Freitag, 24. März 2017

MBB im Geldrausch: 3.000 Prozent Plus durch Aumann-IPO

Die MBB-Tochter Aumann AG ging heute an die Börse. Aumann ist ein weltweit führender Hersteller von innovativen Spezialmaschinen und automatisierten Fertigungslinien mit Fokus auf Elektromobilität. Das Unternehmen verbindet einzigartige Wickeltechnologie zur hocheffizienten Herstellung von Elektromotoren mit jahrzehntelanger Automatisierungserfahrung, insbesondere in der Automobilindustrie. Weltweit setzen führende Unternehmen auf Lösungen von Aumann zur Serienproduktion rein elektrischer und hybrider Fahrzeugantriebe, sowie auf Lösungen zur Fertigungsautomatisierung.

Angeboten wurden aus einer Kapitalerhöhung 1,5 Mio. Aktien zur Wachstumsfinanzierung im Bereich E-Mobility und zusätzlich stellt Großaktionär MBB im Wege einer Umplatzierung 4,48 Mio. Aktien inklusive Mehrzuteilungsoption zur Verfügung. MBB bleibt also auch nach dem Börsengang mit 53,6% Mehrheitsaktionär, während der Streubesitz nach dem IPO nun 46,4% beträgt. Denn wie MBB mitteilte, war die Emission mehrfach überzeichnet und die Aktien wurden zu 42€ am oberen Ende der Bookbuildingspanne zugeteilt. Inkl. der Mehrzuteilungsoption. Aumann flossen aus der Emission brutto 63 Mio.€ zu, der Rest ging an die Altaktionäre.

Aumann-Kursfeuerwerk erfreut auch MBB
Kurz nach der Aufnahme der Notiz an der Frankfurter Börse schoss der Aumann-Kurs auf 49€ hoch, was zu einer Bewertung von 686 Mio.€ führt. Für MBB ergeben sich hieraus gleich mehrere positive Nachrichten. Denn MBB erzielte einen Bruttoemissionserlös von 175,9 Mio. € und hält weiterhin die Mehrheit von 53,6% an der Aumann AG. Zur Erinnerung: die Aumann AG entstand aus dem Zusammenschluss der MBB Fertigungstechnik (MFT) und der Aumann-Gruppe. Für die MFT hatte MBB 2012 in Summe rund 31 Mio.€ bezahlt, wobei 29 Mio.€ in der Kasse lagen. Und für den 75%-Anteil an Aumann hat man dem Vernehmen nach rund €19 Mio. bezahlt. Also in Summe zwischen 16 und 17 Mio.€ für alle von MBB gehaltenen Anteile. Rechnet man nun die Bruttoemissionserlös von 176 Mio.€ zum MBB-Anteil von 53,6% an der Aumann-Gruppe auf Basis des Aktienkurses von 49€, also 367,7 Mio.€, stehen für MBB nun gut 543 Mio.€ an Börsenwert und Emissionserlös gegen die aufgewendeten 17 Mio.€. Das ist also ein Zuwachs von gut 3.000 Prozent!


 MBB SE (Quelle: finanzen.net
Natürlich hinkt diese Rechnung, denn MBB hat ja in den vergangenen Jahren auch kräftig in die MFT und auch schon in Aumann investiert. Andererseits haben beiden Unternehmen auch bereits signifikante Ergebnisbeiträge bei der MBB abgeliefert. Als Überschlagsrechnung dürfte die Aufstellung aber allemal reichen. Und verdeutlichen, was für einen grandiosen Job die MBB-Verantwortlichen um CEO Christoph Nesemeier und AR-Chef Gerd Maria Freimuth hier seit Jahren abliefern.

Meine Einschätzung
Bei MBB richten sich nun die Augen auf die Frage, was das Unetrnehmen mit dem vielen Geld anfangen wird, also ob es gelingt, neue interessante Beteiligungen für das viele Geld zu finden. Eine Ausschüttung an die Aktionäre scheint mir kaum vorstellbar, dafür würde man sich nicht von Aumann-Anteilen trennen, sondern die 90%-Tochter lieber weiter mit diesem Anteil im Konzern behalten. Gelingt MBB-CEO Nesemann ein weiterer Coup wie bei der Übernahme der Claas Fertigungstechnik oder der Aumann-Gruppe, könnten schon bald dreistellige Kurse winken. Ansonsten dürfte es dank des starken Wachstums bei Aumann und der soliden Entwicklung bei allen übrigen MBB-Konzerngesellschaften wohl spätestens 2018 soweit sein.

MBB befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und als eines meiner großen Ankerinvestments in meinem Depot. Und Aumann nehme ich wie angekündigt ebenfalls auf die Empfehlungsliste - bei der Neuemission selbst kam ich ja nicht zum Zug, aber im vorbörslichen Handel bei Tradegate habe ich bei knapp über 44,14€ zugeschlagen und eine erste Position gekauft. Wohl wissend, dass Aumann zu diesem Kurs ambitioniert bewertet ist und diesen Kurs durch Geschäftserfolge rechtfertigen muss. Der Boom bei der Elektromobilität bietet Aumann aber die besten Chancen hierfür.

Die Analysten von SMC Research haben folgerichtig ihr MBB-Kursziel deutlich auf 99,10€ angehoben (zuvor 84€) und bleiben bei Ihrer Kaufempfehlung. Für 2017 erwarten sie dank des IPOs einen Ergebnissprung auf 23,69€ je Aktie (2016: €2,61€), also mehr als eine Verzehnfachung des Jahresüberschusses. Und für 2018 dann ein EPS von 3,26€.

1 Kommentar:

  1. Hallo Michael,

    kommt es auf den Broker an, ob man hier über Tradegate reinkommt? Bei mir steht da nach wie vor "Für den Handel an diesem Börsenplatz ist kein Kurs verfügbar." für Tradegate (via Consors).

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