Dienstag, 22. Januar 2019

Portfoliocheck: Value Investor Chuck Akre profitiert von der First Data-Übernahme durch Fiserv. Dank KKR...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem achtzehnten Portfoliocheck schaue ich Charles T. Akre auf die Finger, der seinen Investoren in den letzten 29 Jahren überdurchschnittliche Renditen von 14,5% pro Jahr bescherte. In den letzten drei Jahren sprang sogar eine Rendite von 24,3% heraus - und das, obwohl sich kaum eine Technologieaktie im Depot des Ausnahmeinvestors befindet. Da fragt man sich, wie er das wohl angestellt hat...

Nun, Chuck Akre setzt mit der Hälfte seines Kapitals auf ausgesuchte Werte aus dem Finanzsektor. Sein Investmentstil weist viele Parallelen zu Warren Buffett und Charlie Munger auf. Unter anderem ist er erklärter Anhänger des "Focus Investing" und daher konzentriert er sich auf einige wenige Depotpositionen.

Im dritten Quartal 2018 hat Chuck Akre an seinen Positionen kaum etwas verändert. Doch kann er sich über seine Entscheidung freuen, sich im ersten Halbjahr stark beim US-Finanzinvestor KKR & Co. [WKN: A2LQV6] eingekauft zu haben. Denn die sind größter Aktionär beim Zahlungsdienstleister First Data [WKN: A142FH], die gerade vom Fintech Fiserv [WKN: 881793] in einer 22 Milliarden Dollar schweren Aktientransaktion übernommen werden, woraufhin die First Data-Aktie einen Freudensprung von 20% machte...

zum Artikel auf aktien-mag.de

DIC Asset: Der Immobilienspezialist liefert ab. Und wieder einmal mehr als geplant...

Vor zwei Wochen habe ich meinen aktualisierten Investmentcase für die DIC Asset AG [WKN: A1X3XX] vorgestellt und überlegt, ob das Unternehmen noch ein "unbeachteter Immobilienspezialist oder doch schon eher ein Corporate Raider" sei. Dabei hatte ich auch auf die sehr guten Zahlen hingewiesen, die zum dritten Quartal 2018 vermeldet wurden. Und nun hat DIC Asset die vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal bzw. das Gesamtjahr 2018 vorgelegt. Und die setzen nochmals einen drauf...

Mein Lese-Tipp: "Das Tao des Warren Buffett" von Mary Buffett und David Clark

Mary Buffett hat gemeinsam mit dem Rechtsanwalt und Fondsmanager David Clark ein weiteres Buch über ihren früheren Schwiegervater geschrieben, den legendären Value-Investor Warren Buffett. Doch in diesem Buch dreht es sich nicht um Strategien oder die Bewertung von Investments; stattdessen haben die beiden Autoren eine Sammlung unterschiedlichster Zitate Warren Buffetts zusammengetragen und diese anhand von exemplarischen Beispielen aus dessen Leben angereichert.

Ich bin ja ein großer Freund von Börsenweisheiten, wie regelmäßige Leser meines Blog bestimmt schon mitbekommen haben. Denn durch die oftmals pointierte Zuspitzung eines komplizierten Sachverhalts auf eine kurze, schlüssige Logik, kann die eigentliche Botschaft noch eingänglicher vermittelt werden.

»Ein guter Spruch ist wie die Wahrheit eines ganzen Buches in einem Satz.«
(Theodor Fontane)

Gerade Warren Buffett hat dies zur Perfektion erhoben, da er seine Lehren vorlebt; er vermittelt sein Mantra, während der praktische Bezug zu seinen Lehren unmittelbares Verständnis für seine Botschaften erzeugt. Und diese Botschaften sind simpel - so simpel, dass sie jeder verstehen und beherzigen kann. Denn letztlich geht es vor allem um Disziplin, Vorsicht und Geduld und nicht aus Zufall ist eines der Kapitel mit genau diesem Titel überschrieben.

Buch hier ordern

Dieses Buch ist voller humoriger, sinniger und denkanstoßender Sprüche, so dass es allen zu empfehlen ist, die sich für das Thema Investieren und Vermögensaufbau mit Aktien interessieren.

Titel: "Das Tao des Warren Buffett"
Autoren: Mary Buffett und David Clark
Seiten: 208, Broschierte Ausgabe
Verlag: Börsenbuchverlag
Auflage: 1 (19. Oktober 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864705428
Neupreis: 9,90 Euro

Montag, 21. Januar 2019

Börsenweisheit der Woche 03/2019

"Ich kaufte meine erste Aktie im Sommer 1942 im Alter von elf Jahren. So sind 75 Jahre vergangen und ich habe nie gewusst, was die Börse am nächsten Tag machen wird. Das ist nicht mein Spiel."
(Warren Buffett)

Sonntag, 20. Januar 2019

Mein Lese-Tipp: "Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht" von Jason Zweig

Jason Zweig ist einer der renommiertesten Finanz- und Wirtschaftsjournalist der USA und erlangte durch Buchveröffentlichungen zu den Themen Value Investing, Verhaltens- und Neuroökonomie weltweit Bekanntheit. Und natürlich mit seiner regelmäßigen Kolumne für das Wall Street Journal.

Dieses Buch ist der Hammer und absolut lesenswert! Auch wenn der reißerische Obertitel "Gier" der deutschen Ausgabe eher abschreckend wirkt - er ist alleine der Gier des Verlags geschuldet; wer darüber hinwegsehen kann, wird mit einem Buch der Extraklasse zum Thema Behavioral Finance belohnt.

Denn das Buch erläutert ausführlich, weshalb wir keine guten und schon gar keine besseren Anleger sind, warum wir die dummen Fehler begehen, die wir rational immer ausschließen würden. "Neuroökonomie" nennt sich das noch recht neue Forschungsgebiet, bei dem Wissenschaftler dem Zusammenhang zwischen unserem Gehirn und unserem (überwiegend schlechten) Umgang mit Geld und Geldanlagen nachgehen. Und was uns Statistiken und Erfahrung schon gelehrt hat, wird schonungslos belegt: wir Menschen und unser Gehirn sind nicht für die Finanzmärkte geschaffen. Wir können uns nur schlecht Fehler ein gestehen und daher halten wir zu lange an den falschen Aktien fest. Andererseits neigen wir zu Selbstüberschätzung und wenn wir denn ein paar Erfolge vorzuweisen haben, schreiben wir das unserem außergewöhnlichen Können zu und halten uns schnell für unfehlbar. Mit oft fatalen Auswirkungen bei unseren Börseninvestments.

Aber Jason Zweig begnügt sich nicht damit, unser Unvermögen zu beklagen und anhand von vielen Beispielen aus der Forschung anschaulich zu erläutern, wie unser Verstand ein ums andere Mal von unseren Gefühlen bzw. Emotionen ausgetrickst wird - obwohl wir es doch besser wissen (sollten). Vielmehr zeigt er in diesem Buch auch Lösungsansätze auf, wie wir unsere typischen Verhaltensweisen ablegen und zu wirklich rationale(re)n Anlegern werden können. Und das ist gleich in doppeltem Sinn lohnenswert...

▶ Buch hier ordern

Titel: "Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht"
Autor: Jason Zweig
Seiten: 354, Gebundene Ausgabe
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446412239
Neupreis: 15,75 Euro

Samstag, 19. Januar 2019

Meine Beobachtungsliste und mein Kommentar zur Börsenwoche

▶ Mein Kommentar zur vergangenen Börsenwoche 03/2019

"Der Januar brachte bisher einen starken Rebound der Aktienmärkte und dürfte eine Vielzahl von Marktteilnehmern auf dem völlig falschen Fuß erwischt haben. Denn wenn all diejenigen, die Ende 2018 von einem weiteren Absturz ausgingen und hohe Cash-Bestände als (einzige) Alternative anpriesen, dies auch so umgesetzt haben, dann wächst mit jedem weiteren Anstieg der Kurse deren Leidensdruck, weil sie die Rallye verpassen. Und je länger sie mit dem Einstieg warten, desto "schlimmer" werden die ihnen entgehenden Gewinne, da andere Leute eben diese Kursgewinne einfahren. Spätestens seit Wilhelm Busch wissen wir, dass der "Gewinn anderer fast wie Verlust empfunden wird". Daher könnte sich der Anstieg alleine deshalb weiter fortsetzen, weil immer mehr Anleger dem Druck nicht standhalten, den Kursen hinterher zu sehen und dann irgendwann doch noch auf den fahrenden Zug aufspringen". Wem das bekannt vorkommt, täuscht sich nicht. So lautete mein Kommentar in der letzten Woche und ich kann hier nahtlos anknüpfen.

Die Theorie, auch von Ken Fisher äußerte, dass gerade zum Jahresende hin viele Hedge-Fonds Positionen schließen und daher Aktien verkaufen mussten, und dass der Sell-off hier seinen Urspung hat, nämlich einem hohen Verkaufsdruck in einem ohnehin käuferschwachen Markt, scheint sich zu konkretisieren. Ken Fisher sprach neulich von der "Kraft des V", also dem finalen Sell-off, dem ein mindestens ebenso starker Anstieg folgt. Er erinnerte daran, dass er diese Kursformation auch 2008/09 ins Feld führte, als es so gut wie niemanden gab, der noch an eine Zukunft glaubte. Schon gar nicht an die der Aktienmärkte. Momentan sieht es jedenfalls danach aus, dass die "Kraft des V" wieder voll zugeschlagen hat.

An der Faktenlage hat sich in den letzten zwei Wochen nicht wirklich was geändert: der US-China-Handelskonflikt schwelt weiter, die Briten dilettieren weiter dem Brexit weiter und die schwächelnden Autoabsatzzahlen und Apples geringeres Verkaufsvolumen bei den iPhones sorgen für ausgemachte Konjunktursorgen. Im Westen und Ost also nichts Neues. Neu ist nur, dass die Märkte Meldungen nicht mehr ausschließlich negativ aufnehmen, sondern wieder mit einem höheren Maß an Realismus. Das sieht man auch am Fear & Greed Index von CNN Money, der sich von seinem in den ersten Januar-Handelstagen markierten Rekord-Negativstand bei 2 Punkten erholt hat und inzwischen wieder bei 50 Punkten notiert. Anstelle von extremer Angst also inzwischen im neutralen Bereich.

Dabei werden momentan vor allem die großen Werte und die Technologieunternehmen gekauft, während viele Nebenwerte noch nicht den Kursturbo gezündet haben. Ein ganz klassisches Szenario für eine (nachhaltige) Erholung. Der DAX deutlich über 11.000 Punkten, der Dow über 24.000 und schon in Schlagdistanz zu 25.000 Punkten, der S&P 500 über 2.650 und die NASDAQ ebenfalls satt grün. Mal sehen, ob die Bullen die Kraft verlässt oder die verbliebenen Bären in den Markt einsteigen und den Kursen nachlaufen werden. Es bleibt spannend...

Mein "Net Worth", der in 2018 ja um fast 10 Prozent gesunken war, erlebte in den ersten zweieinhalb Handelswochen des laufenden Jahres jedenfalls den bisher stärksten Anstieg (in absoluten Zahlen) und hat mehr als 80% der Verluste des Vorjahrs egalisiert; obwohl Amazon, meine größte Position, noch immer 250 Euro unter ihrem Höchstkurs von Anfang September 2018 notiert - je Aktie!

▶ Performance seit Aufnahme auf meine Beobachtungsliste.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also, Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste
Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Update
Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Donnerstag, 17. Januar 2019

Charlie Munger kauft nur Unternehmen mit dauerhaften, starken Wettbewerbsvorteilen

Charlie Munger rät, nach Festungen Ausschau zu halten und dabei geht es ihm nicht wirklich um Stahlbeton und Investments in Bau, Steine, Erden. Vielmehr haben es ihm die Markteintrittshürden angetan, der ökonomische Burggraben (Moat), den Wettbewerber zu überwinden haben - und auch die eigenen Kunden, sollten sie sich vom Unternehmen trennen wollen. Es geht also um Wettbewerbsvorteile von Marken und Produkten, um Unternehmen, die ihren Markt beherrschen und die somit die Preissetzungsmacht haben.

»Wir versuchen, Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen zu einem günstigen oder zumindest fairen Preis zu kaufen.«
(Charlie Munger)

Derartige wirtschaftliche Trutzburgen sind Unternehmen, deren Produkte oder Dienstleistungen

  • in den Augen der Verbraucher konkurrenz- und alternativlos sind,
  • benötigt und gewünscht werden,
  • nicht übermäßig kapitalintensiv sind,
  • nicht staatlich beaufsichtigt werden.

Unternehmen mit diesen Eigenschaften haben den großen Vorteil, dass ihre Produkte nicht einfach kopiert werden, dass Wettbewerber mit aggressiven Preissenkungen ihnen nicht einfach Marktanteile abnehmen können. Im Gegenteil: Burggraben-Unternehmen können in schwierigem wirtschaftlichen Umfeld sogar ihre Preise erhöhen, ohne dass sie hierdurch Kunden verlieren. Weil sie eine Marke sind, die Marktmacht haben, ein Standing, weil sie ein Lebensgefühl vermitteln, dass den Kunden mehr bietet als ein Schnäppchenerlebnis in ihrer "Geiz-ist-geil-Mentalität".

Mittwoch, 16. Januar 2019

Mein Lese-Tipp: "Warren Buffett. Das Leben ist wie ein Schneeball" von Alice Schroeder

Warren Buffett predigt gerne aber er lebt auch vor, was er predigt. Und das ist sein Schlüssel zum Erfolg: bleibe bei dem, was du kennst und kannst, und beschränke dich auf deine Kompetenzen. "Das Leben ist wie ein Schneeball" ist ein wirklich tolles Buch über das Leben von Warren Buffett. Ausführlich wird sein Werdegang beschrieben vom Zeitungsausträger und Coke-Verkäufer bis zum "Orakel von Omaha", dem zeitweilig reichsten Menschen der Welt. Dabei kommen auch die Persönlichkeiten, die Buffett nachhaltig geprägt haben, nicht zu kurz, darunter Buffetts Vater, Buffetts Mentor Benjamin Graham und sein kongenialer Partner Charlie Munger bei Berkshire Hathaway.

Das Buch hat mich gefesselt, weil es sehr lebensnah geschrieben ist und das Gefühl vermittelt, man wäre an Warren Buffetts Seite und würde die jeweilige Situation live miterleben. Und natürlich kommen Warren Buffetts Grundsätze und seine Investitionsentscheidungen nicht zu kurz und man erlebt mit, wie er sich vom Zigarrenstummel-Investieren zum Quality Investing entwickelt. Sogar seine (wenigen) gravierenden Fehler werden beleuchtet und auch persönlich belastende Episoden, wie die Trennung von seiner ersten Frau oder die Vorgänge um die Investmentbank Salomon Brothers, bei der Buffetts Reputation maßgeblich zum Überleben der Firma beigetragen hat. Dabei lässt es die Autorin stets so aussehen, als wäre es ganz einfach, ebenso erfolgreich zu investieren wie Warren Buffett.

Von dem Umfang von mehr als 1.100 Seiten sollte man sich keinesfalls abschrecken lassen. Im Gegenteil: das Werk ist so kurzweilig, dass es ruhig noch einige Seiten mehr hätten sein können. Und obwohl dieses Buch eine Biographie ist, ist es doch viel mehr noch ein Lehrbuch über das richtige und nachhaltige Investieren. Strong buy!

▶ Buch hier ordern

Titel: "Das Leben ist wie ein Schneeball"
Autor: Alice Schroeder
Taschenbuch: 1.152 Seiten
Verlag: FinanzBuch Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898796027
Neupreis: 24,99 Euro

Eskalation bei der mic AG eher ein dreckiges Spiel über Bande beim Streit zwischen Blue Cap und PartnerFonds?

Inzwischen dürfte jedermann klar sein, dass sich Hannspeter Schubert beim Verkauf seines 44-prozentigen Aktienpakets an der Blue Cap AG [WKN: A0JM2M] mächtig verzockt hat. Denn die PartnerFonds AG hat seine Aktien eingesackt und Schubert wurde im Gegenzug zum größten Aktionär bei der Partner Fonds AG. Doch aus dem geplanten einvernehmlichen Zusammenwachsen der beiden Unternehmen ist bekanntlich nichts geworden, denn die PartnerFonds AG hat das Verlangen zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung vor den Latz geknallt mit dem Ziel, den Aufsichtsrat auszutauschen und mit PartnerFonds-Leuten zu besetzen, sowie dem Blue Cap-CEO Dr. Schubert das Vertrauen zu entziehen - was der eigentliche Grund des Ansinnens ist. Blue Cap hat das Verlangen abgelehnt, PartnerFonds geht dagegen gerichtlich vor.

Die PartnerFonds AG und ihre Macher, also Vorstand Oliver Kolbe und sein Aufsichtsrat, sind selbst im eigenen Haus nicht unumstritten. So hat die PartnerFonds-Hauptversammlung Oliver Kolbe die Entlastung verweigert. In der Replik der Blue Cap wurde geäußert, man habe sich über die Bewertung von Beteiligungen nicht einigen können, die die PartnerFonds in die Blue Cap einbringen wollte - zu überhöhten Preisen und damit zum Schaden der Aktionäre, wie Blue Cap und Dr. Schubert meinten.

Der Ausgang dieser Streits ist völlig offen; ich hatte vor einigen Wochen gemutmaßt, dass sich Dr. Schubert nicht kampflos fügen wird. Und nachdem er vor einiger Tagen einen Packen Blue Cap-Aktien gekauft hat, poppte soeben eine Meldung hoch, die ins Bild passen könnte. Doch sie kommt nicht von der PartnerFonds AG und auch nicht von der Blue Cap AG, sondern von der mic AG, dem ehemaligen Arbeitgeber von Oliver Kolbe, wo dieser 2016 fristlos vor die Tür gesetzt worden war. Und da fliegt nun gerade der Deckel vom Schietkübel, aber mit so richtig Schmackes...

Dienstag, 15. Januar 2019

Cloud-Wars: Microsofts stärkster Trumpf gegen Amazon ist... Amazon!

Amazon [WKN: 906866] ist der Dominator im Cloud-Markt und rangiert mit einem Weltmarktanteil von satten 34% weit vorne. Microsoft [WKN: 870747] als zweitplatzierter Wettbewerber kommt auf abgeschlagen erscheinende 15% Weltmarktanteil. Eigentlich eine klare Sache, sollte man meinen. Zumal Amazons Web Service (AWS) nicht etwa schwächelt, sondern im dritten Quartal 2018 mit enormen 45% weiter gewachsen ist.

Doch Spieglein , Spieglein an der Wand, es gibt einen, der noch erfolgreicher ist im Land. Und zwar Microsoft. Gerade erst hatte sich Windows-Konzern Amazon einen milliardenschweren Pentagonvertrag vor der Nase wegschnappen können, da kann er schon wieder punkten und einen großen Cloud-Abschluss mit dem führenden US-Apothekenbetreiber Walgreen Boots Alliance [WKN: A12HJF] vermelden. Das ist nicht der einzige Big Deal, den Microsoft in den letzten Wochen an Land ziehen konnte und dabei bekommt er - ungewollt aber auch unabänderlich - ausgerechnet von Amazon große Unterstützung. Aber wie(so)...?

Montag, 14. Januar 2019

Mein Lese-Tipp: "Buffett. Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten"

Der Journalist Roger Lowenstein hat mit seinem Werk "Buffett. Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten" eine Biographie über den wohl besten und erfolgreichsten Investoren aller Zeiten geschrieben. Dabei gab ihm Warren Buffett, Chef von Berkshire Hathaway, selbst keine Interviews, aber er unternahm auch keine Versuche, die Menschen, mit denen Lowenstein sprach, in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Die vielen Quellen sind Freunde, Familienangehörige, Angestellte, Partner, Konkurrenten von Warren Buffett und Lowenstein gelingt es, aus diesen vielen Ansichten eine bemerkenswerte Charakterstudie Buffetts zu zeichnen, eines sympathischen Genies, der in der Sache stur und konsequent bleibt, aber sich auch durch Herzensgüte und Mitgefühl auszeichnet.

Ein rundum gelungenes Buch, das nicht mit Weisheiten Warren Buffetts spart und viele Einblicke in seine (Investment-) Philosophie gibt. Dabei wird auch klar, dass er seinen Anlagestil mehrfach angepasst hat, ohne dabei jedoch seinen Grundsätzen untreu zu werden. Benjamin Graham, Philip A. Fisher und Charlie Munger haben hieran den größten Anteil und insbesondere Munger war ein steter Quell bei der Entstehung dieses hervorragenden Buches über einen außergewöhnlichen Menschen und absoluten Ausnahmeinvestor.

Buch hier ordern

Titel: "Buffett. Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten"
Autor: Roger Lowenstein
Verlag: Börsenmedien AG
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864706424
Neupreis: 24,99 Euro, Gebundene Ausgabe

Börsenweisheit der Woche 02/2019

"Marktvolatilität ist ein Schlüsselrisiko, aber nicht das einzige. Für viele Menschen mit längerem Anlagehorizont, die Volatilität nicht in ausreichendem Maß akzeptieren, können die Opportunitätsrisiken langfristig kostspieliger sein."
(Ken Fisher)

Sonntag, 13. Januar 2019

Pentagon-Cloud-Auftrag: Microsoft sticht Amazon aus - dank künstlicher Intelligenz

Die Entscheidung des US-Verteidigungsministeriums ist ein großer Erfolg für Microsoft [WKN: 870747] gegen seinen ärgsten Rivalen in der Cloud, Amazon [WKN: 906866]. Das Pentagon  hatte einen Riesenauftrag ausgeschrieben im Gesamtvolumen von 1,76 Mrd. Dollar über eine Laufzeit von fünf Jahren. Und Amazon war der auserkorene Favorit der Buchmacher. Dabei ging es um verschiedene Dienstleistungen für das Verteidigungsministerium, die Küstenwache und die Nachrichtendienste. Und am Ende konnte sich Microsoft durchsetzen, weil es nicht nur um den günstigsten Preis ging, sondern auch um zusätzliche Themen wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Die große Abneigung von US-Präsident Trump gegen Amazon-Chef Jeff Bezos dürfte für den Onlinegiganten zumindest keinen Rückenwind bedeutet haben. Für die beiden Marktführer in der Cloud hat der Auftrag durchaus Auswirkungen...

Freitag, 11. Januar 2019

Mein Lese-Tipp: "Der Club der Diebe" von James B. Stewart

Selbst Insider sahen nicht voraus, dass der große Wall-Street-Boom während der "wilden Achtziger" in einen Finanzskandal von gigantischem Ausmaß münden würde. James B. Steward, Pulitzerpreisträger und Redakteur des New Yorker "Wall Street Journals", erzählt die Geschichte eines der größten Börsenschwindels aller Zeiten und die seiner Akteure. Und darunter sind so illustre Namen wie der des Königs der Junk-Bonds, Michael Milken, des "Corporate Raides" Ivan Boesky und des Firmenjägers Carl Icahn. Aber auch Goldman Sachs und Drexel Burnham Lambert sind mit von der Partie. Und natürlich "Mr. Diamond".

Buch hier ordern

Wen die Fakten hinter Oliver Stones Film Wall Street mit Michael Douglas in der Rolle des Raiders Gordon Gekko interessieren (Filmzitat: "Die Gier ist gut, die Gier ist richtig, die Gier funktioniert, sie klärt die Dinge"), kommt mit diesem Buch voll auf seine Kosten. Denn "der wichtigste Gebrauchsgegenstand, den ich kenne, ist die Information" - auch dieses Zitat wurde Gekko in den Mund gelegt...

Portfoliocheck: Value Investor Chris Davis reduziert bei Banken und Technologieaktien, setzt aber weiter auf REITs

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem siebzehnten Portfoliocheck beschäftige ich mich mit Chris Davis, dessen familiengeführte Investmentgesellschaft Davis Advisors seit ihrer Gründung vor 50 Jahren stets ein und dieselbe bewährte Anlagephilosophie verfolgt: man versteht Aktien als Eigentumsanteile an realen Unternehmen und nicht als Wettscheine auf Kursschwankungen. Daher investiert Davis Advisors viel Zeit und Ressourcen in gründliche fundamentale Analysen der Unternehmen und setzt den Schwerpunkt auf dem Konzept der „Owners Earnings“, das auch Warren Buffett bei der Auswahl von Aktien für seine Beteiligungsholding Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2] bevorzugt.

Im dritten Quartal hatte Chris Davis seine Aktienbestände querbeet und teilweise deutlich reduziert und auch bei seinen größten Positionen jeweils rund ein Fünftel glattgestellt, also bei Technologiewerten und US-Banken. Nichts verändert hat er hingegen bei seinem "defensiven Mittelfeld", den REITs. Doch selbst bei diesen Immobilienspezialisten gibt es ganz besondere Exemplare. Wie Crown Castle [WKN: A12GN3], mit denen man auf den Ausbau der fünften Generation der Mobilfunknetze (5G) setzen kann...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Dienstag, 8. Januar 2019

General Electric: (M)eine aussichtsreiche Turnaround-Spekulation?

Die von dem genialen Erfinder Thomas Alva Edison gegründete General Electric [WKN: 851144] war einmal ein schier unbezwingbarer Industriegigant und das wertvollste Unternehmen der Welt. Das war 2001, als Jeff Immelt das Zepter von seinem legendären Vorgänger Jack Welch übernahm, der GE 20 Jahre lang geführt und mit seiner Politik des Reparierens, Verkaufens oder Schließens von verlustbringenden Unternehmensteilen ("fix it, sell it or close it") und des Zukaufens zukunftsträchtiger Technologien den Mischkonzern an die Weltspitze gebracht hatte. Heute ist GE nur noch ein Schatten seiner selbst und steht mit dem Rücken zur Wand; man ist als letztes Gründungsmitglied aus dem Dow Jones Index geflogen und verlor auch seinen Status als Dividendenaristokrat, als man die Dividende um 90% auf undenkbare 1 Cents je Aktie eindampfte. Vom Höchstkurs bei 60 Dollar aus dem Jahr 2000 ist nicht viel geblieben und selbst die 30 Dollar, mit denen GE Anfang 2017 noch bepreist wurde, klingen heute nach Wunschkonzert, wo sich der Aktienkurs gerade von 6,50 auf 8 Dollar empor gekämpft hat. Dieser Absturz wird begleitet von einer enormen Verschuldung, Liquiditätsengpässen und Sorgen über eine mögliche Insolvenz. Doch gerade in diesem "maximalen" Pessimismus liegt auch die Chance für hartgesottene Anleger, die auf das Überleben und ein Gesunden des Industrieriesen setzen wollen. So wie ich...

Montag, 7. Januar 2019

Portfoliocheck: Bei Apple ist der Wurm drin. Und Warren Buffett freut sich 'nen Ast!

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem sechzehnten Portfoliocheck blicke ich Warren Buffett über die Schulter, der mit Apple [WKN: 865985] als seiner größten Depotposition von dem starken Kurseinbruch des iPhone-Konzerns besonders hart getroffen wurde.

Im dritten Quartal hatte Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2] bei Apple nicht weiter aufgestockt, nachdem man zuvor relativ schnell eine bedeutende Position zusammengekauft hatte. Nun schockte Apple die Börsenwelt mit einer Umsatzwarnung aufgrund schwächelnder Verkaufserfolge in China und die interessanteste Frage ist nun, was Warren Buffett wohl tut. Und wieso...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Apple und Berkshire Hathaway befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Börsenweisheit der Woche 01/2019

"Wenn man nicht bereit ist, gleichmütig zu reagieren, wenn der Markt zwei- oder dreimal in einem Jahrhundert um 50 Prozent fällt, taugt man nicht als Aktionär und man hat das mittelmäßige Ergebnis verdient, das man im Vergleich zu Menschen mit dem passenden Temperament erhält, die solche Marktschwankungen eher philosophisch betrachten können."
(Charlie Munger)

Sonntag, 6. Januar 2019

Main Street Capital will die Sonderdividenden streichen. Anleger dürfen sich freuen...

Main Street Capital [WKN: A0X8Y3] ist die qualitativ hochwertigste und wohl am erfolgreichsten operierende Business Development Company (BDC). Sie notiert daher mit entsprechend hohem Aufschlag auf ihren NAV (Buchwert).

Betrachtet man den Kursverlauf der letzten Wochen, sollte man vom Schlimmsten ausgehen. Doch operativ läuft es bei MAIN weiterhin sehr gut; die aufkeimende Sorge vor einer Konjunkturabkühlung und Schwierigkeiten bei der US-Schiefergas-Industrie dürften ziemlich übertrieben sein, zumal MAIN seinen NAV weiter steigern konnte und von dem erhöhten Zinsniveau in den USA profitiert. So steigt das NII (Net Investment Income) weiter an und man erhöht sukzessive den eigenen Verschuldungsgrad, um so die neuen Möglichkeiten zu nutzen, die die regulatorischen Erleichterungen beim Dodd-Frank-Act bieten.

Qualität hat ihren Preis und daher zahlt man, trotz des Kurseinbruchs, ein Premium auf den NAV von rund 41% - historisch eher ein niedriger Wert bei MAIN. Entsprechend gering ist die Dividendenrendite, die bei für BDC-Verhältnisse unterdurchschnittlichen 6,5% p.a. liegt. Allerdings schüttet MAIN neben den monatlichen Dividendenzahlungen zusätzlich einmal pro Halbjahr eine stattliche Sonderdividende aus, die die Dividendenrendite damit über die 8-Prozent-Marke hievt. Doch damit soll bald Schluss sein, denn MAIN will den Sonderdividenden an den Kragen. Und das sind für Anleger keine schlechten Nachrichten...

Freitag, 4. Januar 2019

DIC Asset: Unbeachteter Immobilienspezialist oder doch schon eher ein Corporate Raider?

Seit zweieinhalb Jahren begleite ich den Spezialisten für Gewerbeimmobilien DIC Asset AG [WKN: A1X3XX] nun bereits und inkl. Dividenden stehen aktuell rund 15% Rendite zu Buche.

Das ist jetzt kein Desaster, aber auch weniger als ich mir von dem Investment versprochen hatte. Zumal der Aktienkurs inzwischen wieder fast auf meinem Einstiegsniveau aufgeschlagen ist und sich die Rendite eigentlich beinahe ausschließlich aus den vereinnahmten Dividenden speist. Das ist schon unbefriedigend und Anlass genug, mir die Sache noch mal genauer anzusehen. Mein ursprünglicher Investmentcase war, mich auf eine "lohnende Substanzwertspekulation" einzulassen, denn damals wie heute glänzt die DIC Asset-Aktie mit einem erheblichen Discount auf ihren Vermögenswert, den NAV. Nimmt man den Durchschnitt der Analystenberechnungen, steht dem aktuellen Aktienkurs von 8,90 Euro ein Substanzwert von 13,50 Euro gegenüber. Mit anderen Worten: die Aktie notiert mit einem 35-prozentigen Abschlag auf ihren NAV. Und damit ist es DIC Asset nicht gelungen, den Discount über die letzten zweieinhalb Jahre zu verringern.

Schlussfolgerung: dann ist DIC Asset in dieser Zeit wohl keinen Schritt vorangekommen, ist noch immer überdurchschnittlich stark verschuldet, ertragsschwach und leidet unter einer dauerhaften signifikanten Leerstandsquote. Doch keine dieser Annahmen trifft zu! Umso reizvoller wird ein zweiter Blick...