Samstag, 25. Mai 2019

China: Droht Apple jetzt eine Dekade des Siechtums?

Den Iphone-Konzern Apple habe ich bereits zum zweiten Mal auf meiner Beobachtungsliste und zum zweiten Mal ziehe ich nun die Reißleine. Nicht ganz freiwillig, aber die jüngsten Entwicklungen zwingen mich als vorausschauenden Investor dazu.

Bei meinem ersten Einstieg Mitte 2014 war der Kurs dramatisch eingebrochen und ich habe das als Chance erkannt. Denn neben einer neuen Iphone-Generation stand der Markteintritt in China unmittelbar bevor. Nach relativ kurzer Zeit stand eine Kursverdopplung in den Büchern und ich habe dann meine Aktien glatt gestellt, weil das Iphone meine Erwartungen übertroffen und der restliche Konzern sie unterboten hatte. Im Ergebnis hatte sich ein enormes Klumpenrisiko für Apple ergeben, weil man fast 90% seiner Gewinne mit nur einem Produkt einfuhr: dem Iphone. Vor etwas mehr als einem halben Jahr wagte ich dann den erneuten Einstieg, da Apple große Fortschritte dabei machte, seine Erlöse und Gewinne aus anderen Bereichen zu erhöhen. Daher reduzierte sich das Klumpenrisiko des Iphones und die zunehmende Stärke des Servicegeschäfts gab für mich den Ausschlag, wieder bei Apple an Bord zu kommen. Frei nach John Maynard Keynes hatte sich die Faktenlage geändert und daher änderte ich meine Meinung.

Und nun... tja, es gibt eine erneute erhebliche Veränderung der Faktenlage und dieses Mal nicht zum Guten für Apple. Daher habe ich - erneut - meine Meinung geändert. Dass dazwischen nur gute acht Monate liegen, ist für mich dabei unwesentlich. Als Value Investor ist nicht die Anlagedauer entscheidend oder etwa ein gnadenloses Festhalten an einer Position. Nein, es geht darum, die Gewinne laufen zu lassen, wenn man richtig liegt, und die Verluste bzw. Risiken zu reduzieren, wenn man falsch liegt. Wie es seit Kurzem bei Apple wieder der Fall ist...


Dieses Hin und Her sieht nicht schön aus, aber ich kann es nicht ändern. Ich gehe davon aus, dass Apple ein Umsatz- und vor allem Gewinnproblem bekommen wird und dass dem folgend der Kurs nicht nur kein Potenzial mehr hat, sondern eher deutlich unter die Räder kommen könnte. Selbst wenn Apple seine Ankündigung wahr macht und in großem Stil eigene Aktien zurückkauft und selbst wenn Warren Buffett bei deutlich niedrigeren Kursen seinen Bestand weiter aufstocken sollte. Aktienrückkäufe sind nicht unter allen Umständen sinnvoll und wenn einem Unternehmen die Gewinne wegbrechen und es mit seinem Geld dann (potenziell überteuerte) Stützungskäufe unternimmt, wäre das für mich ein weiterer Grund, die Aktien zu verkaufen. Aber soweit ist es ja noch nicht.

Daher komme ich zum aktuellen Problem. Und das heißt Trump. Zumindest ist er der Auslöser. Und ich meine nicht den US-China-Handelskonflikt und die Strafzölle. Das trifft auch Apple und wird deren Marge schmälern. Doch nun ist eine weitere Eskalation zwischen den USA und China losgetreten worden und die USA greifen zu unlauteren Mitteln: sie haben Huawei einfach auf eine schwarze Liste gesetzt. Damit dürfen US-Unternehmen keine Geschäfte mehr mit den Chinesen machen (vereinfacht ausgedrückt) und auch alle ausländischen Firmen, die mindestens 25% der Wertschöpfung eines ihrer Produkte in den USA erzielen, unterliegen diesem Bann. In der Folge haben dann auch reihenweise Unternehmen die Geschäftsbeziehungen zu Huawai auf Eis gelegt. Mit weitreichenden Folgen für das Unternehmen. Huawei ist führend bei der 5G-Technologie und u.a. Lieferant für die Deutsche Telekom. Vorbei. Huawei ist einer der größten Smartphonehersteller der Welt und selbstverständlich laufen deren Geräte mit dem Android-Betriebssystem (der Google-Mutter Alphabet). Vorbei. Obwohl Android ein Open-Source-Produkt ist, unterliegt die Benutzung einer Lizenz - und Huawei darf die neuen Versionen nicht mehr nutzen. Und auch der Zugang zum Google App-Store wird über Huawei-Geräte nicht mehr möglich sein, wodurch diese ihren Nutzen - zumindest außerhalb Chinas - verlieren. Dabei steht die neuste Generation unmittelbar vor der Markteinführung, doch u.a. Softbank hat den Verkaufsstart ausgesetzt (nicht nur bei der US-Tochter Sprint).

Aus dem Handelskonflikt wurde inzwischen eine Technologie-Krieg und es ist eben nicht so, dass nur die Chinesen auf den US-Markt drängen, um dort Produkte zu verkaufen, sondern dass auch US-Unternehmen in China einen großen Absatzmarkt bedienen. Und dort produzieren. Die Handelsrouten laufen in beide Richtungen und die Lieferketten sind extrem anfällig für Störungen. Und da es heutzutage immer häufiger globale Lieferketten sind mit Komponenten aus unterschiedlichen Ländern/Kontinenten, die zu den Endprodukten führen, sind nicht nur chinesische und US-Unternehmen betroffen, sondern auch deutsche/europäische. Und neben den real eingetretenen Störungen entsteht zusätzlich ein enormer Vertrauensverlust, der noch schwerwiegender ist und viel länger anhalten wird. Die USA als verlässlicher Partner, dieses Bild hat Donald Trump zerstört. Auf lange Jahre.


Apples rasant wachsende Probleme

Apple lässt seine Smartphones, Tablet, Wearables usw. bevorzugt in China fertigen. Daher ist der Apfel-Konzern von beiden Seiten aus angreifbar durch Strafzölle, Importverbote, Technologie-Bann o.ä. Apple reagiert bereits und hat begonnen, Teile seiner Fertigung aus China nach Indien zu verlagern. Wenn man damit fertig ist, hätte man zumindest wieder Geräte, um sie in den USA, Europa und andernorts außerhalb Chinas zu verkaufen, ohne dass die Chinesen hier direkten Einfluss hätten. Dabei lassen wir mal außeracht, dass Indien auch kein Hort der Stabilität für westliche Konzerne ist, wie z.B. Amazon leidvoll erfahren durfte, als neue gesetzliche Regelungen das bisherige Geschäftsmodell des Internetgiganten in Indien über Nacht zerstörten. Durch ein Fingerschnippen, das kennt man sonst nur von Trump.

Quelle: wallstreet-online.de
Doch richten wir unseren Blick wieder auf Apple und China. Apple fertigt nicht nur in China, es erzielt auch 17% seines Konzernumsatzes im Reich der Mitte. Und wir erinnern uns, dass der Boost in Apple Verkaufszahlen, Umsätzen und Gewinnen der letzten vier Jahren ganz überwiegend aus China stammten. Selbst als zuletzt die Iphone-Absatzzahlen massiv einbrachen, war das noch kein ganz großes Alarmsignal, denn vor allem in China herrscht ein florierender Zweitmarkt für Smartphones und viele Chinesen kaufen sich gerne günstigere alte Geräte. Apple nntgehen so zwar die hohen Margen beim Verkauf der Neugeräte, aber das hat man in Kauf genommen, weil die neuen Nutzer alter Iphones zumindest in die Apple-Welt eintauchten und teil des Apple-Ökosystems wurden. Und hier, in der Servicesparte, liegt Apples Zukunft. Weil Kunden, die Iphones, Ipads, MacBooks, Apple Watches, Apple Homepods usw. nutzen und diese über die IColud vernetzen, nur unter sehr großen Wechselschmerzen aus dieser Welt wieder aussteigen können. Und es eher selten tun. Es sei denn, sie haben einen triftigen Grund, der sie die Wechselschmerzen vergessen lässt. Und den haben sie jetzt!

Denn die Chinesen, und ich meine die Bürger, weniger die Regierung, erkennen, dass Trump einen Wirtschafts- und Technologiekrieg gegen China und chinesische Unternehmen losgetreten hat. Und sie tun nun, was Patrioten so tun: "China first". Trump könnte stolz auf die Chinesen sein - wenn sie denn Amerikaner wären. Die Chinesen wenden sich zunehmend von amerikanischen Produkten ab und skandieren "kauft chinesisch". Sie wollen damit ihre eigenen Unternehmen stärken. Und das hat fatale Konsequenzen für westliche Konzerne, vor allem US-amerikanische. Nicht Amazon oder Google, die in China eh keine/kaum Geschäfte machen (können), sondern vor allem Apple. Die Wut der Chinesen richtet sich gegen Apple und immer mehr von ihnen boykottieren das Unternehmen. Nicht nur, dass sie keine neuen Iphones mehr kaufen, so dass Apple hier immer mehr Gewinne entgehen, sie kaufen auch keine Altgeräte mehr - damit bricht zusätzliche Nachfrage nach Iphone-Neugeräten weg, weil man ja sieht, dass man die nicht mehr nach zwei Jahren noch für gutes Geld wieder los wird, sondern es gibt auch einen Einbruch bei der zahl neuer Apple-Ökosystem-Einsteiger. Und es geht noch weiter: die Chinesen entwickeln gerade einen regelrechten Hass auf Apple und daher werden auch immer mehr dem Apple-Ökosystem komplett den Rücken kehren. Da sind wir genau bei den Wechselschmerzen, wie ich sie eingangs nannte. Der Leidensdruck der Chinesen steigt und reicht immer öfter aus, die erheblichen Einschränkungen und Anpassungskonflikte an neue Gerätesysteme auf sich zu nehmen, nur um von Apple wegzukommen. Und wenn die einmal weg sind, kommen die auch niemals wieder.

 Kennzahlenanalyse leicht gemacht mit Aktienfinder.net 
Übertreibe ich mit meinen Befürchtungen? Klar, das ist möglich. Aber was ist denn Apple? Eine Marke, ein Image. Nur deshalb kann Apple seine eher durchschnittlichen Geräte zu solchen Wucherpreisen verkaufen. Daran ist nichts Schlechtes, Apple hat seine Marke sehr geschickt aufgebaut. Doch Donald Trump schlägt gerade mit dem Vorschlaghammer auf sie ein, zumindest in China. Und daher sehe ich hier ein zunehmendes und dauerhaftes Riesenproblem auf Apple zukommen.

Und die mögliche Kompensation: tja, Indien wird es kaum rausreißen, dort liegt Apples Marktanteil bei Smartphones bei gerade mal 1% und die Inder sehen Apple nicht als diese Kultmarke an, als dass sie das Drei- bis Vierfache für ein Smartphone ausgeben würden, das nicht mehr bietet als andere. Abgesehen davon, dass Indien zwar rasant wächst, aber nach wie vor ein Großteil der Bevölkerung von der wirtschaftlichen Sonnenseite völlig abgekoppelt ist.

Und die Smartphone-Märkte in Nordamerika und Europa sind gesättigt, hier wird Apple kaum den Iphone-Marktanteil signifikant erhöhen können, es sei denn durch deutliche Preissenkungen. Das wiederum würde die Marke beschädigen und die Gewinne einbrechen lassen, da Apple ja weiterhin sehr hohe Margen beim Iphone einfährt. Im Gegenzug könnte man so die Anzahl der Nutzer im Apple-Ökosystem vielleicht steigern, aber wenn man einmal das Preisniveau gesenkt hat, kann man es danach nicht wieder ohne weiteres anheben. Daher glaube ich kaum, dass Apple diesen Weg gehen wird.

Meine Einschätzung

Ich bewerte das so, dass Apple in China einen Nagel ins Knie gehämmert bekommen hat. Klar, die können noch laufen, aber nicht mehr rund. Auch nicht, wenn der Nagel wieder raus gezogen wird.

Global gesehen wird Apple weiterhin gute Geschäfte machen und den mit Abstand größten Teil der Gewinne im weltweiten Smartphone-Markt einstreichen. Die Servicesparte wird weiter wachsen, allerdings langsamer als bisher, und Apple wird seinen enormen Cashflow für verstärkte Aktienrückkäufe nutzen. Der weltweite Iphone-Absatz wird deutlich zurückgehen, nicht nur in China; dort aber ganz besonders. Das Klumpenrisiko Iphone rückt wieder viel stärker in den Fokus und neue Produkte/Services sind nicht in Sicht. Und selbst wenn Apple mal wieder etwas wirklich Neues auf den Markt bringen sollte, wird das China-Fiasko die Absatzmöglichkeiten beschränken. Apple verliert einen Markt mit rund 1,5 Milliarden potenziellen Kunden. Und der einzige andere Markt auf der Welt, wo dies ausgeglichen werden könnte, ist Indien: für Apple Terra Incognita.

Und so komme ich zu dem Schluss, dass Apple nicht vor der Pleite steht und sein Kurs nicht unmittelbar vor dem Zusammenbruch steht. Aber ich gehe nun davon aus, dass Apple auf längere und vielleicht lange Sicht erheblich geringere Umsatz- und Gewinnzuwächse einfahren kann, wenn es überhaupt noch Wachstum gibt, und dass dies zwangsläufig ein enormer Hemmschuh für die weitere Kursentwicklung darstellt. Wenn der Unternehmenswert nicht steigt, wenn die Gewinne nicht steigen, dann hat der Kurs nur dann Luft für größere Zuwächse, wenn eine eklatante Unterbewertung vorliegt. Und die kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

Daher habe ich mich von Apple getrennt. Es gibt eine Reihe von anderen Unternehmen, die nicht in diesem Maße von Trumps Kriegsspielen in Mitleidenschaft gezogen werden und die weiterhin sehr gute Perspektiven bieten hinsichtlich Umsatz- und Gewinnwachstum. Und auf diese Adobes, Amazons, Microsofts, Ciscos konzentriere ich mich.

Disclaimer
Adobe, Amazon, Cisco Systems, Microsoft befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Yep, so kanns laufen, zumindest sieht es im Moment so aus.
    Momente vergehen aber auch wieder, und es kommen andere Momente.
    So wäre ein "Moment" nicht unwahrscheinlich, beispielsweise beim G20 Gipfel im Juni, dass Trump-Xi einen "gesichtswahrenden" Deal verkünden, und dann sind alle Bedenken von jetzt auf gleich vergessen, und sowohl Apple als auch Alibaba, Tencent, Baidu erholen sich schneller als man guggen kann.

    Bleibt die Ungewissheit, wird es wenig Grund geben, dass Apple die nächsten Wochen sich "einfach so" erholt, ausser es gäbe unerwartet positive Nachrichten, wie bahnbrechend neue Produkte wie ein Apple Car - kurzfristig ist das aber eher unwahrscheinlich zu erwarten.

    Bleibt die Dividende - ob die bei Gewinneinbrüchen bleibt, ist fraglich, und wird (eventuell dramatische) Apple Kurseinbrüche auch nicht kompensieren.

    Eine Reduktion überproportionaler Apple-Anteile im Depot könnte aber im Moment nicht schaden.
    Die Aktie hat seit Herbst 18 dramatisch erholt, auch wenn sie die Hälfte davon wieder abgab in den letzten Wochen.
    Nur ist die Hälfte Gewinn immer noch Gewinn, und kein Minus.

    Ganz unabhängig davon gab es dies Jahr noch keine "richtige" Korrektur, und jedes Jahr hat seine Korrekturen.



    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich stimme Dir zu, dass ein Deal zwischen Trump und Xi vieles entspannen würde. Aber meinen zentralen Punkt, der ja gerade gegen ein Investment in Apple spricht, den würde das nicht entschärfen: die öffentliche Meinung in China hat sich gegen US-Unternehmen gedreht und vor allem gegen Apple. Das ist kaum wieder auszumerzen, auch wenn sich China und die USA auf ein Handelsabkommen einigen und der Bann gegen Huawei aufgehoben würde. Das Image-Problem, der Verlust des Markenwerts und die zunehmende Abkehr von Apple-Produkten wird Apple das Leben in China immer schwerer machen. Und ich bin überzeugt davon, dass dies die Geschäftszahlen von Apple längerfristig und vielleicht sogar dauerhaft merklich belasten wird.

      Löschen
  2. Woher nimmst du die Überzeugung, dass die Chinesen Apple "hassen"?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Aus verschiedenen Berichten der letzten Tage, die über derartige und zunehmende Unmutsäußerungen berichten, zB. auf Weibo. Und dann aus Erfahrung bei ähnlichen Aktionen/Szenarien, bei denen Unternehmen ihren guten Ruf bzw. ihre Top-Marke eingebüßt haben. Wie Warsteiner (aufgrund von Scientology-Gerüchten) oder bei einem mexikanischen Bier, wo das Gerücht gestreut wurde, die Mexikaner würden da rein pinkeln, bevor es in die USA exportiert würde (ich meine es ging um Sol). Mit jeweils verheerenden Auswirkungen. Auch wenn es dabei um gezielt gestreute Gerüchte (der Konkurrenz) ging, ist der Ablauf der gleiche, der Apple und dem Iphone in China droht. Nur dass dieser Schaden dauerhafter sein kann/wird, weil Apple beinahe ausschließlich von seinem Marken-Image lebt. Und das wird nun in erhebliche Mitleidenschaft gezogen.

      Löschen
  3. Warum verkauft Buffet dann nicht, wenn angeblich jetzt alles so düster aussieht?

    Und bei Apple von durchschnittlichen Geräten zu sprechen, finde ich falsch. Es kaufen nicht Millionen Menschen weltweit teure Apple Produkte, wenn diese durchschnittlich wären. Die Kundenzufriedenheit ist enorm hoch, beim iPhone X sind 97 Prozent mindestens zufrieden bis sehr zufrieden laut einer Erhebung. Die Apple Watch ist die mit Abstand erfolgreichste Smartwatch. Klar spielt der Markenname eine Rolle, aber am Ende kaufen die Leute die Produkte nicht, wenn sie nicht so toll funktionieren würden. Also Apple lebt sicher nicht fast ausschließlich von seinem Marken-Image, damit würde man ja nahezu allen Apple-Nutzern unterstellen, dass sie blind Apple kaufen, ohne darauf zu achten, wie die Produkte sind. No way!

    Und wer sagt denn, dass Chinesen plötzlich keine iPhones mehr kaufen? Das ist doch nicht mit Warsteiner vergleichbar. Der Handelskonflikt wird nicht ewig gehen, dafür schadet er beiden Seiten viel zu sehr. Und Apple hat ja nichts schlimmes oder verbotenes gemacht, so dass kein Chinese mehr Apple kaufen würde. Dann sind es halt mal ein paar Prozent weniger, halb so wild.

    5G wird 2020/2021 einen Schub für neue iPhone Käufe geben, bei AR/VR wird Apple größer einsteigen, Wearables und eHealth weiter wachsen, also nur wegen dieses kurzfristigen Handelskonflikts aus Apple auszusteigen, wo vor 8 Monaten noch ein Kauf stand, finde ich zu kurzsichtig. Sicher gibt es da jetzt Risiken und es schadet Apple, aber das ändert aus meiner Sicht die Aussichten von Apple nicht so fundamental, als dass man dafür Apple-Anteile verkaufen müsste.

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Michael,
    sehe ich genauso, danke für den Bericht.

    Wir Deutschen denken oft zu deutsch und es ist sehr schwer, sich in das emotionale Gedankenbild eines anderen Volkes zu versetzen. Das chinesische Volk hat sich nie sonderlich von den Europäern beeinflussen lassen, da ihre Geschichte schon einige tausend Jahre älter ist als unsere. Das freiheitliche Denken wie bei uns im Westen gibt es in China nicht und wenn sich hier Unmut bildet, das entwickelt sich das Kollektiv. Der Schaden für Apple ist wirklich immens und es dauert viele Jahre, das wieder auszumerzen.

    AntwortenLöschen
  5. Hi Michael. Deine Gedanken sind wie immer schlüssig und ich kann dem größtenteils zustimmen. Was jedoch die Service - Sparte betrifft, habe ich mal gelesen, dass in China aufgrund der Vorgaben der Regierung auf allen Geräten die selbe Nutzeroberfläche (von WeChat? also Tencent) liegt. Apple würde in nahezu keine Serviceumsätze in China machen, weil die Nutzer überhaupt nicht auf sie zugreifen könnnen und die WeChat Dienste nutzen (müssen). Apple teilt ja wie alle anderen Konzerne seine Daten nicht mit der Regierungspartei. Wenn dem tatsächlich so ist (ich kenne keinen Chinesen und hatte auch noch kein Handy in China in der Hand), hat der Umstand signifikanten Einfluss auf deine Überlegungen zu China, denn die Nutzer befänden sich weder vollständig im Applenetzwerk (Wechselkosten) noch würde für Apple eine Folge bei den Service Umsätzen entstehen.
    Beste Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Interessanter Punkt. Mit Servicegeschäft mein(t)e ich das Business im Apple-Ökosystem, also losgelöst von der Hardware. Wie Itunes - je mehr Menschen Apple-Geräte nutzen, desto mehr Menschen greifen auf Hörbücher, Musik usw. aus der Apple-Bibliothek zu. Ebenso im App-Store, wo Apple ja sehr viel Geld verdient.

      Sollte es stimmen, dass zumindest ein Teil dieser Services in China (aufgrund von Zensur o.ä.) gar nicht für Iphone/Ipads zur Verfügung steht (was mir neu wäre), würde das selbstverständlich etwas an meinen Überlegungen ändern. Allerdings... dann wäre auch mein Investmentcase zuvor viel zu optimistisch gewesen, weil die von mir hier erwarteten Erlöse und Gewinne, die die sinkenden Gewinne beim Iphone-Verkauf mittelfristig und zunehmend kompensieren sollten, ja gar nicht hätten stattfinden können. Insofern wäre also nicht mein jetziger Verkauf von Apple irrig, sondern bereits mein (Wieder-) Einstieg vor 9 Monaten.

      Gehüpft wie gesprungen, ich sehe die Aussichten für Apple in China als erheblich eingetrübt und zwar dauerhaft und mit zunehmender Tendenz. Und da China ein so kolossal wichtiger Markt für Apple ist, stufe ich das Chance-Risiko-Verhältnis hier deutlich schlechter ein als zuvor. Auch, aber nicht nur, im Vergleich zu anderen Qualitätsunternehmen, wie Microsoft, Cisco, Amazon, MasterCard, PayPal, Adobe.

      Löschen
  6. Hallo,
    von der Website 24china.com entnommen..

    In China, for iOS (iPhone, iPad) users, Apple’s App Store (Chinese version) is still the Number One app store. However, for Android users, the situation in China is different from other countries. The Google Play Store is blocked in China. You can use a VPN to unblock it, or you can use alternative Chinese app stores. There are many different China app stores for Android users.

    Grüße

    AntwortenLöschen