Dienstag, 5. Juni 2018

Warren Buffett rät: "Kaufe keine Aktien, beteilige dich an einem Unternehmen. Spekuliere nicht, investiere!"

Im weiteren Sinne kauft man mit dem Erwerb einer Aktie ein Unternehmen - jedenfalls einen Teil davon. Weshalb legen Value Investoren wie Warren Buffett auf diese Unterscheidung dann so viel Wert?

Das liegt an der Psychologie und am Verhalten der Menschen, die von Natur aus wankelmütig sind. Wir neigen zu Stimmungsschwankungen und so empfinden viele Menschen Freude, wenn ihre Aktien steigen und sind gereizt, wenn die Börsenkurse ihrer Aktien fallen. Doch wer den Börsenkurs zum (einzigen) Gradmesser macht, ob das getätigte Investment gut oder schlecht ist, kann nur scheitern. Jedenfalls als Investor, vielleicht nicht als Spieler.

»Kaufe keine Aktien, beteilige dich an einem Unternehmen. Spekuliere nicht, investiere!«
(Warren Buffett)

Man muss sich von diesem Denken lösen, denn es wird einem ansonsten immer im Weg sein und einen davon abhalten, nachhaltig und langfristig mit seinen Investments eine wirklich gute Performance zu erzielen.


Man soll nicht die Aktie eines Unternehmens kaufen, sondern sich an dem Unternehmen beteiligen. Genau so, als würde die Firma nicht an der Börse gehandelt, sondern man würde einem Fremden Geld dafür geben, dass man Anteile an dessen GmbH erwerben darf. Dazu muss man zum Notar und nach der Beurkundung des Kaufvertrages wird dieser im Handelsregister eingetragen - und man wird die Anteile nur los, wenn man einen Käufer dafür findet. Man ist also langfristig in dem Unternehmen investiert und an das Unternehmen gebunden.

»Value Investoren sollten ihre Investments nicht als Aktien verstehen, die den täglichen Schwankungen des Marktes unterliegen, sondern als Teileigentum an den zugrundeliegenden Unternehmen.«
(Seth Klarman)

Was würde man tun, bevor man ein solches Wagnis einginge? Man würde sich ausführlich mit dem Unternehmen beschäftigen, sich mit den Alteigentümern unterhalten, dem Geschäftsführer, sich die Bilanzen der letzten Jahre ansehen und sich prägende unternehmerische Entscheidungen erläutern lassen.  Kurz: man würde das Unternehmen und seine neuen Partner auf Herz und Nieren prüfen, bevor man ihnen Geld für einen Teil Ihrer Geschäftsanteile gibt.

»Denke nicht in Kursbewegungen, denke in Geschäftsergebnissen.«
(Warren Buffett)

Und beim Erwerb von Aktien? Da lassen die meisten Leute eben diese Vorsicht fahren und stürzen sich ohne Analysen, ohne Recherchen und ohne Nachzudenken in ein Abenteuer. Nicht umsonst kritisiert Warren Buffett, dass die Leute sich intensiver mit den technischen Ausstattungsmerkmalen ihres neuen Fernsehers beschäftigen würden, als mit denen ihrer neuen Unternehmensbeteiligung.

Doch gibt es dafür eine plausible Rechtfertigung? Nein, es ist schlichtweg Leichtsinn und Unvermögen! Ist denn das entscheidende Kriterium für ein Investment die Rechtsform des infrage kommenden Unternehmens? Ist es entscheidend, ob man sich an einer GmbH oder einer AG beteiligt? Oder kommt es eher darauf an, dass es sich um ein erfolgreiches Unternehmen handelt? Mit steigenden Umsätzen, einem gesunden Cash-Flow, steigen Gewinnen und einem wachsenden Unternehmenswert?

»Die Börse ist nur der Marktplatz. Die Wertschöpfung findet im Unternehmen statt.«
(Warren Buffett)

Ich denke, Sie kennen die Antwort. Erfolgreiche Investoren jedenfalls machen ihre Hausaufgaben, bevor sie auch nur einen Cent investieren. Sie kaufen nicht die Aktie aufgrund ihrer Kursbewegungen, sondern das Unternehmen wegen seiner Geschäftsergebnisse. Und das sollten Sie auch tun, wenn Sie an der Börse langfristig Erfolg haben wollen. Werden Sie Partner in einer Unternehmung, begleiten Sie es durch schwierige und gewinnträchtige Phasen seines Lebens und profitieren Sie von seiner Entwicklung. Entscheidend für Ihren Anlageerfolg ist nicht die kurzfristige Kursbewegung, sondern die langfristige Unternehmensperformance. Denn der Kurs wird mit der Zeit diese Performance widerspiegeln.

Kommentare:

  1. Hallo
    Trifft das auch für Aves One zu?
    Danke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Man sollte sich vor jedem Kauf einer Aktie die Frage stellen, ob man diese Aktie auch kaufen würde, wenn man sie fünf Jahre lang nicht wieder verkaufen könnte. Und wenn man dazu nicht bereit ist, dann sollte man die Finger von dieser Aktie lassen.

      Löschen
  2. Das Mindset ist wichtig, da gebe ich Dir recht, Michael. Der Aktienerwerb ist faktisch und rechtlich die Beteiligung an einer Unternehmung. Der Vergleich hinkt insoweit etwas, als Du bei einer kleinen GmbH das Management leicht und persönlicher beurteilen kannst, als dies bei großen, global tätigen Unternehmen der Fall ist. Hier bekommst Du vielfach nur das vorgespielt, was die Investor Relations Abteilung inszeniert hat. Unbestechlich sind allein die Zahlen, die Ergebnisse, der Cash Flow.
    Viele Grüße
    DerFinanzstratege.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Im Gegenteil. Bei einer kleinen GmbH kann mir der Geschäftsführer viel erzählen und verlässliche Zahlen muss er mir auch nicht zeigen.
      Sollte ich da an einen Blender geraten, ist mein Geld ganz schnell futsch.

      Bei einem global tätigen Unternehmen kann ich mir sicher sein, dass sie regelmäßig bilanzieren müssen und dass die weltweite Aufmerksamkeit viel höher ist und so viel mehr Augen auf das Unternehmen schauen.
      Skandale sind hier natürlich auch möglich, aber in ganz anderen Wahrscheinlichkeiten als bei irgendeiner Wald-Und-Wiesen-GmbH bei mir um die Ecke....

      Löschen