Samstag, 21. April 2018

Empfehlungsliste

Performance seit Erstempfehlung inkl. Brutto-Dividenden. Das regelmäßige Update erfolgt jeweils zum Wochenende.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.«, riet Immanuel Kant. Also, Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass Ihr Euch Eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, Euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt Ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit Euch ins Gespräch kommen, von Euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Transaktionen auf meiner Empfehlungsliste
Auf der Transaktionsliste finden Sie alle bisherigen Aufnahmen und Streichungen auf meiner Empfehlungsliste.

▶ Investor-Update
Die Empfehlungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Freitag, 20. April 2018

3U Holding mit Immobilienverkauf und Verdopplung der Gewinnprognose

Die 3U Holding (WKN: 516790) ist noch relativ frisch auf meiner Empfehlungsliste, macht aber in dieser kurzen Zeit schon richtig Freude. Und heute gleich wieder.

Die Gesellschaft ist eine auf Telekommunikation und erneuerbare Energien ausgerichtete Beteiligungsholding und mit einer Marktkapitalisierung von gerade einmal 40 Mio. Euro ein klassischer Microcap. Neben den beiden Tätigkeitsschwerpunkten hat man auch einen überschaubaren Immobilienbestand. Und einen Teil davon veräußert man nun. Dabei kann man stille Reserven heben und weil der Verkauf nicht in den bisherigen Planungen enthalten war, muss 3U gleich auch noch die Jahresprognosen anheben. Und das kräftig.

Bei PNE Wind ist die Luft raus. Und das könnte sich wieder lohnen...

Die ehemalige Plambeck firmiert seit einigen Jahren als PNE Wind (WKN: A0JBPG) und ist ein Windpark-Projektierer. Ich hatte sie schon einmal auf meiner Empfehlungsliste, damals als klassische Turnaround-Spekulation. Im letzten Juni war meine Spekulation dann aufgegangen und ich stieg mit mehr als 50% Rendite wieder aus - für acht Monate war das sehr auskömmlich. Und nun könnte sich die Geschichte wiederholen, wenn auch unter etwas anderen Vorzeichen...

Es war einmal
PNE Wind hat sich auf das Entwickeln von Windparks fokussiert und nimmt diese dann in den eigenen Bestand. Das ist sehr kapitalintensiv und PNE Wind war eher finanziell schwach auf der Brust. Daher war von Anfang an klar, dass PNE Wind die Projekte zeitnah abverkaufen muss, um nicht in eine existenzielle Schieflage zu geraten. Der Vorstand nahm das aber billigend in Kauf und häufte die fertiggestellten Projekte an, um sie als Paket an einen großen Investor veräußern zu können. Mit entsprechend hohem Gewinn - bei Erfolg. Doch der blieb lange Zeit aus, während sich die finanzielle Lage immer weiter anspannte. Denn der Vorstand hat außer acht gelassen, dass zu einem erfolgreichen Business beides gehört: kaufen und verkaufen. Und man muss zu jeder Zeit flüssig sein, denn Illiquidität ist ein Insolvenztatbestand.

Heftige Querelen unter den Großaktionären haben dann weiteres Porzellan zerschlagen, später konnten diese Fronten bereinigt werden. Sozusagen Grundvoraussetzung für ein Investment. Der neue Vorstand machte dann Tempo und hatte einen erheblichen Teil des Windpark-Portfolios als "YieldCo-Portfolio" separiert und Investoren zum Kauf angeboten. Dann zog sich das Ganze in die Länge und immer mehr Anleger zogen entnervt die Reißleine. Als der Aktienkurs deutlich unter die 2-Euro-Marke fiel, griff ich zu. Und der Kurs tat nichts.

Mittwoch, 18. April 2018

Warren Buffett meidet Neuemissionen und vergleicht IPOs mit Lottospielen

Wagt eine Aktiengesellschaft den Sprung aufs Börsenparkett, nennt man diesen Börsengang neudeutsch Initial Public Offering (IPO). Medienwirksame IPOs der letzten Jahre waren u.a. Facebook, AlibabaRocket InternetZalando oder Delivery Hero.

Für ihr IPO erstellen die Unternehmen einen umfassenden Emissionsprospekt, der alle relevanten Informationen enthalten muss, vor allem aber erläuternde Hinweise zu den Risiken und in den diversen Börsenblättchen - und Blogs - wird über den Börsengang berichtet, zumeist mit Handlungsempfehlungen. Also eine sichere Sache, sollte man meinen, oder?

Dienstag, 17. April 2018

Andere Ansichten: Funkwerk lohnt den zweiten Blick

Funkwerk (WKN: 575314) hat seine Zahlen für 2017 vorgelegt und den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2018. Während das Unternehmen 2017 mit einem Ergebnis deutlich über der eigenen Prognose abgeschlossen hat, redet man 2018 bereits wieder klein. Wie das schon seit dem erfolgreichen Turnaround vor einigen Jahren so geht.

Gereon Kruse hat auf boersengefluester.de die Zahlen seziert und ich lege seinen lesenswerten Artikel "Funkwerk: Eine Aktie für den zweiten Blick" jedem Anleger ans Herz, der auf der Suche nach einem vernachlässigten, unterbewerteten und hässlich geredeten Langfristinvestment im Nebenwertesektor ist.

Meine jüngsten Käufe: 3U Holding, Arista Networks, Axel Springer, Leucadia National

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Heute geht es um 3U Holding (WKN: 516790), Arista Networks (WKN: A11099), Axel Springer (WKN: 550135) und Leucadia National (WKN: 857094).

Politische Börsen haben kurze Beine...
Es macht einfach keinen Spaß (mehr), sich mit Politik zu beschäftigen. Obwohl der Wohlstand der Welt ständig wächst und immer mehr Menschen daran teilhaben, ist von nichts anderem die Rede als von Krieg, Not und Elend. Und davon gibt es reichlich auf der Welt, unwidersprochen. Trotzdem bin ich es leid, mir ständig das Mega-Ego der Trumps, Putins, Erdogans, Mays dieser Welt antun zu müssen und ihre Verdrehung der Fakten. Lügen auf höchsten Niveau. Und damit meine ich nicht Klasse, sondern politische Rangordnung. Diese Leute sind eine ganz eigene Kaste für sich und sie haben fast alle dem Finger am Abzug der Atomraketen. Erschreckend. Die Börse nimmt sie zunehmend weniger zur Kenntnis, weil sie und ihre stereotypen Handlungsweisen sich in immer kürzeren Abständen wiederholen und sich damit auch abnutzen. Gut so...! Besser wäre, die Wähler würden anstelle von Machopoliticlowns lieber wieder langweilige, solide Staatslenker wählen (so man in Ländern wie Russland, der Türkei oder den USA (dank Cambridge Analytica ist das ja inzwischen auch keine selbstverständliche Tatsache mehr) von freien Wahlen sprechen kann). Aber das bleibt wohl nur eine fromme Hoffnung. Daher wende ich mich lieber den jüngsten Neuerscheinungen auf meiner Empfehlungsliste zu...

Montag, 16. April 2018

Rocket Internet und das ganz besondere Aktienrückkaufprogramm

Die Startup-Schmiede Rocket Internet (WKN: A12UKK) hat das laufende Aktienrückkaufprogramm beendet und sofort ein neues aufgelegt - obwohl im Rahmen des bisherigen noch eine Menge eigene Aktien hätten eingesammelt werden können. Das sieht auf den ersten Blick erstmal kryptisch aus, ergibt aber durchaus einen Sinn. Und bietet für Aktionäre von Rocket Internet sogar einen Mehrwert.

Schauen wir uns zunächst mal an, was überhaupt passiert (ist). Im ersten Schritt hat Rocket Internet das laufende Aktienrückkaufprogramm vorzeitig beendet (zur Meldung) und zwar per sofort. Es sollte in einem Volumen von maximal bis zu 5.000.000 Aktien zu einem Gesamtkaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) von maximal bis zu 100 Mio. Euro zurück gekauft werden. Das Aktienrückkaufprogramm begann am 14. August 2017 und sollte ursprünglich bis zum Ablauf des 30. April 2018 andauern. Bis heute hat die Gesellschaft 1.041.167 Aktien zurückerworben, was einem Anteil von 0,63 % des eingetragenen Grundkapitals der Gesellschaft entspricht.

Unmittelbar im Anschluss an die Beendigung des Aktienrückkaufprogramms erfolgte der Start eines neuen (zur Meldung). Im Rahmen dessen sollen maximal bis zu 15.472.912 Aktien der Gesellschaft (dies entspricht maximal bis zu 9,37 % des eingetragenen Grundkapitals) gegen Zahlung eines Angebotspreises in Höhe von 24,00 Euro zurück zu erwerben. Befristet ist das Angebot bis zum Ablauf des 2. Mai.

Was soll das?
24 Euro? Wer soll das denn annehmen, fragt man sich, wo der Aktienkurs doch deutlich über 25 Euro notiert. Doch die Antwort wird gleich mitgeliefert...

Börsenweisheit der Woche 16/2018

"Ich bin sicher, dass der Börsenkrach von 1929 noch einmal passieren wird. Alles, was man für einen neuen Zusammenbruch braucht, ist, dass die Erinnerung an diesen Wahnsinn schwächer wird."
(John Kenneth Galbraith)

Freitag, 13. April 2018

Für Warren Buffett liegt der Schlüssel zum erfolgreichen Investieren darin, herauszufinden ob ein Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil hat und wie lange dieser anhalten wird

Warren Buffett setzt auf Unternehmen mit einem starken Moat, er ist ein Quality Investor. Unter einem "Economic Moat" (ökonomischen Burggraben) versteht man kein Bauwerk und keine Investments in Bau, Steine, Erden. Vielmehr geht es um die Markteintrittshürden, den die Wettbewerber zu überwinden haben - und auch die eigenen Kunden, sollten sie sich vom Unternehmen trennen wollen. Es geht also um Wettbewerbsvorteile von Marken und Produkten, um Unternehmen, die ihren Markt beherrschen. Diese Unternehmen bezeichnet Warren Buffett als Festungen.

Derartige wirtschaftliche Trutzburgen sind Unternehmen, deren Produkte oder Dienstleistungen

  • in den Augen der Verbraucher konkurrenz- und alternativlos sind,
  • benötigt und gewünscht werden,
  • nicht übermäßig kapitalintensiv sind,
  • nicht staatlich beaufsichtigt werden.

Beispiele sind Microsoft, die 20 Jahre lang mit Windows und Office zwei Produkte im Angebot hatten, an die sich so gut wie jeder Konkurrent die Zähne ausgebissen hat. Oder Alphabet, das mit seiner Suchmaschine Google den Suchmaschinenmarkt dominiert und quasi ein Monopol im Online-Werbeanzeigenmarkt einnimmt, dem nur das Soziale Netzwerk Facebook etwas entgegenhalten kann - und das selbst wieder ein Quasi-Monopol darstellt. Und natürlich der Onlinegigant Amazon, der bereits mehr al 50% der Onlineumsätze in den USA generiert und in immer mehr Branchen vordringt.

»Der Schlüssel zum erfolgreichen Investieren liegt nicht in der Frage, wie sehr eine Industrie die Gesellschaft beeinflusst oder ob sie wachsen wird, sondern darin, herauszufinden ob ein bestimmtes Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil hat, und wenn ja, wie lange dieser anhalten wird
(Warren Buffett)

Donnerstag, 12. April 2018

(M)eine High-Yield-BDC-Dividend-Debt-Strategie. Einfach perfekt oder ziemlich blöd?

Eine provokative Überschrift für einen Value Investor, zugegeben. Vor allem die Kombination aus hoher Rendite (High Yield) und Kreditfinanzierung (Debt) klingt nicht nach gutem Chance-Risiko-Verhältnis, sondern mehr nach Hasardeur-Spekulation. Und das steht in krassem Widerspruch zu meinem Investmentstil und -verständnis. Trotzdem möchte ich euch meine Dividendenstrategie heute vorstellen und freue mich auf eine lebhafte Diskussion.

Zunächst ist festzuhalten, dass es nicht darum geht, mit möglichst großem Kredithebel möglichst hochrentierliche Dividendenaktien einzusammeln. Das wäre wirklich Finanzharakiri, denn Dividenden müssen von den Unternehmen erwirtschaftet werden und können auch mal ganz gestrichen werden. Der Kredit bleibt jedoch bestehen und auch die Zinsverpflichtungen. Die Strategie kann also nur funktionieren, wenn sie das Risiko adäquat berücksichtigt und eine Reihe von Prämissen einhält. Und diese werde ich nun vorstellen...

Mittwoch, 11. April 2018

Bernard Baruch rät, besser nur auf einige wenige Aktien zu setzen, die man im Blick behalten kann

An der Frage, ob man eher auf wenige, sorgfältig ausgewählte Investments setzen sollte, oder eher auf einen breiten Strauß von Anlagen, scheiden sich seit jeher die Geister. Schon der Volksmund rät bekanntlich, nicht alle Eier in einen Korb zu legen - also das Risiko zu streuen. Und das ist durchaus vernünftig, denn zuerst sollte man immer das Risiko im Blick haben, bevor man auf die möglichen Renditen schaut, das lehrte uns schon Benjamin Graham, der Urvater der Fundamentalanalyse.

Auf der anderen Seite nimmt einem eine zu breite Streuung auch Chancen, denn wenn man mal einen wirklichen Outperformer erwischt und dieser aufgrund der breiten Streuung nur gering im Depot gewichtet ist, verpufft der positive Effekt und zeigt kaum Auswirkungen. Es ist also eine Abwägungsentscheidung und Warren Buffett hat sich klar positioniert, in dem er zu starker Konzentration rät. Allerdings nicht jedem...

Dienstag, 10. April 2018

Gewinnwarnung: Das hat die Deutsche Beteiligungs AG nicht verdient!

Gestern nach Börsenschluss zeigte die Deutsche Beteiligungs AG wie man es nicht macht. Sie platzierte - zurecht - eine Meldung und diese Meldung war kurz, sie war knapp und sie verursachte nachbörslich ein Kursmassaker. Weil die DBAG keinerlei Erläuterung dazu abgab, denn eigentlich hat sie nur das mitgeteilt, was der Markt seit mindestens sechs Monaten bereits weiß.

Aber wie meine Mutter immer zu sagen pflegte: "Der Ton macht die Musik". Und im Ton, da hat sich die DBAG bei ihrer Meldung völlig vergriffen und der Markt machte daraus einen Abgesang für den Kurs. Doch hat der Markt immer Recht, wie manche meinen? Oder hat hier wieder Benjamin Grahams manisch-depressiver "Mr. Market" zugeschlagen, den man geflissentlich ignorieren sollte als Maßstab für Richtig oder Falsch an der Börse?

Montag, 9. April 2018

Börsenweisheit der Woche 15/2018

"Gewinn ist so notwendig wie die Luft zum Atmen, aber es wäre schlimm, wenn wir nur wirtschafteten, um Gewinne zu machen, wie es schlimm wäre, wenn wir nur lebten, um zu atmen."
(Hermann Josef Abs)

Samstag, 7. April 2018

Deshalb habe ich bei Aves One, Facebook und Prospect Capital die Reißleine gezogen...

Die Börsen korrigieren seit einigen Wochen und bei einigen Unternehmen hat sich zusätzlich das Chance-Risiko-Verhältnis verschlechtert, so dass ich die Werte von meiner Empfehlungsliste gestrichen habe. Risiken zu reduzieren dient dem Kapitalerhalt, dient auf lange Sicht der Verbesserung der durchschnittlich erzielten Rendite.

Die Risiken im Geschäftsmodell haben sich jüngst bei Aves One, Facebook und Prospect Capital erhöht, während die Chancen gleich geblieben sind oder sich verschlechtert haben.

Freitag, 6. April 2018

Weshalb Anleger lieber nicht auf offene Immobilienfonds setzen sollten

Offene Immobilienfonds schließen - eine Nachricht, die vor einigen Jahren Empörung, Wut und Insolvenzen bei Privatanlegern in Deutschland ausgelöst hat. Und zwischenzeitlich machten erneut offene Immobilienfonds ihre Schotten dicht. Allerdings nicht aufgrund zu hoher Mittelabflüsse, sondern weil Anleger sie mit frischen Geldern geradezu überschütten. "Stupid Money", dummes Geld, muss man leider sagen...

Nun ist das Konstrukt eines offenen Immobilienfonds theoretisch ein ganz tolles. Anstatt zur Kapitalanlage Einzelimmobilien mit ihren wenigen Vor- aber vielen Nachteilen zu kaufen, gibt man das Geld lieber einem Investmentfonds, der diese Gelder sammelt und in größere Projekte investiert. Man profitiert so von der Expertise der Fondsmanager und das eigene Geld steckt nicht in einem Einzelinvestment, sondern gestückelt in einer Vielzahl von Liegenschaften. Das streut das Risiko. Und im Gegensatz zu geschlossenen Fonds, bei denen man während der Laufzeit nicht an sein Geld kommt, kann man bei offenen Immobilienfonds jederzeit seine Anteile bei der Fondsgesellschaft gegen Geld eintauschen und bei börsennotierten Fondsanteilen sogar tagesaktuell über die Börse verkaufen. Verlockende Aussichten, um am Immobilienboom teilhaben zu können.

Jedenfalls solange alles reibungslos läuft. Vor neun Jahren war das nicht (mehr) so. Es gab die Immobilienkrise in den USA, an die sich die Banken und Staatsschuldenkrisen anschlossen. Die größte globale Finanzkrise seit der großen Weltwirtschaftskrise von 1929. Anleger zogen reihenweise ihre Gelder aus den Immobilienfonds ab und hier zeigte sich den Konstruktionsfehler, das falsche Versprechen. Denn die Fonds konnten bereits seit kurzer Zeit keine Gelder mehr auszahlen, die Fonds wurden einfach zwangsweise geschlossen. Anleger saßen somit auf Anteilsscheinen, die stündlich an Wert verloren, da immer mehr Immobilien in die Zwangsversteigerung liefen. Die offenen Immobilienfonds wurden geschlossen, ihr Versprechen wandelte sich eine Lüge. Und das war absehbar...!

Mittwoch, 4. April 2018

Peter Lynch warnt vor Market Timing: "Niemand war je in der Lage, die Börse vorherzusagen. Es ist eine totale Zeitverschwendung."

Schaut man sich die Charts des Dow Jones oder des DAX über einen langen Zeitraum an, dann sieht man einen eigentlich immerwährenden Anstieg. Zwischen drin gibt es mal Rücksetzer, die aber auf die lange Sicht kaum ins Gewicht fallen. Aus heutiger Sicht, wohlgemerkt, denn die Kurseinbrüche waren zu ihrer Zeit bisweilen dramatisch. 1929 mit annähernd 90 Prozent oder 1987 mit einem Verlust von mehr als 22 Prozent an nur einem einzigen Tag. Als Muster zeichnet sich das Bild, dass es eher gemächlich nach oben geht und dann fast regelmäßig eine panikartige Missstimmung auftritt mit entsprechenden emotional getriebenen Kursmassakern. Und auf ein solches warten Anleger derzeit weltweit, denn seit dem letzten Tiefpunkt während der Finanzkrise stiegen die Aktienbörsen weltweit stark an. Bis heute. Wobei gerne übersehen wird, dass es auch in diesem Zeitraum heftige Korrekturen gab, wie beispielsweise 2011, als es fast 40 Prozent abwärts ging. Jedenfalls vorübergehend, auch dank des billigen Geldes der Notenbanken.

Anfang 2016 gab es ebenfalls einen heftigen Einbruch und wir sehen als roten Faden, dass die Volatilität der Märkte grundsätzlich zugenommen hat, also dass die Kursausschläge extremer werden, in beide Richtungen. In Deutschland gibt es den VDAX, der die Volatilität misst. Und wenn wir diesen betrachten, so weist er - erstaunlicherweise - seit Monaten ein niedriges Niveau auf, ist geradezu entspannt. Von kurzen Ausreißern nach oben einmal abgesehen. Und das, wo weltweit Krisen toben: Ukraine-Krieg, US-Präsidentschaftswahl und erst Recht Trump als Präsident, Brexit, Euro-Zerreißprobe, China-Abschwung, Syrien-Krieg und daraus resultierende Flüchtlingskrise. Doch die Börsianer blieben entspannt…

Montag, 2. April 2018

BDCs vor der Renaissance? Was bringen die Änderungen am Dodd-Frank-Act für Business Development Companies wirklich?

Business Development Companies sind in den USA tätige Finanzinvestoren für kleine und mittlere nicht-börsennotierte Unternehmen. BDCs stellen etablierten Unternehmen sowie Startups Kapital zur Verfügung, entweder in Form von Eigenkapital, so dass die BDC Miteigentümerin wird, oder durch Fremdkapitalhingabe als nachrangige Kredittitel mit niedrigerem Investment-Grade ("Private Debt") oder als sog. Collateralized Loan Obligations (CLO), also verbriefte Unternehmenskredite. Dabei vergeben BDCs ihre Mittel traditionell an kleinere und weniger beachtete Unternehmen, die eine geringere Bonität aufweisen und daher auch höhere Finanzierungskosten akzeptieren (müssen). Diese Unternehmen können sich nicht so leicht über Anleihen und/oder Bankkredite finanzieren und greifen daher gerne auf Eigen- oder Fremdkapitalgaben von BDCs zurück.

BDCs erzielen steuervergünstigte Gewinne, sofern sie mindestens 90% ihrer steuerrelevanten Gewinne ("Taxable Income") an ihre Anteilseigner ausschütten. Hier sind sie mit den inzwischen auch in Deutschland bekannten REITs (Real-Investment-Trust) vergleichbar. BDCs weisen daher nicht selten zweistellige Dividendenrenditen auf und sind besonders bei Dividendeninvestoren sehr beliebt.

Ende 2017 kamen die Kurse des gesamten Sektors unter Druck, weil Befürchtungen aufkamen, Trump könnte die Bestimmungen für Banken lockern und ihnen ermöglichen, in den Sektor für BDCs vorzudringen. Die Kurse der BDCs gaben flächendeckend um gut 10% nach und der Sektor war ein klarer Underperformer. Inzwischen haben auch andere Börsensegmente nachgegeben, wie Konsumwerte und zuletzt die Tech-Unternehmen, während die BDCs relativ stabil im Markt lagen. In Summe haben sich BDCs also die letzten Monate gar nicht so schlecht geschlagen, zumal sie ja auch hohe Dividenden ausgeschüttet haben. Doch ihre relative Stärke hat auch einen handfesten Grund und der liegt in einer Gesetzesänderung...

Börsenweisheit der Woche 14/2018

"Lass dir durch die Geschäftsbilanzen der börsennotierten Unternehmen sagen, ob deine Investments erfolgreich sind - und nicht durch deren tägliche oder sogar jährliche Kursnotierungen."
(Warren Buffett)

Samstag, 31. März 2018

Benjamin Graham lehrt: Geduld ist die oberste Tugend des Investors!

Beim Erwerb von Aktien das richtige Timing zu erwischen, ist fast unmöglich. Daher sollte man es gar nicht erst versuchen. Ist man von einem Unternehmen überzeugt und bekommt man die Aktien zu einem guten Preis, sollte man zugreifen. Und die Aktien halten, auch wenn der Kurs erst einmal fallen sollte.

Denn sobald man Aktien erworben hat, ist man darauf angewiesen, dass andere ihren Wert erkennen und ebenfalls kaufen. Sonst steigen die Aktienkurse ja nicht, denn sie basieren auf Angebot und Nachfrage. Man kann aber nicht beeinflussen, ob und wann andere Anleger den wahren Wert des Unternehmens erkennen und dessen Aktien kaufen. Daher sollte man seine eigene Einschätzung nicht vom Aktienkurs abhängig machen und auch nicht nervös werden, wenn der Kurs einige Zeit - manchmal Jahre - benötigt, um auf seinen fairen Wert zu steigen.

»Geduld ist die oberste Tugend des Investors.«
(Benjamin Graham)

Der üblichste Fehler der Anleger ist es, heißen Nachrichten und anspringenden Kursen hinterherzulaufen. Aber das funktioniert nicht, denn damit bezahlt man nur die Kursgewinne der Anderen. Denn nachdem der Kurs einen Luftsprung gemacht hat, konsolidiert er meistens einige Zeit. Und die Anleger, die nur wegen der heißen Nachrichten in die Aktien gestürmt sind, kriegen kalte Füße, wenn die Kurse nicht mehr weiter steigen - und verkaufen wieder. Nicht selten mit Verlust.

Donnerstag, 29. März 2018

Peter Lynch mahnt: Stopp-Loss-Orders sind als Absicherung einfach unsinnig!

"Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen" lautet eine in korrigierenden Marktphasen gerne zitierte Börsenweisheit und sie klingt nicht nur sinnvoll, sie ist es auch. Schon Warren Buffetts Regel Nummer 1 lautet: "Niemals Geld verlieren", auch das klingt nur vernünftig. Der Teufel liegt aber, wie so oft, im Detail. Oder genauer gesagt in der Anwendung. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass niemand weiß, wohin sich die Börsenkurse entwickeln werden, alles beruht alleine auf Annahmen und Einschätzungen. Und zwar nicht nur unsrer eigenen, sondern der von allen Marktteilnehmern.

Daher hat irgendjemand mal den Stop-Loss erfunden, eine automatisierte Verkaufsorder, die vor (weiteren) Kursverlusten schützen soll. Auch das klingt wieder vernünftig, ist aber beim zweiten Hinsehen eher eine Mogelpackung mit weiteren Nebeneffekten.

»Es ist ganz einfach unsinnig, sich auf Stopp-Orders als Absicherung gegen Kursverfälle zu verlassen, ebenso wie auf künstlich gesetzte Kursziele in Aufwärtsphasen.«
(Peter Lynch)

Was bewirkt eine Stopp-Loss-Order eigentlich?
Der Durchschnittsanleger denkt, mittels einer Stopp-Loss-Order würde er sich einen garantierten Mindestverkaufspreis für seine Aktien sichern. Fällt der Aktienkurs auf den Stopp-Loss, wird automatisch verkauft. So weit, so klar. Oder eben unklar. Denn es wird nicht, wie gemeinhin angenommen, zu diesem Stopp-Loss-Kurs verkauft! Es wird beim erreicht der Stopp-Loss-Marke lediglich eine unlimitierte Verkaufsorder ausgelöst. Soll heißen: wenn die Aktien einbrechen und den Stopp-Loss-Kurs erreichen, werden sie auf den Markt geschmissen, zu jedem Preis!