Freitag, 13. Dezember 2019

Schon wieder 20% mehr: American Tower ist ein erstklassiger Dividendenwachstumswert

Mit American Tower [WKN: A1JRLA] setzte ich auf einen Spezial-REIT, der zu den großen Gewinnern des Mobil- und Smartphone-Booms gehört. Die neuste Netz-Generation (5G) wird gerade weltweit ausgerollt und für diese sind viel mehr Standorte nötig als für die vorangehenden Generationen, da die Funkzellen wesentlich kleiner sind und die Antwortzeiten wesentlich schneller ("Latenz"). Da American Tower sein Wachstum auch über Schulden finanziert, spielen dem Unternehmen die weltweit wieder sinkenden und dauerhaft niedrigen Zinsen zusätzlich in die Karten und pimpen das Finanzergebnis - und die Gewinne - zusätzlich.

Für Einen REIT (Real Investment Trust), der seine Gewinne nicht versteuern muss, solange er im Gegenzug mehr als 90% seines Gewinns an seine Aktionäre ausschüttet, bietet American Tower mit knapp 2% eine eher magere Dividendenrendite. Doch die Aktionäre dürften dennoch hoch erfreut sein, da die Entwicklung des Aktienkurses kaum Wünsche offen lässt und weil American Tower enorme Wachstumssprünge bei seinen Dividendenausschüttungen aufweist.

American Tower (Quelle: wallstreet-online.de)

20% mehr Dividende

Soeben hat man die neuste Ausschüttung verkündet: am 14. Januar 2020 werden $1,01 je Aktie ausgekehrt (der Ex-Dividendentag ist der 26. Dezember) und damit 6 Cents mehr als zuvor - eine Steigerung um 6,3% ggü. dem Vorquartal. Vor einem Jahr lag die Dividende noch bei 84 Cents, so dass innerhalb nur eines Jahres die Dividende um satte 20,2% angehoben wurde. Und auch das Jahr zuvor legte AMT eine Steigerungsrate von 20% hin; Ausgangsbasis waren 70 Cents. Dabei steigert American Tower seine Dividende von Quartal zu Quartal und daher springt man zu kurz, wenn man die erste Dividendenzahlung des Jahres einfach auf das Jahr hochrechnet.

Meine Einschätzung

Für Dividenden-Fans bleibt American Tower erste Wahl, denn die optisch niedrige Dividenden wird durch deutliche Kurssteigerungen und 20-prozentige Dividendensteigerungen mehr als wettgemacht. Der Boom bei mobilen Anwendungen, ob es e-Mobilität und autonomes Fahren sind, das vernetzte Haus, Industrieanwendungen oder automatisierte chirurgische Eingriffe, sie alle benötigen die neuen Datennetze und diese wiederum eine Vielzahl an Standorten für die Sende- und Empfangsgeräte. Und mit 5G ist ja nicht Schluss, die nächste Generation steht schon in den Startlöchern; daher wird American Tower noch lange von einer wachsenden Nachfrage beglückt werden und sich auf viele Jahre eine goldene Nase verdienen. Und ich mit...ツ

Disclaimer
American Tower befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Hallo Michael,
    und die hohe Verschuldung bzw. Wachstum durch Schulden schreckt dich nicht? Mich iwie schon..

    Wie die Zinspolitik in einem Jahr aussieht, weiß aktuell wohl niemand.
    Wann könnte der Fall eintreten, die Dividendenausschüttungen zu reduzieren?

    VG

    Joe

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    1. Nein, die hohe Verschuldung stört mich nicht, da die weiteren Schulden für Investitionen aufgenommen werden, die unmittelbar wieder neue Mieten und Cashflows erzeugen, die dann den Schuldendienst leisten können.

      Bei AMT (und auch bei Wettbewerber Crown Castle) wird das ganze eingenommene Geld in den Ausbau des Geschäfts gesteckt. Man "baut" einen Sendemast und vermietet ihn langfristig an die Telekoms - bzw. an bis zu vier pro Mast (bei 5G-Zellen-Standorten in den Städten können natürlich nicht 4 Sende-/Empfangseinheiten gleichzeitig hängen). Hieraus ergibt sich ein gut zu kalkulierender Cashflow, dem natürlich der Aufwand für die Investitionen gegenübersteht. Vor allem für Zinsen und Abschreibungen. Allerdings können die Mobilfunkmasten auch nach ihrer völligen Abschreibung noch viele Jahre weiter genutzt werden und ohne die Abschreibungen bleibt unterm Strich dann sehr schnell sehr viel Geld als Gewinn hängen. Doch das ist noch Zukunftsmusik, denn momentan investiert American Tower den Großteil seines Cashflows in neue Standorte und Sendemasten. Der Gewinn ist daher vergleichsweise niedrig und was trotzdem noch übrig bleibt muss am Ende größtenteils an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Andererseits erzielt man seine Erlöse zuvor auch, ohne Ertragssteuern abführen zu müssen (die Versteuerung der Gewinne erfolgt also nicht auf Unternehmensebene, sondern beim Aktionär).

      Eine Parallele zu AMT kann man in gewisser Weise in/bei Amazon sehen - 25 Jahre lang keine Gewinne, aber ein Kurswachstum ohne Ende. Weil die Cashflows enorm gesteigert wurden und das Geld sofort wieder in den Ausbau des Business geflossen ist. Die Überlegung ist doch: wie würde der Gewinn aussehen, wenn ein Jahr lang keine Investitionen mehr erfolgen würden? Dann hätte man ein hoch profitables Business ohne Wachstum, aber mit steigenden Margen und Gewinnen. Wie eBay. Hand aufs Herz, wärst Du die letzten 20 Jahre lieber bei Amazon oder bei eBay Aktionär gewesen? Genau. Und deshalb ist Jeff Bezos einer drei reichsten Menschen der Welt und nicht die eBay-Gründer. ;)

      Als Dividende muss bei einem REIT mindestens 90% des Gewinns ausgeschüttet werden. Eine Dividendenkürzung kommt also dann in betracht, wenn der Gewinn massiv einbricht. Wenn also eine der großen Telekomfirmen pleite geht und nicht mehr zahlen kann. Oder wenn die Zinsen deutlich anziehen und im Gegenzug die für die Investitionen aufgenommenen Kredite mit variablen Zinssätzen ausgestattet sind. Aber so blöd sind die bei AMT bestimmt nicht, Stichwort Fristenkongruenz. Haste ein Invest für 20 Jahre (also 5% Abschreibung), einen Pachtvertrag für 20 Jahre, dann zurrste auch den Kreditzins für 20 Jahre fest. Dann weißte genau, wie hoch Dein Cashflow ist und Deine Marge. Solider kann man das nicht kalkulieren. Allerdings kann man natürlich auch eine "Schmerzgrenze" für den Kreditzinssatz festlegen und den Kredit variabel aufnehmen, also billiger. Solange der Zinssatz unter der Schmerzgrenze liegt, macht man zusätzlichen Gewinn. Zieht er dann an, zurrt man die Konditionen fest und senkt das eigene Risiko. Ein bisschen Financial Engineering gehört auch dazu...

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  2. Auszug Dividenenfluss:
    Langfristige Mietverträge sichern wiederkehrende Umsätze

    Das solide Geschäftsmodell von AMT generiert 98% der Umsätze aus langfristigen Leasingverträgen mit Mobilfunkanbietern. Das Geschäftsmodell umfasst die Vermietung von Flächen an Mobilfunkbetreiber zur Installation und Verwaltung ihrer Geräte im Rahmen langfristiger (10 Jahre) und nicht kündbarer (was zu einer niedrigen Churn Rate führt) Verträge mit Mieteskalationen auf der Grundlage eines festen Prozentsatzes (durchschnittlich ~3% in den USA). AMT erwartet, dass in zukünftigen Perioden rund 35 Milliarden US-Dollar (5x der Immobilienerlöse 2018) an nicht kündbaren Mietervermietungserlösen (einschließlich Asien, EMEA und Lateinamerika) generiert werden, basierend auf den Wechselkursen und den zum 31. Dezember 2018 bestehenden Mietverträgen.
    Als kurze Ergänzung zu dem Thema.
    Herr Kissig ich hoffe das ist iO das ich hier auf einen anderen Finanzblogger verweise. Ansonsten bitte löschen und Mea Culpa. Maxima.

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  3. Hallo,
    ich überlege in AMT oder Crown Castle - als Buv- and Hold (wg. der Dividende)zu investieren. Welcher Wert wäre zu favorisieren? Hat AMT ggf. die höheren Div.-Wachstumsaussichtrn im Vergleich zur Zeit höreren Dividende von Crown Castle? Vieln Dan für die Einschätzung bzw. Info.
    VG

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    1. Der grundlegende Unterschied zwischen American Tower und Crown Castle ist meiner Meinung nach, dass CCI fast ausschließlich auf die USA fokussiert ist, während AMT auch außerhalb der USA sehr aktiv ist. Daher bietet AMT höhere Chancen, aber eben auch höhere Risiken (zB wegen politischer Instabilitäten in Südamerika, Asien) und ein höheres Wechselkursrisiko.

      Bzgl. der Dividenden passt AMT diese in jedem Quartal (nach oben) an, während CCI die Dividenden jeweils für vier Quartale stabil hält. Auf Jahresbasis hat CCI bei den beiden letzten Dividendenanhebungen jeweils 7% draufgesattelt, AMT jeweils 20%. Das Dividendenwachstum ist bei AMT als fast dreimal so hoch.

      Ich habe ausschließlich AMT im Depot, nicht aber CCI, weil ich AMT für die aussichtsreichere Wahl halte.

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