Montag, 3. März 2014

Börsenweisheit der Woche 09/2014

"Aktionäre sind dumm und unverschämt. Dumm, weil sie mir ihr Geld überlassen, und unverschämt, weil sie auch noch Dividenden dafür haben wollen".
(Carl Fürstenberg)

Kommentare:

  1. Genau!
    Den Spruch habe ich gerade gestern im Buch von Joachim Brandmaier (vom Stuttgarter Börsenbrief) gelesen.
    Aber dann bin ich lieber dumm, bevor ich Anleihen kaufe ;-)

    Beste Grüße
    D-S

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    1. Die Aussage stammt ja aus einer Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts, als es an den Börsen noch so gut wie keine Regularien gab und alle paar Jahre Anleger um ihr Geld gebracht wurden durch betrügerische Aktivitäten. Es spiegelt also die Gier der Anleger wider, die bei hohen Renditenversprechen blind zugreifen, obwohl die Erfahrung und der Verstand geradezu schreien, dass was zu gut klingt, um wahr zu sein, auch meist nicht wahr ist. Aber bei Profit setzt der Verstand viel zu schnell aus, die Gier reduziert jede Risikoaversion - und "findige" Geschäftsmacher nutzen dies skrupelos aus. Bankiers gehörten früher nicht selten selbst zu diesen und auch in jüngster Zeit haben Banker ja nicht gerade einen guten oder gar unbefleckten Ruf...

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  2. Naja, lieber Dumm und Aktien, als bspw. Genussrechte...

    Man muss sich doch nur mal das Beispiel Prokon anschauen, dann weiss man doch gleich wieder was alles falsch läuft.Anscheinend bedarf es nur einer guten Marketing Abteilung, die solche Ereignisse wie Fukushima für sich nutzt und großflächig in Städten auf Plakaten, in S-Bahnen oder im TV vor der Tagesschau Werbung schaltet und schon läuft die Sache.Da manche (bzw. viele) anscheinend immer noch nichts gelernt haben und auf die "Versprechen" reinfallen, ist das lange Zeit gut gegangen. So lange, bis die Inkasso Firma drei mal klingelt ...Es Grüßt H.G.

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    1. Genussrechte und/oder Genussscheine sind eine interessante Anlageform. Allerdings eben nicht standardisiert, man muss sich schon ganz genau das Kleingedruckte durchlesen, weil die bedingungen eben jeweils völlig unterschiedlich sein können. Das kann von Ausfall der Verzinsung bis hin zu Nachschusspflichten im Verlustfall gehen. Der deutsche Michel liest sich sowas jedoch ungerne durch, das ist ihm zu anstrengend. Und wenn nachher was schief läuft, war es auf jeden Fall jemand anderes, der Schuld ist.

      Zu Prokon direkt: 8% Rendite klingen heute hoch, vor einigen Jahren waren das allerdings noch "normale" Zinssätze. Jedoch lief es operativ ja nicht gut (genug), das hätte die Warnglocken klingeln lassen müssen. Und das Thema "Fristentransformation" hatte wohl keiner der Anleger auf der Uhr: man kann nicht langfristige Investitionen durch kurzfristige Mittel finanzieren. Jedenfalls nicht seriös und sicher. Denn wenn die Anleger ihr Geld wiederhaben wollen am Ende der (zu kurzen) Laufzeit, ist keines da - es steckt in den (Windkraft-)Anlagen. Und die kann man nicht mal eben verkaufen. Gleiches haben viele Anleger ja mit den vermeintlich "offenen" Immobilienfonds gemacht, als alle gleichzeitig aussteigen wollten und die Liquidität schnell erschöpft war. Auch hier konnte das Betongeld nicht schnell genug flüssig gemacht werden, so dass die Fonds zwangsgeschlossen wurden.

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