Donnerstag, 21. September 2017

PayPal: Mit der Mutter aller Fintechs einfach clever(er) bezahlen

▸ Kissigs Kolumne vom 04.09.2017, Aktien Magazin 24/2017 

Am Anfang steht die Idee. Und hinter der Idee steckt nicht selten ein Genie. Und aus einer genialen Idee eine weltbewegende Erfindung zu machen, braucht es aber auch Durchsetzungsstärke. Nur dann hat die Idee überhaupt eine Chance, die vielen Hürden zu überwinden, die ihr im Weg stehen. Denn jede Neuerung trifft auf das Althergebrachte und eine Vielzahl von Menschen, die vom Bestehenden profitieren. Und daher kein Interesse an der Veränderung des Status Quo haben. Des Weiteren sind neue Ideen ungewohnt und die meisten Menschen blicken oberflächlich darüber hinweg, befassen sich gar nicht mit dem Gedanken, der dahinter steht, sondern lehnen neue Denkansätze pauschal ab. Und mit ihr auch diejenigen, die die Idee haben und sich auf den Kampf gegen Windmühlen einlassen.

»Ein Mann mit einer Idee ist ein Narr. Bis die Idee sich durchgesetzt hat.«
(Mark Twain)

Von den meisten dieser Genies wird die Welt nie gehört haben, viele tolle Ideen dürften einfach irgendwo versickert sein, ohne dass sie die Chance hatten, je erprobt und umgesetzt zu werden. Doch es gibt auch starke Charaktere, die die Welt mit ihren Neuerungen maßgeblich geprägt haben. Wie James Watt, den Erfinder der Dampfmaschine. Oder Thomas Edison, dem wir die Elektrifizierung verdanken. Oder Alexander Graham Bell, ohne den wir kein Telefon hätten. Oder Nikolaus August Otto, dessen Motor die meisten unserer Autos antreibt. Oder Bill Gates. Oder Steve Jobs. Sie alle haben nicht nur bahnbrechende Ideen gehabt, sondern diese auch in die Tat umgesetzt. Und die Welt verändert.

»Der Wert einer Idee liegt in ihrer Umsetzung.«
(Thomas Edison)

Und dann ist da noch Elon Musk. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass man über Elon Musk etwas lesen könnte. Zumeist über Tesla, sein revolutionäres Elektroautoimperium. Daneben baut er an seiner Gigafactory, um Elektrobatterien massentauglich zu machen. Und mit Space-X möchte er den Weltraum erobern.

Mittwoch, 20. September 2017

Steico geht das Gewinn- und Margenwachstum mit frischem Kapital an

Steico entwickelt sich immer mehr zur echten Nebenwerte-Perle. Nun hat der Hersteller von Holzfaserdämmstoffen geräuschlos eine zehn prozentige Kapitalerhöhung durchgezogen. Insgesamt wurden 1.280.315 neue Aktien zu einem Preis von 19,50 Euro platziert, also nur geringfügig unterhalb des gestrigen Börsenkurses zum Zeitpunkt der KE-Ankündigung. Aufgrund der großen Nachfrage institutioneller Investoren konnte das Orderbuch vorzeitig geschlossen werden und der Kurs hat daraufhin die kleine Delle von gestern wieder wettgemacht. Verständlich, denn Steicos Geschäfte laufen wie geschnitten Brot.

Der Bruttoemissionserlös der Gesellschaft aus der Kapitalerhöhung beläuft sich auf rund 25 Mio. Euro und stärkt die Bilanz. Da Steico einen weiteren zweistelligen Millionenbetrag in eine zweite Anlage für Furnierschichtholz-Platten investiert, und dies bisher rein über Fremdkapital finanzierte, hatte man in letzter Zeit durch die Blume eine Kapitalerhöhung angedeutet. Dieses "Damoklesschwert" sollte nun vom Tisch sein und dem Kurs wieder neue Auftriebskraft verleihen. Denn der Erfolg gibt Steico Recht. Erst neulich hatte man bekanntgegeben, dass man mit der neuen Anlage dem Zeitplan um 9 Wochen voraus sei, innerhalb des geplanten Budgets liege, und der Regelbetrieb im ersten Halbjahr 2018 anlaufen solle.

Meine Einschätzung
Steicos große Millioneninvestitionen sind angesichts der Überkapazitäten und des Preisdrucks in der Branche durchaus mit Risiken verbunden, setzen aber im margenstarken neuen Bereich an, so dass sich das Wagnis auszahlen sollte. Zudem hat Steico beschlossen, eine weitere Produktionsanlage für Holzfaser-Dämmstoffe aus dem Trockenverfahren zu errichten, um auf die kontinuierlich gestiegene Nachfrage in den vergangenen Jahren und die hohe Auslastung der bestehenden Produktionsanlage zu reagieren. Für die neue Anlage sind Investitionen in Höhe von rund 7,5 Mio. Euro vorgesehen und die Inbetriebnahme ist für Anfang 2018 geplant.

Dienstag, 19. September 2017

Ernst Russ mit starkem Ergebnisswing. Der Turnaround nimmt Fahrt auf!

Die Ernst Russ AG kommt bei ihrem Turnaround einen großen Schritt voran, wie die Zahlen zum ersten Halbjahr 2017 zeigen. Der Hamburger Asset Manager mit Schwerpunkt Schifffahrt war früher als Fondsinitiator unter dem Namen HCI bekannt und hat seit der Beinahe-Pleite eine konsequente Wandlung vollzogen. Ich hatte das Unternehmen vor einem Jahr hier vorgestellt und auf als Turnaround-Spekulation auf meine Empfehlungsliste genommen ("Neuausrichtung: Ernst Russ AG (H.C.I. Capital) ist auf dem Weg zu neuen Ufern"). Nachdem der Aktienkurs um den Jahresanfang herum eine Zeit lang knapp über der Marke von 1 Euro konsolidiert hat, kennt er seitdem nur eine Richtung: nach oben. Und heute scheint er auch die Marke von 1,50 Euro zu überwinden - dank der vorgelegten Zahlen.

Montag, 18. September 2017

Baruchs Börsenwissen: Entweder wir arbeiten für Geld oder das Geld arbeitet für uns

Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland immer weiter auseinander, das kann man alle paar Monate irgendwo lesen. Gerne auch in einem Armutsbericht der Bundesregierung. Und ebenso regelmäßig kommen die Kommentatoren zu den immer gleichen Schlüssen: man müsse den Reichen nur mehr Geld wegnehmen und es den Armen geben, dann würde alles gut. Doch schon der erste Deutsche Bundeskanzler, Konrad Adenauer, warnte: "Das einzige, was Sozialisten vom Geld verstehen, ist dass sie es von anderen haben wollen". Neben der Ausbeutung der Arbeiterklasse durch böse Kapitalisten gibt es aber auch weniger klischeehafte Erklärungsansätze. Und einen lieferte schon vor fast hundert Jahren Börsenlegende Bernard Baruch.

»Es gibt tausend Möglichkeiten, Geld loszuwerden, aber nur zwei, es zu erwerben: entweder wir arbeiten für Geld oder das Geld arbeitet für uns.«
(Bernard Baruch)

Auf der einen Seite steht der Konsum, die schier endlose Möglichkeit, Geld auszugeben. Die Menschen leisten sich immer mehr, immer kostspieligere Spielsachen, das neuste Iphone-Modell für jetzt 1.300 Euro, sündhaft teure Louis Vouitton-Handtaschen, Schuhe von Jimmy Choo oder einfach nur einen neuen Porsche. Und immer seltener haben sie das Geld dafür, sie kaufen immer häufiger auf Pump. Und wer glaubt, nur die Reichen würden es so machen, der irrt. Vor allem die einkommens- und vermögensschwachen Bevölkerungsschichten verschulden sich immer mehr und das rauf bis zur Hutschnur.

Das mag bei vergleichsweise niedrigen Zinsen nicht so ins Gewicht fallen, aber wenn das über das Girokonto läuft, kommen da schnell zweistellige Zinssätze zusammen. Auch das schmälert das Vermögen, dass man zu früh im Leben zu viel will und es sich auf Kredit leistet. Der Zinseszinseffekt kann also keine Wirkung entfalten, weil gar kein Vermögen angespart wird. Wer sich verschuldet, arbeitet für das Geld, die Zinsen anderer Leute. Nicht sehr clever...

Investor-Update: Berentzen, Deutsche Rohstoff, Genworth Financial, Gilead, Hercules Capital, Leifheit, Prospect Capital

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Der September ist da!
Überall ist zu lesen, dass der böse September als schlechtester Börsenmonat nun endlich für den lang herbeigeredeten Crash sorgen wird. Und unisono werden die großen Finanzexperten nicht müde zu betonen, dass sie ihr Geld aus dem Aktienmarkt herausgenommen haben und es lieber in Gold oder sonstwas parken (ja, wo nur, wo es doch auf dem Konto Strafzinsen kostet?). Und die Bewertung der Aktien ist im Schnitt schon ambitioniert, allerdings wird gerne außer Acht gelassen, dass es kaum Alternativen gibt. Dank der Niedrigzinsen. Wer Anleihen kauft, muss sich bei nun leicht steigenden Zinsen mit sinkenden Kursen und unattraktiver Verzinsung herumschlagen. Gold... also bitte! Ich halte nichts von Gold als Geldanlage. Habe ich hier im Blog ja mehrfach ausgeführt, ist noch immer wo, bleibt auch so. Zum Thema Rohstoffe insgesamt hat Warren Buffett es mal schön verdeutlicht.

»Das Problem bei Rohstoffen ist, dass du darauf wettest, dass jemand anderes in einem halben Jahr mehr dafür bezahlen will. Der Rohstoff selbst bringt dir nichts. Etwas zu kaufen und darauf zu hoffen, dass die jemand in zwei Jahren mehr dafür bezahlt, ist etwas komplett anderes, als etwas zu kaufen, von dem du in Zukunft ein Einkommen erwartest.«
(Warren Buffett) 

Nun macht der September aber bisher nicht, was man von ihm erwartet. Denn die Kurse steigen, die Stimmung steigt und da so viele bereits ihr Geld aus dem Aktienmarkt abgezogen habe - und sich in den USA viele institutionelle Anleger über Puts gegen einen Markteinbruch abgesichert haben - besteht auch gar keine so große Wahrscheinlichkeit, dass viel Material auf den Markt geworfen werden dürfte, sollte es zu einem Negativszenario kommen. Seit anderthalb Jahren erleben wir, dass Abverkäufe immer wieder nach kurzer Zeit zum (Wieder-) Einstieg genutzt werden und der Markt nach kleinen Zwischenkorrekturen von um die 10% zu neuen Höhen strebt. Das muss sich nicht ständig wiederholen, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es noch eine Zeit lang so bleibt. Solange die Zinsen so niedrig sind und es keine wirklichen Alternativen zu Aktien gibt, wird das Geld immer schnell wieder in die Aktienmärkte zurückströmen. Trotz Crash-Angst und Crash-Gefahr kann man diese Gemengelage wohl als Sicherheitsnetz betrachten...

Börsenweisheit der Woche 38/2017

"Sei niemals abhängig von einem einzigen Einkommen. Investiere, um eine zweite Einkommensquelle zu schaffen."
(Warren Buffett)

Samstag, 16. September 2017

Empfehlungsliste

Performance seit Erstempfehlung inkl. Brutto-Dividenden. Das regelmäßige Update erfolgt jeweils zum Wochenende.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.«, riet Immanuel Kant. Also, Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass Ihr Euch Eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, Euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt Ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit Euch ins Gespräch kommen, von Euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Transaktionen auf meiner Empfehlungsliste
Auf der ▸Transaktionsliste finden Sie alle bisherigen Aufnahmen und Streichungen auf meiner Empfehlungsliste.

▶ Investor-Update
Die Empfehlungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. Im Investor-Update beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

▶ Veränderungen auf meiner Empfehlungsliste in der 37. Kalenderwoche
Es gab einige Veränderungen auf meiner Empfehlungsliste, die ich in einem Investor-Update erläutere.

Freitag, 15. September 2017

Gewinnwarnung bei Berentzen: Ausgequetscht, ausgelutscht, ausgezählt...

Der Spirituosen- und Getränkehersteller Berentzen durchlebte eine schwierige Phase und wurde von Aurelius gerettet und wieder auf Vordermann gebracht. Seitdem Aurelius sich im letzten Jahr vollständig von allen Anteilen getrennt hat, steht Berentzen wieder auf eigenen Füßen - und das mit Erfolg. Jedenfalls eine Zeit lang. Denn nun läuft es nicht mehr rund...

Schon bei Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Berentzen vermelden müssen, dass es erhebliche Probleme gäbe. Einerseits mit der Orangenernte und damit im Hoffnungsmarkt Saftpressen und dann auch mit einem wichtigen amerikanischen Distributionspartner. Der Vorstand gab aber die Losung aus, das würde sich im zweiten Halbjahr schon wieder einrenken. Nun, seit gestern Abend wissen wir, dass daraus nichts wird. Im Gegenteil. Denn Berentzen musste die Jahresprognose nach unten korrigieren und zwar nicht nur wegen der bereits bekannten Probleme, sondern auch wegen zusätzlicher Absatzschwächen bei Sinalco, einem ganz wichtigen Standbein des Konzerns und quasi das Brot- und Buttergeschäft.

Donnerstag, 14. September 2017

Mit schlechten Leuten macht man keine guten Geschäfte

Dies ist ein wichtiger Grundsatz des Value Investings, denn man bindet sich ja langfristig an ein Unternehmen. Und wenn dieses von Menschen geführt wird, denen man nicht trauen kann, sollte - nein muss! - man die Finger davon lassen.

Eine Regel, die man gar nicht oft und laut genug betonen kann, denn an der Börse war es Jahrhunderte lang üblich, Investoren über den Tisch zu ziehen. Ob es mit "Orient-Compagnien", Eisenbahnen, Stromhändlern (Stichwort Enron) oder mit beinahe jeder Neuer Markt-Klitsche war, es wurde immer erstunken und erlogen was das Zeug hielt. Da wurden Umsätze und Gewinne vom Vorstand frei erfunden, oder es wurden Kurse vorsätzlich in ungeahnte Höhen manipuliert, weil die Initiatoren zuvor diese Penny-Stocks günstig eingesammelt hatten und dann in die aufgrund ihrer eigenen geschaffenen künstlichen Nachfrage teuer verkauften. Am Ende war immer der Anleger, der diesen schlechten Leuten auf den Leim ging, der Dumme.

Wer nun glaubt, die immer strenger werdenden Regeln der Börsen und die Börsenaufsichten würden Betrugs- und Manipulationsversuche ganz verhindern können, liegt falsch. So lief es auch beim Leuchtenhersteller Hess, der kurz nach seinem Börsengang zugeben musste, seine Bilanzen illegal aufgeblasen zu haben. Insgesamt wurde um 45 Mio. Euro geschönt. Comroad lässt grüßen... Das Nachsehen haben die  Aktionäre denn die Papiere sind in einer ersten Reaktion um 65% eingebrochen. Und das zurecht, denn nur vier Monate nach dem Börsengang war Hess pleite.

Dienstag, 12. September 2017

Kann Musterschüler Corestate Capital weiter punkten?

Der Immobilien-Asset Manager Corestate Capital Holding SA ist eine wahre Erfolgsgeschichte, seitdem man holprig an die Börse stolperte. Inzwischen hat man zwei große Übernahmen gestemmt und durch den Erwerb der Hannover Leasing und der Helvetic Financial Services die Assets under Management (AuM) per Ende Juli auf rund 20 Mrd. Euro vervielfacht und die jüngst vorgelegten Halbjahreszahlen lassen erahnen, wohin die Reise geht. Die Gesamtleistung betrug 48,6 Mio. Euro und lag damit um 116% über dem Vergleichswert aus dem ersten Halbjahr 2016. Der um Einmaleffekte im Zusammenhang mit Kapitalmaßnahmen und M&A-Transaktionen bereinigte Konzernjahresüberschuss vervierfachte sich auf 22,8 Mio. Euro (H1 2016: 5,1 Mio. Euro). Dabei bilden diese Zahlen nur das organische Wachstum der Corestate ab, da die Effekte aus den zu Anfang Juli vollzogenen Akquisitionen der HL und der HFS noch nicht in den Halbjahreszahlen berücksichtigt sind.

Montag, 11. September 2017

Börsenweisheit der Woche 37/2017

"In der Geschichte der Menschheit hat es drei große Erfindungen gegeben: das Feuer, das Rad und die Notenbank."
(Will Rogers)

Freitag, 8. September 2017

Value Investing nach Benjamin Graham

Benjamin Graham war ein legendärer Investor und gilt als Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, der Basis für das Value-Investing. Der Lehrer und Mentor Warren Buffetts veröffentlichte 1934 gemeinsam mit David Dodd das Buch "Die Geheimnisse der Wertpapier Analyse" (orig.: "Security Analysis"), welches noch heute als Bibel für Value-Investoren gilt. 1949 erschien die Erstausgabe von "Intelligent investieren" (orig.: "The Intelligent Investor"), einer etwas populärwissenschaftlicheren Version von "Security Analysis". Hierin benannte Graham für den privaten Investor die 7 Kriterien für erfolgreiches Value Investing.

Mittwoch, 6. September 2017

Kurz mal schütteln: Capital Stage munitioniert sich für (noch) stärkeres Wachstum auf

Die Capital Stage AG, ein im SDAX-notierter Hamburger Solar- und Windparkbetreiber, hält die Börsianer momentan auf Trab. Zunächst einmal konnte man vermelden, dass die Übernahme des kleineren Wettbewerbers Chorus Clean Energy nach dem erfolgreichen Squeeze-out abschließend unter Dach und Fach ist und künftig in den Zahlen der Capital Stage auftauchen wird. Und nachdem Dr. Dierk Paskert seit dem 1. September planmäßig die Position des CEO übernommen hat, schob man dann die Zahlen zum ersten Halbjahr 2017 gleich hinterher.

Starker Start...
Und die ließen aufhorchen. So konnte Capital Stage seinen Umsatz um mehr als 75% auf 113,8 Mio. Euro steigern (6M 2016: 64,9 Mio. Euro) und das operative Betriebsergebnis um ebenfalls 75% auf rund 56 Mio. Euro. Das operative Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich deutlich um 73% von 50,8 Mio. auf 88,0 Mio. Euro, während das operative Betriebsergebnis (EBIT) sich im Vergleich zum Vorjahreswert sogar um 75% verbesserte und 55,9 Mio. Euro erreichte (6M 2016: 31,9 Mio.).

Dienstag, 5. September 2017

Fuchs Petrolub läuft wie geschmiert

▸ Kissigs Kolumne vom 17.08.2017, Aktien Magazin 23/2017 

Es gibt Aktien, deren Chart darf man sich gar nicht so genau ansehen. Jedenfalls, wenn man nicht investiert ist. So geht es mir mit Fuchs Petrolub, einem Unternehmen, das ich schon seit Jahren auf meiner Watchlist habe, bei dem ich aber immer irgendwie nicht zum Zug kam. Da uns entgangene Gewinne ja bekanntlich viel stärker schmerzen als erlittene Verluste, schmerzt mich die Verdopplung, die der Kurs in den letzten 5 Jahren hingelegt hat, also durchaus. Andererseits wird ja an der Börse die Zukunft gehandelt und da bietet sich jeden Tag aufs Neue die Chance, die richtige Aktie zu finden. Auch wenn sie nahe an ihrem Allzeithoch notiert. Denn Börsenlegende Peter Lynch lehrte uns, dass man jederzeit kaufen könne, wenn man denn die richtige Aktie gefunden habe.

»Wenn die richtige Aktie gefunden ist, dann ist es nie zu früh und nie zu spät, sie zu kaufen.«
(Peter Lynch)

Dem Kursverlauf zufolge, war Fuchs Petrolub lange Zeit das genau richtige Investment; alleine in diesem Jahr hat der Kurs bereits knapp 20 Prozent zugelegt. Ob das allerdings so weiter geht, steht auf einem anderen Blatt.

Montag, 4. September 2017

Projektverschiebungen, Gewinnwarnung: Lloyd Fonds kann nicht (mehr) überzeugen

Die Hamburger Lloyd Fonds AG, einen seit über 20 Jahren auf sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen spezialisierter Investment- und Asset-Manager, habe ich seit letztem Jahr als Turnaround-Spekulation auf meiner Empfehlungsliste. Und die Geschäfte liefen gut an, 2016 musste Lloyd Fonds mehrfach die eigenen Prognosen nach oben schrauben und der Turnaround kam spürbar voran, so dass 2016 mit einem Konzernjahresergebnis von 3,2 Mio. Euro abgeschlossen werden konnte. Und dieses war für 2017 die Messlatte, die sich nun allerdings als deutlich zu hoch erwies. Denn mit Vorlage der Halbjahreszahlen für 2017 musste Lloyd Fonds einräumen, die Prognosen für dieses Jahr deutlich zu verfehlen und sogar unterhalb des letztjährigen Konzernergebnisses abschließen zu müssen.

Börsenweisheit der Woche 36/2017

"Es gibt kein subtileres oder sichereres Mittel, um das bestehende Fundament einer Gesellschaft zum Umsturz zu bringen, als die Währung zu schwächen."
(John Maynard Keynes)

Freitag, 1. September 2017

MPC Capital will und muss im zweiten Halbjahr kräftig zulegen

Der Hamburger Asset-Manager MPC Münchmeyer Petersen Capital entwickelt und managt gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen für internationale institutionelle Investoren, Family Offices und professionelle Anleger. Dabei liegt der Fokus auf den Asset-Klassen Real Estate, Shipping und Infrastructure. Nach zwei Kapitalerhöhungen im letzten Jahr zu 6 Euro scheint der Kurs an dieser Marke wie festgetackert zu sein. Und die verhaltenen Halbjahreszahlen dürften daran auch nichts ändern. Dennoch bestätigt MPC Capital seine Jahresziele und erklärt, "bereits kontrahierte und angebahnte Transaktionen dürften in der zweiten Jahreshälfte 2017 zu einer deutlichen Steigerung der Umsätze und Ergebnisse gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 führen". Für das Gesamtjahr 2017 geht MPC Capital daher weiterhin von einem Konzernumsatzwachstum von mindestens 10% sowie einem überproportionalen Anstieg des EBT aus. Doch der Reihe nach...

Donnerstag, 31. August 2017

Legendäre Investoren: Benjamin Graham, der "Dekan der Wall Street"

Benjamin Graham (* 9. Mai 1894 in London als Benjamin Grossbaum; † 21. September 1976) war ein einflussreicher US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und legendärer Investor. Er gilt als Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, der Basis für das Value Investing.

Benjamin Graham
Zwischen 1928 und 1957 lehrte Graham an der Columbia University, wo auch Warren Buffett zu seinen Schülern gehörte. 1934 veröffentlichte Graham gemeinsam mit David Dodd das Buch "Die Geheimnisse der Wertpapier Analyse" (orig.: "Security Analysis"), welches noch heute als Bibel für Value-Investoren gilt. 1949 erschien die Erstausgabe von "Intelligent investieren" (orig.: "The Intelligent Investor"), einer etwas populärwissenschaftlicheren Version von "Security Analysis".

Graham, der auch "Dekan der Wall Street" genannt wurde, vertrat die Lehre, dass eine Aktie nur deutlich unterhalb ihres fundamentalen Wertes gekauft werden sollte. Um den Wert einer Aktie bestimmen zu können, setzte Graham auf die fundamentale Wertpapieranalyse und auf die Verwendung von Bewertungskennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), Gewinnwachstum, Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder Dividendenrendite. Nach dem Bestimmen des fairen Wertes sollte nach Graham hiervon eine Sicherheitsmarge (Margin of Safety) von 40% bis 50% abgezogen werden, um den maximalen Einstiegspreis zu ermitteln. Derartig unterbewertete Unternehmen kaufte Graham und wartete geduldig darauf, dass der Markt die Unterbewertung irgendwann erkennen und durch Kurssteigerungen beheben würde.


Mittwoch, 30. August 2017

Investor-Update | Mein Dividendendepot: New Mountain Finance Corp.

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Neulich habe ich über mein Dividenden-Depot berichtet, das ausschließlich Business Development Companies (BDCs) und einen Real Investment Trust (REIT) enthält. Das liegt natürlich an den attraktiven Dividendenrenditen jenseits der 5% und an den regelmäßigen Ausschüttungen. Denn die Dividenden erhalte ich teilweise monatlich, ansonsten zumindest quartalsweise.

»Eine Kuh für ihre Milch, eine Henne für ihre Eier, und eine Aktie, verdammt, für ihre Dividende.«
(Bill Miller)

Damit hat es Bill Miller sehr treffend auf den Punkt gebracht. Doch natürlich ist die Dividendenrendite nicht das einzige Kriterium, das man beachten sollte. Jedenfalls nicht, wenn man möglichst lange Freude an seinem Investment haben möchte. Daher sollte man schon genau(er) hinsehen, wenn man sich einen "Hochprozenter" ins Depot legt wie New Mountain Finance.

Die Deutsche Beteiligungs AG und der unbemerkte Rekordgewinn

▸ Kissigs Kolumne vom 8.8.2017, Aktien Magazin 21-22/2017 

Kurz nach dem Brexit-Votum im letzten Sommer hatte ich mich in meiner Kolumne mit der Deutschen Beteiligungs AG befasst, einem unscheinbaren, langweiligen und oft übersehenen Unternehmen. Das hatte gerade sein Quartalsergebnis präsentiert und das war deutlich eingebrochen, weil die DBAG in Großbritannien aktiv ist und dort einige Unternehmensbeteiligungen hält. Und dank der Angst vor dem Brexit waren die Aktienkurse kräftig ins Rutschen gekommen und in der Folge hat die DBAG die Werte ihrer UK-Beteiligungen entsprechend nach unten angepasst. Denn anders als nach HGB bilanzierenden Unternehmen, fließen bei der IFRS-Rechnungslegung auch die aktualisierten Wertansätze von Vermögen, und somit Beteiligungen, in die Gewinn- und Verlustrechnung mit ein.

Nun ist das mit Quartals- und Geschäftszahlen so eine Sache. Einerseits sind sie sehr nützlich, um sich über den Erfolg der Unternehmensentwicklung zu informieren. Andererseits verzerren sie auch bisweilen das Bild auf das große Ganze, weil sie einen stichtagsbezogenen Überblick geben. Und manchmal passieren genau um diesen Stichtag herum Dinge, die man bei genauerem Blick eigentlich berücksichtigen müsste. So war es auch mit dem Brexit-Votum. Die Aktienkurse gaben zum Ende des ersten Halbjahrs 2016 massiv nach, aber schon einige Wochen später hatten sie den Schock mehr als verdaut. Es war also absehbar, dass das hierdurch negativ beeinflusste DBAG-Quartalsergebnis im darauffolgenden Quartal wieder ausgeglichen würde. Mindestens. Der Aktienkurs hatte sich allerdings noch nicht wieder erholt. Und deshalb hatte ich auf dieses Schnäppchenangebot hingewiesen.