fast) keinen Tag lang bereut. Ich schreibe hier über ein Thema, mit dem ich mich ohnehin viel befasse; und es ist mir gelungen, mein liebstes Hobby zum Beruf zu machen: das Investieren in Aktien.
»Am Fließband stehen, das ist Arbeit. Was ich mache, ist Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund.«
(Karl Lagerfeld)
Besser als Karl Lagerfeld kann ich es nicht ausdrücken, wie ich das Börsengeschehen und meine Möglichkeit, mich "rund um die Uhr" damit zu beschäftigen, empfinde. Dieses Blog ist zu einem ganz wichtigen Teil dessen geworden, was ich an positiven Assoziationen mit dem Börsengeschehen verbinde und dazu trage natürlich nicht allein bei, sondern dahinter steckt wesentlich mehr...
 

Freitag, 20. November 2020

Kissigs Aktien Report: Von Impfstoffhoffnungen und Favoritenwechseln - oder was geht (nicht mehr) bei Danaher und Thermo Fisher?

Im Rahmen der Kooperation mit Armin Bracks "Aktien Report" nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: mit einigen Tagen Zeitverzögerung darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen...

Donnerstag, 19. November 2020

Energiekontor mit Extra-Energie in der Pipeline?

Energiekontor hat es geschafft: der Aktienkurs hat sich seit dem Jahresstart verdoppelt. Während des Corona-Einbruchs lag der Wert allerdings auch schon dick im Minus. In den letzten Tagen erfolgte ein weiterer Rallyeschub und trieb die Aktie auf deutlich über €40. Da fragen sich viele Anleger, was es denn für Gründe geben könnte.

Nun, zur Zeit findet das Eigenkapitalforum statt und auch Energiekontor präsentiert sich dort Analysten und Interessierten. Im Rahmen der Präsentation gab es wohl Interessantes aufzuschnappen, denn einige Analysten erhöhten ihre Kursziele signifikant: First Berlin auf €43,80 (alt: €36,40), Metzler auf €48 (alt: €41,80) und Warburg sogar auf €67 (alt: €60,20).

Das tun sie nicht "ohne Not", sondern es sind wohl einerseits die fortgeschrittenen Gespräche zum Verkauf des ersten Projektes in den USA und auch für zwei Projekte aus der schottischen Pipeline soll es Interessenten geben. Darüber hinaus wurden einige Projekte aufgrund des Projektfortschritts aus den Phasen I oder II in die Phase III überführt und damit steigt ihr Bewertungsansatz - ob sie letztlich nun zum Verkauf gestellt werden oder in den Eigenbestand wandern, ist dabei unwesentlich.

Erst vor einigen Wochen war am Markt realisiert worden, dass die Projektpipeline selbst einen Wert hat, nicht nur fertiggestellte Projekte. Dies führte zu Bewertungsaufschlägen, Kurszielanhebungen und Kursgewinnen. Und nun erfolgt eine zweite Runde, doch das wird nicht die letzte gewesen sein. Aktuell erfolgt eine Neubewertung des gesamten Sektors, weil immer mehr Energiekonzerne und Investoren auf den Trend der Dekarbonisierung aufspringen und viel frisches Geld in den Markt pumpen. Die "Green Deals" der Bundesregierung, der EU-Kommission und die Pläne des President-elected Joe Biden beschleunigen diese Entwicklung noch.

Hiervon profitiert Energiekontor, aber auch weitere Branchen-Player wie PNE, wo die Projektpipeline ebenfalls eine höhere Bewertung verdient, als ihr bisher zugestanden wird. Beide Werte sind meine Top-Picks in diesem Sektor und bringen es zusammen auf mehr als 10% Depotgewicht.

Disclaimer: Habe Energiekontor und PNE auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wikifolio.

Kissigs Portfoliocheck: Buffett verkauft schon wieder Apple-Aktien. Das Ende (s)einer großen Erfolgsgeschichte?

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 115. Portfoliocheck blicke ich mal wieder Warren Buffett über die Schulter. Buffetts Performance ist atemberaubend; er konnte über mehr als 50 Jahre hinweg eine Rendite von fast 20% pro Jahr hinlegen und den S&P 500 in den meisten Jahren schlagen. "Das Orakel von Omaha", wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch verehrend genannt wird, ist einer der reichsten Menschen der Welt, doch er ist kein Unternehmer, sondern er ist Investor. Ein Investor der Superlative, denn seinen Reichtum verdankt er ausschließlich dem Investieren.

Im 3. Quartal hat Buffett für seine Verhältnisse größere Aktivitäten entwickelt, denn seine Turnoverrate lag bei immerhin 4%, nachdem sie zuvor mehrfach lediglich 1% betrug. Buffetts Aktienportfolio enthielt Ende September 49 Positonen, darunter sechs neue, und kam auf einen Wert von knapp $229 Mrd. Hinzugesellt sich sein Bestand an nicht börsennotierten Firmen in etwa gleicher Größe und sein enormer Cashbestand,  auf inzwischen über $147,5 Mrd weiter anstieg.

Buffetts Portfolio ist sehr fokussiert, denn seine fünf größten Positionen Apple, Bank of America, Coca Cola, American Express und Kraft Heinz bringen mehr als 78% auf die Waage. Seine mit großem Abstand dominierende Position bleibt Apple, obwohl er für fast $4 Mrd. Anteile verkauft hat - was Anlass zu Spekulationen gibt. Stark reduziert hat er nochmals Wells Fargo und JPMorgan Chase, während er bei Bank of America weiter aufstockte. Ansonsten gab es einige Überraschungen bei Barrick Gold und Pharmariesen...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Apple, Berkshire Hathaway, befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und/ oder in meinem Depot/ Wikifolio.

Mittwoch, 18. November 2020

Update: Wie schlagen sich meine 2020er Nebenwerte-Favoriten DIC Asset, Funkwerk, Hypoport, MBB und Mutares bisher in der Corona-Krise?

DIC Asset, Funkwerk, Hypoport, MBB und Mutares hatte ich zum Jahresstart als meine meine 2020er Nebenwerte-Jahresfavoriten benannt, doch da war von Corona-Pandemie, Lockdowns und Wirtschaftskollaps noch überhaupt keine Rede. Ende August gab ich ein Zwischenfazit und nachdem nun die Unternehmen Zahlen zum dritten Quartal abgeliefert haben, werfe ich einen weiteren Blick darauf, wie sich die Unternehmen in 2020 bisher so geschlagen haben.

Kissigs Kloogschieterei: Werden die Netzbetreiber die großen Verlierer der Energiewende?

Stetige, gut planbare Erlöse sind toll, die Unternehmen, vor allem, wenn sie nahezu unangreifbar sind. In etwa so kann konnte man sich die Welt der Energienetze vorstellen, jedenfalls vor 15 Jahren, bevor die Deregulierung in Deutschland begann. Seitdem gibt es Wettbewerb und es ist nicht mehr automatisch das heimische Stadtwerk, das das Verteilnetz in der Stadt betreibt. Der Betreiber wird vielmehr in einer Ausschreibung ermittelt und der Gewinner erhält dann für 10, 15 oder 20 Jahre die Netzkonzession.

Der Hintergedanke war, die "zu üppigen" Netzentgelte, die Bestandteil des Strom- und Gaspreises sind, die die Kunden bezahlen müssen, deutlich zu senken. Das hat auch funktioniert, die Netzentgelte sind merklich niedriger als früher. Sie werden von den Bundesnetzagentur festgelegt und beständig weiter abgeschmolzen. Für die Netzbetreiber ist die regulierte sog. Erlösobergrenze der entscheidende Faktor, ob sie mit den Netzen während der nächsten fünfjährigen Regulierungsperiode Geld verdienen können, oder ob sie Millionen in den Sand setzen. Und nun wird ausgerechnet das gesunkene Zinsniveau zum existenziellen Problem für die Netzbetreiber und droht damit, die Energiewende zu stoppen...

Dienstag, 17. November 2020

Läuft doch: Costco schüttet mal wieder 10 Dollar Sonderdividende je Aktie aus

Costco Wholesale sorgt für Freude bei seinen Aktionären, denn die Geschäfte des Einzelhandelsgiganten laufen prächtig. So prächtig, dass er angesammeltes und überschüssiges Bargeld dazu verwenden will, seine Aktionäre mit einer Sonderdividende von $10 je Aktie zu beglücken, die zusätzlich zur regulären Quartalsdividende gezahlt wird.

Die Zahlung erfolgt am 11. Dezember an die Aktionäre, die die Aktie zum Börsenschluss am 2. Dezember im Depot haben; Dividendenabschlag erfolgt am 1. Dezember.

Diese Sonderdividende ist die vierte in den letzten acht Jahren und wird das Unternehmen insgesamt rund $4,4 Mrd. kosten, doch CFO Richard Galanti sagte, die starke Bilanz ermögliche es, diese Dividende zu zahlen und gleichzeitig die finanzielle und operative Flexibilität zu bewahren, um Costcos Geschäft weltweit weiter auszubauen.

Disclaimer: Costco befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und/ oder in meinem Depot/ Wiki.

Montag, 16. November 2020

PNE: Gewinnrückgang im 3. Quartal zeigt das große Potenzial. Ja, richtig gelesen...

PNE ist ein Pionier im Bereich der erneuerbaren Energien; Schwerpunkt der Cuxhavener ist das Bauen, Betreiben und Veräußern Windparks. Während man einerseits im Auftrag von Windparkbetreibern tätig wird und bei diesen Projekten im Projektverlauf sog. Meilensteinzahlungen erhält für das Erreichen bestimmter fixierter Zwischenschritte, baut PNE (das PNE steht für Pure New Energy) auch für den eigenen Bestand, sowohl Wind- als auch Solarparks.

Für Anleger ist PNE schwerer zu (be-) greifen als seine Wettbewerber. Das liegt zum einen an der Strategie und zum anderen an den in den letzten Jahren häufiger erfolgten Strategieschwenks. Diese führen auch dazu, dass die Geschäftszahlen aus den Vorjahren nicht wirklich mit den aktuellen vergleichbar sind und auch nicht denen der Peergroup, also den Wettbewerbern.

Nun hat PNE seine Zahlen zum abgelaufenen 3. Quartal 2020 vorgelegt und muss einen starken Rückgang beim Ergebnis ausweisen. (Wider-) sinnigerweise sind das aber positive Nachrichten und ein Beleg dafür, dass die neu(st)e Strategie sich auszahlen wird...