Montag, 15. Januar 2018

Börsenweisheit der Woche 03/2018

"Wenn Sie nicht schnell verstehen, was ein Unternehmen tut, dann tut es das Management wahrscheinlich auch nicht."
(Seth Klarman)

Sonntag, 14. Januar 2018

Investor-Update: Deutsche Balaton, Deutsche Rohstoff AG, Gladstone Capital, Lloyd Fonds, Marenave, Newtec Business Services, Technotrans

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Starker Jahresstart
Nachdem uns die Börsen eine solide Jahresendrallye hingelegt hatten, machten sie in der ersten Woche des neuen Jahres unverändert weiter. Die Kurse zogen deutlich an und vor allem bei den deutschen Nebenwerten gibt es nicht selten prozentual zweistellige Kurszuwächse zu feiern. Und die Rahmenbedingungen für Aktien sind weiterhin gut: niedrige und nur moderat ansteigende Zinsen, steigende Unternehmensgewinne (mit einem zusätzlichen Schub dank der US-Steuerreform), nur moderate Inflation von unter 2%, trotz gestiegenen Ölpreises. Und die politischen Gegebenheiten liefern auch nur geringes Störfeuer...

Samstag, 13. Januar 2018

Empfehlungsliste

Performance seit Erstempfehlung inkl. Brutto-Dividenden. Das regelmäßige Update erfolgt jeweils zum Wochenende.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.«, riet Immanuel Kant. Also, Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass Ihr Euch Eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, Euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt Ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit Euch ins Gespräch kommen, von Euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Transaktionen auf meiner Empfehlungsliste
Auf der ▸Transaktionsliste finden Sie alle bisherigen Aufnahmen und Streichungen auf meiner Empfehlungsliste.

▶ Investor-Update
Die Empfehlungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Freitag, 12. Januar 2018

Was ist... eine Value Trap?

Herausragende Erfolge an der Börse feiert man, wenn es einem gelingt, Aktien zu einem Kurs deutlich unterhalb ihres wirklichen Werts zu kaufen und auf den Kursanstieg zu warten, der irgendwann fast zwangsläufig erfolgt, wenn an der Börse diese Unterbewertung registriert und dann abgebaut wird. Nun liegt es allerdings in der menschlichen Natur, lieber mit der Herde zu ziehen, als sich gegen den Strom zu stellen. Durch die Börsenbrille betrachtet, agieren Anleger eher wie Lemminge als wie Leitwölfe. Und daher schneiden sie beim Stock-Picking zumeist noch schlechter ab als die Profis. Es ist halt einfacher, den angesagten Aktien hinterherzulaufen, als sich für die hässlichen, ungeliebten Mauerblümchen zu erwärmen.

»Value Investoren sollten bei den hässlichen, versteckten und unbeliebten Aktien suchen.«
(Bruce Greenwald)

Dabei sind gerade sie es, die außergewöhnliche Renditechancen versprechen. Wenn man denn nicht voll ins Drecksloch greift, genauer gesagt, in eine Value Trap tritt. Doch was ist so eine Wertfalle und wie erkennt man den Unterschied zwischen weitgehend wertlosem Aktien-Katzengold und dem wirklichen Aktien-Goldfund?

Donnerstag, 11. Januar 2018

Umfrage: Welches ist die aussichtsreichste Turnaround-Spekulation?

Auf meiner Empfehlungsliste befinden sich eine ganze Reihe von Unternehmen in Tunraround-Situation und ich berichte in unregelmäßigen Abständen über sie. Doch mich würde interessieren, welche dieser Turnaround-Spekulation(en) ihr für besonders aussichtsreich haltet und ob ihr ggf. eine andere lukrative auf dem Schirm habt.

Ich habe deshalb eine entsprechende Umfrage gestartet und würde mich freuen, wenn ihr daran teilnehmt - es sind natürlich Mehrfachnennungen möglich und sie endet am 28. Januar.

Des Weiteren wäre es toll, wenn ihr hier einen Kommentar abgeben würdet, weshalb ihr die eine Turnaround-Spekulation bevorzugt oder weshalb eine andere für euch ein No-Go ist, wo ihr die Chancen seht, aber auch die Risiken. Und natürlich, welches nicht genannte Unternehmen einen zweiten Blick lohnen könnte...

Mittwoch, 10. Januar 2018

Wie Squeeze-outs bei Deutsche Balaton, Shareholder Value Beteiligungen, Scherzer & Co. die Kasse zweimal klingeln lassen...

Wie sich mit Squeeze-outs sicher Geld verdienen lässt, habe ich ja bereits mehrfach angesprochen. Doch den dafür notwendige lange Atem - man muss die Aktien erwerben und so lange behalten, bis der Großaktionär die Entscheidung trifft, alle Aktien einsammeln zu wollen und das kann bisweilen mehrere Jahre dauern - haben nicht alle Anleger. Zumeist gibt es bei den entsprechenden Werten zwar eine satte Dividende, aber Geduld ist nicht jedermanns Sache.

Man kann sich den ganzen Aufwand, die lukrativen und wahrscheinlichsten Kandidaten für eine Übernahme durch den Großaktionär allerdings auch sparen, indem man andere Leute die Arbeit verrichten lässt. Und das ist ganz einfach und die machen es sogar freiwillig: man muss lediglich Aktien einer börsennotierten Gesellschaft erwerben, die sich auf derartige Geschäfte spezialisiert hat. Und auf dem deutschen Kurszettel finden sich mehrere Werte, die das sehr transparent und überwiegend erfolgreich machen...

Dienstag, 9. Januar 2018

Aurelius, Corestate Capital, DBAG und Muehlhan punkten mit Übernahmen

Zum Jahresstart gibt es gleich bei mehreren Unternehmen positive Nachrichten auf der Akquisitionsseite zu vermelden.

▶ Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA
Conaxess Trade ist ein exklusiver Distributor von Fast Moving Consumer Goods (FMCG) für den großflächigen europäischen Einzelhandel und gehört seit 2016 zu Aurelius. Conaxess beschäftigt in Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Deutschland, Österreich sowie der Schweiz insgesamt rund 500 Mitarbeiter und erreicht als exklusiver Distributor von FMCG mehr als 130 Mio. Endverbraucher. Nun erwirbt Conaxess die Galleberg AS, einen in Norwegen führenden Distributor von Markenartikeln für Lebensmittel- und Gemischtwarenläden sowie für Gastronomie (HoReCa) und Reformhäuser und verdoppelt mit dieser Add-on-Akquisition in etwa den Jahresumsatz der Conaxess Trade Group in Norwegen auf mehr als 45 Mio. Euro. Die deutliche Ausweitung des FMCG-Angebots und Nutzung neuer Vertriebskanäle in Kombination mit einer starken Sales-Mannschaft soll den Marktanteil von Conaxess in Norwegen erhöhen. Olaf J. Styrmoe, bisheriger Eigentümer und Vorstandsvorsitzender von Galleberg, wird Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtunternehmens und bringt dabei seine Erfahrung im Umgang mit Markeninhabern und Kunden ein. Über den Kaufpreis der Transaktion wurde, wie üblich, Stillschweigen vereinbart.

Montag, 8. Januar 2018

Börsenweisheit der Woche 02/2018

"Wenn Sie in eine Firma investieren wollen, sollten Sie in der Lage sein zu erklären, warum. Und zwar in einer einfachen Sprache, die ein Fünftklässler verstehen könnte, und schnell genug, damit der Fünftklässler sich nicht langweilt."
(Peter Lynch)

Sonntag, 7. Januar 2018

Was ist... ein Schwarzer Schwan?

Als Schwarzen Schwan (Black Swan) bezeichnet man ein unerwartetes Ereignis von enormer Tragweite, das die Finanzmärkte abrupt aus der Bahn werfen kann.

Geprägt hat den Begriff der Publizist und Börsenhändler Nassim Nicholas Taleb in seinem 2007 erschienen Buch "Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse. Taleb beschreibt, dass Menschen es sich in einer "Zone des Vorhersagbaren" bequem machen und so extrem unwahrscheinliche Ereignisse kaum eine Rolle in der Risikobetrachtung spielen. Allerdings treten diese häufiger auf, als man annimmt, wie z.B. bei der Subprime-Krise in den USA, der Lehman-Pleite oder dem Tsunami in Japan mit der anschließenden Atomkatastrophe von Fukushima.

Auch wenn es im Nachhinein Anzeichen und Hinweise auf das dann zurückliegende Großereignis gab, so sind diese doch nicht (sicher) prognostizierbar. Und deshalb führen sie bei ihrem Auftreten zu großen Verwerfungen an den Finanzmärkten. Daher sollten Anleger stets risikobewusst agieren und nicht einseitig nur auf die vermeintlichen Chancen bzw. Renditen schauen. Und für alle Fälle immer etwas Cash in der Hinterhand behalten, denn langfristig bringt Liquidität die Rendite!

Samstag, 6. Januar 2018

Baruchs Börsenwissen: "Die Bären machen Schlagzeilen, die Bullen machen Geld."

Angst und Gier sind die vorherrschenden Emotionen an der Börse und sie sind die Triebfedern für die großen Übertreibungen bei den Aktienkursen, in völlig überzogene Höhen als auch in ungerechtfertigte Tiefen. Unsere evolutionsbedingte Grundkonditionierung legt hierfür die Basis und so neigen wir Menschen dazu, negative Dinge viel stärker wahrzunehmen als positive. Gefahr, Risiko, Angst das weckt unseren Fluchtinstinkt und sollte so unser Überleben sichern. An der Börse hingegen ist rationales, kühles Agieren der Schlüssel zum Erfolg. Und dennoch reizt uns die Gefahr, dieses Gefühl, alles verlieren zu können. Wir sehen deshalb Horrorfilme oder suchen den Kick bei Extremsportarten - natürlich immer in der Überzeugung, dass es am Ende gut ausgehen wird.

Wenig überraschend ist daher, dass auch (selbsternannte oder von Medien wichtig geschriebene) "Börsengurus" viel eher Gehör finden, wenn sie vor der unmittelbar bevorstehenden Finanzapokalypse warnen und uns den heraufziehenden finalen Crash ankündigen. Selbstverständlich nicht, ohne dazu passende Tipps, wie man doch noch glimpflich aus der Nummer herauskommt.

Und Finanzcrash-Gurus gibt es einige und sie tauchen in regelmäßigen Abständen auf und erklären, weshalb die Börsen zu hoch stünden, die Bewertungen übertrieben seien und die Kurse ins Bodenlose abstürzen müssten. Mark Faber ("Dr. Doom") ist einer dieser Sorte und er wird sicherlich Recht behalten. Wie immer. Denn es wird zum Crash kommen und Anleger werden viel Geld verlieren an der Börse. Das ist sicher! Jeder weiß es. Es liegt am System und an unserer Natur, am Wechselspiel aus Euphorie und Panik. Nur... wir wissen nicht, wann es soweit ist.

Freitag, 5. Januar 2018

Micro-Living: Immobilien-Deal mit Harrison Street treibt MPC Capital weiter an

Der Hamburger Asset-Manager MPC Münchmeyer Petersen Capital entwickelt und managt gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen für internationale institutionelle Investoren, Family Offices und professionelle Anleger. Dabei liegt der Fokus auf den Asset-Klassen Real Estate, Shipping und Infrastructure. Und aus der Sparte Real Estate gab es nun erfreuliche Nachrichten. Schon wieder...

MPC Capital hat in den letzten fünf Jahren Entwicklungs- und Managementkapazitäten im Bereich Micro Living aufgebaut und betreut seit 2014 einen Development-Fonds für studentisches Wohnen. Hierfür hatte man skandinavische institutionelle Investoren gewonnen und MPC Capital beteiligte sich sich als Co-Investor. Und dieser Bereich des studentischen Wohnens gewinnt bei MPC Capital kräftig an Fahrt, denn man hat soeben ein Portfolio mit mehr als 1.000 Studentenapartments in deutschen Universitätsstädten an den US-amerikanischen Investor. Zwei dieser STAYTOO-Apartmenthäuser befinden sich in Berlin, die übrigen in Bonn, Kaiserslautern, Leipzig und Nürnberg. Dabei haben die Häuser in Nürnberg und Bonn ihre Türen bereits zum Wintersemester 2016/2017 geöffnet. Leipzig und Kaiserslautern sind seit Herbst 2017 bezugsfertig und die Eröffnung der beiden Standorte in Berlin ist für 2018 geplant.

Strategische Partnerschaft mit Harrison Street
Harrison Street Real Estate Capital zählt mit mehr als 73.000 Betten in den USA und in Europa zu den größten privaten Investoren im Bereich studentisches Wohnen. Und für MPC Capital zahlt sich dieser Deal gleich doppelt aus, denn er ist der Auftakt für ein europaweites Joint Venture mit Harrison Street.

Donnerstag, 4. Januar 2018

Turnaround-Spekulation: Lloyd Fonds, Marenave und Valeant vor der Wiederauferstehung?

Turnaround-Spekulationen üben auf Anleger eine ganz besondere Magie aus, obwohl sie nur selten erfolgreich sind. Der Reiz liegt darin, Aktien eines Unternehmens zu ausgebombten Kursen zu kaufen, die früher in ganz anderen Spähren zuhause waren. Was so stark abgestürzt ist, muss ja eine Riesenchance darstellen, der Kurs muss sich ja wieder erholen, so lautet eine gängige Ansicht. Und die ist falsch!

Der Kurs muss sich nicht wieder erholen, denn es gibt zumeist sehr gute Gründe, weshalb Aktienkurse abstürzen. Und nicht selten folgt auf den Kursabsturz die Pleite und damit der Totalverlust des investierten Geldes. Anleger tun also gut daran, sich an Turnaround-Versuche nur unter größter Vorsicht und Sorgfalt heranzuwagen. Denn er kommt darauf an, auch eine "Turnaround-Spekulation als Value Investment" anzugehen. Nur so kann es funktionieren, will man sich nicht auf den Zufall verlassen.

Ich habe mich in drei ausführlichen Artikel bereits diesem Thema gewidmet. Anfang 2013 ("Turnaround: Profitieren, wenn gefallene Engel wiederauferstehen"), Anfang 2016 ("Turnaround-Spekulation: Wenn Totgesagte länger leben") und Ende 2016 noch einmal ("Deutsche Forfait, SBF AG, United Electronic Technology: Turnarounds seldom turn. But if..."). Die in den Artikeln vorgestellten Werte haben die Hoffnungen nicht alle erfüllt, doch zumindest ist kein Totalausfall darunter.

Neben diesen vier Artikeln habe ich ab und zu auch Einzelwerte in Turnaround-Situationen hier im Blog besprochen und bisweilen auf meine Empfehlungsliste gesetzt. Und darum geht es auch heute, um drei Unternehmen, deren Business total abgestürzt ist und ihr Aktienkurs ebenso. Bei denen aber die Hoffnung besteht, dass sie die Kurve kriegen und den latenten Krisenmodus wieder verlassen können und wieder zu stinknormalen Unternehmen mit funktionierendem Geschäftsmodell werden. Also werfen wir einen Blick auf die drei Turnaround-Kandidaten, auf neue Hoffnungsträger und alte Bekannte...

Was ist... ein Wertpapierkredit?

Ein Wertpapierkredit, auch Lombardkredit benannt, ist eine besondere Form des  Kredits, denn seine Besicherung erfolgt durch die Wertpapiere in einem Depot. Die Höhe des Kreditrahmens errechnet sich hierbei an dem Kurswert der zugrundeliegenden Wertpapiere und schwankt daher. Zinsen fallen allerdings nur für den Betrag an, der auch als Kredit in Anspruch genommen wurde, nicht für den maximalen Höchstbetrag des eingeräumten Wertpapierkredits.

Zusätzlich verlangen Banken einen Abschlag auf diesen Kurswert, um einen Risikopuffer zu haben. Inländische Aktien werden z.B. mit 60% ihres Kurswertes angerechnet, ausländische Aktien mit 50%, Optionsscheine oder Derivate gar nicht.

Risiken
Und diese Abschläge sind durchaus sinnvoll, denn im Fall eines deutlichen Kursrückgangs kann der Beleihungswert des Depots unter den Wert des in Anspruch genommenen Wertpapierkredits fallen - die Bank fordert dann den Kreditnehmer auf, Geld nachzuschießen (sog. "Margin Call"), um die den Kredit zu verringern und so wieder in Einklang mit der Beleihungsobergrenze zu bringen. Erfolgt dieser Nachschuss nicht, muss der Kunde Wertpapiere verkaufen. Und sollte er dieser Pflicht nicht nachkommen, kann im Extremfall sogar die Bank den Verkauf veranlassen, meist nach einer Schonfrist von vier Wochen.

Chancen
Auf der anderen Seite stehen die Chancen, die mit einem Wertpapierkredit verbunden sind. Denn er ist aufgrund der Besicherung zumeist deutlich günstiger als herkömmliche Kredite, oftmals mehrere Prozentpunkte. Und der Anleger erzielt einen Hebeleffekt mit seiner Wertpapieranlage, indem er auch dieses Fremdkapital in Anspruch nimmt. Dieser Hebel wirkt allerdings in beide Richtungen: steigen die Kurse der gekauften Wertpapiere, erzielt der Kreditnehmer eine Überrendite, fallen sie hingegen, muss er entsprechend höhere Kursverluste hinnehmen, als ohne Kreditinanspruchnahme.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Turnaround-Spekulation als Value Investment?

Spricht man an der Börse von einem Turnaround, hat man es mit einem Unternehmen zu tun, das in erheblichen Schwierigkeiten steckt. Das kommt gar nicht so selten vor und Peter Lynch klassifiziert deshalb in seinem Buch "Der Börse einen Schritt voraus" Turnaround-Werte gar als eigene Aktienkategorie. Bei diesen wankenden Unternehmen hat sich der Aktienkurs zumeist entsprechend negativ entwickelt und ist entweder stetig oder plötzlich deutlich zurückgegangen. Die Unternehmen reagieren überwiegend mit den selben Maßnahmen darauf: Stilllegung von Fabriken, Freisetzung von Personal, Veräußerung von Randbereichen, radikale Kostenreduzierung, Konzentration auf das Kerngeschäft. Wenn Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen und ihr Börsenkurs abstürzt, kann dies eine lukrative Chance für Anleger sein. Und zwar nicht nur für Spekulanten, die der Nervenkitzel reizt, sondern auch für langfristig orientierte Value-Investoren.

»Sanierungen sind keine aufregenden Equity-Storys, aber bei Erfolg überaus ertragreich.«
(Hendrik Leber)

Doch es gibt bestimmte Voraussetzungen, damit das Chance-Risiko-Verhältnis für ein Engagement spricht. Denn "nur weil eine Aktie fällt, heißt das nicht, dass sie nicht noch weiter fallen kann", warnt Peter Lynch.

Deutsche Rohstoff AG profitiert von US-Steuerreform und stockt bei Cub Creek auf

Die Deutsche Rohstoff AG hat zum Jahresstart gleich einiges an Nachrichten zu bieten zum Thema Steuern, Beteiligungen und Personal. Ach ja, zu Fördermengen und Abschreibungen auch noch. Aber der Reihe nach...

Cub Creek Energy
Zunächst schauen wir auf eine der drei US-Öl-Töchter der DRAG, Cub Creek Energy (CCE). Hier lief es im letzten Jahr nicht ganz so rund erhofft und auch deshalb hatte die DRAG ihre Jahresprognose für 2017 nach unten korrigieren müssen. Inzwischen hat man die Probleme weitgehend im Griff und die Produktion hat stabilisiert. Allerdings passt die DRAG sich den neuen Gegebenheiten an und die niedrigeren Fördermengen werden auch bei den Abschreibungen auf die Investitionen berücksichtigt, was dort zu einem negativen Effekt führt. Denn die zuletzt schwächer als erwartete Produktion der Vail- und Markham-Bohrungen wird sich auf die für die Bohrungen ausgewiesenen Reserven auswirken und damit im Konzernabschluss zu einer etwas erhöhten Abschreibung der Investitionen, die für diese beiden Bohrplätze getätigt wurden.

Am Ende trennt man sich nun vom CEO Robert Gardner und übernimmt dessen Anteile an CCE, wodurch der DRAG-Anteil von 80% auf 88,5% ansteigt. Für die DRAG-Aktionäre ist dies positiv, da auch bei CCE unterm Strich richtig gutes Geld verdient wird bei aktuellen Ölpreisen jenseits der Marke von $60.

Dienstag, 2. Januar 2018

2018 laufen die Börsen weiter. Soweit die Kurse tragen...

In meinem Jahresrückblick "2017 im Rückspiegel: Was trumpelt so laut durch Nacht und Wind..." habe ich mich mit den Entwicklungen des letzten Jahres befasst und dieser Jahresausblick auf 2018 schließt hier nahtlos an.

Nach einer Reihe von Allzeithochs bei weltweit führenden Aktienindizes wie Dow Jones, S&P 500, NASDAQ, DAX, MDAX, und vielen mehr dürfte auch 2018 eher positiv starten, denn die Haupttriebfeder der steigenden Aktienkurse sind niedrige Zinsen und die Aussicht auf höhere Unternehmensgewinne. Und gerade letztere schüren die Phantasie, denn Donald Trump hat nach mehr als einem Jahr im Amt seinen ersten großen Erfolg feiern können: die große und lang angekündigte Steuerreform.

Und die ändert einiges. Vor allem die Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 35% auf 21% wird sich sehr positiv auf die Gewinne der US-Unternehmen auswirken. Denn wenn die Steuerbelastung sinkt, steigt der Jahresgewinn  und entsprechend der Gewinn je Aktie. Ein höheres EPS erzeugt ein niedrigeres KGV und wenn die Unternehmensgewinne durchschnittlich zwischen 15% und 20% ansteigen, haben die Bewertungen der Aktien wieder mehr Luft nach oben. Also die Kurse.

Montag, 1. Januar 2018

Sollte man gerade jetzt Aktien kaufen?

Seit jeher treibt Anleger die Frage um, ob gerade jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, Aktien zu kaufen. Und diese Frage stellt sich fast täglich neu, nie scheint wirklich klar zu sein, ob es endlich soweit ist.

Blicken wir auf das vergangene Jahr zurück, notieren viele Börsenindizes nahe ihren Allzeithöchstständen. Und daher tendieren viele Anleger dazu, Gewinne mitzunehmen und damit ihre Börsenerfolge des Vorjahres zu sichern. Doch ist das wirklich eine sinnvolle und gewinnbringende Strategie?

Weltuntergangsapologeten gibt es immer. Die Marc Fabers ("Dr. Doom") dieser Welt werden nicht müde zu verkünden, ein gewaltiger Crash stehe unmittelbar bevor und würde alles und jeden an der Börse mit in den Abgrund reißen. Doch "Dr. Doom" vertritt diese Ansicht jedes Jahr, teilweise sogar mehrfach. Schaut man auf die Börsen, dann sieht man schnell, dass er damit fast immer falsch liegt. Die Kurse steigen, langfristig betrachtet, nur alle 8 bis 10 Jahre gibt es wirklich einen "fetten Crash". Dann liegt "Dr. Doom" richtig. Alle 10 Jahre. In der restlichen Zeit hat er kein Geld verdient und wer ihm folgte, auch nicht. Während alle anderen an der Börse große Gewinne einstreichen konnten. Jedenfalls, wenn sie sich denn nicht allzu dumm angestellt haben...

Doch was bedeutet das für uns heute? Werden die Kurse steigen oder werden sie fallen, wohin tendieren die Börsen in den nächsten Wochen, Monaten, Jahren?

Börsenweisheit der Woche 01/2018

"Der Markt ruiniert immer die Schwachen, nämlich die Investoren, die keine fundierten Überzeugungen haben."
(Victor Niederhoffer)

Sonntag, 31. Dezember 2017

Was ist... die "Foolish Four" Dividendenstrategie?

Diese Dividendenstrategie wurde ursprünglich von der Investmentseite "The Motley Fool" entwickelt, und stellt eine Abwandlung der "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie nach Benjamin Graham und insbesondere der "Low Five" Dividendenstrategie nach Michael O'Higgins da.

Es stellte sich heraus, dass sich der Titel mit dem niedrigsten Kurs häufig schlecht entwickelt. Dies könnte daran liegen, dass sich ein Unternehmen in einer schlechten Lage mit einem sinkenden Aktienkurs konfrontiert sieht, während dem enstprechend gleichzeitig  die Dividendenrendite steigt, sofern die Firma die Dividendenausschüttung beibehalten kann. Zwar ist ein substanziell starkes Unternehmen meist in der Lage, die Schwierigkeiten zu überwinden, doch kann sich der Turnaround über Jahre hinziehen und der Aktienkurs ebenso lange darnieder liegen.

Aus diesem Grund wird bei den “Foolish Four” nicht in die Aktie mit dem niedrigsten Kurs der 5 Werte der “Low Five” investiert. Stattdessen wird die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs doppelt gewichtet (40%), während die Nummern 3 bis 5 weiterhin mit 20% gewichtet bleiben.

Was ist... die "Low Five" Dividendenstrategie?

Vermögensverwalter Michael O´Higgins beschrieb die "Low Five Dividendenstrategie" erstmals 1991 in seinem Buch "Beating the Dow" und stellte damit eine Abwandlung der "Dogs of the Dow Dividendenstraegie von Benjamin Graham aus den 1930er Jahren vor. Dieser hatte vorgeschlagen, jeweils zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite auswählen und zu gleichen Geldanteilen kaufen. Nach einem Jahr solle man die Zusammensetzung prüfen und anhand der Kriterien das Depot neu zusammenstellen.

O’Higgins macht es komplizierter, aber auch differenzierter:

  • Anleger sollen aus einem Index die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite heraussuchen.
  • Davon sollen die fünf billigsten Aktien zu gleichen Anteilen gekauft und genau ein Jahr lang im Depot gehalten werden.
  • Nach einem Jahr wird das Depot anhand dieser Kriterien neu zusammengestellt.

Der entscheidende Unterschied zu Grahams Strategie besteht darin, nur die fünf billigsten Aktien der 10 Dividendenstars zu kaufen. Dabei sind die "billigsten" Aktien jene, deren Kurs unter Berücksichtigung des Nennwerts am niedrigsten ist. Da Aktien zu unterschiedlichen Nennwerten ausgegeben werden, also unterschiedlichen Anteilen am Grundkapital der Gesellschaft, soll so eine noch bessere Vergleichbarkeit hergestellt werden. Hat eine Aktie den Nennwert 1 EUR und eine andere einen von 5 EUR, multipliziert man den Aktienkurs der ersten dem entsprechend mit Fünf.

Vorteile
Die "Low Five" Dividendenstrategie ist ein Investmentansatz für jedermann, denn sie erfordert nur wenig Börsen-Know How, ist einfach umzusetzen und reduziert die Transaktionskosten, da nur einmal jährlich geordert wird. Darüber hinaus sorgt sie für stetige Dividendeneinnahmen.

Nachteile
In Bullenmärkten ("Hausse") gibt es erfolgreichere Strategien. Des Weiteren besteht die Gefahr eines Klumpenrisikos, dass also zu viele Werte aus der selben Branchen stammen (z.B. Finanzwerte oder Versorger) und es gibt ein erhöhtes Risiko aufgrund der geringen Diversifikation.

Vor- und Nachteile der "Low Five" Dividendenstrategie sind grundsätzlich die selben wie bei der "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie; sie ist etwas komplizierter und beschränkt sich auf 5 Titel. Das senkt die Transaktionskosten, erhöht aber auch das Risiko aufgrund geringerer Diversifikation.