Montag, 11. Dezember 2017

Glasspezialist Corning mit attraktivem Zukauf von 3M-Glasfasersparte

Der Glasspezialist Corning kauft das Kommunikationsnetz-Geschäft vom Mischkonzern 3M. Die Sparte besteht vor allem aus Netzwerktechnik für Glasfaser- und Kupferkabelnetze und wird Corning rund 900 Mio. Dollar kosten. Der jährliche Umsatz der Sparte mit Produkten mit hoher Bandbreite und optischen Fasern, die dem Segment Optical Communications bei Corning zugeordnet wird, beläuft sich auf knapp 400 Mio. Dollar. Dem Verkauf müssen noch die Behörden zustimmen, so dass der Abschluss wird für das kommende Jahr erwartet.

Der effektive Unternehmenswert der Transaktion beträgt weniger als das 7-fache des voraussichtlichen jährlichen bereinigten EBITDA der Communication Markets Division einschließlich der erwarteten Synergien. Corning geht davon aus, dass die Transaktion bis 2019 das EPS um 0,07 bis 0,09 Dollar erhöhen wird.

Die anstehende Übernahme ist Teil des mehrjährigen Strategie- und Kapitalallokationskonzepts von Corning, das durch die Fokussierung des Portfolios und die Nutzung der Finanzkraft des Unternehmens einen erheblichen Mehrwert für die Aktionäre schaffen soll. Eine Schlüsselkomponente ist dabei der Plan des Unternehmens, etwa ein bis drei Mrd. Dollar in Akquisitionen zu investieren. Auch dieses "Shareholder-Value-Konzept" hatte mich gut zwei Jahren zu den Ansicht gebracht, "Corning sei glasklar ein Investment wert" und mich dazu veranlasst, das Unternehmen auf meine Empfehlungsliste zu nehmen.

Bitcoin, Kryptowährung, Blockchain, Niiio Finance: Mega-Chance, Blase, teures Erwachen?

Ein Leser fragte mich zu meiner Meinung bezüglich der Niiio Finance Group und da mich immer mehr Fragen zu Kryptowährungen bzw. dem Investieren in entsprechende Unternehmen erreichen, möchte ich euch meine Meinung zu diesem Themenkomplex nicht vorenthalten.

"Hallo Michael,
hast du eine Meinung zu der Niiio Finance Group aus Görlitz. Der AR ist sehr prominent besetzt, das gefällt mir. Anbei eine sehr lesenswertes Interview mit der CEO." 

Hier meine Antwort, klassisch Old School, wenig hip, noch weniger Hype...

Börsenweisheit der Woche 50/2017

"Der Gewinn anderer wird fast wie ein eigener Verlust empfunden."
(Wilhelm Busch)

Sonntag, 10. Dezember 2017

Welchen Informationswert bieten Insider-Trades wirklich?

Allgemein nimmt man an, Insider hätten einen besseren Durchblick bei ihrem Unternehmen als Außenstehende. Und bzgl. des Vorstands sollte man sogar darauf hoffen! Wenn nun diese Insider, also Vorstände oder Aufsichtsräte und ihre engen Familienmitglieder, Aktien des eigenen Unternehmens handeln, sollte man hellhörig werden. Denn dahinter kann mehr stecken, als die bloße Entscheidung eines Anlegers. Muss aber nicht.

Insiderverkäufe
Wenn Insider Aktien "ihres" Unternehmens verkaufen, wird dies schnell als negatives Signal verstanden. Außenstehende vermuten dann, dass die Insider Kenntnis von negativen Fakten oder schlechten Nachrichten haben und deshalb ihre Aktien abstoßen - Insiderverkäufe drücken daher nicht selten zusätzlich auf den Kurs.

Dabei gibt es viele Gründe, weshalb Insider ihre Aktien verkaufen: manchmal sind Aktienoptionen Teil des Gehalts, oder der Insider möchte sich ein neues Haus kaufen und benötigt dafür Geld. Vielleicht möchte er auch nur seine Anlagen breiter diversifizieren oder er muss eine teure Scheidungsvereinbarung finanzieren. Auch diese Gründe können hinter Insiderverkäufen stehen, es müssen nicht zwangsweise negative Erwartungen hinsichtlich der Unternehmensentwicklung sein.

Samstag, 9. Dezember 2017

Empfehlungsliste

Performance seit Erstempfehlung inkl. Brutto-Dividenden. Das regelmäßige Update erfolgt jeweils zum Wochenende.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.«, riet Immanuel Kant. Also, Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass Ihr Euch Eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, Euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt Ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit Euch ins Gespräch kommen, von Euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Transaktionen auf meiner Empfehlungsliste
Auf der ▸Transaktionsliste finden Sie alle bisherigen Aufnahmen und Streichungen auf meiner Empfehlungsliste.

▶ Investor-Update
Die Empfehlungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Freitag, 8. Dezember 2017

Zinsen, Inflation: Was bedeutet die Entwicklung für Asset-Manager wie Corestate Capital, Deutsche Beteiligungs AG, DIC Asset, Ernst Russ, MPC Capital und PEH Wertpapier?

Asset-Manager legen im Auftrag ihrer Kunden Geld an, überwiegend für institutionelle Investoren wie Family Offices, Versicherungen, Pensionsfonds. Eine Reihe von ihnen bietet seine Dienstleistungen allerdings auch Privatkunden an, gerne über Fonds. Und diese Unternehmen hatten die letzten Jahre regen Zulauf, sie konnten ihre Assets under Management (AuM), also das von ihnen verwaltete Vermögen erheblich ausweiten. Was nicht zuletzt am immer weiter fallenden Zinsniveau in der Eurozone lag, das die Jagd auf Rendite immer mehr verschärfte. Im Zuge der Niedrigzinsphase kamen und kommen auch zunehmend "Bastionen der Sicherheit" in immer ärgere Bedrängnis, wie Versicherungen und Bausparkassen. Von Banken ganz zu schweigen, denen ist das Kerngeschäft komplett weggebrochen da ihre Zinsmarge immer weiter zusammenschrumpft. Ich hatte neulich wieder einmal ein längeres Gespräch mit dem Vorstand unserer örtlichen Sparkasse, bei dem es neben dem unerfreulichen Thema Filialschließungen auch um die aktuellen Entwicklungen an Finanz- und Geldmärkten ging. Insbesondere das anhaltende Niedrigzinsniveau und die neuen regulatorischen Vorgaben (Basel III) haben die Sorgenfalten nicht verringert in den letzten Monaten. Und daran wird sich in absehbarer Zeit auch nicht viel ändern...

Investieren ist... wie das Pflanzen eines Baumes

Investieren ist wie einen Baum zu pflanzen: man pflanzt und anfangs muss man sich ein bisschen drum kümmern, vielleicht düngen, ab und zu mal gießen. Dann der erste Spross! Niemand würde doch jetzt das Bäumchen ausreißen, oder?

Man lässt ihn wachsen, bei Sonne, Sturm, Schnee. Ab und zu schaut man ihn sich mal an, erfreut sich an seinem Wachstum, bisweilen erstaunt darüber, wie groß er schon geworden ist. Man lässt ihn wachsen. Und manchmal denkt man sich, man könnte ihn fällen, Platz schaffen für einen anderen Baum. Oder das Holz verkaufen und damit Profite einstreichen. Oder?

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Was ist... der Kompetenzbereich?

Der persönliche Kompetenzbereich ist ein Konzept aus dem Value Investing und innerhalb seines "Circle of Competence" zu investieren hat den Vorteil, die langfristige Entwicklung eines Unternehmens oder einer Branche relativ sicher vorhersehen zu können. Das bedeutet aber auch, viele Investmentgelegenheiten in anderen Wirtschaftsbereichen an sich vorübergehen zu lassen. Denn wenn man nicht wirklich versteht, was den Erfolg oder Misserfolg in diesen Bereichen ausmacht, und die Geschäftsergebnisse der nächsten fünf bis zehn Jahre nicht hinreichend genau voraussagen kann, sollte man sein Kapital lieber in die Branchen und Unternehmen investieren, von denen man wirklich etwas versteht. Denn Regel Nummer 1 ist und bleibt, kein Geld zu verlieren.

»Bleibe in deinem Kompetenzkreis und investiere nicht in Bereiche, von denen du nichts verstehst. Denn das Risiko von Fehlentscheidungen steigt ansonsten exponentiell an.«
(Warren Buffett)

Nach Warren Buffett kommt es beim Investieren nicht darauf an, wie groß der Kompetenzbereich des Investors ist. Entscheidend ist, dessen Grenzen zu (er)kennen und strikt zu beachten. Das bedeutet allerdings nicht, dass man sich mit seinem Kompetenzbereich zufriedengeben soll. Der langfristige Erfolg beim Investieren erfordert vielmehr die ständige Arbeit, seinen persönlichen Kompetenzbereich zu erweitern.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

KWS Saat: Eine Geschichte von Zucker, Mais und guten Geschäften

▸ Kissigs Kolumne vom 13.11.2017, Aktien Magazin 30/2017 

Die Börsen erreichen fast täglich neue Höchststände und die hohen Bewertungen treiben vielen Anlegern den Angstschweiß auf die Stirn. In vielen Magazinen kann man lesen, dass der Bullenmarkt nun schon 9 Jahre andauere und damit die Durchschnittszeit einer Hausse deutlich überschritten habe – mit dem Hinweis nun sei eine große Korrektur fällig. Manche reden sogar über einen Crash und das nicht erst seit gestern.

Dem kann man entgegenhalten, dass es keine Gesetzmäßigkeiten an der Börse gibt. Auch wenn viele Menschen immer wieder versuchen, die Börse und die Aktienkurse in ein Korsett aus vorhersehbaren Abläufen zu zwängen. Sei es mittels Charttechnik oder aufgrund saisonaler Überlegungen. Und weil viele Leute daran glauben (wollen), scheinen diese Muster und Regelwerke auch zu funktionieren, jedenfalls kurzfristig und an bestimmten Kursmarken. In Summe haben diese Regelungsversuche jedoch zwei grundsätzliche Schwächen: sie leiten aus der Vergangenheit eine Gesetzmäßigkeit für die Zukunft ab und sie blenden völlig aus, dass die Aktienkurse ganz überwiegend von der Psychologie getrieben sind. Und zwar von den Emotionen der Masse. Die emotionale Stimmung, die verschiedene Anleger in der Vergangenheit hatten, kann man jedoch nicht einfach auf die Zukunft fortschreiben. Man muss sich nur einmal mit Anlegern unterhalten, die den Crash 1987 oder 2000 oder 2009 mitgemacht haben. Heute, mit (emotionalem) Abstand und dem Wissen um den weiteren Fortgang der Geschichte bewerten die meisten diese Ereignisse ganz anders als damals. Man findet kaum einen Anleger oder Börsenjournalisten oder Analysten, der 2009 nicht als Einstiegschance des Jahrtausends bezeichnet. Ja, heute. 2009 kaufte niemand Aktien, alle haben unlimitiert auf den Verkaufsknopf gedrückt und die Kurse ins unterste Kellergeschoss geprügelt. Niemand hatte mehr Hoffnung, dass das globale Banken- und Wirtschaftssystem zu retten wäre. Naja, alle außer Warren Buffett, der damals Milliarden investierte und vor allem Bankaktien einsammelte. Und fast jeder kann irgendeine Aktie nennen, die er damals günstig eingekauft hat. Von den vielen anderen, die er zuvor in Panik in den Kursabsturz hinein verramschte, ist kaum mehr die Sprache.

Dienstag, 5. Dezember 2017

Aurelius glänzt mit neuen Rekorden und winkt mit Rekorddividenden. Gleich mehrfach!

Der Münchner Finanzinvestor Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA lässt weitere Taten folgen und kündigt nach dem für 2017 absehbaren Rekordergebnis eine deutlich erhöhte Dividende für das Geschäftsjahr an - ebenfalls auf Rekordniveau.

Der Hauptversammlung am 18. Mai 2018 soll vorgeschlagen werden, 5 Euro je Aurelius-Aktie auszuschütten. Dieser Betrag setzt sich aus einer um 50 Prozent erhöhten Bassdividende von 1,50 Euro sowie einer zusätzlichen Partizipationsdividende von 3,50 Euro je Aktie zusammen (Vorjahr 3 Euro). Beim gegenwärtigen Aktienkurs von 55 Euro beträgt die Dividendenrendite damit 9%. Noch ein Rekord!

Mit diesem Vorschlag ändert Aurelius seine Dividendenpolitik. Einerseits wird die Basisdividende dauerhaft deutlich angehoben, um der nachhaltigen Ertragskraft des Aurelius-Geschäftsmodells Rechnung zu tragen. Und andererseits wird der Rekordgewinn des Jahres 2017 nicht auf einen Schlag als Dividenden ausgekehrt, sondern auf mehrere Jahre gestreckt ausgeschüttet. Damit ist sichergestellt, dass Aurelius auch in den nächsten Jahren wohl mindestens 5 Euro je Aktie ausschütten wird.

Montag, 4. Dezember 2017

Börsenweisheit der Woche 49/2017

"Das Vermögen soll durch Mittel erworben werden, die von Unsittlichkeit frei sind. Erhalten aber soll man es durch Genauigkeit und Sparsamkeit".
(Marcus Tullius Cicero)

Sonntag, 3. Dezember 2017

Investor-Update: Amazon, Blue Cap, Corestate Capital, Deutsche Rohstoff AG, Ernst Russ, JDC Group, m-u-t, Navigator Equity Solutions

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Alles blickt auf Amerika
Es bewegt sich nicht viel an den Märkten, die Börsen schwanken so vor sich hin. Allerdings vollzieht sich die letzten Tage eine Wende weg von High Tech-Titeln hin zu Finanzwerten. Das dürfte mit Trumps angekündigter großen Steuerreform zusammenhängen, die nun auch die zweite Hürde genommen hat - nun müssen beide Kammern des Kongresses einigen, damit Trump das gesetzt am Ende unterschreiben kann. Da beide Kammern von den Republikanern dominiert werden, sollte dies keine unüberwindliche Hürde mehr sein.

Die USA senken nicht nur die Steuern, insbesondere die Körperschaftssteuer von 35% auf 20%, sondern sie vollziehen einen dramatische Wende in der globalen Besteuerung. Zwar nur bezogen auf die USA, aber als stärkste Wirtschaftsmacht hat dies natürlich für alle Länder auf der Welt Konsequenzen. Abgesehen mal von Nord-Korea, mit denen ja irgendwie keiner mehr Handel betreibt, außer China. Und auch die fahren das erheblich zurück. Und die Auswirkungen dieses "neuen Zeitalters der Besteuerung" sind bisher kaum absehbar...

Samstag, 2. Dezember 2017

Was ist... Disruption?

Als Disruption bezeichnet man einen Prozess, bei dem ein bestehendes Geschäftsmodell oder ein gesamter Markt durch eine stark wachsende Innovation abgelöst bzw. zerschlagen wird; Produkte, Dienstleistungen oder Technologien werden also ganz oder teilweise verdrängt.

Der Unterschied zu normalen Innovationen, die in allen Branchen alltäglich sind, liegt in der Art und Weise der Veränderung. Während eine Innovation eine Fortentwicklung, eine Anpassung ist, bezeichnet die Disruption einen totalen Um- oder Zusammenbruch des bestehenden Modells.

Die Idee disruptiver Innovation in der Wirtschaft lässt sich auf den österreichischen Nationalökonom und Politiker Joseph Schumpeter zurückführen, der sie bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte. Der Harvard-Absolvent Clayton Christensen führte 1997 aus, dass jedes noch so erfolgreiche und etablierte Unternehmen eines Tages von einer solchen Existenz beraubenden Revolution bedroht wird. Christensen beschreibt diesen disruptiven Prozess dennoch als notwendig für eine funktionierende Weiterentwicklung des Marktes.

Verlierer sind in diesem Fall zumeist große Unternehmen, die ihrerseits selbst mit einer radikalen Innovation ins Geschäft eingestiegen sind. Denn für etablierte Unternehmen sei es geradezu unmöglich, ihr Geschäftsmodell von Grund auf zu verändern. Ausschließlich Neugründer, die wenig zu verlieren und viel zu gewinnen hätten, seien in der Lage, derartige Risiken einzugehen.

Vor allem im Bereich des Internets und der neuen, digitalen Medienwelt wird häufiger von Disruption gesprochen, aber auch in der Startup-Szene gilt es als Zauberwort für Finanzierungszusagen. Doch nicht alles, was irgendwie neu und quer gedacht erscheint, ist auch disruptiv...

Freitag, 1. Dezember 2017

Beherrsche deine Emotionen, sonst zahlst du an der Börse drauf. Aber richtig...

Emotionen bestimmen unser Leben, beinahe auf jedes Ereignis reagieren wir emotional und handeln oft instinktiv. Und das ist genau der Grund, weshalb wir so viele Fehlentscheidungen treffen, zumindest an der Börse. Denn was die Evolution für das menschliche Miteinander so sinnvoll eingerichtet hat, verleitet uns dazu, in wichtigen Momenten bei Börsengeschäften genau das Falsche zu tun.

Dispositionseffekt
Menschen neigen dazu, Negatives deutlich intensiver wahrzunehmen, als positive Erlebnisse und wir geben diese negative Nachrichten auch wesentlich häufiger weiter als Positives. Dem entsprechend empfinden wir Verluste viel stärker als Gewinne und das nennt man Dispositionseffekt. Die hieraus resultierende Verlustaversion führt dazu, dass Anleger sich nicht von den Aktien trennen, die besonders weit im Minus notieren. Und zwar aus Angst vor den realisierten Verlusten, nicht etwa, weil das Unternehmen herausragende Perspektiven aufweist und man dessen Aktien "nur" zu teuer eingekauft hat. In diesem Fall sollte man dann dringend verbilligen, also nachkaufen, um seinen Einstandskurs zu verbessern.

All-Time-High-Bias
Gleichzeitig verleitet dieselbe Angst dazu, Gewinne nicht laufen zu lassen, sondern viel zu schnell zu realisieren. Die wirklich großen Kursgewinne, Peter Lynch nennt sie "Ten-Bagger" (zu Deutsch: Verzehnfacher), gehen einem so natürlich durch die Lappen. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Aktie nach einem Allzeithoch ein weiteres generiert, viel höher, als dass sie von da an zu sinken beginnt. Exemplarisch sei einfach mal auf den Chart des Dow Jones Index verwiesen - betrachtet man diesen über eine sehr langen Zeitraum, zum Beispiel 100 Jahre, erkennt man schnell, dass es schier unendlich viele neue Allzeithoch gegeben hat. Immer und immer wieder. Trotz der zwischenzeitlichen Phasen, wo es auch mal wieder bergab ging.

Donnerstag, 30. November 2017

Krones: Immer gut abgefüllt

▸ Kissigs Kolumne vom 02.11.2017, Aktien Magazin 28-29/2017 

Krones ist ein klassischer deutscher Mittelständler, doch den meisten Deutschen ist das Unternehmen nicht bekannt, obwohl sie fast täglich mit seinen Produkten in Berührung kommen. Zumindest indirekt.

Mit einer Börsenkapitalisierung von 3,6 Milliarden Euro ist Krones im deutschen Mittelstandsindex MDAX gelistet und konnte seinen Aktienkurs in den letzten fünf Jahren verdreifachen. Nach einem Rücksetzer im letzten Jahr stehen seit Jahresbeginn bisher gut 30 Prozent an Kursgewinn auf der Habenseite. Ein genauerer Blick auf das Unternehmen sollte sich also durchaus lohnen…

Mittwoch, 29. November 2017

Datagroup: Zahlen sich die vielen Übernahmen wirklich aus?

Der IT-Dienstleister Datagroup ist eine meiner ältesten und erfolgreichsten Empfehlungen. Inklusive der Dividenden erzielte der Wert seit Anfang 2012 eine Rendite von 570% oder eine durchschnittliche Jahresrendite von 38,5%. In dieser Zeit hat sich auch die Marktkapitalisierung von 42,5 Mio. Euro auf aktuell 332 Mio. Euro in die Höhe geschraubt. Dieses Wachstum stemmte Datagroup durch operative Erfolge, aber auch insbesondere durch die erfolgreiche Integration einer Vielzahl von Übernahmen, wobei man immer das nötige Gespür für den richtigen Trend in der IT-Welt zeigte. Nun hat Datagroup vorläufige Zahlen für das am 30. September abgelaufene Geschäftsjahr 2016/17 vorgelegt und die großen Übernahmen der letzten Zeit haben ihre tiefen Spuren hinterlassen...

Dienstag, 28. November 2017

Was ist... Value Investing?

Billig kaufen, teuer verkaufen. Ende der Lektion. So einfach ist das Prinzip das Value Investings. Und natürlich ist das leichter gesagt als getan, denn die Schwierigkeit liegt gerade darin zu erkennen, wann und ob eine Aktie günstig ist. Oder ob sie doch eher nur aussieht und sich später als Value Trap entpuppt.

Also geben wir dem Ganzen etwas mehr Futter... Als Urvater des Value Investing gilt Benjamin Graham, ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und legendäre Investor, dessen 1934 erschienenes Buch "Security Analysis" noch heute als die „Bibel des Value Investing" gilt. Es beeinflusste neben Warren Buffett auch weitere Börsenlegenden wie John TempletonPhilip A. Fisher und Peter Lynch.

Streng genommen ist Value Investing eine Anlagestrategie, bei der Kauf- und Verkaufsentscheidungen für Wertpapiere ausschließlich unter Bezug auf deren realwirtschaftlichen Gegenwert, den so genannten inneren Wert, getroffen werden. Dieser wird durch eine sog. Fundamentalanalyse ermittelt. Der innere Wert wird dann mit den aktuellen Börsenkursen verglichen und so gezielt zeitweilige Ineffizienzen der Finanzmärkte bei der Preisbildung ausgenutzt: liegt der Aktienkurs unterhalb des inneren Werts, wird die Aktie gekauft und gegebenenfalls bei Aktienkursen deutlich oberhalb des inneren Werts wieder verkauft.

Das erklärte Ziel der Strategie liegt einerseits in der Vermeidung von Verlusten und unangemessen niedriger Renditen auf das eingesetzte Kapital. Als gewollter Nebeneffekt stellen sich dabei in der Regel für die jeweilige Anlageklasse überdurchschnittlich hohe Erträge in Form von Kursgewinnen ein.

Umfrage: Welche Themen interessieren euch hier am meisten?

Nachdem dieses Blog gerade seinen sechsten Geburtstag feiern konnte, möchte ich von euch wissen, was euch hier am meisten interessiert. Sind es Analysen zu einzelnen Unternehmen, und welche Schwerpunkte habt ihr ggf. dabei, oder sprechen euch eher Artikel über die Grundlagen des Value Investings an?

Ich habe deshalb eine entsprechende Umfrage gestartet und würde mich freuen, wenn ihr daran teilnehmt - es sind natürlich Mehrfachnennungen möglich und sie endet am 10. Dezember.

Des Weiteren wäre es toll, wenn ihr hier einen Kommentar abgeben würdet, wo eure Interessensschwerpunkte liegen und worüber ihr künftig mehr lesen möchtet - und worüber weniger. Denn dieses Blog schreibe ich ja nicht nur für mich, sondern auch für euch, damit wir über das Value Investing ins Gespräch kommen und alle aus unseren Erfahrungen und Einschätzungen einen Mehrwert ziehen können.

Montag, 27. November 2017

Börsenweisheit der Woche 48/2017

"Das Vergnügen Geld zu verdienen, ist mit dem Vergnügen Geld zu besitzen nicht zu vergleichen".
("Commodore" Cornelius Vanderbilt)

Sonntag, 26. November 2017

Investor-Update: Amazon, Blue Cap, Corestate Capital, m-u-t, Navigator Equity Soultions, Opera Software ASA, PEH Wertpapier

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Panik nach Jamaika-Aus... bleibt aus
Lethargisch, so kann man den Marktverlauf beschreiben, oder stoisch gelassen, wenn man es denn positiv betrachten möchte. Nachdem die FDP-Boygroup Lindner/Kubicki sich einer möglichen "Jamaika-Konstellation" wohl aus Angst vor der Verantwortung entzogen hat, schien große Ungewissheit aufzuziehen. Doch bereits im Tagesverlauf des Montagshandels war klar, dass die Börse dem Ganzen keine große Bedeutung beimisst. Schließlich gibt es ja weitere Optionen/Konstellationen jenseits Jamaika und jenseits einer - wohl so gar kein anderes Ergebnis bringenden - Neuwahl. Und so wird wieder sondiert, ob es denn eine Unions-Minderheitsregierung geben wird, oder eine Schwarz-Grüne Minderheitsregierung oder, und das scheint am Wahrscheinlichsten, eine Fortsetzung der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD. Unter veränderten Rahmenbedingungen. Politik eben und politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine...