Dienstag, 23. April 2019

Warren Buffett meidet Neuemissionen und vergleicht IPOs mit Lottospielen

Wagt eine Aktiengesellschaft den Sprung aufs Börsenparkett, nennt man diesen Börsengang neudeutsch Initial Public Offering (IPO). Medienwirksame IPOs der letzten Jahre waren u.a. Facebook, Alibaba, Rocket Internet, Zalando oder Delivery Hero.

Für ihr IPO erstellen die Unternehmen einen umfassenden Emissionsprospekt, der alle relevanten Informationen enthalten muss, vor allem aber erläuternde Hinweise zu den Risiken und in den diversen Börsenblättchen - und Blogs - wird über den Börsengang berichtet, zumeist mit Handlungsempfehlungen. Also eine sichere Sache, sollte man meinen, oder?

Montag, 22. April 2019

Börsenweisheit der Woche 16/2019

"Ein gutes Leben hat nur selten einen Menschen ruiniert. Was den Menschen in den Ruin treibt, sind die dummen Geschäfte."
(Carl Fürstenberg)

Sonntag, 21. April 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 16/2019 im Rückspiegel mit Amazon, DIC Asset, Softbank Group, Technotrans, Zalando

Die letzte Woche ging an Deutschland; während der Dow Jones und der NASDAQ jeweils knapp 1% gewannen, legten DAX und MDAX jeweils deutlich über 2% zu. Dabei ist Berichtssaison und bei den US-Werten kann man bisher feststellen, dass nur wenige ihre oft eher zurückhaltenden Prognosen nicht erreicht haben; allerdings ist das Gewinnwachstum auch auf das niedrigste Niveau seit 2016 zurückgefallen. Die vielen Handelskonflikte auf der Welt, aber vor allem die spürbar nachlassenden Wachstumsraten in China zeigen also durchaus ihre negative Wirkung.

Hieraus abzuleiten, dass nun der große Börsenabschwung unmittelbar bevorsteht, könnte aber überzogen sein. Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, sieht jedenfalls umgekehrte Anzeichen, wenn auch aus anderen Gründen. Fink argumentiert nicht so sehr mit den Unternehmenszahlen, sondern mit Liquidität. Nach seiner Auffassung stehen die Börsen vor einem "Melt-up", also einem Vulkan artigen Ausbruch. Denn, so Fink, der bisherige Anstieg der Börsenkurse im laufenden Jahr sei an vielen Großinvestoren vorbei gegangen, die weiterhin auf hohen Cash-Quoten säßen und dank der wieder sinkenden Zinsen keine attraktiven Investitionsmöglichkeiten fänden für ihr Geld. Dieser Liquiditätsberg würde in absehbarer Zeit zurück in Aktien fließen, die als einzige Anlageform attraktive Renditen verspreche. Und dieser liquiditätsgetriebene Schub wird die Aktienkurse massiv nach oben treiben.

Diese Ansicht hat vieles für sich. Andererseits muss jedem klar sein nach fast zehn Jahren Börsenaufschwung, dass dieser massive Push dann auch das Finale der derzeitigen Hausse sein könnte dürfte. Denn ein solcher zu erwartender starker Anstieg wird unweigerlich dazu führen, dass die Boulevardpresse das Thema aufgreift und sobald BILD & Co. auf den Titelseiten zum Einstieg blasen, ist es Zeit, aus dieser dann losgetretenen "Dienstmädchenhausse" auszusteigen und sein Geld vom Tisch zu nehmen. Doch bevor es soweit ist, warten wir mal erstmal ab, ob es überhaupt und ggf. wann zum "Melt-up" kommt...

Samstag, 20. April 2019

Was ist... eine Wandelanleihe?

Manche Leute sehen in Wandelanleihen die Allzweckwaffen der Finanzanlage, denn diese Wertpapiere kombinieren die Sicherheit einer Anleihe mit den Kurschancen einer Aktie. Als Zwischenlösung zwischen Anleihe und Aktie stellt die Wandelanleihe ein Nischenprodukt dar.

Begibt ein Unternehmen eine Wandelanleihe, stellt dies zunächst einen normalen Kredit dar, den der Käufer der Anleihe dem Unternehmen gewährt. Er erhält für diese Schuldverschreibung regulär Zinsen, allerdings kann er ab einem bestimmten Zeitpunkt (spätestens zum Ende der Laufzeit der Wandelanleihe) entscheiden, ob er anstelle der Rückzahlung des Nominalwertes der Anleihe diesen in Aktien erhalten möchte. Die Anzahl der Aktien ist hierbei bereits bei der Emission der Wandelanleihe festgelegt - für den Käufer lohnt sich also die Rückzahlung in Aktien (Wandelung) in der Regel dann, wenn die Aktien zwischenzeitlich im Kurs gestiegen sind. Sind sie hingegen gefallen, lässt er sich den Anleihebetrag in bar zurückzahlen - und kann ggf. die Aktien billiger über die Börse kaufen. Eine Wandelanleihe ist also dann ein interessantes Investment, wenn man von mittelfristig steigenden Kursen des Basiswerts ausgeht, aber zuvor mit einem Kursrücksetzer rechnet. In diesem Fall streicht man zunächst die sicheren Zinsen ein und wandelt ggf. die Anleihe, wenn der Aktienkurs sich wieder erholt hat.

Eine besondere Form der Wandelanleihe ist die Pflichtwandelanleihe (oder auch Zwangswandelanleihe), bei der von vornherein festgelegt ist, dass die Rückzahlung in Aktien erfolgt, spätestens am Laufzeitende. Für das Unternehmen hat dies den Charme, dass bei dem aktuellen niedrigen Zinsniveau Fremdkapital günstiger ist als Eigenkapital, das ja einen Anteil am Gewinn erhält, die Mittel aus einer Pflichtwandelanleihe von den Ratingagenturen allerdings von Anfang an als Eigenkapital bewertet werden. Und je höher die Eigenkapitalquote, desto besser die Bonität. Eine Pflichtwandelanleihe stellt also eine Kapitalerhöhung dar, da am Ende junge Aktien zu ihrer Begleichung ausgegeben werden - mit dem entsprechenden Verwässerungseffekt für die Altaktionäre.

Meine Beobachtungsliste

▶ Performance seit Aufnahme auf meine Beobachtungsliste.



















▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.


▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.


▶ Investor-Update

Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Donnerstag, 18. April 2019

Was ist... eine Dienstmädchenhausse?

Aktienkurse entstehen aus Angebot und Nachfrage, ganz klassisch. Und wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, steigt der Aktienkurs. Über die Jahrzehnte hinweg erzielen Aktien Kurssteigerungen von durchschnittlich rund sieben Prozent pro Jahr und sich damit eine der rentierlichsten Anlageformen überhaupt. Auf lange Sicht sogar ungeschlagen; nur auf kurze Sicht kommt es bisweilen mal zu einer schlechteren oder gar negativen Performance. Zum Beispiel in Zeiten eines Börsencrashs. Doch diese Phasen sind in der Regel viel kürzer als die Phasen steigender Kurse und die Kursrückschläge, selbst die heftigen, sind zumeist nach relativ kurzer Zeit wieder aufgeholt.

Von einer Hausse spricht man, wenn die Kurse über einen längeren Zeitraum deutlich ansteigen. Doch was haben Dienstmädchen damit zu tun und weshalb sind sie so bedeutsam für unseren Anlageerfolg? Oder -misserfolg?

Mittwoch, 17. April 2019

Mein Lese-Tipp: "Gierig. Verliebt. Panisch. Wie Anleger ihre Emotionen kontrollieren und Fehler vermeiden" von Jessica Schwarzer

Börse ist zu 90% Psychologie verrät uns der Volksmund. Und wer dem teilweise hektischen Auf und Ab der Börsenkurse über einen längeren Zeitraum folgt, kann dem nur beipflichten. Längst gibt es hierfür eine eigene Börsendisziplin, die "Behavioral Finance".

Dabei sind die den Börsenbewegungen zugrunde liegenden Fakten alles andere als emotionsgetrieben, sondern vielmehr nackte, langweilige Fakten. Wie das eben so ist bei der Bewertung von Unternehmen anhand von Kennzahlen und Geschäftsberichten. Und doch ist da noch mehr, denn bei der Interpretation dieser Fakten, die kann alles andere als emotionslos erfolgen. Gerade in Marktphasen, wo sich die Nachrichten überschlagen und Unsicherheit die Menschen treibt.

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Und genau hier setzt Jessica Schwarzer an mit ihrem Buch...

Dienstag, 16. April 2019

Weshalb ich auf Stock-Picking setze und nicht in Fonds, Wikis oder ETFs investiere

Unter Stock-Picking versteht man das Investieren in einzelne Aktien (Engl.: Stocks) und es ist die Grundlage der Strategien sowohl von Value Investoren als auch von Quality Investoren.

Durch gezieltes Investieren in Aktien einer bestimmten Gesellschaft, eines bestimmten Marktes oder Sektors wird eine überdurchschnittliche Rendite erwartet. Dabei ist der Grundgedanke, dass anhand einer fundamentalen Analyse der Kennzahlen eines Unternehmens und des Marktes, in dem es sich bewegt, diejenigen herausgefiltert werden können, die sich langfristig besser entwickeln werden als der Gesamtmarkt bzw. ihr Vergleichsindex. Entweder aufgrund ihrer besonders attraktiven Bewertung oder wegen ihrer herausragenden Marktstellung , dem sog. ökonomischen Burggraben" (Engl.: "Moat"). Oder Beidem.

»Die Kunst des Investierens in Aktiengesellschaften ist... einfach, zu einem vernünftigen Preis ein Unternehmen mit hervorragender Wirtschaftlichkeit und einem fähigen, ehrlichen Management zu erwerben. Danach brauchen Sie nur noch zu kontrollieren, ob diese Eigenschaften bewahrt werden.«
(Charlie Munger)

Das Stock-Picking steht damit in Konfrontation zu der Erkenntnis, dass die meisten Anleger schlechter abschneiden als der Markt. Auch und vor allem die Profis! Allerdings gibt es eine Reihe von Investoren, die über lange Zeiträume bessere Ergebnisse abliefern, wie Bernard Baruch, Warren Buffet, Benjamin Graham, Philip A. Fisher, Peter Lynch, George Soros, Charlie Munger, Walter Schloss oder John Templeton. Es kann also als erwiesen gelten, dass Stock-Picking erfolgreich ist - wenn man es denn richtig macht.

Montag, 15. April 2019

Mein Lese-Tipp: "Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes" - ein ganz besonderes Kinderbuch

Über Geld spricht man nicht! So ist das in Deutschland. Man zeigt seinen Reichtum nicht und wenn man schon Statussymbole öffentlich präsentiert, schweigt man sich dennoch über ihre Bezahlung aus. Vieles wird auf Pump finanziert, gerade die Jugend kennt hier keine Halten mehr beim Konsumwahn, und die Zahlen der Privat-Insolvenzen schnellt weiter in die Höhe, während kaum Termine zu bekommen sind bei den Schuldnerberatungsstellen, die aus allen Nähten platzen. Von Hilfe ganz zu schweigen.

Über Geld spricht man nicht! Das gilt für unser Elternhaus, wo möglichst niemand in der Familie wissen darf, was der Papa oder die Mama denn so verdienen. Das gilt ebenso für die Schule, wo es kein Unterrichtsfach gibt, das Kindern und Jugendlichen beibringt, wie man mit Geld richtig umgeht und wie hart man es sich erarbeiten muss. Geld ist einfach immer da und steht jederzeit für den Konsum zur Verfügung. Das ist die Botschaft, das ist das Empfinden. Die Schulen sollen die Heranwachsenden auf die Lebensrealität bestens vorbereiten - nicht nur beim Thema Geld versagen sie.

Über Geld spricht man nicht! Die Kinder bekommen (nicht nur bei diesem Thema) keine Werte mehr vermittelt. Und "was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr", das besagt schon eine altbekannte Deutsche Lebensweisheit. Dabei wäre so wichtig, wenn unsere Kleinen frühzeitig das Wichtigste über Geld erfahren würden. Obwohl oder gerade weil dieser Stoff nicht einfach zu vermitteln ist. Doch nun gibt es Abhilfe. Anna Prinz wagt mit ihrem Buch "Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes" das Undenkbare: sie hat eine wundervolle Geschichte verfasst, die sich an die Kleinen wendet und ihnen geradezu spielerisch die wichtigsten Lektionen zum Thema Geld vermittelt.

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Doch dieses Buch ist weit mehr als eine nette Geschichte über einen Jungen, der auszog, das große Geld zu machen...

Börsenweisheit der Woche 15/2019

"Meine größten Positionen sind nicht die, mit denen ich das meiste Geld zu verdienen hoffe, sondern die, bei denen ich glaube, mit ihnen kein Geld zu verlieren."
(Joel Greenblatt)

Sonntag, 14. April 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 15/2019 im Rückspiegel mit Amazon, Blue Cap, DIC Asset, Jumia, Microsoft, Rocket Internet

Unterm Strich notieren die großen Indizes der Welt unverändert nach der vergangenen Woche. Zur Wochenmitte waren DAX und Dow Jones zwar deutlich unter Druck, ebenso der MDAX, doch das hat sich am Freitag wieder gegeben. Lediglich der technologielastige NASDAQ zeichnet ein etwas anderes Bild: er hat in der letzten Woche gut 1% zugelegt und ist eigentlich die ganze Woche über moderat angestiegen. Hiermit zeichnet sich die jetzt schon seit einigen Jahren auffällige Entwicklung weiter fort, dass die US-Technologiewerte zulegen und alle Indizes mitreißen. Beim NASDAQ ist das sehr ausgeprägt, da diese viele der großen Technologiewerte beinhaltet, aber auch S&P 500, DOW oder der MSCI World würden ohne die Kursstärke der US-Techgiganten ein ziemlich düsteres Bild zeichnen.

Und genau das ist der Punkt: Skeptiker orientieren sich gerne an den vermeintlichen Höchstständen der Indizes, dabei ist der breite Markt gar nicht großartig angestiegen in den letzten zwei Jahren. So notierte der breite Russel 2000 Ende Dezember 2018 mit knapp 1.337 Punkten leicht unterhalb seines Wertes vom 30. Dezember 2016, als er bei 1.357 Punkten lag. Zwei Jahre ohne Zugewinn. Natürlich auch dank des allgemeinen Börseneinbruchs Ende 2018; Ende August 2018 hatte der Russel 2000 einen Höchststand von rund 1.740 Punkten markiert. Und damit notiert er aktuell, trotz des fulminanten Jahresauftakts, noch gut 10 Prozent unter seinen alten Hochs.

Es ziehen also die großen Technologiewerte und das nicht ohne Grund. Denn sie legen weiterhin Wachstumsraten im prozentual zweistelligen Bereich vor und kaufen mit ihren enormen Cashflows weiterhin massiv eigene Aktien zurück, so dass ihr Ergebnis je Aktie überproportional profitiert. Ohne dass sie dabei auf Investitionen in Forschung & Entwicklung verzichten würden oder auf Firmenzukäufe. In anderen Bereichen der Wirtschaft läuft es allerdings nicht (mehr) ganz so rund...

Freitag, 12. April 2019

Portfoliocheck: Buffetts neue Lust auf Technologiewerte - oder was läuft da mit Red Hat?

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem einunddreißigsten Portfoliocheck blicke ich Warren Buffett über die Schulter, einem Investor der Superlative. Seine Performance ist atemberaubend; er legte über mehr als 50 Jahre hinweg eine Rendite von knapp 20% pro Jahr hin.

Im vierten Quartal hat die Beteiligungsholding Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2] des "Orakels von Omaha“, wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch verehrend genannt wird, nur wenige Aktienpositionen verändert, aber dafür durchaus Interessantes offenbart. Neben einer irritierenden Reduzierung bei Apple [WKN: 865985] flogen die Aktien von Oracle [WKN: 871460] nach kurzem Gastspiel wieder aus dem Depot. Dafür tauchte urplötzlich ein anderer Technologiewert in Buffetts Portfolio auf: der Open-Source-Anbieter Red Hat [WKN: 923989]. Keine Sorge, Buffett glaubt jetzt nicht ernsthaft, etwas von Software oder Netzinfrastruktur zu verstehen, sondern sein Kauf hat andere Gründe. Und der hat auch wieder mit IBM [WKN: 851399] zu tun, (s)einer einstigen ersten großen Technologie-Liebe...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Apple und Berkshire Hathaway befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 11. April 2019

Mein Investor-Update mit Amazon, Cisco, Funkwerk, MasterCard, MBB, Microsoft, PayPal, Xylem und dem High-Tech Stock Picking-Wiki

Investor-Update zum 1. Quartal 2019

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende des Quartals auf die Entwicklungen in den vergangenen Monaten zurück und gebe aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen auf meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben.

Darüber hinaus beschäftige ich mich auch mit Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden. Des Weiteren berichte ich über die Gewichtung der größten Werte in meinem Investmentdepot und in meinem Dividendendepot.

Mein Investmentdepot

Die größten Positionen in meinem Investmentdepot waren Ende März PayPal [WKN: A14R7U], MasterCard [WKN: A0F602], Amazon [WKN: 906866], Cisco Systems [WKN: 878841], MBB [WKN: A0ETBQ], Xylem [WKN: A1JMBU], Microsoft [WKN: 870747], Funkwerk [WKN: 575314], und das High-Tech Stock Picking Wiki von Stefan Waldhauser [WKN: LS9J0L]. Und damit gab es durchaus einige wesentliche Veränderungen, die nicht alleine auf die heftigen Schwankungen der Börsenkurse zurückzuführen sind...

Dienstag, 9. April 2019

Portfoliocheck: Wenn sie fallen, fallen sie tief. Und Mason Hawkins kauft... DowDuPont

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem dreißigsten Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Mason Hawkins, der mit seinem Longleaf Partners Funds seit mehr als 40 Jahren überdurchschnittliche Renditen für seine Investoren einfährt. Hawkins vertritt einen klassischen Value-Investing-Stil und setzt auf vernachlässigte Branchen, die gerade so gar nicht en vogue sind an der Wall Street. Sein konträrer Ansatz zahlt sich aus seine Investoren haben ihm inzwischen $35 Mrd. anvertraut. Nachdem er seine Cash-Quote über mehrere Quartale immer weiter hochgefahren hatte, reduzierte er sie im vierten Quartal signifikant auf 2 Prozent. Das führte zu einer Turnover-Rate von immerhin 15,7 Prozent in seinem Depot und mit 32 Positionen hielt er zum Jahresende fünf mehr als im vorherigen Quartal.

Nachdem die beiden US-Chemiegiganten Dow Chemical und DuPont vor drei Jahren ihre Fusion und die sofort anschließende Aufspaltung in drei Teilkonzerne bekanntgegeben haben, ist die Fusion zu DowDuPont [WKN: 850917] inzwischen abgearbeitet und im vierten Quartal hat sich Mason Hawkins nun rechtzeitig in Stellung gebracht, um bei dieser Sondersituation gutes Geld zu verdienen. Und soeben ist die erste Abspaltung über die Bühne gegangen: mit der Dow Inc. [WKN: A2PFRC] firmiert die Sparte "Material Science" ab sofort separat an der Börse. Demnächst folgt der Bereich "Agriculture“ als Corteva Agriscience, so dass als DuPont der Bereich "Speciality Products" verbleibt. Und Hawkins spekuliert darauf, auch mit diesen Spin-offs ganz einfach Extrarenditen einfahren zu können...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Montag, 8. April 2019

Investieren ist... wie das Pflanzen eines Baumes!

Investieren ist wie einen Baum zu pflanzen: man pflanzt und anfangs muss man sich ein bisschen drum kümmern, vielleicht düngen, ab und zu mal gießen. Dann der erste Spross, die Freude ist groß! Niemand würde doch jetzt das Bäumchen ausreißen, oder? Man lässt ihn einfach wachsen, bei Sonne, Sturm und Schnee. Ab und zu schaut man ihn sich mal an, erfreut sich an seinem Wachstum, bisweilen erstaunt darüber, wie weit er schon gediehen ist. Man lässt ihn wachsen und ab und zu denkt man sich, man könnte ihn auch fällen, das Holz verkaufen und damit schöne Profite einstreichen. Oder einfach nur Platz schaffen für einen anderen Baum. Weil der vielleicht noch schneller wächst und noch schöner wird. Aber ist das wirklich eine gute und schon gar die beste Idee?

Börsenweisheit der Woche 14/2019

"Ich studiere die Börse seit über 50 Jahren und ich glaube nicht, dass sich meine Intuition wirklich wesentlich verbessert hat."
(Daniel Kahneman)

Sonntag, 7. April 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 14/2019 im Rückspiegel mit Amazon, Aurelius, Deutsche Beteiligungs AG, Eckert & Ziegler, MBB

Die vergangene Woche war die Woche der (deutschen) Nebenwerte. Während die Wachstumswerte sich eher gelangweilt durch die Woche schleppten, drehte so mancher Nebenwert richtig kräftig auf. Das lag nicht nur daran, dass einige von ihnen Jahresergebnisse präsentiert haben, die die zuvor äußerst negativen Markterwartungen übertroffen haben, sondern die allgemeine Stimmung am Markt hat sich auch weiter aufgehellt. Ken Fisher schrieb jüngst, Anleger sollten sich auf steigende Kurs einstellen, da in den USA langsam die Zeit des politischen Nichtstun beginnen würde, also die Phase, wo sich im zweiten Halbjahr einer Präsidentschaft Kongress und Präsident gegenseitig lahm legen. Und dieses Nichtstun wäre für die Börsen zumeist eine Phase des Wachstums, weil die Unternehmen und die Wirtschaft relativ frei von (dummen) Entscheidungen der Politik ihren Weg gehen könnten. Was soll man sagen, dieses "Konzept" scheint aufzugehen...

Freitag, 5. April 2019

Ein Margin Call? Das ist ja wohl das allerletzte... Warnsignal!

Kredite aufzunehmen, um dann mit diesem Geld Aktien oder sogar noch spekulativere Finanzprodukte, wie Optionen, zu kaufen, ist verlockend, denn man kann mit geringem Einsatz eigenen Geldes große Spekulationssummen bewegen. Solange die Kurse in die gewünschte Richtung laufen, wachsen die Buchgewinne schnell an.

Doch wo Chancen sind, da lauern auch Risiken. Wenn nämlich die Spekulation nicht aufgeht und sich die Kurse anders als erwartet entwickeln, dann türmen sich sehr schnell große Buchverluste auf. Unter Umständen so schnell, dass sie größer sind als das ursprünglich eingesetzte Kapital. Der Hebel bei Kredit finanzierten Spekulationen wirkt in beide Richtungen. Und schon Archimedes sagte: "Gebt mir einen festen Punkt und einen genügend langen Hebel, und ich werde die Erde aus den Angeln heben". Wobei wir nicht übersehen dürfen, dass Kredite eben kein fester Punkt im Sinne der Naturgesetze sind...

Mittwoch, 3. April 2019

Ken Fisher mahnt: Dividendenrenditen sind manchmal auch mit Vorsicht zu genießen

In Zeiten niedriger Zinsen gehen Anlegern langsam die Alternativen aus, wollen sie ihr Geld noch halbwegs rentierlich anlegen. Immer häufiger wird dazu geraten, auf dividendenstarke Aktien zu setzen, um so eine attraktive Verzinsung zu erzielen. Doch so ganz ohne Risiko ist auch dieser Rat natürlich nicht...

Aktienkurse schwanken

Aktien sind bekanntlich Unternehmensanteile und diese kann man über die Börse handeln. Daher entsteht der Eindruck, der Wert des Unternehmens würde sich täglich ändern. Aber das tut er nicht! Lediglich der Preis, den man für einen Anteil am Unternehmen bezahlen muss und damit der Preis des gesamten Unternehmens verändert sich mit jeder neuen Kursfeststellung. Für mittel- und langfristig orientierte Anleger sind die Kursschwankungen mithin kein Hinderungsgrund, sich Aktien zuzulegen.

Darüber hinaus sollte man auch nicht vergessen, dass die Dividenden am Tag der Ausschüttung vom Aktienkurs abgezogen werden, sog. Dividendenabschlag. Denn das Unternehmen verliert ja die gezahlten Gelder und dieses ist ein Wertverzehr. Den Rest des Jahres - bzw. Quartals bei amerikanischen Unternehmen, die zumeist Quartalsdividenden zahlen - wird die nächste Dividende wieder im Kurs "angesammelt".

Auch Dividenden schwanken

Die absolute Höhe der Dividende ist weit weniger interessant, als ihr Verhältnis zum jeweiligen Aktienkurs. Denn hieraus ergibt sich die auf das Jahr berechnete Dividendenrendite - die man dann mit dem Jahreszinssatz für Spareinlagen oder Bundesanleihen vergleichen kann. Je höher die Dividendenrendite ist, desto attraktiver ist die betreffende Aktie unter diesem Aspekt. Doch hier gibt es Einiges zu beachten, damit man auch sicher Freude an seinem Investment hat...

Montag, 1. April 2019

Bernard Baruch rät zum Focus Investing: Besser nur auf einige wenige Aktien setzen, die man gut im Blick behalten kann!

An der Frage, ob man auf einen breiten Strauß von Anlagen setzen sollte, oder eher auf einige wenige, sorgfältig ausgewählte Investments scheiden sich seit jeher die Geister. Schon der Volksmund rät bekanntlich, nicht alle Eier in einen Korb zu legen - also das Risiko zu streuen. Und das ist durchaus vernünftig, denn zuerst sollte man immer das Risiko im Blick haben, bevor man auf die möglichen Renditen schaut, das lehrte uns schon Benjamin Graham, der Urvater der Fundamentalanalyse.

Auf der anderen Seite nimmt einem eine zu breite Streuung auch Chancen, denn wenn man mal einen wirklichen Outperformer erwischt und dieser aufgrund der breiten Streuung nur gering im Depot gewichtet ist, verpufft der positive Effekt und zeigt kaum Auswirkungen. Es ist also eine Abwägungsentscheidung und wie Bernard Baruch hat sich Warren Buffett klar positioniert, in dem er zu einer starken Konzentration rät. Allerdings nicht jedem...