Dienstag, 2. Mai 2017

Deutsche Beteiligung hebt Jahresprognose an: Konzernergebnis steigt mindestens 20%

Die Deutsche Beteiligungs AG muss sich korrigieren. Genauer gesagt: sie muss ihre Jahresprognose anheben. Und zwar für das Geschäftsjahr 2016/2017, das vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 läuft. Dieses wird voraussichtlich mit einem Konzernergebnis abschließen, das das vergleichbar ermittelte Ergebnis des vorangegangen Geschäftsjahres 2015/2016 in Höhe von 46,3 Mio. Euro deutlich überschreiten wird, also um mehr als 20 Prozent. Die DBAG käme so rechnerisch auf ein Konzernergebnis 2016/2017 von mindestens 56 Mio. Euro und damit würde die DBAG bei einem Aktienkurs von 35 Euro mit einem deutlich einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis bewertet. Bisher war ein Ergebnis moderat, also zwischen 10 und 20 Prozent, unter dem des Vorjahres erwartet worden.

Die Prognose unterstellt gegenüber dem Stand zum 31. März 2017 weitgehend unveränderte Bewertungsverhältnisse am Ende des Geschäftsjahres. Grundlage für die Anhebung der Prognose ist das vorläufige Konzernergebnis nach dem ersten Halbjahr, das nun rund 44 Mio. Euro erreichen wird, und in dem nicht geplante positive Ergebnisbeiträge aus dem Beteiligungsgeschäft berücksichtigt sind. Diese ergeben sich aus bereits vereinbarten bzw. abgeschlossenen Veräußerungen, spiegeln aber auch Erkenntnisse aus Interessenbekundungen potenzieller Käufer für einzelne Portfoliounternehmen sowie den zum Teil signifikanten Anstieg von Bewertungsverhältnissen an den Kapitalmärkten wider. Zur Erinnerung: die DBAG bilanziert nach IFRS und daher findet sich Bewertung der Beteiligungen Einzug in das Ergebnis.

Warburg Research hat sein Kaufvotum sowie das Kursziel von 39,50 Euro bestätigt, will aber die Schätzungen nach den Quartalszahlen überarbeiten. Die neuen Unternehmensziele erschienen konservativ.

Meine Einschätzung
Die DBAG hat eine hervorragenden Ruf in der Branche und kann einen sehr langen und sehr erfolgreichen Track-Record aufweisen. Sie verdient nicht nur direkt über ihre Co-Investments an den Beteiligungen in den von ihr gemanagten Fonds, sondern auch an den hierfür eingenommenen Gebühren. Dies sorgt für einen stetigen und steigenden Strom an Einnahmen, losgelöst vom schwankungsanfälligeren Erfolg beim Verkauf von Beteiligungen.

 DBAG (Quelle: finanzen.net
Bei einer Eigenkapitalquote von mehr als 90 Prozent standen zum Jahresende allein aus der Bilanz der DBAG knapp 80 Mio. Euro für Investitionen bereit, die zuzüglich weiterer Rückflüsse aus bereits vereinbarten Veräußerungen und einer Kreditlinie über 50 Mio. Euro ausreichen werden, um die Co-Investitionszusagen der DBAG in diesem und den kommenden zwei Jahren erfüllen zu können. Und mit jedem Neuerwerb werden die Gewinne aus Beteiligungsverkäufen und die Einnahmen aus der Bewirtschaftung der Beteiligungs-Fonds weiter ansteigen und damit auch die Aussicht auf steigende Dividenden fortbestehen.

Die Deutsche Beteiligungs AG ist seit Jahrzehnten erfolgreich am Markt unterwegs. Ihre Ausrichtung als Asset-Manager, der Beteiligungs-Fonds auflegt und sich an diesen über Co-Investments auch selbst beteiligt, funktioniert hervorragend. Dabei ist das Risiko begrenzt, während die breite Diversifikation im DBAG-Portfolio die Aktie zu einem "Best-of-Deutscher-Mittelstand-Investment" macht. Die zuletzt vorgelegten Ergebnisse und die heutigen Anhebung der Jahresprognosen zeigen, welches Potenzial im DBAG-Ansatz steckt - und damit in der Aktie, die für langfristig orientierte Anleger ein ausgezeichnetes Chance-Risiko-Verhältnis aufweist.

Die DBAG befindet sich auf meiner Empfehlungliste und in meinem Depot.


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ERGÄNZUNG VOM 03.05.2017, 10:04

▸ DBAG veräußert Beteiligung an Romaco Group

Die Deutsche Beteiligungs AG schließt ihre Beteiligung an der Romaco Group erfolgreich ab. Sie veräußert zunächst rund drei Viertel ihrer Anteile an dem Maschinenbauunternehmen an einen strategischen Käufer: Die Truking-Gruppe ist ein führender chinesischer Maschinenbauer, der mehrheitlich in den Händen des Gründers liegt und bereits einen Teil der Unternehmensgruppe an die Börse gebracht hat.

Auch der von der DBAG verwaltete DBAG Fund V veräußert quotal mit, so dass DBAG und DBAG Fund V mit zunächst 24,9 Prozent beteiligt bleiben. Diese Anteile werden innerhalb der kommenden drei Jahre abgegeben; DBAG und DBAG Fund V können so den Übergang des Unternehmens zum neuen Gesellschafter begleiten. Entsprechende Verträge wurden am Freitag unterzeichnet; ihr Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Zustimmung.

Die DBAG und der DBAG Fund V hatten Romaco im April 2011 erworben. Jetzt beenden sie die Beteiligung erfolgreich. Der Veräußerungserlös entspricht mehr als dem Doppelten des ursprünglichen Investments. Der auf die DBAG entfallende Teil übersteigt den Wertansatz der Beteiligung im IFRS-Abschluss der DBAG zum 31. Dezember 2016; die Veräußerung führt deshalb im zweiten Quartal 2016/2017 (Stichtag: 31. März 2017) zu einem Ergebnisbeitrag von rund sechs Millionen Euro.


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ERGÄNZUNG VOM 12.05.2017, 13:45

▸ DBAG veräußert Beteiligung an Formel D

Die Deutsche Beteiligungs AG schließt ihre Beteiligung an der Formel D GmbH sehr erfolgreich ab und veräußert ihre Anteile an 3i Group plc. Auch der von der DBAG verwaltete DBAG Fund V und das Formel D-Management veräußern ihre Anteile. Die DBAG und der DBAG Fund V hatten Formel D vor vier Jahren von den Gründungsgesellschaftern erworben und durch ein Management-Buy-out (MBO) die Familiennachfolge geregelt.

Der auf die DBAG entfallende Teil des jetzt vereinbarten Veräußerungserlöses übersteigt den Wertansatz der Beteiligung im IFRS-Abschluss der DBAG zum 31. März 2017. Die Veräußerung führt deshalb im dritten Quartal 2016/2017, das am 30. Juni 2017 endet, zu einem Ergebnisbeitrag von rund 10 Mio. Euro. Dieser Ergebnisbeitrag ist in der am vergangenen Dienstag veröffentlichten Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2016/2017 nicht berücksichtigt gewesen!

Folglich geht die DBAG nun davon aus, das Geschäftsjahr 2016/2017 mit einem Konzernergebnis von mindestens 66 Mio. Euro abzuschließen - und damit würde das KGV noch deutlicher unter die 10er-Marke gedrückt.


Das Finance-Magazin hat dazu einen sehr interessanten Artikel mit einigen Zahlenspielen veröffentlicht (der Kaupfreis wurde von den Beteiligten ja nicht genannt). Dabei wird darauf hingewiesen, dass 3i knapp 247 Mio. Euro an Eigenkapital investieren wolle und das ließe auf einen Gesamtkaufpreis von 500 Mio. Euro schließen. Dabei habe die DBAG die Formel D GmbH Marktkreisen zufolge Anfang 2013 für weniger als 100 Mio. Euro erworben. Die Rendite bei dem Deal sei für die DBAG also "enorm hoch".

Kommentare:

  1. Die Deutsche Beteiligungs AG schließt ihre Beteiligung an der Romaco Group erfolgreich ab. Sie veräußert zunächst rund drei Viertel ihrer Anteile an dem Maschinenbauunternehmen an einen strategischen Käufer: Die Truking-Gruppe ist ein führender chinesischer Maschinenbauer, der mehrheitlich in den Händen des Gründers liegt und bereits einen Teil der Unternehmensgruppe an die Börse gebracht hat.

    Auch der von der DBAG verwaltete DBAG Fund V veräußert quotal mit, so dass DBAG und DBAG Fund V mit zunächst 24,9 Prozent beteiligt bleiben. Diese Anteile werden innerhalb der kommenden drei Jahre abgegeben; DBAG und DBAG Fund V können so den Übergang des Unternehmens zum neuen Gesellschafter begleiten. Entsprechende Verträge wurden am Freitag unterzeichnet; ihr Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Zustimmung.

    Die DBAG und der DBAG Fund V hatten Romaco im April 2011 erworben. Jetzt beenden sie die Beteiligung erfolgreich. Der Veräußerungserlös entspricht mehr als dem Doppelten des ursprünglichen Investments. Der auf die DBAG entfallende Teil übersteigt den Wertansatz der Beteiligung im IFRS-Abschluss der DBAG zum 31. Dezember 2016; die Veräußerung führt deshalb im zweiten Quartal 2016/2017 (Stichtag: 31. März 2017) zu einem Ergebnisbeitrag von rund sechs Millionen Euro.

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  2. Die DBAG schließt ihre Beteiligung an der Formel D GmbH sehr erfolgreich ab und veräußert ihre Anteile an 3i Group plc. Der auf die DBAG entfallende Teil des jetzt vereinbarten Veräußerungserlöses übersteigt den Wertansatz der Beteiligung im IFRS-Abschluss der DBAG zum 31. März 2017. Die Veräußerung führt deshalb im dritten Quartal 2016/2017, das am 30. Juni 2017 endet, zu einem Ergebnisbeitrag von rund 10 Mio. Euro. Dieser Ergebnisbeitrag ist in der am vergangenen Dienstag veröffentlichten Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2016/2017 nicht berücksichtigt gewesen!

    Folglich geht die DBAG nun davon aus, das Geschäftsjahr 2016/2017 mit einem Konzernergebnis von mindestens 66 Mio. Euro abzuschließen - und damit würde das KGV noch deutlicher unter die 10er-Marke gedrückt.

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  3. Das Finance-Magazin hat dazu einen sehr interessanten Artikel mit einigen Zahlenspielen veröffentlicht (der Kaupfreis wurde von den beteiligten ja nicht genannt). Dabei wird darauf hingewiesen, dass 3i knapp 247 Mio. Euro an Eigenkapital investieren wolle und das ließe auf einen Gesamtkaufpreis von 500 Mio. Euro schließen. Dabei habe die DBAG die Formel D GmbH Marktkreisen zufolge Anfang 2013 für weniger als 100 Mio. Euro erworben. Die Rendite bei dem Deal sei für die DBAG also "enorm hoch".

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  4. Quartalsbericht ist draußen; tolle Zahlen!

    Aber: "Für das gesamte Geschäftsjahr erwarten wir deshalb ein Konzernergebnis, das leicht, also um bis zu zehn Prozent, über dem zum aktuellen Stichtag erreichten Konzernergebnis liegt."

    Nehme meine Gewinne erst mal mit.

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    1. Gewinnmitnahmen bei der DBAG halte ich für einen Fehler. Die von Dir zitierte Formulierung ist nämlich eine - weitere - Prognoseanhebung! Die DBAG war bisher von 56 Mio. Euro ausgegangen (Prognoseanhebung vom Mai) und hat nun in Q3 bereits 78,6 Mio. Euro erzielt. Das Jahresergebnis wird nun mind. 10% darüber erwartet, also bei mind. 86 Mio. Euro!!! Ich selbst hatte bisher 83 Mio. taxiert. Nicht vergessen, das Geschäftsjahr der DBAG endet ja bereits zum 30.09.

      Auf Basis des Kurses von 42,50 Euro sprechen wir von einem KGV von unter 5!!!

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    2. Hi Michael, ich habe meine Gewinne aus dem Verkauf meiner Position heute früh in Blue Cap Aktien investiert bei Kurs 14,25. Bin happy 8) Warte bei der Dt. Bet. AG auf einen Kursrücksetzer. Meine Fantasie ist da gerade raus.

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    3. "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."
      (Albert Einstein)

      Insofern haste dann ja alles richtig gemacht. ;-)

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