Sonntag, 26. Mai 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 21. Börsenwoche im Rückspiegel mit Apple, Blue Cap, Cisco Systems, Softbank Group

"Die Geister, die ich rief, ich werd' sie nicht mehr los..." stammt aus Goethes "Der Zauberlehrling" und nichts liegt mir ferner als Johann Wolfgang von Goethe mit Donald Trump zu vergleichen! Doch das permanente Säbelrasseln und weltweite Brändelegen des Donaldissimo erzeugt zunehmend erhebliche - und dauerhafte - Kollateralschäden. Und damit meine ich nicht nur Politikverdrossenheit, internationale Spannung und Kriegsangst, sondern handfeste Einbußen und nachhaltig eingetrübte Geschäftsaussichten von Unternehmen. Es betrifft nicht alle, aber doch einige. Und zwar auch Giganten, wie Apple oder Cisco Systems aus den USA. Und dabei geht es weit mehr als um ein paar - vorübergehende - Strafzölle.

Auf die aktuelle "Earnings Season" in den USA hat das noch relativ geringe Auswirkungen, aber natürlich auf die Ausblicke der Unternehmen für den Rest des Jahres. weiter und in Deutschland nimmt die Dividendensaison Fahrt auf. Mit entsprechenden deutlicheren Kursschwankungen bei den betroffenen Werten. Und auch wenn Quartalsergebnisse kein Maßstab für langfristig orientierte Anleger sind, prägen sie doch auf kurze Sicht den Kursverlauf einer Aktie. Und das bietet Chancen und Risiken...


Börsentheater, 1. Akt: Die Politik


Man ist fast geneigt zu glauben, Donald Trump wolle gar kein Handelsabkommen mit China. Denn er entzündet ständig neue Brandherde, die es den Chinesen immer schwieriger machen, zu einer Einigung zu kommen. In Asien ist es von elementarer Bedeutung, sein Gesicht zu wahren. Aber von "Leben und leben lassen" hält "The Don" nicht viel. Er will und muss immer der Sieger sein, der Dealmaker, der King. So und nicht anders läuft es.

Dabei greift Donald Trump durchaus Themen auf, die schon lange ungelöst sind und zum Schaden der USA (und der europäischen Staaten). Denn China riegelt seinen Markt in vielen Bereichen noch immer konsequent für westliche Firmen ab, ob durch Zensurbestimmungen, die es Google (beinahe) unmöglich machen, dort zu agieren. oder durch immer unterlassene Genehmigungen oder immer neue Hemmnisse, die es Amazon unmöglich machen, in China aktiv zu werden (wodurch es China "seinen" Unternehmen wie Alibaba, Baidu, Tencent usw. ermöglicht hat, zu den westlichen Internet-Giganten aufzuholen). Die Chinesen sind in diesem schäbigen Tauziehen nicht die Good Guys - beide Seiten bedienen die Schurkenrolle und nehmen den Rest der Welt in Geiselhaft.

Es geht nicht mehr um Strafzölle (alleine). Die USA greifen zu unlauteren Mitteln und haben Huawei einfach auf eine schwarze Liste gesetzt. Damit dürfen US-Unternehmen keine Geschäfte mehr mit den Chinesen machen (vereinfacht ausgedrückt) und auch alle ausländischen Firmen, die mindestens 25% der Wertschöpfung eines ihrer Produkte in den USA erzielen, unterliegen diesem Bann. In der Folge haben dann auch reihenweise Unternehmen die Geschäftsbeziehungen zu Huawai auf Eis gelegt. Mit weitreichenden Folgen für das Unternehmen. Huawei ist führend bei der 5G-Technologie und u.a. Lieferant für die Deutsche Telekom. Vorbei. Huawei ist einer der größten Smartphonehersteller der Welt und selbstverständlich laufen deren Geräte mit dem Android-Betriebssystem (der Google-Mutter Alphabet). Vorbei. Obwohl Android ein Open-Source-Produkt ist, unterliegt die Benutzung einer Lizenz - und Huawei darf die neuen Versionen nicht mehr nutzen. Und auch der Zugang zum Google App-Store wird über Huawei-Geräte nicht mehr möglich sein, wodurch diese ihren Nutzen - zumindest außerhalb Chinas - verlieren. Dabei steht die neuste Generation unmittelbar vor der Markteinführung, doch u.a. Softbank hat den Verkaufsstart ausgesetzt (nicht nur bei der US-Tochter Sprint).

Aus dem Handelskonflikt wurde inzwischen eine Technologie-Krieg und es ist eben nicht so, dass nur die Chinesen auf den US-Markt drängen, um dort Produkte zu verkaufen, sondern dass auch US-Unternehmen in China einen großen Absatzmarkt bedienen. Und dort produzieren. Die Handelsrouten laufen in beide Richtungen und die Lieferketten sind extrem anfällig für Störungen. Und da es heutzutage immer häufiger globale Lieferketten sind mit Komponenten aus unterschiedlichen Ländern/Kontinenten, die zu den Endprodukten führen, sind nicht nur chinesische und US-Unternehmen betroffen, sondern auch deutsche/europäische. Und neben den real eingetretenen Störungen entsteht zusätzlich ein enormer Vertrauensverlust, der noch schwerwiegender ist und viel länger anhalten wird. Die USA als verlässlicher Partner, dieses Bild hat Donald Trump zerstört. Auf lange Jahre. Ob politisch, wirtschaftlich, militärisch, auf Donald Trumps Schachbrett gibt es nur einen König und ansonsten lediglich Bauern, die je nach Lust und Laune hin und hergeschoben werden können und deren Farbe der König bestimmt. Auch während eines Spielzugs. Bei der UdSSR sprach man früher von Satellitenstaaten, "The Don" betrachtet und missbraucht die ganze Welt nach diesem Muster. Keine schöne, neue Welt...

In der EU wird gewählt und es ist abzusehen, dass das Ergebnis keinen klaren Sieger hervorbringen wird. Bezogen auf mögliche Mehrheitsblöcke im EU-Parlament. Ken Fisher kann diesem sich abzeichnenden Stillstand ja viel abgewinnen und meint, es sei für Unternehmen nur gut, wenn sich die Politik nicht einmischen könne, weil sie sich selbst blockiere. Dieser Ansicht kann man viel abgewinnen, vor allem wenn man nach "Nicht mehr so-Great Britain" schaut und diesem Brexit-Gewürge. Das geht in eine neue Runde, denn Theresa May hat ihren Rücktritt eingereicht, weil auch sie endlich eingesehen hat, dass sie es einfach nicht hinkriegt. Es wird also demnächst einen neuen Tory-Chef geben, der dann auch Premierminister wird. Da die Frist mit der EU bzgl. des Brexits bis Ende Oktober läuft, hat die Wahl des neuen Premierministers weitreichende Konsequenzen. Unabhängig davon, dass die Bevölkerung und die Parlamentarier in der Brexit-Frage tief gespalten sind und es nicht nach einem "einfachen" Lösungsweg aussieht. Auch keine schönen Aussichten...

In diesem Jahr scheint "Sell in May and go away" ein gar nicht ganz so falscher Ansatz gewesen zu sein. Andererseits stehen insgesamt bisher nur geringe Kursverluste zubuche; vor allem, wenn man auf die enormen Kursschübe bis Ende April schaut. Und ansonsten ist anzumerken, dass die immer wieder beschworene Saisonalität mit einem "guten" Halbjahr zwischen Oktober und März und einem "schlechten" Halbjahr zwischen April und September kaum durch Fakten zu belegen ist. Denn es ist reine Statistik und in der "schlechten" Hälfte liegen die Kursgewinne etwas niedriger als in der "guten". Aber unterm Strich verbucht man zwischen April und September noch immer Kursgewinne und es ist daher am Sinnvollsten, auf Market-Timing zu verzichten und sich nicht kirre machen zu lassen. Übrigens... wenn man die jeweils drei Monate mit den stärksten Kursgewinnen und -verlusten ausblendet (in der Statistik ist das durchaus üblich, Ausreißer zu eliminieren), dann glättet sich das Ergebnis stark. Denn der Oktober hat doch einige heftige Einbrüche mit sich gebracht, die das Ergebnis verzerren.


Börsentheater, 2. Akt: Die Unternehmen


So, nun aber zum Konkreteren, denn abseits der Politik gab es auch einige interessante Meldungen zu Unternehmen auf meiner Beobachtungsliste. Auch wenn die Weltpolitik durchaus Auswirkungen auf Unternehmensebene hat - und auf meine Beobachtungsliste.


Apple

Aus meiner Sicht eines der größten Opfer des Trump'schen Halndes- und Technologiekriegs gegen China ist Apple. Der Iphone-Konzern dürfte in erheblichem Maße von Umsatz- und Gewinnbeinträchtigungen betroffen sein/werden und daher habe ich mich von Apple getrennt.



Blue Cap

Bei der Blue Cap AG lichten sich die Gewitterwolken und die Stimmung hellt zunehmend auf. Die Hauptversammlung steht vor der Tür und es wird zu Veränderungen bei Aufsichtsrat und später auch beim Vorstand kommen, doch ein "Show Down" zwischen Blue Cap/Dr. Schubert und Großaktionär PartnerFonds AG, wie noch vor einigen Wochen zu befürchten war, wird es nicht (mehr) kommen: man hat sich verständigt. Der Aktienkurs hat dem entsprechend in den letzten beiden Wochen kräftig Gas gegeben und einen Teil seiner Abschläge der "Kollisionswochen" wieder abgebaut. Mit 20 Euro notiert er allerdings noch immer um ein Drittel unterhalb des NAV; im Umkehrschluss besteht auf der aktuellen Kursbasis ein weiteres Aufholpotenzial von 50%.

Die Blicke der Anleger richten sich also zunehmend wieder auf die operative Entwicklung bei der Blue Cap AG und auch auf den zweiten Teil des Geschäftsmodells: günstige Zukäufe. Denn seit dem äußerst lukrativen Biolink-Verkauf sitzt die Blue Cap AG ja auf einem hohen Cash-Berg, der gewinnbringend eingesetzt werden will. Und einen - kleinen - Zukauf kann man nun vermelden, bzw. die Tochter Neschen Coating GmbH hat eine Add-on-Transaktion eingetütet.

Der "Hersteller von Druckmedien, Funktions- und Reparaturfolien, Laminatoren sowie industriellen Beschichtungslösungen, übernimmt die schweizerische Netra AG und erweitert somit seinen europäischen Vertrieb um einen weiteren europäischen Standort. Die schweizerische Firma wird in das Vertriebsnetz der Filmolux-Tochtergesellschaften von Neschen integriert. Die Filmolux-Gruppe stellt für die Neschen-Produkte und dazugehörige Handelswaren einen eigenen Vertriebskanal dar und ist somit ein Alleinstellungsmerkmal für Neschen im europäischen Wettbewerb. Neben dem neuen Standort in der Schweiz ist Filmolux bereits in Italien, Frankreich, Benelux, Österreich und Deutschland vertreten. Die Netra AG ist als Handelsgesellschaft für Buchschutz- und Reparaturfolien sowie digital bedruckbare Medien bereits fest im schweizerischen Markt etabliert. Das erfolgreiche Unternehmen wurde 1989 in Emmen, Schweiz, gegründet und erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Jahresumsatz von rund CHF 1,6 Mio. bei einem positiven operativen Ergebnis. Das übernommene Unternehmen soll zukünftig unter dem Namen Filmolux Schweiz firmieren."

Der Zukauf macht Sinn und man erwirbt ein Unternehmen, das man seit vielen Jahren kennt und das hervorragend zur eigenen Strategie (von Neschen) passt. Der Umsatzbeitrag ist überschaubar, doch es ergeben sich Synergien bei Personaleinsatz und im Vertrieb, so dass die profitable Gesellschaft mittelfristig einen höheren Beitrag zum Ergebnis abliefern wird. Über den Kaufpreis wurde nichts bekanntgegeben, aber wir können davon ausgehen, dass er "im Rahmen" geblieben sein dürfte. Nekra ist kein Sanierungsfall, daher hat man das Unternehmen kaum für Lau bekommen. Andererseits dürften die Zahl potenzieller Käufer eher überschaubar gewesen sein, so dass Blue Cap auch keine überzogenen Forderungen hat bedienen müssen. Was unterm Strich bedeuten würde, dass sich der Cash-Berg der Blue Cap AG nur marginal reduziert hat und weitere Übernahmen möglich sind. Und Dr. Schubert hatte in dieser Hinsicht ja bereits angedeutet, dass es etwas Größeres werden könnte, zumal er auch etwas nebulös davon sprach, dass ggf. auch eine kleine Kapitalerhöhung zur Kaufpreisfinanzierung angedacht werden könnte. Wir können also gespannt sein auf die Hauptversammlung und auf die anstehenden weiteren Übernahmemeldungen. Und in der Zwischenzeit freuen wir uns über die Normalisierung im Gesellschafterkreis und beim Aktienkurs.


Cisco Systems

Der Netzwerk-Gigant Cisco Systems ist einer dieser Dot-Com-Dinosaurier, die das Platzen der Internetblase überlebt haben und sogar gestärkt daraus hervorgingen. Was man dem Kurs lange Zeit nicht angesehen hat, aber das lag vor allem an den utopischen Erwartungen, die die Börse im Jahr 2000 an Cisco (und andere, wie z.B. Microsoft) hatte. In den letzten Jahren hat Cisco sehr vom Boom beim Internethandel und dem Trend zum Cloud-Computing profitiert und wandelte sich vom reinen Hardwareunternehmen zu einem Software- und Sicherheitsanbieter.

Neben der Cybersecurity wächst man auch bei der Datenkommunikation stark und hier wird Cisco beim neuen Mobilfunkstandard 5G zu den großen Gewinnern zählen. Nachdem nun Präsident Trump den in diesem Bereich technologisch führenden Konzern Huawei aus China auf die schwarze Liste hat setzen lassen, fällt dieser bei der Netzinfrastruktur in den USA und Europa als Anbieter aus. Die Versteigerung der 5G-Lizenzen in Deutschland laufen noch, und während in den USA bereits die Investitionsphase für die 5G-Infrastruktur begonnen hat, steht diese in Deutschland noch bevor. Dennoch schließen die Unternehmen bereits fleißig Verträge - und Huawei geht leer aus, während Ericsson und Nokia profitieren. Und eben auch Cisco Systems. Cisco-Chef Chuck Robbins sieht Huawei übrigens technologisch nicht (so weit) vorne, sondern äußere kürzlich ziemlich selbstbewusst, dass Cisco die besten Produkte im Angebot hätte und auch aus eigener Stärke heraus zu den großen Profiteuren von 5G gehören werde.

Klar ist, dass 5G nur funktioniert bzw. die Anwendungen, die den schnellen Mobilfunkstandard nutzen werden, wenn nicht nur das Netz der Telekomfirmen steht, sondern auch die daran anschließende Netzinfrastruktur in den Firmen muss auf 5G aufgepeppt werden. Denn wenn irgendwo auf der (Daten-) Autobahn ein Teilstück zu eng ist, dann blockiert dieser Flaschenhals den gesamten Durchfluss und sorgt ggf. für Staus.

Cisco Systems bedient daher gleich mehrere Megatrends und dürfte sein Wachstum sogar nochmals beschleunigen und zwar für längere Zeit. Daher ist und bleibt Cisco für mich ein besonders aussichtsreiches Basisinvestment und ein wichtiger Teil meines Depot-Rückgrats.



Softbank Group / Deutsche Telekom

Der Kurs der Softbank Group war in den letzten Wochen unter Druck. Das IPO von Uber brachte im Vorfeld hohe Erwartungen, die dann nicht ganz erfüllt werden konnten. Im Anschluss folgte ein Gezerre um die Übernahme der US-Telekom-Tochter Sprint, die von der US-Tochter der Deutschen Telekom (T-Mobile US) umworben wird. Zunächst gab es eine Zustimmung der Fachbehörde, doch dann wurden Gerüchte lanciert, das Justizministerium würde die Übernahme blockieren. Inzwischen gibt es anders lautende Berichte, aber konkret ist noch nichts entschieden. Klar ist, dass die Unternehmen einige signifikante Zugeständnisse gemacht haben, um die Genehmigung zu erhalten. So soll zügiger in 5G investiert werden, vor allem auch in ländlichen Regionen, und man wird komplett auf Huawei-Technologie verzichten. Wettbewerbsrechtlich wäre die Übernahme eh unter objektiven Maßstäben kaum abzulehnen, denn wenn sich die Nummer 3 und die Nummer 4 zusammenschließen und danach noch immer "nur" die Nummer 3 in einem Markt sind, dann erreichen sie kaum eine marktbeherrschende Stellung. Und auch das Argument, wenn es nicht zwei sehr große und zwei kleinere Anbieter gäbe, sondern drei sehr große, dann würden sich die Preise für die Verbraucher erhöhen, steht kaum durch. Klar, bei den Kraftstoffanbietern gibt es ein solches "informelles Kartell" und dem entsprechend kaum Preiswettbewerb, aber die verkaufen auch Produkte, die absolut austauschbar sind, während die Netzabdeckung und Kombi-Angebote (Telefon, Datenpakete, TV/Streaming usw.) der Telekom-Anbieter weniger(er) vergleichbar sind und daher auch künftig harten Wettbewerb versprechen. Zumal es viele weitere Anbieter gibt, die in Teilbereichen Wettbewerber sind (wie z.B. Amazon, Netflix, Disney). Insofern scheint mir eine Genehmigung inzwischen wahrscheinlicher als eine Ablehnung. Und das wären sehr gute Nachrichten für die Sprint-Mutter Softbank Group, denn Sprint steht in den USA am meisten unter Druck und hat durch den Deal am meisten zu gewinnen (bzw. Softbank).

Daneben steht der nächste Mega-Börsengang an, denn die We Company (u.a. "We Work") will ebenfalls einen Milliardenbetrag einsammeln, um ihr weiteres Wachstum (und ihre atemberaubenden operativen Verluste) zu finanzieren. We Company wurde bei der letzte Finanzierungsrunde Anfang des Jahres mit 47 Mrd. Dollar bewertet und Softbank selbst steuerte weitere 2 Mrd. Dollar bei; die Softbank Group ist der mit Abstand größte Anteilseigner und damit auch der größte Profiteur bei einem erfolgreichen IPO.

Darüber hinaus drängt auch eine weitere Softbank-Beteiligung an die Börse, nämlich Slack Technologies Inc. Auch diese Unternehmen macht noch große Verluste, doch die Börse ist momentan bereit, in ihrem Markt führenden Wachstumsunternehmen Kredit zu geben und daher dürfte Softbank diese gute Stimmung nutzen, um ordentlich Kasse zu machen. Doch es geht Masayoshi Son nicht (nur) ums Geld, um Gewinn zu machen, sondern er möchte einen weiteren Vision Funds 2.0 auflegen und für den benötigt Softbank auch wieder 25 Mrd. Dollar an eigenen Mitteln. Son arbeitet an seiner Vision und investiert in die Branchenführer der digitalen Zukunft. Wie vor 20 Jahren, als er 30 Mio. Dollar in ein kleines Startup steckte, das wir heute als den chinesischen Internet-Giganten Alibaba kennen, an dem Softbank noch immer 29,5% hält.

Es stehen für die Softbank Group spannende Wochen bevor mit den IPOs, der Sprint-Übernahme und dem Aktiensplit 1:2, der die Aktien optisch attraktiver machen soll. Und mit möglicherweise einem eigenen IPO-Plan für den Vision Funds und weiteren Neuigkeiten über den angedachten Vision Funds 2.0.

Sofern es nicht zu einem heftigen Ausverkauf an den Börsen kommt, sollte der Aktienkurs der Softbank Group von dem zu erwartenden positiven Newsflow durchaus weiter profitieren können.


Angst und Gier & Ups and Downs


Der Fear & Greed Index von CNN Money hat in der letzten Woche weitere 9 auf jetzt 27 Punkte verloren und notiert damit seit drei Wochen im "Angst-Territorium" und nur noch eine Nuance oberhalb extremer Angst. Die Emotionen sind zurück und machen das Börsengeschehen (noch) weniger vorhersehbar.

Mein "operativer Net Worth" ist in der letzten Woche ebenfalls gefallen und zwar um gut 1% auf jetzt 24% (YTD).

Auf gut Börsengeschäfte. Es bleibt spannend...

Disclaimer
Blue Cap, Cisco Systems und Softbank Group befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Werde ich mich in zehn Jahren nicht ärgern, Apple verkauft zu haben?

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    1. Das werden wir erst in zehn Jahren wissen. Gut möglich, dass der Apple-Kurs dann höher steht als heute (sogar durchaus wahrscheinlich); die Frage ist doch, ob es nicht bessere Investments gibt, die aussichtsreicher sind und mehr einbringen und/oder ggf. weniger Risiken bergen. Und da ist meine Antwort klar...

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    2. Apple ist ein tolles Unternehmen und bleibt m.E. langfristig kaufenswert. Aber wieso soll man deshalb solch eine Situation aussitzen - die kurzfristigen ökonomischen Risiken für AAPL sind ja real? Ich habe jedenfalls meine Apple Position direkt nach dem fehlgeschlagenen Gipfel zwischen Trump und Jinping verkauft. Seitdem gab es nur Eskalation, und die Aktie geriet unter Druck. Wenn China auf Trumps Provokationen mit eigener Eskalation reagiert, kann es noch wesentlich schlimmer werden, und Apple wird dann zwischen den Fronten aufgerieben. Wenn hingegen eine Einigung in Sicht kommt, wird AAPL wieder signifikant steigen, aber wahrscheinlich nicht so schnell wie es nach unten ging. Darauf warte ich, bis ich wieder einsteige...

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  2. Cisco aktuell Kaufenswert?

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    1. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung kann ich Dir nicht geben. Ich zitiere aber gerne mein Fazit aus dem Artikel: "Cisco Systems bedient daher gleich mehrere Megatrends und dürfte sein Wachstum sogar nochmals beschleunigen und zwar für längere Zeit. Daher ist und bleibt Cisco für mich ein besonders aussichtsreiches Basisinvestment und ein wichtiger Teil meines Depot-Rückgrats." Damit sollte meine Meinung auch in Bezug auf Deine Frage eigentlich deutlich sein. ;-)

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  3. Hallo Michael,

    vielen Dank für Deine stetigen und ausführlichen Markt-Einschätzungen.
    Deine Web-Site bzw. Dein Blog ist wirklich einer der Besten im deutschsprachigen Raum.
    Wir wollen Dir hiermit einen sehr hohen Respekt aussprechen.

    Ich bzw. sehr viele und bekannte Quality Trader würden gern ein Statement und Einschätzung zum derzeitigen Investment speziell der Microsoft-Aktie lesen wollen.
    Wir wären Dir überaus sehr dankbar. :-)


    Vielen Grüße aus dem Süden nach Norddeutschland.

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    1. Microsoft ist und bleibt eines meiner bevorzugten Investments und eines meiner größten. Ich berichte ja regelmäßig hier im Blog über den Wert, nicht immer mit separaten ausführlichen Artikel. Unter dem Label "Microsoft finden sich die Beiträge.

      Neben meiner eigenen, sehr positiven Einschätzung, gefällt mir zusätzlich, dass auch zwei der von mir am meisten bewunderten Investoren weiterhin auf Microsoft setzen und ihre Positionen immer mal wieder ausbauen; zuletzt im gerade abgelaufenen ersten Quartal. Ken Fisher hat seinen Bestand um weitere 3% aufgestockt und MSFT ist nun seine fünftgrößte Position, während Stanley Druckenmiller weitere 2% zukaufte, und MSFT als seine mit Abstand größte Position nun gut 17,5% Depotanteil hat.

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  4. Max Lumann27.05.19, 11:10

    Hallo Michael,

    du hattest dich im vergangenen Jahr zu großen Teilen von deiner Blue Cap Position getrennt und nur eine "Erinnerungsposition" behalten. Nun schreibst du seit einiger Zeit wieder positiv über die Entwicklung, als wäre nichts gewesen.
    Hast du deine Position zwischenzeitlich wieder aufgestockt?

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    1. Moin Max,
      über Blue Cap schreibe ich ja regelmäßig, da es häufig was Interessantes zu berichten gibt. "Als wäre nichts gewesen" finde ich allerdings nicht gerade treffend bzgl. meiner Aussagen, denn ich habe schon sehr deutlich Kritik geäußert in Folge der verpatzen Übernahme/Fusion mit PartnerFonds und dem Ego-Shooter-Crashkurs der Beteiligten. Und genau so deutlich habe ich mich geäußert, als es (vor allem durch den Einstieg von Evoco) zur merklichen Entspannung kam.

      Konkret: Ende April habe ich auf die erstmaligen Deeskalationsbemühungen hingewiesen und dann Mitte Mai den Einstieg von Evoco analysiert. In diesem Artikel habe ich auf die sich deutlich aufhellende Lage hingewiesen: "Nimmt man diese "alten" PF-Leute aus der Gleichung heraus, könnte das Ergebnis am Ende alle (anderen) Beteiligten zufrieden stimmen. Insbesondere auch die freien Blue Cap-Aktionäre, die den Kurs ihrer Aktien gerne deutlich näher am wahren Wert von 30 Euro sehen würden, als bei mickerigen 16,50 Euro. Und auch für das operative Geschäft der Blue Cap wäre es bestimmt hilfreich, wenn endlich wieder Ruhe einkehren und die Erfolgsgeschichte des Unternehmens fortgeschrieben werden könnte. Und darauf setze ich...". Der wesentliche negative Aspekt war/ist aus meiner Sicht also weggefallen, so dass der Abschlag des Aktienkurses auf den NAV als Risikoprämie erheblich übertrieben war. Erst hatten sich die Fakten deutlich ins negative gekehrt, ein halbes Jahr später hat sich die Faktenlage erneut umgekehrt. Und ich habe mich entsprechend positioniert und zu dieser Zeit erst meinen Blue Cap-Bestand abgebaut und dann wieder deutlich ausgebaut. Wie geschrieben...

      Ich schreibe allerdings nicht positiv über Blue Cap, weil ich wieder mehr von deren Aktien im Depot habe, sondern ich habe wieder mehr Blue Cap-Aktien im Depot, weil es wieder positive(re) Aussichten gibt.

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    2. Max Lumann03.06.19, 13:15

      Hallo Michael,
      danke für deine Antwort. Die Aussage "als wäre nichts gewesen" bezog sich auf deine Position in Blue Cap. Du hattest dich geäußert, dass du diese (zum großen Teil) zu Kursen zwischen 15 und 16 verkauft hattest. Nun klingt es so, als wäre das nie geschehen und du wärst bei der Aufwärtsbewegung seither wieder voll mit dabei gewesen.
      Daher die Frage, ob du zwischenzeitlich wieder aufgestockt hattest.

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    3. Ich hatte einen erheblichen Teil meiner Blue Cap-Aktien verkauft und als sich die Lage entspannte, wieder aufgestockt. Allerdings nicht in einem Rutsch, sondern über mehrere Tage verteilt - weil sich die Situation ja über mehrere Mitteilungen/News hinweg aufgehellt und sich das Chance-Risiko-Verhältnis entsprechend mehrmals verbessert hat.

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  5. Das mit Apple stimmt wieder nicht. Völlig einseitige Darstellung. Huawei steht auf der Blacklist der USA (Aufgrund des Handelskonfliktes und nicht wegen Sicherheitsbedenken). Huawei ist der größte oder zweit größte Hersteller von Smartphones. Die neuen Handys von Huawei dürfen z.B. nicht mehr mit dem Betriebssystem von Google (Android) ausgestattet werden. Die Verkaufszahlen werden sicherlich kurzfristig, vielleicht sogar länger darunter leiden (bis Huawei ihr eigenes Betriebssystem fertig gestellt haben, falls das jemals passiert. Erinnere mich noch an Microsofts schlechtes Betriebssystem). Einige Käufer werden sicherlich zu Apple oder Samsung wechseln. Zudem leiden soviele Unternehmen unter dem Handelskonflikt. Google verliert ein paar Milliarden an Lizenzeinnahmenvon huawei. Skyworks Solutions Einnahmen leiden darunter. Ich denke eher das sich hier eher ein paar gute Einstiegschancen enstehen.

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