Montag, 8. März 2021

MBB: Tochter Friedrich Vorwerk mit Zukauf und Börsengang noch im März

MBB bringt ihre Tochter Friedrich Vorwerk noch im März an die Börse. Der Energiewende-Infrastrukturdienstleister setzte im Geschäftsjahr 2020 mit gut 1.300 Mitarbeitern mehr als €291 Mio. um, wobei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) €59 Mio. betrug und eine EBIT-Marge von 16% erreicht wurde. Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2020 erreichte einen Rekordwert von €307 Mio., wovon bereits 7% auf das Clean Hydrogen Segment entfielen.

Angeboten werden sollen neue Aktien im Zuge einer Kapitalerhöhung sowie Anteilsscheine von Altaktionären. Dabei wird ein Streubesitz von rund 45 Prozent, wobei der Vorstandsvorsitzende Torben Kleinfeldt und MBB auch künftig jeweils einen wesentlichen Anteil am Unternehmen halten wollen. Vorwerk rechnet mit einem Bruttoemissionserlös aus den neu ausgegebenen Aktien in Höhe von etwa €90 Mio. und will vor allem sein Wasserstoff- und Stromgeschäfts ausbauen. Angestrebt wird die Zulassung der Aktien zum Handel im Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse. Und direkt vor dem IPO hatte sich Vorwerk noch mit einem attraktiven Zukauf verstärkt...

MBB hatte bisher erklärt, bestimmender Eigentümer bei Vorwerk bleiben zu wollen. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie die Mehrheit der Aktien halten müssen. Wie das Beispiel Aumann zeigt, reichen auch (knapp unter) 40% der Anteile aus, um Vorwerk auch künftig in der MBB-Konzernbilanz voll konsolidieren zu können.

MBB schafft durch den Kauf von Vowerk sowie die danach erfolgten Add-ons Bohlen & Doyen und gerade erst die KORUPP GmbH für seine Aktionäre hohe Wertzuwächse und das in Rekordzeit. KORUPP ist seit fast 70 Jahren auf die Projektierung, Installation und den Service von Systemen für den Kathodischen Korrosionsschutz spezialisiert ist.

Quelle: wallstreet-online.de
Mit der Übernahme der "sehr profitablen" KORUPP sichert sich Vorwerk die technologische Kompetenz und personellen Kapazitäten, um unterirdische Transportleitungen und Speichersysteme nachhaltig vor Korrosion zu schützen. Dies gewinnt durch den Ausbau neuer erdverlegter Stromtrassen im Zuge der Energiewende immer größere Bedeutung. Um erneuerbare Energie von Wind- und Solarparks in die großen industriellen Verbrauchszentren zu befördern, sind alleine in Deutschland derzeit mit Suedlink, Suedostlink und Korridor A-Nord Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund €17 Mrd. geplant. Zusätzlich wird der Aufbau einer europäischen Infrastruktur für grünen Wasserstoff den Bedarf signifikant erhöhen. Das derzeit geplante European Hydrogen Backbone mit einem Investitionsvolumen von geschätzten €64 Mrd. erfordert neue erdverlegte Wasserstoffleitungen sowie die Umrüstung bestehender Gasnetze. Auf Grund der besonderen Eigenschaften von Wasserstoff fällt dem Kathodischen Korrosionsschutz bei diesen Leitungen eine wichtige Rolle zu. Die Realisierung all dieser unterirdischen Stromtrassen wird zu einem erheblichen Investitionsbedarf in Kathodischen Korrosionsschutz führen, da nicht nur neue Leitungen, sondern auch existierende Energieinfrastruktur in der Nähe dieser Leitungen vor Korrosion neu geschützt werden muss. Mit der KORUPP-Übernahme verbreitert Vorwerk sein Leistungsspektrum; man könnte sagen, es erhöht seine Fertigungstiefe. Die Umsätze und Margen dürften in den nächsten Jahren zunehmend gesteigert werden und für MBB bedeutet dies einen deutlichen Wertzuwachs ihrer wichtigsten Beteiligung.

Meine Einschätzung

Das Vorwerk-IPO spült MBB viel Geld in die Kasse, das dann für weitere Akquisitionen, Dividenden und/oder Aktienrückkäufe zur Verfügung steht. Gleichzeitig behält man den dominierenden Anteil an der Tochter Friedrich Vorwerk im Konzern und partizipiert damit auch künftig von den enormen Chancen im Bereich der Energieinfrastruktur.

Dieses Muster von sehr günstigen Käufen von attraktiven mittelständischen Unternehmen, anschließender Aufwertung, u.a. durch Add-On-Zukäufe und anschließendem äußerst lukrativen Börsengang, bei dem MBB die Kontrolle behält und die Tochter weiterhin im Konzern voll konsolidiert, hat MBB auch schon bei Aumann sehr erfolgreich durchgezogen. MBB hatte seinen Einsatz beim IPO vervielfacht und stand am Ende mit viel Geld und einem bestimmenden Anteil an der Tochter dar, der mehr Wert als die zuvor eingesetzte Kapital war.

Viel besser und einen höheren Mehrwert für die eigenen Aktionäre als MBB kann man kaum schaffen. Daher ist und bleibt MBB eine meiner hoch gewichteten Langfristpositionen.

Disclaimer: Habe MBB auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.


Ergänzung vom 16.03.2021, 09:45

Vorwerk legt Preisspanne für IPO fest

MBB-Tochter Friedrich Vorwerk legt Preisspanne für geplanten Börsengang auf €41 bis €56 je Aktie fest und bietet 2,0 Mio. neuer Aktien aus einer Kapitalerhöhung zur Beschleunigung des Wachstums im Wasserstoffmarkt an. Vorwerks Altaktionäre, einschließlich MBB, bieten zusätzlich 6,0 Mio. bestehende Aktien sowie weitere 1,2 Mio. bestehende Aktien zur Abdeckung einer möglichen Mehrzuteilung an. Vorwerk strebt einen Streubesitz von bis zu 46,0% nach dem Börsengang an.

Die Angebotsfrist beginnt voraussichtlich am 15.03. und endet am oder um den 23.03. 2021; der erste  Handelstag im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) ist voraussichtlich am oder um den 25. März 2021.

Bei vollständiger Zeichnung der KE ergäbe sich für Vorwerk eine Marktkapitalisierung entsprechend der Angebotsspanne zwischen €820 Mio. (€41 je Aktie) und €1,12 Mrd. (€56 je Aktie).


Ergänzung vom 23.03.2021, 16:30

Vorwerk legt IPO-Preis bei €45 je Aktie fest

MBB-Tochter Friedrich Vorwerk hat im Rahmen des Angebots 9,2 Mio. Aktien platziert. Davon stammen 2,0 Mio. Aktien aus einer heute in das Handelsregister eingetragenen Kapitalerhöhung sowie 6,0 Mio. Aktien aus dem Bestand der Altaktionäre. Zusätzlich wurden 1,2 Mio. Aktien der Altaktionäre im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption ("Greenshoe-Option") zugeteilt. Das gesamte Angebotsvolumen beläuft sich auf €414 Mio. und auf Basis des endgültigen Angebotspreises von €45 beläuft sich die Marktkapitalisierung der Gesellschaft auf €900 Mio. Vorwerk selbst erhält durch den Börsengang einen Bruttoerlös von €90 Mio.

32 Kommentare:

  1. Hallo Michael,
    vielen Dank für deine tolle Arbeit. Wie siehst du den Erwerb von Vorwerk-Aktien beim/nach dem IPO? Ist MBB hier wegen der Diversifizierung über mehrere Gesellschaften zu bevorzugen?

    Beste Grüße

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    1. Ich denke, ich werde mir zusätzlich auch Vorwerk-Aktien kaufen. Finde das Geschäftsfeld sehr spannend - aber es hängt natürlich auch vom Emissionspreis ab.

      MBB wiederum bleibt ja maßgeblich an Vorwerk beteiligt. Finde ich sehr gut. MBB ist aber nicht nur deshalb ein tolles Unternehmen, sondern wegen des Geschäftsmodells. Wie im Artikel beschrieben, ist Vorwerk der dritte Super-Deal in den letzten 10 Jahren. Der erste war Claas Fertigungstechnik, der zweite war Aumann (wurden dann beide zur Aumann AG fusioniert und an die Börse gebracht) und nun Vorwerk. Alle drei Male hat MBB sein eingesetztes Kapital vervielfacht und für die Aktionäre enorme Werte geschaffen. Mit mehr Geld in der Kasse wird MBB keine höheren Kaufpreise bezahlen, sondern weiterhin so selektiv vorgehen wie bisher. Aber man kann größere Unternehmen ins Visier nehmen.

      Bei MBB bleibe ich auf jeden Fall Aktionär. Bei Vorwerk kann ich mir gut vorstellen, es zu werden.

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  2. Ich bin mal gespannt, ob man Friedrich Vorwerk eine Wachstumsstory schreibt. Bei Aumann hat man zwar glückliches Händchen gehabt, aber im Nachhinein war Kurs und Realität eine andere Medaile. Ich möchte dies nicht kritisieren, aber es wäre schön, wenn man bei Friedrich beides hinbekommt.

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    1. Ich sehe das bei Aumann anders. Zum Zeitpunkt der Börsengangs und auch danach, als der Kurs noch deutlich weiter in die Höhe geklettert war (und MBB weitere Aktien verkauft hat), war der Dieselskandal mit dem Einbruch bei den Automobilverkäufen, der US-China-Handelskrieg, und auch der Einbruch beim Thema E-Mobilität nicht absehbar. Das zuvor eingepreiste positive Szenario wurden nach und nach ausgepreist, weil sich die Rahmenbedingungen negativ verändert haben. Insofern finde ich nicht, dass MBB beim IPO zu viel verlangt hätte (anders als Rocket Internet bei einigen seiner Beteiligungen, die quasi am Tag nach dem IPO ihre Geschäftszahlen nach unten korrigieren mussten).

      Bei Vorwerk sehe ich keine solche Problematik, die das Unternehmen derart behindern könnte. Die Energiewende, die Wasserstoffthematik sind ja politisch und gesellschaftlich gewollte Entwicklungen, die mit hohen Milliardenförderungen einhergehen. Würde Donald Trump Bundeskanzler oder EU-Kommissionspräsidentin, dann sähe das vielleicht anders/negativer aus. Aber diese Entwicklung scheint mir ausgeschlossen, obwohl ich Trump vieles, wenn nicht sogar alles zutraue...

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  3. Vorwerk legt Preisspanne für geplanten Börsengang auf €41 bis €56 je Aktie fest und bietet 2,0 Mio. neuer Aktien aus einer Kapitalerhöhung zur Beschleunigung des Wachstums im Wasserstoffmarkt an. Vorwerks Altaktionäre, einschließlich MBB, bieten zusätzlich 6,0 Mio. bestehende Aktien sowie weitere 1,2 Mio. bestehende Aktien zur Abdeckung einer möglichen Mehrzuteilung an. Vorwerk strebt einen Streubesitz von bis zu 46,0% nach dem Börsengang an.

    Die Angebotsfrist beginnt voraussichtlich am 15.03. und endet am oder um den 23.03. 2021; der erste Handelstag im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) ist voraussichtlich am oder um den 25. März 2021.

    Bei vollständiger Zeichnung der KE ergäbe sich für Vorwerk eine Marktkapitalisierung entsprechend der Angebotsspanne zwischen €820 Mio. (€41 je Aktie) und €1,12 Mrd. (€56 je Aktie).

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    1. Hallo Michael,
      verstehe ich das richtig, dass ich als MBB-Aktionär beim IPO von Vorwerk eine gewisse Anzahl an Vorwerk-Aktien ins Depot gebucht bekomme?
      VG
      Andrej

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    2. Ne, leider nicht. Es ist ein "ganz normaler" Börsengang, d.h. man kann bei seiner Bank Vorwerk-Aktien zeichnen und am Ende werden die dann zugeteilt. Entsprechend der Nachfrage. Es gibt ja eine Angebotsspanne, daher muss man als Zeichner angeben, welchen Kurs man bereit ist, max. zu zahlen. Vermutlich dürfte es eine hohe Nachfrage geben, so dass wohl mehr als genug Aktien gezeichnet werden und dem entsprechend würden dann wohl nur/weitgehend die Orders bedient, die €56 geboten haben. Gibt es hier auch wieder mehr Nachfrage als Angebot, wird vermutlich quotal zugeteilt. Es gibt ja max. 7,2 Mio. Aktien zu verteilen und werden nun 14,4 Mio. Aktien zu €56 gezeichnet, würde jeder statt 100 gezeichneter Aktien dann 50 zugeteilt bekommen.

      Die Quote wird am Ende der Zeichnungsfrist mitgeteilt. Manchmal, bei sehr großer Nachfrage, wird die Zeichnungsfrist allerdings auch verkürzt.

      Die Alternative ist, nicht am Börsengang teilzunehmen und dann über die Börse die Aktien zu kaufen. Aber bei großer nachfrage ist es dann wahrscheinlich, dass man einen (deutlich) höheren Preis bezahlen muss. Ist die nachfrage hingegen mau, kann man ggf. günstig(er) Aktien abstauben.

      Ich vermute jedoch, dass die Vorwerk-Aktien ziemlich begehrt sein werden...

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    3. Hallo Michael,
      wie schätzt du die Bewertung ein? Am unteren Ende der Preisspanne ergäbe sich ein Börsenwert von 820 Mio. € und am oberen Ende von 1,12 Mrd. €. Laut Finance-Magazin ergäbe das ein Multiple von 14x bzw. 19x dem EBITDA.

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    4. Ja, die Bewertung ist sportlich. Aber das regelt dann auch Angebot und Nachfrage (beim IPO-Preis). Finance-Magazin stellt allerdings auch auf einen reinen "Kabelverbuddler" ab; der Bereich in dem Friedrich Vorwerk tätig ist (Energienetze), ist eben nicht von jedem Tiefbauunternehmen zu leisten, da reduziert sich die Menge an Wettbewerbern schon deutlich. Und auch nicht jeder ist in der Lage, bei Großprojekten mitzumischen (Stichwort "Europäisches Netzwerk"). Die Präsentation von Friedrich Vorwerk ist da schon ziemlich interessant. Da hat Vorwerk schon einen Burggraben, der nicht ohne Weiteres zu überwinden ist. Und durch den politischen Druck hin zu einer Energiewende unter Zeitdruck einen riesigen mit Fördermitteln untermauerten Markt vor sich.

      Ich denke, man liegt nicht falsch, wenn man Vorwerk als den Schaufelverkäufer beim Goldrausch einstuft. Das ist nicht der sexy Part, aber einträglich und relativ sicher. Und dennoch wachstumsstark. Insofern ist nachvollziehbar, wenn/dass der Markt Vorwerk höhere Bewertungsmultiplen zugesteht. Aber Vorwerk muss dann auch liefern - durch organisches Wachstum und durch Zukäufe, wo sie ihr Angebotsspektrum sinnvoll erweitern und gewisse Skalen- und Synergieeffekte erzielen können.

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    5. Laut eines der beteiligten Bankenhäuser soll die Preisspanne auf 45-48 € konkretisiert worden sein (Reuters). Würde eine Marktkapitalisierung von 900 - 960 Mio € bedeuten und für MBB bei ~4 Mio umplazierten Aktien einen Cashzufluss zwischen 180 und 192 Mio € bewirken. Der Börsengang kostet die Altgesellschafter 35 Mio € bzw. die Gesellschaft 7 Mio €. Unter dem Strich verbleiben für MBB damit 145 - 157 mio € Cash + ~40 % an Vorwerk (360 - 384 Mio €). In der SOTP Bewertung ergibt sich damit weiter Potential für den MBB Kurs, da die aktuelle Marktkapitalisierung fast vollständig aus Cash + Vorwerkanteil gedeckt ist. Die restlichen Gesellschaftsanteile (vor allem die DTS, die auch um 300 Mio € Wert sein dürfte und die margenstärkste Gesellschaft im Konzern ist) gibt es quasi kostenlos on top, zusätzlich zum besten Management im deutschen Mittelstand.

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  4. Bei welchem Broker kann man die Aktie denn zeichnen?

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    1. Dazu habe ich auch noch keinen Infos. Bei Commerzbank und Comdirect habe ich unter "Neuemissionen" jedenfalls noch nichts entdecken können...

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    2. Verstehe ich es richtig, dass ich bei Berenberg, Jefferies oder Hauck & Aufhäuser sein muss? Ansonsten kann man nicht zeichnen...
      Danke, Basti

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    3. Hallo Basti,
      entscheidend ist, ob der Broker die Zeichnung anbietet. Bei Flatex ist Vorwerk unter „Neuemissionen“ gelistet. Ich habe gerade eine Order dort aufgegeben.

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    4. Genau. Und bei comdirect und der Commerzbank findet sich hier leider nichts.

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  5. Im Prospekt steht, dass es eine Sperrfrist von 180 Tagen gibt, gilt diese auch für Privatpersonen?
    Ich finde es hat ein Geschmäckle, dass Vorwerk das Geld angeblich zur Expansion benötigt, auf der anderen Seite aber 11 Mio € als Dividende an die Altgesellschafter ausgeschüttet hat. Sieht für mich eher nach Kasse machen der Altaktionäre aus, als nach dringend notwendiger Kapitalbeschaffung für Wachstum. Aus Sicht von MBB hervorragend, für Neu-Aktionäre ist ein (abgeschwächter) Verlauf wie bei Aumann aber nicht ganz auszuschließen. MBB sollte seinen Ruf hier nicht riskieren, früher oder später fällt es auf, wenn IPOs hauptsächlich zum Kassensturz genutzt werden.

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    1. Die Sperrfrist gilt für die Altaktionäre und ist eine Selbstverpflichtung.

      Die Dividendenausschüttung und nun der Börsengang haben nichts miteinander zu tun. Finde es völlig legitim, dass sich die Eigentümer (eines nicht börsennotierten Unternehmens) eine Dividende auszahlen lassen. Der Börsengang dient nicht dem Kassemachen, sondern um zusätzliches, frisches Geld für die Expansion in die Hand zu bekommen. Dass man hier durchaus konkrete Pläne hat, dürfen wir getrost annehemen: nach der Vorwerk-Akquisition durch MBB erfolgte ja zügig deren Zukauf bei Bohlen & Doyen und jetzt gerade erst die Übernahme von KORUPP.

      MBB verfolgt die Strategie, börsenreife Unternehmen an die Börse zu bringen, weil so der Wert der Unternehmen besser zur Geltung kommt und auch andere Aktionäre an dem Unternehmen teilhaben können. Dass MBB unterm Strich mit seinen Investments/Töchtern Geld verdienen will (und das auch sehr erfolgreich tut), erwarte ich als MBB-Aktionär. Ein Streubesitz von 46% macht Vorwerk für Anleger interessant, weil sie hier eine gängige Aktie erwerben können, bei der man ggf. auch wieder aussteigen kann, ohne dass man dadurch den Kurs selbst in den Keller treibt. Das ist ja bei Delignit, einer anderen, aber viel kleineren MBB-Tochter, nicht der Fall.

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  6. Vorwerk legt IPO-Preis bei €45 je Aktie fest: Die MBB-Tochter Friedrich Vorwerk hat im Rahmen des Angebots 9,2 Mio. Aktien platziert. Davon stammen 2,0 Mio. Aktien aus einer heute in das Handelsregister eingetragenen Kapitalerhöhung sowie 6,0 Mio. Aktien aus dem Bestand der Altaktionäre. Zusätzlich wurden 1,2 Mio. Aktien der Altaktionäre im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption ("Greenshoe-Option") zugeteilt. Das gesamte Angebotsvolumen beläuft sich auf €414 Mio. und auf Basis des endgültigen Angebotspreises von €45 beläuft sich die Marktkapitalisierung der Gesellschaft auf €900 Mio. Vorwerk selbst erhält durch den Börsengang einen Bruttoerlös von €90 Mio.

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    1. Kurze Bewertung deinerseits?

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    2. Als MBB-Aktionär hätte ich auf einen höheren IPO-Preis gehofft. Andererseits hat MBB mit seinem Vorwerk-Investment auch so alles richtig gemacht und wieder viel Mehrwert für die eigenen Aktionäre geschaffen. Wird spannend, wie Vorwerk sich weiter entwickeln wird, da steckt ordentlich Fantasie drin. Die Bewertung ist ordentlich; man sollte dabei aber zwei Kardinalfehler nicht machen: 1. Ankereffekt. Nur weil MBB für seinen Vorwerk-Anteil sehr wenig bezahlt hat, sollte man hieraus nicht ableiten, dass die Firma nichts wert ist (oder viel weniger als was nun aufgerufen wird). 2.Vorwerk ist keine "normale" Tiefbaufirma, die nur ein paar Gräben aufschaufelt. Bzgl. der Gasleitungen geht es Spezialisten, hier gibt es keine Fehlertoleranz. Schlampige Arbeit verursacht Gefahren durch Risse/Löcher. Bei den erdverlegten Stromleitungen gilt ähnliches, auch hier kann nicht jede Tiefbauklitsche einfach ein paar Kabel in 'nen Graben werfen. Der jüngste Zukauf von KORUPP zeigt ja gerade, dass Vorwerk hier auch technologisch ganz vorne mit dabei ist. Nicht umsonst wurde man ausgewählt, für Evonik das H2O-Netz aufzubauen.

      Wenn Vorwerk ordentliche Zahlen vorlegt und den einen oder anderen größeren Auftrag vermelden kann, vielleicht auch den einen oder anderen attraktiven Zukauf, dann dürfte der Kurs sich sehr ordentlich entwickeln. Denke drüber nach, mir ein paar Stücke zu kaufen als Ergänzung zu meinem MBB-Bestand.

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    3. Als Neuaktionär bei Vorwerk schlagen jetzt natürlich zwei Herzen in meiner Brust... :)
      Mein Investment Case beruht genau auf den von dir beschriebenen Faktoren. Der vorhandenen Abgrenzung zu klassischen Tiefbauunternehmen sowie der Erwartung, dass MBB nicht "einfach nur Kasse" machen wollte, sondern Vorwerk die 90 Mio. sinnvoll in anorganisches Wachstum investieren wird.
      Genau wie MBB ist Vorwerk für mich ein klassisches Buy-and-hold Investment, an welchem ich (bald auch wir?) noch viel Freude haben werden.

      Ich danke dir, wie immer, für die Darstellung deiner Gedankengänge!

      BG
      Seb

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  7. Hallo Michael,

    wie ist denn deine Einschätzung kurz- bis mittelfristige Einschätzung zur MBB? Du hattest sie ja bereits Anfang des Jahres nicht mehr zum einem deiner Nebenwertefavoriten gezählt. Der Kurs wurde vorm Jahreswechsel vermutlich stark durch die IPO getrieben.
    Denkst du sie werden sich jetzt erstmal auf die Entwicklung der vorhandenen Unternehmen konzentrieren oder gibt es schon Anzeichen für ein neues Übernahmeprojekt?

    Grüße
    Christoph

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    1. Christoph, ich hatte im Artikel "meine Einschätzung" zu MBB ja am Ende abgegeben: "Viel besser und einen höheren Mehrwert für die eigenen Aktionäre als MBB kann man kaum schaffen. Daher ist und bleibt MBB eine meiner hoch gewichteten Langfristpositionen".

      Nesemeier hatte sich in der Vergangenheit schon mehrfach zum Thema Zukäufe geäußert. MBB erhält sehr viele Anfragen/Angebote, die meisten scheitern aber, weil die Kaufpreisvorstellungen viel zu hoch sind. Bei Vorwerk hatte man nur wenige Tage Zeit für eine Entscheidung und hat zugegriffen. Ich bin bei MBB jetzt knapp 10 Jahre an Bord und in der Zeit hat man drei Spitzen-Akquisitionen getätigt, die innerhalb weniger Jahre ein Vielfaches ihres eingesetzten Kapitals eingespielt haben (Claas, Aumann, Vorwerk). MBB sieht sich dauernd nach neuen Targets um, aber eben nicht Sanierungsfällen, sondern gut positionierten Mittelständlern zum attraktiven Preis. Man agiert eher zurückhaltend und landet deshalb selten Flops. "Anzeichen" für weitere Käufe sehe ich jetzt keine, aber MBB kokettiert auch nicht herum, sondern vermeldet immer nur den Vollzug. Gut möglich, dass erstmal wieder eine nachrichtenlosere zeit bei MBB ansteht. Andererseits hat man jetzt drei Töchter, die selber an der Börse sind (Aumann, Delignit, Vorwerk) und Nachrichten bei diesen halten auch den Newsflow bei MBB hoch. Und, nicht zu vergessen, auch die IT-Tochter DTS wird ja als heißer IPO-Kandidat gehandelt. Da kam halt Vorwerk "dazwischen". Gut möglich, dass dies bald die nächste Story für MBB wird.

      Man sollte sich bei MBB vom Kursverlauf lösen und sich lieber darauf konzentrieren, dass man an einem tollen Unternehmen beteiligt ist, das erheblichen Mehrwert schafft. Auch über "Financiel Engineering". Der letzte Aktienrückkauf von fast 10% der Grundkapitals wurde stark kritisiert, zumal der Preis auch noch oben gesetzt worden war (auf €96). Und doch... verglichen mit den aktuellen €130 hat MBB 35% weniger bezahlt. Das Management agiert sehr besonnen und geschickt. Da kann und sollte man Vertrauen haben. Und Geduld.

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  8. Hallo liebe MBB-Aktionäre und Interessierte,

    was die Führungscrew von MBB mit dem Börsengang hingelegt haben, und das sage ich schon am Vortag der Erstnotiz von F.Vorwerk, ist allererste Sahne!

    Wenn nun noch ein weiterer Aktienrückkauf gestartet oder ein Angebot unterbreitet wird, ist das für mich ein echtes "Bilderbuchvorgehen" zur Wertschöpfung für alle MBB-Investierten.

    Ich wundere mich, dass nicht schon der ein oder andere nach Veröffentlichung des IPO-Preises von 45€ Berechnungen bezüglich des tatsächlichen Wertes einer MBB-Aktie angestellt hat. F.Vorwerk mit um die 90€ (Zufließender Cash- plus Wert Restaktienanteil bei IPO) plus um die 30€ Cash aktuell plus Aumann plus Delignit plus ... plus ... plus

    Tolles Langfristinvestment ohne Enddatum ... Das wächst einfach dank der hervorragenden Arbeit der Unternehmenslenker.

    Gruß,
    Torsten

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  9. Doch, ich :)
    https://lionfolio.org/mbb#comment-515
    Bei 45€ Vorwerk komme ich auf auf einen NAV von 184€ / MBB-Aktie.

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    1. Wobei der Wert noch zu niedrig angesetzt sein dürfte, denn da Du den MBB-Anteil vor IPO mit 60% angibst. Im Februar hat Vorwerk eine Präsentation herausgegeben, in der (auf. S. 88) der MBB-Anteil mit 66,67% ausgewiesen wird. Das wären bei einer Börsenkapitalisierung von Vorwerk iHv €900 Mio. als €600 Mio. in Cash und Aktien für MBB (wobei auch das etwas unscharf ist, da beim IPO ja auch noch 2 Mio. neue Aktien geschaffen werden und MBB hiervon gar nichts hat, weder Cash noch Aktien).

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  10. MBB gehts es gut, aber den Kleinaktionären eher nicht. Die IR finde ich ziemlich katastrophal und so sieht auch der Kurs aus. Neuer Rekord beim innerem Wert und Abstand zum Börsenkurs und der MBB Vorstand glänzt durch Schweigen..........
    Anstatt Vorwerk zu kaufen, sollte der MBB Vorstand mal eine Vertrauenserklärung in Form von Käufen der eigenen Aktie abgeben!
    uwe

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    1. Kann Dein Statement überhaupt nicht nachvollziehen und teile Deine Auffassung nicht. Das MBB-Management macht einen hervorragenden Job und schafft für die Aktionäre erhebliche Wertzuwächse. Man meldet sich mit Meldungen und Präsentationen dann zu Wort, wenn es etwas zu berichten gibt. Das ist professionell und mir allemal lieber, als ständig mit irgendwelchen inhaltslosen und irrelevanten Floskelmitteilungen zugeschmissen zu werden. MBB präsentiert sich mehrmals im Jahr auf Investorenveranstaltungen und auf der Website findet man mehrfach im Jahr die aktuelle Unternehmenspräsentation. Da bleiben kaum Wünsche übrig.

      Und was die Beteiligung am Unternehmen angeht... die beiden Gründer Nesemeier und Freimuth halten über ihre Vermögensverwaltung 65% aller MBB-Aktien. Wie viel mehr Vertrauensbeweis in das eigene Unternehmen willste noch haben?

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  11. Viele Aktien haben All Time High, MBB steht knapp über dem Hoch von 2017, das ist zwar sicher nicht schlecht, aber zu mindestens auch Kursmäßig keine Spitzenleistung.
    Die Dividende war ja schon immer bescheiden. Was mich aber wirklich beunruhigt ist der immer größer werdende Abstand innerer Wert zum Kurs. Hier läuft etwas in die falsche Richtung und ich frage mich halt warum?
    Und wo wir gerade dabei sind, wie will man eigentlich rational den Kauf eines "Klumpen Goldes" vor einigen Jahren sinnvoll erklären, verstehe ich bis heute nicht.
    Eine Unternehmensbeteiligungsfirma investiert in psychisches Gold, dass passt doch überhaupt nicht, selbst wenn es keinen Verlust gebracht hat.
    Es sind diese je nachdem wie man es sehen will "Kleinigkeiten", die mich etwas ratlos
    machen. Fairerweise dann wiederum genial die Zukäufe-aber der Kurs läuft nicht mit, warum?
    Gruß
    uwe

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    1. Die Kursspitze aus 2017 ist/war doch leicht zu erklären. MBB hielt damals einen größeren Anteil an Aumann und deren Kurs ging steil nach oben. Der Aumann-Anteil von MBB war also leicht zu ermitteln. MBB hat dann weitere Anteile an Aumann verkauft bis runter auf rund 35%. MBB hat also Kasse gemacht, während sich die Aussichten bei Aumann (Absatzflaute, US-China-Handelskrieg, Dieselskandal, E-Hypo-Abflachung) deutlich eingetrübt haben. Dann kamen Umsatz- und Gewinnwarnungen bei Aumann und das hat auch den MBB-Kurs mit belastet. Denn auch mit 35% Anteil war Aumann damals noch die gewichtigste Beteiligung von MBB - und wurde und wird vollständig in der Konzernbilanz von MBB konsolidiert. Heißt: Umsatzveränderungen bei Aumann schlagen 1:1 in der MBB-Bilanz auf.

      Wenn man auf den kursverlauf von Beteiligungsgesellschaften von 2017 bis 2020 schaut, laufen die fast alle parallel: ob Aurelius, Blue Cap, Gesco, Indus, Deutsche Beteiligung usw. Es war/ist also nicht MBB-spezifisch, dass der Kurs deutlich nachgegeben hat, sondern die Branche hat ein Tief durchlebt. MBB hat sich vergleichsweise gut geschlagen, weil die Ergebnisse und die Ausrichtung der Portfoliounternehmen weiter gestimmt haben. Da haben andere ganz andere Probleme gehabt oder haben sie noch.

      Dass MBB einen geringen Teil der liquiden Mittel in physischem Gold hält, darüber bin ich auch nicht begeistert. Das ist aber schon seit vielen Jahren so und für mich nun auch kein Grund, am Management zu zweifeln.

      Und was den vermeintlichen großen Abstand zwischen Kurs und innerem Wert angeht, kann ich das auch nicht nachvollziehen. Will sagen: ich kann den inneren Wert von MBB momentan gar nicht bestimmen. Ich weiß nämlich gar nicht, wie groß deren Anteil an Vorwerk jetzt nach dem IPO wirklich ist. Da müssen wir mal die Meldung abwarten nach Ausübung des Greenshoes.

      Und beim Cashanteil muss man auch genauer hinsehen. MBB weist hier immer zwei Zahlen aus: 1. Cash im Konzern und 2. Cash in der Holding. Der Konzernwert ist hierbei nicht zu berücksichtigen, weil er auch die Cashposition bei den Töchtern beinhaltet (und der ist damit bereits beim Wertansatz von Aumann oder Vorwerk mitgezählt worden). Man darf also nur den Cashanteil, der in der Holding liegt, berücksichtigen.

      Mir geistern hier momentan einige zu hohe Berechnungen durch die Gegend. Richtig ist aber, dass der MBB-Kurs deutlich unterhalb seines fairen Werts notiert. Aber meine Schlussfolgerung daraus ist, dass sich hieraus eine Chance ergibt und nicht, dass da irgendwas faul sein muss. Ich bin ja über die Jahre (eher Jahrzehnte) schon bei vielen Beteiligungsgesellschaften an Bord gewesen und die meiste zeit über notieren die mit einem Abschlag zu ihrem NAV. Es gab eigentlich nur einmal eine Phase, wo es bis zu 20% Aufschlag gab, vor allem bei Aurelius. Das war irgendwann zwischen 2015 und 2017 so. Insofern sollte man nicht davon ausgehen, dass der Abschlag zwingend aufgeholt werden muss. Aber wenn er zu groß wird, sieht das nach Chance aus. Und wenn die Aussichten der Beteiligungen sich merklich verbessern, dann auch die der Mutter. Daher habe ich MBB im letzten Sell-off weiter aufgestockt - und bin auch wieder der Deutschen Beteiligung an Bord. Aber das ist eine andere Geschichte...

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    2. Um die Portfoliostruktur von MBB, den Gold- und Aktienanteil besser zu verstehen (denn die Holding hält die kurzfristigen Vermögenswerte meist in Aktien), kann ich nur Nesemeier zitieren: "Sie haben die Chance sich an der Nesemeier- Freymuth Vermögensverwaltung zu beteiligen [...]".
      Denn genau das ist MBB, die private Vermögensverwaltung der beiden, die, aufgrund ihrer Größe und Historie an der Börse gelistet ist. Und genau so führen die beiden die Gesellschaft auch, mit allem, was zu einer professionellen Vermögensverwaltung und -Sicherung dazugehört. Und das auf einem Niveau, dass seinesgleichen sucht. Der Goldanteil ist nur folgerichtig, so wie die Holding auch zusätzlich Aktien internationaler Blue-Chips hält. MBB ist kein spezialisierter Nebenwert, sondern eine breit diversifizierte Vermögensverwaltung mit brilliantem Management.

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