Donnerstag, 16. August 2018

Börse und die Psychologie der Massen. Oder weshalb Lemminge keine guten Anleger sind...

Immer wieder erleben wir Korrekturen an den Finanzmärkten, teilweise heftige. Und auch wenn der DAX gerade neue Allzeithochs markiert, ist er doch in den letzten Jahren mehrfach kräftig eingebrochen, mal um 2.000 Punkte mal um mehr als 1.000. Und ganz schnell kippt in diesen Phasen dann die Stimmung und Panik macht sich breit, die Angst vor dem großen Crash.

Rückblickend scheint es immer einfach gewesen zu sein, an der Börse Geld zu verdienen. Jeder Kurvenbewegung kann ein Ereignis zugeordnet werden und man hat schnell eine Erklärung parat, warum der Index dies oder die Aktie das getan hat. Und man kann sich leicht zu dem Gedanken hinreißen lassen, "hätte ich da mal...". Irgendwie hat man bei den Hochs immer das Gefühl gehabt, verkaufen zu sollen, und bei den Tiefs, den richtigen Einstiegszeitpunkt erahnt zu haben. Nur entsprechend gehandelt hat man selten.

Was daran liegt, dass es nach vorne schauend nicht ganz so einfach ist, an der Börse Geld zu verdienen. Der Durchschnittsanleger ist nämlich ein Herdentier, ein Lemming, und wer meint, dies sei eine ziemlich negative Charakterisierung, der hat recht. Denn die Masse der Anleger verliert Geld und die große Mehrheit der Fondsmanager performt schlechter als ihr Vergleichsindex. Doch woran liegt das bloß, halten Anleger sich doch bei Befragungen stets für "überdurchschnittlich" erfolgreich?

Montag, 13. August 2018

Trotz "Buffett-Indikator": Warren Buffett kann die Börsenkurse nicht voraussagen

Der "Buffett-Indikator" ist ein Paradoxon, also ein Widerspruch in sich. Denn mit ihm ermittelt "das Orakel von Omaha", ob sich ein Markt in einer überteuerten Bewertung befindet, oder ob er zu billig ist. Das klingt nach einem Market-Timing-Indikator und Warren Buffett ist der Letzte, der sich mit dem Timing der Märkte beschäftigt; er setzt stattdessen auf die Bewertung einzelner Aktien. Und trotzdem ist der Indikator nach ihm benannt und wird von ihm verwendet. Also lohnt wohl ein zweiter Blick...

Börsenweisheit der Woche 33/2018

"So schön der kurzfristige Erfolg auch ist, im Endeffekt zählt nur, was langfristig unter dem Strich übrig bleibt."
(Gregor Gielen)

Samstag, 11. August 2018

Beobachtungsliste

Performance seit Aufnahme auf die Beobachtungsliste inkl. Brutto-Dividenden.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also, Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Transaktionen auf meiner Beobachtungsliste
Auf der Transaktionsliste findet ihr alle bisherigen Aufnahmen und Streichungen auf meiner Beobachtungsliste.

▶ Investor-Update
Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Freitag, 10. August 2018

Buffett setzt auf üppige Cashreserve: Investieren können, wenn andere verkaufen müssen

Die seit Jahre anhaltende Niedrigzinspolitik der Notenbanken rund um den Globus hat nicht nur positive Auswirkungen sondern auch erhebliche Schattenseiten. Einerseits hat das billige Geld dazu geführt, dass Unternehmen und Konsumenten über reichlich Finanzmittel verfügten, um damit verstärkt Waren und Dienstleistungen einkaufen zu können. Das ließ die Umsätze der Unternehmen steigen und führte zu mehr Arbeitsplätzen. Und dann reduzierten sich auch die Zinskosten der Unternehmen, so dass auch hierdurch ihre Gewinne anstiegen. Auf der anderen Seite wirken diese permanenten Geldspritzen wie ein dauerhafter Drogenrausch und es wird schwer sein, die Wirtschaft wieder vom billigen Geld zu entwöhnen. Die amerikanische Notenbank macht nicht umsonst so einen Eiertanz um die erste Anhebung ihrer Leitzinsen seit 9 Jahren. Und dann sind da noch die Opfer, die Sparer, deren Bankguthaben keine Zinsen mehr abwirft und von der – wenn auch niedrigen – Inflation einfach weggefressen wird. Und in dieser Gemengelage rate ich dennoch zu einem ordentlichen Polster an Geld, was vielleicht verwundern wird.

Cash is fesch
Selbstverständlich nicht, um damit hohe Zinsen einzustreichen, das funktioniert ja bekanntlich nicht. Und wenn man irgendwo 15 Prozent Verzinsung versprochen bekommt, dann ganz sicher nicht von seriösen Anbietern. Auch hier gilt die Grundregel, dass Angebote, die zu gut klingen, um wahr zu sein, auch nicht wahr sind. Also lieber Finger weg. Doch warum sollte man dann also Geld herumliegen lassen, ohne dass es eine anständige Rendite abwirft?

Mittwoch, 8. August 2018

Peter Lynch rät: Teile Aktien in Kategorien ein, um sie besser bewerten zu können

Wer sein Geld in Unternehmen investieren will, möchte (Kurs)gewinne erzielen. Dies gelingt zumeist nur, wenn das Unternehmen Gewinn erwirtschaftet und zwar dauerhaft. Bei der Betrachtung der Gewinne kennt man allerdings nur die Vergangenheit, während die zukünftigen Aussichten/Erträge geschätzt werden müssen. Das macht die Bewertung schwierig.

»Unterteile Aktien in Kategorien und bewerte sie entsprechend. Wenn du Aktien in Kategorien teilst, weißt du besser, was du von ihnen erwarten kannst.«
(Peter Lynch)

Um diese Einschätzung erfolgreich vornehmen zu können, schlägt Peter Lynch in seinem lesenswerten Bestseller "Der Börse einen Schritt voraus" deren Einteilung in sechs Kategorien vor...

Dienstag, 7. August 2018

Deutsche Rohstoff: Das unverstandene Beteiligungsunternehmen erhöht die Gewinnprognose

Die Deutsche Rohstoff AG (WKN: A0XYG7) zeigt sich heute in Blutrot mit heftigen Kursverlusten, die zeitweise die 20-Prozentmarke überschritten und den Kurs unter €20 drückten.

Dabei sah es gar nicht mal so schlecht aus, als die DRAG gestern Abend ihre Zahlen zum ersten Halbjahr 2018 präsentierte. Der Konzern hat nach vorläufigen, ungeprüften Zahlen einen Umsatz in Höhe von €55,1 Mio. (Vorjahr: €32,1 Mio.) sowie ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von €52,6 Mio. (Vorjahr: €23,5 Mio.) erzielt. Der Konzernjahresüberschuss beläuft sich auf €10,1 Mio. (Vorjahr: €5,0 Mio.).

Der Gewinn liegt also doppelt so hoch wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Vorstand sah sich daher genötigt, mit Vorlage der Zahlen auch die Umsatz- und Gewinnprognose für diese Jahr anzupassen. So erwartet er für das Gesamtjahr nun einen Umsatz zwischen €90 bis €100 Mio. statt bisher €75 bis €85 Mio. und ein EBITDA von €85 bis €90 Mio. statt zuvor €65 bis €70 Mio.

Auf die Anhebung der Umsatz- und Gewinnziele folgte heute das Kursmassaker. Erstaunlich. Oder nicht?

Montag, 6. August 2018

Weshalb Kursraketen manchmal auch Gift für die Rendite sein können...

Aktien, deren Kurs sich innerhalb weniger Monate oder manchmal auch nur Wochen verdoppelt, lassen Anlegerherzen höher schlagen und nicht wenige Börseninteressierte sind stets auf der Suche nach diesen "Hot Stocks". In den Depots von Value-Investoren finden sich solche Aktien eher selten, denn wir graben die langweiligen, unterbewerteten Aktien aus, deren Kurs vor sich hin dümpelt und irgendwann einmal von der Börse entdeckt wird. Doch das geschieht eher gemächlich und ist mit langsamen Kursanstiegen verbunden. Doch manchmal erwischt man eine solche Aktie und dann erfreut man sich an deren Kursfeuerwerk und sieht die Euroscheine zu Bergen wachsen.

So geschehen bei WCM. Ich hatte die Aktie schon seit Jahren im Blick, früher als sie im MDAX notierte war ich Aktionär, dann stieg ich aus, als man sich erst mit Eisenbahner-Wohnungen überhob und dann an der Commerzbank-Übernahme verschluckte. Es folgte der Totalabsturz, die Insolvenz und nach vielen Jahren des Siechtums die Wiederauferstehung. Ich bin Ende 2016 wieder eingestiegen, beim Neustart der WCM als Gewerbeimmobilienunternehmen. Ich habe den Wert hier im Blog ausführlich vorgestellt und eine Weile auf meiner Beobachtungsliste begleitet, dann erfolgte erst der überraschende Einstieg der DIC Asset und später der Verkauf und die Übernahme durch TLG Immobilien. Unterm Strich habe ich einen schönen Gewinn eingefahren, aber der schnellste und heftigste Anstieg erfolgt innerhalb weniger Monate, als sich der Kurs zwischenzeitlich auf €3,80 verdoppelte.

Ein anderes Beispiel ist Lloyd Fonds, ein Asset Manager, den ich als Turnaround-Spekulation gekauft habe, als der Kurs nach schlechten Unternehmensnews heftig abgeschmiert war. Nur kurze Zeit später explodierte der Kurs förmlich, weil ein neuer Großaktionär eingestiegen ist und das Unternehmen neu (und erfolgreich) ausrichten will. Ein - von mir - unverdienter "Erfolg", denn diese Entwicklung konnte niemand voraussehen und vorab in seine Bewertung einbeziehen.

Diese schnellen und starken Kurssteigerungen sind einerseits erfreulich (und einträglich), andererseits bringen diese Kursexplosionen auch ein nicht zu unterschätzendes Problem mit sich...

Börsenweisheit der Woche 32/2018

"Prognosen dienen in erster Linie der Unterhaltung des Publikums."
(Wendelin Wiedeking)

Sonntag, 5. August 2018

Gladstone Capital profitiert vom Öl-Boom und steigenden Zinsen

In meinem Dividendendepot setze ich ausschließlich auf Business Development Companies (BDCs), mit denen ich auf hohe Dividendeneinnahmen abziele. Dabei ist die Kursentwicklung ebenfalls im Auge zu behalten, da beides zusammen die Gesamtrendite und damit den Erfolg oder Misserfolg des Investments ausmacht.

BDC-Earnings-Report Q2/2018
Daher richte ich in meinen BDC-Earnings-Reports meinen Blick vor allen auf die Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen, also von Net Asset Value (NAV bzw. Buchwert), Net Investment Income (NII) und die Payout Ratio. Und erst ganz zuletzt auf die Dividendenrendite. Und mitunter ergeben sich hierdurch auch Auswirkungen auf meine Einschätzung zur jeweiligen BDC.

▶ Gladstone Capital
Gladstone Capital (GLAD, WKN: 797937) lieferte grundsolide Zahlen für das zweite Quartal ab. Das Net Investment Income lag bei $6,00 Mio. bzw. $0,22 je Aktie und damit um $0,01 über dem NII des ersten Quartals und den Markterwartungen. Gegenüber dem ersten Quartal ist dies ein Anstieg um 6,8%. Das Total Investment Income (TII) stieg sogar um 11,7% auf $12,38 Mio. und schlug die Erwartungen um $0,78 Mio. gegenüber dem Vorjahreswert lag das TII sogar um 28,6% höher. Aber das ist noch nicht alles...

Freitag, 3. August 2018

Ares Capital mit soliden Zahlen und Dividendenerhöhung

In meinem Dividendendepot setze ich ausschließlich auf Business Development Companies (BDCs), mit denen ich auf hohe Dividendeneinnahmen abziele. Dabei ist die Kursentwicklung ebenfalls im Auge zu behalten, da beides zusammen die Gesamtrendite und damit den Erfolg oder Misserfolg des Investments ausmacht.

BDC-Earnings-Report Q2/2018
Daher richte ich in meinen BDC-Earnings-Reports meinen Blick vor allen auf die Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen, also von Net Asset Value (NAV bzw. Buchwert), Net Investment Income (NII) und die Payout Ratio. Und erst ganz zuletzt auf die Dividendenrendite. Und mitunter ergeben sich hierdurch auch Auswirkungen auf meine Einschätzung zur jeweiligen BDC.

▶ Ares Capital
Ares Capital (ARCC, WKN: A0DQY4) lieferte solide Zahlen für das zweite Quartal ab. Das Net Investment Income lag bei $0,38 und damit um $0,04 über dem NII des ersten Quartals und sogar um $0,09 über dem Vorjahreswert. Das Total Investment Income (TII) stieg im Jahresvergleich um 17,3% auf $333 Mio. und konnte damit die Erwartungen um $10,59 Mio. schlagen. Der Gewinn je Aktie ging mit $0,39 "in line" ins Ziel. Aber das präsentierte Zahlenwerk hatte noch mehr Interessantes zu bieten...

Corning ist zurück in der Erfolgsspur. Und das Beste kommt erst noch...

Den Glaspezialisten Corning (GLW, WKN: 850808) habe ich schon seit einigen Jahren auf meiner Empfehlungsliste und hatte das Geschäftsmodell mit seinen fünf Sparten in dem Artikel "Corning: Der gläserne Riese!" ausführlich vorgestellt.

Nun hat das Unternehmen Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt und die Erwartungen übertroffen. Es folgte ein Kurssprung um mehr als 11 Prozent, nachdem die Aktie seit Jahresanfang deutlich schlechter abgeschnitten hatte als der Markt.

Eigentlich ist es überraschend, dass der Markt so überrascht reagierte. Denn Corning hat im Grunde nur das geliefert, was man zuvor versprochen hatte. Und das war sogar absehbar...

Donnerstag, 2. August 2018

TPG Specialty Lending mit Top-Zahlen und Sonderdividende

In meinem Dividendendepot setze ich ausschließlich auf Business Development Companies (BDCs), mit denen ich auf hohe Dividendeneinnahmen abziele. Dabei ist die Kursentwicklung ebenfalls im Auge zu behalten, da beides zusammen die Gesamtrendite und damit den Erfolg oder Misserfolg des Investments ausmacht.

BDC-Earnings-Report Q2/2018
Daher richte ich in meinen BDC-Earnings-Reports meinen Blick vor allen auf die Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen, also von Net Asset Value (NAV bzw. Buchwert), Net Investment Income (NII) und die Payout Ratio. Und erst ganz zuletzt auf die Dividendenrendite. Und mitunter ergeben sich hierdurch auch Auswirkungen auf meine Einschätzung zur jeweiligen BDC.

▶ TPG Specialty Lending
Sehr gute Zahlen konnte TPG Specialty Lending (TSLX, WKN: A1XF0Q) aus dem abgelaufenen zweiten Quartal berichten. Die Umsätze lagen bei $66,4 Mio. und damit 12,9% über denen des Vorjahres, womit man die Markterwartungen um $8,66 Mio. schlagen konnte. Der Gewinn je Aktie stieg auf $0,52 und toppte die Erwartungen um $0,05. Für die Dividendenfähigkeit ist aber der Blick auf das Net Investment Income (NII) viel wichtiger und auch hier weiß TSLX zu überzeugen.

Bei KCAP Financial fällt der letzte Vorhang (für mich)

Zwischen KCAP Financial (KCAP, WKN: A1J08X) und mir läuft es einfach nicht. Es war meine erster Kauf einer Business Development Company (BDC) überhaupt und nach dem ersten Misserfolg habe ich KCAP vor knapp einem Jahr erneut als spekulative Beimischung in mein Dividendendepot gekauft und setze hoffe auf den Turnaround. Aber der scheint sich nicht einstellen zu wollen. Immer noch nicht und wieder nicht.

Im Dezember hatte KCAP die Dividende gekürzt, zum wiederholten Mal und auf nur noch $0,10 je Aktie und Quartal. Es war seit Dezember 2013 die fünfte Dividendenkürzung in Folge. Und nun hat KCAP gestern Abend seine Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal 2018 bekannt gegeben und die geben wenig Anlass zu Hoffnung...

Mittwoch, 1. August 2018

Zahlenzauberwerk dank Öl-Boom: Texas Pacific Land Trust wächst mit über 100%. Und ein Ende ist nicht abzusehen...

Texas Pacific Land Trust (TPL, WKN: 985172) hat soeben Zahlen präsentiert für das zweite Quartal und auch das erste Halbjahr 2018. Und die Zahlen stellen alles in den Schatten, denn das Wachstum ist ungebremst, sondern liegt bei deutlich über 100%. Und das Wachstum erstreckt sich über alle Bereiche, sowohl was die Lizenzeinnahmen für die Förderrechte auf den TPL-eigenen Grundstücken angeht, als auch hinsichtlich des noch relativ jungen, neuen Geschäftsfelds, dem Wasser-Business.

TPL feuert aus allen Zylindern und die Zahlen wissen nicht nur zu beeindrucken, sondern lohnen auch einen genaueren Blick...

Was zu erwarten war: Main Street Capital hebt die Dividende an. Schon wieder...

Main Street Capital (MAIN, WKN:A0X8Y3) ist die qualitativ hochwertigste und wohl am erfolgreichsten operierende Business Development Company (BDC) und notiert daher mit entsprechend hohem Aufschlag auf den NAV (Buchwert).

In meinem BDC-Earnings-Report aus November hatte ich MAIN ausführlich dargestellt und seitdem haben sich alle Parameter weiter verbessert: der NAV ist weiter angestiegen, man hat beim Auflösen von Engagements schöne Gewinne eingefahren, man ist neue attraktive Investments bzw. Kreditengagements eingegangen, das NII (Net Investment Income) steigt, man hat frisches Kapital aufgenommen und ist bereit, den Verschuldungsgrad sukzessive zu erhöhen und so die neuen Möglichkeiten zu nutzen, die die regulatorischen Erleichterungen beim Dodd-Frank-Act bieten.

MAIN gelingt es seit vielen Jahren, den NAV stetig zu steigern und ebenso das NII. Und das hat - mal wieder - Folgen...

Deine Stimme für iNTELLiGENT iNVESTiEREN beim Value Investing Blogpreis 2018

Die Value Investing Community ValueDACH hat den Value Investing Blogpreis 2018 ausgelobt und iNTELLiGENT iNVESTiEREN ist nominiert.

2018 wird der Value Investing Blogpreis zum ersten Mal vergeben und die Auswahl erfolgt sowohl über ein Publikumsvotum als auch durch eine Jury. Und in dieser sitzen neben Tilman Versch und Hendrik Michels von ValueDACH die beiden hochkarätigen Value Investoren Frank Fischer, Dr. Hendrik Leber.

Die Abstimmung läuft bis zum 14. September und Du kannst hier Deine Stimme abgeben für iNTELLiGENT iNVESTiEREN. Oder natürlich für einen der anderen hochwertigen Value Investing Blogs, die zur Auswahl stehen.

Ich finde, dieser Preis ist eine tolle Idee und verdient eine hohe Teilnehmerzahl. Daher gilt mein ausdrücklicher Dank den Initiatoren Tilman Versch und Hendrik Michels von ValueDACH, den Jurymitgliedern Frank Fischer (Shareholder Value Beteiligungen) und Dr. Hendrik Leber (Actavis) sowie allen Abstimmenden.

Dienstag, 31. Juli 2018

Unterstützenswerte Petition: Kursgewinne nach 5 Jahren steuerfrei stellen!

Mit Einführung der Pauschalversteuerung auf Dividenden und Zinsausschüttungen wurde auch eine äußerst sinnvolle Steuerregelung gestrichen. Denn bis dahin konnten Anleger Kursgewinne steuerfrei vereinnahmen, wenn zwischen An- und verkauf mindestens 365 Tage vergangen waren. Dies schuf für Privatanleger einen nicht unwichtigen Anreiz, ihre Aktien über einen längeren Zeitraum zu halten und nicht nach kürzester Zeit wieder zu verkaufen.

Die Abschaffung hat vor allem den Brokern/Banken genützt, denn diese kassieren bei jeder Order Gebühren/Provisionen. Und die Börsenplätze natürlich ebenfalls. Der Gedanke, den langfristigen Vermögensaufbau zu unterstützen, den der Staat sogar mit Zulagen auf Vermögenswirksame Leistungen unterstützt, scheint man hier leider völlig au den Augen verloren zu haben. Doch nun gibt es vielleicht Abhilfe...

Finanzinvestor KKR: Geläuterte Barbaren erzielen heute zivilisiert(er) hohe Renditen

Finanzinvestoren haben einen schlechten Ruf. Den haben sie sich auch redlich verdient, allerdings ist das rund 30 Jahre her. Allen voran ist hier der US-Gigant Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR, WKN: A1C10P) zu nennen, der Ende der 1980er Jahre mit der feindlichen Übernahme des Tabak- und Nahrungsmittelkonzerns RJR Nabisco Schlagzeilen machte und es in dem Buch "Barbarians At The Gate - The Fall Of RJR Nabisco" zu unrühmlicher Berühmtheit brachte. Es war die Blütezeit der fremdfinanzierten Übernahmen (Leveraged Buyouts, LBOs) und dank der Junkbond-Maschinerie von Michael Milken von Drexel Burnham war kein Konzern mehr sicher vor einer Übernahme. Auf einmal konnten die Kleinen ganz einfach die Großen schlucken! Es war die Zeit schier unerschöpflichen Geldes, nur dass Junkbonds ("Ramschanleihen" oder freundlicher: Hochzinsanleihen) zweistellige Renditen abwarfen und die "Corporate Raiders" die enormen Schulden schnellstmöglich dem übernommenen Unternehmen aufbürdeten, das diese dann aus seinem Cashflow abbezahlen musste. Was unweigerlich zu Massenentlassungen und zum Filetieren des Übernahmeopfers führte. Michael Douglas verkörpert in seiner Rolle Gordon Gekko in Oliver Stones Epos "Wall Street" jenen Typ des gewissenlosen Corporate Raiders, der auch dank Insiderinformationen unermessliche Reichtümer anhäufte.

Der ausufernde Insiderhandel erschütterte Ende der 1980er Jahre die Wall Street und führte zu spektakulären Verhaftungen und hunderten Millionen Dollar an Strafzahlungen. So gut wie jede führende Wall Street-Adresse war mehr oder weniger involviert: Goldman Sachs, Lehman Brothers, Bear Stearns, Morgan Stanley, Drexel Burnham, Bankers Trust, Salomon Brothers, Ivan Boesky, Michael Milken (Lesetipp hierzu: "Club der Diebe" von James B. Stewart). KKR allerdings nicht. Und vermutlich ist es der vielen negativen Publicity mindestens ebenso sehr zu verdanken wie der verschärften Gesetzgebung, dass sich KKR von der anfänglich allesfressenden Raubkatze zum weitgehend stubenreinen Salontiger gewandelt hat. Wenngleich man dem Schnurren nicht zu sehr trauen sollte, denn seine Krallen hat KKR noch immer, auch wenn man diese nicht mehr so häufig einsetzt. Denn es geht ums Business, um Rendite. Und dabei ist KKR heute erfolgreicher als jemals zuvor, so dass ein Blick auf das Unternehmen lohnen dürfte. Auch und wegen des gerade erreichten Allzeithochs...

Montag, 30. Juli 2018

Warren Buffett rät Anlegern zum Diversifizieren. Aber nicht zu sehr...

Die Börse lebt von Extremen, Langeweile und Ruhe sind ihr zuwider. Und damit befriedigt sie die Bedürfnisse des Menschen nach Abwechslung, nach Aufregung - und seine Gier. Investoren sollten sich bei ihren Investmententscheidungen dieser Gefühle entledigen und sie vielmehr für ihre eigenen Vorteile nutzen. Denn wenn Panik herrscht, werden auch die besten Aktien zu Ausverkaufspreisen auf den Markt geworfen und wenn Gier vorherrscht, erzielen auch Ramsch-Titel ungeahnte Preise.

»Die Märkte können länger irrational bleiben, als du solvent.«
(John Maynard Keynes)

Die Börse ist alles, nur nicht rational. Und da Übertreibungen auch lange anhalten können, sind sie auch dazu geeignet, Anlegers Geldbörse stark zu schrumpfen. Daher ist es wichtig, seine Anlagen zu streuen, um das Risiko eines Totalverlusts zu verringern. Denn man sollte nicht zuerst nach den Chancen sehen, sondern zuvorderst die Risiken bedenken.

Börsenweisheit der Woche 31/2018

"Nur die Rendite zählt."
(Gottfried Heller)

Sonntag, 29. Juli 2018

PennantPark Investment: Buchwert-Schnäppchen mit fast 10% Dividendenrendite und Öl-Kick

In meinem Dividendendepot setze ich auf hoch rentierliche Business Development Companies (BDCs). Die dahinter liegende Strategie hatte ich vor knapp einem Jahr ausführlich erläutert und vor einiger Zeit auch ausgeführt, weshalb ich dabei sogar in begrenztem Umfang auf einen Wertpapierkredit zurück greife.

BDCs profitieren gleich von mehreren Entwicklungen: zum einen durch die US-Steuerreform, dann durch die Aufweichung der Kreditbeschränkungen und zusätzlich noch durch das steigenden Zinsniveau in den USA, da die meisten BDCs den Großteil der von ihnen ausgegebenen Mittel mit variablen Konditionen versehen haben.

Nachdem im Februar und März der BDC-Sektor deutlich unter Druck geraten war, konnten sich die Kurse wieder kräftig erholen und es fällt schwer, hier noch günstige Aktien zu finden. Kürzlich hatte  ich bei TPG Specialty Lending (TSLX, WKN: A1XF0Q) zugeschlagen, die ich für sehr aussichtsreich positioniert und attraktiv bewertet halte.

Aus Mangel an preisgünstigen Alternativen war ich fast soweit, meinen Bestand bei Gladstone Capital (GLAD, WKN: 797937) aufzustocken. Doch da geriet mir PennantPark Investment (PNNT, WKN: A0MVG5) auf den Schirm, das Schwesterunternehmen von PennantPark Floating Rate Capital (PFLT, WKN: A1JQAB), welches ich ebenfalls im Depot habe. Und wie GLAD weist PNNT ein überdurchschnittlich hohes Engagement im US-Öl-Sektor auf, was Chancen, aber auch Risiken birgt. Da der Aktienkurs fast 20% unterhalb des Buchwerts notiert, war mein Interesse geweckt...