Samstag, 17. April 2021

Investorenlegende Chuck Akre und das Geheimnis des dreibeinigen Stuhls

Charles T. Akre ist ein Value Investor klassischer Prägung. Er investiert nach derselben Maxime wie Charlie Munger und hält nichts von hektischer Betriebsamkeit; er denkt lieber zweimal nach, bevor er nichts tut.

Seine Investmentfirma Akre Capital Management gründete Chuck Akre 1989 und führte sie von Beginn an als ihr CEO und CIO. In den letzten Jahren wurde er unterstützt von seinem "Core-Team", das sich aus den drei Partnern Tom Saberhagen, Chris Cerrone und John Neff zusammensetzte. Seit Anfang 2021 führen Cerrone und Neff die Geschäfte von Akre Capital Management, nachdem sich Chuck Akre in den Ruhestand verabschiedet hat.

Und die erzielten Erfolge können sich sehen lassen. So können die Investoren seit der Gründung auf eine durchschnittliche Rendite in Höhe von 14,5% zurückblicken, ohne dass Akre etwa besonders stark auf Technologiewerte gesetzt hätte.  Grund für seinen überragenden Investmenterfolg ist vielmehr seine "Strategie des dreibeinigen Stuhls"...

Kissigs Beobachtungsliste

Meine Beobachtungsliste ist eine Anregung. Sie enthält die Aktien, die ich für interessant und aussichtsreich genug erachte, um sie hier im Blog zu begleiten. Trotz vieler Überschneidungen ist sie weder identisch mit meinem Investmentdepot noch mit meinen Wikis und sie ist auch kein Musterdepot.

▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Beobachtungsliste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht und euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.
»Wer nicht fähig ist, sich selber eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, darf nicht zur Börse.«
(André Kostolany)
Fakt ist allerdings, dass nicht jeder Mensch zum guten Aktieninvestor taugt; z.B. mangels Zeit, mangels Interesses, mangels notwendiger charakterlicher Eigenschaften (wie Geduld und Coolness in Stresssituationen). Ist nun mal so, muss sich niemand für schämen. Entscheidend ist aber, dass man dies für sich erkennt und dann die richtigen Konsequenzen daraus zieht. Warren Buffett, der wohl beste Investor aller Zeiten, rät für diese Fälle, sein Geld nicht in Einzelwerte zu stecken, sondern kostengünstige Indexfonds (auf den S&P 500) zu kaufen und einfach unberührt im Depot für sich arbeiten lassen. Geht auch...

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Update

In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben und stelle meine TOP 10 vor.

Freitag, 16. April 2021

Good News bei... HelloFresh: Saustarke Quartalszahlen, ungebrochener Nachfrageboom, Prognoseanhebung

HelloFresh liefert. Üblicherweise Kochboxen, diesmal saustarke Zahlen für das 1. Quartal 2021, das weit besser verlaufen ist, als das Unternehmen geplant hatte. 

Sicher, der Vergleich mit dem Vorjahr unterliegt noch einem Sondereffekt, denn Corona hat ja erst ab dem zweiten Quartal 2020 zugeschlagen, so dass die prozentuale Wachstumsrate des ersten Quartals "überbeeindruckend" ist und sie sich wegen des höheren Basiseffekts im Jahresverlauf abschwächen wird. Aber die vorgelegten vorläufigen Zahlen bieten eben auch mehr, als man auf den ersten Blick sieht.

Donnerstag, 15. April 2021

Kissigs Portfoliocheck: Der heimliche Wachstumsstar in Chuck Akres Depot ist… KKR!?

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 135. Portfoliocheck schaue ich wieder einmal Value Investor Charles T. Akre auf die Finger. Doch vielleicht zum letzten Mal, denn zum Jahreswechsel hat sich der bekannte Value Investor in den Ruhestand verabschiedet.

Akre investiert nach derselben Maxime wie Charlie Munger: hektische Betriebsamkeit ist ihm fremd; er denkt er lieber zweimal nach, bevor er nichts tut. Und als Anhänger des "Focus Investing" konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Im 4. Quartal 2020 agierte Chuck Akre mit einer Turnoverrate von null Prozent erneut mit seiner bekannten ruhigen Hand; dabei ist es ihm gelungen, sogar noch das eine Prozent aus dem Vorquartal zu unterbieten. Er hält weiterhin 28 Positionen in seinem Portfolio und darunter findet sich keine Neuerwerbung. Wie Buffett und Munger setzt Akre bevorzugt auf Finanzwerte. Diese machen zum Ende Quartals gut 43% seines Portfolios von knapp $15 Mrd. aus; ihnen folgen Immobilienwerte mit 22% und zyklische Konsumwerte mit 10,5%. Auf Platz eins liegt weiterhin Mastercard, die es auf gut 14% bringen vor Moody’s und American Tower mit jeweils knapp über 11%.

Die größte Auswirkung auf Akres Depot hatte der Verkauf von gut einem Drittel an der "Baby Berkshire" Markel Corp. Ansonsten springt nur noch der restliche Ausverkauf bei Primo Water ins Auge, von denen nochmals rund 95% des Bestands losgeschlagen wurden. Besonders Erfolg versprechend ist Akres Position bei KKR & Co., die jüngst Global Atlantic übernommen haben, einen Spezialisten für Altersvorsorge- und Lebensversicherungsprodukte. KKR konnte seine Assets under Management seit 2004 um durchschnittlich 22% pro Jahr steigern und damit doppelt so schnell wie der Branchenschnitt. Nun verwaltet man mehr als $250 Mrd., die das Gewinnwachstum kräftig antreiben. Und den Aktienkurs...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer: Habe American Tower, KKR, Mastercard, Moody's auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Dienstag, 13. April 2021

Kapitalerhöhung setzt Kurs der DBAG kräftig unter Druck. Und das ist wohl erst der Anfang!

Die Deutsche Beteiligungs AG kann ihre Aktionäre gerade nicht begeistern; sie wird eine Bezugsrechtskapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlage durchführen.

Insgesamt werden in teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals der Gesellschaft bis zu 3.760.998 neue, auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft, mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von gerundet je €3,55 zu einem Bezugspreis von €28,00 je Aktie ausgegeben; die Gesamtbruttoemissionshöhe beträgt demnach bis zu rund €105 Mio. Dadurch erhöht sich das Grundkapital der Gesellschaft von €53.386.664,43 um bis zu €13.346.664,33 auf bis zu €66.733.328,76. Für einen Spitzenbetrag von zwei neuen Aktien ist das Bezugsrecht ausgeschlossen worden. Die neuen Aktien sind vom 1. Oktober 2020 an gewinnberechtigt.

Der Kurs der DBAG geht erstmal in die Knie. Kapitalerhöhungen belasten immer, aber in diesem Fall kommen da schon einige Kröten zusammen, die Aktionäre schlucken müssen...

Montag, 12. April 2021

Börsenweisheit der Woche 15/2021

"Auf kurze Sicht ist der Markt ein Stimmungsbarometer, aber langfristig gesehen ist der Markt eine Waage."
(Benjamin Graham)

Sonntag, 11. April 2021

Das Erfolgsgeheimnis der Dividendenstrategie liegt nicht in den Dividenden!

"Dividenden sind der neue Zins" ist ein geflügelter Begriff geworden, seitdem die Zinsen um die Nullmarke notieren und Banken und Sparkassen inzwischen sogar von Otto Normalkunde Strafzinsen auf dem Privatgirokonto einfordern. Wenn das Tagesgeld oder das Sparbuch keine Zinsen mehr bringt und Anleihen ebenso wenig, sehen Dividendenrenditen von drei Prozent und mehr entsprechend verlockend aus. Also eine sichere Sache, sollte man meinen. Wirklich?

Freitag, 9. April 2021

Kissigs Aktien Report: Zündet der Zinsturbo bei Allianz und Deutscher Bank?

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tagen später darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen.

Donnerstag, 8. April 2021

Charlie Munger's Daily Journal kauft sich bei Alibaba ein - gleich mit 19% des Vermögens

Charlie Munger hat Aktien der Alibaba Group gekauft. Und zwar nicht für seine mit Warren Buffett gemeinsam betriebene Investmentholding Berkshire Hathaway, sondern für seine eigene Vermögensverwaltung, die Daily Journal Corp., die er 1977 übernahm und Chairman ist.

Nach vielen Jahren hat Munger nun mal wieder zugeschlagen. Er agiert äußerst selten und zwar immer nur dann, wenn er sich absolut sicher ist, eine Jahrhundertgelegenheit gefunden zu haben. Dann steigt er groß ein und zwar nicht mit Kleckerbeträgen.

Mittwoch, 7. April 2021

Kissigs Portfoliocheck: Taiwan Semiconductor ist Ruane, Cunniff & Goldfarbs heißester Chip im Spiel

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 134. Portfoliocheck blicke ich erstmals in das Portfolio von Ruane, Cunniff & Goldfarb, die den berühmten Sequoia Fund managen. Bill Ruane hatt diesen 1970 auf ausdrücklichen Wunsch von Warren Buffett ins Leben gerufen und Charlie Munger sagt für den Fund: "Die bemerkenswerteste Investmentfirma in Amerika ist wahrscheinlich Sequoia. Diese Venture-Capital-Firma bleibt absolut fanatisch auf dem neuesten Stand der modernen Technologie. Sie haben mehr Geld verdient als jeder andere und sie haben die beste Investitionsbilanz von allen".

Im 4. Quartal hatte Ruane, Cunniff & Goldfarb als Anhänger des Focus Investing lediglich 38 Positionen im Gesamtwert von 9,4 Milliarden Dollar in ihrem Portfolio, darunter vier Neuaufnahmen. Die Turnoverrate lag bei mageren 5%. Es dominieren die Communication Services mit einem Anteil von 34% vor Financial Services mit 26,6% und zyklischen Konsumwerten mit 10%.

Die größte Auswirkung hatte die Halbierung bei Alphabet. Daneben verkaufte man knapp ein Viertel seiner Anteile an Wayfair und reduzierte moderat bei Liberty Broadband, Jacobs Engineering, Mastercard, Berkshire Hathaway, Charles Schwab und Facebook. Im Gegenzug stieg man bei Netflix neu ein mit einer Depotgewichtung von 4% und bei Credit Accenptance stockte man seine Position um knapp ein Viertel auf.

Die größte Depotposition ist der Chipproduzent Taiwan Semiconductor Manufactoring, der u.a. die Chips von Apple, AMD, Nvidia und Qualcomm fertigt. TSMC hält inzwischen einen Weltmarktanteil von 57% bei der Chipfertigung - nicht nur angesichts der akuten Chipknappheit eine äußerst attraktive Position...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer: Habe Alphabet, Apple, Berkshire Hathaway, Facebook, Mastercard auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot/Wiki.

Dienstag, 6. April 2021

Kissigs Investor-Update Q1/21 mit MBB, Energiekontor, Mutares, Hypoport, Costco, Funkwerk, Danaher, ABO Wind, 3U Holding, Deutsche Beteiligungs AG

Investor-Update zum Ende des 1. Quartals 2021

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende des Quartals auf die vergangenen Monate zurück und berichte, was sich auf meiner Beobachtungsliste getan hat und stelle die TOP-Werte in meinem Investmentdepot vor. Des Weiteren beschäftige ich mich ggf. auch mal mit Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Das erste Quartal liegt hinter uns und dabei waren drei Themen bestimmend: das Wideraufflammen von Corona bei gleichzeitigem Impfstart und -chaos, die Billionenpakete von US-Präsident Joe Biden und das Anziehen der Zinsen aufgrund wachsender Inflationssorgen. Nach anfänglichen weiteren starken Kursgewinnen bei den Technologiewerten setzte Mitte Februar eine Sektorrotation ein, die zu teilweise heftigen Kurseinbrüchen bei den Wachstumswerten führte und zu einer Renaissance der Valuetitel und Konjunkturzykliker. Zuletzt konnten die "klassischen" Börsenindizes neue Allzeithochs vermelden, so wie der DAX mit erstmaligem Überschreiten der 15.000er Marke.

Die ganz großen Umwälzungen gab es nicht, denn mit meinen Depotschwergewichten fühlte und fühle ich mich grundsätzlich wohl. Doch auch in meinem Depot wirkt sich die veränderte Situation aus - gar nicht mal so stark im Vergleich zum Jahresende 2020, aber verglichen mit der Gewichtung zum Ende September ist es schon auffällig, dass ich inzwischen deutsche Nebenwerte deutlich höher gewichtet habe als US-Werte. Und das liegt nicht alleine an der überdurchschnittlich guten Performance dieser Aktien. Ende März waren die größten Positionen in meinem Investmentdepot MBB, Energiekontor, Mutares, Hypoport, Costco, Funkwerk, Danaher, ABO Wind, 3U Holding, Deutsche Beteiligungs AG. Damit haben es gleich 5 Werte neu in die Top 10 geschafft, wobei die meisten von ihnen "alte Bekannte" sind...

Montag, 5. April 2021

Kissigs Aktien Report: Prosus hat die Zukunft im Portfolio. Und Tencent...

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tagen später darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen.

Börsenweisheit der Woche 14/2021

"Sie brauchen kein Experte zu sein, um zufriedenstellende Anlagegewinne zu erzielen. Aber wenn Sie es nicht sind, müssen Sie sich darüber im Klaren sein und ihre Grenzen kennen. Halten Sie die Dinge einfach und wenn Ihnen jemand schnelle Gewinne verspricht, lehnen Sie ab."
(Warren Buffett)

Freitag, 2. April 2021

Kissigs Portfoliocheck: Sherwin-Williams bringt Farbe in Joel Greenblatts Depot

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 133. Portfoliocheck blicke ich wieder mal Joel Greenblatt über die Schulter. Er ist einer der erfolgreichsten Value Investoren und einem breiten Publikum durch seine Bestseller-Bücher bekannt, vor allem durch seine "Börsenzauberformel". Mit dieser setzt Greenblatt auf ein regelbasiertes System, das nur wenige Bilanz- und Wirtschaftskenntnisse voraussetzt und somit für den Privatanleger einfach anzuwenden ist. Es basiert auf lediglich zwei Kennzahlen und zwar der Kapitalrendite (ROIC, Return on Invested Capital) und der Gewinnrendite. Und Greenblatts Zauberformel funktioniert! Zwischen 1985 und 2006 erzielte er eine durchschnittliche Rendite von 40% und verwaltet heute mehr als sechs Milliarden Dollar.

Joel Greenblatts Gotham Capital ist breit diversifiziert. Im 4. Quartal hatte Joel Greenblatts Gotham Capital 985 Werte mit einem Gesamtwert von $3,02 Mrd. im Portfolio, darunter 129 Neuaufnahmen. Seine Turnover-Rate lag bei für seine Verhältnisse moderaten 11%. Die großen Technologiewerte Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet, Facebook und Oracle haben weiterhin die ersten sechs Positionen inne, dennoch kommen Technologiewerte auf lediglich 19,1% Gewichtung, gefolgt von defensiven Konsumwerten mit 16,9% und Industriewerten mit 16,4%.

Bei Sherwin-Williams stieg Joel Greenblat nun ganz frisch ein. Das Unternehmen ist hierzulande kaum bekannt, dabei handelt es sich um den Weltmarktführer im Bereich Farben und Lacke - und der profitiert vom Do-it-yourself-Boom und vom coronabedingten Stay-at-Home. Aber auch darüber hinaus...

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Disclaimer
Habe Alphabet, Amazon, Apple, Facebook, Microsoft auf meiner Beobachtungsliste und/ oder in meinem Depot/ Wikifolio.

Donnerstag, 1. April 2021

Mein Performance-Update für März 2021 zu Börsen, Depot, Wikis

Im März begann setzte sich die Korrektur der Wachstumswerte weiter fort, während Zykliker und Corona-Loser wieder stärkeres Anlegerinteresse hervorriefen. Parallelen zum Corona-Crash im letzten Jahr wurden anfangs schnell gezogen, aber lediglich der Kursverlauf war (etwas) ähnlich. Allerdings sind die Einbrüche weitaus geringer und selbst der NASDAQ hatte zwischenzeitlich "nur" seine bisherigen Jahresgewinne komplett wieder abgegeben.

Es gibt gleich mehrere Gründe für den Favoritenwechsel und das Wiedererstarken den Value-Titel. Zeit für (m)eine Rückschau auf die Indizes, meine beiden Wikifolios und die Entwicklung meines operativen Net Worth.

Billionendeal: Zalando übernimmt Amazon - AWS wird abgespalten, KKR und Blackstone werden neue Ankerinvestoren

Hammernews! Zalando will Amazon schlucken! Zuerst hatte Börse Online vor einigen Wochen über entsprechende Spekulationen aus Nebenwertekreisen berichtet, aber das wurde als unglaubwürdig abgetan - auch von mir, wie ich gestehen muss. Zu gewaltig ist das Ausmaß dieses Punches!

Wenn man das erste ungläubige Staunen überwunden hat, dann passen doch viele Puzzleteile recht gut zusammen. Zalando hat einen vergleichsweise engen Fokus auf Mode und Lifestyle, während Amazon sehr breit aufgestellt ist im Onlinehandel. Beide treiben vor allem das Marktplatzgeschäft voran und reduzieren dabei den Handel mit Eigenmarken.

Die Verhandlungen liefen bereits seit Anfang Februar, nachdem Amazon-Gründer Jeff Bezos seinen Rücktritt vom CEO-Posten verkündet hatte. Kurze darauf wurde bekannt, dass seine Ex-Frau, die bei der Scheidung die Hälfte von Bezos Amazon-Aktienpaket erhalten hatte, größere Teile hiervon abgegeben hat. Und nun wissen wir auch, wo diese Aktien gelandet sind: bei Zalando. Doch das ist erst der Anfang der Geschichte...

Montag, 29. März 2021

Deutsche Beteiligungs AG rockt (wieder): Back in black und well on track!

Die Deutsche Beteiligungs AG begleite ich bereits seit mehreren Jahren und hatte sie auch schon auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot. Doch im Juli 2019 war damit Schluss, nachdem sich nicht nur die Aussichten immer stärker eintrübten, sondern die DBAG selbst mit einer deftigen Prognosesenkung um die Ecke kam.

Meine damalige Einschätzung zum Abschied lautete: "Die DBAG bietet in absehbarer Zeit wenig positive Phantasie. Sie wird klassischerweise sogar oberhalb ihres NAV gehandelt, was den meisten anderen Beteiligungsgesellschaften schon länger nicht mehr zugebilligt wird. Ihr weitgehendes Alleinstellungsmerkmal als Asset Manager rechtfertigt ein gewisses Premium, weil sie aus dem Management der von ihr aufgelegten Beteiligungsfonds zusätzliche und stetige Provisionen vereinnahmt, aber auch hier muss man fairerweise sagen, dass diese zu einem Teil von der Marktlage abhängen und der Fähigkeit, bei Verkäufen hohe Gewinne auf das ursprünglich eingesetzte Kapital zu erzielen. Und diese Fähigkeit dürfte in nächster Zeit eher eingeschränkt sein".

Natürlich hatte ich damals nicht die Corona-Pandemie auf dem Schirm, sondern "nur" den US-China-Handelskrieg, die sich eintrübenden Konjunkturaussichten, das Endlosdrama "Brexit" und den durch den Abgasskandal ausgelösten Einbruch im Automotivesektor. Und nun? Nun haben sich die Vorzeichen geändert und bei der DBAG wechseln die Ampeln auf Grün. Ich habe letzte Woche gleich am Montagmorgen zugegriffen, weil an dem Tag der Rauswurf der DBAG aus dem SDAX vollzogen wurde, und ich auf einen letzten Kursabsacker gehofft habe. Der fiel nicht so üppig aus, wie ich erhofft hatte, aber mir gelang dennoch ein günstiger Einstieg. Denn was die DBAG am Freitag an Hammernews rausballerte, war genau das, was ich erwartet habe und als Investmentcase für die nächsten Jahre zugrunde lege...

Börsenweisheit der Woche 13/2021

"Bevor Sie investieren, müssen Sie sicher sein, dass Sie die Wahrscheinlichkeit, Recht zu haben, realistisch eingeschätzt haben und wie Sie auf die Konsequenzen reagieren werden, wenn dies nicht der Fall ist."
(Benjamin Graham)

Samstag, 27. März 2021

Friedrich Vorwerk startet erfolgreich an die Börse und macht auch Mutter MBB glücklich

Es ist vollbracht: Friedrich Vorwerk hat sein IPO hinter sich gebracht und notiert nun eigenständig an der Börse. Der Emissionspreis war auf €45 festgelegt worden und damit im unteren Drittel der zuvor verkündeten Angebotsspanne.

Der erste Kurs wurde am 25. März mit €46,88 festgestellt, nachdem die insgesamt 9,2 Millionen Aktien zugeteilt worden waren. Zum Ausgabepreis wird das Unternehmen mit rund €900 Mio. bewertet, während Friedrich Vorwerk aus dem Börsengang selbst brutto €90 Mio. zufließen, mit denen das Unternehmen vor allem im Wasserstoff-Sektor expandieren will. Das Emissionsvolumen lag bei €414 Mio. und davon fließt ein Großteil in die Tasche von MBB, die Vorwerk erst im Juli 2019 übernommen hatten. Für den Anteil von 60% zahlte MBB €17,67 Mio. und direkt im Anschluss kaufte man noch Wettbewerber Bohlen & Doyen für weitere €5,6 Mio. Allerdings wurde erklärt, dieses Add-on würde über Vorwerk abgewickelt. woraus sich auch erklären dürfte, weshalb MBB in seinen Unternehmenspräsentationen im Februar seinen Anteil an Vorwerk mit 66,67% auswies: MBB dürfte also B&D als Sacheinlage in Vorwerk eingebracht und so seinen Anteil erhöht haben.

> Berichtigung aufgrund eines Leserkommentars vom 28.03.2021, 17:23: 
Der 66,67-prozentige Anteil von der MBB SE an der Friedrich Vorwerk Group SE ist dadurch entstanden, dass MBB und ALX/ CEO Kleinfeld jeweils ihre Anteile an der jetzigen Friedrich Vorwerk SE & Co KG per Sacheinlage in die Friedrich Vorwerk Group SE eingebracht haben (vgl. Unternehmensregister, Jahresabschlüsse 2019 und 2020 bzw. Wertpapierprospekt) und die Witwe des Firmengründers ihre Anteile weiter direkt hält (sie hat ihren 10-prozentigen Anteil an der KG nicht in die Friedrich Vorwerk Group SE eingebracht). Dadurch ist dieses komplexe Konstrukt entstanden. Und damit schlägt auch nicht das Ergebnis der KG zu 100% in die Friedrich Vorwerk Group SE durch, weshalb der Korrekturposten "Ergebnisanteile nicht beherrschender Gesellschafter" in der GuV des Jahres 2020 unterhalb des EBIT entstanden ist.

Wie hoch MBBs Anteil an Vorwerk nach dem Börsengang ist, steht noch nicht abschließend fest. Es gibt auch eine Greenshoe-Option, bei der ggf. weitere Aktien an Interessenten angegeben werden, so dass wir erst in einigen Tagen Gewissheit erlangen. Der MBB-Anteil an Vorwerk dürfte nun aber so um die 35% liegen.

> Ergänzung vom 03.04.2021, 19:36 
Der Greenshoe wurde vollständig ausgeübt. MBB hält nun noch 36% an Friedrich Vorwerk und hat für die insgesamt verkauften 4,8 Mio. Aktien brutto €216 Mio. (netto rund €200 Mio.) eingenommen.

Für MBB ist dies ein weiterer großer Erfolg. Man hat innerhalb von zehn Jahren nun schon zum dritten Mal sehr günstig ein werthaltiges Unternehmen gekauft (Claas, Aumann, Vorwerk), das man dann in nur wenigen Jahren zur Börsenreife geführt und seinen Einsatz vervielfacht hat. Und trotzdem noch einen Großteil der Anteile hält, obwohl man zusätzlich sehr viel Geld in die Kasse bekommen hat.

Viel besser und einen höheren Mehrwert für die eigenen Aktionäre als MBB kann man kaum schaffen. Daher ist und bleibt MBB eine meiner am höchsten gewichteten Langfristpositionen.

Disclaimer: Habe MBB auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Freitag, 26. März 2021

Kissigs Aktien Report: E-Frontalangriff - Schickt VW Tesla jetzt auf die Bretter?

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tagen später darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen.

Donnerstag, 25. März 2021

Kissigs Portfoliocheck: Frank Sands geht bei Technologiewerten all in und verdoppelt seinen Einsatz bei Sea Limited

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 132. Portfoliocheck blicke ich wieder einmal in das Depot von Frank Sands, der auf dominierende Unternehmen mit starkem, profitablem Wachstum setzt. Diese müssen stets Sands sechs Kriterien für "dominierende Wachstumsunternehmen" erfüllen: nachhaltiges überdurchschnittliches Gewinnwachstum, Marktführerschaft in ihrer jeweiligen Branche, bedeutende Wettbewerbsvorteile (Burggraben), ein einzigartiges Geschäftsmodell, eine klare Philosophie sowie einen Wert schöpfenden Fokus, Finanzstärke und eine angemessene Bewertung im Hinblick auf Markt- und Geschäftsaussichten.

Am Ende des 2020er Schlussquartals hielt Frank Sands 84 Werte im Portfolio, darunter 9 Neuaufnahmen; seine Turnover-Rate lag allerdings bei atemberaubenden 48%. Doch dafür gibt es einen Grund, denn Frank Sands hat viel "Dry Powder" eingesetzt, denn zum Ende des Vorquartals lag seinen Portfoliowert mit $41 Mrd. noch deutlich unter den jetzigen $105 Mrd. Die Steigerung ist auch, aber nicht nur, auf Kurszuwächse zurückzuführen.

Die größte Auswirkung hatte das Aufstocken seiner ohnehin schon größten Position an Sea Limited [WKN: A2H5LX] um 87% und auch bei VISA griff er mit Zukäufen von 120% kräftig zu. MercadoLibre baute er um 315% aus, Uber um fast 250%, Netflix um rund 90%, Amazon um mehr als 60%, Twilio um 200%, Facebook um gut 115% und bei ServiceNow erweiterte er seinen Bestand um mehr als 85%. Microsoft ist der einzige Technologiewert in der Spitzengruppe, den er reduziert hat. Und mit einem Minus von 83% steht der Windows-Konzern wohl vor dem kompletten Exitus.

Auf dem Spitzenplatz von Sands stark fokussierten Portfolio liegt weiterhin Sea Limited, wo Frank Sands mit 9,4% aller Unternehmensanteile inzwischen zweitgrößter Aktionär ist. Und dafür hat er gute Gründe...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Habe Amazon, Facebook, MercadoLibre, Microsoft, Sea Limited, ServiceNow, VISA auf meiner Beobachtungsliste und/ oder in meinem Depot/ Wikifolio.

Mittwoch, 24. März 2021

Zukunftstrend Packstationen: Polnischer Marktführer InPost expandiert nach Westeuropa

Das polnische Unternehmen InPost ist erst seit kurzem an der Börse; genauer gesagt erfolgte das IPO Ende Januar an der Amsterdamer Börse Euronext. InPost ist hierzulande weitgehend unbekannt und hat auch noch keine größeren Aktivitäten entfaltet. Das ist in Polen, Großbritannien und demnächst auch in Frankreich anders, wo InPost bereits Marktführer ist oder eine führende Stellung einnimmt.

Der Onlinehandel boomt, nicht erst seit dem Ausbruch von Corona. Und mindestens ebenso lange gibt es den großen Frust über die Paketzustelldienste und Meldungen über verlorene oder falsch zugestellte Sendungen und Autofahrer sind zunehmend genervt über die vielen Paketfahrzeuge, die enge Straße bei ihren zahllosen Halts verstopfen.

Abseits der Direktzustellung werden immer öfter Paketstationen angesteuert, wo die Pakete hinterlegt und von den Empfängern dann selbst abgeholt werden. Das Konzept kommt gut an und sorgt auch für weniger verstopfte Straßen. 

Marktführer in Deutschland ist die Post-Tochter DHL, die auch weltweit zu den größten Paketdienstleistern gehört. Der in den USA und Europa dominierende Online-Anbieter Amazon war und ist ebenfalls über die unzuverlässigen Paketdienste genervt und baut seine eigene Logistik samt Fahrzeugflotte und Zustellern auf. Nach nur fünf Jahren konnte Amazon bereits mehr als 10 Mrd. Zustellungen vermelden. Nummer zwei der Onlinehändler ist in Deutschland die Otto Group, zu denen (noch) der Paketdienst Hermes gehört.

Und genau an diesem Punkt schließt sich der Kreis aus Amazon, DHL, Otto und InPost. Denn bei InPost gab es zuletzt mehrfach interessante Nachrichten.