Sonntag, 22. September 2019

Die 38. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Klookschieterei mit Adobe, Corning, Opera, Wirecard, Zalando

In der vergangenen Börsenwoche konnten die großen Börsenindizes ihre Vorwochenstände nicht verteidigen und notierten allesamt schwächer. Was die US-Aktien angeht, war das abzusehen, jedenfalls statistisch. Denn in den Wochen, in denen die FED über ihre Zinssätze entscheidet, notieren US-Aktien traditionell etwas leichter. Auf der anderen Seite folgte in der Vergangenheit auf die zweite Zinssenkung der US-Notenbank durchschnittlich eine Rallye von über 20% bei den US-Aktien. Aus statistischer Sicht könnte sich der letzte Freitag in einigen Wochen also als idealer Einstiegszeitpunkt erweisen - auch wenn das heute natürlich nicht unbedingt so aussieht, denn es sprechen ja auch Gründe gegen weiter steigende Kurse. Was diese nicht davon abhält, langfristig immer höher zu steigen, wie ein Blick auf einen Langfristchart zeigt.

Wenn das Börsenbarometer steigt, heißt das nichts anderes, als dass die Aktienkurse steigen - allerdings nicht von jeder Aktie und auch nicht gleichmäßig verteilt. Zuletzt hatten sich zyklische Werte etwas von ihren Tiefständen erholt und sich eindrucksvoll zurück gemeldet. Ob dies nur ein Strohfeuer ist, oder sich eine Trendwende im Konjunkturzyklus anbahnt, bleibt abzuwarten. Die ersten Frühindikatoren senden jedenfalls ermutigende Signale aus...

Samstag, 21. September 2019

Meine Beobachtungsliste

▶ Performance seit Aufnahme auf meine Beobachtungsliste




















▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Update

Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Freitag, 20. September 2019

Portfoliocheck: Verliert jetzt auch Warren Buffett das Vertrauen in Kraft Heinz?

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 53. Portfoliocheck blicke ich mal wieder Warren Buffett über die Schulter. Die Performance dieses wohl weltbesten Investors ist atemberaubend; er legte über mehr als 50 Jahre hinweg eine Rendite von knapp 20% pro Jahr hin. In dieser Höhe und über eine solch langen Zeitraum ist das fast unerreicht.

Im zweiten Quartal hat Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway nur wenige Aktienpositionen verändert und lediglich moderat bei Bank of America, US Bancorp. und Amazon aufgestockt. Viel interessanter ist aber, was (noch?) nicht passiert ist und das betrifft Buffetts aktuell wohl lausigstes Investment Kraft Heinz Co., wo Finanzinvestor 3G als zweitgrößte Aktionär und Buffett-Partner zuletzt massiv Aktien verkauft hat. Wegweisend auch für Buffett?

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Amazon und Berkshire Hathaway befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 19. September 2019

Microsoft macht Anleger glücklich: Dividendenerhöhung, Aktienrückkäufe, gute Geschäfte

Microsoft ist ab und zu mal das wertvollste Unternehmen der Welt, gemessen an der Börsenkapitalisierung. Die liegt über der magischen Schallmauer von einer Billion Dollar und dafür gibt es reichlich Gründe: neben den hervorragend laufen Geschäften, vor allem bei Windows, Office und der Cloudsparte Azure hat Mircosoft gerade mitgeteilt, dass die Quartalsdividende um 11% angehoben wird auf dann $0,51 je Aktie und darüber hinaus ein neues Aktienrückkaufprogramm startet im Volumen von $40 Mrd. Bezogen auf den aktuellen Aktienkurs könnte Microsoft damit rund 4% seiner Aktien erwerben und einziehen. Die entscheidende Frage ist, ob Microsoft sich das leisten kann - und sollte...

Dienstag, 17. September 2019

Mein Lese-Tipp: "Warren Buffett. Das Leben ist wie ein Schneeball" von Alice Schroeder

Warren Buffett predigt gerne aber er lebt auch vor, was er predigt. Und das ist sein Schlüssel zum Erfolg: bleibe bei dem, was du kennst und kannst, und beschränke dich auf deine Kompetenzen. "Das Leben ist wie ein Schneeball" ist ein wirklich tolles Buch über das Leben von Warren Buffett. Ausführlich wird sein Werdegang beschrieben vom Zeitungsausträger und Coke-Verkäufer bis zum "Orakel von Omaha", dem zeitweilig reichsten Menschen der Welt. Dabei kommen auch die Persönlichkeiten, die Buffett nachhaltig geprägt haben, nicht zu kurz, darunter Buffetts Vater, Buffetts Mentor Benjamin Graham und sein kongenialer Partner Charlie Munger bei Berkshire Hathaway.

Das Buch hat mich gefesselt, weil es sehr lebensnah geschrieben ist und das Gefühl vermittelt, man wäre an Warren Buffetts Seite und würde die jeweilige Situation live miterleben. Und natürlich kommen Warren Buffetts Grundsätze und seine Investitionsentscheidungen nicht zu kurz und man erlebt mit, wie er sich vom Zigarrenstummel-Investieren zum Quality Investing entwickelt. Sogar seine (wenigen) gravierenden Fehler werden beleuchtet und auch persönlich belastende Episoden, wie die Trennung von seiner ersten Frau oder die Vorgänge um die Investmentbank Salomon Brothers, bei der Buffetts Reputation maßgeblich zum Überleben der Firma beigetragen hat. Dabei lässt es die Autorin stets so aussehen, als wäre es ganz einfach, ebenso erfolgreich zu investieren wie Warren Buffett.

Von dem Umfang von mehr als 1.100 Seiten sollte man sich keinesfalls abschrecken lassen. Im Gegenteil: das Werk ist so kurzweilig, dass es ruhig noch einige Seiten mehr hätten sein können. Und obwohl dieses Buch eine Biographie ist, ist es doch viel mehr noch ein Lehrbuch über das richtige und nachhaltige Investieren. Strong buy!

▶ Buch hier ordern

Titel: "Das Leben ist wie ein Schneeball"
Autor: Alice Schroeder
Taschenbuch: 1.152 Seiten
Verlag: FinanzBuch Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898796027
Neupreis: 24,99 Euro

Montag, 16. September 2019

Börsenweisheit der Woche 37/2019

"Einige Menschen werden durch das Studium künstlicher Intelligenz reich. Ich mache mein Geld durch das Studium natürlicher Dummheit."
(Carl Icahn)

Sonntag, 15. September 2019

Die 37. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Klookschieterei mit Amazon, Microsoft, Naspers, Prosus, Walt Disney und... Öl

Die vergangene Börsenwoche ließ die Kurse weltweit kräftig steigen; der DAX schnuppert an der 12.500, der MDAX notiert wieder über 26.000, der Dow Jones über 27.000 und der S&P 500 übersprang die 3.000er Marke.

Dabei waren die Börsenkurse gerade zum Anfang der Woche massiv abgetaucht und einige Werte haben sich hiervon (noch?) nicht wieder erholt. Es hatte vor allem die Aktien getroffen, die seit dem Jahresstart zu den am besten performenden gehörten, wie SaaS-Firmen (Software-as-a-Service) und Payment-Werte. Hier gab es eine heftige Kurskorrektur von zumeist zwischen 15% und 20% und in der anschließenden Erholung schnitten diese Werte deutlich schlechter ab als der breite markt, weshalb auch mein Depot noch in den Seilen hängt.

Die entscheidende Frage ist, ob es einen nachhaltigen Trend aus den hoch bewerteten Wachstumswerten hin zu den (vermeintlich) niedrig bewerteten Value Titeln gibt. Oder ob die Tech-Werte sich nur die verdiente Zwischenauszeit nehmen...

Samstag, 14. September 2019

Prosus ist Europas neuer High-Tech-Börsenstar. Obwohl gar nicht so viel Europa drin ist...

Der südafrikanische Medienkonzern Naspers ist inzwischen weit mehr als das, er ist zu einem der weltweit führenden High-Tech-Beteiligungsunternehmen geworden. Das hat er vor allem, aber nicht nur, seiner wegweisenden Entscheidung zu verdanken, sich im Jahr 2001 mit knapp $33 Mio. an dem unbekannten aber aufstrebenden chinesischen Internetkonzern Tencent zu beteiligen. Bis Anfang letzter Woche hielt Naspers noch rund 31% an Tencent, die alleine €120 Mrd. ($132 Mrd.) wert waren, nachdem man im letzten Jahr 2% für knapp $10 Mrd. veräußert hatte.

Doch seit Jahren sieht sich Naspers starker Kritik ausgesetzt, weil sein Aktienkurs deutlich unterhalb des Wertes seiner vielen Beteiligungen liegt, teilweise bis zu 40%. Naspers CEO Bob van Dijk hatte daher einige Maßnahmen angekündigt, diese "versteckten" Werte zu heben. Nach der Abspaltung des südafrikanischen Kabelnetzbetreibers Multichoice wurde nun der Großteil der internationalen Beteiligungen in einer eigenen Gesellschaft gebündelt und diese Prosus NV an der Amsterdamer Euronext an die Börse gebracht. Mit durchschlagendem Erfolg - und Konsequenzen...

Donnerstag, 12. September 2019

Portfoliocheck: Mario Gabelli liebt Endspiele und setzt gern frühzeitig auf Übernahmeziele

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 52. Portfoliocheck befasse ich mich mit Mario Gabelli, einem Value Investor, der bei Roger Murray, Benjamin Grahams Nachfolger als Professor an der Columbia Universität, in die Lehre ging und eine ganz eigene Value Investing-Erfolgsformel kreiert hat: Er bestimmt den Marktwert eines Unternehmens aus Sicht eines strategischen Käufers. Hierzu ergänzt er den Zerschlagungswert eines Unternehmens um eine strategische Übernahmeprämie und erweitert das Ergebnis um eine Zeitkomponente, den Katalysator. Als Katalysator oder Trigger definiert Gabelli Ereignisse, die zu einem schnellen Anstieg des Marktpreises führen und so die Diskrepanz zwischen intrinsischen Unternehmenswert und Börsenpreis abbauen. Das können zum Beispiel Gesetzesänderungen sein, neue Technologien, der Einstieg aktivistischer Investoren oder der Spin-off von Unternehmenssparten.

Im zweiten Quartal gab es besonders bei Gabellis Übernahme-Spekulationen reichlich Bewegung; so bei Belmond Ltd., Celgene, Ellie Mae, Wabco sowie Red Hat, wo Warren Buffett inzwischen mit 3% beteiligt ist, und USG Corp., bei der Buffett eine entscheidende Rolle im Übernahmepoker spielte...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Mittwoch, 11. September 2019

Warren Buffett und sein gespaltenes Verhältnis zu Dividenden. Und Aktienrückkäufen...

Warren Buffett äußert sich gerne und regelmäßig, auch zum Thema Dividenden. Doch hierbei könnte man glatt zu der Ansicht gelangen, er würde je nach Blickwinkel unterschiedliche Ansichten vertreten. Und das gilt durchaus auch für Aktienrückkäufe.


Buffett liebt Dividenden. Eigentlich...

Buffet bevorzugt Unternehmen mit saftigen Dividendenausschüttungen, denn sie bringen ihm für seine Beteiligungsholding Berkshire Hathaway einen steten Zustrom frischen Geldes, das er dann wieder reinvestieren kann. Aufgrund seiner vielen Beteiligungen landet nicht alle paar Wochen mal ein Dividendenscheck im Briefkasten, sondern es gehen täglich viele Dividendenzahlungen auf dem Konto von Berkshire Hathaway ein. Und die warten geradezu auf neue Anlageideen von Warren Buffett und Charlie Munger. Dabei hat sich der Cash-Bestand inzwischen auf atemberaubende 100 Mrd. Dollar hochgeschraubt.

Wenn aber die eigenen Investoren seiner Holding - Buffett betrachtet sie als Partner - die Forderung an Buffett herantragen, diese hohen Cash-Reserven auch für Dividendenzahlungen an die Berkshire-Aktionäre einzusetzen, blockt Buffett kurzerhand ab. Und dafür hat er natürlich gute Gründe...

Montag, 9. September 2019

Börsenweisheit der Woche 36/2019

"Alles, was man für langfristigen Börsenerfolg braucht, sind ein paar große Gewinner. Die Gewinne hieraus werden die Nachteile aller Aktienideen aufwiegen, die nicht funktioniert haben."
(Peter Lynch)

Sonntag, 8. September 2019

Die 36. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Klookschieterei mit Facebook, Godewind Immobilien, IAC InterActiveCorp., Match Group, Softbank Group, Wirecard

In der zurückliegenden Börsenwoche standen die Zeichen weiter auf Kurserholung: der DAX hat die 12.000 zurück erobert und der S&P 500 schnuppert wieder an der 3.000er Marke.

Boris Johnson ist nun britischer Premierminister und er will den Brexit um jeden Preis. Das Parlament jedoch nicht, da hat "Zar Boris" gleich zum Start vier Abstimmungen in Folge verloren. Dann hat er mehr als 20 Mitglieder seiner Tories aus der Fraktion geworfen, um nur noch Abnicker in seinen Reihen zu haben, doch dieses rücksichtslose Verhalten fällt ihm in den Umfragen voll auf die Füße. Und auch seine Arbeitsministerin ist ihm jetzt von der Fahne gegangen.

Der Wahnsinn regiert, nicht nur London. Und es sind die Populisten, die das Volk an die Spitze wählt, als wäre das Regieren eine Reality-TV-Trash-Show - und vielleicht ist das auch die Erklärung für deren Erfolg. Man weiß, dass sie lügen und Vollhonks sind, aber man will sich ihre Eskapaden ansehen und sich von ihnen entsetzen lassen. Nur dumm, dass ihre Entscheidungen, anders als im TV, reale Konsequenzen nah sich ziehen. Es bleibt dabei: jedes Volk hat die Regierung, die es verdient (in der Demokratie). Cruel Britannia...

Samstag, 7. September 2019

Squeeze-out: Mit langem Atem sicher Geld verdienen

Firmenübernahmen sind "en vogue" und nicht selten sind Unternehmen betroffen, die an der Börse notiert sind; zuletzt kam US-Finanzinvestor KKR & Co. bei Axel Springer zum Zug und sammelte 42,5% der Aktien ein, so dass KKR zusammen mit Springer-Witwe Friede und CEO Döpfner auf rund 89% der Anteile kommt.

Der Ablauf Richtung Squeeze-out ist häufig gleich: der neue Mehrheitseigentümer unterbreitet den Minderheitsaktionären ein Angebot, das üblicherweise deutlich über dem letzten aktuellen Kurs vor der Übernahmeankündigung liegt, um möglichst viele Aktien angedient zu bekommen. Bisweilen kommt es auch zu Übernahmeschlachten, wenn mehrere Unternehmen sich um dasselbe Übernahmeobjekt rangeln.

Doch bei fast jeder erfolgreichen Übernahme bleiben einige Aktionäre zurück, die das Angebot nicht angenommen haben. Hat der Haupteigentümer mehr als 90% der Anteile zusammenbekommen, kann der die übrigen Aktionäre zwangsweise aus dem Unternehmen drängen. Das nennt man Squeeze-out und für die Abfindung der Herausgedrängten gibt es mittlerweile feste Regeln, so dass es eine vollständige Kompensation für den Verlust des Eigentums an den Aktien geben muss.

Die konkrete Höhe der Barabfindung ist jedoch meistens umstritten, denn der Übernehmende möchte nicht mehr bezahlen, als unbedingt nötig, während die Alteigentümer auf eine möglichst hohe Abfindung setzen. Und hier beginnt eine bisweilen lukrative Spekulation mit eingebautem Sicherheitsnetz - jedenfalls für Investoren mit langem Atem.

Freitag, 6. September 2019

Portfoliocheck: Mit Verisk Analytics setzt Chuck Akre auf den Beherrscher der Datenflut

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 51. Portfoliocheck schaue ich Charles T. Akre auf die Finger, einem Value Investor klassischer Prägung. Er investiert nach derselben Maxime wie Charlie Munger und hält nichts von hektischer Betriebsamkeit; er denkt lieber zweimal nach, bevor er nichts tut. Und als Anhänger des "Focus Investing" konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Auch im zweiten Quartal hat Chuck Akre nur bei wenigen Positionen Änderungen vorgenommen; es dominieren mit einem Anteil von 46% die Finanzwerte vor Communication Services mit 15% und zyklischen Konsumwerten mit 12%.

Auf den elften Platz hat sich dank der starken Kursperformance der letzten beiden Jahre mit Verisk Analytics ein Spezialwert hoch gearbeitet, der auf das Sammeln und Auswerten von Datenbeständen spezialisiert ist und dabei mit zweistelligen Wachstumsraten und hoher Profitabilität zu überzeugen weiß. Deshalb setzt nicht nur Chuck Akre auf dieses Unternehmen, sondern ebenso Frank Sands - und Warren Buffett gehörte zu den ersten Investoren des Unternehmens überhaupt...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Verisk Analytics befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Dienstag, 3. September 2019

Warren Buffett erklärt: "Value Investing ist simpel, aber nicht einfach..."

Das Bonmot "Value Investing ist simpel, aber nicht einfach" von Investorenlegende Warren Buffett bringt das Dilemma auf den Punkt: das Grundprinzip des Value Investings ist nicht schwer zu verstehen, es aber anzuwenden, seine Elemente richtig umzusetzen, hingegen schon. Denn sie prallen auf das menschliche Verhalten und das ist (leider) völlig anders konditioniert, als es für Langfristanleger gut ist.

Dabei ist es wirklich einfach: Value Investing ist das langfristig orientierte Investieren in beständige, Ertrag starke Unternehmen, deren Aktien man zu einem attraktiven Kurs einsammelt. Und dann muss man der Saat nur noch genügend Zeit geben, aufzugehen.

»Aktien sind einfach. Man kauft bloß Anteile an einem großartigen Unternehmen mit höchst integerem und fähigem Management für weniger als seinen inneren Wert. Dann behält man diese Anteile für immer.«
(Warren Buffett)

Montag, 2. September 2019

Börsenweisheit der Woche 35/2019

"Die beste langfristige Sicherheitsmarge ergibt sich nicht aus dem Preis einer Investition, sondern aus dem Wert eines nachhaltigen Wettbewerbsvorteils eines Unternehmens über einen sehr langen Zeitraum. Nur darum geht es beim Quality Investing."
(Tom Russo)

Sonntag, 1. September 2019

Die 35. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Klookschieterei mit Aurelius, Blue Cap, Delignit, mVISE, Navigator Equity Solutions

Anders als in der Vorwoche verhagelte kein Twittersturm des Donaldissimo die Erholungsphase der Börsen und so blicken wir auf eine Woche der Entspannung und gestiegener Kurse zurück. Der DAX notiert zwar weiterhin unter 12.000 Punkten und der S&P 500 unter 3.000, aber die Allzeithochs sind in Schnupperweite - zumindest an den US-Börsen. Die deutschen Aktienwerte hängen weiterhin in den Seilen, was auch an der Gewichtung unseres Leitindex liegt: Banken, Automobilhersteller- und zulieferer sowie Chemiekonzerne. Und mit Zyklikern lässt sich am Ende eines Konjunkturbooms bekanntlich am wenigsten Geld machen; hier dominieren eher die Minuszeichen. Dazu bräuchte es noch nicht einmal Handelskriege, aber die stehen leider weiterhin hoch auf der Agenda. Und auch wenn die immer mal wieder aufkeimenden Hoffnungen auf eine Lösung bzw. Einigung die Börsen verschnaufen lassen, so sind die realwirtschaftlichen Bremsspuren nicht zu übersehen, die Strafzölle und verbale Kanonenschläge hinterlassen. Und anders als Donald Trump glaube ich nicht, dass die US-Notenbank nur "irgendwas tun müsste", um das Problem zu lösen. Wenngleich ich Stanley Druckenmiller folge, der die Geldpolitik der Notenbank für den entscheidenden Faktor für den Erfolg an der Börse hält...

Samstag, 31. August 2019

Mein letzter Aktienkauf: Texas Pacific Land Trust

Das sehr lesenswerte Blog "Bavarian Value" von Andreas Kuhn und Daniel Bleicher hat in diesem Sommer ein "Gaststar-Special" durchgeführt zum Thema "Mein letzter Aktienkauf" und gerne habe ich mich zu einem Gastartikel bereit erklärt.

Zum Artikel auf Bavarian Value

Es gibt Aktien, von denen hat man noch niemals etwas gehört und würde es auch nicht, wenn nicht Kollege Zufall seine Finger im Spiel hätte. Die Aktien von Texas Pacific Land Trust (TPL) sind dafür ein Beispiel, denn Immobilienspekulationen in den USA sind so gar nicht mein Investitionsfeld – und für ein solches Unternehmen hätte ich TPL dem Namen nach gehalten.

Über den Wert bin ich in irgendeiner Zeitung gestolpert, wo er in einer Randnotiz erwähnt wurde, nachdem sich der Kurs innerhalb kurzer Zeit vervielfacht hatte. Und nach Lesen der anderthalb Absätze, war mein Interesse geweckt. Denn TPL ist kein normales Immobilienunternehmen, kein Real Investment Trust, sondern es steckt eine Geschichte von Gier, Pioniergeist, Eisenbahn, Bankrott, Rettungsmission und Öl dahinter. Und jeder Menge Geld…

Freitag, 30. August 2019

Mein Lese-Tipp: "Buffett. Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten"

Der Journalist Roger Lowenstein hat mit seinem Werk "Buffett. Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten" eine Biographie über den wohl besten und erfolgreichsten Investoren aller Zeiten geschrieben. Dabei gab ihm Warren Buffett, Chef von Berkshire Hathaway, selbst keine Interviews, aber er unternahm auch keine Versuche, die Menschen, mit denen Lowenstein sprach, in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Die vielen Quellen sind Freunde, Familienangehörige, Angestellte, Partner, Konkurrenten von Warren Buffett und Lowenstein gelingt es, aus diesen vielen Ansichten eine bemerkenswerte Charakterstudie Buffetts zu zeichnen, eines sympathischen Genies, der in der Sache stur und konsequent bleibt, aber sich auch durch Herzensgüte und Mitgefühl auszeichnet.

Ein rundum gelungenes Buch, das nicht mit Weisheiten Warren Buffetts spart und viele Einblicke in seine (Investment-) Philosophie gibt. Dabei wird auch klar, dass er seinen Anlagestil mehrfach angepasst hat, ohne dabei jedoch seinen Grundsätzen untreu zu werden. Benjamin Graham, Philip A. Fisher und Charlie Munger haben hieran den größten Anteil und insbesondere Munger war ein steter Quell bei der Entstehung dieses hervorragenden Buches über einen außergewöhnlichen Menschen und absoluten Ausnahmeinvestor.

Buch hier ordern

Titel: "Buffett. Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten"
Autor: Roger Lowenstein
Verlag: Börsenmedien AG
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864706424
Neupreis: 24,99 Euro, Gebundene Ausgabe

Portfoliocheck: Ken Fisher setzt weiter auf Technologie und immer stärker auf Softbank Group

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 50. Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Ken Fisher, der mal Value Investor ist, wenn dieser Ansatz die besseren Renditen verspricht, und Growth Investor, wenn es hiermit mehr zu verdienen gibt. Er wähnt uns im Schlussakkord eines Bullenmarktes und sah den Crash Ende letzten Jahres als vorübergehende Übertreibung an, in dem Technologiewerte am besten performen.

Aber Ken Fisher redet nicht nur, er handelt auch entsprechend und so hat er auch im zweiten Quartal 2019 vor allem weiter im Technologiebereich zugekauft, der inzwischen gut 23% seines Depots ausmacht. Falls sich jemand wundert, weshalb Salesforce.com nach dem Ausverkauf im Vorquartal wieder in seinem Depot gelandet ist, die hat er im Tausch für die übernommenen Tableau Software-Aktien erhalten. Ansonsten hat er insbesondere seine Schwergewichte weiter aufgestockt, also Apple, Microsoft, VISA, Amazon, Adobe, Cisco, Alphabet, Netflix - und Softbank Group. Dieses Unternehmen wandelt sich gerade vom Telekomkonzern zum Venture Capital-Powerhouse und unter dem Dach der Holding finden sich inzwischen mehr als 1.000 Tochtergesellschaften, die überwiegend in den vier Geschäftsbereichen Mobilfunk, Internet, Robotik und Energie tätig sind.

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Adobe Systems, Alphabet, Amazon, Cisco Systems, Microsoft und Softbank Group befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 28. August 2019

Kolbe-Aus bei PartnerFonds: Nutzt der Blue Cap-Kurs jetzt sein Verdopplungspotenzial?

Die PartnerFonds AG ist seit einiger Zeit Großaktionär bei der Münchner Industrieholding Blue Cap AG und hatte versucht, unter ihrem CEO Oliver Kolbe und ihrem Aktienpaket von knapp 46% Zugriff auf die Perlen im Blue Cap-Portfolio zu bekommen. Der Machtkampf mit dem Gründer und ehemaligen Großaktionär Dr. Schubert eskalierte und fand sich vor Gericht wieder - bis mit der Schweizer Eveco ein neuer Großaktionär bei der PartnerFonds AG einstieg und - gemeinsam mit Dr. Schubert - wiederum dort die Gremien unter Druck setzte. In der Folge rüsteten beide Seiten ab und suchten eine einvernehmliche Lösung zum Wohle aller Beteiligten.

Der Burgfrieden hielt nicht lange, denn soeben teilte die PartnerFonds AG lapidar mit, dass Oliver Kolbe als CEO zum Jahresende ausscheiden werde. Er wolle sich neuen Aufgaben widmen, da "einer mit dem heutigen Tag eingeleiteten reinen Abwicklung der Gesellschaft nicht zur Verfügung" stehe. Und das ist die zweite Hammermeldung, die hat eine noch größere Bedeutung - auch und gerade für den dahinsiechenden Aktienkurs der Blue Cap AG...

Andere Ansichten zu Opera Ltd. und dem (nötigen?) Tritt auf die Euphoriebremse

Den norwegischen Browserspezialisten und aufstrebenden Payment-Anbieter in Afrika Opera Ltd. habe ich ja noch recht frisch auf dem Radar und nun hat Stefan Waldhauser eine aktuelle Einschätzung zu dem Unternehmen abgegeben.

Dabei geht er ausführlich auf die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2019 ein, mit der Opera die Erwartungen des Marktes klar toppen konnte, und nun seine Prognosen für das Gesamtjahr angehoben hat. Stefan Waldhauser zeigt aber auch die mit der (neuen) Strategie und dem noch stärker zulegenden Wachstum verbundenen Risiken auf. Denn hohe Investitionen knabbern ab einem gewissen Grad auch an einem eigentlich hohen Cash-Bestand und können ggf. irgendwann eine Zufuhr frischen Geldes nötig machen, wenn die Wachstums- und Investitionsraten über längere zeit unverändert hoch bleiben.

Darüber hinaus widmet sich Stefan Waldhauser jedoch auch den neuen Geschäftsfeldern OPay und OKash, wobei insbesondere bei letzterem auch die Frage aufwirft, inwieweit Zinsen von 1% pro Tag moralisch-ethisch gerechtfertigt sind. Hier stellt Stefan den Zusammenhang mit dem hohen Ausfallrisiko von knapp 30% im Bereich Microlending her. Bei OPay erfreut die jüngste Entwicklung in Nigeria, wo die Bündel-App ORide, die mehrere Angebote wie OPay und OFood zusammenfasst, auf Platz Eins der Download-Charts im Bereich Finance hochgeschnellt ist.

Meine Einschätzung

Der Artikel ist ein Must-Read für jeden, der Aktien von Opera Ltd. hält oder sich zumindest mit dem Gedanken trägt, sich an diesem Unternehmen zu beteiligen.

▶ "Opera - Ein Tritt auf die Euphoriebremse"

Disclaimer
Ich habe Opera Ltd. auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Dienstag, 27. August 2019

Überraschende Wendung: PNE vor Übernahme durch Morgan Stanley Infrastructure Partners?

Beim Windparkentwickler PNE gab es gestern nachbörslich eine Überraschung: das Unternehmen bestätigte Marktgerüchte, wonach ein Infrastruktur-Fonds der US-Investmentbank Morgan Stanley, der Morgan Stanley Infrastructure Partners, Interesse an einer Übernahme von PNE habe. Man sei in Gesprächen und MSIP habe ein unverbindliches Angebot abgegeben über €3,50 bis €3,80 je PNE-Aktie, was PNE mit €268 bis €290 Mio. bewerten würde.

Noch ist nichts in trockenen Tüchern; vielmehr stünden Ausgang und Zeitplan der Gespräche stehen noch nicht fest, da unter anderem noch eine eingehende Unternehmensprüfung ausstehe. Daher sei es noch völlig offen, ob es tatsächlich zu einer Übernahme kommen werde. Hm, wirklich...?