Sonntag, 30. September 2018

Was ist... eine Aktiendividende?

Aktiengesellschaften schütten oft einen Teil ihrer Gewinne in Form von Dividenden an ihre Aktionäre aus. Dies erfolgt ganz überwiegend als Bardividende und der Aktionär erhält Geld auf sein Konto und er muss diese gegenüber dem Finanzamt versteuern; in Deutschland in der Regel über die sog. Abgeltungssteuer, eine spezielle Form der Kapitalertragsteuer.

Eine Alternative zur Bardividende ist die sog. Aktiendividende, bei der die Ausschüttung in Form neuer Aktien erfolgt. Der Aktionär erhält also Aktien anstelle der Bardividende - steuerlich ist auch diese Aktiendividende so zu behandeln wie die "normale" Bardividende. Deshalb erfolgt die Ausschüttung in der Art, dass der entsprechende die Steuer ausmachende Betrag als Bardividende deklariert - aber einbehalten und an das Finanzamt abgeführt - und der verbleibende Rest als Aktiendividende in das Depot des Aktionärs gebucht wird. Der Aktionär hat nach der Dividendenzahlung also nicht mehr Geld auf dem Konto, aber mehr Aktien im Depot. Mit allen Rechten und Pflichten, die auch schon die alten Aktien gewährten, also insbesondere einem Anspruch auf den anteiligen Unternehmensgewinn.

Freitag, 28. September 2018

Portfoliocheck: Deshalb hat Seth Klarman jetzt AT&T im Depot

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das Aktien Magazin von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

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Bei meinem vierten Portfoliocheck geht es um Seth Klarman, einen herausragenden Value Investor Graham'scher Schule, der sogar von Warren Buffett lobend erwähnt wird - und dennoch vielen Anlegern nicht bekannt ist. Zu Unrecht, denn seit Jahren erzielt er überragende Renditen. Durchschnittlich 19% pro Jahr, um genau zu sein, und das seit 1982.

Im zweiten Quartal hat Klarman vor allem im Medienbereich zugekauft und als eine seiner neusten größten Positionen findet sich auf einmal der Telekommunikationsriese AT&T (WKN: A0HL9Z) in seinem Portfolio wieder. Die Frage ist nur, wieso...

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Donnerstag, 27. September 2018

Was ist... eine Berichtigungsaktie?

Berichtigungsaktien gibt ein Unternehmen an seine Aktionäre aus, wenn es eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln vornimmt. Bei diesem "Aktiensplit" werden Rücklagen in Grundkapital umgewandelt und an die bisherigen Aktionäre im Verhältnis ihres Anteils am Grundkapital ausgegeben.

Bei diesem Vorgang ändern sich weder das Vermögen noch die Kapitalausstattung der Gesellschaft. Bilanzrechtlich handelt es sich um einen Passivtausch innerhalb des Eigenkapitals.

Für den Aktionär ändert sich an seiner Vermögensposition nichts: nach Ausgabe der Berichtigungsaktien hat er zwar mehr Aktien als zuvor, diese notieren aber niedriger, denn der Wert des Unternehmens hat sich ja nicht verändert, da - anders als bei einer "normalen" Kapitalerhöhung - ja kein frisches (zusätzliches) Geld in das Unternehmen geflossen ist. Der Aktienkurs passt sich also der neuen Aktienanzahl durch ein verringertes Kursniveau an.

Mittwoch, 26. September 2018

Weshalb Datagroup und TTL Beteiligung die Jahresprognosen anheben (müssen)...

Von Gewinnwarnungen spricht man, wenn Unternehmen mitteilen, dass sie ihre eigenen Prognosen verfehlen werden. Und dies hat zumeist deutliche Irritationen bei den Aktienkursen zufolge, da auf die Schlagzeile selbst reagiert wird, bevor auch nur ein Gedanke an den Inhalt verschwendet wird. Die Börsenhektik fordert ihren Tribut: Aktion vor Ratio.

Doch auch ein deutliches Übertreffen der bisherigen Prognosen ist eine Abweichung und somit eine Art Gewinnwarnung, jedenfalls im klassischen Sinn des Wortes. Denn das Unternehmen "warnt" den Kapitalmarkt ja vor (höheren) Gewinnen.

Beim IT-Spezialisten Datagroup (WKN: A0JC8S) und dem Gewerbe-Immobilienprofi TTL Beteiligung und Grundbesitz (WKN: 750100) können sich Anleger nun über genau solche Warnungen vor mehr Gewinn freuen. Und bei beiden war das durchaus absehbar...

Dienstag, 25. September 2018

Benjamin Graham mahnt: Schaue zuerst auf das Risiko und dann erst auf die Rendite!

Herausragende Erfolge an der Börse feiert man, wenn es einem gelingt, Aktien zu einem Kurs deutlich unterhalb ihres wirklichen Werts zu kaufen. Und dann geduldig auf den Kursanstieg zu warten, der irgendwann fast zwangsläufig erfolgt, wenn an der Börse diese Unterbewertung registriert und folgerichtig abgebaut wird.

Nun liegt es allerdings in der menschlichen Natur, lieber mit der Herde zu ziehen, als sich gegen den Strom zu stellen. Durch die Börsenbrille betrachtet, agieren Anleger eher wie Lemminge als wie Leitwölfe. Und daher schneiden sie beim Stock-Picking zumeist noch schlechter ab als die Profis. Es ist halt einfacher, den angesagten Aktien hinterherzulaufen, als sich für die hässlichen, ungeliebten Mauerblümchen zu erwärmen.

»Ein Investment liegt immer dann vor, wenn nach einer gründlichen Analyse in erster Linie Sicherheit und erst im Anschluss daran eine zufriedenstellende Rendite steht.«
(Benjamin Graham)

Dabei sind gerade sie es, die außergewöhnliche Renditechancen versprechen. Wenn man denn nicht voll ins Drecksloch greift, genauer gesagt, in eine Value Trap tritt. Doch was ist so eine Wertfalle und wie erkennt man den Unterschied zwischen weitgehend wertlosem Aktien-Katzengold und dem wirklichen Aktien-Goldfund?

Montag, 24. September 2018

Börsenweisheit der Woche 39/2018

"Buy & Hold bedeutet nicht kaufen und vergessen. Es bedeutet kaufen und überprüfen – und zwar die Investmentthese. Je kleiner das Unternehmen, desto öfter muss man sie überprüfen."
(Ian Cassel)

Samstag, 22. September 2018

"Intelligent investieren" gewinnt den valueDACH Value Investing Blogpreis 2018 und belegt Platz 1 sowohl bei der Publikumsabstimmung als auch bei der Juryentscheidung!

Die Value Investing Community ValueDACH hat in diesem Jahr erstmals den valueDACH Value Investing Blogpreis ausgelobt. Die Auswahl erfolgte in den letzten sechs Wochen sowohl über ein Publikumsvotum als auch durch eine Juryentscheidung. Und in dieser saßen neben Tilman Versch und Hendrik Michels, den Initiatoren von ValueDACH, die beiden hochkarätigen Value Investoren Frank Fischer (Shareholder Value Beteiligungen, Fondsmanager des Jahres 2018) und Dr. Hendrik Leber (Acatis, Fondsmanager des Jahres 2017).

Mein Blog war auch nominiert und ich war sehr gespannt, wer denn am Ende die Nase vorn haben würde. Denn das Teilnehmerfeld war überschaubar, dafür allerdings überaus kompetent besetzt - bei vielen der zur Abstimmung stehenden Blogs bin ich regelmäßig als Leser zu Gast.

Umso erstaunter - und erfreuter - war ich, als mir Tilman Versch mitteilte, mein Blog wäre vom Publikum auf den ersten Platz gewählt worden. Da war ich erstmal sprachlos und habe mich riesig gefreut! Dieses Blog habe ich vor beinahe genau sieben Jahren ins Leben gerufen und es ist ein Einzelprojekt. Kein Team, keine Familie, kein Manager, der dahinter steht. Nur ich. Und ihr! Ihr, die Leser, diejenigen, die mit mir hier diskutieren über meine Artikel, über das Investieren und über einzelne Aktien, ihr macht dieses Blog zu dem, was es heute ist. Und es ist eben heute viel mehr, als es am Anfang war...

Buffett warnt: "Spekuliere niemals auf Kredit, denn Kredit ist wie Sauerstoff!"

Unternehmen nutzen Fremdkapital, der Staat begibt Anleihen, Privatleute finanzieren Möbel, Autos, Häuser über Kredite. Weshalb sollten Anleger nicht auch auf Kredite zurückgreifen, um an der Börse zu spekulieren? Immerhin gibt es speziell zugeschnittene Wertpapierkredite (auch Effekten-Lombard-Kredit genannt), bei denen man zu vergleichsweise attraktiven Zinskonditionen Kredit erhält gegen Verpfändung von Wertpapieren. Also eigentlich eine sichere Sache, oder?

Jedenfalls so lange, bis die Aktienkurse zu fallen beginnen. Denn dann sinkt auch der Wert der als Sicherheit hinterlegten Papiere und wenn er unter den des Kreditbetrages fällt, fordert die Bank zum Nachschießen auf (sog. Margin Call). Dann muss man entweder frisches Geld einzahlen, um den Kreditbetrag zu senken, oder Wertpapiere veräußern. Die besondere Gefahr liegt darin, dass die Wertpapiere niemals zu ihrem Nominalwert, also 100%, als Sicherheit akzeptiert werden. Aktien von DAX-Unternehmen sind meist zu 60% beleihbar, ausländische Aktien zu 50%, Optionsscheine und andere Derivate überhaupt nicht. Ist der Kreditbetrag ausgereizt und die Kurse laufen in die falsche Richtung, muss man Wertpapiere glattstellen, nachdem sie bereits erhebliche Kursverluste verzeichnet haben. Die Ansätze des Value Investings sind aber genau andere: in Krisen zukaufen und in Euphorie verkaufen - und dazwischen einfach abwarten.

»Kredit ist wie Sauerstoff. Ist er vorhanden, bleibt seine Anwesenheit unbemerkt. Fehlt er, ist das alles, was bemerkt wird. Schon eine kurze Phase ohne Kredit kann ein Unternehmen in die Knie zwingen.«
(Warren Buffett)

Freitag, 21. September 2018

Portfoliocheck: Starinvestor Ken Fisher liebt Bäume. Und Microsoft...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das Aktien Magazin von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

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Bei meinem dritten Portfoliocheck geht es um Ken Fisher, der mal Value Investor ist, wenn dieser Ansatz die besseren Renditen verspricht, und Growth Investor, wenn es hiermit mehr zu verdienen gibt. Auf lange Sicht hat der Value-Ansatz die Nase vorn, aber die Geschichte zeigt auch, dass selten beide Ansätze gleichzeitig überdurchschnittliche Renditen abwerfen. Und Fisher versucht stets, auf der besseren Welle zu surfen. Aktuell setzt er stark auf Tech-Werte und Microsoft (WKN: 870747) ist eines seiner größten Investments, das er im zweiten Quartal sogar noch etwas ausgebaut hat...

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Disclaimer
Microsoft befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Rocket Internet bleibt unverstanden. Das birgt Risiken. Und Chancen. Aber auch mehr?

Zuletzt war es ruhiger geworden um die Startup-Schmiede und Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet (WKN: A12UKK), doch nun nimmt das mediale Interesse wieder spürbar zu. Dabei scheint das Geschäftsmodell noch nicht bei jedem angekommen zu sein; doch das ist gar nicht schlimm, sondern kann für mutige Anleger auch eine besondere Chance darstellen. Wenn man denn versteht, auf was man sich einlässt. Denn an der Börse scheitern die meisten Investments nicht an fehlendem Erfolg der Unternehmen, sondern an enttäuschten Erwartungen der Anleger. Daher gehört zur erfolgreichen Aktienanlage nicht nur, das Unternehmen auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor man auch nur den ersten Euro investiert, sondern bereits im Vorfeld seine Erwartungen zu definieren. Beides zusammen sind die tragenden Säulen eines soliden Investmentcases.

Und Rocket Internet ist ein exemplarisches Beispiel dafür, dass Anleger falsche und zu hohe Erwartungen hatten - und teilweise noch haben - und dann "die Schuld" bei Enttäuschungen beim Unternehmen abladen. Das ist natürlich wenig zielführend und bringt unterm Strich auch keinen einzigen Renditepunkt mehr. Dabei kann Rocket Internet durchaus mit Interessantem aufwarten...

Donnerstag, 20. September 2018

Warren Buffett weiß, was Anleger unbedingt vermeiden sollten...

Der wohl bekannteste und weltweit erfolgreichste Value-Investor Warren Buffett macht aus seiner Investment-Philosophie kein Geheimnis. Seine Investmentholding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) führt er nach diesen Prinzipien und versteht es immer wieder, auch schwierige Zusammenhänge leicht verständlich zu präsentieren.

Auf CNBC beantwortet er schon seit Jahren immer mal wieder mehrere Stunden lang Fragen von Anrufern und gibt dabei kluge Ratschläge, wie Anleger sich verhalten sollten - und was sie auf jeden Fall vermeiden müssen.

Fühle dich nicht schlecht, wenn der Aktienmarkt fällt
Buffett sagte, er habe am Freitagabend Aktien gekauft und am Montagmorgen habe er gesehen, diese seien deutlich gefallen. Das seien gute Nachrichten. Auf die Nachfrage, ob er weitere Aktien kaufen werde, antwortete Buffett: "Absolut".

»Die Börse ist nur der Marktplatz, die Wertschöpfung findet im Unternehmen statt.«
(Warren Buffett)

Ignoriere globale Großereignisse bei deinen Investmententscheidungen
Buffett sagte, selbst wenn ein Krieg unvermeidbar erscheine, kaufe er Aktien. Denn wenn eines sicher sei bei einem Krieg, dann dass das Geld an Wert verliere. Das sei in jedem Krieg so gewesen, an den er sich erinnern könne. Und das letzte, was man während eines Krieges besitzen möchte, sei Geld. Man wolle eine Farm haben, ein Apartmenthaus oder Wertpapiere. Werte.

Mittwoch, 19. September 2018

Christopher H. Browne rät, auf Insider-Käufe zu achten. Aber welchen Informationswert bieten Insider-Trades wirklich?

Allgemein nimmt man an, Insider hätten einen besseren Durchblick bei ihrem Unternehmen als Außenstehende. Und bzgl. des Vorstands sollte man sogar darauf hoffen! Wenn nun diese Insider, also Vorstände oder Aufsichtsräte und ihre engen Familienmitglieder, Aktien des eigenen Unternehmens handeln, sollte man hellhörig werden. Denn dahinter kann mehr stecken, als die bloße Entscheidung eines Anlegers. Muss aber nicht.

Insiderverkäufe
Wenn Insider Aktien "ihres" Unternehmens verkaufen, wird dies schnell als negatives Signal verstanden. Außenstehende vermuten dann, dass die Insider Kenntnis von negativen Fakten oder schlechten Nachrichten haben und deshalb ihre Aktien abstoßen - Insiderverkäufe drücken daher nicht selten zusätzlich auf den Kurs.

Dabei gibt es viele Gründe, weshalb Insider ihre Aktien verkaufen: manchmal sind Aktienoptionen Teil des Gehalts, oder der Insider möchte sich ein neues Haus kaufen und benötigt dafür Geld. Vielleicht möchte er auch nur seine Anlagen breiter diversifizieren oder er muss eine teure Scheidungsvereinbarung finanzieren. Auch diese Gründe können hinter Insiderverkäufen stehen, es müssen nicht zwangsweise negative Erwartungen hinsichtlich der Unternehmensentwicklung sein.

Dienstag, 18. September 2018

Lese-Tipp: Gustave Le Bon an der Börse - "Psychologie der Massen für Aktionäre"

Ganz neu am Büchermarkt ist das Werk "Gustave Le Bon an der Börse - Psychologie der Massen für Aktionäre" von Dr. Felix Johnson. Dabei handelt es sich um den übersetzten Originaltext von Gustave Le Bon aus dem Jahr 1865 mit Kommentierungen von Dr. Felix Johnson. Und diese setzen Le Bons wissenschaftliche Abhandlung in den Kontext der Finanzmärkte und bieten hierdurch einen direkten Mehrwert für Aktionäre, denn wir alle sind an der Börse der Psychologie der Massen ausgesetzt, was man heute unter dem Schlagwort "Behavioral Finance" zusammenfasst.

Das Werk von Gustave Le Bon über die Psychologie der Massen mit seinen bemerkenswerten Anmerkungen zur Verwendung als praktisches Handbuch für die Aktienanlage ist dafür eine ausgezeichnete Grundlage und bietet den idealen Einstieg in die Welt der „Behavioral Finance“.

Dieses Buch hat allerdings für mich über das bloße Interesse als Anleger und Leser hinaus einen ganz persönlichen Touch, denn ich wurde gebeten, das Vorwort zu verfassen. Diese Anfrage empfand ich als große Ehre und bin dem Wunsch sehr gerne nachgekommen...

Das Geheimnis hinter der Erfolgsformel. Oder... was ist Value Investing?

Billig kaufen, teuer verkaufen. Ende der Lektion. So einfach ist das Prinzip das Value Investings. Und natürlich ist das leichter gesagt als getan, denn die Schwierigkeit liegt gerade darin zu erkennen, wann und ob eine Aktie günstig ist. Oder ob sie doch eher nur aussieht und sich später als Value Trap entpuppt.

Also geben wir dem Ganzen etwas mehr Futter... Als Urvater des Value Investing gilt Benjamin Graham, ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und legendäre Investor, dessen 1934 erschienenes Buch "Security Analysis" noch heute als die „Bibel des Value Investing" gilt. Es beeinflusste neben Warren Buffett auch weitere Börsenlegenden wie John TempletonPhilip A. Fisher und Peter Lynch.

Streng genommen ist Value Investing eine Anlagestrategie, bei der Kauf- und Verkaufsentscheidungen für Wertpapiere ausschließlich unter Bezug auf deren realwirtschaftlichen Gegenwert, den so genannten inneren Wert, getroffen werden. Dieser wird durch eine sog. Fundamentalanalyse ermittelt. Der innere Wert wird dann mit den aktuellen Börsenkursen verglichen und so gezielt zeitweilige Ineffizienzen der Finanzmärkte bei der Preisbildung ausgenutzt: liegt der Aktienkurs unterhalb des inneren Werts, wird die Aktie gekauft und gegebenenfalls bei Aktienkursen deutlich oberhalb des inneren Werts wieder verkauft.

Das erklärte Ziel der Strategie liegt einerseits in der Vermeidung von Verlusten und unangemessen niedriger Renditen auf das eingesetzte Kapital. Als gewollter Nebeneffekt stellen sich dabei in der Regel für die jeweilige Anlageklasse überdurchschnittlich hohe Erträge in Form von Kursgewinnen ein.

Montag, 17. September 2018

Börsenweisheit der Woche 38/2018

"An der Börse muss man nicht alles wissen, nur alles verstehen. Und auch wenn man alles versteht, muss man nicht alles mitmachen."
(André Kostolany)

Sonntag, 16. September 2018

Die Amazon-Offensive. Oder... was ist Disruption?

Als Disruption bezeichnet man einen Prozess, bei dem ein bestehendes Geschäftsmodell oder ein gesamter Markt durch eine stark wachsende Innovation abgelöst bzw. zerschlagen wird; Produkte, Dienstleistungen oder Technologien werden also ganz oder teilweise verdrängt.

Der Unterschied zu normalen Innovationen, die in allen Branchen alltäglich sind, liegt in der Art und Weise der Veränderung. Während eine Innovation eine Fortentwicklung, eine Anpassung ist, bezeichnet die Disruption einen totalen Um- oder Zusammenbruch des bestehenden Modells.

Die Idee disruptiver Innovation in der Wirtschaft lässt sich auf den österreichischen Nationalökonom und Politiker Joseph Schumpeter zurückführen, der sie bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte. Der Harvard-Absolvent Clayton Christensen führte 1997 aus, dass jedes noch so erfolgreiche und etablierte Unternehmen eines Tages von einer solchen Existenz beraubenden Revolution bedroht wird. Christensen beschreibt diesen disruptiven Prozess dennoch als notwendig für eine funktionierende Weiterentwicklung des Marktes.

Verlierer sind in diesem Fall zumeist große Unternehmen, die ihrerseits selbst mit einer radikalen Innovation ins Geschäft eingestiegen sind. Denn für etablierte Unternehmen sei es geradezu unmöglich, ihr Geschäftsmodell von Grund auf zu verändern. Ausschließlich Neugründer, die wenig zu verlieren und viel zu gewinnen hätten, seien in der Lage, derartige Risiken einzugehen.

Vor allem im Bereich des Internets und der neuen, digitalen Medienwelt wird häufiger von Disruption gesprochen, aber auch in der Startup-Szene gilt es als Zauberwort für Finanzierungszusagen. Doch nicht alles, was irgendwie neu und quer gedacht erscheint, ist auch disruptiv...

Freitag, 14. September 2018

Immobilienwerte rotieren: Corestate Capital, DIC Asset, Patrizia, TTL Beteiligung

Auf meiner Beobachtungsliste habe ich einige Immobilienwerte und hier gab es in den letzten Wochen einige Bewegung, über die ich kurz berichten möchte. Insofern handelt es sich quasi um ein Branchen-Investor-Update.

Von Immobilien als Anlage bin ich nicht wirklich begeistert und der langfristige Wertzuwachs ist mau. Klar, in den letzten paar Jahren steigen die Preise rasant, jedenfalls in den deutschen Metropolen., und das verklärt den Blick auf den längeren Zeithorizont. So haben die Immobilienpreise in Deutschland gerade erst wieder den Wert erreicht, den sie 1970 hatten. Ich bin nicht beeindruckt.

Insofern habe ich seit jeher nicht auf Bestandshalter von Immobilien gesetzt; und wenn doch, dann eher im Gewerbebereich (wie WCM; WKN: A1X3X3). Des Weiteren hat es mir das Geschäftsmodell der Asset Manager angetan, weil diese überwiegend fremder Leute Geld investieren und dafür stetige Provisionen kassieren. Über Co-Investments sind sie aber auch direkt mit einem kleinen Anteil am Erfolg beteiligt. In Zeiten von Magerzinsen herrschen für Asset Manager geradezu paradiesische Zustände. Ich habe mich daher in den letzten Jahren bei Werten wie Corestate Capital (WKN: A141J3), DIC Asset (WKN: A1X3XX), Patrizia Immobilien (WKN: PAT1AG) und TTL Beteiligungs -und Grundbesitz (WKN: 750100) eingekauft. Aber nicht alle meine Überlegungen sind so eingetroffen oder haben die Zeit überdauert. Daher habe ich meinen jeweiligen Investmentcase überprüft und das hat zu der einen oder anderen Konsequenz geführt...

Der Wind hat sich gedreht: Warum Apple (mir jetzt wieder) einen Bissen wert ist

Apple (WKN: 865985) ist ein Erfolgsunternehmen, das seines Gleichen sucht. Und das nicht erst, seit Warren Buffett dieses Unternehmen für sich und seine Investmentholding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) für sich entdeckt hat. Spätestens mit der Einführung des iPhones hatte Gründer und Wieder-CEO Steve Jobs das Ruder endgültig rumgerissen und aus dem von der Pleite bedrohten Computer-Pionier wieder ein hippes, aufstrebendes Unternehmen gemacht.

Als der Kurs Mitte 2014 massiv einbrach, war mir Apple ein Investment wert. Doch nachdem der Kurs sich innerhalb eines Jahres annähernd verdoppelt hatte, bin ich wieder ausgestiegen. Nicht wegen des Kursverlaufs oder der Bewertung, sondern wegen des enormen Klumpenrisikos, das Apple mit der vollständigen Abhängigkeit vom Iphone aufbot. 2015 war Steve Jobs schon tot und Nachfolger Tim Cook... naja, er verwaltet Apple eben, aber das lang ersehnte "next big thing" wollte einfach nicht kommen. Die Apple Watch schlug nicht so ein wie erhofft, das Ipad war erfolgreich, aber es war auch nicht mal annähernd in der Lage, dem iPhone hinsichtlich Umsatzanteil oder gar Gewinnanteilen das Wasser zu reichen, die angedachten Ausflüge ins Land von iCar oder iTV wurden sang- und klanglos beerdigt. Kurzum: das iPhone stand für fast 90% der Umsätze und einen fast ebenso hohen Anteil an Apples Konzerngewinn. Mit wenig Aussicht auf Besserung. Und daher zog ich die Reißleine. Bis jetzt. Seit gestern habe ich wieder Apple-Aktien im Depot und das liegt nicht nur an der Apple Keynote von Mittwochabend...

Donnerstag, 13. September 2018

Portfoliocheck: Daniel Loeb setzt mit PayPal voll auf (Be)zahlen

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das Aktien Magazin von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

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Bei meinem zweiten Portfoliocheck geht es um Daniel Loeb, der einen Schwerpunkt auf Bezahldienste legt und sich nun ganz frisch bei VISA (WKN: A0NC7B) eingekauft hat. Noch interessanter ist allerdings seine neuste Depoterwerbung PayPal (WKN: A14R7U), auf die er fast eine Milliarde Dollar setzt und die auf Schlag die fünftgrößte Position in seinem Depot wurde. Und bei dem anvisierten Kursziel, das Loeb auf 18-Monatssicht ausgibt, versteht man auch schnell, weshalb...

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Disclaimer
PayPal befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 12. September 2018

Was ist... der Maximum Drawdown?

Die Kennzahl "Maximal Drawdown" gibt den maximalen Kursverlust an, den ein Anleger innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit seiner Anlage hätte erleiden können. Der in Prozent ausgewiesene Maximum Drawdown wird vor allem bei der Risikobetrachtung verwendet.

Max. Drawdown = (Tiefster Kurs x 100 : Höchster Kurs) - 100

Die Kennzahl bezieht sich auf Werte der Vergangenheit und da Kurse kein Gedächtnis haben bedeutet dies folglich nicht, dass es künftig nicht auch stärkere prozentuale Kurseinbrüche bei dem Wertpapier geben kann, als es sie zuvor schon gab. Trotzdem kann der Maximum Drawdown wertvolle Hinweise für den Investor liefern. Börsenkurse weichen nämlich teilweise erheblich vom wahren Wert des zugrundeliegenden Basiswertes ab und auch als Langfristanleger muss man sich bei Kurseinbrüchen die Frage stellen, ob man verkaufen, halten oder gar nachkaufen sollte. Das hängt nicht nur vom Ergebnis der Bewertung ab, sondern auch von der eigenen Schmerzgrenze in Bezug auf Kursverluste. Es sind eben nicht alle Anleger gleich und nicht alle können fette rote Minuszeichen im Depot gleich gut verkraften...

Dienstag, 11. September 2018

Niedrigzinsen fressen Vermögen auf. Tu was! Tu was?

Gegen die Finanzkrise, die Bankenkrise, die Wirtschaftsflaute, die Eurozonen-Probleme und gegen Crash-Tendenzen wählen die Notenbanken seit mehr als einem Jahrzehnt immer das gleiche Mittel: Geld. Und zwar Unmengen davon. Üblicherweise führt ein starkes - und auch noch globales - Geldmengenwachstum nach der klassischen Lehre zu Inflation, denn wenn (zu) viel Geld im Umlauf ist, sind Preissteigerungen leichter durchzusetzen und Inflation ruft steigende Zinsen seitens der Notenbanken hervor, um die Preissteigerungen wieder in den Griff zu bekommen. Doch diesmal scheint alles anders zu sein, in den führenden Wirtschaftszonen der Welt war trotz des vielen verfügbaren Geldes die Inflation lange Zeit weit unter den Zielwerten der Notenbanken und dem entsprechend sanken die Zinsen auf Rekordniedrigststände. Erst seit Kurzem nähert sich die Inflationsrate dem Zielwert von 2 Prozent, auch angefacht durch steigende Mieten und Gaspreise. Doch anders als in den USA, wo die FED bereits einige Zeit und in mehreren Trippelschritten das Zinsniveau anhebt, hat die EZB diesen Schritt noch nicht gewagt. Die boomende Konjunktur in Deutschland ist eben nur ein Aspekt, die EZB muss auch die kriselnden Volkswirtschaften in den südlichen Euro-Staaten im Blick behalten. Und natürlich die Verschuldungslage der Euro-Staaten, denn die Schuldenkrise der öffentlichen Hand ist nicht vorbei, nur weil in Deutschland der Staat seit einiger Zeit Schuldenabbau praktiziert. Andernorts wird weiter fleißig drauf gesattelt.

Das dauerhafte Niedrigzinsniveau in der Euro-Zone ruft mehrere Effekte hervor und die Leidtragenden sind vor allem die Sparer. Denen entgeht die Rendite für ihre Anlagen, aber damit haben die leiden erst begonnen...

Montag, 10. September 2018

TTL Beteiligung übernimmt das Zepter bei der GEG German Estate Group

Das war absehbar: die TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG (WKN: 750100) erwirbt im Wege einer Barkapitalerhöhung weitere Anteile an der Deutsche Immobilien Chancen Real Estate GmbH. TTL kontrolliert nun 50% der Stimmrechte in deren Gesellschafterkreis.

Das klingt jetzt auf den ersten Blick nicht sooo spannend, da die DIC RE kein operatives Geschäft betreibt. Aber sie hält eben auch 75% an der GEG German Estate Group, während der US-Finanzinvestor KKR & Co. (WKN: A2LQV6) die übrigen 25% der Anteile hält. Mit der Übernahme übernimmt TTL die strategische Führung unter den Gesellschaftern der DIC RE und dies wird auch dadurch dokumentiert, dass deren Name sich in TTL Real Estate GmbH wandeln wird. Doch das ist noch längst nicht alles...

Börsenweisheit der Woche 37/2018

"Wir müssen verstehen, dass unsere Kapitalanlage – immer – auch von einem Unterbewusstsein beeinflusst wird. Nicht der Kopf, sondern der Bauch bestimmt über das Schicksal des Anlegers."
(Peter Lynch)

Samstag, 8. September 2018

Portfoliocheck: Warren Buffett und seine immer größere Lust auf Obst

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das Aktien Magazin von Traderfox die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

▶ Kostenloses Probeexemplar des Aktien Magazins anfordern

Bei meinem ersten Portfoliocheck geht es um Warren Buffett, denn seit einigen Quartalen kauft er sich mit großem Appetit bei wetrvollsten Unternehmen der Welt, bei Apple (WKN: 865985). Im Depot seiner Investmentholding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) ist Apple inzwischen die mit Abstand größte Position, obwohl er "erst" rund 5% an Apple hält. Und für seine Käufe hat er gute Gründe...

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Disclaimer
Apple und Berkshire Hathaway befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Freitag, 7. September 2018

Value-Börsengurus: Kissigs neue Kolumne "Portfoliocheck" ab sofort auf aktien-mag.de

Dieses ist mal wieder ein Beitrag in eigener Sache. Die meisten von euch wissen, dass ich seit September 2015 für das Aktien Magazin von Traderfox eine eigene Value Investing-Kolumne verfasse mit dem bezeichnenden Titel "Intelligent investieren".

Nun hat mich Traderfox-Chef Simon Betschinger gefragt, ob ich nicht auch die wöchentlich erscheinende Rubrik "Portfoliocheck" auf der Onlineseite des Aktien Magazins übernehmen könnte, wo es um die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit geht.

Tja, was soll ich sagen? Ich musste nicht lange überlegen und habe zugesagt, so dass ihr ab sofort die meine neue Online-Kolumne auf ▶ aktien-mag.de lesen könnt. Ich hoffe, ihr findet Gefallen daran und bleibt ihr mindestens so treu, wie meiner "Offline-Kolumne" im Aktien Magazin, das alle zwei Wochen im Abo erscheint (und für Traderfox-Kunden kostenlos ist).

Über ein Feedback an dieser Stelle und über Anregungen freue ich mich natürlich auch und ganz besonders.

Übersicht aller Portfoliochecks

Von der DEWB und Lloyd Fonds musste ich mich einfach trennen...

Die Aktien des Asset Managers Lloyd Fonds (WKN: A12UP2) und der Beteiligungsgesellschaft DEWB (WKN: 804100) habe ich als Turnaroundspekulationen begleitet und die gute Nachricht ist, dass man sich als Anleger wohl keine Sorgen mehr um eine Pleite der beiden machen muss. Der Einstieg des neuen Großaktionärs SPSW Capital bei der DEWB (Deutschen Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft) und dieser wiederum bei Lloyd Fonds brachte nicht nur frische Ideen und Value Investing Expertise mit sich, sondern für beide Unternehmen eine Neuausrichtung, neue Aufsichtsratsmitglieder und frisches Kapital für den Neustart. So viel zu den guten Nachrichten.

Die schlechte Nachricht ist Zeit. Denn der Umbau bei der DEWB und bei der neuen Tochter Lloyd Fonds wird ein tiefgreifender sein und geht bei beiden mit strukturellen Veränderungen sowie Aufgabe bzw. Abgabe ganzer Geschäftsbereiche und ggf. Tochtergesellschaften einher. Das kostet Geld und Energie - und viel Zeit. Daher steht die Abwägung an zwischen einer durchaus interessant klingenden Neuausrichtung für beide Gesellschaften und den Erfordernissen eines belastbaren Investmentszenarios. Und ich habe für mich diese Entscheidung getroffen...

Donnerstag, 6. September 2018

Verbilligen oder Verluste begrenzen? Peter Lynch setzt auf den grünen Daumen...

Wenn Kurse fallen, stellt sich Anlegern die Frage, wie sie damit richtig umgehen sollten. Sollten sie ihre bestehende Position ausbauen, also den Einstandskurs verbilligen, oder lieber konsequent die Reißleine ziehen und die Verluste begrenzen?

Eine pauschale richtige Antwort gibt es auch in diesem Fall nicht, denn es kommt entscheidend auf die jeweilige Situation an. Beide Verhaltensweisen können genau das Richtige sein. Es kommt daher darauf an, dass Anleger sich nicht von Angst oder Gier treiben lassen, sondern möglichst emotionslos analysieren, ob ein Nachkauf oder ein Verkauf die positivere Auswirkung auf ihre Gesamtrendite hat.

»Du wirst Deine Ergebnisse nicht verbessern, indem du die Blumen ausreißt und das Unkraut gießt.«
(Peter Lynch)

Peter Lynch, der erfolgreichste Fondsmanager der 1980er Jahre, hat hier eine sehr passende Metapher gewählt, um Anlegern eine erste wichtige Entscheidungshilfe zu geben. Aber natürlich steckt noch etwas mehr dahinter...


Dienstag, 4. September 2018

Gordon Gekko warnt Anleger: "Beherrsche deine Emotionen. Sonst verlierst du den Kopf."

Emotionen bestimmen unser Leben, beinahe auf jedes Ereignis reagieren wir emotional und handeln oft instinktiv. Und das ist genau der Grund, weshalb wir so viele Fehlentscheidungen treffen, zumindest an der Börse. Denn was die Evolution für das menschliche Miteinander so sinnvoll eingerichtet hat, verleitet uns dazu, in wichtigen Momenten bei Börsengeschäften genau das Falsche zu tun.

Dispositionseffekt
Menschen neigen dazu, Negatives deutlich intensiver wahrzunehmen, als positive Erlebnisse und wir geben diese negative Nachrichten auch wesentlich häufiger weiter als Positives. Dem entsprechend empfinden wir Verluste viel stärker als Gewinne und das nennt man Dispositionseffekt. Die hieraus resultierende Verlustaversion führt dazu, dass Anleger sich nicht von den Aktien trennen, die besonders weit im Minus notieren. Und zwar aus Angst vor den realisierten Verlusten, nicht etwa, weil das Unternehmen herausragende Perspektiven aufweist und man dessen Aktien "nur" zu teuer eingekauft hat. In diesem Fall sollte man dann dringend verbilligen, also nachkaufen, um seinen Einstandskurs zu verbessern.

»Beherrsche Deine Emotionen. Sonst verlierst du den Kopf.«
(Gordon Gekko alias Michael Douglas in "Wall Street")

All-Time-High-Bias
Gleichzeitig verleitet dieselbe Angst dazu, Gewinne nicht laufen zu lassen, sondern viel zu schnell zu realisieren. Die wirklich großen Kursgewinne, Peter Lynch nennt sie "Ten-Bagger" (zu Deutsch: Verzehnfacher), gehen einem so natürlich durch die Lappen. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Aktie nach einem Allzeithoch ein weiteres generiert, viel höher, als dass sie von da an zu sinken beginnt. Exemplarisch sei einfach mal auf den Chart des Dow Jones Index verwiesen - betrachtet man diesen über eine sehr langen Zeitraum, zum Beispiel 100 Jahre, erkennt man schnell, dass es schier unendlich viele neue Allzeithochs gegeben hat. Immer und immer wieder. Trotz der zwischenzeitlichen Phasen, wo es auch mal bergab ging.

Montag, 3. September 2018

Börsenweisheit der Woche 36/2018

"Bullenmärkte sterben nicht an Altersschwäche. Was sie tötet, sind Rezessionen."
(Ed Yardeni)