Mittwoch, 24. August 2016

Investor-Update: Icahn, Soros, Aurelius, Deutsche Rohstoff, Ringmetall, Steico

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Sommerrallye und nun...?
Die meisten Marktteilnehmer wurden eiskalt auf dem falschen Fuß erwischt, denn sie hatten sich bereits vor Wochen auf fallende Kurse eingestellt und sich entsprechend positioniert. Und dann das... die Börsen stiegen scheinbar unaufhaltsam an, zweistellige Kursgewinne allenthalben, neue Allzeithöchststände bei S&P 500, Dow Jones und MDAX. Doch der Sommer neigt sich dem Ende zu und wir steuern saisonal auf den statistisch schlechtesten aller Börsenmonate zu, den September. Die Luft wird also dünner.

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index 
Fear-and-Greed-Index stabil auf hohem Niveau
Der Angst-und-Gier-Index befindet sich seit einigen Tagen im obersten Viertel, wenn auch noch nicht im Grenzbereich. Das signalisiert, dass die Marktteilnehmer eher optimistisch sind und wenig(er) auf die Risiken blicken. Doch die sind nicht kleiner geworden.

Die steigenden Börsenkurse werden schon länger nicht (mehr) von steigenden Unternehmensgewinnen begleitet, sondern vor allem durch die liquiditätsgetriebene Politik der Notenbanken befeuert. Da es kaum Zinsen für Geldanlagen gibt, wandert immer mehr Geld in die Aktienmärkte, wo es Dividenden und evtl. auch Kursgewinne gibt. Eine verlockende Aussicht angesichts sonst drohender Strafzinsen bei Kontoguthaben.

Und dann steht auch noch der September vor der Tür und mit ihm die schwierigste Börsenphase des Jahres, wo es in der Vergangenheit regelmäßig zu heftigen Kursgewittern kam. Und das Potenzial für einen Einbruch ist durchaus vorhanden, schließlich haben die Börsen gerade neue Höchststände erklommen und die Sorglosigkeit der Anleger nimmt zu. Auch die sog. Margin Debt ist zuletzt deutlich zurückgegangen. Die zeigt an, zu wie viel Prozent US-Anleger Aktien auf Kredit gekauft haben. Und sie korreliert stark mit der Entwicklung der US-Börsen. Ihr - vorauslaufendes - Sinken bei steigenden US-Indizes ist daher ein weiteres Warnzeichen. Und auch die aktuell eher positive Einschätzung vieler Börsenbriefe ist meist ein guter Kontra-Indikator, ebenso, dass in den Boulevardzeitungen verstärkt über die Börse und die angeblichen großen Gewinnchancen die Rede ist.


"Ich bin bei Aktien mehr gehedged denn je, denn der Tag der Abrechnung wird kommen".
(Carl Icahn)


 Carl Icahn 
Starinvestoren wetten auf Kurseinbrüche
Zu "guter" Letzt sind da noch Starinvestoren wie George Soros oder Carl Icahn, die ihre Aktienbestände seit einiger Zeit reduzieren und im Gegenzug massiv Put-Optionen anhäufen, mit denen sie auf fallende Aktienkurse setzen. In Summe bedeuten all diese Faktoren, dass sich die Chancen auf eine heftige Herbstkorrektur erhöht haben, während die Chancen auf eine ungebremste Fortsetzung der Rallye schwinden.

Ich bin ja beileibe kein Timing-Experte und ich investiere nicht aufgrund makroökonomischer Überlegungen (anderes als George Soros), sondern ich kaufe Aktien von heute oder morgen unterbewerteten Aktien mit erheblichem Gewinnpotenzial. Aber... ich ziehe aus den Zeichen meine Schlüsse. Und daher habe ich meinen Aktienbestand reduziert. Ich habe die Werte der meisten Positionen verkleinert auf Positionsgrößen von etwa 3%, nur bei ausgesuchten Werten sind die Anteile höher geblieben (auch wenn ich sie ebenfalls in absoluten Zahlen reduziert habe). So bleibt Aurelius die größte Position im Depot, jedoch um ein Viertel kleiner als noch vor einigen Wochen. Und die Deutsche Rohstoff AG ist ebenfalls mit über 7% übergewichtet, ebenso Steico und Ringmetall mit je 5%.

Ergänzend und ganz neu hinzugekommen ist ein DAX-Put (HSBC T+B PUT17 DAX; WKN TD1MLC), der mir vor Kurzem bzgl. des Brexit-Votums schon tolle Dienste geleistet hat. Den nehme ich als Absicherung meines restlichen Portfolios und auch als Spekulation auf fallende Kurse. Geht meine Befürchtung auf und die Kurse kommen stärker ins Rutschen, gleicht der Put zunächst die Kursverluste der Bestandsaktien aus und er erhöht meine Liquidität, die mir dann für Nachkäufe zur Verfügung steht. Und kommt kein Kurseinbruch, dürfte ich nicht allzu viel mit dem Put verlieren, dann werte ich diese Verluste als Versicherungsprämie.

Weshalb ich einen Put auf den DAX ausgewählt habe, wo ich doch hauptsächlich deutsche Nebenwerte und US-Werte im Depot habe? Weil die Erfahrung zeigt, dass der DAX zumeist heftiger von Kurseinbrüchen heimgesucht wird, als SDAX, S&P oder Dow Jones. Das ist das ganze Geheimnis dahinter...

Der DAX-Put ist aktuell mit rund 10% in meinem Portfolio gewichtet, sollten die Kurse aber anfangen zu rutschen und Panik an die Märkte zurückkehren, werde ich die Position in fallende Kurse hinein weiter aufstocken.


.: Cashquote
Durch den Kauf des DAX-Puts ist meine Cashquote natürlich wieder gesunken, nachdem ich ja zuvor bei den meisten Werten die Depotgewichtung reduziert und somit Cash aufgebaut hatte. Meine verfügbare Cash-Quote beläuft sich daher aktuell auf knapp 15%.

Dienstag, 23. August 2016

Lieber einfach statt kompliziert

Value Investing, das wertorientierte Investieren, kommt ohne komplizierte mathematische Formeln aus, es setzt vielmehr auf den gesunden Menschenverstand und Geduld. Je einfacher und langweiliger das Geschäftsmodell ist, desto interessanter ist es grundsätzlich für Value Investoren. Man kauft Anteile an soliden Unternehmen, die von ehrlichen und fähigen Leuten geführt werden und das zu einem Kurs, der unterhalb des fairen Wertes liegt, also das Gewinnpotenzial des Unternehmens (noch) nicht widerspiegelt.

"Wenn ein Unternehmen gut läuft, wird die Aktie letztendlich folgen."
(Warren Buffett)

Warren Buffett ist der Überzeugung, dass man sich weder mit Marktprognosen noch mit Charts aufhalten sollte, sondern vor allem mit dem Lesen der Geschäftsberichte der Unternehmen. Da steht alles drin, was ein Value Investor über das Unternehmen wissen muss und dort findet er die Zahlen und Daten, die er für die Bewertung des Unternehmens und die Ermittlung von dessen fairen Wert benötigt. Und er rät, Geld nur in Unternehmen zu investieren, deren Geschäft man auch versteht.

"Man sollte sein Geld in Unternehmen stecken, die auch ein absoluter Vollidiot
leiten könnte. Denn irgendwann wird unweigerlich genau das passieren."
(Warren Buffett)

Machen Sie's wie Warren Buffett, machen Sie's nicht unnötig kompliziert. Intelligentes Investieren ist keine Wissenschaft, es ist solides Handwerk anhand einiger weniger, aber wichtiger Regeln. Man muss nicht zaubern können, um langfristig an der Börse Geld zu verdienen.

Börsenkurse steigen langfristig an
Dabei sollte man sich (auch) nicht mit der Suche nach dem perfekten Timing beschäftigen, dem besten Zeitpunkt für einen Einstieg. Denn langfristig macht es kaum einen Unterschied, zu welchem Zeitpunkt man in Aktien investiert hat, langfristig steigen die Kurse schier unaufhaltsam an. Der ökonomische Fortschritt, das Wachstum der Weltbevölkerung und der (auch deshalb) global zunehmende Wohlstand, schlagen sich in der Kursentwicklung nieder.


"Die beste Zeit für die Geldanlage ist dann, wenn man Geld hat. Die Geschichte
deutet nämlich darauf hin, dass nicht der Zeitpunkt zählt, sondern die Zeit."
(Sir John Templeton)


 Quelle: tradingeconomics.com

Insbesondere der Chartverlauf des Dow Jones Index über die letzten hundert Jahre zeigt die Entwicklung sehr deutlich an. Die ganz kleine Delle ziemlich weit links ist übrigens "der große Crash" von 1929 mit der sich anschließenden Weltwirtschaftskrise.


"Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten
die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte, eine
Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den
Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11497."
(Warren Buffett)

Daraus können wir lernen, dass für den nachhaltigen Börsenerfolg das Market-Timing einen geradezu zu vernachlässigenden Faktor darstellt, während eine andere Charaktereigenschaft ganz wesentlich zum Erfolg beiträgt: Geduld, die nach Benjamin Graham "oberste Tugend des Investors".

Anleger sollten also auf die einfachen, unkomplizierten Unternehmen setzen und dann die nötige Muße aufbringen, bis diese sich positiv entwickeln. Den Fortschritten im operativen Geschäft werden die Aktienkurse fast unweigerlich folgen.

Montag, 22. August 2016

(Noch) höhere Margen: Steico kündigt millionenschwere Rekordinvestitionen an

Die Steico SE, ein Hersteller holzfaserbasierter Bauprodukte, profitiert vom Trend zum nachhaltigen und CO2-armen Bauen und auch die beiden großen Trends hin zu Immobilien in Ballungsräumen und schnelle Lösungen für die Flüchtlingsunterbringung bieten dem Unternehmen zusätzliche Chancen. Erst kürzlich wurden "saustarke" Halbjahreszahlen vorgelegt, die belegen, dass sich die Unternehmensstrategie des "integrierten Holzbausystems" richtig auszahlt. Eine steigende Nachfrage nach ökologischen Holzfaser-Dämmstoffen und die erfreulichen Margenbeiträge aus der neuen Produktionsanlage für Furnierschichtholz sind maßgebliche Treiber dieser erfreulichen Entwicklung.

Steico steht nach wie vor im harten Preiswettbewerb bei Dämmmaterialien und kämpft dabei mit Überkapazitäten in der Branche. Aus diesem Grund hat man sich vor einiger Zeit entschlossen, neue Produktionskapazitäten aufzubauen, um fremdvergebene Teilaufträge selbst abwickeln zu können, wodurch man weniger abhängig von Zulieferern wurde und in diesem Bereich eine höhere Wertschöpfungstiefe erreicht und somit insgesamt höhere Margen. Das Management hat dem entsprechend auch seine Gesamtjahresprognose konkretisiert und erwartet nun "ein EBIT-Wachstum im oberen zweistelligen Prozentbereich".

 Steico SE (Quelle: finanzen.net) 
Die bisherigen Investitionen von annähernd €50 Mio. werden nun durch ein weiteres Investitionsprogramm von €45 Mio. ergänzt. Geplant ist eine Verdoppelung der jährlichen Produktionskapazitäten von derzeit rund 80.000 cbm auf rund 160.000 cbm. Hierfür wird die bestehende Linie für Furnierschichtholz entsprechend modifiziert und erweitert. Die bestehende Linie, die Anfang 2016 in Betrieb genommen wurde, wurde von Beginn an mit Blick auf eine künftige Erweiterung geplant und errichtet. Dass diese Erweiterung bereits nach kurzer Zeit erfolgen kann, ist der erfreulich hohen Nachfrage nach Furnierschichtholz aus verschiedenen Branchen zu verdanken.

Nicht ganz unwichtig für Aktionäre ist dabei, dass das Investitionsprogramm über die Erweiterung des bestehenden Konsortialvertrages, und somit über Fremdmittel, erfolgen wird und nicht über eine Kapitalerhöhung. Des Weiteren hatte man bei der Erstinvestition vorausschauend bereits eine spätere Ausweitung mit einkalkuliert, so dass aufgrund der vorbereitenden Planungen für die Erweiterung die Gesamtinvestitionen nun rund €15 Mio. unterhalb der Kosten für die erste Produktionslinie liegen werden. Und das wird der künftigen Wirtschaftlichkeit in Form höherer Margen und Gewinne zugutekommen!

Meine Einschätzung
Kaum verwunderlich dürfte sein, dass sich meine Einschätzung in den letzten Wochen nicht sehr verändert hat; sie ist weiterhin sehr positiv. Die Investitionen von weiteren €45 Mio. sind angesichts der Überkapazitäten und des Preisdrucks in der Branche durchaus mit Risiken verbunden, setzen aber im margenstarken neuen Bereich an, so dass sich das Wagnis auszahlen sollte. Durch die Investitionen werden Kosten gespart und die Margen ausgeweitet und man kann gleichzeitig davon profitieren, dass die herkömmlichen Wärmeverbundsysteme aufgrund ihrer Problembehaftung (Krebsrisiko, Umweltschädlichkeit, Brandgefahr) sukzessive vom Markt gedrängt werden und immer häufiger hochwertige ökologische Dämmmaterialien zum Einsatz kommen. Darüber hinaus verbreitert die eigene Stegträger-Produktion die Angebotspalette und sorgt für eine Verbreiterung und Ausweitung der Margenbasis.

Der Margenausweitung steht gegenüber, dass ein nicht unerheblicher Umsatzanteil in Großbritannien (rund 15%), dem zweitwichtigsten Absatzmarkt nach Deutschland, erzielt wird, und hier dürfte die Pfund-Abwertung im Zuge des Brexit-Votums - zumindest vorübergehend - für eine Margenabschwächung sorgen.

Ich habe Steico seit vielen Jahren auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot und werde das Unternehmen auf seinem erfolgreichen Weg noch lange Zeit weiter begleiten. Steico bietet für langfristig orientierte Anleger ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis.

Kaufe niemals auf Kredit

Unternehmen nutzen Fremdkapital, der Staat begibt Anleihen, Privatleute finanzieren Möbel, Autos, Häuser über Kredite. Weshalb sollten Anleger nicht auch auf Kredite zurückgreifen, um an der Börse zu spekulieren? Immerhin gibt es speziell zugeschnittene Wertpapierkredite (auch Effekten-Lombard-Kredit genannt), bei denen man zu vergleichsweise attraktiven Zinskonditionen Kredit erhält gegen Verpfändung von Wertpapieren. Also eigentlich doch eine sichere Sache, oder?

Jedenfalls so lange, bis die Aktienkurse zu fallen beginnen. Denn dann sinkt auch der Wert der als Sicherheit hinterlegten Papiere und wenn er unter den des Kreditbetrages fällt, fordert die Bank zum Nachschießen auf (sog. Margin Call). Dann muss man entweder frisches Geld einzahlen, um den Kreditbetrag zu senken, oder Wertpapiere veräußern. Die besondere Gefahr liegt darin, dass die Wertpapiere niemals zu ihrem Nominalwert, also 100%, als Sicherheit akzeptiert werden. Aktien von DAX-Unternehmen sind meist zu 60% beleihbar, ausländische Aktien zu 50%, Optionsscheine und andere Derivate überhaupt nicht. Ist der Kreditbetrag ausgereizt und die Kurse laufen in die falsche Richtung, muss man Wertpapiere glattstellen, nachdem sie bereits erhebliche Kursverluste verzeichnet haben. Die Ansätze des Value Investings sind aber genau andere: in Krisen zukaufen und in Euphorie verkaufen - und dazwischen einfach abwarten.

Ein weiteres Argument spricht gegen Börsenspekulationen auf Kredit: der Hebeleffekt (auch Leverage-Effekt). Eigentlich soll ja dadurch, dass man mit zusätzlichem Fremdkapital Aktien kauft, eine noch höhere Rendite dabei herauskommen. Aber Value Investing ist auf mittel- und langfristige Sicht angelegt und nicht auf das Mitnehmen kurzfristiger Kursschwankungen. Wenn man nun für eine Aktie, die man jahrelang im Depot behält, 6,5% Zinsen pro Jahr bezahlen muss, hilft einem selbst eine üppige  Dividendenrendite von z.B. 4% nicht weiter, da sich die Dividendenausschüttung ja 1:1 als Kursabschlag auswirkt und man sie auch noch versteuern muss.

Warren Buffet, der wohl erfolgreichste Value-Anleger der Welt, kommt in 40 Jahren auf eine durchschnittliche Rendite von knapp 20% pro Jahr - kreditfinanziert startet man selbst also deutlich im Minus. Zusätzlich verliert man durch die Kreditfinanzierung seine Handlungsfreiheit, nämlich die Freiheit, nichts zu tun, Geduld zu haben, sein Geld für sich arbeiten zu lassen. Das Geld arbeitet bei auf kreditfinanzierten Wertpapieren gegen einen, das Chance-Risiko-Verhältnis ist ganz klar negativ.

Und dennoch... eine Ausnahme gibt es, wie immer: ein Wertpapierkredit ist dann sinnvoll, wenn man ihn nicht dauerhaft einsetzt, sondern ihn ausschließlich als zusätzliche Liquidität für Einstiegszeiten betrachtet, denn langfristig bringt Liquidität die Rendite! Er verursacht keine Kosten, solange er nicht in Anspruch genommen wird, und kann helfen, bei günstigen Einstiegsgelegenheiten besonders üppig zuzugreifen.

Börsenweisheit der Woche 34/2016

"Wenn Prinzipien nicht mehr taugen, ändert man sie".
(Warren Buffett)

Sonntag, 21. August 2016

Eon: Die Risiken überwiegen

Vor rund sieben Monaten hatte ich Eon als aussichtsreiche Turnaround-Spekulation vorgestellt und seitdem hat sich der Kurs sich unter stärkeren Schwankungen gen Norden orientiert. Meine damalige Annahme, die Aufspaltung in zwei Geschäftseinheiten würde für neue Impulse sorgen und das größte Risiko seien die Kosten für den Atomausstieg, haben sich nicht ganz so konkretisiert, wie ich dachte. Denn wenn auch die Lösung für den Atomausstieg teuer wird, ist sie letzten Endes nicht existenzgefährdend. Allerdings wird Eon wohl nicht wenig seines fossilen Kraftwerksgeschäfts veräußern müssen, um seinen Anteil an den Kosten stemmen zu können. Diese werden nun in die separate Einheit Juniper abgespalten und bei Eon entsteht nun hoher Abwertungsbedarf in Milliardenhöhe auf dieses Geschäft. Erneut.

Der Turnaround ist nicht gescheitert, er dauert noch an, mit offenem Ende. Es kann auch noch viel schlimmer kommen, bevor es (vielleicht) besser wird. Somit bleibt unterm Strich ein sich (wieder) verschlechterndes Chance-Risiko-Verhältnis mit einem sich eintrübenden Ausblick. Für mich bedeutet dies, dass ich die bisher nach dem halben Jahr aufgelaufene Rendite von 7,5% an Kursgewinnen und Dividendenausschüttung mitnehme und die Spekulation an diesem Punkt beende.

Ich streiche daher Eon von meiner Empfehlungsliste.

Freitag, 19. August 2016

Empfehlungsliste

Performance seit Erstempfehlung inkl. Brutto-Dividenden.













Historie der Transaktionen auf meiner Empfehlungsliste
Hier finden Sie alle Veränderungen auf meiner Empfehlungsliste seit Start des Blogs, alle Aufnahmen und Streichungen.

Investor-Update
Die Empfehlungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn  sie viele Überschneidungen aufweist. Im Investor-Update beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.


RECHTLICHER HINWEIS NACH WPHG
Viele der in meinem Blog erwähnten Werte halte oder handle ich regelmäßig. Die in diesem Blog enthaltenen Beiträge sind meine persönliche Meinung und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Ich übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen. Für Investitionen, die aufgrund meiner Aussagen getätigt werden, übernehme ich keinerlei Verantwortung. Jedes Investment kann zum Totalverlust führen!

Donnerstag, 18. August 2016

Turnaround nimmt Fahrt auf: Genworth Financial schrumpft sich gesünder

Genwort Financial Inc. (NYSE: GNW) ist ein amerikanischer Versicherungskonzern und ich weise seit Jahren auf die verzwickte Lage der Versicherungen hin, die einerseits wegen der Niedrigzinsen kaum noch Erträge erwirtschaften, andererseits aber hohe Garantien an ihre Kunden leisten müssen, insbesondere aus Altverträgen bei der Lebensversicherung. Die Versicherungsbranche ist für Anleger mit hohen Risiken behaftet und schwindenden Chancen - bei Genworth Financial lohnt sich dennoch ein genauerer Blick.

Vor knapp einem halben Jahr lag der Aktienkurs noch bei rund €1,50 und hat sich seitdem auf €3 glatt verdoppelt. Als ich mich im März erstmals mit dem Unternehmen beschäftigte ("US-Versicherer Genworth Financial Bargain oder Value Trap?") standen noch alle Zeichen auf Sturm bei der ehemaligen Versicherungssparte des US-Giganten General Electric. Von den einstmaligen Höchstkursen von $20 im Jahr 2007 war nicht mehr viel übrig geblieben, denn neben der allgemeinen Branchenschwäche hatte Genworth Financial auch mit einer Reihe schwerwiegender, hausgemachter Probleme zu kämpfen. Und kämpft noch immer.

Das Geschäftsjahr 2015 brachte einen Gewinneinbruch von 66% da das Unternehmen zusammengeschrumpft wird, um durch das Absenken der Verschuldung wieder auf Kurs zu kommen. Das wurde nötig, da man für das Geschäftsjahr 2014 einen Rekordverlust von mehr als §1,2 Mrd. ausweisen musste. Der Nettogewinn fiel dann im Jahr 2015 von $154 Mio. oder $0,31 je Aktie auf $53 bzw. $0,11 je Aktie, während der operative Gewinn, der auch Ergebnisse aus Investmentgeschäften enthält, bei $0,21 je Aktie lag. So schrecklich diese Zahlen auch noch waren, sie übertrafen die noch pessimistischeren Analystenerwartungen deutlich. Und mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2016 setzte sich der Turnaround fort und nimmt zunehmend Gestalt an.

 Genworth Financial Inc. (Quelle: finanzen.net) 
Quartalszahlen lassen Börsenkurs um 30% anspringen
Der Versicherer berichtete ein Nettoergebnis von $123 Mio. im zweiten Quartal oder $0,25 je Aktie und damit erneut deutlich über den durchschnittlichen Analystenschätzungen von $0,21 pro Aktie. Dabei stach besonders Genworths US-Hypothekenversicherungseinheit heraus, die alleine $61 Mio zum Netto-Betriebsergebnis beisteuerte, eine Steigerung von 24% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das US-Lebensversicherungsgeschäft erwirtschaftete $55 Mio. Netto-Betriebsergebnis und damit weit weniger als die $91 Mio. des vorangegangenen Quartals, allerdings nur $2 Mio. unter dem Ergebnis des vergleichbaren Vorjahresquartals. Der Nettogewinn  im zweiten Quartal, der auch Gewinne und Verluste aus dem Anlageportfolio umfasst, betrug $172 Mio. oder $0,34 pro Aktie, wobei Genworth Financial von einem realisierten Gewinn nach Steuern von $85 Mio. aus dem Verkauf von US-Staatsanleihen profitierte.

Buchwertschnäppchen
Selbst bei einem Kurs von €3 wird Genworth Financial nur zu einem Bruchteil seines Buchwerts gehandelt, den das Unternehmen nach konservativer Berechnung mit $20,61 je Aktie angibt. Die Aktien notieren also zum 0,20-fachen oder 80% unterhalb ihres Buchwerts.

Ausblick
Genworth Financial hat erhebliche Probleme vor der Brust, insbesondere in der Sparte Lebensversicherungen. Hier hat man einen Stopp bei Neuabschlüssen verhängt und schrumpft das Unternehmen gesund, fokussiert sich auf die rentierlichen Bereiche. So hat man im zweiten Quartal sein europäisches Hypothekenversicherungsgeschäft verkauft und reduzierte seine Ausgaben auf Jahresbasis um rund $150 Mio. vor Steuern. Damit hat man die eigenen Kostensenkungsziele bereits erreicht, die man zu Beginn dieses Jahres verkündet hatte. Des Weiteren stieg die Liquidität von $760 Mio. auf $934 Mio. weiter an und sollte Anlegern ein stärkeres Vertrauen in die Bilanz des Unternehmens geben, die jedoch nach wie vor einen erhöhten Verschuldungsgrad aufweist.

Meine Einschätzung
Genworth Financial ist noch nicht über den Berg, es wäre zu früh, schon Entwarnung zu geben. Aber das Management hat die Zeichen der Zeit erkannt und trennt sich von unrentierlichen Randbereichen und trifft auch unpopuläre Entscheidungen, um den Versicherer wieder auf Kurs zu bringen. Erste Erfolge sind sichtbar und mit einem weiteren Abbau der Verschuldung und sich zunehmend verbessernden Bilanzkennzahlen und steigenden Ergebnissen sollte auch der Aktienkurs sich weiter in Richtung seines Buchwertes aufmachen. Ein Abschlag von 80% signalisiert einen Quasi-Ausfall, aber davon ist Genworth Financial inzwischen um einiges entfernt, so dass ein derartig hoher Abschlag nicht (mehr) gerechtfertigt erscheint.

Ich habe Genworth Financial auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot und bin sehr zuversichtlich, mit der nötigen Geduld in den nächsten Jahren noch so einige Kursverdoppler auf Basis meines Ersteinstiegs bei €1,72 einzufahren. Dabei muss man bei diesem Turnaroundwert die Risiken bei der Unternehmenstransformation und deren Erfolgsaussichten stets wachsam im Blick behalten.

Mittwoch, 17. August 2016

Halbjahreszahlen: msg life AG surft weiter auf Turnaroundkurs

Das Spezialsoftwareunternehmen für die Versicherungsbranche msg life hat seine Halbjahreszahlen präsentiert - und die Börse reagiert mit deutlichen Kursabschlägen. Dabei präsentierte das Unternehmen gar keine (negativen) Überraschungen.

Die Halbjahreszahlen
Zum 30. Juni 2016 liegen sowohl der Gesamtumsatz von €57,1 Mio. (per 30. Juni 2015: €52,2 Mio.) als auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (EBITDA) von €2,8 Mio. Euro (per 30. Juni 2015: €2,9 Mio.) im Rahmen der Jahresplanungen. Dabei enthält das EBITDA einen ergebniswirksamen Aufwand in Höhe von knapp €0,8 Mio. Euro aus einem Vergleich in Zusammenhang mit der ehemaligen Beteiligung an der B+S Banksysteme AG.

Unter Berücksichtigung des Steueraufwands in Höhe von €1,8 Mio. erzielte msg life zum 30. Juni 2016 ein Periodenergebnis von €0,1 Mio. (per 30. Juni 2015: €1,2 Mio. Euro) und damit ein ausgeglichenes Ergebnis je Aktie (Vorjahr: €0,03). Der positive Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beträgt €0,8 Mio. (Vorjahr: €1,5 Mio.) und das Eigenkapital beträgt nahezu unveränderte €46,2 Mio. bei einer Eigenkapitalquote von 54,3% (Vorjahr: 56,8%).

Im laufenden Geschäftsjahr 2016 erwartet msg life ein EBITDA zwischen €10,0 Mio. und €12,0 Mio. sowie einen Gesamtumsatz zwischen €110,0 Mio. und €112,0 Mio.

Meine Einschätzung
Die Zahlen sind natürlich besonders durch den Vergleich bzgl. der B+S Banksysteme AG gekennzeichnet, aber dieser Vergleich wurde von msg life allerdings bereits in vorangegangenen Meldungen besprochen und ist auch Bestandteil der angehobenen Jahresplanungen. Insofern sollte dieser Einmalaufwand keine negative Überraschung darstellen, sondern eher für freudige Gesichter bei den Aktionären sorgen. Denn ohne diesen Einmaleffekt hätte das EBITDA gegenüber dem Vorjahreswert deutlich zugelegt und damit bestätigt, dass der Turnaround in vollem Gange ist und zunehmend Gestalt annimmt. Die Vertriebserfolge der vergangenen Monate deuten jedenfalls in diese Richtung und das Management ist zuversichtlich, hier noch weiter punkten zu können.

Msg life befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und stellt eine aussichtsreiche Turnaroundspekulation dar. Der marktenge Titel sollte aber nur von risikobereiten Anlegern ins Depot genommen werden. Ich habe den fast 10-prozentigen Kurseinbruch heute genutzt, um meine Position etwas aufzustocken.

>>> zur Meldung

Ringmetall AG: Von der grauen Provinzmaus zum globalen Herrn der Ringe

Die Ringmetall AG hat nur noch wenig mit der H.P.I. Holding zu tun, als die sie bis vor kurzem noch firmierte. Und das hat weniger mit der zwischenzeitlichen Namensänderung zu tun, als mit den personellen Veränderungen und dem neuen Schwung, der in die Unternehmensaktivitäten gekommen ist.

Die H.P.I. Holding hatte ich vor rund viereinhalb Jahren erstmals als "schön langweiliges Beteiligungsdornröschen" vorgestellt und damals gehörten zur "Gruppe" die August Berger Metallwarenfabrik GmbH und die Zimmer + Kreim GmbH & Co. KG mit ihren jeweiligen Töchtern. Die August Berger Metallwarenfabrik produziert dabei Spannringe zum Verschluss von Kunststoff- und Metallfässern, während das Maschinenbauunternehmen Zimmer & Kreim Erodiermaschinen, Handlingsysteme und Softwarelösungen herstellte. Nach meiner Empfehlung kam der Kurs ins Laufen und markierte bald neue Höchststände, um dann in einen dreijährigen Seitwärtstrend zu verfallen, aus dem er vor einigen Wochen explosionsartig nach oben ausbrach.

Beteiligungstausch
In der Zwischenzeit hatte sich einiges im Unternehmen getan und zwar Entscheidendes. Zunächst hatte man konsequent die Beteiligung Berger durch Zukäufe internationaler und schlagkräftiger aufgestellt, während das Kapitel Zimmer & Kreim mit einem blauen Auge beendet werden konnte. Letztmalig fiel im Jahresabschluss 2015 eine signifikanter Abschreibungsbedarf an, so dass auch dieses Jahresergebnis nochmals negativ nach unten gerissen wurde. Als zweites Standbein der Gruppe wurde im Gegenzug die HSM Hans Sauermann GmbH & Co. KG eingekauft. Allerdings machte die bisher wenig gute Laune, denn sie durchläuft eine tiefgreifende "Neupositionierung des Produktportfolios". Oder kurz gesagt: sie verdient kein Geld, sie kostet. Und was aus dieser Beteiligung werden soll, ist noch nicht entschieden.

Und dann ging's plötzlich rund. Und schnell...
Ende 2014 wurde der Vorstand verstärkt mit Konstantin Winterstein, der zum Vorstand für das operative Geschäft und das technische Beteiligungsmanagement bestellt wurde. Der Diplomingenieur hält einen M.B.A. und war über 15 Jahre für ein deutsches Automobilunternehmen tätig, zuletzt in Führungspositionen im operativen Bereich und im Bereich Zulieferindustrie. Im Anschluss gab es mehrere Kapitalerhöhungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre, wohl auch, um Winterstein eine signifikante Beteiligung zu akzeptablen Einstiegspreisen bei der Ringmetall AG zu ermöglichen. An sich halte ich nicht viel von derartige "Übervorteilungen der Altaktionäre", allerdings liegt es hier durchaus im Interesse, Winterstein auch als Großaktionär mit an Bord zu holen, wo doch die künftige Unternehmensentwicklung stark von ihm abhängen wird.


 Ringmetall AG (Quelle: finanzen.net) 
Neues USA-Standbein wird immer stärker
Mit den frischen Geldern wurden dann vor allem die Aktivitäten von Berger gestärkt durch Zukäufe und Investitionen. Allerdings gab es auch Werksschließungen, um die Effizienz zu steigern. Und dann gab es den Paukenschlag, die lange angekündigte Übernahme in den USA. Man griff über den Teich und kaufte die US-Firma Self Industries, einen Spezialanbieter von Dichtungs- und Verschluss-Systemen mit Sitz in Birmingham, Alabama. Mit dem Zukauf gelang Ringmetall der Einstieg in den US-Markt und man versprach sich von dem $28 Mio. Umsatz erzielenden Unternehmen die Möglichkeit weitreichender Technologie- und Vertriebssynergien. "Mit insgesamt über €90 Mio. Umsatz auf Konzernebene ergeben sich nun ganz neue Möglichkeiten für Prozessoptimierungen und Cross Selling-Ansätze", schwärmte Ringmetall-Vorstand Petri damals. Und die Übernahme erwies sich als strategischer Glücksgriff, das wird auch immer mehr Aktionären bewusst.

Nach einer erneuten - stark überzeichneten - Kapitalerhöhung mit einem Bezugspreis von €2,20 je Aktie kaufte Ringmetall mit dem erzielten Bruttoemissionserlös in Höhe von €5.033.600 sofort weiter zu, indem man seine Beteiligung an der italienischen Tochtergesellschaft S.G.T. von bisher 51% auf 80% "zu wirtschaftlich attraktiven Konditionen" erhöht hat. Und kurz darauf wurde im Rahmen eines Asset-Deals die Spannringproduktion eines Großkunden in den USA übernommen und  in die Produktion ihrer US- Tochtergesellschaft Self Industries eingegliedert. Der jährliche Umsatzbeitrag aus der Akquisition beläuft sich auf knapp $1 Mio. und es wurde ein langfristiger Liefervertrag zwischen Käufer und Verkäufer vereinbart.

Zahlenwerk präsentiert sich bärenstark
Ende Juni präsentierte Ringmetall dann erstmals nach der großen Firmenübernahme der Self Industries im vergangenen Jahr Unternehmenszahlen und die konnten sich sehen lassen. Im ersten Quartal 2016 legte man in der neuen Firmenstruktur sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis deutlich zu: die Umsatzerlöse erhöhten sich um 35,9% auf €22,4 Mio. (Q1 2015: €16,5 Mio.), die Bruttomarge verbesserte sich von 48,5% auf 51,5% und dementsprechend überproportional stiegen auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 76,9% auf über €3,0 Mio. (Q1 2015: €1,7 Mio.) an und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), bei dem ein Anstieg um 114,7% auf €1,9 Mio. zu verzeichnen war (Q1 2015: €0,9 Mio.).

Die Zahlen zeigen, dass sich Ringmetall auf einem sehr guten Weg befindet und seine Effizienzpotenziale inzwischen auch heben kann. Die geschickten Add-on-Zukäufe im Bereich der Fassringsproduktion und das Ausweiten der Produktlinie über dieses Segment hinaus versprechen auch künftig starke Wachstumsperspektiven. Vom sich verstärkenden Trend zur Auslagerung der Spannringproduktion der großen Fasshersteller in den kommenden Jahren sollte insbesondere Ringmetall als Weltmarktführer am stärksten profitieren können durch zusätzliches Wachstumspotenzial einer weiteren Stärkung der Wettbewerbsposition des Unternehmens.

Die Verwässerung der Aktionärsanteile aufgrund der mehrfachen Kapitalerhöhungen ist zwar negativ einzustufen, auf der anderen Hand hat sich dadurch das neue Management signifikant am Unternehmen beteiligt und es wurden darüber hinaus die Mittel in attraktive Zukäufe investiert. Daher sollten hieraus in den kommenden Jahren eher positive Ergebniseffekte zu erwarten sein.

Meine Einschätzung
Die Ringmetall AG hat sich nach einem dreijährigen Siechtum aus ihrer Kurslethargie befreit und hat einiges an aufgestautem Kurspotenzial in den vergangenen Wochen abgebaut. Kurse um €2,70 sind keine Schnäppchenkurse mehr und es könnte - auch angesichts der eher widrigen Börsenjahreszeit - eine Kurskonsolidierung anstehen. Andererseits scheint mit das höhere Kursniveau aufgrund der operativen und strategischen Fortschritte des Unternehmens und der mit den neuen personellen Manpower verknüpften stärkeren Entwicklungspotenzials mehr als gerechtfertigt und ein 2017er KGV von 12 auch nicht übermäßig ambitioniert. Dies mutet eher als faire Bewertung an, mit einigem Upsidepotenzial bei weiteren Übernahmen und/oder operativen Fortschritten, so dass langfristig orientierte Anleger sich auch auf diesem Kursniveau noch beruhigt Ringmetall-Aktien ins Depot legen können.

Ich jedenfalls habe gerade eine kleine Add-on-Aufstockung meiner Position vorgenommen, weil ich von den mittel- und langfristigen Perspektiven des Unternehmens (wieder) überzeugt bin. Interessant wird sein zu sehen, ob die Tochter Hans Sauermann in der stärkeren Fokussierung auf den Bereich Fassringe eine echte Zukunft im Konzern hat, oder doch eher wieder abgegeben wird, sobald sich die Erfolge aus der Neupositionierung abzeichnen - und ein dem entsprechend attraktiver Verkaufspreis. Sollte HSM im Konzern als Standbein verbleiben, wären hier Zukäufe für diese Sparte nicht nur denkbar, sondern auch nötig.

Ringmetall befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.