Mittwoch, 21. Februar 2018

Halte nach Festungen Ausschau, finde den unüberwindbaren ökonomischen Burggraben!

Hier ist nicht zuvorderst Beton gemeint und Investments in Bau, Steine, Erden. Vielmehr geht es um die Markteintrittshürden, den ökonomischen Burggraben (Moat), den die Wettbewerber zu überwinden haben - und auch die eigenen Kunden, sollten sie sich vom Unternehmen trennen wollen. Es geht also um Wettbewerbsvorteile von Marken und Produkten, um Unternehmen, die ihren Markt beherrschen und die somit die Preissetzungsmacht haben. Diese Unternehmen bezeichnet Warren Buffett als Festungen.

Derartige wirtschaftliche Trutzburgen sind Unternehmen, deren Produkte oder Dienstleistungen

  • in den Augen der Verbraucher konkurrenz- und alternativlos sind,
  • benötigt und gewünscht werden,
  • nicht übermäßig kapitalintensiv sind,
  • nicht staatlich beaufsichtigt werden.

Unternehmen mit diesen Eigenschaften haben den großen Vorteil, dass ihre Produkte nicht einfach kopiert werden, dass Wettbewerber mit aggressiven Preissenkungen ihnen nicht einfach Marktanteile abnehmen können. Im Gegenteil: Burggraben-Unternehmen können in schwierigem wirtschaftlichen Umfeld sogar ihre Preise erhöhen, ohne dass sie hierdurch Kunden verlieren. Weil sie eine Marke sind, die Marktmacht haben, ein Standing, weil sie ein Lebensgefühl vermitteln, dass den Kunden mehr bietet als ein Schnäppchenerlebnis in ihrer "Geiz-ist-geil-Mentalität".

Montag, 19. Februar 2018

Andere Ansichten zur verpassten Chance bei der TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG

Die TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG hat ihren Geschäftsbericht für Geschäftsjahr 2017 vorgelegt und Gereon Kruse hat sich auf boersengefluester.de damit auseinandergesetzt.

"Mit Theo Reichert (CEO) und Thomas Grimm (CFO) gibt es mittlerweile ein professionelles Management. Schmidt zieht derweil die Strippen über seine – ohnehin bevorzugte – Position im Aufsichtsrat. 
Die Aufbauarbeit spiegelt sich auch in der Gewinn- und Verlustrechnung wider: Immerhin weist TTL für 2017 einen Überschuss von gut 860.000 Euro aus, wovon rund 525.000 Euro auf die Aktionäre der TTL entfallen. Mit Abstand größter Ergebnisbringer war dabei die GEG Group mit einem Beitrag von etwa 900.000 Euro, auf die DIC Capital Partners (Europe) entfallen rund 300.000 Euro. Die Differenz zum Gewinn ist in erster Linie auf Beratungskosten und Personalaufwendungen zurückzuführen. Positiv sticht die im beinahe ausschließlich durch Eigenkapital sowie die Ende 2017 emittierten Wandelanleihe unterlegte Finanzierung von TTL hervor. Den für das laufende Jahr zu erwartenden Überschuss, setzt das Unternehmen – „bei konservativer Schätzung“ – leicht oberhalb des Niveaus von 2017 an. 
Wahrscheinlich ist allerdings, dass das Ergebnis je Aktie nicht entsprechend mitzieht, da sich die Zahl der umlaufenden Aktien bereits ab Mitte 2018 aus der jüngst emittierten Wandelanleihe (mit einem niedrigen Wandlungspreis 2,60 Euro) von derzeit 14.133.333 um bis zu 3.475.000 Stück erhöhen dürfte."
An den Zahlen gibt es nichts auszusetzen; Gereon Kruse bemängelt jedoch, dass von Seiten des Vorstands bzw. der "Machers" Prof. Dr. Gerhard Schmidt keinerlei Erläuterungen zum Zahlenwerk abgegeben wurden. Dies wäre hilfreich gewesen, um dem Aktienkurs wieder auf die Sprünge zu helfen, nachdem dieser rasant auf über 4 Euro durchgestartet, zuletzt aber wieder auf knapp 3,25 Euro zurückgekommen war. Ich denke allerdings, dass Schmidt (noch) gar kein Interesse an steigenden Aktienkursen haben dürfte.

Zahlen & Mehr: KAP Beteiligungs-AG, PEH Wertpapier

In der Rubrik "Zahlen & Mehr" gehe ich kurz auf aktuelle Unternehmensmeldungen ein und bewerte diese im Hinblick auf meinen Investmentcase.

KAP Beteiligungs-AG
Das Unternehmen hat seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 präsentiert und konnte Zuwächse sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis vermelden. Auf bereinigter Basis ergaben sich Steigerungen von 6% beim Konzernumsatz (409 Mio. Euro nach 386 Mio. im Vorjahr) und beim Konzernbetriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte zum zweiten Mal in Folge eine Steigerung um mehr als 50% erzielt werden. Das EBIT lag 2017 bei 20,2 Mio. Euro (Vorjahr 12,9 Mio.) und damit nochmals deutlich über dem Ausblick des 2. Zwischenberichts von November 2017, als man noch von einem EBIT in Höhe von 16,5 Mio. Euro (bereinigt) ausging.

Börsenweisheit der Woche 08/2018

"Die Finanzminister und die Bankiers haben eins gemeinsam. Sie leben von anderer Leute Geld. Die Bankiers haben nur die unangenehme Aufgabe, es wieder zurückzuzahlen."
(Hermann Josef Abs)

Samstag, 17. Februar 2018

Empfehlungsliste

Performance seit Erstempfehlung inkl. Brutto-Dividenden. Das regelmäßige Update erfolgt jeweils zum Wochenende.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.«, riet Immanuel Kant. Also, Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass Ihr Euch Eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, Euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt Ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit Euch ins Gespräch kommen, von Euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Transaktionen auf meiner Empfehlungsliste
Auf der ▸Transaktionsliste finden Sie alle bisherigen Aufnahmen und Streichungen auf meiner Empfehlungsliste.

▶ Investor-Update
Die Empfehlungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Donnerstag, 15. Februar 2018

Hin und her macht Taschen leer!

Beim Aktienkauf wird vor allem auf den Kaufkurs geachtet, den sog. Briefkurs. Er ist entscheidendes Kriterium, wie teuer - oder preiswert - ein Engagement letztlich ist und ab dem Kauf für die meisten Anleger der Maßstab, ob sie eine kluge Entscheidung getroffen haben oder nicht. Zum reinen Aktienkurs kommen aber noch Nebenkosten hinzu, denn sowohl beim Ankauf müssen noch Provisionen und Börsenentgelte gezahlt werde. Ebenso beim späteren Verkauf, wo noch ggf. zusätzlich die eventuell erzielten Kursgewinne versteuert werden müssen.

Üblicherweise werden Aktiengeschäfte von Privatpersonen über Börsenhandelsplätze abgewickelt in Deutschland zumeist über das XETRA-System der Deutschen Börse. Und die Börsen haben ebenso wie die Depotbanken ein großes Eigeninteresse, wenn die Anleger ihre Aktien häufig handeln, denn diese Provisionen fallen bei jeder Transaktion jedes Mal aufs Neue an. Anders die Depotgebühren, die auf den Bestand erhoben werden, egal wie oft dieser in der Zwischenzeit umgeschichtet wurden.

»Investoren werden nicht für Aktionismus bezahlt, sondern fürs Rechthaben.«
(Warren Buffett)

Mittwoch, 14. Februar 2018

Hornbach macht‘s gleich doppelt spannend

▸ Kissigs Kolumne vom 2.2.2018, Anlegermagazin 1/2018

Deutschland geht es wirtschaftlich hervorragend und die Bürger merken dies am ehesten an den seit Jahren explodierenden Baulandpreisen und Mieten. Und das ist eine schier unglaubliche Entwicklung, denn vor zehn Jahren begannen die Immobilienpreise weltweit abzustürzen, als die Immobilienblase in den USA platzte. In ihrer Folge gerieten reihenweise Häuslebauer in Zahlungsschwierigkeiten und auch die kreditgebenden Banken rutschten in existenzbedrohende Nöte. Am Ende mussten es die Staaten richten über Garantien und Geldspritzen. Und während sich die Banken in den USA inzwischen vollständig erholt haben von der Krise und wieder Milliardengewinne schreiben, siecht die Branche in Europa weiter vor sich hin und versucht noch immer, sich zu stabilisieren. Ganz anders der Immobilienmarkt...

Montag, 12. Februar 2018

Börsenweisheit der Woche 07/2018

"Kaufe niemals eine Aktie, wenn du nicht damit leben kannst, dass sich der Kurs halbiert."
(Warren Buffett)

Freitag, 9. Februar 2018

Ergebnisverdopplung und Sonderdividende bei DIC Asset befeuern auch die TTL AG

Den Gewerbe-Immobilienprofi DIC Asset habe ich vor zweieinhalb Jahren als "lohnenswerte Substanzspekulation" auf meine Empfehlungsliste genommen und seitdem schlagen knapp 25% Rendite zu Buche. Das ist ganz okay, doch auch nicht herausragend. Anders sieht es beim Ergebnis für das Geschäftsjahr 2017 aus, das DIC Asset nun vorgelegt hat und das die Planungen teilweise deutlich übertreffen konnte.

Die Ende 2016 erfolgte Refinanzierung des Commercial Portfolios und die erzielten Beteiligungserträge an der WCM und der TLG Immobilien AG machen sich deutlich bemerkbar. So konnte das Konzernergebnis mit 64,4 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden (Vorjahr: bereinigt 26,9 Mio. Euro). Bei den Funds-from-Operations (FFO), der maßgeblichen Kennzahl in der Immobilienwirtschaft (quasi das operative Ergebnis) konnte DIC Asset auf  60,2 Mio. Euro zulegen und damit um 28% (Vorjahr: 47,0 Mio. Euro). Die FFO fallen damit deutlich höher aus als noch zu Jahresbeginn prognostiziert.

Donnerstag, 8. Februar 2018

BlackBerry ist wieder smart. Ohne Phone…

▸ Kissigs Kolumne vom 16.1.2018, Aktien Magazin 2/2018 

BlackBerry ist Weltmeister, mal wieder. Genauer gesagt, als einer der Hauptsponsoren des Mercedes-Formel 1-Teams konnte sich der kanadische Technologiekonzern endlich mal wieder über einen Sieg freuen. Erfolge waren in den letzten Jahren rar gesät, dabei hatte man den Handykrieg gewonnen und den allmächtigen Platzhirschen in die Bedeutungslosigkeit gerammt.

Ja, BlackBerry hat das Smartphone erfunden. Vor 20 Jahren war Nokia der Weltmarktführer bei Handys und schien nicht aufzuhalten. Die Konkurrenz, zu denen Großkonzerne wie Siemens, Sony, Motorola und Ericsson gehörten, kam nicht gegen Nokia an, die zeitweilig fast 90 Prozent des Handymarktes dominierten. Und dann kam Research in Motion, selbst eine Abspaltung von Palm, die als erste einen elektronischen und mit dem PC synchronisierbaren Kalender auf den Markt gebracht hatten. Und während die Welt noch mit zwei dieser Geräte durch die Gegend lief, schuf RIM mit dem BlackBerry das erste Smartphone, das diese Geräte in einem zusammenführte. Und fegte die gesamte Konkurrenz vom Markt. Vor allem im Bereich der Geschäftsleute wurde ein BlackBerry schnell zu dem Statussymbol – wer keines hatte, war auch nicht wichtig. Selbstverständlich hatte ich auch eines und fühlte mich entsprechend wichtig.

Was dann folgte, ist bekannt. Steve Jobs erfand vor 15 Jahren Apple neu und führte es mit innovativen neuen Produkten aus der Existenzkrise. Mit dem iPod, dem iMac und vor allem mit dem iPhone. Letztlich ein BlackBerry mit Touch-Display und ohne die obligatorische BlackBerry-Tastatur. Und Bei RIM ignorierte man Apple, denn RIM stand nicht nur für ein schickes Smartphone, sondern man ließ alle Emails und den gesamten Datenverkehr seiner Kunden über die eigenen Server laufen und diese waren und sind es bis heute mit die sichersten weltweit. Man fühlte sich also schier unangreifbar, da man sich seiner vielen Geschäftskunden und der vielen Behörden, die auf BlackBerrys setzen, sicher war. Das iPhone zielte vor allem auf die Privatkundschaft und war so teuer, dass es eigentlich keine Konkurrenz für BlackBerry hätte darstellen dürfen. Eigentlich...

Dienstag, 6. Februar 2018

Kostolanys Know-how: Börsengewinne sind Schmerzensgelder

André Kostolany war ein erfolgreicher Börsenspekulant, Bonvivant und Autor und er wäre in diesem Monat 110 Jahre alt geworden. Zahlreiche Bücher hat er verfasst über seine große Leidenschaft, die Börse, und er war viele Jahre lang gern gesehener Gast in allen Fernsehtalkshows. Denn er schaffte es nicht nur erfolgreich sein Geld anzulegen, sondern auch das komplexe und verwirrende Börsengeschehen in kurzen, knackigen und sehr oft auch humoristischen Weisheiten und Anekdoten zusammenzufassen. Sein Buch "Kostolanys Börsenseminar" war das erste Buch, das ich jemals über das Thema Börse gelesen habe. Und ich habe nicht nur viel über sie gelernt, sondern es hat mich auch mit dem Börsenfieber angesteckt, das bis heute nicht abgeflaut ist. Über eine seiner vielen Weisheiten möchte ich heute sprechen, denn es geht um Kursverluste, den Umgang mit ihnen und dass sie nicht etwa es Ungewöhnliches an der Börse sind, sondern einfach dazugehören...

Montag, 5. Februar 2018

Börsenweisheit der Woche 06/2018

"Die Börse ist der härteste und auch der schnellste Richter über die Qualität eines Unternehmens."
(Uwe Distel)

Sonntag, 4. Februar 2018

Was ist... der Super Bowl Indikator?

Der Super Bowl ist das größte Sportereignis der Welt mit rund einer Milliarde Zuschauern. Und natürlich ist er ein Wirtschaftsereignis größten Ausmaßes. Für Börsianer ist der Kampf um die "Vince Lombardi Trophäe" allerdings noch aus einem anderen Grund beachtenswert und der gehört in den Bereich der Börsenkuriositäten.

Die amerikanische National Football League (NFL) ist in zwei sogenannte Conferences aufgeteilt, die früher zwei eigenständige Footballverbände darstellten. Die National Football Conference (NFC) und die American Football Conference (AFC) mit ihren zusammen 32 Teams spielen jeweils ihren Sieger in den Playoffs aus und diese beiden treffen dann zum Showdown der Superlative im Super Bowl aufeinander. Dieser findet inzwischen regelmäßig am ersten Sonntag im Februar statt.

Die Börse und der Super Bowl
Börsianer sind sich ja für keine Absurdität zu schade und so stellte man irgendwann eine Korrelation zwischen dem Sieger des Super Bowl und der Entwicklung der amerikanischen Aktienkurse im restlichen Jahresverlauf fest. Es war die New York Times, die Mitte der 1970er Jahre prognostizierte, dass die Börsenkurse bis zum Jahresschluss fallen werden, sollte der Vertreter der AFC gewinnen. Gewönne hingegen das NFC-Team, würden die Aktienkurse am Jahresende höher stehen.

Skurril? Mit Sicherheit. Allerdings auch ziemlich treffgenau, denn in den vergangenen 50 Jahren traf die Prognose immerhin in 40 Fällen ein (Stand Ende 2017).

Und auch wenn nach diesem Indikator ein Sieg des AFC-Vertreters New England Patriots gegen die Philadelphia Eagles (NFC) ein eher pessimistisches Bild für die Aktienkurse im weiteren Verlauf des Jahres zeichnen würde, drücke ich "meinen" Patriots doch auch bei ihrer neunten Super Bowl-Teilnahme die Daumen und hoffe auf ihren sechsten Finalsieg! Letztes Jahr schafften die Patriots um Star-Quarterback Tom Brady das erstaunlichste Comeback der Super Bowl-Geschichte: nachdem sie im Super Bowl LI direkt nach der Halbzeitpause noch mit 3:28 gegen die Atlanta Falcons zurücklagen, glichen sie bis zum Ende der regulären Spielzeit auf 28:28 aus. Also wurde erstmals in der Geschichte der Super Bowl in der Overtime entschieden und die Patriots fuhren mit 34:28 ihren fünften Super Bowl-Sieg ein.

Wie wir wissen, stiegen die Börsen im Jahresverlauf trotzdem an. Und zwar kräftig. Also, von mir aus kann es gerne noch einmal genau so laufen. Jedenfalls was den Sieg der Patriots und die Kursgewinne am Jahresende angeht...

Ich habe den Super Bowl auf meiner Empfehlungsliste (kleiner Scherz).

Donnerstag, 1. Februar 2018

PayPal und der Ebay-Schock: Echtes Drama oder alles halb so wild?

Der Zahlungsdienstleister PayPal präsentierte gestern Abend nach Börsenschluss Zahlen zum vierten Quartal und konnte die - hohen - Erwartungen wieder einmal toppen. So stieg der Nettogewinn für das vierte Geschäftsquartal auf 620 Mio. Dollar (390 Mio. Q417) und ohne Berücksichtigung von Sonderposten lag der Gewinn je Aktie bei 55 Cents; der Marktkonsens hatte lediglich 52 Cents erwartet. Der Umsatz stieg auf 3,7 Mrd. Dollar (Q417 3 Mrd.) und für das erste Quartal erwartet Paypal einen Gewinn je Aktie in der Spanne von 52 bis 54 Cents, während die Erwartungen im Schnitt 54 Cent erwarteten. Also alles im Lack könnte man meinen, doch es gibt auch zwei Schönheitsfehler und die schickten die Aktie erst um 4% und später sogar um mehr als 10% in den Keller...

Mittwoch, 31. Januar 2018

Buffetts Bonmots: Kursrückschläge sind kein Grund, Aktien zu verkaufen

Warren Buffett ist der erfolgreichste Investor aller Zeiten, er steht seit 50 Jahren an der Spitze seiner Investmentholding Berkshire Hathaway und hat bereits davor sehr erfolgreich Investment-Partnerships geleitet. Sein durchschnittlicher Vermögenszuwachs pro Jahr beträgt fast 20 Prozent. Und er ist einer drei reichsten Menschen der Welt.

Das kommt nicht von ungefähr, denn Buffett ist Value-Investor. Er sucht nicht nach Aktien, die schnell steigen, sondern nach Unternehmen, deren Aktien zu niedrigeren Kursen zu kaufen sind, als sie wert sind. Auch aus diesem Grund versucht er nicht, den Markt zu timen, die Börsenkurse vorherzusagen. Er schaut nicht einmal regelmäßig nach ihnen, sondern nutzt die Börse nur als Markt, an dem er Aktien kaufen und verkaufen kann. Nach ganz klar definierten Grundsätzen und nicht aufgrund makroökonomischer Überlegungen oder Börsenstimmungen.

»Wenn jemand gute Aktien hat, wäre er verrückt, wenn er nur wegen eines Kursrückschlags verkaufen würde. Ich suche Unternehmen, die ich verstehe und von deren Zukunftsaussichten ich überzeugt bin.«
(Warren Buffett)

Und so erklärt sich auch sein gutes Verhältnis zu Marktkorrekturen, denn während andere Anleger aus dem Markt heraus strömen, beginnt Buffett mit dem Kaufen. Er investiert in solide Unternehmen mit bewährtem Geschäftsmodell und gut prognostizierbaren Umsätzen und Gewinnen. Und vor allem Cashflows. Denn Buffett liebt Cashflows, aus denen speisen sich Dividenden und Aktienrückkäufe, die Buffett für eine entscheidende Komponente hält auf dem Weg des Anlegers zu Wohlstand.

Dienstag, 30. Januar 2018

Osram: Und es ward (wieder) Licht…

▸ Kissigs Kolumne vom 5.1.2018, Aktien Magazin 1/2018 

Der Name ist jedem bekannt, Osram steht für Tradition, für Licht. Der 111 Jahre alte Traditionskonzern hat viele von uns durch die Welt der zunehmenden Elektrifizierung geführt und noch heute haben die meisten von uns Osram-Leuchtmittel im Schrank und in ihrem Lampen. Sobald wir einen Baumarkt betreten, strahlen sie uns an, diese Leuchtmittel – dabei sind die meisten gar nicht mehr von Osram und wo heute Osram drauf steht, ist nicht mehr Osram drin.

Der Spin-Off
Osram war lange Zeit eine Siemens-Sparte, doch in dem Konzern entschloss man sich, sich vom absehbar schwächelnden Geschäft mit Beleuchtungsmitteln zu trennen. Das war 2013 und Siemens führt Osram seinerzeit mit einem Wert von rund 3,2 Milliarden Euro in den Büchern. Nachdem man lange geprüft und abgewogen hatte, entschied man sich gegen einen eigenen Börsengang von Osram, sondern für einen klassischen Spin-Off. Siemens selbst behielt noch 19,5 Prozent der Anteile und wollte wohl zeigen, dass man Osram für eine eigentlich gute Investition hielt.

Neben der reinen Kurspflege stand aber noch ein anderer Gedanke im Vordergrund und der heißt Geld. Genauer gesagt Wertschöpfung. Denn bei Mischkonzernen nimmt die Börse oft Konglomeratabschläge vor, so dass diese Mischkonzerne nicht selten an der Börse unter dem Wert ihrer einzelnen Sparten gehandelt werden. Dahinter steckt der Gedanke, dass ein eigenständiges und von Konzernzwängen befreites Unternehmen agiler am Markt agieren kann, während es als in die Konzernstrukturen eingebundene Sparte mit zu langen Entscheidungswegen und zurückzustellenden Eigeninteressen gegenüber anderen Konzerntöchtern konfrontiert ist.

Durch den Spin-Off von Osram wollte Siemens also auch den Konglomeratabschlag abschmelzen, der üblicherweise zwischen 10 und 20 Prozent liegt. Denn nach Untersuchung von 500 Spin-Offs aus den Jahren 2000 bis 2010 kamen die Analysten des US-Researchhauses „The Spinoff Researcher“ zu dem Ergebnis, dass die Aktien der abgebenden Muttergesellschaft innerhalb eines Jahres nach dem Spin-Off im Schnitt um 17 Prozent stiegen, während die neuen Aktien im gleichen Zeitraum sogar durchschnittlich um 23 Prozent zulegten. Zwei Jahre nach den Spin-Offs war der Kurs der neu an die Börse gebrachten Unternehmen im Mittel sogar um 37 Prozent geklettert.

Und natürlich hatte Siemens auch im Blick, dass das EU-Verbot klassischer Glühbirnen auch bei Osram zu heftigen Strukturveränderungen und Personalabbau führen würde. Und dies würde in einem eigenständigen Unternehmen Osram nicht mehr so sehr Siemens angelastet werden. Was dann aber folgte, damit hat niemand gerechnet…

Montag, 29. Januar 2018

Investor-Update: Deutsche Rohstoff, DIC Asset, Ernst Russ, MPC Capital, TTL Information Technology, TLG Immobilien, VTG, WCM

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Verschnaufen ist angesagt...
Kursrallye zum Jahresende, Kursrallye zum Jahresanfang, da müssen die Börsen auch mal zwischendurch Luftholen. Und genau das erleben wir aktuell. Der Dollar hat neue Mehrjahreshochs markiert, die amerikanischen Börsen streben Richtung Rekordhochs und auch der DAX erreichte im Wochenverlauf neue Höchstmarken. Bewegung könnte nun aber in die Märkte kommen, da in den USA wieder die Earnings-Season ansteht und reihenweise Unternehmenszahlen zum vierten Quartal und ggf. zum Gesamtjahr 2017 präsentiert werden. Und dabei wird es die eine oder andere Überraschung gebe, auch gerade wegen der US-Steuerreform. Vor allem richtet sich der Blick hierbei auf die großen Tech-Werte, denn diese haben die Hausse zuletzt massiv befeuert und daran dürfte sich absehbar auch nichts ändern: Straucheln die Tech-Riesen, strauchelt die Börse. Und umgekehrt. Doch gerade auch in Zeiten dieser trendfolgenden Tech-Werte-Börse finden sich bei den kleinen und hässlichen Mid- und Smallcaps vernachlässigte und unentdeckte Perlen, die einen Überrendite versprechen. Wenn man die nötige Geduld mitbringt, auf ihre Entdeckung durch die breite Masse zu warten...

Börsenweisheit der Woche 05/2018

"Der Wert des Geldes ist der Pulsschlag des Staates."
(Voltaire)

Freitag, 26. Januar 2018

VTG: Kurs vor den Entgleisung...

Der Schienenlogistik-Konzern VTG hat Anleger in den letzten Jahren mit tollen Kurszuwächsen verwöhnt und sich bereits der Marke von 50 Euro angenähert. Doch jetzt gab es eine Vollbremsung und der Zug droht zu entgleisen - der Kurs ist innerhalb weniger Tage bis auf 40 Euro abgestürzt. Und die gestern Abend seitens des VTG-Vorstands herausgegebene Ad-hoc-Meldung bietet dafür nun eine Erklärung und bestätigt Gerüchte, die seit einigen Tagen am Markt kursieren. Doch das Vorgehen des Vorstands wirft einige Fragen auf und erschüttert das Vertrauen in das Management erheblich. Und es sollte nicht verwundern, wenn sich die BaFin dieser Sache annehmen würde...

Mittwoch, 24. Januar 2018

Was ist... der Graumarkt?

Grau ist die Farbe des Zweifels, des Zwielichts, nicht weiß (gut), aber auch nicht schwarz (böse), sie liegt irgendwo dazwischen.

Als weißen Kapitalmarkt bezeichnet man die Bereiche des Finanzmarktes, die staatlicher Aufsicht und Regulierung unterliegen, als schwarzen Kapitalmarkt, wo erlaubnispflichtige Geschäfte illegal betrieben werden, wie illegales Glücksspiel oder Wetten.  Die überwiegend genutzten Vertriebswege sind die Postalische Prospektwerbung, Telefonwerbung, Anzeigenwerbung, E-Mail-Werbung, Fax-Werbung. Gerade unaufgeforderte Telefonwerbung und Abschlussverhandlungen durch persönlichen Besuch sind relativ häufig vertreten. Aber aus dem Vertriebsweg alleine lässt sich kein Schluss über die Seriosität der Anbieter und Produkte ziehen.

Der Graumarkt umfasst staatlich nicht kontrollierte Finanzgeschäfte und zieht daher auch dubiose Geschäftemacher und Abzocker an, die es nicht selten auch gerade auf Schwarzgeld der potenziellen Opfer abgesehen haben, da hier die Verfolgung durch offizielle Stellen selbst bei Totalverlusten oftmals unterbleibt aus Angst vor den eigenen steuerstrafrechtlichen Konsequenzen auf Seiten des Opfers. Schutz gegen unseriöse Abzocker in der Finanzbranche bietet alleine, sich vor Vertragsabschluss gründlich zu informieren und bei Zweifeln, die Finger davon zu lassen. Getreu dem Motto: "Wenn ein Geschäft zu gut klingt, um wahr zu sein, dass ist es meistens auch nicht wahr".