Montag, 21. Mai 2018

Liegt Elon Musk richtig mit seiner Kritik an Warren Buffett und dem Burggraben-Konzept?

Warren Buffett ist der dritt reichste Mensch der Welt und ein großer Verfechter des Konzepts vom ökonomischen Burggraben ("Moat"). Seine Investmentholding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) ist die teuerste Aktie der Welt und er gründet seinen Erfolg auf der konsequenten Auswahl seiner Investments nach den Prinzipien des Quality Investings, zu denen eben jener Moat gehört. Damit sind nachhaltige Wettbewerbsvorteile gemeint, die es Wettbewerbern äußerst schwer machen, in den Markt der Burggraben-Unternehmen einzudringen und es kann sich um Netzwerkeffekte oder starke Marken handeln, die einem Unternehmen erlauben, höhere Preise als die Konkurrenz zu verlangen und trotzdem kaum Kunden zu verlieren.

Elon Musk, früherer Gründer von PayPal (WKN: A14R7U) und aktuell Innovator und Treiber hinter Tesla (WKN: A1CX3T), wurde auf einer Investorenkonferenz zu seiner Meinung zum Moat gefragt und er wischte es mit einer einzigen Bemerkung vom Tisch, als er sagte:

»Burggräben sind unzureichend. Sie sind nett und entzückend, aber wenn deine einzige Verteidigung gegen eine eindringende Armee ein Burggraben ist, dann wirst du nicht lange überleben. Worauf es ankommt ist das Innovationstempo. Das ist der fundamentale Bestimmungsfaktor für Wettbewerbsfähigkeit.«
(Elon Musk)

Wer hat nun Recht? Der innovative Entwickler Musk oder der fast 90-jährige Star Investor? Ich habe da so meine Meinung...

Börsenweisheit der Woche 21/2018

"Kein Unternehmen kann so schwach sein, dass es durch ein gutes Management nicht wiederbelebt werden könnte. Kein Unternehmen kann so stark sein, dass es durch ein schwaches Management nicht zerstört werden könnte."
(André Oscar Wallenberg)

Samstag, 19. Mai 2018

Empfehlungsliste

Performance seit Erstempfehlung inkl. Brutto-Dividenden.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.«, riet Immanuel Kant. Also, Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass Ihr Euch Eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, Euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt Ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit Euch ins Gespräch kommen, von Euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Transaktionen auf meiner Empfehlungsliste
Auf der Transaktionsliste finden Sie alle bisherigen Aufnahmen und Streichungen auf meiner Empfehlungsliste.

▶ Investor-Update
Die Empfehlungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Freitag, 18. Mai 2018

Wie ich von steigenden Ölpreisen profitiere mit Apollo Investment, Deutsche Rohstoff, Gladstone Capital, Main Street Capital und Texas Pacific Land Trust

Die Ölpreise ziehen seit einiger Zeit merklich an und Anleger können hiervon profitieren. Natürlich könnte man direkt Kontrakte auf Öl kaufen, aber ich bin ja kein Rohstoff-Spekulant, sondern Value Investor. Was wiederum nicht bedeutet, dass ich nicht in Aktien von Unternehmen investieren kann, die von Rohstofftrends profitieren.

Vermutlich denkt nun jeder an Aktien von großen Öl-Multis wie ExxonMobil oder Shell, aber ich halte mich lieber an meine Neben- und Spezialwerte, von denen einige direkt oder indirekt vom steigenden Ölpreis profitieren. Während die Deutsche Rohstoff AG (WKN: A0XYG7) hier im Blog ja keine Unbekannte ist, dürften vermutlich die vier übrigen von mir präferierten Öl-Profiteure nicht sofort als solche erkennbar sein: Apollo Investment (AINV, WKN: A0CALX), Gladstone Capital (GLAD, WKN: 797937), Main Street Capital (MAIN, WKN: A0X8Y3) und Texas Pacific Land Trust (TPL, WKN: 985172). Die drei Business Development Companies (BDC) sind auch keine Unbekannten hier im Blog, während TPL erst am Montag ganz frisch dazu gestoßen ist. Und schon fast von der ersten Minute an Freude bereitet...

Buffett setzt auf Qualität und kauft lieber hervorragende Unternehmen zu guten Preisen als gute Unternehmen zu hervorragenden Preisen

Quality Investing ist eine Anlagestrategie, bei der die Qualität des Investitionsobjekts im Vordergrund steht, nicht so sehr der Preis oder die Wachstumsaussichten. Es stellt eigentlich eine Weiterentwicklung des klassischen Value Investings dar, denn es wendet viele von dessen Kriterien an. Value Investoren setzen anhand von Kennzahlen die Bewertung des Unternehmens ins Verhältnis zu seinem Aktienkurs und ermitteln so eine Unter- oder Überbewertung als Grundlage für ihre Investitionsentscheidung.

An diesem Punkt setzt das Quality Investing an und selektiert die Aktien, die darüber hinaus über besondere Qualitätsmerkmale verfügen. Nur in diese Unternehmen wird dann auch investiert. Denn schon der Urvater der Fundamentalanalyse, Warren Buffetts Lehrer Benjamin Graham, hatte die Qualitätsproblematik bereits in den 1930er Jahren erkannt und eine Unterscheidung zwischen Quality- und Low-Quality-Aktien vorgenommen. Besonders in den Fokus kam Quality Investing nach dem Blatzen der Börsenblase im Jahr 2000 und den darauf folgenden spektakulären Pleiten von WorldCom, Enron, Parmalat oder Comroad, wo Bilanzmanipulation und das Fälschen der Bücher zum normalen Tagesgeschäft zu gehören schien.

Dienstag, 15. Mai 2018

Legt Corestate Capital mit soliden Zahlen den Grundstein für den nächsten Kursschub?

Lange währt die Geschichte des niederländischen Immobilien-Asset Managers Corestate Capital Holding SA (WKN: A141J3) mit Sitz in Luxemburg an der Börse noch nicht: erst im Herbst 2016 kam das Unternehmen, das sich selbst als "voll integrierter Investmentmanager und Co-Investor" bezeichnet, an die Börse. Und es war damals eher ein Stolpern und auch erst im zweiten Anlauf wurde man ein paar seiner Aktien zum reduzierten Emissionspreis los und schleppte sich mit 17 Euro auf's Parkett. Um so rasanter dann die Unternehmens- und Kursentwicklung, die Corestate Capital innerhalb kürzester Zeit immerhin schon in den SDAX geführt hat und den Kurs in der Spitze bis auf über 50 Euro mehr als verdreifachte.

In dieser Zeit konnten das verwaltet Anlagevermögen (Assets under Management, AuM) von damals 2,5 Mrd. Euro auf aktuell 22 Mrd. Euro fast verzehnfacht werden. Dabei halfen die drei großen Übernahmen der Hannover Leasing, der Helvetic Financial Service und der ATOS Capital und man ist weiter auf der Suche nach weiteren Übernahmezielen. Hierzu hatte Corestate Capital in den letzten Monaten eine Kapitalerhöhung durchgeführt sowie einer 300-Mio-Euro Wandelschuldverschreibung. Gut 200 Mio. Euro davon wurden allerdings bereits ausgegeben und zwar zur Tilgung teurerer Verbindlichkeiten, wie u.a. einer Zwischenfinanzierung, die für die Übernahme der HFS genutzt worden war. So entlastet Corestate Capital erheblich sein Finanzergebnis, was in den nächsten Jahren die Gewinne dauerhaft erhöht.

Und nun gab es Zahlen zum ersten Quartal 2018 und die Anleger schauten auch darauf, ob es denn Neues hinsichtlich der ersehnten weiteren Übernahmen gab...

Montag, 14. Mai 2018

Versteckte Bilanzwerte machen PNE anders. Aber auch interessant(er) für Anleger?

Pure New Energy, dafür steht PNE (WKN: A0JBPG) heute und das Unternehmen hat seinen Schwerpunkt beim Entwickeln von Windparks. Während man einerseits im Auftrag von Windparkbetreibern tätig wird und bei diesen Projekten im Projektverlauf sog. Meilensteinzahlungen erhält für das Erreichen bestimmter fixierter Zwischenschritte, baut PNE auch für den eigenen Bestand. Zumindest vorübergehend.

Aus Anlegersicht ist dieser zweite Part des PNE-Geschäftsmodells schwierig, weil PNE große und kapitalintensive Windparks baut, diese aber nicht zeitnah nach Fertigstellung verkauft. Es fallen also die hohen Kosten an, aber es gibt selten dagegen stehende Erträge. Die fallen erst dann an, wenn es zum Paketverkauf kommt, der aber eben erst nach einigen Jahren erfolgt. In der Zwischenzeit muss man als Aktionär mit den vermeintlich schlechten Zahlen und der Unsicherheit leben, ob es mit dem Verkauf und den Gewinnen am Ende denn auch klappt. Und da Unsicherheit der Feind von Investoren ist, wird der Aktienkurs hierdurch auch belastet - was man ihm durchaus ansieht. Dass PNE an seiner Strategie dennoch festhält, hat natürlich handfeste Gründe...

Börsenweisheit der Woche 20/2018

"Value Investing ist der einfachste Weg zum Reichtum, doch nur wenige nutzen ihn. Niemand will langsam reich werden."
(Warren Buffett)

Sonntag, 13. Mai 2018

Investor-Update: Amazon, Aurelius, Blue Cap, MBB, Navigator Equity

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Heute geht es allerdings "nur" um eine Übersicht über meine größten Positionen: Blue Cap (WKN: A0JM2M), Amazon (WKN: 906866), MBB (WKN: A0ETBQ), Navigator Equity Solutions (WKN: A1CUJD), und Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA (WKN: A0JK2A) und wie ich die Depotgewichtung justiert habe.

Samstag, 12. Mai 2018

Was ist... die 72er-Regel?

Die 72er-Regel ist ein Begriff aus der Zinseszinsrechnung. Mit ihr kann man näherungsweise auf einfache Art bestimmen, wie lange eine Kapitalanlage benötigt, um sich bei einem bestimmten Zinssatz im Wert zu verdoppeln.

Formel

Jahre = 72 : Zinssatz

Um im Umkehrschluss den Zinssatz zu berechnen, den man benötigt, um sein Kapital in einer vorgegebenen Zeit zu verdoppeln, rechnet man:

Zinssatz = 72 : Jahre

Dabei ist zu berücksichtigen, dass dies lediglich eine Faustformel darstellt. Ihre Ergebnisse sind also Näherungswerte und je höher der Zinssatz ist, desto ungenauer werden die Ergebnisse. Für marktübliche Zinssätze bis 10 Prozent, erzielt sie hingegen erstaunlich genaue Resultate.

Freitag, 11. Mai 2018

Warren Buffetts goldene Regeln des Value Investings

"Die Disziplin eines Value Investors liegt darin, ein hervorragendes Unternehmen mit einem fähigen Management und guten Perspektiven zu finden – und auf den richtigen Einstiegskurs warten zu können". Damit hat es Warren Buffett schon auf den Punkt gebracht; mehr ist es im Grunde nicht.

Investiere langfristig
Der Anlagehorizont sollte mindestens fünf Jahre betragen. Das erfordert Disziplin und Geduld, die Benjamin Graham als die oberste Tugend eines Investors bezeichnet. Warren Buffetts bevorzugte Anlagedauer ist "für immer" und so hält er seine größten Positionen  American Express, Coca Cola oder Wells Fargo  schon seit Jahrzehnten, durch alle Börsenturbulenzen hindurch. Er meint, "wer nicht bereit ist, eine Aktie zehn Jahre zu halten, sollte sie keine zehn Minuten besitzen". Und Charlie Munger, Buffetts Partner bei Berkshire Hathaway, bemerkt: "Du machst kein Geld, wenn du Aktien kaufst. Du machst kein Geld, wenn du Aktien verkaufst. Du verdienst Geld, wenn du abwartest. (...) Investieren ist, wenn du einige großartige Unternehmen findest und dann auf deinem Hintern sitzt".

Ringmetall fliegt (nicht mehr lange) unter dem Börsenradar

Die Industrieholding Ringmetall (WKN: 690100) habe ich schon einige Jahre auf meiner Empfehlungsliste; damals firmierte sie noch unter H.P.I. Holding. Und seit ich sie als "schön langweiliges Beteiligungsdornröschen" Anfang 2012 erstmals vorgestellt habe, hat sich das Unternehmen prächtig entwickelt; inkl. der Dividenden erzielte die Aktie knapp 300% Rendite. Seit einigen Monaten konsolidiert der Aktienkurs um die Marke von 4 Euro, während andere Nebenwerte weiter gestiegen sind. Doch nun mehren sich die Anzeichen dafür, dass sich der Knoten bald lösen dürfte.

Ringmetall ist ein Verpackungsspezialist und weltweit führender Hersteller von Fassverschlusssystemen, wie Spannringe, Dichtungen und Deckel. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren in weitere Branchen diversifiziert und bedient heute die chemische, Lebensmittel verarbeitende und pharmazeutische Industrie. Dabei hat man den Marktanteil immer weiter ausgebaut und kommt in Europa inzwischen auf rund 80% - und man produziert momentan an der Kapazitätsgrenze. Den vielen Sonderschichten schlagen positiv auf das Ergebnis durch, ihnen stehen allerdings gestiegene Stahlpreise und negative Währungsentwicklungen (Türkei, Großbritannien, USA) gegenüber. Die soeben vorgelegten Jahresergebnisse für 2017 können sich dennoch sehen lassen und dürften die Basis für einen neuen Schub sein...

Montag, 7. Mai 2018

Warum ich mich an der Börse öfter mal bremsen muss. Und wie...

Es gibt viele Börsenweisheiten und Bonmots berühmter Investoren und doch stelle ich leider viel zu häufig im Nachhinein fest, dass ich eine ganz entscheidende mal wieder nicht beherzigt habe: cool bleiben. Das ist ärgerlich und nicht selten kostet mich das Geld, weil ich entweder total auf's falsche Pferd gesetzt habe, oder mich mit einem Investment einfach nicht wohl fühle. Und es deshalb verkaufe, mit den entsprechenden Folgen wie Gebühren und Spesen und, im besseren Fall, mit Steuern auf den Gewinn.

Grundsätzlich sollte man langfristig investieren und nicht schnell kaufen und verkaufen. Denn dieses schnelle Hin- und Her ist einer der meist begangenen Anfängerfehler und einer, den man sich noch am einfachsten sparen kann. Man muss schlicht bei der Auswahl seiner Investments behutsamer vorgehen, sich selbst ein wenig bremsen. Mehr braucht es nicht.

»Hat man eine schlaflose Nacht wegen eines Börsenengagements, soll man es sofort auflösen.«
(André Kostolany)

Wenn ich eine Aktie analysiert habe, mir also die Geschäftsberichte der letzten Jahre angesehen und die Bewertung überprüft habe, dann steht am Ende der Mühen oft die Kaufentscheidung. Denn naheliegenderweise treffe ich bereits eine Vorauswahl und suche nach Unternehmen, die in einem Geschäftsfeld tätig sind, das ich verstehe und bei denen ein erster Blick auf die Kennzahlen, wie KGV, Cashflow oder Dividendenrendite eine tiefer gehende Analyse lohnenswert erscheinen lassen.

Natürlich ist es falsch, sich mit dem Kauf einer Aktie für die Mühen des Analysierens dieses Unternehmens zu belohnen. Selbstverständlich sollte man nur dann eine Aktie erwerben, wenn am Ende der Analyse auch objektiv alles für einen Kauf spricht. Und nicht nur ein bisschen oder eben subjektiv, weil man vielleicht schon von vornherein voreingenommen war. Immerhin hat man sich ja eine viel versprechende Aktie ausgesucht und dann viel Zeit und Mühe in die Analyse gesteckt.

Börsenweisheit der Woche 19/2018

"Immer wieder gibt der Mensch Geld aus, das er nicht hat, für Dinge, die er nicht braucht, um damit Leuten zu imponieren, die er nicht mag."
(Danny Kaye)

Freitag, 4. Mai 2018

Warren Buffett warnt: "Mit schlechten Leuten macht man keine guten Geschäfte!"

Dies ist ein wichtiger Grundsatz des Value Investings, denn man bindet sich ja langfristig an ein Unternehmen. Und wenn dieses von Menschen geführt wird, denen man nicht trauen kann, sollte - nein muss! - man die Finger davon lassen.

Eine Regel, die man gar nicht oft und laut genug betonen kann, denn an der Börse war es Jahrhunderte lang üblich, Investoren über den Tisch zu ziehen. Ob es mit "Orient-Compagnien", Eisenbahnen, Stromhändlern (Stichwort Enron) oder mit beinahe jeder Neuer Markt-Klitsche war, es wurde immer erstunken und erlogen was das Zeug hielt. Da wurden Umsätze und Gewinne vom Vorstand frei erfunden, oder es wurden Kurse vorsätzlich in ungeahnte Höhen manipuliert, weil die Initiatoren zuvor diese Penny-Stocks günstig eingesammelt hatten und dann in die aufgrund ihrer eigenen geschaffenen künstlichen Nachfrage teuer verkauften. Am Ende war immer der Anleger, der diesen schlechten Leuten auf den Leim ging, der Dumme.

Wer nun glaubt, die immer strenger werdenden Regeln der Börsen und die Börsenaufsichten würden Betrugs- und Manipulationsversuche ganz verhindern können, liegt falsch. So lief es auch beim Leuchtenhersteller Hess, der kurz nach seinem Börsengang zugeben musste, seine Bilanzen illegal aufgeblasen zu haben. Insgesamt wurde um 45 Mio. Euro geschönt. Comroad lässt grüßen... Das Nachsehen haben die  Aktionäre denn die Papiere sind in einer ersten Reaktion um 65% eingebrochen. Und das zurecht, denn nur vier Monate nach dem Börsengang war Hess pleite.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Entpuppt sich Gilead Sciences doch noch als Value Trap?

Das Biotech-Unternehmen Gilead Sciences (WKN: 885823) habe ich noch gar nicht so lange auf dem Schirm und heute weiß ich, dass ich die Finger ganz davon hätte sein lassen sollen. Vor 15 Monaten habe ich mir die Frage gestellt, ob Gilead ein Value Investment wert sei und ich kam zu dem Schluss, dass es wohl so sei. Doch erst die Übernahme des Krebsspezialisten Kite Pharma veranlasste mich, etwas Geld in Gilead zu investieren und das Unternehmen auf meine Empfehlungsliste zu nehmen.

Mein Investmentcase war, dass Gilead mit seinem Hepatitis- und HIV-Business hohe Cashflows und Gewinne erwirtschaftet und auch wenn das Hepatitis-C-Franchise zunehmend unter Druck geraten war, Gilead hier doch erfolgreich gegensteuern würde können und seine enormen Cash-Reserven gleichzeitig in neue lukrative Geschäftsfelder investieren würde. So lautete der Plan...

Benjamin Graham warnt Anleger vor Selbstüberschätzung. Denn der schlimmste Feind des Investors sei wahrscheinlich er selbst...

Menschen neigen dazu, sich selbst zu überschätzen, im Straßenverkehr wie an der Börse. So meinen 70 Prozent der Autofahrer, sie würden überdurchschnittlich gut fahren, was natürlich nicht sein kann. Was die eigenen Erfolgsaussichten an der Börse angeht, liegt die Selbstein- und überschätzung noch höher. Gefühlt scheint jeder "den Markt" schlagen zu können. Dabei versagen sogar die meisten Fondsmanager und schneiden schlechter als ihr Vergleichsindex ab. Wie die amerikanische Investmentgesellschaft Vanguard in einer Studie herausfand, hinkten 85 Prozent der aktiv verwalteten Anlagefonds im Zeitraum zwischen 1999 und 2013 ihrem Vergleichsindex hinterher. Im Umkehrschluss lagen also nur 15 Prozent der Fondsmanager besser als der Markt oder zumindest gleichauf.

»Der schlimmste Feind des Investors ist wahrscheinlich er selbst.«
(Benjamin Graham)

Die meisten Fehler an der Börse entstehen, weil Anleger zu wenig Geduld mitbringen und glauben, durch ein gutes Timing schlauer zu sein als die übrigen Anleger. Meistens schauen sie sich dazu Charts an und rückblickend betrachtet liegt klar auf der Hand, wann man kaufen und verkaufen hätte müssen. Und diese "Erkenntnis" wird dann gerne in die Zukunft fortgeschrieben. Aber das funktioniert eben nur selten bis gar nicht. Wenn es so einfach wäre, könnte es ja jeder und jeder würde an der Börse ein Vermögen verdienen. Und das möchte man nur zu gerne glauben...

Dienstag, 1. Mai 2018

Ken Fisher mahnt: Dividendenrenditen sind manchmal auch mit Vorsicht zu genießen

In Zeiten niedriger Zinsen gehen Anlegern langsam die Alternativen aus, wollen sie ihr Geld noch halbwegs rentierlich anlegen. Immer häufiger wird dazu geraten, auf dividendenstarke Aktien zu setzen, um so eine attraktive Verzinsung zu erzielen. Doch so ganz ohne Risiko ist auch dieser Rat natürlich nicht...

Aktienkurse schwanken
Aktien sind bekanntlich Unternehmensanteile und diese kann man über die Börse handeln. Daher entsteht der Eindruck, der Wert des Unternehmens würde sich täglich ändern. Aber das tut er nicht! Lediglich der Preis, den man für einen Anteil am Unternehmen bezahlen muss und damit der Preis des gesamten Unternehmens verändert sich mit jeder neuen Kursfeststellung. Für mittel- und langfristig orientierte Anleger sind die Kursschwankungen mithin kein Hinderungsgrund, sich Aktien zuzulegen.

Darüber hinaus sollte man auch nicht vergessen, dass die Dividenden am Tag der Ausschüttung vom Aktienkurs abgezogen werden, sog. Dividendenabschlag. Denn das Unternehmen verliert ja die gezahlten Gelder und dieses ist ein Wertverzehr. Den Rest des Jahres - bzw. Quartals bei amerikanischen Unternehmen, die zumeist Quartalsdividenden zahlen - wird die nächste Dividende wieder im Kurs "angesammelt".

Auch Dividenden schwanken
Die absolute Höhe der Dividende ist weit weniger interessant, als ihr Verhältnis zum jeweiligen Aktienkurs. Denn hieraus ergibt sich die auf das Jahr berechnete Dividendenrendite - die man dann mit dem Jahreszinssatz für Spareinlagen oder Bundesanleihen vergleichen kann. Je höher die Dividendenrendite ist, desto attraktiver ist die betreffende Aktie unter diesem Aspekt. Doch hier gibt es Einiges zu beachten, damit man auch sicher Freude an seinem Investment hat.

Montag, 30. April 2018

Börsenweisheit der Woche 18/2018

"Immer wenn man glaubt den Schlüssel zum Markt gefunden zu haben, wird das Schloss ausgewechselt."
(Gerald M. Loeb)

Sonntag, 29. April 2018

Weshalb ich auf Stock-Picking setze und nicht in Fonds oder ETFs investiere

Unter Stock-Picking versteht man das Investieren in einzelne Aktien (engl. Stocks) und es ist die Grundlage der Strategien sowohl von Value Investoren als auch von Quality Investoren.

Durch gezieltes Investieren in Aktien einer bestimmten Gesellschaft, eines bestimmten Marktes oder Sektors wird eine überdurchschnittliche Rendite erwartet. Dabei ist der Grundgedanke, dass anhand einer fundamentalen Analyse der Kennzahlen eines Unternehmens und des Marktes, in dem es sich bewegt, diejenigen herausgefiltert werden können, die sich langfristig besser entwickeln werden als der Gesamtmarkt bzw. ihr Vergleichsindex. Entweder aufgrund ihrer besonders attraktiven Bewertung oder wegen ihrer herausragenden Marktstellung ("Moat"). Oder beidem.

»Die Frage, wie man reich wird, ist leicht zu beantworten. Kaufe einen Dollar, aber bezahle nicht mehr als 50 Cents dafür.«
(Warren Buffett)

Das Stock-Picking steht damit in Konfrontation zu der Erkenntnis, dass die meisten Anleger schlechter abschneiden als der Markt. Auch und vor allem die Profis! Allerdings gibt es eine Reihe von Investoren, die über lange Zeiträume bessere Ergebnisse abliefern, wie Bernard Baruch, Warren Buffet, Benjamin Graham, Philip A. Fisher, Peter Lynch, George Soros, Charlie Munger, Walter Schloss oder John Templeton. Es kann also als erwiesen gelten, dass Stock-Picking erfolgreich ist - wenn man es denn richtig macht.

Freitag, 27. April 2018

Amazon schockt die Märkte. Und die Konkurrenz...

Gestern Abend nach Börsenschluss hat der Online-Gigant Amazon (WKN: 906866) seine Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt und die Märkte reagieren entsprechend mit saftigen Kursaufschlägen - die Amazon-Aktie spurtet Richtung eines neuen Allzeithochs.

Das ist besonders für jene Börsengurus schmerzhaft, die vor einiger Zeit auf die Shortseite gewechselt sind und nicht müde wurden, das Unternehmen schlecht zu reden. Sie dürften Milliarden versenkt haben und viele Anleger, die ihrem Ratschlag gefolgt sind und die Aktien in den letzten Wochen aus dem Depot geworfen hatten, dürften nun den steigenden Kursen hinterher trauern. Aber was genau macht die Zahlen von Amazon so besonders?

Donnerstag, 26. April 2018

Deutsche Rohstoff AG und der Salt-Creek-Öl-Deal: Chance vertan oder einfach clever?

Die Deutsche Rohstoff AG (WKN: A0XYG7) gab heute Neuigkeiten zu einer ihrer drei Öl- und Gas-Explorationstöchter in den USA bekannt. So hat Salt Creek Oil & Gas einen Verkaufsvertrag für den Großteil ihrer Flächen im Williston Basin, North Dakota, mit Northern Oil and Gas unterzeichnet. Der Verkaufspreis beläuft sich auf circa 59,6 Mio. USD. Er setzt sich aus 40 Mio. USD in bar, 6 Millionen Aktien von Northern Oil an Gas und etwa 7,6 Mio. USD Rückerstattung von Investitionen zusammen. Bzgl. der Aktien besteht eine sechsmonatige Haltefrist und der Deal soll innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen sein.

Mit dem Verkauf geht bereits nach relativ kurzer Zeit eine Erfolgsgeschichte für die DRAG zu Ende, denn man hatte erst vor 16 Monaten in Salt Creek investiert. Und man war sehr positiv gestimmt für die weiteren Aussichten. Es stellt sich also die Frage, weshalb die DRAG nun verkauft. Und was sie mit dem Geld anstellen wird.