Donnerstag, 28. Juni 2018

Warum Warren Buffett nicht in Bitcoin, 3D-Druck oder Biotech investiert

Warren Buffett ist der weltweit bekannteste und erfolgreichste Value Investor und er investiert anhand bestimmter Kriterien in Aktien. Anfangs waren diese vor allem durch die Lehren seines Mentors und Lehrers Benjamin Graham geprägt und stützen sich vor allem auf Kennzahlen und starke Unterbewertungen. Sein Partner bei Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) Charlie Munger inspirierte ihn, sich stärker an Markt- und Preissetzungsmacht, Wettbewerbsvorteilen, hohen Eigenkapitalrenditen und steigenden Cashflows zu orientieren und so hat sich Warren Buffett vom Value Investor zum Quality Investor weiterentwickelt.

Diese Kriterien sind nicht auf bestimmte Branchen beschränkt sondern finden sich übergreifend bei vielen Unternehmen bzw. ihren Aktien. Und doch setzt Buffett bekanntlich auf eher langweilige Branchen und ist nicht auf der Suche nach den "Investmentstorys von morgen". Dabei ist abzusehen, dass die Biotech-Branche die Welt verändern wird, ebenso der 3D-Druck. So wie vormals die Autoindustrie oder die Eisenbahn. Weshalb also Buffetts Zurückhaltung?

Im Prinzip ist es ganz simpel: denn Buffett interessiert sich nicht dafür, ob eine Branche oder ein Unternehmen etwas Revolutionäres erfindet, ob es die Welt verändert oder fast aus den Angeln hebt. Er versucht nicht, heute schon in das Iphone von morgen zu investieren, oder in das nächste Blockbuster-Medikament. Das überlässt er anderen. Denn die meisten dieser Pioniere scheitern und gehen Pleite. Zurück bleiben einige wenige Anbieter, die sich durchgesetzt haben.


Schaut man sich an, wie viele Eisenbahnunternehmen es heute noch in den USA gibt, kann man diese fast an einer Hand abzählen. Und Autohersteller sind es gerade mal noch drei - in der Anfangszeit des Automobils gab es hunderte Hersteller alleine in den USA. Sicher, wenn es einem gelingt, genau die eine Aktie zu finden, die am Ende das Rennen macht, dann ist man fein raus. Und reich. Aber blickt man zurück auf die Internetblase und all die gescheiterten Geschäftsmodelle von Web-Unternehmen, dann muss man erkennen, dass vor 15 Jahren  nicht absehbar war, dass Amazon oder Ebay oder Cisco sich durchsetzen und nicht eine der vielen anderen Startups aus dem Silicon Valley. Die meisten endeten im Totalverlust für ihre Anleger. Nur wenige werden zu einer Apple oder einer Alphabet (Google).

»Der Schlüssel zum erfolgreichen Investieren liegt nicht in der Frage, wie sehr eine Industrie die Gesellschaft beeinflusst oder ob sie wachsen wird, sondern darin, herauszufinden ob ein bestimmtes Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil hat, und wenn ja, wie lange dieser anhalten wird.«
(Warren Buffett)

Für Buffet sind diese "Chancen" keinen zweiten Blick wert, wenn überhaupt einen ersten. Was nicht heißt, das man damit kein Geld verdienen kann. Aber Buffett hält sich strikt an seinen Kompetenzkreis ("Circle of Competence") und er versteht sich als Investor, nicht als Spieler. Für ihn werden die Unternehmen erst dann interessant, wenn sie "gesetzt" sind, wenn sie Geld verdienen, ein nachvollziehbares Geschäftsmodell und solide Bilanzen vorzuweisen haben. Für Buffett ist alleine entscheidend, dass die Unternehmen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten absehbar steigende Renditen und Gewinne abwerfen. Dann, und nur dann, sind sie reif für Buffetts Investmentuniversum namens Berkshire Hathaway. Und durch das strikte befolgen seiner eigenen goldenden Regeln des Value Investings wurde Warren Buffett zum drittreichsten Menschen der Welt.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

1 Kommentar:

  1. Okay. Anschaulich dargestellt aber recht allgemein gehalten.

    Was hältst du von einer Evotec?
    Die sind keine kleine Biotech-Klitsche mit Finanzierungsrunden, steigen bald in den M-Dax auf, schreiben Gewinne und finanzieren mit ihrem Dienstleistungsgeschäft für andere Konzerne die eigene Biotech-Pipeline, welche sie wiederum verpartnert haben um das Risiko da nicht allein tragen zu müssen.

    Hier bekommt man also ein Biotech was sich ohne eigenes Medikament am Markt bereits solide in den schwarzen Zahlen befindet und trotzdem die Biotech-Zukunftsphantasien aufweisen kann. In der Pipeline sind über 75 Projekte (wenn auch in recht frühen Phasen) und man ist hier nicht nur auf den Erfolg einer Projektlinie angewiesen.

    Selbst wenn in den nächsten 15 Jahren ALLE Projekte in der Pipeline scheitern wächst Evotecs Dienstleistungsgeschäft durch den Megatrend des Outsourcings von teuren Forschern bei den Pharmariesen. Evotec hat gerade einen Deal mit Sanofi abgeschlossen und von denen 100 Forscher zum Nulltarif (5 Jahre Personalkosten hat Sanofi Upfront bezahlt) bekommen und wird mit diesen die Forschungskapazitäten erweitern.

    Engpass in der Zukunft werden immer die Forschungskapazitäten - sprich qualifizierte Wissenschaftler sein.

    Aber die Idee mit Dienstleistungen als Outsourcing-Anbieter quasi die eigene Forschungspipeline zu "quersubventionieren" ist schon genial. Ein echtes USP. (Oder wie sagst du immer -ein besonderes Mojo?)

    Was hältst du davon?

    Beste Grüße und mach hier weiter so!!

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