Dienstag, 7. Mai 2019

Warren Buffett rät: "Kaufe keine Aktien, beteilige dich an einem Unternehmen. Spekuliere nicht, investiere!"

Mit dem Erwerb einer Aktie kauft man ein Unternehmen - jedenfalls einen Teil davon. Weshalb legen Value Investoren wie Warren Buffett auf diese Unterscheidung dann so viel Wert?

Das liegt an der Psychologie und am Verhalten der Menschen, die von Natur aus wankelmütig sind. Wir neigen zu Stimmungsschwankungen und so empfinden viele Menschen Freude, wenn ihre Aktien steigen und sind gereizt, wenn die Börsenkurse ihrer Aktien fallen. Doch wer den Börsenkurs zum (einzigen) Gradmesser macht, ob das getätigte Investment gut oder schlecht ist, kann nur scheitern. Jedenfalls als Investor, vielleicht nicht als Spieler.

»Kaufe keine Aktien, beteilige dich an einem Unternehmen. Spekuliere nicht, investiere!«
(Warren Buffett)

Man muss sich von diesem Denken lösen, denn es wird einem ansonsten immer im Weg sein und einen davon abhalten, nachhaltig und langfristig mit seinen Investments eine wirklich gute, überdurchschnittliche Performance zu erzielen.


Man soll nicht die Aktie eines Unternehmens kaufen, sondern sich an dem Unternehmen beteiligen. Genau so, als würde die Firma nicht an der Börse gehandelt, sondern man würde einem Fremden Geld dafür geben, dass man Anteile an dessen GmbH erwerben darf. Dazu muss man zum Notar und nach der Beurkundung des Kaufvertrages wird dieser im Handelsregister eingetragen - und man wird die Anteile nur los, wenn man einen Käufer dafür findet. Man ist also langfristig in dem Unternehmen investiert und an das Unternehmen gebunden.

»Value Investoren sollten ihre Investments nicht als Aktien verstehen, die den täglichen Schwankungen des Marktes unterliegen, sondern als Teileigentum an den zugrundeliegenden Unternehmen.«
(Seth Klarman)

Was würde man tun, bevor man ein solches Wagnis einginge? Man würde sich ausführlich mit dem Unternehmen beschäftigen, sich mit den Alteigentümern unterhalten, dem Geschäftsführer, sich die Bilanzen der letzten Jahre ansehen und sich prägende unternehmerische Entscheidungen erläutern lassen.  Kurz: man würde das Unternehmen und seine neuen Partner auf Herz und Nieren prüfen, bevor man ihnen Geld für einen Teil Ihrer Geschäftsanteile gibt.

»Denke nicht in Kursbewegungen, denke in Geschäftsergebnissen.«
(Warren Buffett)

Und beim Erwerb von Aktien? Da lassen die meisten Leute eben diese Vorsicht fahren und stürzen sich ohne Analysen, ohne Recherchen und ohne Nachzudenken in ein Abenteuer. Nicht umsonst kritisiert Warren Buffett, dass die Leute sich intensiver mit den technischen Ausstattungsmerkmalen ihres neuen Fernsehers beschäftigen würden, als mit denen ihrer neuen Unternehmensbeteiligung.

Doch gibt es dafür eine plausible Rechtfertigung? Nein, es ist schlichtweg Leichtsinn und Unvermögen! Ist denn das entscheidende Kriterium für ein Investment die Rechtsform des infrage kommenden Unternehmens? Ist es entscheidend, ob man sich an einer GmbH oder einer AG beteiligt? Oder kommt es eher darauf an, dass es sich um ein erfolgreiches Unternehmen handelt? Mit steigenden Umsätzen, einem gesunden Cash-Flow, steigen Gewinnen und einem wachsenden Unternehmenswert?

»Die Börse ist nur der Marktplatz. Die Wertschöpfung findet im Unternehmen statt.«
(Warren Buffett)

Ich denke, Sie kennen die Antwort. Erfolgreiche Investoren jedenfalls machen ihre Hausaufgaben, bevor sie auch nur einen Cent investieren. Sie kaufen nicht die Aktie aufgrund ihrer Kursbewegungen, sondern das Unternehmen wegen seiner Geschäftsergebnisse. Und das sollten Sie auch tun, wenn Sie an der Börse langfristig Erfolg haben wollen. Werden Sie Partner in einer Unternehmung, begleiten Sie es durch schwierige und gewinnträchtige Phasen seines Lebens und profitieren Sie von seiner Entwicklung. Entscheidend für Ihren Anlageerfolg ist nicht die kurzfristige Kursbewegung, sondern die langfristige Unternehmensperformance. Denn der Kurs wird mit der Zeit diese Performance widerspiegeln.


Meine Lese-Tipps
▶ "Buffett. Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten" von Roger Lowenstein
▶ "Das Tao des Warren Buffett" von Mary Buffett und David Clark
▶ "Die Essays von Warren Buffett: Die wichtigsten Lektionen für Investoren" von Lawrence A. Cunningham
▶ "Investieren mit Warren Buffett. Sichere Gewinne mit der Fokus-Strategie" von Robert G. Hagstrom
▶ "So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen" von Mary Buffett und David Clark
▶ "So macht es Warren Buffett: 24 einfache Anlagestrategien" von James Pardoe
▶ "Warren Buffett. Das Leben ist wie ein Schneeball" von Alice Schroeder
▶ "Warren Buffett – Der Jahrhundertkapitalist" von Gisela Baur
▶ "Warren Buffett: Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie." von Robert G. Hagstrom

Kommentare:

  1. Mal ehrlich, Warren Buffet wird total überschätzt. Sein Finds hinkt dem Dow Jones hinterher und in der Finanzkrise hat er es auch nicht geschafft stabile Erträge zu liefern. Der Mann war in den 70-ern oder 80-ern vielleicht sinnvoll, aber jetzt gehört er ins Museum.

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    1. Schreibt einer mit einem Vermögen von wahrscheinlich 0-10000€$ über einen der reichsten Menschen der Welt. Der Claus ist bestimmt Finazreporter oder Finazberater/experte...

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    2. Claus, Claus, Cläuschen...
      Ich schließe mich den Vorschreibern an.
      Und schreibe (und verbringe damit Zeit) nicht für dich, sondern für Herrn Buffet und netten Menschen im allgemeinen: Ins "Museum" kommen keine Menschen, sondern erwähnenswerte "Sachen" wie bspw. dein Satz im Kontext einer Ausstellung a´la "Respektlose Schriftstücke der Gegenwart"

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  2. Ach so. Buffett hat in der Finanzkrise keine stabilen Erträge geliefert? Und deshalb ist er ein schlechter Investor? Das ist ja nun fast niemandem gelungen, ob Anleger oder Unternehmenslenker. Das ist ja fast so, als würde man jemanden einen schlechten Autofahrer nenne, nur weil er im Stau steht - wie alle anderen auch.

    Buffett kann den Index (S&P) nicht mehr outperformen seit einiger Zeit, richtig. Aber das schaffen auch die meisten Anleger nicht und schon gar nicht die Fondsmanager. Es gibt aus meiner Sicht drei wesentliche Gründe für Buffetts schlechteres Abschneiden als früher:

    1. Wir haben seit zehn Jahren einen Bullenmarkt mit nur kurzen Kursrücksetzern und Buffett hat zunehmend Cash - was keine Rendite bringt.

    2. Buffetts Berkshire ist so groß, dass immer weniger Unternehmen überhaupt noch für ihn als Anlageobjekt infrage kommen. Und das sind fast nur Elefanten und keine schnellen Mäuse mehr. Also hat er nicht nur weniger Auswahl, sondern wenn er zuschlagen kann, handelt es sich um einen schwerfälligen Tanker. Das kostet im Anschluss auch Rendite.

    3. In den letzten Jahren sind vor allem die High-Tech-Werte stark gestiegen - von denen Buffett kaum welche im Depot hat. Die haben aber Dow Jones und S&P 500 kräftig mit nach oben gezogen und daher konnte Buffett den S&P 500 gar nicht outperformen. Ohne die herausragende Kursentwicklung von Amazon, Microsoft, Apple, Facebook, Alphabet, Adobe usw. wäre die Performance des S&P 500 auch deutlich schlechter in den letzten Jahren.

    Ob die Outperformance der Technologiewerte sich in den nächsten Jahren fortsetzt, bleibt abzuwarten. Buffett abzuschreiben, gerade wenn Value Investing seine Phase des Underperformens ggü. dem Growth Investing hat(te), halte ich für zumindest verfrüht, wenn nicht gar unangebracht. Denn Buffetts Performance erzielt er sei weit mehr als 50 Jahren! Ein paar Jahre mit herausragenden Ergebnissen kriegen auch andere hin (wie u.a. John Paulson, Bill Ackmann), aber nur wenige über einen solchen langen Zeitraum...

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  3. Hm...

    Also buffet liegt jedes jahr ca. 5-15 % über jeglichem index, wenn man nicht nur ein Jahr betrachtet. Es gibt irgendwo sogar eine Grafik in der Buffet sein Unternehmen den Index xyz ueberhollt hat.er war eigentlich schon immer einem index weit voraus.... egal ob durch glück, wissen, connections, ausbeutung....egal wie man das nennen möchte.

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