Freitag, 27. Mai 2016

Empfehlungsliste

Performance seit Erstempfehlung inkl. Brutto-Dividenden.













Historie der Transaktionen auf meiner Empfehlungsliste
Hier finden Sie alle Veränderungen auf meiner Empfehlungsliste seit Start des Blogs, alle Aufnahmen und Streichungen.

Investor-Update
Die Empfehlungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn  sie viele Überschneidungen aufweist. Im Investor-Update beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.


RECHTLICHER HINWEIS NACH WPHG
Viele der in meinem Blog erwähnten Werte halte oder handle ich regelmäßig. Die in diesem Blog enthaltenen Beiträge sind meine persönliche Meinung und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Ich übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen. Für Investitionen, die aufgrund meiner Aussagen getätigt werden, übernehme ich keinerlei Verantwortung. Jedes Investment kann zum Totalverlust führen!

Blackstone, Carlyle, KKR: Fällt die Private Equity-Branche jetzt voll auf die Nase?

Die größtenteils amerikanischen Private Equity-Fonds, die auch freundlicher als Finanzinvestoren bezeichnet werden, haben ganz schön an Glanz verloren und ihre Aktienkurse befinden sich seit einem Jahr im Sinkflug. Die holprige Börsenverfassung macht ihnen einen Strich durch die Rechnung und die hohen Preise für Firmenbeteiligungen und -übernahmen ebenso. Dabei könnte das Umfeld eigentlich nicht besser sein, denn wegen des Niedrigstzinsniveaus werden die Finanzinvestoren mit Anlegergeldern geradezu überschüttet. Naja, wurden. Denn die Investoren verlieren zunehmend den Glauben in die Allmacht der Fondsmanager, auch bei schwierigen Börsenphasen attraktive Renditen einzufahren. Und so verzeichnen die PE-Fonds seit einiger Zeit Mittelabflüsse, was dazu führt, dass sie selbst weniger verdienen. Denn sie investieren ja nicht (nur) eigenes Geld in ihre Assets und Übernahmen, sondern vor allem Investorengelder. Und für das Verwalten und Investieren dieser Gelder beziehen die PE-Fonds Gebühren. Zumeist eine üppige Erfolgsprovision von rund 20% auf den erzielten Gewinn, aber auch um die 2% auf die Anlagesumme an Verwaltergebühren, unabhängig vom erzielten Ergebnis. Pro Jahr, wohlgemerkt! Und gerade dieses zweite Gebühr wird in Phasen, wo die Finanzinvestoren selbst keine attraktiven Erträge für ihre Kunden erwirtschaften, schnell zur Beutelschneiderei. Verglichen mit 0,1% auf dem Festgeldkonto sind 2% schon ziemlich üppig.

Während die Branche Mittelabflüsse zu verzeichnen hat, und zwar in zunehmendem Maße, schlägt sich Branchenprimus Blackstone vergleichsweise gut und legt sogar noch leicht zu. Allerdings erwartet Blackstone-President Tony James einen branchenweiten Rückgang der AUM, der Assets under Management, von 25% in der nächsten Zeit. Und das wiederum reduziert nicht nur die Power, die die Finanzinvestoren dann für Käufe zur Verfügung haben, sondern auch empfindlich deren eigene Einnahmen aus Gebühren und Provisionen. Die Aussichten für Aktionäre der börsennotierten Finanzinvestoren, wie Blackstone Group L.P. oder KKR & Co. L.P. werden also trüber, der Gegenwind nimmt zu. Und zusätzlich dürften die hohen Verwaltergebühren nicht lange mehr zu rechtfertigen sein und das Vergütungsmodell der Finanzinvestoren stärker hin zu erfolgsabhängigen Provisionen ausgerichtet werden. Das wiederum wird einerseits die Gewinne der Finanzinvestoren und die für die Anleger erzielten ausschüttungsfähigen Gewinnen - und damit die Quartalsdividenden - heftiger schwanken lassen als bisher, und andererseits die PE-Fonds auch dazu veranlassen, öfter und schneller Gewinne bei Beteiligungen und Investments mitzunehmen, um eben diese Gewinne zu realisieren. Der eigentliche, smarte Ansatz von Blackstone und anderen ist aber gerade das antizyklische Agieren, dass sie sich besonders in den Branchen und Ländern umsehen, die total out sind und wo die preise am Boden liegen. Um nach Wiederentdecken dieser Assets durch den Markt dann Kasse zu machen und fette gewinne einzustreichen. Dieser Ansatz wird künftig schwerer durchzuhalten zu sein, denn er erfordert einen finanziell solide ausgestatteten Background und Geduld. Was in krassem Widerspruch steht zu dem Erfordernis, kurzfristig Gewinne erzielen zu müssen.

Es wird also (noch) schwieriger für die Private Equity-Branche und auch für ihre Anleger, insbesondere ihre Aktionäre. Der große Vorteil der Finanzinvestoren gegenüber den (über-)regulierten Banken und ihrem ausufernden Kostenapparat, schwindet. Ein möglicher stärkerer Börseneinbruch, z.B. aufgrund der traditionell schwächeren Sommer- und Herbstkurse und/oder eines möglichen Brexits, würde diesen Trend sogar noch verstärken. Die Börsenkurse der Finanzinvestoren würden dann überproportional betroffen sein, so dass es angeraten scheint, zunächst einmal das drohende Durchrütteln der Branche am Seitenrand abzuwarten, um dann anschließend um Einiges günstiger die Aktien wieder einsammeln zu können. Antizyklisch eben...

IT-Dienstleister Softship: Von Cloud-Phantasien und Ozeanriesen

Die Hamburger Softship AG ist ein IT-Dienstleister, der Spezialsoftware für die Linienschifffahrt und die Luftfahrt entwickelt. Die unterschiedlichen Softwarelösungen tragen zur Vereinfachung von Arbeitsabläufen bei und dienen der Effektivitätssteigerung innerhalb verschiedener Arbeitsprozesse in der Transportkette. Zu den rund 120 Kunden von Softship gehören internationale Reedereien, Hafenbetreiber sowie Unternehmen aus der Luftfahrtindustrie.

Die Kunden von Softship stammen aus stark zyklischen Branchen und die letzten Jahre haben ihnen sehr zugesetzt. Entsprechend zurückhaltend waren viel auch bei Orders für ihre IT-Infrastruktur und das hat auch Softship schmerzlich zu spüren gekriegt. Im letzten Jahr ist nun der Turnaround gelungen und man schreibt wieder schwarze Zahlen: so erhöhte sich der Umsatz erhöht um 6,2% und das Vorsteuerergebnis stieg um rund €1 Mio. auf €0,58 Mio. an, während es 2014 noch bei minus €0,41 Mio. gelegen hatte. Softship will daher für das Geschäftsjahr 2015 die Dividendenzahlung wieder aufnehmen und €0,15 je Aktie an die Aktionäre auskehren, sofern die Hauptversammlung am 16. Juni diesem Vorschlag zustimmt. Das ist genau die Hälfte des Ergebnisses je Aktie von €0,30, das bei Softship für 2015 unterm Strich hängen blieb.

Turnaround ist keine Eintagsfliege
Auch wenn Softship sich von nicht-strategischen Beteiligungen trennt, wie dem 25-prozentigen Anteil an der Airpas Aviation AG, liegt die große Hoffnung doch eher in den neuen Produkten. So setzt man auf SAPAS, eine cloudbasierte Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendung für Hafenagenten. Diese soll nicht über ein klassisches Lizenzmodell vertrieben werden, sondern aus der Anwendung heraus werden sog. Credits gekauft. Hierdurch verspricht sich Softship eine schnellere Durchdringung des Marktes, eine höhere Einstiegsakzeptanz und stetig steigende und wiederkehrende Erlöse, denn man adressiert hier weltweit mehr als 10.000 Hafenagenten mit Unternehmensgrößen von einigen wenigen bis zu mehreren hundert Mitarbeitern. Da es bisher keine durchgängige Softwarelösung in diesem Bereich, so dass das Potenzial für SAPAS enorm ist.


 Softship AG (Quelle: finanzen.net) 
Und dann auch noch ein Schuss Übernahmephantasie
Größter Aktionär von Softship ist der australische Logistiksoftwareanbieter WiseTech Global mit 19,9 Prozent. Bei ihrem Börsengang im April 2016 hatte WTG den Anteil an Softship in ihrem Emissionsprospekt (Seite 187) mit dem Zusatz „Strategisches Investment“ versehen, wie Gereon Kruse auf boersengefluester.de berichtet, und daher kommen verstärkt Übernahmegerüchte auf. Denn bisher war deren offiziell vermeldeter Anteil bei 18,07 Prozent, so dass die Australier wohl klammheimlich aufgestockt haben. Momentan kommt Softship auf eine Marktkapitalisierung von €11,7 Mio., während Wise Tech Global an die €700 Mio. auf die Waagschale bringt. Aufgrund des Mittelzuflusses aus dem Börsengang könnten die Australier die Übernahmeofferte locker aus der Portokasse bezahlen.

Meine Einschätzung
Ob Wise Tech Global in absehbarer Zeit weitere Aktien zukauft oder gar eine Übernahmeofferte abgibt und damit verbunden ein saftiges Aufgeld auf den aktuellen Softship-Aktienkurs zahlen würde, wage ich nicht zu prognostizieren. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings gar nicht mal so gering, denn die Branche kommt langsam aus dem Tal der Tränen und befindet sich im Konsolidierungsmodus. Softship dürfte daher ins Visier geraten und da man bereits aus eigener Kraft den Turnaround geschafft und wieder einen erfolgversprechenden Weg eingeschlagen hat, bietet sich Anlegern hier eine doppelt abgesicherte Konstellation aus Phantasie und solider operativer Entwicklung. Langfristig orientierte Anleger mit dem Bewusstsein der erhöhten Risiken bei marktengen Nebenwerten können hier aussichtsreich zugreifen.

Softship befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Nachdem ich kürzlich bei €5 eine erste Position eingegangen bin, habe ich nun zu knapp unter €6 weiter aufgestockt.

Montag, 23. Mai 2016

Investor-Update: Deutsche Rohstoff, M.A.X. Automation, Muehlhan, Nanostart

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Unsicherheit hält an
Die US-Notenbank könnte demnächst die Zinsen anheben. Oder auch nicht. Im Prinzip ist man so unentschlossen wie bisher. Und auch die Indikatoren liefern immer wieder widersprüchliche Signale, wodurch die Märkte sich verunsichern lassen. Gegen Aktien spricht nach wie vor die Saisonalität und ein möglicher negativer Ausgang beim Brexit-Referendum Ende Juni. Ansonsten stellen Strafzinsen für Sparer und Investoren weiterhin ein starkes Argument für Sachanlagen, zu denen Aktien zählen, dar.

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index 
Fear-and-Greed-Index stabil
Der Angst-und-Gier-Index bewegt sich kaum und ist im Wochenverlauf von 54 auf 56 marginal gestiegen. Auch hieran zeigt sich die Unentschlossenheit der Anleger bzw. die Unsicherheit über das, was zu erwarten ist. Gier und Angst halten sich die Waage, jedoch können emotional beeindruckende Ereignisse schnell heftige Reaktionen hervorrufen. In beide Richtungen.

Ich bleibe daher dabei, lieber auf ausgesuchte deutsche Nebenwerte zu setzen als auf Blue Chips. Auch die großen US-Werte sind vergleichsweise eher teuer im historischen Vergleich, zumal die Gewinnerwartungen eher nach unten angepasst werden mussten und so das aktuelle Kursniveau alleine deshalb schon teurer geworden ist. Ein wenig mehr Vorsicht dürfte hier also nicht schaden.


+ Deutsche Rohstoff AG
Die Deutsche Rohstoff AG  profitiert vom steigenden Ölpreis und von steigenden Rohstoffpreisen insgesamt, da sie u.a. über die Tochter Almonty Industries im Bereich Wolfram aktiv ist und über die Tochter Hammer Metals bei Zinn und Kupfer. Die wahre Musik spielt aber im Bereich -Öl- und Gasförderung in den USA, wo sie im Wattenberg-Feld in Colorado erneut Bohrrechte erworben hat und inzwischen ihr Bohrprogramm forciert. Und über den Erwerb zusätzlicher Rechte und Flächen nachdenkt. Früheren Aussagen des Managements zufolge, verdient die DRAG auch bei Ölpreisen von unter $40 (WTI) Geld, und bei Preisen von annähernd $50 werden die Kassen wieder richtig klingeln.

Anleger hatten sich von den optisch schlechten Zahlen verschrecken lassen, denn 2015 stürzte der Konzernüberschuss von €54 Mio. Euro €0,5 Mio deutlich ab und der Umsatz sank im selben Zeitraum von €22,9 Mio. auf €1,9 Mio. Allerdings hatte die DRAG Anfang 2014 ihr US-Öl- und Gasgeschäft quasi zum Höchstpreis für einen dreistelligen Millionenbetrag verkauft, bevor der Ölpreis so rapide abzustürzen begann. Daher sind die Zahlen nicht verwunderlich und der Charme bei DRAG-Aktien liegt im hohen Cashbestand und im Neuaufbau des Öl- und Gasgeschäfts zu Tiefstpreisen. Da die DRAG langsam an die Produktion kommt und der Ölpreis sich von seinen Tief deutlich erholt hat, habe ich meinen DRAG-Bestand ein wenig aufgestockt.

+ M.A.X. Automation AG
Auch bei der M.A.X. Automation sorgten die vorgelegten Zahlen für Ernüchterung. Umsatz, Cashflow, Auftragseingang sind gesunken, das hat zu Kursabschlägen geführt. Allerdings hatte man Ende 2015 die Problemtochter altmayerBTD endlich verkaufen können, so dass die Rückgänge zu erwarten waren. Viel interessanter ist daher, dass sich CEO Fabian Spilker dahingehend äußerte, dass er im zweiten Quartal mehrere Aufträge erwarte im Volumen zwischen €5 Mio und €20 Mio. Das beim Auftragseingang schwach verlaufende erste Quartal sollte also eher stichtagsbezogen etwas schwächer verlaufen sein und der Kursrücksetzer stellte sich mir als Nachkaufgelegenheit dar, die ich gerne ergriffen habe. M.A.X. Automation hat nun die gleiche Positionsgröße wie die Beteiligungsunternehmen Deutsche Beteiligung und MBB SE, die zur Peergroup gehören.

+ Muehlhan AG
Die Hamburger sind im Bereich Oberflächenbeschichtung aktiv und hier insbesondere in den Bereichen Schifffahrt, Pipelines, Bohrplattformen und (Offshore-)Windkraftanlagen. Alle Segmente standen und stehen unter Druck, weil die Kunden sich mit Investitionen zurückhalten und jeden Euro zweimal umdrehen. Allerdings zeichnen sich erste Silberstreifen am Horizont ab, denn wer keine Neuinvestitionen tätigt, muss den Altbestand besser im Schuss halten, um weiter am Markt bestehen zu können. Nachdem Muehlhan einige Jahre durch ein Tal der Tränen gehen musste, konnte man auch aufgrund von Rationalisierungen und Fokussierung auf margenstärkere Aufträge wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Die absoluten Zahlen waren noch nicht nach dem Geschmack der Börsianer und lassen noch Spielraum nach oben; positiv überraschen konnte Muehlhan aber mit dem ersten Dividendenvorschlag seit 5 Jahren, der mit €0,04 je Aktie allerdings eher als symbolisches Ausrufezeichen zu verstehen ist, denn als Kaufargument für Dividendeninvestoren. Von den Jahrestiefstständen von rund €1,50 im Januar ist die Aktie inzwischen ein gutes Stück entfernt und ich setze mit meinem Kauf zu €1,84 auf den operativen Turnaround. Das Unternehmen hat die Kosten in den Griff bekommen und ist aussichtsreich positioniert, auch wenn der Konkurrenzdruck hoch ist. Eine Erholung im Bereich Schifffahrt oder Ölplattformen dürfte sich erheblich positiv auswirken und der weiter stark zunehmende Ausbau bei Off-Shore-Wind-Parks bietet schon heute erhebliches Potenzial für Anleger mit Geduld, die auf den Turnaround bei Muehlhan setzen wollen.

+ Nanostart AG
Nanostart sattelt um auf Immobilien und plant eine massive Kapitalerhöhung. Der Aktienkurs geriet daraufhin erheblich unter Druck und notiert rund 35% unterhalb des Wertes des im Bestand befindlichen Aktienpakets an der Magforce AG. Ich habe mir daher ein paar Aktien ins Depot gelegt und setze auf einen Value-Play mit Turnaround-Spekulation.


.: Cashquote
Durch die Käufe ist meine Cashquote wieder gesunken und hat sich auf unter 20% reduziert. Investments erfolgen ausschließlich nach konsequentem Stock-Picking, denn die Gesamtmarktsituation ist weiterhin eher labil. Um die Brexit-Entscheidung am 23, Juni herum könnte einige Schnäppchenkurse zum Einsteig locken und dafür will ich einen überdurchschnittlichen Anteil an Pulver trocken halten.

Börsenweisheit der Woche 21/2016

"Kurseinbrüche sind Kaufgelegenheiten, keine Verkaufsgelegenheiten. Denn bei Panik werden auch gute und solide Unternehmen ausverkauft".
(Warren Buffett)

Freitag, 20. Mai 2016

Nanostart: Value-Play oder einfach nur riskante Turnaround-Spekulation?

Die Nanostart AG war bisher als Beteiligungsgesellschaft für auf Nanotechnologie spezialisierte Unternehmen unterwegs - und ist vollumfänglich gescheitert. Der Aktienkurs ist ins Bodenlose gefallen und die letzte aktive Beteiligung, die ebenfalls börsennotierte ItN Nanovation musste kürzlich Insolvenz anmelden. An dem einstigen Hoffnungswert hält Nanostart per Ende 2015 noch 2.028.536 Stücke. Das Unternehmen selbst gehört zu 53,7% der BF Holding GmbH aus Kulmbach, die Bernd Förtsch zurechenbar ist, der auch bei der FinTech Group die Strippen zieht, das inzwischen insolvente Deutsche Anleger Fernsehen (DAF) herausbrachte und die Börsenzeitschrift "Der Aktionär" herausgibt. Bernd Förtsch ist eine Reizfigur und nicht jedermanns Sache.

Bevor das Ende der "alten" Nanostart abzusehen war, hatte Bernd Förtsch den Aktionären im letzten Jahr ein Übernahmeangebot zu €1,20 gemacht. Gegen Jahresende wurden dann Pläne bekannt, die Nanostart unter neuem Namen neu zu positionieren und zwar als Immobilienwert. Hierzu sollte via Sacheinlage ein umfangreiches Immobilienportfolio in das Unternehmen eingebracht werden. Im Vorfeld der Umsetzung dieses Deals zog die Aktie merklich an, in der Spitze auf knapp €2,80. Dann platzte der Deal, Erklärungen gab es keine. Stattdessen wurde zur einberufenen Hauptversammlung ein Tagesordnungspunkt nachgeschoben, der es in sich hat. Denn die HV soll "in einem ersten Schritt" eine Kapitalerhöhung von nicht weniger als 10 Mio. Stück genehmigen, mit Bezugsrecht der Altaktionäre. Klar ist, dass Bernd Förtsch also seine Aktienmehrheit nicht aus der Hand geben will und dass die KE angenommen wird - Förtsch hält ja die Mehrheit an Nanostart. Dabei sind 10 Mio. neue Aktien fast eine Verdreifachung der Stückzahl, denn bisher bringt es Nanostart auf 6,24 Mio. Aktien im Nennwert zu €1. Parallel hierzu gab es Veränderungen im Vorstand. Per 1. Juli scheidet Carl Neef aus und bereits zum 15. Mai wurde Marin N. Marinov in den Vorstand berufen, ein ausgewiesener Immobilienexperte. Der Aktienkurs nahm die neuen Nachrichten jedenfalls sehr schlecht auf und rauschte wieder in den Keller bis unter €1,30, die bevorstehende Kapitalerhöhung und die Unsicherheit über den künftigen Weg lasten schwer auf der Aktie. Was den Interessen Bernd Förtschs nicht gänzlich zuwiderlaufen dürfte, denn dieser will im Rahmen der Kapitalerhöhung bestimmt mitziehen und seinen Anteil noch weiter ausbauen - und dafür wird er nicht einen Cent mehr bezahlen wollen, als unbedingt nötig.

Schnäppchen oder Value-Trap?
Warum sollte man sich also auf eine solche Gemengelage einlasen, wo liegt der Reiz, sich eine solche Aktie ins Depot zu legen? Die Antwort ist Geld. Zumindest die Aussicht auf Geld, auf eine gute Gelegenheit, viel Geld zu machen, indem man heute den Euro für 60 Cents kauft und auf die Chancen von morgen setzt. Klingt wie Vertretergeschwätz, ich werde aber gerne etwas konkreter...

Eine der Begründungen für die "Mega-Kapitalerhöhung "ist, dass Nanostart zurzeit keine Vermögenswerte habe, die man verkaufen könne oder aber deren Verkauf nach Ansicht des Vorstands aktuell nicht sinnvoll sei. Und bzgl. der ItN Nanovation kommen da auch keine Zweifel auf, der Kurs dümpelt bei unter 20 Cents herum und die Abschreibung auf diese Beteiligung hatte das 2015er Ergebnis von Nanostart grottenschlecht ausfallen lassen: bei einem Jahresumsatz von  €2.188 fiel ein Verlust von €5.549.291 an.

 Nanostart (Quelle: comdirect.de) 
Möge die Magforce mit dir sein...
Es gibt da aber noch eine andere Beteiligung und diese Position hat es in sich. Denn zum Jahresende 2015 flossen der Nanostart AG aus einem alten Darlehensverkaufsvertrag Magforce-Aktien im Wert von €12 Mio. zu. Wer sich über die Hintergründe informieren möchte, kann das in diesem Artikel von Gereon Kruse tun. Zum Jahresende 2015 hielt Nanostart rund 10,7% der Magforce-Aktien, also bei zurzeit insgesamt 25.622.770 Anteile sind das rund 2,74 Mio. Aktien. Und diese notieren Stand heute bei €4,70, so dass die Nanostart-Position einen Wert von €12,88 Mio. aufweist. Schaut man auf die letzte Research-Studie von GBC, liegt deren Kursziel sogar bei €14,30 per Ende 2016, also mehr als dem Dreifachen bzw. knapp €27 Mio. mehr bezogen auf das Nanostart-Aktienpaket.

Und hier kommen wir zum interessanten Teil, wo wir die Kuh über den Eimer schieben... Nanostart hat keine Schulden, einen Anteil an einer fast wertlosen Beteiligung an der iTN Nanvation und einen Anteil an Magforce im Wert von €12,88 Mio. Beim gegenwärtigen Aktienkurs der Nanostart von €1,35 und 6,24 Mio. Aktien weist Nanostart eine Börsenkapitalisierung von €8,5 Mio. auf, also 34% weniger als alleine die Magforce-Beteiligung wert ist! Die aufgelaufenen Verlustvorträge in der Nanostart AG, die bei einem Neustart als Immobilienunternehmen ja vollumfänglich zur Verfügung stehen, lasse ich mal außen vor, auch wenn diese selbst natürlich ein Asset darstellen, da man eine ganze Zeit lang entstehende Gewinne nicht versteuern müsste.

Meine Einschätzung
Ich weiß nicht, wie sich der Aktienkurs der Nanostart AG in der nächsten Zeit entwickeln wird. Ich gehe allerdings davon aus, dass er bis zum Abschluss der HV unter Druck bleiben wird - alleine schon, weil dies dem Großaktionär Bernd Förtsch gelegen kommt, denn dieser will die KE voll mitgehen und seinen Anteil an Nanostart eher noch ausbauen. Man erinnere sich an sein Übernahmeangebot von vor einem Jahr zum Kurs von €1,20 - und da waren die Magforce-Anteile noch nicht im Bestand der Nanostart AG. Ich weiß aber, dass ich heute Nanostart-Aktien mit 34-prozentigem Abschlag auf ihren Wert kaufen kann und dass die Kapitalerhöhung daran nichts ändern wird. Ob diese zu €1,20 oder €1,00 erfolgt, ist letztlich egal, denn für die 10 Mio. neuen Aktien erhält das Unternehmen mindestens €10 Mio. an frischem Geld. Für heutige Käufer bzw. Altaktionäre ändert sich durch die Kapitalerhöhung dies bezüglich also nichts. Die Neuausrichtung hin zu Immobilien wird kommen und auch wenn der Immobilienboom bereits seit einigen Jahren andauert und die Bäume nicht (mehr) in den Himmel wachsen dürften, wird hier noch einiges an interessanten Möglichkeiten aufzutun sein. Mit der Berufung des Immobilienexperten Marin N. Marinov in den Vorstand dürfte gewährleistet sein, das Chancen und Risiken adäquat berücksichtigt werden bei der Neuausrichtung. Und daher sollte sich ein Investment in Nanostart-Aktien für geduldige Anleger, die die nächsten, für den Aktienkurs ruppigen, Wochen durchzustehen bereit sind, durchaus lohnend sein. Ich habe mir jedenfalls ein paar Nanostart-Aktien ins Depot gelegt, denn für mich stellt sich Nanostart als interessante Turnaround-Spekulation und aussichtsreicher Value-Play dar...

Donnerstag, 19. Mai 2016

MBB: Immer mehr Spannung dank Elektro-Mobilität!

In der aktuellen Ausgabe des Aktien Magazin (Nr. 13/2016) habe ich einen Artikel über die Beteiligungsgesellschaft MBB SE verfasst, insbesondere im Hinblick auf die sich durch die Aumann-Übernahme bietenden großen Chancen im Bereich der Elektro-Mobilität.

Meine Kolumne ist ja normalerweise nicht ohne Weiteres verfügbar, sondern Bestandteil des kostenpflichtigen Magazins, aber MBB selbst hat nun diesen Artikel auf seiner Website frei zugänglich online gestellt und daher platziere ich für Interessierte hier den entsprechenden Link.

MBB befindet sich seit langem auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Zuletzt hatte ich nach Vorlage der überragenden Quartalszahlen Ende April meinen Aktienbestand weiter aufgestockt.

>>> zum Artikel "MBB: Immer mehr Spannung dank Elektro-Mobilität!" (PDF) im Aktien Magazin.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Milliarden-Deal: Bei Publity wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Aber fast...

Publity ist ein Investor in und Asset-Manager von deutschen Büroimmobilien und verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich der Immobilienfinanzierung in Sondersituationen. Und hat nun einen weiteren Milliarden-Deal an Land gezogen, der Umsatz und Ergebnis jahrelang positiv beeinflussen wird.

Von einem internationalem Investor erhielt man einen 5-Jahres-Servicing Vertrag für ein NPL-Portfolio erhalten, das mehr als 1.100 notleidende Kredite mit einer durchschnittlicher Forderungshöhe von knapp €1 Mio. umfasst. Diese zusammen rund €1,1 Mrd. umfassenden Immobilien-Kredite stammen überwiegend von deutschen Großbanken.

Mit diesem Vertrag stärkt Publity seinen NPL-Bereich, der neben dem Kerngeschäft, Co-Investments bei Joint Ventures mit institutionellen Investoren, als zweites Standbein für ein beschleunigtes Unternehmenswachstum sorgen und zuverlässige Einnahmen und Gewinne generieren wird. Im Rahmen dieses Servicing-Vertrags übernimmt Publity die Abwicklung und Verwertung des übertragenen Portfolios und partizipiert anteilig am Verwertungserlös.

 Publity (Quelle: comdirect.de) 
Auch das Co-Investment-Kerngeschäft bei Joint Ventures mit institutionellen Investoren soll weiter ausgebaut werden, wie Thomas Olek, Vorstandsvorsitzender der Publity AG, erklärte: "Der NPL-Markt bietet erhebliches Potenzial, das wir auch künftig neben Co-Investments in deutsche Büroimmobilien nutzen werden. Dieses Geschäftsfeld soll in den kommenden Jahren weiterhin zur Steigerung unserer Erlöse beitragen und unser Wachstum noch verstärken. Wir planen, das Management weiterer NPL-Portfolien zu übernehmen und profitieren dabei von unserem langjährigen Know-how und dem starken Netzwerk in der Bank- und Immobilienbranche."

Meine Einschätzung
Publity ist hervorragend in einem dynamischen und wachsenden Markt positioniert und bietet ein fast einmaliges Geschäftsmodell an, das ich kürzlich in dem Artikel "Publity - noch so eine Immobilienfirma. Oder doch viel mehr?" dargestellt hatte. Für Anleger bietet sich hier die Chance, jetzt noch vergleichsweise günstig an dem absehbaren Boom teilhaben zu können, denn der Aktienkurs leidet noch unter der Irritation aufgrund der überraschenden Kapitalerhöhung am Tag nach der Hauptversammlung. Kurz danach hatte Publity sich weiteres frisches Geld besorgt und bei Pfandbriefbanken €400 Mio. eingesammelt. Wie CEO Thomas Olek in diesem Interview erklärte, ist dieser "neueste NPL-Deal noch gar nicht in den bisherigen Prognosen enthalten". Und Publity bekommt als Verwalter eine jährliche Managementgebühr von 0,5% der AUM, was bei einem Volumen von €1,1 Mrd. zu Erlösen von €5,5 Mio. führt, 5 Jahre lang, Jahr für Jahr. Die bisherige Prognose für das Geschäftsjahr 2016 ging von einem Nachsteuergewinn von €25 Mio. aus, um mal die enorme Auswirkung dieses Deals einschätzen zu können. Ich habe Publity auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot - und habe meinen Bestand heute weiter ausgebaut, wodurch Publity zur größten Depotposition wurde.

Dienstag, 17. Mai 2016

Und was tat Warren Buffett im 1. Quartal 2016?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha",musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 1. Quartal 2016
Auch im ersten Quartal gab es einige Veränderungen an Buffetts Positionen, dessen börsennotierte Aktienpositionen von $131,86 Mrd. auf $128,57 Mrd. sanken. Allerdings ist hierfür nicht nur die allgemeine Börsenverfassung verantwortlich, sondern auch Einmaleffekte. Denn seine bisherige siebtgrößte Position Procter & Gamble, die Ende 2015 noch $4,2 Mrd. ausgemacht hatte, sucht man nun vergebens in Buffetts Portfolio. Was "einfach" daran liegt, dass im ersten Quartal nun endlich der lang erwartete Tausch seiner P&G-Aktien in Duracell erfolgt ist - und Berkshire Hathaway einen hohen Einmalertrag brachte. Andererseits ist Duracell nicht börsennotiert, so dass der Wert dieser Beteiligung nicht (mehr) in der Übersicht auftaucht.

Eine weitere Neuerung ist, dass Wells Fargo nicht mehr die Nummer 1 in Buffetts Depot ist - sie wurde von der vormals zweitgrößten Beteiligung The Kraft Heinz Co. überholt, die erst seit dem dritten Quartal 2015 "an Bord" ist, als Buffetts nicht (mehr) börsennotierte Heinz Ketchup den Nahrungsmittelgiganten Kraft Foods übernahm und beide als Gemeinschaftsunternehmen nun wieder an der Börse notieren. Käufe oder Verkäufe hat Buffett bei beiden Unternehmen nicht getätigt, der Tausch des Spitzenplatzes liegt alleine an der sehr unterschiedlichen Kursentwicklung der beiden Aktien.


Wichtigste Käufe
Bei seiner viertgrößten Beteiligung IBM hat Buffett weiter aufgestockt und kaufte knapp 199.000 Aktien zu, wodurch er sich immer näher an die 10-Prozent-Schwelle herantastet. Größter Aktionär bei "Big Blue" ist Buffett ohnehin schon lange.

Von den Medien am stärksten beachtet ist Berkshires Einstieg beim Tech-Giganten Apple. Hier investierte man knapp $1 Mrd. und erwarb gut 9,8 Mio. Aktien. Was wie Ritterschlag für den strauchelnden Konzern gewertet wird, sollte allerdings zu denken geben - die ARD Börse merkt zurecht an, dass Apple spätestens mit dem Einstieg von Berkshire Hathaway kein Wachstumsunternehmen mehr sei, sondern ein "zuverlässiger Versorger" der eigenen Anhängerschaft mit hochpreisigen Iphones. Mir selbst ist das "Klumpenrisiko Iphone" zu groß, weshalb ich mich vor knapp einem Jahr zu Kursen von €110 aus dem "Ein-Produkt-Unternehmen Apple" verabschiedet hatte.

Bemerkenswert am Rande ist noch, dass der Apple-Kauf nicht auf Buffett selbst zurück geht, sondern auf einen seiner beiden "Leutnants", die ehemaligen Hedgefonds-Manager Todd Combs und Ted Weschler, die seit einigen Jahren in Diensten Berkshires stehen und eigenverantwortlich jeweils rund $9 Mrd. Depotvolumen betreuen und Anlageentscheidungen treffen. Dies hatte Buffett in einer Mail an das Wall Street Journal klargestellt.

Kräftig weiter zugekauft hat Buffett auch bei seiner sechstgrößten Position, dem Raffinerie- und Tankstellenbetreiber Phillips 66, die er um gut 14 Mio. Aktien ausbaute. Beim Landmaschinenhersteller Deere & Co. befindet sich Buffett weiter auf der Käuferseite und kaufte zusätzliche knapp 400.000 Aktien und auch beim Kreditkartenanbieter VISA Inc. stieg sein Anteil um weitere 354.000 Anteilsscheine an.

Bei Charter Communications stockte er seinen Bestand um weitere 40.000 Anteile auf. Bei Liberty Media kaufte er zusätzliche 4,6 Mio. Anteile der Klasse C, von denen er nun 20 Mio. hält, und erhöhte seinen Bestand an Klasse A-Aktien um 2,2 Mio. auf nun 10 Mio. Anteile. Bei Liberty Global stockte er hingegen nur die Aktien der Serie A um gut 3 Mio. Stücke auf nun 15,57 Mio. Aktien auf, während sein Bestand an Aktien der Serie C bei 7,346 Mio. Anteilen verharrte.


Wichtigste Verkäufe
Reduziert hat Buffett seinen Anteil beim strauchelnden Einzelhandelskonzern Walmart Stores, immerhin um knapp 950.000 Aktien. Und auch sein Rückzug aus dem Finanzsektor geht weiter. So verkaufte er 715.000 Aktien der Bank of New York Mellon und bei Mastercard verkaufte er 295.000 Anteile. Komplett getrennt hat er sich von seiner restlichen Position an AT&T, die zuletzt immerhin noch 1,21% des Berkshire-Gesamtportfolios ausgemacht hatte.


Unverändert
Bei vielen von Buffetts größten Positionen gab es keinerlei Veränderungen, so bei The Kraft Heinz Co.Coca ColaAmerican ExpressUS Bancorp, Davita Healthcare Partners und Moody's.


Wichtigste Käufe                 Marktwert 31.03.    Anzahl 31.03.  Anzahl 30.012.       Veränderung
Apple       1.069.382.000 $          9.811.747                            0   +         9.811.747
IBM     12.302.631.000 $        81.232.303        81.033.450   +            198.853
Phillips 66       6.541.939.000 $        75.550.745                61.486.926   +      14.063.819


Wichtigste Verkäufe            Marktwert 31.03.    Anzahl 31.03.           Anzahl 30.12.       Veränderung
Walmart      3.783.055.000 $        55.235.863               56.185.000   -             949.137
AT&T                                0 $                            0               46.577.138   -       46.577.138
Mastercard         466.334.000 $          4.934.756                 5.229.756   -             295.000


Buffett ist kein Freund des Diversifizierens
Bemerkenswert ist die Konzentration Buffetts auf einige wenige große Beteiligungen. So machen seine beiden größten Positionen Kraft Heinz und Wells Fargo zusammen schon knapp 38% aus und die sechs größten Positionen stehen für zusammen knapp 75% seines Börsen-Portfolios.

Die im Januar abgeschlossene 37-Milliarden-Dollar-Übernahme von Precision Castparts (PCP) taucht in dieser Liste nicht auf, weil dieses Unternehmen nicht mehr an der Börse notiert ist, sondern wie Duracell, General Re oder die Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe (BNSF) nun zu den vielen nicht-börsennotierten Berkshire-Beteiligungen zählt.

Was das 13F-Formular nicht zeigt...
In Buffetts Portfolio befinden sich ja auch eine Menge an nicht-börsennotierten Unternehmen und es enthält darüber hinaus sog. "Preferred Stocks" (nicht mit den deutschen Vorzugsaktien zu verwechseln). Diese Aktien enthalten Sonderrechte, die über die der allgemeinen Aktien hinausgehen, und werden daher eher als Hybrid Instrumente angesehen, denn als Aktien.

An Preferred Stocks hält Buffett einige große Pakete, die wahre Schätze verbergen.

  • Bank of America (BoA)
    2011 stieg Buffett ein und zwar durch eine in zwei Teile strukturierte Transaktion. Für $5 Mrd. kaufte er "Cumulative Perpetual Preferred Stocks", die keine Laufzeitbeschränkung haben und jährlich 6% an Zinsen abwerfen. Sie können nicht in "Common Stocks" (Stammaktien) getauscht werden. Aber Warren Buffett wäre nicht Warren Buffett, gäbe es nicht den zweiten Part. Denn zusätzlich erhielt er "Warrants" (Wandeloptionen), die es ihm erlauben, bis September 2021 für $5 Mrd. BoA-Aktien zu kaufen und zwar zu einem festgelegten Preis von $7,14 je Aktie. Bei Ausübung dieser Option würde Buffett 6,5% an BoA übernehmen. Am 31.12. notierten die BoA-Aktien bei $13,52.

    In seinem 2014er Geschäftsbericht schrieb Buffett, er wolle die Optionen kurz vor Ende der Laufzeit wandeln und daher ist BoA objektiv betrachtet unter den sieben größten Positionen in Berkshires Portfolio.
     
  • Dow Chemical
    2008 stellte Buffett Dow Chemical $3 Mrd. für die Übernahme der Spezialchemiefirma Rohm & Haas Co. zur Verfügung und erhielt im Gegenzug Preferred Stocks, die eine jährliche Dividende von 8,5% ausschütten, oder $255 Mio. Dabei hat Dow Chemical das Recht, die Preferred Stcokks in ganz normale Aktien umzuwandeln, wenn ihr Aktienpreis für 20 Tage innerhalb einer Periode von 30 Tagen oberhalb von $53,72 schließt. Dabei würde Buffett 62,6 Mio. Stammaktien erhalten zu einem festgelegten Bezugspreis von $41,32. Was ihn zu einem der größten Aktionäre von Dow Chemical machen würde.
     
  • Goldman Sachs
    2008 bereits griff Buffett Goldman Sachs unter die Arme durch eine ebensolche in zwei Teile strukturierte Transaktion, die später auch als Blaupause für den BoA-Deal diente. Für $5 Mrd. kaufte er "Cumulative Perpetual Preferred Stocks" und "Warrants", die es ihm erlaubten, für $5 Mrd. Goldman Sachs-Aktien zu kaufen und zwar zu einem festgelegten Preis von $115 je Aktie.

    Doch fünf Jahre später stand die Aktie bereits bei $160 und beide Seiten einigten sich auf eine Lösung, die die Aktienzahl nicht zu sehr in die Höhe treiben und somit die Anteile der übrigen Aktionäre zu stark verwässern würde. Anstatt dass Buffett 43,5 Mio. Aktien zu $115 kaufte, übertrug ihm Goldman Sachs 13,1 Mio. Aktien - und zwar unentgeltlich. Netto lief das damals auf dasselbe Ergebnis hinaus.

    Die inzwischen nochmals auf rund 11 Mio. Aktien reduzierte Position in Buffetts Portfolio hat ihn also unter dem Strich keinen Penny gekostet!
     
Meine Einschätzung
Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste. Allerdings seit einiger Zeit nur noch als Halteposition, weil die starke Abhängigkeit vom Versicherungsgeschäft meines Erachtens immer größere Risiken birgt. Und über diese Sparte sagte Buffet kürzlich selbst, dass sie in den nächsten Zehn Jahren "nicht mehr so gut laufen werde wie in den letzten 30 Jahren". Ich bewerte es daher positiv, dass Buffett sein Engagement in diesem Bereich reduziert und im Gegenzug seine Konsumgüter- und Industriebeteiligungen erheblich ausbaut, so auch durch die angekündigte Übernahme von Precision Castparts.

 Berkshire Hathaways Portfolio (Quelle: http://warrenbuffettstockportfolio.com

Montag, 16. Mai 2016

Investor-Update: Blackstone, KKR, MPC Capital, Patrizia, Publity, Softship, Triangle Capital

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Sell in may? Echt jetzt?
Der Wonnemonat Mai ist zur Hälfte vorüber und die Nervosität an den Börsen nimmt wieder zu. Die alte Börsenweisheit "Sell in my and go away" wird in allen Börsengazetten bemüht und die Autoren schreiben, weshalb die Regel zu beachten sei - oder weshalb in diesem Jahr gerade nicht. Tatsache ist jedenfalls, dass statistisch gesehen von Mitte Oktober bis Mitte April das deutliche bessere Börsenhalbjahr ist und der Kalender sagt uns, dass wir dies bereits hinter uns haben. Schaut man allerdings auf die Börsenindizes kann von "gut" nicht die Rede sein. Was nicht heißt, dass das zweite Halbjahr nicht noch viel schlechter werden kann.

Für den DAX hört man jedenfalls Ziele von 3.000 Punkten oder von 15.000. Es ist für jeden was dabei. Da ich kein Wahrsager bin, setze ich nicht darauf, den Kursverlauf vorhersagen zu können. Und ich spekuliere auch nicht darauf. Ich investiere in Werte, in Unternehmen. Und diese Unternehmen stellen sich den Herausforderungen, den Währungsschwankungen, den Konjunktursorgen, den Änderungen der Konsumentenbedürfnisse. Dafür gibt es das Management und mich darum zu kümmern ist nicht mein Job als Anleger, als Mitinhaber an einem Unternehmen. Andererseits mahnt die Erfahrung auch zur Vorsicht und daher schaue ich diese Tage, welche Aktien in meinem Depot vielleicht etwas Staub angesetzt haben, welche eine bessere Zukunft versprechen als andere. In gewisser Weise unterziehe ich mein Depot einem verspäteten Frühjahrsputz. Denn eine höhere Cashquote hat im Sommer selten zu schlechten Ergebnissen geführt. Im Gegenteil, man kann so sich ggf. bietende Möglichkeiten wahrnehmen und sich mit ausgesuchten Aktien eindecken, sollten die Kurse taumeln.

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index 
Fear-and-Greed-Index sinkt weiter
Der Angst-und-Gier-Index ist inzwischen in den neutralen Bereich gesunken und notiert aktuell bei 54 Punkten. Von Euphorie ist nichts (mehr) zu spüren und die verhaltene Kursentwicklung der großen amerikanischen Werte, wie Apple, Alphabet oder Microsoft fordert ihren Tribut. Die Umsätze und Gewinne wachsen nicht (mehr) in den Himmel und damit bleibt auch weniger Kursphantasie übrig.

Für die Nebenwerte gilt dass diese erhöhte Chancen, aber auch Risiken mit sich bringen. Während bei den Blue Chips kaum ins Gewicht fällt, wenn ein größeres Projekt sich um ein paar Wochen in ein anderes Quartal verschiebt, oder ein großer Kunde mal einige Zeit später seine Rechnung bezahlt, hat das für das Zahlenwerk kleiner Unternehmen teilweise erhebliche Auswirkungen. Dem entsprechend reagieren auch die Aktienkurse und nicht selten steigen oder fallen die Kurse am Berichtstag zweistellig. Hat man "auf das richtige Pferd gesetzt", kann man sich an den Kursgewinnen erfreuen und muss nur sehen, ob damit nicht bereits das mittelfristige Kurspotenzial ausgeschöpft ist. Bricht hingegen der Börsenkurs ein, können sich außergewöhnliche Chancen bieten. Denn wenn Umsatz und Gewinn deutlich unter Plan liegen und dies an einer verspäteten Abrechnung oder Zahlung liegt, die nun im nächsten Quartal geleistet wird, dann ist ein starker Kurseinbruch die Chance, sich hier günstig einzukaufen. Liegt hingegen ein dauerhaftes Problem im Unternehmen vor, sind niedrigere Kurse alleine kein Kaufgrund.

Kaufe billig, kaufe dreckig...
Dort, wo Euphorie und Zuversicht herrscht, findet man kaum günstige Bewertungen und damit niedrige Aktienkurse. Aussichtsreiche Investments tummeln sich dort, wo die Kurse am Boden sind, in den "hässlichen" Branchen, die von Anlegern gerade gemieden werden. Diese Chancen kann man wahrnehmen, wenn man gegen den Markt handelt - und die nötige Geduld mitbringt, darauf zu warten, dass der Markt sich erholt und die Unternehmen in diesem Bereich wieder höhere Gewinne einfahren. Und damit die Kurse anspringen. In der Presse wird vor allem über die deutschen Banken geschrieben, die Energieversorger. Hier sind es vor allem regulatorische Vorgaben und staatliche Restriktionen bzw. Entscheidungen, die den Unternehmen die Luft zum Atmen nehmen. Kein guter Nährboden für gute Geschäfte und Kurserholungen. Dank der niedrigen Zinsen haben Anleger weiterhin einen Anlagenotstand und daher flüchten sie in Immobilien und andere Sachwerte. Die Anbieter "alternativer Anlagen" verspüren daher rege Nachfrage - offene Immobilienfonds sind trotz der katastrophalen Erlebnisse der Anleger vor nur wenigen Jahren so sehr überlaufen, dass sie keine neuen Anleger mehr aufnehmen.

Ich habe zuletzt bereits in diesem Bereich zugeschlagen. Die Deutsche Beteiligungs AG kann man hierzu zählen, weil sie über ihre Fonds Anlegern die Möglichkeiten bietet, sich an Unternehmensübernahmen und Management-Buy-Outs zu beteiligen. Publity managt notleidende Immobilienkredite für internationale Finanzinvestoren und bietet ebenfalls Fonds für Privatanleger an, wo diese an diesem einzigartigen Geschäftsmodell partizipieren können. MPC Capital ist ein Anbieter von Fonds und Anlagen mit Schwerpunkt Schifffahrt, Immobilien und Infrastruktur - durch das Betreuen der selbst aufgelegten Publikumsfonds verdient man nicht nur direkt an den Co-Investments, sondern hat sich auch eine stetige Einnahmequelle durch Gebühren und Provisionen geschaffen. Alle drei Unternehmen agieren ähnlich und das in unterschiedlichen Bereichen: Unternehmen, Immobilien, Schifffahrt und Infrastruktur. Und alle drei sind inzwischen in meinem Depot überproportional gewichtete Positionen.

Insbesondere der Bereich Schifffahrt könnte noch größere Investmentchancen bieten, da hier viele Unternehmen seit Jahren stark gelitten haben und die Kurse ziemlich ausgebombt sind. So wie bei der Softship AG, einem IT-Dienstleister aus dem Bereich Schiff- und Luftfahrt, wo ich zu knapp €5 eine erste Position aufgebaut habe. Denn wenn diese Unternehmen (wieder) perspektivisch gut aufgestellt sind, kann man hier aus meiner Sicht durchaus das eine oder andere Schnäppchen finden, mit dem man auf eine Erholung der Weltkonjunktur und/oder der Frachtraten setzen kann. Doch bis es soweit ist, dürfen die Unternehmen kein Kapital (mehr) verbrennen, denn wie viel Geduld man ggf. mitbringen muss, bis der Investment-Case aufgeht, steht in den Sternen.

Blackstone Group L.P.
- KKR & Co. L.P.
Als sog. "Alternative Asset-Manager" hielt und halte ich auch Blackstone Group L.P. und KKR & Co L.P. für aussichtsreich. Dennoch habe ich beide Werte in meinem Depot glattgestellt und streiche sie auch von meiner Empfehlungsliste. Jedoch aus steuerlichen Gründen bzw. aufgrund bürokratischer Hemmnisse.

Beide Unternehmen sind Limited Partnerships nach US-Recht, was in Deutschland steuerlich zu nicht ganz einfachen Verhältnissen führt. Denn sie unterliegen beim Verkauf und auch bei den Ausschüttungen nicht der Abgeltungssteuer, sondern diese Erträge müssen im Rahmen der Einkommensteuererklärung selbstständig erklärt und versteuert werden. Das war mir natürlich bewusst, als ich diese beiden Investments getätigt habe und hat mich nicht abgehalten. Allerdings scheinen sich deutsche Steuerbehörden und/oder Depotbanken nicht klar zu sein, wie das zu handhaben ist. Und so habe ich für meine Bestände nicht nur bei jeder Quartalsdividende mehrere Ausschüttungsabrechnungen erhalten, je nachdem, aus welcher Quelle die Erträge stammten, sondern mir flattern für jede Abrechnung auch Storno- und Korrekturabrechnungen ins Haus und dazu gibt es die jeweiligen Buchungen auf meinem Konto. Der Hammer war nun, dass dies rückwirkend seit 2014 erfolgte und meine Kontoauszüge seitenweise mit (sinnentleerten) Buchungen vollgespamt sind - wohlgemerkt mit den exakt gleichen Beträgen und auch die Storno- und Korrekturbeleg zu den Buchungen sind identisch. Das erzeugt einen dermaßen hohen Verwaltungsaufwand, der für Privatleute nicht zu bewerkstelligen ist. Und ich habe mein Privatvermögen (das ist natürlich mein privates Problem, wie ich mich hier organisiert habe) in meiner eigenen Vermögensverwaltungs-GmbH - jede Buchung erzeugt also Buchungskosten beim Steuerberater und fließt in die Jahresabschlüsse der GmbH ein. Und da mir die depotführende Bank bis heute nicht erklären konnte, weshalb diese ganzen Buchung erforderlich waren und dass dies nicht wieder vorkommen wird, muss ich dies als Faktor in meine Investmententscheidung mit einbeziehen. Denn einer meiner Grundsätze lautet seit jeher: "don't mess around with the Finanzamt".

Ich kapituliere also hiermit offiziell vor dem deutschen (!) Steuerrecht bzw. -behörden und streiche die Segel. Alle Unternehmen die als MLPs oder L.P.s organisiert sind, sind fortan für mich tabu. Der Ärger, der Aufwand und die Kostenbelastung stehen in keinem Verhältnis zu den Erträgen und Chancen. Daher habe ich mich sowohl von Blackstone Group L.P. als auch KKR & Co. L.P. getrennt. Ich denke aber darüber nach, die sich hier bietenden Chancen andersartig zu nutzen. Denn es gibt durchaus entsprechende Fonds und ETFs, die sich auf Private Equity-Unternehmen spezialisiert haben und bei denen man als Anleger dann ggf. Ausschüttungen der ETFs auf dem Konto vorfindet, die steuerlich ganz normal behandelt werden. Den Ärger mit den US-Steuergesetzen und Finanzbehörden erledigen die Fachleute der Fonds-Gesellschaften im Hintergrund. Hier kann es also sehr gut sein, dass ich demnächst einen passenden ETF kaufe, auch wenn dann natürlich nicht nur die beiden von mir bevorzugten Werte darin enthalten sind, sondern auch andere.

Ich habe also nach 18 Monaten beide Positionen am 11. Mai glattgestellt und zwar Blackstone zu €24, was brutto ein Gesamtergebnis inkl. Dividenden von 13,1% ergab, und bei KKR erzielte ich €11,74 und damit ein Minus von exakt 15%. Da ich Blackstone deutlich stärker gewichtet hatte als KKR und auch zwischenzeitlich ja insbesondere bei Blackstone die teilweise heftigen Marktschwankungen erfolgreich für das eine oder andere "Position-Trading" genutzt habe, habe ich mit meinen beiden Private-Equity-Investments zusammen unter dem Strich gutes Geld verdient. Den ganzen Ärger hätte ich mir aber gerne erspart und verbuche diese negative Erfahrung unter Lehrgeld.

+ MPC Capital
Der Aktienkurs von MPC hat sich bisher kaum entwickelt und ich habe hier zu knapp unter €6 nochmals meine Position aufgestockt. Damit ist MPC nun meine drittgrößte Position im Depot, allerdings noch deutlich hinter Aurelius und Publity.

Patrizia Immobilien
Die Patrizia Immobilen AG hat sich von einem Immobilien-Bestandsunternehmen zu einem bankenunabhängigen Immobilien-Investmenthaus gewandelt. Dabei deckt man den gesamten Immobilien-Lebenszyklus ab und bietet den Kunden ein umfangreiches Angebot an Dienstleistungen rund um Wohnimmobilien. Das Geschäftsmodell ähnelt dem von Publity, die jedoch ausschließlich auf Gewerbe- und Büroimmobilien spezialisiert sind. Patrizia bietet Akquisition & Consulting, Asset Management, Wohnungsprivatisierung, Immobilienmanagement, Projektentwicklung, Bautechnik und Sales. Zu den Kunden gehören institutionelle Investoren, gewerbliche und private Anleger sowie Selbstnutzer.

Patrizia gehörte zu den Börsenlieblingen 2015 und seit Jahresbeginn rutschte der Kurs knapp 20 Prozent ab. Am letzten Montag wurden die Zahlen für das erste Quartal 2016 präsentiert und der Kurs reagierte mit weiteren Abgaben - aus meiner Sicht unverständlich, da die Zahlen außergewöhnlich gut waren. Das Ergebnis war zwar (positiv) von einem Sondereffekt beeinflusst, aber auch ohne diesen Effekt konnte man das operative Ergebnis im Vorjahresvergleich annähernd verdoppeln. Zum 31. März 2016 lag das betreute Immobilienvermögen mit €16,5 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau, allerdings konnte Patrizia in 21 Transaktionen ihr Transaktionsvolumen auf €2,2 Mrd. mehr als verdreifachen - und auch an den Transaktionen verdient man kräftig mit, nicht nur an der Bestandsverwaltung und -bewirtschaftung. Und so hat Patrizia die Abgänge kompensiert und im Berichtszeitraum institutionellen und privaten Investoren €508,8 Mio. frisches Eigenkapital für die Investments bei eingeworben (nach €130 Mio. im 1. Quartal 2015. Ein Drittel der AUM (Assets under Management) liegt mittlerweile außerhalb Deutschlands und mittlerweile sind über 200 institutionelle Investoren, wie Sparkassen, Altersvorsorgeeinrichtungen, Staatsfonds oder Versicherungen über Patrizia in Immobilien investiert. Patrizia  hat aufgrund der erfolgreichen operativen Entwicklung im 1. Quartal die Jahresziele bekräftigt und will die AUM im Jahr 2016 netto um €2 Mrd. Euro anwachsen lassen und ein operatives Ergebnis von mindestens €250 Mio. Euro erzielen.

Ich habe die Gunst der Stunde genutzt, um mich am Montagmorgen zu €19,68 einzukaufen und an der weiteren positiven Entwicklung des Unternehmens teilzuhaben - wohl wissend, dass ich stets kritisch gegenüber Investments in Wohnimmobilien war und auch nach wie vor skeptisch bin, was die breite Masse angeht. Ich werde hier nur selektiv vorgehen und auch weiterhin nicht auf Bestandsunternehmen setzen, da mir hier das Risiko zu hoch ist im Verhältnis zu den noch vorhandenen Chancen.

+ Publity
Publity ist operativ sehr erfolgreich unterwegs und der jüngste Kurseinbruch hat mich dazu veranlasst, meinen Bestand weiter aufzustocken. Publity ist nun die zweitgrößte Position in meinem Depot, knapp hinter Aurelius, die beide jeweils mehr als 10% Gewichtung aufweisen.

-Triangle Capital
Der meiner Ansicht nach ungerechtfertigte 20-prozentige Kurseinbruch nach Vorlage der Quartalszahlen und der - wohl einmaligen - Dividendenkürzung hatten mich zum Aufbau einer größeren Position veranlasst. Und der Rebound ist durchaus beachtlich ausgefallen, wenn auch noch nicht der gesamte Rückstand aufgeholt wurde. Ich habe dennoch meine schnellen Spekulationsgewinne mitgenommen und deutlich über 10 Prozent Rendite eingefahren. TCAP ist für mich aktuell eine gute Halteposition; die Auswirkungen der zunehmenden Pleiten in der US-Öl- und Gasindustrie auf den Kredit- und Forderungsbestand und damit den NAV lassen die Aktie bei €17 angemessen bewertet erscheinen - und knapp darunter habe ich sie dem entsprechend nun wieder verkauft.Sollten sich die Dividendenhöhe wieder auf dem normalen Niveau einfinden ab dem nächsten Quartal, und davon gehe ich aus, ist TCAP ein gutes Investment für Anleger, die einen soliden Wert im Depot haben möchten und auf hohen Dividendenerträge aus sind. Mit seiner zweistelligen Dividendenrendite erfüllt TCAP hier die Anforderungen und ist eine der am besten geführten BDCs, weshalb man auch die meiste Zeit oberhalb des NAV notierte. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Verhältnisse mit der zeit auch wieder so einstellen werden. Meine Gewinnmitnahme resultiert auch daraus, dass ich meine Cashquote erhöhen und ja verstärkt auf deutsche Nebenwerte setzen möchte.


.: Cashquote
Der Verkauf einer ehemals zweitgrößten Position Blackstone Group sowie der deutlich kleineren von KKR und TCAP haben meine Cashquote stark anschwellen lassen. Trotz der Zukäufe liegt sie nun bei über 25%, allerdings habe ich gedanklich bereits einiges Geld für weitere Investments im Nebenwertebereich eingeplant und ggf. in einen Private Equity-ETF. Grundsätzlich werde ich jedoch über den Sommer eine höhere Cashquote fahren und insbesondere vor dem Brexit-Referendum am 23. Juni eher zurückhaltend agieren. Bei guten Gelegenheiten werde ich aber sicher auch kurzfristig zuschlagen, auch wenn saisonal betrachtet der Jahresanfang immer die beste Zeit für Nebenwerte ist. Aber gute Ideen und Gelegenheiten haben immer Konjunktur...