Mittwoch, 19. Februar 2020

The easy way of investing: Besiege Deine Angst vor Kursverlusten

Die Angst vor Kursverlusten... davon sollte muss man sich beim Investieren frei machen. Denn Kursverluste gehören dazu, selbst die besten Investoren liegen selten bei mehr als der Hälfte ihrer Investments richtig; entscheidend ist, wie man mit seinen Fehlentscheidungen umgeht und dass man stets die Risiken im Blick hat - bevor man investiert und den Chancen nachjagt!

Ich habe in meinen mehr als 30 Jahren an der Börse sehr viel Lehrgeld bezahlt für die Erkenntnis, dass man sich auf die relativ sicheren Investments konzentrieren sollte und nicht auf die gehypten Hot-Stocks, Kursraketen oder Renditeknaller. Ich habe auch erst mit der Zeit und nach reichlich Fehlern herausgefunden, dass ich mit Quality Investments am besten fahre, mit überdurchschnittlichen Renditen bei geringerem Risiko. Alles ganz simpel, alles ganz sutsche...

Dienstag, 18. Februar 2020

Portfoliocheck: Hat Tom Russo das Vertrauen in MasterCard verloren?

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 75. Portfoliocheck blicke ich Tom Russo über die Schulter, der nach ganz klaren Grundsätzen investiert und durch eine unaufgeregte und fokussierte Anlagestrategie auffällt, die ihm in den letzten 32 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von gut 15% einbrachte.

Russo ist fast immer voll investiert und als Anhänger des Focus Investing setzt auf einige wenige Qualitätsunternehmen mit breitem ökonomischen Burggraben ("Moat"). Dabei bevorzugt er die Schwächen und Vorlieben der Menschen und investiert gerne in defensive Konsumwerte, Luxusgüter, Spirituosen.

Auch im 2019er Schlussquartal knabberte Russo bei den meisten seiner Positionen ein paar Ecken ab, kommt aber insgesamt erneut nur auf eine Turnoverrate von einem Prozent. Am stärksten ins Gewicht fällt sein erneutes Reduzieren bei MasterCard [WKN: A0F602]. Über die letzten beiden Jahren hat er bei diesem führenden Zahlungsdienstleister knapp 30% seiner Anteile abgebaut - und dennoch ist MasterCard mit 14,6% weiterhin seine Spitzenposition im Depot. Ein Widerspruch!?

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Mastercard befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Investieren kann so einfach sein... wie das Pflanzen eines Baumes

Investieren ist wie einen Baum zu pflanzen: man pflanzt und anfangs muss man sich ein bisschen drum kümmern, vielleicht düngen, ab und zu mal gießen. Dann der erste Spross, die Freude ist groß! Niemand würde doch jetzt das Bäumchen ausreißen, oder? Man lässt ihn einfach wachsen, bei Sonne, Sturm und Schnee. Ab und zu schaut man ihn sich mal an, erfreut sich an seinem Wachstum, bisweilen erstaunt darüber, wie weit er schon gediehen ist. Man lässt ihn wachsen und ab und zu denkt man sich, man könnte ihn auch fällen, das Holz verkaufen und damit schöne Profite einstreichen. Oder einfach nur Platz schaffen für einen anderen Baum. Weil der vielleicht noch schneller wächst und noch schöner wird. Aber ist das wirklich eine gute und schon gar die beste Idee?

Montag, 17. Februar 2020

Deshalb setze ich direkt auf DIC Asset und nicht (mehr) auf die TTL Beteiligungs AG

Seit die TTL Beteiligungs-und Grundbesitz AG [WKN: 750100] ihre Tochter GEG German Estate Group an die DIC Asset AG [WKN: A1X3XX] verkauft hat, bin ich nicht mehr bei der TTL investiert, sondern habe das entsprechende Kapital direkt in die DIC Asset-Aktien investiert.

Die TTL kauft nun fleißig Aktien der DIC Asset AG und will bis zu 10% an ihr übernehmen - zur Zeit sind es etwas mehr als 7%. Beide Aktien profitieren von dieser Konstellation, aber es gibt einen triftigen Grund, weshalb ich weiterhin direkt in DIC Asset investieren und die TTL-Aktien für weniger aussichtsreich halte. Denn Käufer der ganzen DIC-Aktien ist nicht etwa die börsennotierte TTL Beteiligungs AG, sondern die Tochter TTL Real Estate GmbH, wie aus den vielen Corporate News hervorgeht...

Börsenweisheit der Woche 07/2020

"Die Börse ist ein Spiel, bei dem Fehler gnadenlos bestraft werden. Du musst nicht bei allem zuschlagen, du kannst auf die richtige Gelegenheit warten."
(Warren Buffett)

Sonntag, 16. Februar 2020

Leserfrage: "Wie ist es Dir gelungen, Dein 'Hobby Börse' zum Beruf zu machen und finanziell unabhängig zu werden?"

Kürzlich erreichte mich eine Leserfrage von Daniel, wie es mir gelungen sei, mein "Hobby Börse" zum Beruf zu machen und finanziell unabhängig zu werden.

"Hallo Michael, ich finde Deinen Blog absolut inspirierend und super vielseitig. Mir gefällt die Mischung aus großen US-Technologie-Aktien und deutschen Nebenwerten sehr gut da ich ähnlich aufgestellt bin.

Kurz zu mir: Ich bin Anfang 30, habe ein Buy-and-Hold-Aktiendepot im unteren sechsstelligen Bereich und bin fest gewillt zu meinem 40. Geburtstag Millionär zu werden. Meine Aktienstrategie sind Dividendenwachstums-Unternehmen mit geringer Einstandsdividende und hohen jährlichen Dividendensteigerungen, z.B. Starbucks, Sartorius, etc.

In Deinem Jubiläumsartikel vom 21. November 2019 hattest Du geschrieben, dass Du es geschafft hast Dein Hobby zum Beruf zu machen. Mich würde brennend interessieren wann und wie Du den Absprung in die Selbstständigkeit geschafft hast? Hattest Du „einfach“ ab einer gewissen Vermögenssumme Deinen Job gekündigt, sodass Du von Dividenden leben konntest? Oder war ein erfolgreiches Nebenbusiness ausschlaggebend?"

Da dies nicht die erste Frage in dieser Richtung ist, stelle ich meine Antwort (und halbe Lebensgeschichte) hier für alle Interessierten ein.

Samstag, 15. Februar 2020

Meine Beobachtungsliste

▶ Performance seit Aufnahme auf meine Beobachtungsliste




















▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.
»Wer nicht fähig ist, sich selber eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, darf nicht zur Börse.«
(André Kostolany)

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Update

Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Freitag, 14. Februar 2020

Delisting-Übernahmeangebot bei Godewind: Bei 100% Rendite darf man schwach werden

Godewind Immobilien [WKN: A2G8XX] gab nur ein kurzes Gastspiel an der Börse, das Ende dürfte nun besiegelt sein. Doch anders als bei WCM wurden Karl Ehlerding und Stavros Efremidis dieses Mal nicht überrumpelt von einer feindlichen Übernahmeattacke, wie damals durch die DIC Asset AG [WKN: A1X3XX], sondern man hat sich im Vorfeld mit dem Übernehmer auf einen Preis verständigt. So teilten es heute Abend Godewind und die Covivio X-Tend AG mit, eine Tochter der französischen Covivio S.A., einem französischen börsennotierten Real-Estate-Investment-Trust (REIT) mit Sitz in Metz.

Konkret haben Godewind und Covivio X-Tend eine Grundsatzvereinbarung geschlossen, wonach Covivio ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für 100% des Grundkapitals von Godewind unterbreiten wird zu €6,40 pro Aktie in bar. Das Übernahmeangebot soll als Delisting-Angebot abgegeben werden. Gut so...

Donnerstag, 13. Februar 2020

Portfoliocheck: Ken Fishers Wette auf die Top-Technologiewerte zahlt sich voll aus

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 74. Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Ken Fisher, der mal Value Investor ist, wenn dieser Ansatz die besseren Renditen verspricht, und Growth Investor, wenn es hiermit mehr zu verdienen gibt. Fisher sah die Märkte längere Zeit im Schlussakkord eines Bullenmarktes und in solchen Phasen performen Technologiewerte stets besonders gut. Die Dominanz der Technologiewerte zeigt sich an Fishers größten Positionen. Mit Apple [WKN: 865985], Microsoft [WKN: 870747], Amazon [WKN: 906866], Alphabet [WKN: A14Y6F] und VISA [WKN: A0NC7B] setzt Fisher sehr stark auf Technologiewerte und das Internet. Und damit gleich auf mehrere Megatrends: Online-Shopping, Cloud-Services, Software-as-a-Service (SaaS), Künstliche Intelligenz (KI), Mobile Payment.

Alle Unternehmen weisen ähnliche Charakteristika auf, wie zweistellige Umsatzzuwächse und hohe Cashflows. Darüber hinaus sitzen viele von ihnen auf hohen Cash-Bergen und kaufen massiv eigene Aktien zurück. Sie sind daher für Krisen gut gerüstet und nicht auf Fremdmittel angewiesen. Die weiterhin sinkenden Zinsen verschärfen die Tendenz hinein in diese Aktien noch und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Die Technologie getriebene Endphase des Bullenmarktes könnte noch eine ganze Zeit lang andauern und die Kurse weiter treiben. Ken Fisher setzt darauf und bisher mit größtem Erfolg…

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Alphabet, Amazon, Microsoft und VISA befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Dienstag, 11. Februar 2020

Mutterglück: Genehmigung der Fusion von T-Mobile US und Sprint beflügelt auch Deutsche Telekom und Softbank Group

Fast zwei Jahre brauchte die Deutsche Telekom gebraucht, um im dritten Anlauf endlich den großen Wurf zu schaffen: das zuständige US-Gericht hat die Fusion der Nummer drei und vier der US-Telekomriesen, T-Mobile US und Sprint genehmigt und die Klagen einiger US-Bundesstaaten abgeschmettert. Mit "New T-Mobile" entsteht der drittgrößte Anbieter in den USA, der sich nun jedoch auf Augenhöhe mit den Branchenführern Verizon und AT&T befindet.

Für die beiden Muttergesellschaften Deutsche Telekom und Softbank Group ist die Entscheidung richtungweisend, denn sie versprechen sich hierdurch Synergieeffekte in Milliardenhöhe; vor allem die anstehenden großen Investitionen ins den Aufbau des neuen 5G-Netzes sind von dem Gemeinschaftsunternehmen viel leichter zu stemmen, als von beiden als Wettbewerber allein. Und für die Softbank Group bedeutet die Fusion, dass sie Sprint nicht mehr in ihrer Bilanz konsolidieren wird, so dass auch deren großer Schuldenberg aus der Softbank-Bilanz verschwindet. Für die eigenen Bilanzrelationen und die Bewertung ein neuer großer Pluspunkt. Also, good news for all - außer für Verizon und AT&T; dafür aber für die Anbieter von Sendemasteninfrastruktur, wie American Tower und Crown Castle...

Montag, 10. Februar 2020

Kissigs Klookschieterei: Der Tod des Risikos - Winken durch Niedrigzinsen paradiesische Zustände oder droht uns Zombiland?

Die Französin Christine Lagarde hat den Italiener Mario Draghi auf dem Chefsessel der Europäischen Zentralbank abgelöst, aber wer immer auch auf eine deutliche Kursänderung der EZB-Politik gehofft hat, dürfte eines Besseren belehrt worden sein. Unter Draghi senkte die EZB die Zinsen auf ein Rekordtief und angesichts weltweit schwächelnder Konjunkturdaten dürften Zinsanhebungen auf absehbare Zeit kaum auf der Tagesordnung stehen.

Für Sparer ist dies eine schlechte Nachricht, denn Zinsanlagen bringen schon länger keine Rendite mehr, so dass auf Sparbüchern und Termingeldkonten schlummerndes Geld unterm Strich sogar Geld kostet. Denn dank der Inflation wird unser Geld jedes Jahr weniger wert und die Zinsen sollen eigentlich mindestens diesen Wertverlust ausgleichen. Das tun sie aber nicht mehr. Und es könnte noch schlimmer kommen, denn angesichts weiter fallender Zinssätze führen immer mehr deutsche Baken bereits Negativzinsen auch für Privatleute ein.

Weitere Leidtragende sind alle diejenigen, die Geld anlegen müssen. Dazu gehören die Versicherungen, die mit dem Geld ihrer Kunden zwischen der Prämienzahlung und dem Eintritt der Versicherungsleistung Rendite erwirtschaften müssen, um ihre Kosten zu decken und Gewinne zu machen. Des Weiteren leiden alle Unternehmen, die Rentenansprüche ihrer Mitarbeiter in der Bilanz haben, denn niedrigere Zinssätze bedeuten höherer Rentenrückstellungen, da ein geringerer Anteil der zukünftigen Leistungen aus Zinsen herrührt und somit mehr Kapital für die Auszahlungen nötig ist.

Börsenweisheit der Woche 06/2020

"Wer nicht fähig ist, sich selber eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, darf nicht zur Börse."
(André Kostolany)

Sonntag, 9. Februar 2020

Andere Ansichten über die Traumrenditen der Daytrader

Mit jedem Tag, den eine Hausse länger andauert, steigt auch die Anzahl der Geschichten von Leuten, die mit kurzfristigen Aktientrades enorme Kursgewinne eingefahren haben und unverschämt reich sind geworden sein müssten. Stefan Waldhauser vom High-Tech Stock Picking-Wiki hat sich in seinem Artikel "Was von den Traumrenditen der Daytrader zu halten ist" des Themas einmal angenommen und musste dabei leider einige der gröbsten Unfugslegenden ausräumen.

Auch ich so meine Erfahrung mit schnellen Gewinnen an der Börse und erinnere mich noch gut an Neuer Markt-Werte, die an einem einzigen Tag um über 70% in die Höhe sprangen - Wavelight Laser war so ein Fall und es war an einem Freitag im März 2000. Am Montag stürzte dann die NASDAQ zweistellig ab und es begann das, was heute als das "Platzen der Dotcom-Blase" bekannt ist...

Schnelle Gewinne passieren, auch Langfristanlegern und Value Investoren. So ist mein Net Worth im Januar um 4,5% angestiegen, auch dank der Top-Performance von SBF. Dann ging es zwei Tage lang kräftig bergab, doch zum Ende der ersten Februarwoche steht mein Net Worth bei 9% im Plus. Ohne Daytrading, einfach durch simples Buy & Hold! Rechne ich dieses Ergebnis von fünf Wochen auf's Jahr hoch, lande ich bei 93,6%. Aber ehrlich, wenn ich das kann, dann kann ich das auch besser. Es müssen mindestens 100% sein, ne, lieber vierstellig! Und wehe einer glaubt nicht, dass ich das schaffe, dann wären wir nämlich schon zwei. Also, so nicht, Leute, echt nicht! Nur weil meine langfristige Zielrendite bei 15% p.a. liegt heißt das nicht, dass ich nicht auch 10.000% machen könnte - daytoday, versteht sich.

So, und nun binde ich mir erstmal ein Kupferkabel um den Hals, um mich wieder zu erden. Ab morgen wird wieder Geld verdient, mit handwerkssolidem Value Investing. Das ist, nach Warren Buffett, der sicherste Weg zum Reichtum. Und seine Erklärung, weshalb ihn nicht jeder nutzt, ist ebenso simpel: weil niemand langsam reich werden will. Naja, ich schon...ツ

Buffett warnt: Spekuliere niemals auf Kredit, denn Kredit ist wie Sauerstoff!

Fremdfinanzierung ist ein wichtiges und nötiges Treibmittel unseres Wirtschaftssystems. Unternehmen nutzen Fremdkapital, der Staat begibt Anleihen, Privatleute finanzieren Möbel, Autos, Häuser über Kredite. Weshalb sollten Anleger nicht auch auf Kredite zurückgreifen, um an der Börse zu spekulieren? Immerhin gibt es speziell zugeschnittene Wertpapierkredite, bei denen man zu vergleichsweise attraktiven Zinskonditionen Kredit erhält gegen Verpfändung von Wertpapieren. Also eigentlich eine sichere Sache, oder?
»Kredit ist wie Sauerstoff. Ist er vorhanden, bleibt seine Anwesenheit unbemerkt. Fehlt er, ist das alles, was bemerkt wird. Schon eine kurze Phase ohne Kredit kann ein Unternehmen in die Knie zwingen.«
(Warren Buffett)
Jedenfalls so lange, bis die Aktienkurse zu fallen beginnen. Denn dann sinkt auch der Wert der als Sicherheit hinterlegten Papiere und wenn er unter den des Kreditbetrages fällt, fordert die Bank zum Nachschießen auf (sog. Margin Call). Dann muss man entweder frisches Geld auftreiben, um den Kreditbetrag zu senken, oder Wertpapiere veräußern. Das klingt extrem ungeil. Ist es auch...

Samstag, 8. Februar 2020

Clever gemacht: Hypoports (fast) unbemerkter Millionen-Zusatzgewinn

Hypoport [WKN: 549336], Deutschlands erfolgreichstes Fintech-Unternehmen hat sich einmal mehr als äußerst clever erwiesen und in bisher zwei kleinen Tranchen eigene Aktien an institutionelle Anleger abgegeben. Damit sollen "zukünftige Akquisitionen" finanziert werden und man darf gespannt sein, was sich Hypoport da ausgeguckt hat.

Zunächst hatte Hypoport am 29.1. mitgeteilt, man habe 30.000 eigene Aktien, die aus früheren Aktienrückkäufen stammen, außerbörslich an institutionelle Anleger verkauft. Und am 7.2. folgte die zweite Meldung, wonach weitere 15.000 eigene Aktien angegeben worden seien. Der Bestand an eigenen Aktien reduzierte sich durch beide Transaktionen auf nun noch 194.969 Stücke.

Interessant wird die Geschichte, wenn man sich mal ansieht, wann und vor allem zu welchen Kursen Hypoport diese eigenen Aktien zurückgekauft hatte - und was das für Auswirkungen auf Bilanz und GuV haben wird...

Freitag, 7. Februar 2020

Crash-Szenario "Hindenburg-Omen"? Führ mich zum Schotter!

Es gibt schon skurrile Börsenmuster, die für Kauf- oder Verkaufentscheidungen herhalten müssen. Eines davon ist das sog. "Hindenburg-Omen", das aus fünf teilweise komplizierten charttechnischen Bedingungen besteht. Und an dieser Stelle kann der konsequente Value Investor sich bereits entspannt zurücklehnen, da er ja aufgrund fundamentaler Daten in Unternehmen investiert und nicht wegen zufälliger Kurven(ver)wirrungen des Aktienkurses.

Das Auftreten des Hindenburg-Omens - und es geistert die letzten Tage wieder einmal durch die Medien - soll eine Phase deutlicher Kursabschläge hervorsagen und es hat interessante Treffer zu verzeichnen. So tauchte es vor den Crashs 1987 und 2007/2008 teilweise mehrfach auf und daraus speist sich sein Nimbus. Allerdings ist es keine besonders seltene Erscheinung und wer sich stets auf diesen ominösen Propheten verlassen hat, hat einige langanhaltende Hausse-Phasen verpasst - so im August 2010 oder im Juni 2012. Ärgerlich und teuer, wenn man diese Phasen steigender Kurse nur vom Spielfeldrand aus betrachten konnte...

Portfoliocheck: Primecap Management legt den Schwerpunkt auf die Pharmariesen

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 73. Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Primecap Management, die drei milliardenschwere Fonds für die Vanguard Group managen und mit den Primecap Odyssey Fonds auch drei "Eigenproduktionen" am Start haben. Damit erzielten sie seit 1985 eine durchschnittliche Jahresrendite von 13,4% und liegen damit um 2% p.a. vor dem S&P 500.

Bei ihren Anlageentscheidungen schauen die Macher von Primecap nicht nur auf die fundamentalen Daten eines Unternehmens, sondern vor allem auch auf seine künftigen Entwicklungschancen und setzen auf einen Macher an der Unternehmensspitze anstelle eines Kollektivs.

Die Pharmabranche ist in Bewegung, das Übernahmekarussell dreht sich immer schneller und es ist nicht leicht, hier die erfolgversprechendsten Unternehmen und die bloßen Mitläufer zu unterscheiden. Primecaps Portfolio ist breit aufgestellt und Eli Lilly ist mit knapp 4% weiterhin die größte Position. Mit AMGEN, BIOGEN sowie AstraZeneca zieren somit gleich vier Branchenschwergewichte Primecaps TOP 10.

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Donnerstag, 6. Februar 2020

Problem Zivilisationskrankheiten? Eher nicht für Aktionäre von Edwards Lifesciences...

Die Menschen werden immer älter, obwohl sie sich seltener bewegen und die Kalorienzufuhr ständig steigt. Kein Wunder, dass Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zu den häufigsten Todesursachen und zu den größten Kostenblöcken im Gesundheitssystem gehören. Was für die einen wenig verheißungsvoll klingt, ist für andere eine große Chance.

So auch für die bereits auf das Jahr 1956 zurückgehende Edwards Lifesciences [WKN: 936853]. Der jüngste Kursrücksetzer bot eine willkommene Chance, sich bei diesem Wachstumsunternehmen zu positionieren...

Dienstag, 4. Februar 2020

Portfoliocheck: Finanzwerte stehen bei Chris Davis hoch im Kurs und jetzt auch noch Bank of America

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 72. Portfoliocheck beschäftige ich mich mit Chris Davis, dessen Familien geführte Investmentfirma Davis Advisors seit ihrer Gründung vor 50 Jahren stets ein und dieselbe bewährte Anlagephilosophie verfolgt: man versteht Aktien als Eigentumsanteile an realen Unternehmen und nicht als Wettscheine auf Kursschwankungen. Daher investiert Davis Advisors viel Zeit und Ressourcen in gründliche fundamentale Analysen der Unternehmen und setzt den Schwerpunkt auf dem Konzept der „Owners Earnings“, das auch Warren Buffett bei der Auswahl von Aktien für Berkshire Hathaway bevorzugt.

Im 3. Quartal 2019 ließ Chris Davis es noch ruhiger angehen und veränderte nur einige Aktienbestände; die Turnoverrate bei Davis Advisors lag bei lediglich einem Prozent. Finanzwerte liegen mit einem Anteil von 40,4% weiter unangefochten an der Spitze, gefolgt von Communication Services mit 13,1%, zyklischen Konsumwerten mit 11,6% und Technologiewerten mit 10,6%. Bei seinen meisten Top-Werten hat er Teilverkäufe vorgenommen, aufgestockt hat er hingegen nur einen einzigen Wert: Bank of America [WKN: 858388]. Wells Fargo ist seine größte Bankenposition und auch Berkshire Hathaway hat er hoch gewichtet. In Buffetts Depot ist Bank of America mit 12,6 Prozent der zweitstärkste Wert, während Wells Fargo auf Platz vier es auf 8,9 Prozent bringt. Doch Chris Davis folgt mit seinem Kauf von BoA nicht einfach nur Warren Buffett, sondern einem eigenen Plan. Der irgendwie auch mit Wells Fargo zu tun hat…

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Disclaimer
Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Templetons Tipps: Investiere in der Zeit des größten Pessimismus!

In der Zeit des größten Pessimismus zu investieren, ist leichter gesagt, als getan. Denn es bedeutet, sich alleine gegen den Markt zu stellen, gegen die allseits anerkannte Meinung und zwar in einer Phase, in der man selbst emotional von Zweifeln und (Existenz-) Ängsten geplagt ist. Aber nehmen wir mal an, wir sind als Anleger charakterlich gefestigt genug, das auszuhalten. Dann bleibt noch bzgl. des Rates von Templeton die Frage nach der Definition von "Größter". Oder ist das letztlich eher egal?

Den großen Börsencrash von 1929 habe ich nicht miterlebt, aber viel schlimmer kann es kaum kommen. 1987 war mein erster "aktiver" Börsencrash, nachdem ich gerade meine ersten Aktien gekauft hatte. 2000 habe ich voll mitbekommen. Voll im Sinne von voll investiert und voll verksackt. Als dann am 11. September 2001 die Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers in New York flogen, machte sich Weltuntergangsstimmung breit. Das könnte man als "größter Pessimismus" wohl durchgehen lassen. Und dann natürlich die Finanzkrise von 2008/09, als die Weltwirtschaft in einen Abgrund blickte. Das waren Börsencrashs, das waren Paniken, das waren die besten Gelegenheiten für "contrarian investors", für antizyklisch agierende Anleger. Doch auch wenn es sich "nur" um Marktkorrekturen handelt, wenn die Kurse also schnell und heftig mal um 10% einbrechen, fühlt sich das wie Endzeitstimmung an. So wie letzte Woche. Dabei sind solche recht häufigen Korrekturen keine Phasen "größten", aber doch schon großen Pessimismus. Und zumeist ebenfalls sehr lukrativ für Hartgesottene.

Montag, 3. Februar 2020

Adaptive Biotechnologies: (M)eine Spekulation mit Tenbagger-Potenzial

Adaptive Biotechnologies [WKN: A2PLR5] besteht als Unternehmen erst seit gut zehn Jahren und ist auch noch nicht lange an der Börse - erst letzten Sommer kamen 20 Millionen neue Aktien zu $20 an den Markt. Der anschließende Hype führte den Kurs in der Spitze bis auf über $50, wurde aber inzwischen wieder abgebaut.

Das Unternehmen macht noch keine Gewinne und wird auch mittelfristig von Kapitalspritzen abhängig sein. Dass ich mir dennoch einige Aktien dieses Biotechwerts ins Depot gelegt habe, liegt an den langfristigen Perspektiven und den starken Partnern...

Was ist... der Super Bowl Indikator?

Der Super Bowl ist das größte Sportereignis der Welt mit rund einer Milliarde Zuschauern. Und natürlich ist er ein Wirtschaftsereignis größten Ausmaßes. Für Börsianer ist der Kampf um die "Vince Lombardi Trophäe" allerdings noch aus einem anderen Grund beachtenswert und der gehört in den Bereich der Börsenkuriositäten.

Die amerikanische National Football League (NFL) ist in zwei sogenannte Conferences aufgeteilt, die früher zwei eigenständige Footballverbände darstellten. Die National Football Conference (NFC) und die American Football Conference (AFC) mit ihren zusammen 32 Teams spielen jeweils ihren Sieger in den Playoffs aus und diese beiden treffen dann zum Showdown der Superlative im Super Bowl aufeinander. Dieser findet inzwischen regelmäßig am ersten Sonntag im Februar statt. Und hat irgendwie auch Relevanz für die Börsenkurse...