Montag, 11. November 2019

Mutares: Lohnt der Sanierungsexperte (doch wieder) einen zweiten Blick?

Mit Mutares verbindet mich als Aktionär eine wechselhafte Beziehung. Vor drei Jahren stieg ich bei €11 ein und begleitete das Unternehmen etwas mehr als ein Jahr. Nur. Denn eigentlich investiere ich langfristig in ausgesuchte Unternehmen, doch bei Mutares hatte sich vieles schlechter entwickelt als gedacht. Und so entschied ich mich Anfang 2018, dem Unternehmen den Rücken zu kehren - die erzielte Rendite von 78% war mehr als erfreulich und ich denke, die darauf folgende Entwicklung über die letzten anderthalb Jahre hat mir weitgehend Recht gegeben mit meiner ziemlich pessimistischen Einschätzung.

Doch nun bin ich wieder bei der Mutares SE & Co. KGaA investiert. Und das, obwohl nicht alle meine früheren Kritikpunkte restlos ausgemerzt sind; doch das Unternehmen und sein Management haben deutliche Fortschritte in mehreren Bereichen erzielt und angesichts der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bieten sich für einen Sanierungsexperten momentan interessante Perspektiven. Daher erscheint mir Mutares auf dem gegenwärtigen Kursniveau und wieder aussichtsreich (genug) zu sein. Trotz einiger Stolpersteine...

Börsenweisheit der Woche 45/2019

"Anleger sollten peinlich genau darauf achten, nicht die meisten, sondern die besten Aktien zu halten. Bei Aktien kann Masse niemals mehr als schwacher Ersatz für Klasse sein."
(Philip A. Fisher)

Samstag, 9. November 2019

Risikovermeidung geht vor Renditemaximierung: Benjamin Grahams sieben Kriterien für erfolgreiches Investieren

Benjamin Graham war ein einflussreicher US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und legendärer Investor. Er gilt als Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, der Basis für das Value Investing.

Geprägt von ruinierenden Kursverlusten während der Weltwirtschaftskrise stand für Graham zeitlebens immer der Kapitalerhalt und das Minimieren von Risiken an erster Stelle noch vor dem Erzielen einer Rendite. Wenn man bedenkt, dass nur etwas mehr als die Hälfte aller Investments auch positive Resultate erzielen, dann führt das Vermeiden von größeren Verlusten fast zwangsläufig zu überdurchschnittlichen Renditen.

»Wenn die Verluste minimiert werden, erzeugen durchschnittliche Gewinne überdurchschnittliche Ergebnisse.«
(Benjamin Graham)

Die Risiken zu begrenzen und ausschließlich auf sichere Investments zu setzen, darin wurde Benjamin Graham zum Experten. Der Lehrer und Mentor Warren Buffetts veröffentlichte 1934 gemeinsam mit David Dodd das Buch "Die Geheimnisse der Wertpapier Analyse" (orig.: "Security Analysis"), welches noch heute als Bibel der Value Investoren gilt. 1949 erschien die Erstausgabe von "Intelligent investieren" (orig.: "The Intelligent Investor"), einer etwas populärwissenschaftlicheren Version von "Security Analysis". Hierin benannte Graham die sieben Kriterien für erfolgreiches Investieren für den privaten Investor.

Meine Beobachtungsliste

▶ Performance seit Aufnahme auf meine Beobachtungsliste




















▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Update

Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Freitag, 8. November 2019

Portfoliocheck: Zahlt sich Andreas Halvorsens "big Bet" auf Adaptive Biotechnologies aus?

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 60. Portfoliocheck schaue ich Andreas Halvorsen ins Depot, einem der sog. Tigerwelpen (Tiger Cups). Diese Bezeichnung geht zurück auf den legendären Hedgefonds-Manager Julian Robertson, der mit einem durchschnittlichen ROI von über 30% seiner Tiger Management Group zu den erfolgreichsten Fondsmanagern des letzten Jahrhunderts gehört. Und die Performance von Halvorsens Viking Global Fonds mit durchschnittlichen 20% über die letzten 19 Jahre ist ebenfalls überragend.

Im zweiten Quartal hat Andreas Halvorsen sein Portfolio kräftig umgekrempelt und brachte es auf eine Turnoverrate von 49%. Amazon und Facebook stockte er wieder massiv auf, während er Alibaba und VISA inzwischen beinahe komplett aussortierte. Den größten Eindruck auf sein Portfolio machte jedoch Neueinsteiger Adaptive Biotechnologies, der sich nach seinem erfolgreichen IPO gleich an die Spitze von Halvorsens Depots katapultierte - und wo Halvorsen mit mehr als 30% größter Aktionär ist.

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Amazon und Facebook befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 6. November 2019

Showdown bei Wirecard? Bläst Goldman Sachs jetzt zum Angriff auf die Shortseller?

Schon mehrmals gab es in den letzten Jahren Shortattacken gegen den deutschen Zahlungsabwickler Wirecard, die von negativen "Enthüllungsberichten" der Financial Times los getreten und von Shortsellern dankend aufgegriffen wurden. Es stehen sogar Anschuldigungen im Raum, Shortseller hätte vor der Veröffentlichung weiterer FT-Artikel von diesen Kenntnis erhalten - die Anschuldigungen, Enthüllungen, Vorwürfe in beide Richtungen sind bisher weitgehend unbelegt geblieben.

Nun weist der DAX-Konzern eine signifikante Short-Quote von inzwischen 15,8% aller Aktien auf und nicht wenige der Meldungen erfolgten nach dem jüngsten Kurseinbruch - und das ist ja nur so zu interpretieren, dass die Shortseller auf unterhalb von €120 weiteres signifikantes Abwärtspotenzial sehen. Die Analysten sind überwiegend positiv gestimmt mit Kurszielen deutlich über dem aktuellen Kurs. Baader und Goldman Sachs stechen hier mit Kurszielen von €230 deutlich bullish heraus und gerade Goldman ist jetzt hervorzuheben, denn die lassen den Worten auch Taten folgen. Und das möglicherweise mit ernsten Folgen - für die Shorties...

Andere Ansichten zu Arista Networks und wie es nach dem Kursrutsch weiter geht

Der Netzwerkausrüster Arista Networks hatte jüngst überragende Geschäftszahlen für das dritte Quartal abgeliefert und sämtliche Erwartungen übertroffen. Der Ausblick auf das vierte Quartal überraschte dann extrem negativ und auch die Perspektiven bis ins Jahr 2021 hinein wurden deutlich reduziert, woraufhin der Kurs um 25% abschmierte - und ich mich von meinem Arista-Bestand bis auf Weiteres verabschiedet habe.

Heute hat nun Stefan Waldhauser vom High-Tech Stock Picking-Wiki seine sehr informative Einschätzung zu Arista Networks abgegeben, die sich sich weitgehend mit meinen Überlegungen deckt - aber eben nicht in allen Bereichen...

Montag, 4. November 2019

Portfoliocheck: Costco Wholesale lässt auch Joel Greenblatts Konsumträume wahr werden

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 59. Portfoliocheck blicke ich Joel Greenblatt über die Schulter. Er ist einer der erfolgreichsten Value Investoren und einem breiten Publikum durch seine Bestseller-Bücher bekannt, vor allem durch seine „Börsenzauberformel“. Mit dieser setzt Greenblatt auf ein regelbasiertes System, das nur wenige Bilanz- und Wirtschaftskenntnisse voraussetzt und somit für den Privatanleger einfach anzuwenden ist. Es basiert auf lediglich zwei Kennzahlen und zwar der Kapitalrendite (ROIC, Return on Invested Capital) und der Gewinnrendite. Und Greenblatts Zauberformel funktioniert! Zwischen 1985 und 2006 erzielte er eine durchschnittliche Rendite von 40% und verwaltet heute mehr als sechs Milliarden Dollar.

Greenblatt diversifiziert breit und im zweiten Quartal 2019 hatte Gotham Capital 1.115 Werte mit einem Gesamtwert von $6,27 Mrd. im Portfolio, darunter 204 Neuaufnahmen. Seine Turnover-Rate lag bei aktiven 29%. Dabei setzt er u.a. auf spezielle Konsumwerte, wie Costco Wholesale, eines von Charlie Mungers Lieblingsunternehmen, aber auch auf Billiganbieter wie Dollar General und neuerdings Dollar Tree...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

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Costco befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Börsenweisheit der Woche 44/2019

"In meiner Anfangszeit freute ich mich, wenn die Märkte stiegen. Dann las ich Ben Grahams „The Intelligent Investor“ und in Kapitel 8 geht es darum, wie Anleger Schwankungen der Aktienkurse betrachten sollten. Seitdem sind niedrige Preise mein Freund. Dieses Buch auszuwählen war der glücklichste Moment in meinem Leben."
(Warren Buffett)

Samstag, 2. November 2019

Arista Networks: Das war's ja dann wohl erstmal...

Arista Networks ist ein Netzwerkausrüster und setzt mit seinen leistungsfähigen Hochgeschwindigkeits-Netzwerk-Switches vor allem auf Cloud-Anwendungen und Echtzeit-Computing. Hier hat man Platzhirsch Cisco Systems jahrelang die Butter vom Brot nehmen können und enorme Wachstumsraten hingelegt - profitables Wachstum wohlgemerkt.

Nun hat Arista starke Quartalszahlen hingelegt, aber mit seinen Aussagen zu einem zu erwartenden heftigen Einbruch im vierten Quartal die Anleger in Panik versetzt und den Aktienkurs um 25% in die Tiefe rauschen lassen. Aber ist das schon das Ende des Elends?

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Kosten steigen, Gewinne sinken: Amazon-Aktionäre sollten gerade deshalb jubeln!

Amazon hat kürzlich Quartalszahlen vorgelegt und die Aktie rauschte zunächst um sieben Prozent in die Tiefe, bevor sie ihre Tagesverluste wieder aufholen konnte. Anders als Microsoft oder Apple notiert Amazon deutlich unter seinen früher erreichten Höchstständen und das wird unisono mit der Entwicklung der Geschäftszahlen begründet. Der Gewinn sinkt, die Kosten steigen rapide an und die Konkurrenz habe "endlich" ihre Lethargie überwunden und beginne, sich Amazon zu erwehren.

Alles gute und richtige Argumente - nur ziehen Anleger aus ihnen die falschen Schlüsse. Und das könnte sie am Ende richtig Geld kosten...

Dienstag, 29. Oktober 2019

Alphabet: Immer noch eine aussichtsreiche Wette oder doch eher eine Niete?

Die Google-Mutter Alphabet hat Quartalszahlen vorgelegt und die sind durchwachsen. Auf der einen Seite konnte man beim Umsatz unerwartet stark zulegen, auf der anderen Seite enttäuschte man beim Ergebnis. Der Kurs war im Vorfeld der Zahlen um gut 2% angestiegen und gab diese Gewinne nach der Zahlenvorlage wieder komplett ab. Im Grunde notiert er auf dem Niveau zum Wochenstart und diese Unentschlossenheit spiegelt die Einschätzung der Anleger zum Unternehmen gut wider.

Auch ich bin ja schon länger bei Alphabet an Bord und habe mir daher so meine Gedanken gemacht, ob das für mich (noch) das richtige Investment ist...

Montag, 28. Oktober 2019

Börsenweisheit der Woche 43/2019

"Die gefährlichsten Investitionsbedingungen liegen in der Regel bei zu optimistischen Erwartungen vor. Denn dann müssen sich nicht einmal die Fundamentaldaten verschlechtern, damit Kursverluste auftreten können. Ein Absinken der Anlegermeinung wird ausreichen. Hohe Preise kollabieren an ihrem eigenen Gewicht."
(Howard Marks)

Freitag, 25. Oktober 2019

Portfoliocheck: Bei Slack setzt Frank Sands auf den First Mover-Effekt, trotz der mächtigen Konkurrenz durch Microsoft, Facebook und Amazon

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 58. Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Frank Sands, der auf dominierende Unternehmen mit starkem, profitablem Wachstum setzt. Diese müssen stets Sands sechs Kriterien für "dominierende Wachstumsunternehmen" erfüllen: nachhaltiges überdurchschnittliches Gewinnwachstum, Marktführerschaft in ihrer jeweiligen Branche, bedeutende Wettbewerbsvorteile (Burggraben) sowie ein einzigartiges Geschäftsmodell, eine klare Philosophie sowie einen Wert schöpfenden Fokus, Finanzstärke und eine angemessene Bewertung im Hinblick auf Markt- und Geschäftsaussichten.

Im zweiten Quartal ging Slack mittels eines Direktlistings an die Börse und Frank Sands war schon vorher als Investor an Bord. Slack revolutionierte mit seiner Cloud basierten Plattform die interne Unternehmenskommunikation und setzt seitdem die Maßstäbe. Die größten Wettbewerber sind Microsoft, Facebook und Amazon, die aber erst Jahre später den Markt und die Chancen erkannten. Frank Sands setzt darauf, dass sich der First Mover weiterhin durchsetzen kann...

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Disclaimer
Amazon, Facebook und Microsoft befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Focus Investing: Charlie Munger rät, sich nur auf die besten Investments zu konzentrieren

Benjamin Graham war ein großer Befürworter des Diversifizierens. Seiner Überzeugung nach kann eine möglichst breite Streuung im Portfolio das Risiko deutlich reduzieren, Opfer von hochemotionalen Kurseinbrüchen zu werden. Und Peter Lynch kaufte für seinen Fonds immer mehrere Werte eines ganzen Sektors, wenn er bei einem Unternehmen auf eine Perle gestoßen war. Allerdings war dies vor allem dem enormen Investitionsvolumen des Magellan-Fonds geschuldet, für den die Börsenkapitalisierungen vieler Einzelwerte einfach zu klein waren und darüber hinaus hatte er hier strikte zu befolgen, die eine stärkere Fokussierung auf einige wenige Titel erschwerten.

»Fokussieren ist die Kunst, zu wissen, was man ignorieren sollte.«
(James Clear)

Warren Buffett und Charlie Munger hingegen lehnen die Strategie des Diversifizierens ab und sind klare Verfechter des "Focus Investing": einige wenige sehr gute Werte sollen das Portfolio beherrschen. Sie sind der Überzeugung, dass man nur die besten Unternehmen auswählen und von diesen dann so viele Aktien wie möglich kaufen sollte. Klingt ziemlich einleuchtend...

Dienstag, 22. Oktober 2019

Warren Buffett weiß, was Anleger beim Investieren unbedingt vermeiden sollten

Warren Buffett, der wohl bekannteste und erfolgreichste Investor der Welt, macht aus seiner Investment-Philosophie kein Geheimnis. Seine Investmentholding Berkshire Hathaway führt er nach diesen Prinzipien und versteht es immer wieder, auch schwierige Zusammenhänge leicht verständlich zu präsentieren.

Auf CNBC beantwortet er schon seit Jahren immer mal wieder mehrere Stunden lang Fragen von Anrufern und gibt dabei kluge Ratschläge, wie Anleger sich verhalten sollten - und was sie auf jeden Fall vermeiden sollten.

»Worauf es für die meisten Menschen beim Investieren ankommt, ist nicht, wie viel sie wissen, sondern wie realistisch sie definieren, was sie nicht wissen. Ein Investor muss nur ganz wenige Dinge richtig machen, solange er große Fehler vermeidet.«
(Warren Buffett)

Montag, 21. Oktober 2019

Börsenweisheit der Woche 42/2019

"Wenn man nicht sicher ist, dass man ein Geschäft versteht und man es nicht bewerten kann, ist das in Ordnung. Man kann nicht alles wissen und das ist auch in Ordnung. Das ist das Schöne am Investieren. Man muss nur ein paar Dinge im Laufe der Zeit gut machen, solange man nicht zu viele Fehler macht."
(Warren Buffett)

Sonntag, 20. Oktober 2019

Die 42. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Klookschieterei mit Bausch Health, Steico, Wirecard

Die vergangene Börsenwoche brachte dem Deutschen Aktienindex DAX ein neues Jahreshoch, das er aber am Freitag nicht halten konnte. Und auch in den USA notieren die führenden Indizes Dow Jones und S&P 500 nur um wenige Prozentpunkte unterhalb ihrer vormaligen Allzeithochs.

Eigentlich sieht das nach Euphorie aus, doch davon ist wenig zu spüren. Immerhin gehen die Konjunkturindikatoren und Wirtschaftsdaten weiter in den Keller, so dass China mit nur noch 6% im dritten Quartal das niedrigste Wirtschaftswachstum seit 30 Jahren aufweist und auch von politischer Seite gibt es keine positiven Impulse.

Auffällig ist, dass Deutschlands Börsenunternehmen immer öfter in das Visier von aktivistischen Investoren geraten, die sich einkaufen und dann das Management unter Druck setzen, damit es das Unternehmen umstrukturiert und/oder Teile verkauft. Und auch die Zahl der Short-Attacken nimmt deutlich zu; Wirecard und Corestate Capital sind nur zwei Unternehmen, die es in der letzten Woche erwischt hat.

Freitag, 18. Oktober 2019

Portfoliocheck: Chris Davis setzt auf digitales Lernen und ist jetzt größter Aktionär bei New Oriental Education

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 57. Portfoliocheck beschäftige ich mich mit Chris Davis, dessen Familien geführte Investmentfirma Davis Advisors seit ihrer Gründung vor 50 Jahren stets ein und dieselbe bewährte Anlagephilosophie verfolgt: man versteht Aktien als Eigentumsanteile an realen Unternehmen und nicht als Wettscheine auf Kursschwankungen. Daher investiert Davis Advisors viel Zeit und Ressourcen in gründliche fundamentale Analysen der Unternehmen und setzt den Schwerpunkt auf dem Konzept der „Owners Earnings“, das auch Warren Buffett bei der Auswahl von Aktien für Berkshire Hathaway bevorzugt.

Auch im zweiten Quartal ließ Chris Davis es weiterhin ruhig angehen und veränderte nur einige Aktienbestände. die Turnoverrate bei Davis Advisors lag bei lediglich 3 Prozent. Im Bestand befinden sich 132 Unternehmen, darunter 3 Neuaufnahmen. Im Portfolio von Davis Advisors liegen Finanzwerte mit 40,4 Prozent weiter unangefochten an der Spitze, gefolgt von Technologiewerten, die es auf 22,3 Prozent bringen.

Bei New Oriental Education, dem führenden chinesischen Anbieter von Bildungsdienstleistungen, stockte Chris Davis weiter auf. Erstmals war Davis hier 2016 eingestiegen bei Kursen um die $40 und er hat seinen Anfangsbestand von 320.000 auf inzwischen 11,12 Millionen Aktien immer weiter ausgebaut. Damit hält er nicht nur 7 Prozent aller Aktien von New Oriental Education, sondern er ist inzwischen auch deren mit Abstand größter Aktionär. Aus guten Gründen...

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Disclaimer
Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Dienstag, 15. Oktober 2019

Verbilligen oder Verluste begrenzen? Peter Lynch weiß, wie's richtig geht. Und wann...

Wenn Kurse fallen, stellt sich Anlegern die Frage, wie sie damit richtig umgehen sollten. Sollten sie ihre bestehende Position ausbauen, also den Einstandskurs verbilligen, oder lieber konsequent die Reißleine ziehen und die Verluste begrenzen?

Eine pauschale richtige Antwort gibt es auch in diesem Fall nicht, denn es kommt entscheidend auf die jeweilige Situation an. Beide Verhaltensweisen können genau das Richtige sein. Es kommt daher darauf an, dass Anleger sich nicht von Angst oder Gier treiben lassen, sondern möglichst emotionslos analysieren, ob ein Nachkauf oder ein Verkauf die positivere Auswirkung auf ihre Gesamtrendite hat.

»Du wirst Deine Ergebnisse nicht verbessern, indem du die Blumen ausreißt und das Unkraut gießt.«
(Peter Lynch)

Peter Lynch, der erfolgreichste Fondsmanager der 1980er Jahre, hat hier eine sehr passende Metapher gewählt, um Anlegern eine erste wichtige Entscheidungshilfe zu geben. Aber natürlich steckt noch etwas mehr dahinter...

Montag, 14. Oktober 2019

Börsenweisheit der Woche 41/2019

"Die Leute reden gern über neue Technologien und Innovationen, weil das Spaß macht. Demografische Daten machen keinen Spaß. Aber sie werden für das gesamtwirtschaftliche Wachstum genauso wichtig sein, wenn nicht sogar wichtiger, wie die meisten Innovationen in den kommenden Jahrzehnten."
(Morgan Housel)

Sonntag, 13. Oktober 2019

Die 41. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Klookschieterei mit eBay, Grenke, McCormick

Nach zwei Wochen Pause kommentiere ich heute wieder die Ereignisse der vorausgegangenen Börsenwoche. Noch immer treiben uns die gleichen Themen um wie am Jahresanfang: die US-Handelskriege, vor allem mit China, der auch daraus resultierende globale Wirtschaftsabschwung und der Brexit.

Doch während die konjunkturelle Eintrübung in vollem Gange ist und weltweit zu Zinssenkungen führt, gab es hinsichtlich der Handelskriege und beim Brexit bisher nur heiße Luft, was die Lösungsvorschläge anging, und negative Entwicklungen im Realen. Die Börsen spiegeln dieses emotionale Hin- und Her mit ihren teilweise heftigen Kurszuckungen wider.

Doch nun gibt es - mal wieder - Hoffnungen auf ein gutes Ende, sowohl beim US-China-Handelskrieg als auch beim Brexit. Und mit gutem Ende meine ich nicht ein gutes Ende im engeren Sinne, sondern das Abwenden einer Vollkatastrophe, wie sich als Alternative lange Zeit abzeichnete. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Börse, die Unternehmen und die Aktienkurse...

Freitag, 11. Oktober 2019

Portfoliocheck: Auch Value-Ikone Jeremy Grantham setzt jetzt auf Technologiewerte. Und stockt bei eBay auf...

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 56. Portfoliocheck blicke ich in das Depot des Value Investors Jeremy Grantham, einem der erfolgreichsten Investoren der Welt. Grantham ist überzeugt davon, dass Vermögensanlagen immer zu ihrem Mittelwert zurückkehren, da im Kapitalismus überdurchschnittliche Gewinnmargen zwangsläufig Wettbewerber anziehen, so dass diese Margen durch die zunehmende Konkurrenz unter Druck geraten. Folgerichtig ist er auf der Kaufseite, wenn sie unter ihrem Mittelwert notieren und er verkauft, wenn Assets vom Markt deutlich über dem Mittelwert bepreist werden.

Große Popularität erreichte Grantham, weil er treffsicher das Platzen von Spekulationsblasen korrekt vorausgesagt hat. So prophezeite er den Zusammenbruch am japanischen Aktien- und Häusermarkt in den späten 1980er Jahren, das Platzen der Internetblase in den späten 1990ern, sowie das Platzen der Blase am Immobilienmarkt 2007 und der sich anschließenden weltweite Kreditkrise 2007.

Für Aufsehen sorgte Jeremy Grantham, als er sich 2017 vom Deep Value-Ansatz nach Benjamin Graham abwandte. Das dauerhaft niedrige Zinsniveau und starke ökonomische Burggräben einzelner Unternehmen (Moat) erfordere auch bei Value Investoren ein Umdenken hin zum Quality Investing und zur Inkaufnahme höherer Bewertungen, um weiterhin langfristig erfolgreich zu sein.

Die Depotschwergewichte von Jeremy Grantham sind daher inzwischen die Technologie-Giganten Microsoft, Apple und Oracle. Daneben setzte er im zweiten Quartal 2019 auch auf ein Wiedererstarken des Gesundheitssektors. Und auf die aussichtsreiche Sondersituation bei der unter Druck stehenden Handelsplattform eBay - aus mehreren Gründen...

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Disclaimer
Ebay und Microsoft befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.