Mittwoch, 21. November 2012

Jubiläum: seit einem Jahr wird hier intelligent investiert

Auf den Tag genau ist dieses Blog nun ein Jahr alt und ich möchte den Anlass nutzen, eine kurze Bilanz zu ziehen. Nachdem am 21. November 2011 der Startschuss mit diesem Beitrag gelegt wurde, haben sich inzwischen mehr als 40.000 Besucher auf diese Seite verirrt und es freut mich, dass sie so viel Anklang findet, manchmal Kommentare verfasst werden und sich bisweilen sogar mal eine Diskussion entfaltet. Gerade dieses Feedback ist ein wesentlicher Motivationsfaktor für mich, auch weiterhin Artikel zu verfassen.

Und da sind wir schon an dem Punkt, wo sich die entscheidende Frage stellt: wozu das Ganze? Da ich mit dem Blog kein Geld verdiene (die spärlichen Einnahmen durch die unattraktiv und  zurückhaltend platzierte Werbung mal ausgenommen), bleibt nur der Idealismus, der Wunsch, Wissen zu verbreiten. Und Weisheit. Aber natürlich nicht meine eigene, ich schreibe hier nur über Leute, die viel wissender und weiser sind als ich und die große Erfolge an der Börse vorweisen können.

Wissen ist Macht...
Es ist genau dieses Wissen, diese wenigen elementaren Grundprinzipien, die aus einem durchschnittlichen Anleger einen erfolgreichen Investor machen. Und gerade in Deutschland verzichtet der größte Teil der Bevölkerung auf die Teilhabe am Reichtum unserer Volkswirtschaft, spart zu mickrigen Zinsen auf Sparkonten, die nicht einmal die Inflation ausgleichen, und setzt voll auf die staatliche Rente für die Alterssicherung.

...aber man muss das Wissen auch umsetzen
Vom einem geplanten und erfolgreichen Vermögensaufbau sind die meisten Deutschen weit entfernt. Und immer wieder wird der Neid entfacht auf diejenigen, denen es so viel besser geht, die Vermögenden, die Reichen. Doch selten wird die Frage gestellt, weshalb die Reichen eigentlich reich sind. Es sind viele Erben darunter, natürlich, denn anders als in der Vergangenheit üblich hat Deutschland nicht alle 30 Jahre einen verheerenden Krieg geführt, der große Teile des Landes - und des Volksvermögens - vernichtet hat. Es gibt also eine Menge zu erben. Und in den letzten Jahren erfreuten sich besonders Substanzwerte eines großen Wertzuwachses: Immobilien und Unternehmensbeteiligungen. Doch in beiden Bereichen liegen die Deutschen weit hinten. Weil sie daran nicht teilnehmen, profitieren sie auch nicht von den Wertsteigerungen und daher verteilt sich das Gesamtvermögen immer ungerechter, klafft die Schere zwischen vermögend und unvermögend (den Begriff verwende ich hier bewusst) immer stärker auseinander.

"Was tun?", sprach Zeus
Nun ist die Frage, ob man mehr Gerechtigkeit dadurch herstellt, dass man den Erfolgreichen und Vermögenden mehr wegnimmt, oder ob man die anderen dazu bringt, endlich auch auf den Erfolgszug aufzuspringen. Die Lösung liegt vermutlich in einer Kombination von beidem, aber da ich nicht unter die Räuber gehen und als Robin Hood danach das geraubte Geld den Armen schenken möchte, setze ich lieber auf den zweiten Weg: die Leute dazu zu bringen, am Wohlstand teilzuhaben. Oder wie Ludwig Erhard sein Wirtschaftswunder-Buch titulierte: "Wohlstand für alle". Doch heute erzielen nur noch rund 40% der Deutschen Arbeitseinkünfte, die übrigen leben von sozialer Unterstützung, Mieteinnahmen und Kapitalerträgen (zunehmend aus Erbschaften). Und deshalb funktioniert das Prinzip "Wohlstand für alle" nur noch, wenn möglichst viele Menschen am Produktivvermögen beteiligt sind und so am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben können.

Und der einfachste Weg zu diesem Ziel führt über die Aktie. Sie ist ein Anteil an einem Unternehmen und kann über die Börse ganz leicht ge- und verkauft werden. Das Wissen über Aktienanlagen, die Auswahl der richtigen Unternehmen und das hierzu nötige Rüstzeug, das möchte ich vermitteln und verbreiten helfen. Das ist mein Anspruch an dieses Blog und mein Antrieb, auch weiterhin Artikel rund um das Thema Value-Investing und das wertorientierte Investieren in Aktien zu verfassen.

Und deshalb, ganz zum Schluss und an exponiertester Stelle, möchte ich mich bei euch allen für eure Treue und euer Interesse bedanken. Und wenn ihr auch künftig hier mitlest und ab und zu mal einen Kommentar hinterlasst, dann weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin und es sich lohnt, weiterzumachen.

Kommentare:

  1. Bin erst kürzlich auf dein Blog gestoßen und bin begeistert. Danke für deine Artikel. Mach weiter so!!!

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  2. Sehr geehrter Herr Kissig,

    in ein paar Zeilen kann man den Dank gar nicht ausdrücken, den man Ihnen für dieses Blog entgegen bringen möchte. Ich schätze Ihre Arbeit sehr und lerne hier mehr als in den Börsenpublikationen, die ich bisher gelesen habe. Meine Perspektive auf das Investieren in Unternehmen hat sich vom gefährlichen Trading auf nachhaltiges Value-Investing verlagert.

    Dafür möchte ich Ihnen danken! Ihr Blog ist einsame Spitze!

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  3. Glückwunsch zum ersten Jubiläum, Michael.
    Ich kenne und lese deinen Blog erst seit ein paar Wochen und finde ihn sehr gut. Der Denkansatz, der verfolgt wird, die Auswahl der vorgestellten Werte, der Schreibstil und auch die Optik finde ich prima.
    Viel Erfolg weiterhin.

    LG,
    Gert

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  4. Hallo Herr Kissing,
    freut mich sehr!
    Viel Erfolg weiterhin :)

    Viele Grüße, Chris von http://www.gieristgut.com

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  5. Moin Michael,
    herzlichen Glückwunsch zum ersten Geburtstag :-)
    Man könnte fast meinen wir hätten uns mit dem Blogstart damals abgesprochen, Du bist nur einen Tag nach mir gestartet.

    Auch wenn ich nicht furchtbar viel kommentiere, bin ich jedoch immer wieder mal hier. Deine Beiträge sind fundiert und jederzeit interessant. Hoffentlich beherzigen auch viele Besucher Deine Ausführungen.

    VG
    Lars

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  6. Vielen Dank an alle für die freundlichen Worte - die gehen einem ja runter wie Öl. Das werde ich sicher in einem Jahr nochmal machen. ;-)

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  7. Hallo Herr Kissing,

    auch von mir vielen Dank für die sehr interessanten Artikel und Empfehlungen.
    Unser Professor für Rechnungswesen sagte immer: Der stetig zunehmende Automatisierungsgrad wird die Produktivität der Unternehmen weiter steigen lassen. Die Abschreibungen auf die neuen Maschinen sind nun einmal niedriger als die Personalkosten der Angestellten. Durch die neuen Investitionen wird das Kapital (Bilanzsumme) der Unternehmen immer weiter wachsen. Egal ob Eigen- oder Fremdkapital, die Investoren verlangen dass es gut verzinst wird. Somit sind die Unternehmen weiter gezwungen zu sparen um die Renditen zu erwirtschaften. Ändern kann daran keiner etwas - dieser "Automatismus" wird eben angetrieben durch die Automatisierung und ermöglichen tut dies das Recht überhaupt einen Zins zu verlangen.
    Schön dass man, wie auch Sie der Meinung sind, etwas daran teilhaben kann.

    Viele Grüße und weiterhin Erfolg!

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  8. Hallo Herr Kissing,
    auch von meiner Seite ein herzlichen Glückwunsch zum Bestehen!
    Kann mich nur den vorrigen Schreibern anschließen und ein ganz tolles Lob für diesen tollen Blog aussprechen!
    Weiter so! Weiterhin viel Erfolg!

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  9. @Robert
    @Heiner

    Danke, danke, ich werde mir weiterhin Mühe geben, das Blog und die Artikel informativ und interessant zu halten.

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