Samstag, 23. September 2017

Empfehlungsliste

Performance seit Erstempfehlung inkl. Brutto-Dividenden. Das regelmäßige Update erfolgt jeweils zum Wochenende.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.«, riet Immanuel Kant. Also, Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass Ihr Euch Eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, Euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt Ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit Euch ins Gespräch kommen, von Euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Transaktionen auf meiner Empfehlungsliste
Auf der ▸Transaktionsliste finden Sie alle bisherigen Aufnahmen und Streichungen auf meiner Empfehlungsliste.

▶ Investor-Update
Die Empfehlungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. Im Investor-Update beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

▶ RECHTLICHER HINWEIS NACH WPHG
Viele der in meinem Blog erwähnten Werte halte oder handle ich regelmäßig. Die in diesem Blog enthaltenen Beiträge sind meine persönliche Meinung und stellen weder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar, noch sind sie als Beratungsleistung zu werten. Ich übernehme trotz aller Sorgfalt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen; sie beruhen auf Quellen, die ich für vertrauenswürdig und zuverlässig halte.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass der Handel mit Aktien, Optionsscheinen, Zertifikaten, Optionen und anderen Finanzprodukten mit grundsätzlichen Risiken verbunden ist und zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Gewinne der Vergangenheit können zukünftige Ergebnisse nicht garantieren.

Für Investitionen, die aufgrund meiner Aussagen getätigt werden, übernehme ich keinerlei Verantwortung. Jeder Anleger handelt auf eigenes Risiko und sollte sich von einem Bank unabhängigen Experten beraten lassen, inwieweit die vorgestellten Wertpapiere zu seinem persönlichen Risikoprofil passen.

Vor allem Nebenwerte und/oder Aktien in Turnaround-Situationen sind oftmals markteng und weisen daher bisweilen sehr hohe Differenzen zwischen An- und Verkaufskursen aus (sog. Spreads). Bereits kleinere Orders können daher starke Kursschwankungen auslösen. Hier sollte man daher stets mit Limits agieren!

Kommentare:

  1. Hallo,Michael,
    ich überlege meinen Bestand an Aggreko (A1XFZR) aufzustocken, bin aber noch unsicher. Meiner Meinung nach ein einfaches Geschäftsmodell mit temporären Problemen. Eine eher zurückhaltende Einschätzung bei Value&Opportunity hat mich aber verunsichert. Hast du dich vielleicht schonmal mit diesem Wert beschäftigt ? Kannst du eine Einschätzung vornehmen ? Das würde mich dann interessieren.
    Herzliche Grüße
    Maria

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    1. Moin Maria,
      Aggreko kenne ich nur oberflächlich. Die Analyse bei Value and Opportunity habe ich mir angesehen, die wirkt ziemlich stimmig. Insbesondere gibt zu denken, dass das Management selbst davon ausgeht, dass 2015 kein gutes Jahr wird und 2016 noch schlechter. Es stellt sich daher die Frage, weshalb man dann jetzt die Aktien kaufen sollte? Denn ich glaube nicht, dass diese schlechte operative Entwicklung bereits im Kurs enthalten ist - die gerät schnell wieder in Vergessenheit und bei Vorlage der nächsten Zahlen gibt es dann wieder eine negative "Überraschung" und die nächste Abverkaufswelle. Vermutlich ist es ratsam, zunächst einmal abzuwarten, bis das Überangebot nachlässt und die Aktie einen Boden findet. Auf dieser Basis kann man dann schauen, ob Aggreko eine akzeptable Bewertung (für 2016 und danach) aufweist.

      Ein Aspekt, der Aggreko in die Hände spielen könnte, ist das von mir im Blog angesprochene Naturphänomen "El Niño", das wohl in diesem Jahr wieder sein Unwesen treiben wird. Denn Einsatzmöglichkeiten für die Stromaggregate von Aggreko ergeben sich ja vor allem in Kriegs- und Krisengebieten - und die dürften dank "El Niño" zum Jahresende hin weltweit deutlich zunehmen. Das spielt dann Aggreko in die Karten, allerdings erst ab 2016. Hier könnte man also beobachten, wie schlimm "El Niño" wütet und im Wissen, dass dann die Nachfrage nach Aggrekos Generatoren anziehen wird, die Aktien im Vorgriff auf die dann zu erwartenden besseren Zahlen kaufen. Sofern die Bewertung zu dem Zeitpunkt attraktiv ist.

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    2. Ich halte auch folgende Interpretation für möglich, frei nach Kostolany, also eher stimmungstechnisch : Lt. V&O Blog ist die Aktie bei den Analysten schon länger in Ungnade gefallen, vormals Darling-Status, der Kurs dümpelt bereits seit einiger Zeit und jetzt haben viele die Aktie verkauft. Hohe Umsätze, bei fallenden Kursen. Könnte auch eine gute Einstiegsmöglichkeit sein, gerade weil die schlechten Nachrichten ja zu fallenden Kursen geführt haben, könnten diese jetzt eingepreist sein. Es ist halt die Frage, schmerzt es mich mehr, wenn mir der Kurs davonläuft, weil die Ertragssituation sich plötzlich verbessert, was ich eben nicht voraussehen kann, wann das passieren wird ? Oder schmerzt es mich mehr, wenn der Kurs noch etwas fällt, ich aber von dem Geschäftsmodell überzeugt bin und die Verluste dann halt aussitzen muss ?

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    3. So wie ich Dich verstanden habe, sitzt Du die bereits aufgelaufenen Kursverluste bei Deinem Aggreko-Bestand ja ohnehin aus, denn Du überlegst ja, weitere Aktien hinzuzukaufen. Nur zu kaufen, um den Einstiegskurs zu verbilligen, davon halte ich nichts - in absoluten Zahlen macht es die Verluste ja nicht kleiner. Einen Nachkauf würde ich nur empfehlen, wenn man davon ausgeht, dass sich das Unternehmen operativ wieder erholt. Und das Management selbst davon ausgeht, dass das nächste Jahr noch schlechter wird, dürfte die Wahrscheinlichkeit recht hoch sein, dass der Kurs noch weiter fällt. Wie gesagt, sollte El Niño zum ersten Mal in der TV-Berichterstattung auftauchen, könnte dies der Startschuss für bessere Geschäfte in 2016 sein. Und vermutlich ein guter Einstiegszeitpunkt (zumal dann ja auch der Börsenherbst hinter aus liegt, der erfahrungsgemäß ja eher eine unterdurchschnittliche Kursperformance aufweist)...

      Wenn Du allerdings total von Aggreko überzeugt bist und der Meinung, dass es dort ab 2017 wieder aufwärts geht bzw. sie wieder an die alten geschäftlichen Erfolge anknüpfen können, und Du das Geld auch über die Durststrecke dazwischen schon in das Unternehmen zu investieren, dann kannst Du natürlich auch sofort nachkaufen, weil Dir dann die letzten 10 oder 15 Prozent Absacker egal sind.

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  2. Super Seite!
    Wie wärs mit einem Musterdepot (z.B. 50.000 € Starkapital)?
    Kannst du aktuelle Empfehlungen (kaufen bis X €, Halten, Verkaufen ab X €) zu deinen Titeln geben? Welche Titel stehen auf deiner Watchlist?
    Gruß

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    1. Ein Musterdepot habe ich bewusst nicht eingerichtet, ich habe daran noch schlechte Erfahrungen aus Neuer Markt-Zeiten. Das riecht mir zu sehr nach Zocken. Da ich Langfristanleger bin und mit meinem Blog die Leser ja auch zum selbständigen Denken bzg. ihrer Investitionsentscheidungen ermuntern möchte, habe ich die Empfehlungsliste geschaffen. Da kann jeder sehen, welche Aktien ich als Kauf- bzw. Halteposition einstufe und beides bedeutet, dass man die Aktien zu dem aktuellen Kurs dann im Depot haben kann. Was die Positionsgröße angeht, muss jeder für sich entscheiden, ob er lieber viele Aurelius oder wenig Jungheinrich kaufen möchte. Ich habe bisher noch niemanden erlebt, der ein Musterdepot 1:1 nachgekauft hätte. Insofern würde es keinen wirklichen Nutzen haben, außer dass es vielleicht mit anderen Musterdepots anderer Leute vergleichbar wäre. Aber es würde mich auch insofern wiederum einschränken, als dass ich mir Gedanken machen müsste, welche Aktien ich ins Musterdepot aufnehme und welche ich ggf. (bei zu geringer Cashquote) dafür hinauswerfen müsste. Ich glaube nicht, dass das irgendeinen Mehrwert für irgendjemanden bietet. Nein, ich möchte mit meinem Blog zum Nachdenken anregen und zur Diskussion über Value Investing und die Unternehmen, die ich vorstelle.

      Aus diesem Grund habe ich auch keine Kauflimits und auch keine Stoppkurse. Wenn eine Aktie als Kauf eingestuft wird, dann sollte man sie irgendwo in de Bereich des Empfehlungskurses kaufen. Und dann laufen lassen. Ein angegebenes Limit wäre doch nur stichtagsbezogen und würde nach einigen Wochen eh nicht mehr stimmen, denn die geschäftliche Entwicklung der Unternehmen ist ja nicht statisch.

      Und meine Watchlist... das sind ja alles ungelegte Eier, darüber lohnt es sich nicht, zu sprechen. Wenn ich ein Unternehmen hier im Blog vorstelle, kommt es auf die Empfehlungsliste - oder eben nicht. Im Prinzip kann man aus den Branchen der bisherigen Unternehmen ableiten, welche weiteren Unternehmen ich auch "lose" im Fadenkreuz habe. Wenn ich ganz neu eine Dow Chemical aufnehme, dann vergleiche ich sie natürlich mit Konkurrenten, wie z.B. BASF, und überlege mir, weshalb ich nun den einen oder anderen bevorzuge. Oder im Bereich der Finanzinvestoren, da sind Aurelius und Blackstone meine Favoriten. Und auch KKR. Aber eine Mutares oder eine Bavaria schaue ich mir auch ab und zu an, jedenfalls behalte ich sie flüchtig im Blick. Oder bei Starbucks, da habe ich schon auch die Entwicklung bei McDonalds angesehen und überlegt, weshalb ich Starbucks für soviel aussichtsreicher halte.

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  3. Hallo Michael,

    ich schätze deinen Blog sehr! Die Einzigartigkeit an deinem Blog ist m.E. vor allem dadurch geprägt, dass du immer offen und ehrlich bist, deiner Linie immer treu bleibst und selber auch Fehler zugibst. Hinzu kommt, dass du dein Wissen, welches du dir über Jahrzehnte mühsam selbst erarbeitet hast, hier weiter gibst. Dein Ursprungsgedanke für diesen Blog war ja, dass du selber immer wieder daran erinnerst wirst, den Regeln des Value-Investments zu folgen. Genau aus diesem Grund lese ich deinen Blog auch so gerne, da man leider des Öfteren, von den 'Leitsätzen' etwas abweichen möchte, obwohl man sich, wenn man Erfolg haben möchte, einfach daran halten muss. Aber ich denke, es ist einfach menschlich, dass man manchmal anders reagieren möchte, als es uns die Leitsätze von Warren Buffett lehren:).

    Und genau hier habe ich nun eine fundamentale Frage an dich, welche mich schon sehr lange beschäftigt. Gem. Warren Buffett und anderen großen Value-Investoren investiert man langfristig in Werte. Die Kurse, also der Preis ist nur interessant, um zu wissen, wann ein Unternehmen vom Markt unterbewertet ist und wann nicht. Was einem jedoch auffällt ist das Sommerloch. Es gibt ja die alte Börsenweisheit - 'sell in May come back in September'. Wenn man sich mal die Kurse der vergangen Jahrzehnte anschaut, trifft diese Börsenweisheit sehr oft zu. Wenn man jedoch auf Warren Buffett hört, müsste man in unterbewertete Unternehmen investieren, die Aktien liegen lassen, Tee trinken und einfach abwarten, bis der Markt den wahren Wert erkennt. Diese Sichtweise schließt mehrere Jahre ein, d.h. sehr langfristiger Ansatz. Dies ist in meinen Augen auch richtig und so habe ich in der Vergangenheit auch investiert.

    Wenn man jedoch die Börsenweisheit nimmt, welche fast jedes Jahr richtig ist, würde dies heissen, dass man sich im Mai von seinen Anteilen verabschiedet und im September wieder investiert. Das Sommerloch ist zumeist von Korrekturmaßnahmen geprägt. Wie handhabst du das? Verkaufst du Anteile noch vor dem Sommerloch, um die Cash-Quote zu steigern und dann nach dem Sommerloch wieder zu investieren oder beachtest du die alte Börsenweisheit überhaupt nicht? Ich bin wirklich am Überlegen, in Zukunft, zumindest die Anteile im Mai herunterzufahren, die Cash-Quote zu erhöhen und dann erst wieder im September nachzukaufen. Das Problem ist, dass dies an sich, eigentlich kein Value-Investment mehr wäre, da ich die Kursschwankungen ausnutzen würde, obwohl ich auch im Mai vom Wert des Unternehmens überzeugt wäre. Wenn man sich aber die Vergangenheit anschaut, ist das Sommerloch in 3 von 4 Fällen von Korrekturmaßnahmen geprägt.

    Viele Grüße!
    Stefan D.

    Ps. Es könne auch gerne die anderen Blog-Leser antworten. Habe gemerkt, dass hier ein sehr hohes KnowHow-Niveau herrscht:)

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    1. Moin Stefan,
      diese Saisonalität scheint nur zu passen, denn wenn man sich mal die "fiesen" großen Crashs der letzten Jahres vornimmt, fanden die nicht selten im Herbst statt. Allerdings hätten sie auch zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr stattfinden können (Stichwort Asienkrise), daher verzerren diese Ereignisse das Bild schon etwas nach unten.

      Auch stimmt der früher sicher richtige Spruch "Sell in May and go away - but remeber to come back in September" heute nicht mehr ohne Weiteres, denn die Sommermonate sind schon noch gute Börsenmonate. Heute ist man auch im Urlaub ständig erreichbar, das gilt für alle Marktteilnehmer, das ist also völlig anderes als früher, wo man über die Sommermonate dann von der Börse abgeschnitten war und nicht auf Unvorhergesehenes reagieren konnte.

      Als Langfristinvestor halte ich wenig davon, den Markt timen zu wollen. Damit liegt man meistens schief! Die Unternehmen werden ja nicht schlechter, nur weil der Aktienkurs etwas sinkt. Daher kann ich der Überlegung, aus Timinggründen heraus gezielt Aktien zu verkaufen, nichts abgewinnen. Allerdings braucht man die Saisonalität ja nicht zu ignorieren; man erzielt ja in der ersten Jahreshälfte auch Dividendeneinnahmen und da kann man sich mit Zukäufen ja zurückhalten und auf den - vermeintlich - schwachen Herbst warten. Dann hat man Cash auf dem Konto, um bei einem Kurseinbruch überproportional zukaufen zu können. So trennt man sich nicht aus den falschen Gründen von seinen Unternehmensbeteiligungen und kann dennoch die vermeintlich höheren Zukaufchancen im Herbst nutzen. Und ist man grundsätzlich nicht mehr von seinem Unternehmen überzeugt, dann sollte man sich von seine Aktien trennen. Aber eben nicht aus saisonalen Gründen...

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    2. Hi Michael,

      vielen Dank für deine Antwort. Ja du hast völlig recht, es wäre nichts anderes gewesen, als den Markt timen zu wollen. Und das ist wohl einer der größten Fehler, die man machen kann. Da der Markt überwiegend irrational ist, funktioniert das so nicht. Ich werde in Zukunft versuchen die Cash-Quote im Mai durch die Dividenden und die eigenen monatlichen Einzahlungen zu erhöhen und mich mit Zukäufen ab Mai-September erstmal zurück zu halten und den Markt in dieser Phase noch genauer beobachten. Von dem Wert der Unternehmen bin ich ja weiterhin überzeugt.

      Es ging mir darum, noch mehr Anteile von einem Unternehmen zu bekommen. Wenn man immer zu hohen Kursen verkauft und zu niedrigen einkauft, kann man so nach und nach immer mehr Anteile von dem Unternehmen, welches man langfristig halten möchte, gewinnen. Aber dies läuft zu sehr ins Timing rein, was man kaum bis überhaupt nicht beherrschen kann. Um hier das Risiko zu begrenzen, mach ich also doch lieber den easy Weg, behalten, Cash-Quote aus Dividenden u. Einzahlungen erhöhen, und vor allem 'abwarten'. Falls der Markt dann tatsächlich fällt, freut man sich ja auch:). Anders rum hat man nichts falsch gemacht. Danke Michael, ich wäre da vermutlich wieder in etwas hinein getappt, was zu sehr von den Leitsätzen abweicht, obwohl gerade diese langfristig gesehen so gut wie immer Gewinn versprechen.

      Viele Grüße!
      Stefan

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  4. Hallo Michael!
    Hast du dir mal das Unternehmen CeoTronics angeschaut?
    Als Ausstatter der deutschen Sicherheitskräfte (und offiziellem Partner der Feuerwehr) sowie aufgruind der erhöhten Terrorgefahr werden dessen Ausrüstung (Headsets die auf Vibration des Schädels setzen, um unerwünschte Laute herauszufiltern, beispielsweise) immer gefragter. Auch bei der deutschen Ploizei besteht noch großer Aufrüstungsbedarf.

    Am 06.01.2016 werden die Zahlen für das 1.Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt, der Ausblick sieht vielversprechend aus.
    Auch werden gerade internationale Märkte weiter erschlossen.
    Würde mich über eine Rückmeldung freuen,

    Viele Grüße!

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    1. Moin Steffen,
      Ceotronics hat es jahrelang nicht verstanden, aus diesem großen Potenzial Gewinne herauszuschlagen. Im laufen Jahr ist das geglückt, allerdings auch durch starke Einmaleffekte, wie einer Steuererstattung. Die Erwartung an die Geschäftszahlen scheint sehr hoch zu sein, wie der Kurssprung von 1,10 auf 1,80 EUR alleine im November zeigt (dabei ist die Marktkapitalisierung von 7 Mio. auf 11 Mio. EUR hochgeschossen, aber noch immer extrem niedrig). Es ist eine klassische Wette auf einen erfolgreichen Turnaround, aber kein Investment für Langfristanleger. Dazu müsste die Gesellschaft verlässliche Umsätze und Gewinne produzieren, auf deren Basis man dann die künftige Entwicklung des Geschäfts und des Unternehmenswerts vornehmen könnte. So stellt die Aktie einen Zock dar, basierend rein auf Hoffnungen.

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    2. Heute hat CeoTronics Zahlen für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2016/2017 vorgelegt und ziemlich positiv überrascht. Nicht nur durch die Umsatzsteigerungen, sondern man konnte auch unerwartet einen Gewinn ausweisen. Ich habe mir mal eine erste kleine Position ins Depot gelegt als Turnaround-Spekulation.

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  5. Hallo Michael,

    auch ich möchte Dir für den tollen Blog danken. Die ein oder andere Unternehmung habe ich nicht zuletzt dank dir ins Depot gelegt.
    Ich persönlich hole mir - mittlerweile - zuerst Investmentideen bei diversen Bloggern und anschließend bewerte ich selber anhand der letzten beiden Geschäftsberichte die Unternehmen.

    Der Hintergrund meines Eintrags ist jedoch nicht nur der Lob für Deinen Blog ;-)

    Ich habe mir via Aktienscreening einige Interessante Unternehmen rausgesucht. Wäre folgende Unternehmung für deine Empfehlungsliste geeignet? Insbesondere die Finanzierungssituation lässt mich grübeln. Chancen sind langfristige niedrige Darlehen (kfw), die den EBIT weiter beflügeln könnten.
    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien/ktg-agrar-se.htm
    http://www.ktg-agrar.de/fileadmin/Dateien/Investor-Relations/Publikationen/2015/150513_KTG_Agrar_GBPflichtteil_Digital.pdf

    Besten Dank vorab und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
    Markus Wilms

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    1. Moin Markus, ich wünsche Dir ein frohes Neues Jahr!

      KTG Agrar habe ich mir vor zwei (oder drei?) Jahren mal genauer angesehen, doch ich habe mich auf kein Investment eingelassen und würde das auch weiterhin eher nicht tun. Im Agrarbereich ist wenig zu verdienen, viel hängt von staatlichen Subventionen ab. Und KTG ist enorm verschuldet, das kann der Konzern kaum aus dem laufenden Geschäft bedienen. So verkaufen de immer mal wieder Land, was ihnen recht hohe Erträge bringt, weil die Preise deutlich angezogen sind und weiterhin anziehen. Nur ist diese Einnahmequelle ja endlich und wenn man nachher die eigenen Produktionsflächen teuer pachten muss, kann man schon an der Nachhaltigkeit dieses Weges zweifeln.

      Das sieht wohl auch das KTG-management inzwischen so und hat nach der Phase des Investierens die Phase des Erntens ausgerufen. Markige Worte. Aber es geht im Kern darum, die Verschuldung und den Schuldendienst deutlich zu senken, weil man sonst irgendwann voll gegen die Wand fährt. So hat man ein Joint-Venture mit Tönnies beendet (wobei man rund 20 Mio. EUR erlöst) und die chinesische Fosun soll bereit sein, mit fast 10 Prozent bei KTG einzusteigen - mit den neuen Mitteln sollen (teure) Altschulden getilgt werden, die per Ende 2014 Netto rund 463 Mio. EUR betrugen. Wie z.B. die 2017 anstehende Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 210 Mio. EUR.

      Ich bleibe skeptisch, ob man bei KTG wirklich in ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell investieren kann und daher lasse ich diese Chance (und die damit einhergehenden Risiken) lieber an mir vorüberziehen...

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  6. Guten Morgen,
    ich frage mich warum Triangle Capital auf "Halten" zurück gestuft wurde.
    VG, Holger

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    1. Moin Holger,
      das hat zwei Gründe: TCAP ist seit meinem Einstieg schön gestiegen; inkl. der Dividenden liegt der Wert knapp 18% im Plus. Und dann ist kürzlich der langjährige Vorstandsvorsitzende in den Ruhestand gegangen; er erhält ein opulentes Abfindungspaket und wird künftig teuer als Berater weiterhin für TCAP tätig sein. Beides gefällt mir nicht so gut, das geht zulasten der Aktionäre. In der Konsequenz würde ich TCAP aktuell nicht kaufen. Aufgrund der noch immer moderaten Bewertung, der attraktiven Dividendenrendite und des begrenzten Kursrisikos (die TCAP-Investments weisen nur eine geringe Öl- und Gaslastigkeit auf) sehe ich TCAP aber als eine solide Halteposition an.

      Auch eine Gladstone ist wegen der rasanten Kurserholung auf diesem Niveau momentan für mich kein Kauf mehr, sondern eine schöne Halteposition, die monatlich Dividenden ausschüttet.

      Würde ich aktuell in BDCs investieren wollen, wären Main Street Capital, Hercules Capital oder New Mountain Finance meine bevorzugten Werte.

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  7. Hallo Michael (ich bleibe beim Du),

    ich beobachte seite längerem MBB und Delignit, da ich die Unternehmen für sehr attraktiv halte. MBB ist mir der Kurs etwas weggelaufen, weshalb ich weiter auf der Lauer liege.
    Der Kurs von Delignit ist aber gerade zurück gekommen auf eine attraktives Niveau. Kennst du Gründe dafür? Du HV ist nicht mehr weit und ich wittere eine Einstiegschance. Oder dann doch lieber MBB?

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    1. Moin Christoph,

      Delignit...
      hat bei den Zahlen zum GJ 2015 nicht so doll punkten können, wie ich es mir erhofft hatte. Es ist ein marktenger Spezialwert, der gerade im Hinblick auf Elektromobilität profitieren könnte, da hier das Thema Gewicht eine zunehmende Rolle spielen wird. Und Deligit entwickelt und produziert ja laubholzbasierte Elemente für den Fahrzeugbau und die Bahnindustrie.

      MBB...
      hält 76,1% an Delignit, kauft man MBB, hat man also auch das Potenzial von Delignit fast vollständig mit an Bord. Hinzu kommen bei MBB zwei Aspekte: E-Moblität spielt bei Aumann und MBB Fertigungstechnik eine zunehmende Rolle, hier bietet sich mit den drei Töchtern (inkl. Delignit) eine sehr aussichtsreiche Möglichkeit, auf diesen gerade beginnenden Trend zu setzen. Und der Zukauf von Aumann katapultiert die MBB-Zahlen in neue Dimensionen, das wird dem Kurs noch mehrfach in diesem Jahr neuen Schub verleihen. Die Zahlen gestern deuten es bereits an, 30% Umsatzzuwachs (€78 Mio. nach €60 Mio.), EPS im ersten Quartal bei €0,56 je Aktie nach €0,47 im Vorjahresquartal. Und die bisherige Prognose für das Gesamtjahr setzt MBB (noch!) mit €2,00 an. Würde man die €0,56 einfach linear auf das Jahr fortschreiben, würde dies jedoch €2,24 je Aktie bedeuten, also 12% oberhalb der bisherigen Prognose.

      Ich habe daher zuletzt bei MBB meine Position knapp unter €30 ausgebaut und sehe hier noch einiges an Potenzial; das Chance-Risiko-Verhältnis ist bei MBB meines Erachtens weiterhin ausgezeichnet.

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  8. Hallo Michael! Ich bin selbst seit dem IPO bei Paypal investiert, da ich mir vom Geschäftsmodell und den Chancen einiges versprochen hatte... Die vergangenen hervorragenden Zahlen haben die Einschätzungen mehr als bestätigt, trotzdem kommt PYPL einfach nicht aus dem Quark.

    Wie ist deine Meinung zur Zukunft dieses Unternehmen? Ich habe nicht vor zu verkaufen, da ich weiterhin an das Geschäftsmodell und die Vormachtstellung von Paypal glaube, frage mich aber langsam was der Markt von dieser Firma eigentlich erwartet und das Wachstum endlich einmal geschätzt wird?

    Beste Grüße!

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    1. PayPal halte ich nach wie vor für sehr aussichtsreich, man ist der Platzhirsch in diesem Bereich. Es gibt viele FinTechs, die sich ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen, insbesondere werden Square, ApplePay und GooglePay beäugt, ob die "wie eine Bombe" einschlagen und ggf. PayPal das Wasser abgraben können. In Deutschland ging nun PayBack mit einem Bezahlangebot an den Markt, auch da muss man mal sehen, ob dies beim Kunden ankommt. Das von den deutschen Banken und Sparkassen lancierte PayDirekt sehe ich als Totgeburt - es bietet keinerlei Mehrwert ggü. PayPal & Co. dafür gibt es kaum Akzeptanzstellen. Zu spät, zu schnlecht zu gar nüscht...

      Keine Frage, der Markt ist umkämpft. Ich denke, dass sich PayPal hier behaupten können wird, allerdings muss man beobachten, ob durch die zunehmende Konkurrenz nicht die Margen unter Druck kommen.

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  9. Hallo Michael!

    Hast du dich als schon mal mit der INDUS Holding (WKN:620010) auseinandergesetzt? Sie machen von der Geschäftsidee (Investion in gut etablierte, mittelständische Unternehmen ohne Nachfolger) einen sehr guten Eindruck und auch die Zahlen der letzten Jahre sehen sehr gut aus. Trotz Währungsschwierigkeiten wurden die Zahlen für dieses Jahr nochmals bestätigt und die Wachstumsaussichten scheinen auf den ersten Blick hervorragend zu sein.

    Hast du dir hier bereits mal eine Meinung gebildet?

    Beste Grüße

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    1. Moin moin,
      Beteiligungsgesellschaften haben es mir angetan und ich habe einige auf der Empfehlungsliste und in meinem Depot; u.a. Aurelius, Deutsche Beteiligung, M.A.X. Automation, MBB. Zu Indus habe ich zuletzt vor einem halben Jahr etwas geschrieben und zwar im Rahmen meines Branchenartikels "Beteiligungsgesellschaften - die Perlentaucher des deutschen Mittelstands". Indus ist eine gut positionierte und hervorragend geführte Beteiligungsholding, in die man als Langfristanleger guten Gewissens Geld investieren kann. Ich bevorzuge allerdings die vorgenannten Werte und die Gründe bzw. deren Vorzüge hierfür habe ich hier im Blog ja des Öfteren thematisiert.

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    2. Hallo Herr Kissing,
      auch ich verfolge diese Seite immer gerne...bitte weiter so.
      Ihr Interesse an Beteiligungsgesellschaften teile ich. Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang Blackrock? Halten Sie hier derzeit einen Einstieg als Basisinvestment für interessant?

      Vielen Dank für Ihre Meinung.

      Mit freundllichen Grüßen
      Michael

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    3. Moin Michael,
      Blackrock ist inzwischen der größte Vermögensverwalter der Welt und an vielen Blue Chips maßgeblich (mit 3 bis 10 Prozent) beteiligt, auch an DAX-Werten. Daher kann man Blackrock eher als globalen Blue-Chip-Fonds betrachten, der momentan eine Marktkapitalisierung vom immerhin rund $59 Mrd. auf die Waage bringt und fast $5 Billionen verwaltet. Die nächste Quartalsdividende wird am 23.9. ausgezahlt (Record Date 2.9.) und die Dividendenrendite liegt bei rund 2,5%. Blackrock sollte sich in etwa wie der Gesamtmarkt (der großen Werte) bewegen, ist also als Basisinvestment entsprechend gut geeignet.

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  10. Grüß Gott Michael,

    ich beschäftige mich seit nunmehr etwas mehr als einem Jahr intensiver mit dem weiten Feld der Kapitalmärkte und stehe sicherlich mit meinem Wissensstand noch weit am Anfang. Nichtsdestotrotz waren mit der China-Sorgen-Dellen im August letzten Jahres sowie zu Jahresbeginn 2016, dem Ölpreisverfall mit ihrem Höhenpunkt im 1. Quartal 2016, dem Brexit-Referendum, den Notenbankenaktion(ismus)en schon einige lehrreiche Episoden dabei. Und ich glaube Erfahrung im Investieren ist nicht zu unterschätzen. Gerade um ruhig zu bleiben wenn viele Marktteilnehmer das Flattern bekommen und die Volatilität als Chance für sich zu verstehen. Als Vorteil kann mir dabei helfen, dass ich laut Selbsteinschätzung doch einigermaßen lernfähig und erfahrungsfreudig bin. (-;
    Dankbar bin ich dir für den Blog und sämtliche Informationen, die du zur Verfügung stellst, da sie für mich sehr inspirierend sind. Ich finde es übrigens klasse, wie du am Ball bist, Informationen recherchiert, Chancen und Risiken auslotest und dann auch konsequent danach handelst. Danke dafür. Mein seit kurzer Zeit bestehendes Portfolio gleicht sich übrigens schon hier und da merklich Deinem an und wenn sich bei den U.S. Werten Chancen ergeben, greife ich auch gern mal bei Werten zu, die Warren Buffet im Portfolio hat (wie Apple, dass ich in Q1 2016 erworben habe). Ich versuche auf europäische (Nestle, Lindt & Sprüngli, Novo Nordisk) & amerikanische (Apple, Alphabet, Starbucks) Schwergewichte zu setzen, da man hier eine gewisse Kursstabilität erwarten und unter Umständen gute, sichere Dividenden einstreichen kann.
    Mein Fokus liegt aber bestimmt zu 50% auf deutsche ( ggfs auch österreichische oder schweizer) mid, small und micro caps, da ich zum Einen von deutschen (Familien-)Unternehmen in Nischen- bzw. gar in Weltmarktführerpositionen angetan bin und zum Anderen es bei deutschen Werten deutlich einfacher ist an detaillierten Informationen, die als Grundlage für meine Investments dienen, zu gelangen.
    Damit gefällt mir dein Blog noch besser. Nochmal danke für die Infos und auch deine Offenheit für Kritik, die nicht selten zu lehrreichen Diskussionen führen.
    So, jetzt komme ich aber zum Punkt, ich will hier Keinen langweilen. Ich habe einige Verkäufe in den letzten Tagen vollzogen und bin konkret auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten im Immobilien Bereich. Nicht unbedingt die klassischen Bestandshalter, sondern eher Zulieferer, Asset Manager...

    Frage 1.: Der Bauzulieferer Steico ist als Verarbeiter von Holz geradezu prädestiniert für mein Portfolio. Aber leider bin ich erst nach der jüngsten, verschärften Rallye darauf gestoßen. Hältst du Steico auf dem derzeitigen Preisniveau für einen gerechtfertigten Kauf?

    Frage 2.: Publity und seine Investmentstory finde ich mehr als interessant. Du hast seiner einiger Zeit nichts mehr zu Publity verlauten lassen. Hast du deine Position zuletzt verändert? Ich habe heute nach eigener Recherche kaum eine deutsche Immobilienfirma finden können (wobei ich weiß, dass Publity ein ganz spezielles Geschäftsfeld besetzt), deren Kurs momentan unter dem 200 Tage Schnitt verläuft. Und dennoch kommt der Kurs von Publity so schwer in die Gänge. Die Fundamentaldaten sind doch mindestens o.k.. Und erst die Dividente... Du bleibst bei Publity weiterhin zuversichtlich, oder?
    Konkreter noch eine Frage zu den Aufgaben beim "Servicing von non performing loans". Publity kassiert 0,5% pro Jahr, doch was macht sie als Dienstleister genau. Soll sie das Geld für die Gläubiger reinholen? Oder soll sie für die Gläubiger Investoren finden, an die die faulen Kredite samt die als Sicherheiten hinterlegten Immobilien verkauft werden? Oder habe ich da was gänzlich falsch verstanden?
    Sind die eingestrichenen Servicegebühren dann mehr oder minder zu 100% als Ebit einzustufen?

    Sorry für den ausgedehnten Blogbeitrag, aber mir wars wichtig auch ein paar Hintergrundinfos von mir zu vermitteln und dich ausgiebig zu loben.

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    1. Moin Raffael,
      Du langweilst hier sicherlich niemanden, wenn Du etwas über Dich und Deine Anlagephilosophie mitteilst. Dass Dir mein Blog dabei bisweilen eine Hilfe ist, freut mich sehr. Auch dafür schreibe ich ja hier.

      Zu Steico...
      Steico hat eine schöne Kursrallye hinter sich. Allerdings hatte der Kurs zuvor auch zwei Jahre verpennt, insofern hatte er auch einiges nachzuholen. Steico hat zuletzt unternehmerisch alles richtig gemacht und die beiden Investitionsentscheidungen sind für Steico ein "Big Deal". Zwar steigt die Verschuldung durch die €100 Mio.-Investitionen deutlich an, auf der anderen Seite verbessern sich die Kennzahlen deutlich, insbesondere die Margen und der Cash-flow. Ich denke daher, dass Steico bei €13,50 für mittel- und langfristig orientierte Anleger eine gute Kaufgelegenheit mit attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis ist.

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    2. Zu Publity...
      An Publity scheiden sich die Geister. Die Entscheidung, unmittelbar nach dem HV-Beschluss zur Schaffung neuen Eigenkapitals und Ausschüttung der sehr üppigen Dividende eine Kapitalerhöhung durchzuziehen, war schon ein ziemlicher Affront. Das Vertrauen in den Vorstand hat hier schon ziemlich gelitten. Hinzu kommt der abgabewillige britische Investor, der über Wochen den Kurs gedrückt hat. Die ansich überzeugenden operativen Meldungen wurden somit negativ überlagert und die Skepsis der Anleger wuchs. Und der Frust. Hier zeigt sich, dass nicht die Meldungen den Kurs machen, sondern der Kurs die Meldung. Eigentlich Irrsinn, aber die Anleger glauben, dass die anderen schlauer sind als sie selbst - und deshalb verkaufen sie. Value-Investing funktioniert anders...

      Ich bin bei Publity weiterhin investiert. Vor einiger Zeit hatte ich ja "querbeet" Positionen reduziert, um meine sehr geringe Cash-Quote aufzublasen. Ich erwarte ja einen eher ruppigen Herbst an den Börsen. Das hat auch meine Publity-Position getroffen, wie fast alle Werte. Also in absoluten Zahlen. Der prozentuale Anteil am Depot hat sich "nur" aufgrund des bisher nicht so erfreulichen Kursverlaufs verändert; da sind andere Werte vorbei gezogen. Ich denke aber, dass Publity einiges an Nachholpotenzial hat und wenn der Markt deutlicher einbricht, ist Publity auch ganz sicher auf meiner Einkaufsliste.

      Das "Servicing von Non-Performing-Loans" ist das Bewirtschaften der nicht-bedienten Forderungen. Publity bzw. seine Fonds übernimmt diese Forderungen mit Abschlag auf den Nominalwert und strebt die Rückzahlung zu möglichst 100% an. In den meisten Fällen geht das nicht ohne Verwertung der Sicherheiten; aber der Schuldner könnte auch durch eine Erbschaft liquide werden oder durch eine Schenkung oder durch eine Bankfinanzierung oder durch Auszahlung einer Versicherungsleistung. Publity versucht, das Geld hereinzuholen, und das bringt Kosten mit sich. Dafür erhält man die Vergütung, für die Tätigkeit. Ist man (besonders) erfolgreich, erhält man oben drauf noch eine Provision.

      Zu 100% kann man die Servicegebühren also nicht als EBIT ansetzen, denn ihnen stehen ja Aufwendungen gegenüber. Gericht, Gerichtsvollzieher, ggf. Gutachter, eigenes Personal, Sachaufwand (Porto, Büroausstattung, Fahrtkosten etc.). Aber es bleibt schon einiges hängen, weil Publity das Verfahren an sich ja ziemlich standardisiert hat. Und da man, anders als der ursprüngliche Gläubiger, nicht auf einem großen Verlust sitzt, kann man auch freier agieren. Und schneller, wenn sich eine Gelegenheit bietet.

      Publity kauft die Objekte also mit Abschlag zum Wert. Die Bank hat ihre Forderung zuvor ja bereits wertberichtigt und dann verzichtet sie beim Verkauf noch einmal auf Geld. Publitys Forderung gegen den Schuldner beläuft sich jedoch auf 100% des Nominalbetrags plus Zinsen und Kosten. Kauft Publity also zu 70% an und erzielt 90%, sind die 20% Gewinn (abzgl. Kosten). Würde man 105% erzielen, müsste Publity die überschießenden 5% an den Schuldner abgeben. Aber das ist relativ unwahrscheinlich.

      Da Publity als Co-Investor mit eigenem Geld an Bord ist, hat man auch ein eigenes Interesse an einem möglichst hohen Gesamtertrag aus dem Deal. Eben nicht nur an den Gebühren.

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    3. Wenn Du Asset-Manager aus dem Immobilienbereich suchst, dann könnten auch DIC Asset und Patrizia Immobilien für Dich interessant sein, ich habe sie ja auch auf meiner Empfehlungsliste und schon das Eine oder Andere hier im Blog zu den Werten geschrieben...

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  11. Hallo Hr. Kissig, bin durch Ihren Blog zu Jahresbeginn unter Anderem auf Blackstone und Gladstone Capital aufmerksam geworden und bin dort eingestiegen. Beide Werte gehen mir zur Zeit im Kopf um. Sollten Sie aktuell eine Einschätzung dazu haben, fände ich diese Ganz interessant und vor allem hilfreich.

    Bei Gladstone bin ich dank Ihres Blogeintrages wahnsinnig günstige beinahe zum Tiefskurs eingestiegen und ist der beste Dividendenzahler in meinem Depot. Ich hatte bei einem Plus von 25% zwar schon einen Teil verkauft, durch den Kursanstiegt bin ich jetzt mit dem Rest bei über 50% im Plus und dadurch ist Gladstone auch die größte Position in meinem Depot geworden. Nachdem die Position auch meine maximale Positions-Größe erreicht hat dachte ich immer wieder über einen weiteren Teilverkauf nach. Allerdings wollte ich auch nicht die Gans schlachten die goldene Eier legt. Mit einer Dividenrendite von ca. 15% in Relation zum Einstiegskurs ist das Papier natürlich schon ein echter Traum. :-)
    Sie kennen sich ohne Frage besser mit BDCs aus als ich. Ist das ein Wert den man durchaus für lange Zeit behalten kann? Ich müsste ja schon über mehrere Jahre Dividenden beziehen um auf die gleiche Rendite zu kommen. Der hohe Depotanteil ist im Moment eben ein gewisses Risiko, falls ich da auf dem falschen Fuß erwischt werde. Andererseits wird mein Depot vermutlich allein durch Kapitalzuflüsse die nächsten Jahre noch stark zulegen, Gladstone aber nicht mehr ewig steigen (wir haben uns dem NAV ja schon deutlich angenähert). Somit würde sich die Relation zum Gesamtdepot mit der Zeit wieder in den grünen Bereich verschieben. Und ich würde mich, als eher Dividenden-orientierter Anleger, ggf. ärgern die Cashcow zum Schlachter geführt zu haben. ;-)

    Was Blackstone betrifft ist die Lage beinahe anders rum. Die Kursentwicklung war nicht besonders gut. Die gezahlten Dividende sind okay, aber ich habe besserer Titel. Im Moment bin ein paar Prozent im Minus und denke darüber nach die Papiere zu verkaufen wenn der Kurs mal wieder etwas nach oben geht. Haben Sie nach Ihrem Verkauf hin und wieder noch einen Blick auf Blackstone geworfen?

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    1. Gladstone
      ...war zu Jahresanfang so stark eingebrochen, weil man ein erhöhtes Exposure in Unternehmen hat, die der Öl- und Gasindustrie nahestehen. Da gab es hinsichtlich des Kurses massive Übertreibungen und deshalb hatte ich GLAD zum Kauf empfohlen. Inzwischen hat sich der Kurs deutlich erholt und ich würde auf diesem Niveau nicht mehr kaufen. Verkaufen muss man aber auch nicht, GLAD ist solide aufgestellt und liefert tolle Renditen! Die (einzige) Überlegung ist halt, dass der Wert als einzelner ein nicht zu starkes Gewicht im Depot ausmachen sollte. Mehr als 25% Anteil sollte ein Wert meiner Meinung nach nicht haben, das ist aber die absolute Obergrenze! Weniger ist wohl ratsam, auch wenn im konkreten Fall natürlich die monatlichen Dividendenzahlungen kaum zu toppen sein dürften von anderen Werten. Aber Benjamin Graham lehrte uns stets, zuerst auf das Risiko zu schauen und erst danach auf die mögliche Rendite. Wenn die angedeuteten Kapitalzuflüsse nicht erst in einigen Jahren und auf Schlag eintreffen, sondern z.B. durch monatliche hohe Sparbeiträge, dann kann man natürlich auch diese Beträge samt der Dividendeneinnahmen zur Diversifikation nutzen. Dann wäre allerdings von weiteren BDCs bzw. Finanztitel eher abzuraten, um auch andere Branchen ins Depot zu bekommen.

      Blackstone
      ...da bin ich nicht mehr so sehr im Thema, da der Wert aufgrund seiner Rechtsform (Limited Partnership, L.P.) und der daraus resultierenden steuerlichen Problematik in Deutschland für mich nicht mehr investierbar ist; ich hatte das ja ausführlich dargelegt und auch u.a. KKR & Co. deswegen gleich mit aus dem Depot entfernt. Generell stehen die (US) Hedge-Fonds und Finanzinvestoren unter Druck aufgrund der hohen Gebühren und Provisionen, die sie ihren Kunden abverlangen und der eher bescheidenden Resultate der letzten beiden Jahre. Ich habe mich als Alternative ja bewusst deutschen Asset-Managern zugewandt (Deutsche Beteiligung, Llyods Fonds, Ernst Russ, Publity, Patrizia Immobilien, MPC Capital, DIC Asset). Natürlich zahlen die keine Quartalsdividenden, aber einige von ihnen weisen durchaus ansehnliche Dividendenrenditen auf. Und die zahlen ja nicht alle zur selben Zeit: DBAG und Publity im März, DIC Asset und Lloyd Fonds im Juli. Und bei Patrizia gab es bisher immer Berichtigungsaktien im Verhältnis 10:1 anstelle einer Dividenden - und das im Juni.

      Sofern man weiter auf internationale Finanzinvestoren setzen will, ohne die steuerliche Problematik zu haben, kann man auch auf einen entsprechenden ETF setzen. Wie den "DB X-TRACKERS LPX PRIVATE EQUITY INDEX ETF 1C" (WKN DBX1AN); hierbei hat man den Vorteil, dass der ETF sich um die ausländischen Dividenden kümmert und man selbst ggf. eben eine inländische Ausschüttung des ETF erhält, die den "ganz normalen" steuerlichen Regularien unterliegt.

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    2. Danke für die wie immer umfangreiche und fundierte Antwort. Das hat mir jetzt wirklich geholfen und ich bin zu einer Entscheidung gelangt mit der ich glaube ich gut leben kann. Ich werde mich von Blackstone sofort trennen, nach Berücksichtigung der Dividenden ist das ein mittlerer einstelliger Verlust, das kann ich gut verschmerzen. Das Kapital stecke ich lieber in einen Wert mit etwas höherer Dividende mit dem ich schon länger beobachte. Den Rest dann in die Deutsche Rohstoff, da wollte ich ohnehin noch aufstocken und wenn das noch etwas weiter läuft ist der Verlust in kurzer Zeit kompensiert. ;-)

      Und Gladstone bleibe ich treu. Die Position zu verkleinern hätte mich nicht glücklich gemacht. 25 Prozent hat die Position bei Weitem nicht. Ich diversifiziere lieber etwas stärker und habe alle Finanztitel (ohne REITs) zusammen gerade mal mit etwas mehr als 25% gewichtet. Danke auch für den Hinweis dann keine weiteren BDCs ins Depot zu nehmen. Da habe ich mich tatsächlich begonnen umzusehen, was eigentlich Blödsinn ist.

      Ich kann mich nur immer wieder ganz herzlich für die Arbeit bedanken die Sie in Ihren Blog stecken. Ihren Blog zu entdecken war für mich tatsächlich ein Wendepunkt als Privatanleger. Auch wenn meine persönliche Strategie von Ihrer etwas abweicht, hat Ihr Blog doch maßgeblich dazu beigetragen genug Verständnis für das Themenfeld Einzel-Aktien zu erlangen um überhaupt zu einer eigenen Strategie zu finden.

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  12. Hallo Michael,
    zuallererst möchte ich mich mal für deinen Blog bedanken. Als Neuling im Bereich Aktien schaue ich hier immer wieder interessiert herein und habe das Gefühl, dabei eine Menge über die Bewertung von Unternehmen und das Börsenleben zu lernen, ferner nutze ich deine Empfehlungen auch für eigene Investmententscheidungen.
    Seit einer Zeit gehen mir beim Lesen deines Blogs einige Fragen durch den Kopf, die du mir hoffentlich beantworten kannst.
    Meine ersten Börsenschritte habe ich im Bereich Unterhaltungselektronik gemacht und werde da bspw. in Sony investiert bleiben, da ich als junger Mensch das Gefühl habe, den Zeitgeist ganz gut abschätzen zu können und andererseits bei durchaus stabilen fundamentalen kennzahlen des Unternehmens auch Wachstumschancen (VR, sicht festigende Vorherrschaft im Heimspielbereich bei gleichzeitiger Fokussierung auf diesen Bereich) sehe, während ich den materiellen Investmentbedarf eines solchen Unternehmens auch für mich als Laien als halbwegs durchschaubar empfinde. Weil ich die Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich aber als begrenzt ansehe,da viele Aktien ja schon recht hoch bewertet scheinen und bei einem Börsenbeben wahrscheinlich zuallererst die heiße Luft bei den Aktien mit den überirdischen KGV und KBV entweicht, scheue ich mich, hier noch mehr Geld anzulegen und suche nach anderen Investitionsmöglichkeiten, wobei ich mich mich mit deinen Empfehlungen auseinandersetze.
    Die Aktienauswahl auf deiner Empfehlungsliste erscheint ja wie ein bunter Blumenstrauß, also recht wenig spezialisiert, da vermute ich, wirst du trotz dieser Diversifikation als ausgebildeter Experte auch in verschiedenen Bereichen ein gewisses Hintergrundwissen über die entsprechenden Geschäftsfelder der Unternehmen mitbringen. Als eine deiner "Lieblinge" sticht für mich gerade besonders die Deutsche Rohstoff AG als eine Rohstoffaktie hervor, wo ich zwar bärenstarke fundamentale Kennzahlen erkenne, es mir aber so vorkommt, dass man für das Abschätzen eines derartigen Investments am besten VWL studiert haben sollte, um mögliche Risiken und Chancen (Ölpreisentwicklung, Goldpreisentwicklung auch im Zusammenhang mit allen möglichen politischen Entwicklungen) zu durchschauen. Inwiefern setzt du für deine Investments denn eine breite Kenntnis des Geschäftsfelds über die reinen fundamentalen Kennzahlen hinaus voraus? Beispielsweise war ja für dich als Nicht-Biologe der "Burggraben" von Novo Nordisk vermutlich schwierig abzuschätzen.
    Und wie findest du eigentlich diese Unternehmen und wählst sie aus? Viele davon, gerade die mit erheblichem Kurspotential, findet man wohl nicht einfach so im Supermarktregal, wie es bspw Peter Lynch geschrieben hat.
    Und gibt es für dich (ethische) Ausschlusskriterien bei der Auswahl von Unternehmen? Nachdem ich bei der Deutschen Rohstoff investiert habe, musste ich bei weiterem Recherchieren mit Unmut feststellen, dass dort die "horizontalen Bohrungen" mithilfe von Fracking vorgenommen werden, welches ich eigentlich als kritisch ansehe. Da bin ich jetzt sehr ambivalent bezüglich dem weiteren Halten der Aktie.
    Gibt es tiefergehende Literatur neben den populären Werken zum Valueinvesting, die du interessierten Anlegern empfehlen kannst? Würdest du sagen, dass es sich für private Anleger lohnt, sich intensiv mit Grundlagenbüchern der BWL auseinanderzusetzen?
    Das war jetzt doch ein etwas längerer Post mit einigen Fragen, aber vielleicht findest du ja mal die Zeit, die eine oder andere Frage aufzugreifen.
    Viele Grüße Andreas

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    1. Moin Andreas,
      ein wahrlich umfassender Rundritt, den Du da hingelegt hast...

      VWL muss man nicht studiert haben, um an der Börse investieren zu können. Ich denke, man muss eine gute Allgemeinbildung haben und Spezialkenntnisse in eine oder mehreren Bereichen ist sicherlich nicht verkehrt. Eine überdurchschnittliche Bereitschaft, sich Wissen und neuer Erkenntnisse anzueignen, sind durchaus hilfreich. Letztlich muss man bereit sein, Dinge zu hinterfragen, Dinge zu lernen, und daraus seine Schlüsse zu ziehen. Nur der Meinung anderer Leute hinterherzulaufen, ist nicht ausreichend. Man muss seinen eigenen Verstand einsetzen, denn man investiert ja auch sein eigenes Geld. Entscheidend ist zu erkennen, was man nicht kann, was man nicht weiß, was man nicht versteht. Um diese Bereiche sollte man einen Bogen machen und sich auf die übrig bleibenden konzentrieren. Damit ist man der Mehrzahl der Börsianer schon einen großen Schritt voraus und mächtig im Vorteil. Man muss nicht jede vermeintlich günstige Gelegenheit mitnehmen, man sollte lieber auf die sicheren Sachen setzen. Also die, von denen man überzeugt ist.

      Spezielle BWL-Literatur halte ich nicht für nötig; ein gewisses Grundwissen über Bilanzen und Rechnungslegung, also auch die entscheidenden Kennzahlen für die Bewertung von Unternehmen/Aktien hingegen schon. Reinhold Gagels "Wie man eine Bilanz liest" finde ich gut verständlich, ebenso Nicolas Schmidlins "Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse".

      Zu DRAG und dem Fracking. Ich weiß gar nicht, was alle Leute gegen diese Fördermethode haben. Sie ist erprobt (in Deutschland wird seit mehr als 50 Jahren auf diese Weise Öl und Gas gefördert) und sie ist vergleichsweise sicher. Die Umweltschäden nehmen sich ziemlich gering aus verglichen mit den anderen Arten der Öl- und Gasförderung. Natürlich hat jeder den Fernsehbericht gesehen, wo des Wasserhahn Feuer gefangen hat. Und die meisten Leute kennen nicht die Klarstellung, dass dies nichts mit dem Fracking zu tun hatte. Wenn jedoch jemand der Meinung ist, diese Methode sei grundsätzlich abzulehnen, dann kann und sollte er vielleicht auch nicht in derartige Unternehmen investieren. Das ist ja die Entscheidung von jedem selbst.

      Ich habe keine ethische rote Linie, aber ich investiere nicht in bestimmten Bereichen. Rüstungsaktien sind für mich kein No-go, aber ich kaufe keine Tabakaktien. Krebs (durch Rauchen) verursacht unendliches Leid bei den Betroffenen und die Tabakkonzerne verdienen daran, Menschen Gift zu verkaufen und auch noch solches, das sie süchtig macht. Kein Geschäft für mich. Im Grunde gibt es ja bei allen Dingen im Leben Vor- und Nachteile, Positives und Negatives. Und jeder kann für sich entscheiden, wie er die Schwerpunkte setzt.

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    2. Hallo Michael,
      danke für deine ausführliche Antwort. Dass Fracking hierzulande schon ein alter Hut ist, war mir gar nicht bekannt. Ich werde meine bisherige Position erstmal halten, aber trotz der momentanen Kursschwäche erstmal nichts mehr dazukaufen, weil es für mich schwer abzuschätzen ist, wie schädlich Fracking tatsächlich ist, außerdem der Punkt mit dem Wohlfühlen. Da kommen mir beispielsweise Immobilienaktien durchschaubarer vor und deshalb behalte ich gerade vor allem Patrizia und Publity im Auge. Würdest du sagen, dass du dich als Finanzfachmann mit "Finanzaktien" (Assetmanager, Immobilienhandel, Versicherungen) im Allgemeinen versierter/wohler fühlst als mit Rohstoff- und Technologieaktien, wo Dinge wie technisches Know-How eine Rolle spielen?
      Schöne Grüße Andreas

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    3. Moin Andreas,
      es ist natürlich schon ein Unterschied, ob man in den Weiten Colorados oder Nevadas Fracking betreibt oder im dicht besiedelten Ruhrgebiet mit seinen großen Trinkwasserreserven im Grundwasser. Nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv. Sollte es gelingen, den inzwischen schon sehr geringen Anteil an giftigen Chemikalien vollständig zu ersetzen, wird das in Deutschland die panische Angst vor Fracking nicht lindern, aber objektiv die Methode "annehmbarer" machen.

      Zu Deiner anderen Frage: Buffett nennt das den "Circle of Competence", den man nicht verlassen sollte. Man darf nur innerhalb dieses Kompetenzradius investieren, alles was außerhalb liegt, ist tabu. So stellt man sicher, dass man (viel eher) weiß, was man tut.

      Natürlich habe ich zu einigen Bereichen einen einfacheren Zugang als zu anderen. Ich kann nicht/kaum einschätzen, wie sich bestimmte geologische Formationen auf den Ertrag oder die Kosten auswirken. Ich kann auch nicht einschätzen, wie wirkungsvoll eine Software ist, ob sie am Markt ankommt oder wie leicht es ist, sie einfach nachzuschreiben oder eine noch bessere auf den Markt zu bringen. Hier bin ich auf die Analysen und Einschätzungen anderer Leute angewiesen. Je mehr ich hier lese, um so mehr unterschiedliche Meinungen lese ich und umso besser wird mein Empfinden für das Geschäft. Wenn ich glaube, dass ich eine eigene Einschätzung der Chancen und Risiken vornehmen kann, dann bin ich bereit für ein Investment. Dann muss "nur" noch der Preis stimmen. Erkenne ich jedoch, dass ich nicht wirklich verstehe, was im Unternehmen und seinem Marktsegment vor sich geht, dann darf ich gar nicht investieren! Ich würde ja nur den Kurs kaufen und darauf hoffen, dass der sich in die gewünschte Richtung entwickelt. Den Wert des Unternehmens, absolut und relativ im Verhältnis zu seinen Wettbewerbern, kann ich dann ja überhaupt nicht einschätzen. Und Value Investing bedeutet das Ausnutzen des Unterschieds zwischen Wert und Preis. Kennt man einen oder gar beide Faktoren nicht, zockt man, aber man investiert nicht.

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  13. Hallo Herr Kissig.

    Ich bin seit Februar ein stiller mit Leser und finde Ihren Block extrem gut.
    Ihr Block hat mich zusätzlich dazu bewegt ein Depot zu eröffnen und mich intensiv mit dem Thema Aktien zu beschäftigen.
    Mittlerweile hab ich 2 Große Positionen an Drag und Publity und würde gerne paar kleinere Risikofreudige Anlagen beimischen. Wobei Publity und Drag von Risiken ja auch nicht befreit sind. Die Buchgewinne sind überragend und den guten Start hab ich wohl nur Ihnen zu verdanken. Die beiden Positionen sind mir aber mittlerweile so Groß geworden, dass ich über weitere Positionen nachdenke und das Geld was ich monatlich einzahle in mehrere kleinere Turnaround Positionen anlegen möchte. PNE Wind scheint mir sehr attraktiv zu sein und eine kleine Wette wert. Nun wollte ich fragen welche zwei weitere Positionen könnten Sie mir empfehlen. Das Risiko des Verlusts ist mir bewusst und die Positionen dem entsprechend klein.

    Auf jeden fall ist Ihr Block eine Große Hilfe und die vielen Artikeln sehr lesenswert.
    Machen Sie weiter so!

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    1. Bei der DRAG sollte das Risiko eher begrenzt sein, da künftig von deutlich steigenden Einnahmen und Gewinnen auszugehen ist. Selbst wenn der Ölpreis etwas nachgibt, dürfte hier im nächsten Jahr einiges an Kursplus drin sein.

      Publity ist deutlich risikoreicher. Noch scheinen die avisierten Jahresziele nicht unter Dach und Fach zu sein, hier stehen noch Meldungen über erfolgreiche Verkäufe aus. Bis zur Hauptversammlung dürfte die Aktie aber einiges an Kurspotenzial haben, da die Dividende von €2,80 auch Dividendenjäger anlocken dürfte. Auf Jahressicht bleibt aber entscheidend, ob Publity seine erklärten Ziele verwirklichen kann. Hier herrscht am Markt noch einige Skepsis.

      Bei PNE Wind ist es ziemlich enttäuschend, was die Börse bisher aus dem erfolgreichen Verkauf des YieldCo-Portfolios gemacht hat. Wenn PNE hierzu seine ersten aktualisierten Geschäftszahlen präsentiert, sollte der Erfolg aber sichtbar werden und der Kurs entsprechend zulegen. Sicher ist das aber nicht, denn die Börse agiert hier eher irrational und hat (noch) wenig Vertrauen in das neue Management und die künftigen Erfolgsaussichten des Unternehmens. Andererseits sind dies auch genau die Phasen, wo man (noch) günstig einsteigen kann, bevor alle Welt erkennt, dass sich der Wind gedreht hat.

      Ein Wert mit großen Potenzial sollte Blue Cap sein. Der Neschen-Deal und die operativen Erfolge bei einigen Tochtergesellschaften dürften zu einer Neubewertung führen und Kurse im zweistelligen Bereich. Das Kursrisiko nach unten ist bei Blue Cap wohl ziemlich limitiert, das Upside-Potenzial hingegen überdurchschnittlich.

      Als speuklativere Beimischung für 2017 sollte mVISE auftrumpfen können. Der Turnaround ist in vollem Gange und die Übernahme der Just Intelligence GmbH wird die Geschäftszahlen sofort deutlich verbessern. Darüber hinaus ergeben sich Cross-Selling-Effekte und Synergien, die das Zahlenwerk antreiben sollten.

      Und dann wäre da noch Funkwerk. Die Aktie ist schon sensationell gelaufen und konsolidiert gerade. Ich habe hier kürzlich aufgestockt, da auch Insider weiter zugekauft haben. Die Hörmann-Gruppe hat gerade ihre internen Strukturen neu geordnet und hält über 50% der Anteile. Ich denke, dass neben den operativen Fortschritten auch eine Komplettübernahme durch Hörmann immer wahrscheinlicher wird. Und je länger die mit einem offiziellen Angebot warten, desto teurer wird es.

      Ich werde demnächst meine Liste mit meinen Jahresfavoriten 2017 veröffentlichen und die meisten der genannten Werte werden sich darauf wiederfinden. Möglicherweise enthält die Liste auch ein, zwei Werte, die ich bisher hier im Blog noch nicht vorgestellt habe.

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    2. Bei DRAG sehe ich den WTI Preis als risiko genug an. Da die Drosselung von Ländern beschlossen worden ist die nicht unbedingt mein vertrauen geniessen. Da kann Preistechnisch noch einiges passieren. Natürlich hoff ich das beste, bin aber vorsichtig und hab WTI im Blick. Ich danke dir für deine Tipps und die Idee mit den Jahresfavoriten 2017 find ich auch gut.

      Werde mich wohl bei Funkwerk, Blue Cap bedienen. Die Anderen schau ich mir im Laufe des Januars an.

      Guten Rutsch dann mal!
      Eugen

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  14. Hallo Michael,
    was hältst du von der Aktienanalyse der Vorstandswoche zu Publity??
    Ansonsten lasse ich mich nicht so leicht verunsichern, doch mich beunruhigt die Situation.
    Ich denke diese Nachricht belastet den Kurs weiterhin und lässt wohl nur eine konservative Aktienbewertung zu!

    lg und frohe Weihnachten,
    Alex

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    1. Es geht um diesen Artikel.

      Moin Alex,
      weshalb sollte sie den Kurs "weiterhin" belasten? Seit dem Tief bei €26 hat die Aktie doch einen tollen Rebound hingelegt und ich sehe auch nicht, dass sich daran etwas ändern sollte, sofern Publity seine Ziele (für 2016) einhält.

      Zum Artikel: Was Olek mit seinem aus Dividenden und Aktienverkäufen eingenommenen Geld tut, ist doch seine Sache. Wenn er damit eine weitere Immobilienfirma aufzieht und dann die 1-Euro-Aktien für 10 Euro an Interessierte verkauft, tangiert mich das als Publity-Aktionär nicht die Bohne. Machen übrigens viele andere auch, Rocket Internets Geschäftsmodell fußt darauf. Und auch WCM hat es so gemacht oder jetzt GxP...

      Dass es zwischen einem Bestandshalter von Immobilien (hier gibt es keine Einschränkungen hinsichtlich Privat oder Gewerbe) "direkten Wettbewerb" mit Publity gibt, muss mir erstmal erläutert werdenn. Publiy ist kein Bestandshalter, sondern ein Verwerter von Non-Performing Loans und Insolvenz-Immobilien. Geschäftsmodell ist das billige Ankaufen, Aufpeppen und gewinnbringede Verkaufen von Gewerbeimmobilien - und das mit möglichst wenig Zeit zwischen An- und Verkauf. Was die Käufer der Immobilien - auch Bestandshalter! - zum Kaufen veranlasst ist, dass sie auf dann weiter steigende Wertentwicklungen setzen. Wie Dir sicher nicht entgangen ist, verkauft Publity nicht nur dann weiter, wenn man bei 100% Vollvermietung ist (siehe Wappenhalle), sondern sobald man eine ansehnliche Rendite mit dem Objekt erzielt. Dass Olek hier eine neue, von Publity unabhängige Firma gegründet hat, die ggf. als Käufer auftreten kann/wird, ist doch für mich als Publity-Aktionär eher positiv zu bewerten. Sofern - und hier muss man ein Auge drauf haben - keine Exits zulasten von Publity durchgeführt werden, also unter Wert. Diese Gefahr, da sie so offensichtlich wäre, scheint mir aber eher unbegründet. Publity ist für Großaktionär Olek eine Goldgrube, die wird er für sein Zusatzgeschäft nicht kaputtmachen.

      Aber der Artikel der Vorstandswoche enthält auch wesentliche - positive - Aussagen. Absehbar keine KE nötig, die Dividende von 2,80 EUR je Aktie wurde bestätigt, Olek hält nach wie vor knapp unter 50% der Publity-Aktien und plant nicht, weitere abzugeben.

      Wegen eines solchen Berichts, der eigentlich nichts substanziell Negatives für Publity-Aktionäre enthält, muss man seine Aktien nicht panikartig abstoßen.

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  15. Hallo Michael,
    was hälst du von der Marine Harvest Aktie?
    Sie stellt zur Zeit den besten Wert in meinem Depot dar und ich erwäge einen Nachkauf.

    Viele Grüße
    Lasse

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    1. Moin Lasse,
      Marine Harvest ist in einem interessanten und wachsenden Markt tätig. Ich denke, mit der hochwertigen Fischzucht (Lachse) lässt sich aufgrund der ständig steigenden Weltbevölkerung und der zunehmenden gesundheitsorientierten Ernährung, weg vom Fleischkonsum, weiterhin gutes Geld verdienen. Und auch ein Beitrag zum Umweltschutz, weil so nicht die Wildlachsbestände in Mitleidenschaft gezogen werden. Da es immer mehr Fischgebiete gibt, die überfischt und somit unter Schutz gestellt werden (müssen), ist sind Fischfarmen zunehmend gefragt.

      Schaue ich mir die erwarteten Wachstumsraten bei Marine Harvest an, so haut mich das erwartete Umsatzwachstum nicht vom Hocker; das EPS soll aber ansteigen, wodurch auf eine Margensteigerung zu schließen ist. Die Dividendenrendite ist mit knapp 6% überdurchschnittlich. Die Aktie sollte unterm Strich für langfristige Anleger weiterhin solide Rendite und Gewinne einfahren können.

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    2. Eine Aktie fuer den langfristigen "value-investor" schlechthin m.E.: fast alles stimmt, KGV-entwicklung,steigende Eigenkapitalquote, Gewinnentwicklung, langfristige Ankerinvestoren, Dividenden sowieso, leckere Produkte...wer denn Fisch mag.
      Frohes Neues und all the best for the rest

      Jochen

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  16. Hallo Michael,
    Gratulation ein sehr gelungene Seite.
    Hast Du dir Polytec schon einmal genauer angeschaut (weiß Du bist kein Fan von Automobil- Zulieferfirmen?

    Danke Christian

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    1. Moin Christian,
      Polytec habe ich in meinem Depot. Ein eher langweiliges Kunststoffbusiness aus Österreich, wo aber zuletzt etwas gehypte Phantasie bzgl. E-Mobilität ins Gespräch kam (war eine Hot-Stock-Empfehlung vom Aktionär mit angepriesener Kursverdopplung, wenn ich mich recht erinnere). Die Phantasie rührt daher, dass E-Autos eine miese Reichweite haben und man daher leichter bauen muss, um das zu kompensieren. Wenig Konkretes. Allerdings solle man in Gesprächen mit Tesla sein. Und in anderen Bereichen liefen auch Gespräche über große Aufträge. Sollte sich hier etwas ergeben, würde Polytec einen Umsatz- und Gewinnschub hinlegen. Ausgemacht ist da aber noch nichts. Setzt man auf den Erfolg der Gespräche (das geht dann Richtung Prinzip Hoffnung), kann man auf die Aktie setzen. Ansonsten ist der Kursanstieg der letzten Wochen schon rasant, von €8 auf €11, aber die geschätzten KGVs von unter 8 sind schon ein Wort.

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  17. Guten Tag Michael,

    hast Du dich mit Lang und Schwarz befasst ? Scheint eigentlich ein tolles Unternehmen zu sein - eigentlich. Was ich stört ist, dass der Vorstand so gut wie nie mit den Aktionären kommuniziert. Keime Präsentation, Ergebniserwartung bzw. Zukunftsvisionen auf der Website.

    Allerdings scheint mir die Aktie bzw. das Unternehmen dennoch interessant. Es ist an Wikifolio mit 5 % beteiligt, ist als kleines deutsches Unternehmen doch sehr erfolgreich an der Börse und Co. Bei fast jeder Depotbank kann man über L&S kaufen - außerdem bieten sie inzwischen (war nicht immer so) Hebelprodukte an - man erweitert also die Dienstleistungspalette.

    Außerdem ist das Unternehmen eine Art Investmentbank, da sie (so weiß ich, korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege) Unternehmen bei Börsengänge und Kapitalbeschaffungen begleitet.

    Wie ist deine Einschätzung ?

    Herzlichen Dank und viele Grüße aus Bayern!

    DD

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    1. Lang & Schwarz beachte ich nur am Rande, die Ergebnisse schwanken mir zu heftig über die Jahre, nach tollen Erfolgen folgt zumeist prompt die Katerstimmung. Wikifolio halte ich für nicht ganz so risikolos für L&S und das große Wachstumspotenzial sehe ich bei Wikifolio auch nicht mehr. Ich kann das aber nicht wirklich einschätzen, daher lasse ich die Finger davon.

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  18. Hallo Michael,

    gestern ist der Kurs von Genworth Financial ziemlich eingebrochen. Ich konnte hierfür bei meiner Recherche keine Erklärung finden; einzige News war die Ankündigung für die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse am 07.Februar. Ich habe meine Papiere behalten und spekuliere weiter auf die erfolgreiche Übernahme durch China Oceanwide oder den weiteren Turnaround. Ist dir irgendwas Relevantes zum gestrigen Kurseinbruch bekannt, was den Investmentcase beeinflusst?

    Beste Grüße,
    Michael

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    1. Es gab gestern einen negativen Kommentar in den USA, der meinte, die Übernahme würde vielleicht scheitern und dann wären die GNW-Aktien nur noch $1,20 wert (klickste hier).

      Andere News habe ich nicht gefunden und eine solche Meinung kann man ja vertreten, denn GNW ist eine Turnaround-Spekulation. Ich teile diese Auffassung nicht, da alleine die beiden an der Börse gelisteten Hypothekentöchter in Kanada und in Australien (GNW-Anteil jeweils rund 50%) mehr als $5 je GNW-Aktie abdecken. Und HNW hat reichlich Liquidität in der Kasse, so dass auch nicht mit einem Ausfall in den nächsten Jahren zu rechnen ist. Sollte also die Übernahme platzen, wäre meine ursprüngliche Spekulation auf eine Annäherung an den Buchwert, der ja deutlich im zweistelligen Dollar-Bereich liegt, wieder aktiv. Klappt es mit der Übernahme kann man für $5,43 andienen.

      Interessanter Nebenaspekt: sollte die Übernahme aufgrund regulatorischer Einwände seitens chinesischenr Behörden nicht klappen, erhält GNW eine Entschädigung von $200 Mio.

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    2. Danke für deine schnelle und hilfreiche Antwort! Ein solcher Analystenkommentar ist natürlich hilfreich für das Unternehmen, um die Aktionäre zur Zustimmung zu der Übernahme zu bewegen - ein Schelm, der Böses dabei denkt...
      Schade, dass ich schon ausreichend in GNW investiert bin, sonst sind die aktuell mehr als 50% Potential zum Übernahmeangebot schon verlockend, um nochmal nachzulegen.

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    3. Genau das habe ich getan, ich habe meine Position heute etwas aufgestockt und mir ein paar weitere Stücke ins Depot gelegt. Für mich sieht die Unterbewertung zunehmend krasser aus und der Kurs leidet unter den Leerverkäufern. Eigentlich brauchen wir nur abwarten, bis sich die Stimmung dreht und die Short-Seller sich alle gleichzeitig eindecken wollen/müssen. Dann wäre selbst bei erfolgreichem Übernahmeangebot die Marke von $5,43 wohl kurzfristig keine wirkliche Hürde in einer solchen Short-Squeeze. Warten wir's ab, wir werden es erfahren...

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    4. Hallo Michael,

      inzwischen wurde noch eine Analystenmeinung veröffentlicht, welche eine Herabsetzung des Übernahmeangebots von $5.43 auf $3.43 mit einer 80%-Wahrscheinlichkeit beziffert. Wie auch immer er auf die 80%-Wahrscheinlichkeit kommen mag...:
      http://seekingalpha.com/news/3237662-wells-fargo-china-oceanwide-likely-cut-genworth-offer-3_43-share

      Ich kenne mich mit dem Prozedere bei Übernahmen nicht aus, aber es ercheint mir extrem unwahrscheinlich, dass das Angebot noch reduziert werden kann bzw. wird, nachdem sich China Oceanwide und Genworth ja eigentlich bereits handelseinig sind und die Abstimmung der Aktionäre bereits angelaufen ist. Man könnte denken, dass hier gezielt Panik verbreitet wird. Wie ist deine Einschätzung? Hälst du eine Herabsetzung des Angebots für denkbar?

      Danke für deine Meinung,
      Michael

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    5. Es gibt von GNW ein Aktionärsschreiben, in dem um Zustimmung zu der Übernahme geworben wird (klick). In diesem ist als Datum für die außerordentliche HV der 7. März genannt und immer wieder der Übernahmepreis von $5,43. Über die Annahme dieses (!) Angebots wird abgestimmt.

      Der Wells-Fargo-Analyst meint nun, dass das Jahresergebnis von GNW schlecht ausfallen wird, also mit einem deutlichen Verlust bei EPS. Seine Schätzung geht von einem Verlust von $0,46 je Aktie aus anstelle einer Erwartung eines Gewinns von $0,04. Und er meint, dass Oceanwide bei Eintreten dieses Verlusts seine Offerte auf $3,43 reduzieren könnte. Die Wahrscheinlichkeit hierfür beziffert er mit 80%. Er begründet seine reduzierte Gewinnerwartung übrigens mit den Unterlagen, die GNW als Anlage zum Aktionärsvotum angefügt hat.

      Ich bin auch kein Experte für US-Übernahmen. Wenn aber eine renommierte Bank so etwas in den Raum stellt, dürfte es grundsätzlich möglich sein. Zumal es sich ja nicht wirklich um eine Übernahme handelt, sondern die eigentliche Vereinbarung eine Fusion ("Merger") mit den US-Aktivitäten von Oceanwide vorsieht. Und zwar zu einem festgelegten Preis von $5,43. Das kann nicht einseitig einfach abgeändert werden. Allenfalls könnte ggf. Ocenwide vom Vertrag zurücktreten, denke ich. Aber dann? Einen neuen Versuch starten zu einem viel niedrigeren Preis? Das klingt wenig erfolgversprechend.

      Die Grundlage für die Wells-Fargo-Einschätzung sind GNW-Unterlagen und das GNW-Management hat höchstes Interesse daran, dass der Deal zustande kommt. Möglich, dass sie auch deshalb besonders tief stapeln, um möglichst viele Aktionäre in den vermeintlich sicheren Hafen der Oceanwide-Offerte zu treiben. Dann hätte Wells Fargo ihnen in die Hände gespielt. Andererseits dürften die enthaltenen Informationen nicht wirklich neu sein, schon gar nicht für Oceanwide, denn die haben ja vor dem Merger-Agreement alle Bücher von GNW eingesehen und man hat damals gemeinsam den fairen Wert von $5,43 ermittelt. Insofern klingt die Einschätzung von Wells Fargo eher nicht stichhaltig.

      Andere Option...
      Sollte Oceanwide die Offerte verringern, dürfte sie keine Chance auf Annahme seitens der Aktionäre mehr haben. Oder die Aktionäre lehnen den Merger ab. In beiden Fällen wäre zu überlegen, was mit GNW weiter passiert. Ob das Unternehmen von jemand anderem übernommen wird, ob es alleine bestehen kann oder ob man sich von einer oder beiden der profitablen Hypotheken-Töchter trennt, um sich so zu entschulden und zu gesunden.

      Wirklich geändert hat sich durch den Kommentar von Wells Fargo nichts.

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    6. Hallo Michael!
      Ich hab mir Genworth (& Übernahme) nach einer kleineren Portion nochmal durch den Kopf gehen lassen. Und das nicht nur 10 Mal... und letzte Woche deutlich aufgestockt. Weil: merger or not, win or win, I´m in.
      Nun, der 07.03. das ist übernächsten Dienstag und wohl durch die Großaktionäre allein wird eine mehrheitliche Zustimmung erwartet; ich erwarte in dem Umfeld schon in der nächsten Woche deutlicher anziehende Kurse.
      Den sqeezeout-Effekt erwartest Du unmittelbar nach einem "dafür"?

      LG,Jörgen.

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    7. Moin Jörgen, ich hatte zuletzt Ende Januar bei knapp über €3 meine Position aufgestockt. Wie hoch die Position der Short-Seller noch ist, weiß ich nicht. In den letzten vier Wochen hat sich der Kurs ja um rund 25% erhöht, was auch dafür spricht, dass bereits Short-Positionen eingedeckt wurden. Aber bestimmt noch nicht alle. Sollte es zu einer Annahme der Offerte kommen, dürfte der GNW-Kurs deutlich positiv regieren - und in dessen Folge es dann für Shorties teurer machen, sich einzudecken. Hier könnte es dann zu einer Panik kommen, also einem Short-Squeeze. Ob und wie es passiert,müssen wir halt abwarten. Ich bin jedenfalls dabei... ;-)

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  19. Hallo Michael,

    ich verfolge Deinen Blog schon ziemlich lange. Was mich jedoch immer wundert ist: Warum nimmst Du Deinem schlecht gelaufenen Empfehlungen raus (Beispiel WD)? somit hat die Liste den Anschein, dass alle Deine Empfehlungen Volltreffer. So hatte ich die List am Anfang immer verstanden. Aber sicher präsentierst Du eine andere Definition.

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    1. Es geht mir nicht um die Performance. Die Empfehlungsliste ist nur eine Übersicht, welche Aktien ich im Blick und wann ich sie erstmals empfohlen habe. Wenn aber einer dieser Werte, die ich im Blog vorgestellt habe, nicht mehr meinem Investmentcase entspricht, streiche ich ihn wieder von der Liste. Das kann daran liegen, dass sich das Geschäftsmodell geändert hat und mir nicht mehr gefällt, oder weil meine Erwartungen und/oder die des Unternehmens nicht erfüllt wurden, oder weil sich die Lage der Branche geändert hat. Oder schlicht, weil ich mich geirrt habe und mein Investmentcase nicht eintrat.

      Das führt natürlich in der Konsequenz dazu, dass vor allem die Werte dauerhaft auf der Liste bleiben, die meine Erwartungen erfüllen und die sich über die Jahre gut entwickeln. Also die Werte, wo ich - aus meiner Sicht - richtig lag und liege.

      Andererseits habe ich nach relativ kurzer Zeit die Dresdner Factoring wieder von der Liste genommen, weil diese übernommen wurde und ich nach mehrmaligem Nachbessern des Übernahmepreises kein weiteres Potenzial mehr sah. Damals war sie mit fast 200% Kurszuwachs, wenn ich mich recht erinnere, die mit Abstand beste Aktie auf meiner Liste. Und die DRAG hat zwei Jahre lang bei Kursverlusten von über -30% auf der Liste ausgeharrt, weil ich von ihr überzeugt war, weil ich mir sicher war, dass ich mit meinen Überlegungen richtig lag. Nur beim Timing eben nicht, aber das ist auch überhaupt nicht meine Stärke. Bei Western Digtal bin ich zu früh eingestiegen und als sich durch die SanDisk-Übernahme alles geändert hat, konnte ich die Situation nicht mehr einschätzen. Deshalb habe ich WD von der Liste gestrichen. Dass der Kurs sich danach prima erholt hat und sich letztlich wohl mein ursprünglicher Investmentcase doch noch einstellt, ist Pech (für mich). Oder erneut lausiges Timing, wie auch immer.

      Letztlich investiere ich mein Geld in Aktien und ich berichte hier im Blog darüber. Dabei mache ich Fehler und Verluste und erziele nicht immer Gewinne. Auch darüber berichte ich hier.

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  20. Hi Michael,
    mit der MBB hast du ja aufs richtige Pferd gesetzt und konntest gute Kurse mitnehmen ;-)
    Wie ist die Aussicht, wenn nun die Tochter Aumann an die Börse geht? Wie profitiert die MBB davon?
    Wie siehst du die Zukunft von MBB?

    Vielen Dank auch mal für deine Mühe in diesem Blog und die guten und ausführlichen Erklärungen! Dies nimmt ja schon eine menge Zeit in Anspruch!

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    1. Aumann wird die nächsten Jahre stark wachsen und dazu investieren müssen. Mit heute 50% an Umsatz und mehr noch Gewinn des MBB-Konzerns erwächst MBB hier einerseits ein Klumpenrisiko, andererseits würde man Aumann auch nicht unerhebliche Mittel aus dem MBB-Cashbestand reservieren müssen, um das Wachstum nicht nur über Fremdkapitalaufnahme (bei Aumann) generieren zu können. Daher glaube ich, dass MBB die Gunst der Stunde nutzen will, um Aumann selbständig zu positionieren und so auch die Möglichkeit von eigenen Kapitalmaßnahmen, wie Kapitalerhöhungen, zu eröffnen. Bei denen MBB nach meiner Einschätzung dann mitgehen könnte/würde, um seinen Anteil nicht auf unter 50% verwässern zu lassen.

      MBB hatte per Ende März 2016 ungefähr €15 Mio. an liquiden Mitteln ausgewiesen. Hinzu kommt der damals angenommene Free Cashfow für 2016 in ähnlicher Größenordnung - es dürfte eher mehr geworden sein. Man steht dies bezüglich also besser dar als vor der Aumann-Übernahme. Kommen nun noch zwischen €150 uns €200 Mio. hinzu durch das Aumann-IPO steht MBB vor ganz anderen Dimensionen, auch was die Größe der Targets angeht. Analog zu Warren Buffetts Wortspiel würde MBB anstelle eines Luftgewehrs künftig mit der Elefantenbüchse auf die Jagd gehen. Auch aus diesem Grund glaube ich nicht, dass Nesemeier bereits ein passendes Target konkret im Auge hat, für das er die Mittel aus dem Aumann-IPO benötigen würde. Die Suche wird in der neuen Größenordnung erst nach dem erfolgreichen IPO starten. Bis dahin blickt man sich eher in der bewährten Dimension um, also auch bei Add-ons für die übrigen Töchter. Und momentan wird ja bei Aumann auch kräftig in Wachstum investiert, das hat aktuell für MBB Vorrang, denke ich.

      Unter dem Strich kann man festhalten, dass MBB für seine knapp 93%, die man beim Aumann-IPO abgeben wird, ein Vielfaches des beim Zukauf der Claas Fertigungstechnik und Aumann-Gruppe eingesetzten Kapitals erlösen wird. Und dennoch Mehrheitsaktionär an der aus diesen beiden Firmen gegründeten Aumann AG bleiben wird.

      Daher denke ich, dass MBB auch künftig herausragende Ergebnisse bei seiner Beteiligungsauswahl treffen wird. Auch wenn es mitunter etwas länger dauert als bei anderen. MBB ist allerdings kein Finanzinvestor, sondern man baut eine Industrieholding auf. Der Weiterverkauf von Unternehmen steht nicht im Mittelpunkt, sondern die Integration in den Konzern und die dortige Wertschöpfung.

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  21. Guten Morgen Michael,

    die DRAG ist zur Zeit mein größtes Investment.
    Ich würde dieses gerne durch ein Unternehmen absichern, dass von niedrigen Ölpreisen profitiert. Mir fallen da spontan Logistikunternehmen, Reedereien und Fluggesellschaften ein. Als Absicherung sollte das Unternehmen eine hohe Eigenkapitalquote und hohen Cashflow aufweisen.

    Hälst du dies für sinnvoll?
    Wenn ja, kannst du Unternehmen empfehlen, die passen würden (zb. Ryanair?)?

    Wie immer vielen Dank und beste Grüße

    Lasse

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    1. Das bedeutet aber auch, dass Du immer irgendwo eine Baustelle hast, egal was der Ölpreis macht... Ein bisschen wie BASF, die als Chemiekonzern von niedrigen Ölpreisen profitieren, über ihre Tochter Wintershall aber von steigenden Ölpreisen. Wie man's halt betrachtet. Oder Maersk, die leiden sowohl unter den sinkenden Frachtraten im Reedereigeschäft als auch unter den niedrigen Ölpreisen, weil sie ja stark beim Nordseeöl mitmischen. "Logistik" ist also durchaus kein Selbstgänger.

      Fluggesellschaften werde ich niemals kaufen. Die Gewerkschaften sind ein Horror, der Preiskampf ist ruinös, sinkenden Kerosinpreise helfen allen. Nix für mich.

      Vielleicht gefällt Dir ja VTG? Sinken die Ölpreise, haben die weniger Kosten. Steigen die Ölpreise, wird die Konkurrenz (LKWs) teurer. Die EK-Quote ist natürlich nicht besonders üppig, auch dank der großen Übernahme der AEE.

      Ansonsten könnte das Spezialchemieunternehmen H&R interessant sein? Solange die Ölpreise nicht schnell einbrechen, kommen die mit Veränderungen gut klar. Und die EK-Quote von fast 50% ist schon grundsolide. Dividende zahlen die nicht, aber es gibt stattdessen Gratisaktien (wie Patrizia). In welchem Verhältnis steht allerdings noch nicht fest.

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  22. Hallo herr kissig wie sehen sie eigendlich Appel würden sie emfählen hir zu investieren da ja Warren Buffet so viel investiert hat .

    Danke für deine Einschätzung

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    1. Apple ist aus einer Sicht ein hoch riskantes Investment, das es fast ausschließlich von nur einem Produkt abhängt, dem Iphone. Apple erzielt knapp 90% seiner Gewinne mit dem Iphone und das Iphone schwächelt immer mehr. Ich hatte meine negative Einschätzung hierzu bereits vor einiger Zeit dargestellt ("Der Apple fällt nicht weit vom Stamm... aber tief"), und es hat sich nichts gebessert. Im Gegenteil.

      Darüber hinaus ist es Apple in all den Jahren seit dem Tod von Steve Jobs nicht gelungen, ein neues, innovatives Produkt auf den Markt zu bringen. Anders als Buffett sehe ich Apple nicht als Konsumgüterwert an und der Burggraben aufgrund des geschaffenen Apple-Kosmos dürfte auch nicht so nachhaltig sein, wie viele glauben (wollen). Für mich kein Investment, da ein extrem hohes Risiko nur noch moderaten Chancen gegenübersteht.

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  23. Hey herr kissig was halten sie eigendlich von bitcoins hat das zukunft?

    Und noch eine kleine frage welche aktie würden sie gerade kaufen technotrans oder steico wer hat mehr kurs potenzial ? Danke

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    1. Zu Bitcoins habe ich keine Meinung, fasse ich nicht an, interessiert mich nicht, sehe keinen Mehrwert ggü. Aktieninvestments.

      Ob Steico oder Technotrans mehr Kurspotenzial bieten, kann ich nicht sagen. Ich halte beide Unternehmen für sehr gut positioniert und aussichtsreich. Steico ist günstiger bewertet, Technotrans ist großer Profiteur der Renaissance der Druckindustrie und über die Kühltechnik auch hervorragend positioniert im Bereich Elektromobilität (Die ganzen Batterien müssen gekühlt werden). Ich habe bei beiden Unternehmen in die starken Kursrücksetzer hinein meinen Bestand aufgestockt.

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  24. Hallo Michael,

    Patrizia Immobilien hast du ja auch seit langer Zeit auf deiner Empfehlungsliste und mit diversen Artikeln deinen Investment-Case erläutert.
    Meine Frage: Wie siehst du Patrizia auf dem aktuellen Niveau von ~17€? Immer noch attraktiv bewertet für einen Neueinstieg oder?

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    1. Bei Patrizia ist das operative Geschäft fair bewertet; die AuM wachsen steig an und damit auch die Provisionseinnahmen. Hinzu kommt die - nicht in den Unternehmensprognosen und der Bewertung enthalte - Phantasie auf größere Verkäufe aus dem Bestandsportfolio. Die würde große Gewinne in die Bilanz spülen und frische Mittel für weitere Co-Investments freimachen. Evtl. wird das ehemalige Bayern-LB-Portfolio noch in diesem Jahr verkauft, dann sollte der Kurs mächtig durchstarten. Oder nächstes Jahr.

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  25. Hallo Michael,
    Ich bin aktuell nur in geringem Maße investiert, da ich auf eine Korrektur warte. Leider lässt die auf sich warten...��
    Leider habe ich dadurch in den letzten Monaten viele deiner Top-Empfehlungen verpasst (Vectron, MBB, Hypoport, Technotrans, Mvise, SBF,...). Ich frage mich daher ob ich diesen Highflyern jetzt auf dem hohen Level hinterher laufen sollte?
    Oder siehst du aktuell andere Aktien die eine attraktivere Bewertung aufweisen?
    Vielen Dank und danke für den Blog insgesamt.
    Sebastian

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    1. Derartiges Markttiming zahlt sich selten aus, denn da die Börsen über viel längere Zeiträume steigen als sie dann mal fallen, verschenkt man in den steigenden Phasen, während man auf fallende Kurse wartet und auf einem Haufen Cash sitzt, viel Geld. Und man hat ja auch keine Alternativen (mehr), man kriegt weder bei Anleihen noch auf dem Tagesgeldkonto Zinsen. Das ist die neue Situation, die Heute von Früher unterscheidet. Sir John Templeton war übrigens fast immer voll investiert und hat damit ein Vermögen gemacht...

      Wenn man sich Charts von Erfolgsaktien ansieht, wäre man denen immer hinterhergelaufen. Amazon, Apple, Alphabet, SAP. Hier sollte man sich also an Buffetts Rat halten und Unternehmen kaufen, bei denen man davon ausgehen kann, dass sie in den nächsten Jahren relativ sicher mehr verdienen werden. Das schützt nicht vor einem Kursrückgang, aber es steigert die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher dann eher kurzfristiger Natur wäre und die Aktie das schnell wieder aufholt. Da ist der Blick auf die aktuelle Bewertung dann nicht das einzige Kriterium, denn hier wirklich unentdeckte und unterbewertete Perlen zu finden, ist schon schwierig.

      Aktien, die ich zuletzt zugekauft habe, sind z.B. Mutares, Technotrans, Corestate Capital. Und Blue Cap dürfte ziemlich interessant werden dank des Biolink-Verkaufs. Das war eigentlich deren Perle im Portfolio und der Verkauf macht nur dann Sinn, wenn es einen überbordend guten Verkaufspreis gab. Dazu bleibt noch die Deutsche Beteiligung, die dürften auch ganz hervorragende zahlen präsentieren - die hatten gerade erst die Prognosen erhöht und dann zwei Exits vollzogen, die zusätzliche Millionengewinne generierten. Und die noch nicht in den erhöhten Prognosen enthalten waren. Vielleicht findest Du bei diesen Werten ja was Interessantes?

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  26. Hi Michael,

    was hälst eigentlich von der Susan Levermann-Strategie. Als Börsen-Neuling habe ich nach diesem System die Aktien Eyemaxx Real Estate und Deutsche Lufthansa gekauft. Und bin bisher nicht enttäscht worden. Beide AKtien sind gut im Plus.

    Emil

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    1. Sie scheint zu funktionieren, wobei ich kein Freund eines solchen starren Systems bin. Zu Eyemaxx ist allerdings zu sagen, dass es ein Wikifolio gibt, das nach der Levermann-Strategie vorgeht. Dieses Wiki ist ziemlich erfolgreich und wird gerade ziemlich stark beworben und in der Presse gehypet. Auch deshalb hat es große Mittelzuflüsse (aktuell sind mehr als 36 Mio. Euro in diesem Wiki investiert) und da es Eyemaxx in seinem Bestand hat (mit 12,3% hoch gewichtet), müssen alleine deswegen immer mehr Eyemaxx-Aktien für dieses Wiki gekauft werden. Inzwischen hält das Wiki einen nicht geringen Anteil des gesamten Streubesitzes. Sollte dieses eine Wiki jemals die Eyemaxx-Aktien verkaufen wollen, dann wird der Kurs vermutlich ins Bodenlose abstürzen, weil diese Menge dann gar nicht mehr am Markt platziert werden kann. Ich betrachte das als ziemlich kritisch und diese Problemstellung ist eine meiner größten Kritikpunkte am Wikifolio-System. Beim Kursanstieg freuen sich alle, beim Ausstieg kann es zu einem Crash in der betreffenden Aktie kommen. Und auch alleine dann schon, wenn zu viele Anleger viel Geld aus diesem Wiki abziehen, denn dann werden entsprechend Aktien des Wikis auf den Markt geworfen. Bei Siemens oder Vonovia ist so etwas kein Problem, bei marktengen Werten wie Pferdewetten.de oder Eyemaxx aber schon.

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    2. Vielen Dank für deine fundierte Einschätzung zu Eyemaxx. Dass ein Wikifolio in Eyemaxx investiert ist, war mir bisher nicht bekannt. Die Problematik sehe ich nun auch. Allerdings habe ich zu dem von dir geschilderten Szenario noch eine grundsätzliche Frage: Wenn der Kursverlust nichts mit dem inneren Wert eines Unternehmens zu tun hat - in unserem Szenario entziehen die Anleger einem Wiki-System ihr Vertrauen, dadurch kommt es zu massiven Kursverlusten eines im Wiki stark gewichteten Unternehmens - dann sollte sich der Aktienkurs mittel- bis langfristig doch wieder erholen und steigen. Oder gilt es nicht für marktenge Werte?

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    3. Theoretisch schon. In der Praxis kann das aber lange dauern, weil es ja zu einem massiven Vertrauensverlust der Anleger in die betreffende Aktie führen kann. Nehmen wir an, es gibt nur 1 Mio. Aktien und davon sind nur 10% in Streubesitz. Von diesen 100.000 Aktien hat inzwischen das Wiki die Hälfte im Bestand, weil ihm immer Mittel zugeflossen sind und daher immer weiter automatisch diese Aktien gekauft wurden. Wodurch der Kurs anstieg. Und auch andere Anleger kauften diese Aktie, weil sie sich prächtig entwickelte. Alle sind im Glück. Bis das Wiki verkauft - oder verkaufen muss, weil z.B. massiv Gelder aus dem Wiki abgezogen werden. Also werden nach Gewichtung im Wiki entsprechend Aktien verkauft, auch unser marktenger Wert. Der Kurs fällt. Und nun verkaufen auch andere Anleger außerhalb des Wikis - immer mehr Aktien kommen auf den Markt, dabei gibt es kaum Käufer. Der Kurs fällt stark. Passiert dies nun noch in einer Phase, wo es allgemein an der Börse stärker abwärts geht, werden Anleger auch noch mehr Geld aus dem Wiki abziehen und der Kurs der einen Aktie damit noch mehr unter Druck gesetzt. Es folgt ein sehr starker Kursverlust - und d Anleger immer hinter den Kursbewegungen irgendein Geheimnis und/oder eine Schweinerei vermuten, könnten sie auf Dauer von dieser Aktie die Nase voll haben. Und wenn das Wiki und die ehemaligen freien Aktionäre die Aktien erst einmal nicht wieder kaufen, dann erholt sich der Kurs auch nicht so schnell wieder - egal, ob das Unternehmen fundamental gut dasteht oder nicht. Das Wikifolio-Prinzip ist bei marktengen Titeln ein Raketenturbo - aber in beider Richtungen!

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    4. Herr Kissig , das mit dem Wikifolio ist schlechtweg falsch! Ein Wikifolio ist ein virtuelles Portfolio, welches durch ein, darauf aufgelegtes Zertifikat ( von Lang & Schwarz), abgebildet wird! Wie geagt, das Wikoflio-Portfolio ist rein virtuell und auch für das ( darauf aufgelegte Zertifikat) real handelbare Zertifikat ist es keine Bedingung , auch nur ansatzweise die Werte des Wikifolios zu beinhalten!! Es bildet als Derivat nur den zugrundeliegenden Index ab und geht evtl. auch Absicherungsgeschäfte ein. Das ein Wikifolio große Bestände eines Wertes hat und diese bei Investition vergrößert ist falsch. Wer das glaubt, hat ein Wikifolio und das darauf handelbare Zertifikat schlechtweg nicht verstanden !!!

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    5. Ich behaupte nicht, dass ich die Hintergründe bzgl. Wikifolio komplett verstanden habe. Aber... was ich hier wiedergegeben habe, sind die Darstellungen einiger Wikifolio-Betreiber aus dem Diskussionsboard wallstreet-online. Ich hatte den Eindruck, dass die ziemlich genau wissen, von was sie reden. Daher habe ich diese Auffassung übernommen und sehe sie als Fakt an.

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    6. Ich betreibe selbst ein Wikifolio! Fakt 1 : Ein Wikifolio ist rein virtuell, also nicht real ! Fakt 2: Das zugrundeliegende real handelbare Zertifikat bildet dieses Wikifolio ( diesen Index) ab, ohne notwendigerweise dessen Werte zu beinhalten. Auch das Investitionsvolumen in dem Zertifikat hat keinen Einfluss auf die Positionsgrößen. Ein Zertifikat ist ein Derivat, und dessen Emittenten bilden immer ein entsprechenden Index ab, der durchaus viele, tolle Aktien beinhaltet. Aber das jeweilige Zertifikat beinhaltet diese Werte nicht, meist keinen einzigen, der Emittent sichert sich anderweitig ab!
      Herr Kissig, ich halte viel von ihnen und sie machen tolle Arbeit, aber hier liegen sie einfach falsch.

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    7. Sehr interessanter Artikel zu Wikifolios; auch die Kommentare sind lesenswert. Insbesondere zur Frage, ob Aktien real gekauft werden (was für Nebenwerte bejaht wird).

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    8. Gibt es auch eine seriöse Quelle?

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    9. Nur weil einem der Inhalt nicht gefällt, den Urheber als "unseriös" abzustempeln, ist wenig überzeugend. Über die Inhalte kann man ja diskutieren...

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    10. Ist ja nicht zu übersehen, dass der Autor neidisch auf den Erfolg mancher Wikifolios ist und versucht sie schlecht zu reden, weil sie besser performen als er selbst. Speziell bezieht er sich dabei wohl auf die Wikifolios von Junolyst, wie man zwischen den Zeilen rauslesen kann. Fakten präsentiert der Autor jedenfalls keine.

      In den Kommentaren geht der Chefredakteur etwas näher auf das Problem der gekauften Aktien ein, liefert allerdings auch nur Vermutungen, dass Wikifolio die Aktien kaufen müsste, um sich gegen Kurssteigerungen abzusichern.

      Wenn denn die Aktien wirklich real gekauft werden proportional zum investierten Kapital und diese Käufe/Verkäufe so einen großen Einfluss auf den Kursverlauf haben, dass sie die Kurse zweistellig nach oben oder unten treiben können, wie der Autor schreibt, dann würde Wikifolio doch einen enormen Verlust dabei machen, wenn z.B. ein Trader eine Position komplett verkauft und beim Verkauf der realen Aktien der Kurs in den Keller geht.

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    11. Tasächlich kauft Lang& Schwarz im Hintergrund die in den Wikifolios gehaltenen Wertpapiere , Quelle: Bericht des Treuhänders.
      https://www.ls-tc.de/de/wikifolio/treuhand-berichte
      Der Bericht unter Godemodertrader trifft somit wohl zu.

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  27. Hi Michael,
    danke wie immer für deine Ansichten. Ich verfolge deinen Blog jetzt seit gut 2 Jahren und bin immer wieder begeistert. Deine Denkweisen zum nachhaltigen Value Investing sind einfach lesenswert, haben mich weiter gebracht und ein paar deiner Empfehlungen haben es auch in mein Depot geschafft.

    Eine Frage habe ich: Deine Empfehlungsliste ist stark gewachsen, daher sind regelmäßige Updates aufwendig. Hast du nicht trotzdem Lust dein "investor update" wieder fortzuführen, bei dem du kurz deine Sicht auf eine Aktie in wenigen Zeilen beschreibst, sobald sich die Situation der Aktie stark verändert hat? Seit Ende 2016 vermisse ich solche Updates. Wäre es nicht möglich das wieder aufzunehmen, bspw. alle 2 Wochen? Natürlich nur für die Aktien, wo sich etwas geändert hat und auch dort nur in Kurzform (2-3 Sätze).
    Viele Grüße

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    1. Die Investor-Updates sind in diesem Blog die Artikel, die die meisten Emotionen hervorrufen und oft mit persönlichen Anfeindungen einhergingen. Das hat mir nicht nur gefallen und es macht dazu noch einen enormen Aufwand, sich dann mit den Kommentaren auseinanderzusetzen. Insbesondere wenn es darum geht, weshalb ich im Depot kurzfristige Umschichtungen vorgenommen habe. Daher habe ich keine Investor-Updates mehr veröffentlicht. Und Du bist nach einem halben Jahr der Erste, dem das auffällt. ;-)

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    2. Der erste leider der sich dazu äußert denn auch ich vermisse diese, gerade weil sie einen Mehrwert bieten meiner Ansicht nach!
      Vermisse diese auch und Anfeindungen gibt es immer, diese korrelieren mit Erfolg halt nunmal wie ich finde ;)

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    3. Wie wahr. Man konnte schon vermuten, dass du dich mit deinen Investments nicht mehr beschäftigst ;-). Meintest du nicht auch, dass deine Updates dir wieder vor Augen führen sollten warum du wo investiert bist und ob es für dich noch ein Investment wert ist (was hat sich wie verändert und daraus folgt.... Meine Einschätzung...)? Ich warte auch schon länger sehnsüchtig)auf Updates, da ich deine Meinung sehr schätze! Seit ich deinen Blog lese mach ich für meine Investments auch regelmäßig (gedankliche) Updates. Es hilft mir ungemein nicht emotional zu werden!

      beste Grüße Hans-Jürgen

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    4. Daumen hoch für die Investor-Updates; zT kann man sie ja in den Artikeln erspähen, aber gebündelt sind sie übersichtlicher. Ich hatte nicht gedacht, dass du Artikel der Investor-Update-Art nicht mehr verfassen willst, das wäre schade. Eine kurze Zusammenfassung zum aktuellen Stand bei entsprechenden Werten war/ist/wäre schon schön. Die Empfehlungsliste wächst und wird unübersichtlicher - eine aktuelle Zusammenfassung hält die Liste auf dem Laufenden und damit auch zusammen bzw. schafft einen aktuellen Bezug besonders für Stammleser.
      Daneben würde ich mir in der Empfehlungsliste noch einen Abschnitt wünschen mit allen historischen Werten, evtl. optional ausklappbar, dann wären sie auch versteckt ;-)

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  28. Wie du siehst ist es nicht nur mit aufgefallen Michael :-)
    Und es fiel sofort auf, man meldet sich ja nur nicht gleich, sondern nimmt an, dass du deine Gründe für eine Auszeit der investor updates hast.

    Nichtsdestotrotz scheint das update ja so einige Fans zu haben. Wie wärs, wenn du mal wieder eins machst? Eine weitere Option wäre, unter den Investor Updates die Kommentare zu deaktivieren. Bitte denk immer daran: Die Kritiker geben immer mehr Rückmeldungen als die anerkennenden Leser. Lass dir von ein paar Nörglern nicht deine Lust am Berichten nehmen.

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  29. Hallo Michael,
    wie wird den die Verdopplung der Dividende bei Aurelius bewertet??
    Anstelle der bisher vorgeschlagenen Dividende von 2 Euro (1 Euro Basisdividende zzgl. 1 Euro Partizipationsdividende) sollen es nun insgesamt 4 Euro je Aktie werden, indem die Parizipationsdividende von 1 Euro auf 3 Euro verdreifacht wird.
    1 € Div. werden versteuert und 3 € als Sonderdiv. Steuerfrei???

    VG Steffen

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    1. Ich sehe die hohe Dividende bei Aurelius mit gemischten Gefühlen. Einerseits ergibt die Dividendenverdopplung auf 4 Euro eine hohe Dividendenrendite und für Dividendenfans ist das ein gutes Argument. Andererseits wird der Dividendenabschlag am Tag der Ausschüttung den Kurs extrem ins Minus reißen und das wird psychologisch für einige nicht gut verkraftbar sein. Gerade angesichts der jüngsten Vergangenheit mit der Short-Attacke.

      Des Weiteren ist die Dividende vollumfänglich steuerpflichtig, also die ganzen 4 Euro. Ob diese nun als Basisdividende oder Bonusdividenden oder Partizipationsdividende bezeichnet wird, ändert nichts an der steuerlichen Situation.

      Natürlich verstehe ich, weshalb Aurelius diese hohe Ausschüttung angekündigt hat. Und es ist nachvollziehbar, dass man nach den Anwürfen von Gotham das "Erfolgsmodell Aurelius" unter Beweis stellen will. Und da die Gewinne als nicht substanziell angezweifelt wurden, soll die Ausschüttung eines Teils gerade dieser Gewinne die Zweifel zerstreuen. Da Aurelius aber auch noch massiv eigene Aktien zurückkauft, fließen mir viel zu viele Gelder aus dem Unternehmen ab, die man eigentlich in Firmenübernahmen investieren sollte. Die gesunde Mischung aus Aktienrückkäufen, Dividendenzahlungen und operativen Investments war jahrelang das Erfolgsrezept von Aurelius. Das Operative scheint mir momentan eine zu geringe Rolle zu spielen. Und das gefällt mir nicht wirklich...

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  30. Seit ihrem Hoch im letzten Monat hat die MBB-Aktie (Stand jetzt) knapp 20% verloren. Michael und Community - meint ihr, dass die Aktie zu heiß gelaufen ist und nun die Zeit für einen Verkauf reif ist?

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    1. Der MBB-Kurs hängt weiter stark am Aumann-Kurs, denn man hält ja 53,6%. Aumann hat einen neuen Großaktionär, da Fidelity einen Abteil von mehr als 10% gemeldet hat. Und die Umverteilung der 6% Aktienanteile der MBB-Altaktionäre brachte es mit sich, dass ein französischer Investor nun mehr als 4% an MBB hält. Diese Käufer sehen den hohen Kurs und halten ihn wohl nicht für ausgereizt. Und ich auch nicht - wenn denn mit dem vielen Geld bei MBB nun auch lukrative Zukäufe gelingen. Der Trackrekord hierbei ist atemberaubend und die Erwartung deshalb groß. Ich habe jedenfalls die Kurs unter 100 Euro zum Aufstocken meiner MBB-Position genutzt.

      Euro am Sonntag meint, der MBB-Kurs notiere aktuell mehr als 13% unterhalb des NAV, so dass man die Beteiligungen jenseits der börsennotierten Aumann und Delignit quasi geschenkt bekomme. Und es werde über eine Prognoseanhebung bei MBB noch in diesem Sommer spekuliert. Dank der Abgabe von Aktien seitens der Alteigentümer können der SDAX-Aufstieg vielleicht schon in diesem Herbst erfolgen...

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    2. Dann hoffen wir, dass es aktuell nur eine gesunde Korrektur ist und der Aktienwert sich bald wieder im Kurs wiederspiegelt. Man kann dem MBB-Management nur wünschen, dass es weiterhin ein glückliches Händchen bei seinen Beteilungen beweist.

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  31. Lieber Herr Kissig,

    vielen Dank vorab für Ihre tolle Arbeit hier in diesem Blog, für den ich regelmäßig die Werbetrommel rühre.

    Ich spiele derzeit mit dem Gedanken bei Hypoport nach der kleinen Korrektur erstmalig einzusteigen.
    Was sehen Sie hier für eine faire Bewertung an ? Wenn ich Sie richtig verstanden habe ist vor allem Europace als Burggraben zu verstehen, da die Banken in Zukunft nicht drum rum kommen werden dies für sich zu erschließen.

    Wie sehen Sie die Aussichten für die Aktie, wenn in den nächsten Jahren der Bauboom nachlassen sollte und der Zins schrittweise angehoben wird? Sind Sie nach wie vor bullish ob des Geschäftsmodells?

    Vielen Dank und schöne Grüße

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    1. Der Trend, dass immer mehr Menschen in die Metropolen ziehen und dem ländlichen Raum den Rücken kehren, wird noch über viele Jahre weitergehen. Insbesondere auch, weil junge Menschen sich vom Status Symbol Auto abkehren und eher auf andere Dinge größeren Wert legen. Was zur Folge hat, dass sie zur Fortbewegung auf ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz angewiesen sind, was aber allenfalls in den Metropolen zur Verfügung steht.

      Es wird also selbst bei steigenden Zinsen auf absehbare Zeit nicht zu einer deutlichen Nachfrageeintrübung bei Baudarlehen kommen. Und der Kostendruck der Banken sowie das Verhalten der Kunden wird immer mehr dazu führen, dass die Bankgeschäfte online abgewickelt werden. Hypoport ist hier, wie auch Marktführer Interhyp, bestens aufgestellt und wir ein großer Profiteur sein und bleiben. Hinzu kommt die große Phantasie im Versicherungsbereich, wo der Umbruch in der Branche gerade erst losgeht. Für mich bleiben daher schwache Börsentage Kauftage für Hypoport.

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  32. Hallo Michael,
    sie haben Opera Software diese Woche gekauft. Können Sie etwas zu dem Wert sagen und warum der Kurs so gelitten hat. Danke u. Grüße Andre

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    1. Ich habe Opera, DEWB und Rocket Internet neu auf meine Empfehlungsliste genommen und ich werde dazu auch noch Artikel mit Begründungen schreiben.

      Zu Opera... ich nutze den Opera-Browser seit vielen Jahren und konnte nie verstehen, weshalb alle so auf den Firefox abfahren. Der Browser hat einen Marktanteil von niedrigen 1%, ist aber besonders in Russland stark und bei Smartphones. Vor knapp einem Jahr gab es ein Übernahmeangebot für die ganze Firma, das scheiterte aber am Veto der Amis (aufgrund von Sicherheitsbedenken). Opera hat dann sein Kerngeschäft (den Browser) verkauft und zurück blieb der eigentlich interessantere Rest. Der Verkaufserlös wurde zur Schuldentilgung genutzt und für eine fette Sonderausschüttung an die Aktionäre. Die Zahlen zum ersten Quartal waren schlecht, aber das war zu erwarten, da Opera sein Business umgestellt hat. Ab Q2 sollte es rasant aufwärts gehen! Und Opera kauft massiv eigene Aktien zurück. Jetzt dürfte die beste Zeit sein, zu Ausverkaufskursen einzusteigen. Wie gesagt, ausführlicher werde ich das auch noch darlegen, sobald die Zeit dafür reicht.

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  33. Hallo Michael,

    Glückwunsch zum Kauf von Datagroup, damals noch zu einstelligen Kursen ;)
    Ich überlege derzeit mich signifikant an Datagroup zu beteiligen.
    Das Geschäftsmodell schätze ich als äußerst attraktiv ein, wer kann heute noch auf eine professionelle IT Infrastruktur verzichten ? Die Konkurrenz kann ich hier jedoch nicht einschätzen..

    Wie beurteilst du die aktuelle Bewertung von Datagroup? Siehst du das Unternehmen nach +141 % in einem Jahr als überbewertet?
    Onvista zeigt für das kommende GJ einen KGV von 22 allerdings ist dies meiner Ansicht nach durch das starke Wachstum berechtigt. Die jüngste Neuerwerbung - HanseCom - soll ab Mai konsolidiert werden.
    Eine Kapitalerhöhung wurde jüngstens erfolgreich abgeschlossen.
    Einzig Baader Helvea Equity Research rät zum Verkauf mit dem Kursziel: 26,00 Euro.

    Ist Datagroup für dich eine sehr gute Buy and Hold Aktie auch auf diesem hohen Niveau?

    Viele Grüße

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    1. Die Kursentwicklung sollte kein Faktor bei der Frage der Bewertung sein, insofern hindern mich 140% Kursplus nicht, eine Kaufentscheidung zu treffen. Denn die richtet sich ja auf die Zukunft. Datagroup hat die letzten Jahre eine rasante Entwicklung gehabt, nicht nur was den Kurs angeht, sondern vor allem das Business betreffend. Der Vorstand um Max Schaber macht hier eine ausgezeichneten Job. Neben den operativen Fortschritten wächst man auch durch Übernahmen, das ist/war seit jeher Bestandteil des Geschäftsmodells. Natürlich sind die nicht immer so groß wie bei der HPE-Übernahme.

      Die jüngste Kapitalerhöhung ist hervorragend vom Markt absorbiert worden und der Aktienkurs notiert ja bereits rund 25% über dem Ausgabepreis von 28,60€. Das Geld wird u.a. für die Übernahme der HanseCom verwendet, von der man sich sehr viel verspricht. Dabei hat sich Gründer und Mehrheitsaktionär Schaber verwässern lassen und hält nun "nur" noch 50,8% der Anteile. Diese Erhöhung des Freefloats ist positiv zu sehen.

      Schaut man auf die Entwicklung bei Datagroup, so gab es in diesem Geschäftsjahr 2016/2017 (endet am 30.09.) gleich zwei Prognoseanhebungen, zuerst im März und nun noch einmal im Mai. Bisher hat Schaber immer geliefert und konnte seine Prognosen erfüllen. Daher ist auch jetzt damit zu rechnen, dass die neuen Prognosen eher noch Luft nach oben haben.

      Datagroup ist bei 36€ kein Schnäppchen. Ich hatte schon länger mit einem Nachkauf geliebäugelt und immer auf einen günstigen Rücksetzer gewartet, dann aber irgendwie stets den Einstieg verpasst. So zuletzt im März, als es kurzfristig unter 30€ ging und ich eigentlich zuschlagen wollte. Danach zog der Kurs wieder stark an, kam vor ein paar Tagen aber wieder auf 32,50€ zurück. Und ich habe jetzt zugegriffen und meine Position etwas ausgebaut.

      Ich denke, Datagroup wird weiterhin so gut vorankommen, solange man dem bewährten Konzept treu bleibt. Und danach sieht es aus. Und da Schaber weiter knapp mehr als die Hälfte der Anteile gehören, hat er natürlich auch ein sehr großes Eigeninteresse daran, dass alles weiter so gut läuft und dass sich der Wert des Unternehmens auch künftig weiter erhöht.

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    2. https://www.datagroup.de/2017/08/16/datagroup-uebernimmt-den-banken-it-spezialisten-ikb-data-gmbh/

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  34. Hallo Michael,

    hast du bereits Wirecard auf dem Zettel?

    VG

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    1. Wenn ich mich richtig erinnere hatte er die wirecard bereits mal im Depot bzw auf der Empfehlungsliste jedoch nicht sehr lange.
      Benutze doch mal die Suche oder Liste der "Transaktionen "

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    2. Wirecard war Bestandteil eines der letzten Investor updates die wir bekommen haben leider...nur noch mal um da Investor Update in Erinnerung zu rufen

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    3. Wirecrad hatte ich mal kurz nach/während der Short-Attacke im Depot und habe auf den Rebound gesetzt. Die Beiträge hierzu findet man unter dem Label "Wirecard" (Liste mit allen Labels in der Fußzeile des Blogs). Den Hauptkritikpunkt, nämlich das undurchsichtige Firmengeflecht, das selbst Wirtschaftsprüfer nicht durchdringen, besteht weiter fort, das hat mich davon abgehalten, Wirecard zu einem Invest zu machen. Ich kann hier irgendwie keine Bewertung vornehmen, daher präferiere ich andere Zahlungsdienstleister (wie z.B. PayPal).

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  35. Hi Michael,
    vielen Dank für Deine Mühe und Deinen zahlreichen Einschätzungen!
    Ich überlege zurzeit, ob ich mir eine Position mit Opera Software eröffnen soll oder doch lieber die Quartalszahlen abwarten soll. Hier wird ja zurzeit von einem negativen EPS ausgegangen.
    Wie schätzt Du die Situation ein? Ich will es nach Möglichkeit vermeiden dort in eine Korrektur zu laufen (die vermeidbar gewesen wäre).
    Vielen Dank vorab und einen guten Start in die Woche!

    VG

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    1. Naja, der Kurs hat ja bereits deutlich nachgegeben im Vorfeld. Opera dürfte im zweiten Quartal noch nicht allzu viel gerissen haben, aber spätestens ab dem dritten Quartal erwarte ich stark steigende Umsätze und Gewinne. Ich habe meine Position inzwischen auf das Doppelte ausgebaut.

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  36. Hallo Michael,

    wie lässt sich die aktuelle Kurs-Schwäche von Vectron erklären? Habe etwas unglücklich die Aktien am Hoch gekauft. Seitdem hat sich der Wert immer wieder mal erholt, wie nach nach der letzten HV. Mittlerweile ist er allerdings im Vergleich zu seinem Höchststand bei -21%. Was könnte ein Trigger sein, damit der Kurs wieder stabil nach oben geht? Der Aktien-Split scheint bisher nicht für die für lang ersehnte Kurserholung gesorgt zu haben.

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    1. Innerhalb der letzten 12 Monate ist der Kurs von Vectron von 10 auf 35 Euro hochgerannt und nun konsolidiert er etwas. Das ist nur normal, denn der schnelle Anstieg kam ja auch durch sehr viel Fantasie aufgrund der bonVito.App bzw. der Kooperation mit Coca Cola. Diese auf bonVito basierende App "GetHappy" geht aber erst Ende 2017 an den Start, daher ist hier noch ein Zeitraum zu überbrücken, bis man sieht, wie erfolgreich die wirklich wird. Und in dieser Zeit wird der Aktienkurs heftig schwanken, weil viele Anleger nervös sind und auf großen Kursgewinnen sitzen. Wer von Vectron und GetHappy überzeugt ist, lässt sich nicht bange machen. Ich habe meine Position jedenfalls heute bei knapp 31 Euro ein bisschen aufgestockt.

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  37. Hallo Michael,

    wie beurteilst du die Mittel- bis Langfristigen Perspektiven bei S&T ?
    Meinst du das Unternehmen kann auf Sicht von 5 - 10 Jahren in seine derzeit sehr ambitionierte Bewertung reinwachsen?

    Der Linzer IT-Dienstleister S&T AG (ISIN: AT0000A0E9W5) lädt seine Aktionäre zur Hauptversammlung am Dienstag auf Schloss Hagenberg. Das im TecDAX gelistete Unternehmen will für 2016 eine Dividende in Höhe von 10 Eurocent ausschütten. Gegenüber dem Vorjahr (8 Eurocent) ist dies eine Erhöhung um 25 Prozent. Beim derzeitigen Börsenkurs von 13,70 Euro entspricht die Ausschüttung einer aktuellen Dividendenrendite von 0,73 Prozent.
    2014 hat S&T erstmals in der Firmengeschichte eine Dividende von 0,06 Euro pro Aktie ausgeschüttet. Die Umsatzerlöse der S&T AG legten im Geschäftsjahr 2016 von 468,2 Mio. Euro im Vorjahr auf knapp 504 Mio. Euro zu. Das EBITDA konnte um 21 Prozent auf 34,4 Mio. Euro gesteigert werden, das Konzernergebnis kletterte auf 20,4 Mio. Euro nach 17,6 Mio. Euro im letzten Geschäftsjahr.
    Auch bedingt durch die Akquisition der Kontron AG sollen die Umsätze der S&T AG im Jahr 2017 auf 860 bis 890 Mio. Euro steigen, wie das Management bei Vorlage der Jahreszahlen berichtete. Das EBITDA soll 2017 auf über 50 Mio. Euro steigen. Für das Geschäftsjahr 2018 plant der Konzern die Überschreitung der Umsatzmarke von 1 Milliarde Euro.
    Das Unternehmen ist aus der früheren Quanmax (vormals Gericom) und der alten S&T hervorgegangen. Das Systemhaus beschäftigt an 25 Standorten weltweit 3.700 Mitarbeiter, davon 400 in Österreich. Firmensitz ist Linz in Österreich.
    https://www.onvista.de/news/aktionaere-von-s-t-stimmen-ueber-dividendenanhebung-ab-65763521

    Ich danke dir!

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    1. Kontron wird in S&T eingegliedert. Niederhauser scheint momentan alles richtig zu machen, denn Kontron ist durch radikale Einsparungen seit Jahren das erste Mal wieder auf Kurs. Im S&T-Verbund werden alle profitieren, auch durch den neuen chinesischen Großaktionär Foxconn. Ich halte S&T weiterhin für aussichtsreich, auch wenn der Kurs nun schon gut gelaufen ist. Mittel- und langfristig besteht hier erhebliches Potenzial und in einigen Jahren könnte es auch zu einer Komplettübernahme seitens der Chinesen kommen. Dieser Hintergedanke sollte den Kurs nach unten zusätzlich absichern.

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  38. Hallo Michael,

    wie bewertest Du den Kursverlauf der mutares Aktie? Offensichtlich stuft der Markt die Veräußergung von Grosbill als sehr negativ ein. In der Unternehmensmeldung gibt es keine Angaben zum VK-Preis. Negative Auswirkungen auf den NAV sind wohl zu erwarten.

    MfG
    Andreas

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    1. Mutares befindet sich auf Turnaroundkurs und verfolgt die neue Cluster-Strategie konsequent. Die Beteiligungen, die nicht (mehr) ins neue Raster passen, werden konsequent abgestoßen. Das kann auch mal Geld kosten, bringt nicht nur Gewinne, denn man trennt sich ja vom Spreu, nicht vom Weizen. Die Transformation wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Und ich meine, Grosbill war bereits mit Null im NAV angesetzt, von daher dürfte es keine allzu großen Auswirkungen mehr haben (allenfalls, dass man etwas Handgeld mitgegeben hat).

      Als zweites negatives Momentum ist zu nennen, dass Mutares zuletzt stark in den Bereich Automobilzulieferer gegangen ist - eine momentan eher zurückhaltend betrachtete Branche dank des Diesel-Skandals. Und die US-Sanktionen gegen Russland-Öl - und damit auch gegen Nordstream - wirken sich negativ auf zwei Mutares-Töchter aus (EUPREC und BSL), zumindest mental. Mutares wird mit Zahlen überzeugen (müssen). Grundsätzlich hat sich an den Aussichten nichts wirklich geändert, "nur" die Stimmung hat gelitten. Und der Kurs. Daher habe ich bei 12,50 Euro meine Position etwas aufgestockt.

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  39. Guten Abend Herr Kissig,

    haben Sie sich zufällig mit dem Kursverfall von Teva beschäftigt? Wäre dies jetzt eine günstige Gelegenheit oder sollte man lieber noch warten?

    Teva hat einen recht hohen Marktanteil bei den generisch abgegebenen Arzneimittel in Deutschland - Actavis, TAD, Ratiopharm....jede zweite bis dritte Bundesbürger schluckt diese Arzneimittel.

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    1. Grundsätzlich sind und bleiben Generikahersteller eine interessante Option. Teva habe ich mir aber noch nicht genauer angesehen, daher kann ich auch keine fundierte Einschätzung dazu abgeben.

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    2. Martin Kellermann6. August 2017 um 12:46

      Ich hatte Teva auch schon seit längerem im Blick, nicht zuletzt, weil die Aktie auch beispielsweise von Morningstar oder Max Otte als unterbewertet eingestuft worden ist. Aber wenn ich mit diesen Artikel aus der Neuen Zürcher Zeitung zu Gemüte führe, dann bin ich doch froh, nicht zugegriffen zu haben:
      https://www.nzz.ch/wirtschaft/hochverschuldeter-generikahersteller-teva-manager-fuer-den-haertesten-job-in-der-pharmabranche-gesucht-ld.1309344
      Die Probleme scheinen doch nicht nur am Preisdruck auf dem US-Markt zu liegen, sondern auch der Qualität des Managements und nun gar einer problematischen Führungsvakanz zu liegen.

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    3. Danke für den Artikel, Martin. Der mögliche Bruch den Convenants ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr. TEVA ist hoch verschuldet und könnte dann in die Situation kommen, dass die Banken die Kreditlinien kürzen oder ganz streichen. Das würde erhebliche Auswirkungen auf die Bonitätseinstufungen durch die Ratingagenturen haben, was wiederum in Summe eine Refinanzierung schwieriger wenn nicht gar unmöglichen machen würde. Evtl. gibt es bei ausstehenden Anleihen ebenfalls derartige Convenantbestimmungen? Eine Kapitalerhöhung auf diesem abgestürzten Niveau wäre auch eine Verzweiflungstat. Es bleiben also quasi nur Assetverkäufe - doch die potenziellen Käufer wissen um die Schwierigkeiten von TEVA und werden eher niedrig bieten als hoch. Zumal TEVA nicht der einzige Verkäufer ist. man denke nur an Valeant, die ebenfalls hoch verschuldet sind und Sparten veräußern müssen, um überleben zu können. Koste es, was es wolle.

      TEVA sollte man im Auge behalten für eine mögliche Turnaround-Spekulation. Im Moment geht es aber ungebremst nach unten und damit meine ich nicht nur den Aktienkurs, sondern vor allem das Business. Und damit sehe ich (noch) kein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis.

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    4. Martin Kellermann6. August 2017 um 18:28

      Vielen Dank - ich sehe das genau so!
      Morningstar hat übrigens sein "Fair Value Estimate" nach den Meldungen auf einen Schlag von $46 auf nun $22 reduziert (!), und vor nicht allzu langer Zeit lag die Schätzung noch bei einem Wert von $57. Auch Otte ging vor nicht allzu langer Zeit noch von einem "Inneren Wert" von $60 aus. Das zeigt, dass auch diese Analysten, deren Urteil ich normalerweise für seriös halte, von den jüngsten Entwicklungen völlig kalt erwischt worden sind. Für die Informationspolitik von Teva spricht dies nicht gerade!
      Dennoch: Auch ich beabsichtige, die weitere Entwicklung im Blick zu behalten und möglicherweise irgendwann eine Turnaround-Spekulation einzugehen. Denn eigentlich ist das Geschäft für eine langfristige Anlage ja aussichtsreich, dachte ich zumindest einmal...

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  40. Hallo Michael

    Wie erklärst du dir den grösseren Kursrücksetzer bei Vectron Systems? Du hast dich zwar gelegentlich einmal dazu geäussert, u.a. dass eine Kurskorrektur normal sei, was ich genauso empfinde. Dies umso mehr, wenn ich die bisherige Performance der letzten 2.5 Jahre anschaue. Nichtsdestotrotz sind die Kursschwankungen (v.a nach unten) in den letzten Tagen extrem (obschon es seit dem Halbjahresbericht keine wesentlichen neuen Infos gibt!?). Ist diese Volatilität insbesondere auf den Aktiensplit zurückzuführen? Oder gibt es weitere Erklärungen? Für deine kurze Einschätzung wäre ich dir sehr dankbar.

    Beste Grüsse und einen guten Wochenstart
    David

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    1. Moin David,
      die Meldung, die den Kursrutsch ausgelöst hat, dürfte nicht alleine die bzgl. der Zusammenarbeit von Delivery Hero und Coca Cola gewesen sein, sondern eher das Interview des Vectron-Chefs mit der Vorstandswoche, in der er bemerkte, die GetHappy-App (Vectron-Kooperation mit Coca Cola) werde erst Anfang 2018 starten, nicht bereits Ende 2017. Man müsse die vielen Coke-Partner im Umgang mit der App schulen und auch letzte technische Details ausmerzen. Und da der Kurs sich stark auf die GetHappy-App fokussiert, reichen hier wohl schon Andeutungen, es könnte nicht ganz so reibungslos laufen, wie erhofft, um den Kurs zu drücken. Wer an einen Erfolg der Kooperation und der GetHappy-App glaubt, sollte sich von ein paar Wochen mehr oder weniger bis zum Start nicht abschrecken lassen. Hauptsache, sie funktioniert reibungslos und wird gut angenommen/genutzt, wenn sie startet.

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  41. Hi Michael,

    ich versuche es nochmal.

    Was hat es dann mit Value-Investing zu tun, wenn man an den Erfolg der GetHappy-App glauben ("glauben ist ja bekanntlich nicht wissen") soll, damit der Wert sich wieder erholt? Gehört die Aktie nicht mehr in die Rubrik Turnaround-Spekulation?

    Danke im Voraus!

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    1. Investieren hat selten etwas mit Wissen zu tun, denn man kauft ja die Zukunft - und da bewegen wir uns immer immer im Bereich von Erwartungen und Wahrscheinlichkeiten. Und ich definiere Value Investing so, dass ich heute Unternehmen kaufe, deren Wert (und damit Aktienkurs) sich in Zukunft erhöhen werden. Oder deren Wert heute schon höher liegt als ihr Aktienkurs. In beiden Fällen ist die Erwartung, dass die Zukunft höhere Aktienkurse mit sich bringt, weil der Wert der Unternehmen gestiegen ist. Und so bewerte ich auch Vectron mit seinem Kernsbusiness und die Kooperation mit Coca Cola (GetHappy).

      Turnaroundwerte hingegen sind Unternehmen, die in Richtung Pleite unterwegs waren und sich von dort aus wieder erholen. Hoffentlich. Diese Situation liegt bei Vectron ja nicht vor, die schreiben seit Jahren Gewinne.

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    2. Wie auch immer - ich habe jedenfalls jetzt die Reißleine gezogen und bei knapp -45% Vectron verkauft. Das war mit Abstand der schwächste Wert in meinem Depot und hat mir die komplette Rendite verbaut. Ein Unternehmen, welches innerhalb von wenigen Monaten fast die Hälfte seines Werts verliert, muss gnadenlos überbewertet sein.

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    3. Kaum verkauft, schon geht's 8% nach oben. Gab es heute gute News?

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    4. Es gab ein Update zum Stand der Coke-Kooperation. Bis heute haben sich mehr als 4.000 Gastronomen registriert und Vectron will ab Januar die App einführen. Start für Privatkunden ist dann ab April 2018.

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    5. OK - danke für die schnelle Rückmeldung Michael. Vectron-Kurs schein extrem von dieser Kooperation abzuhängen. Geht es gut, dann haben wir nächstes Jahr ein neues Allzeithoch. Geht es schief, sind weitere Verluste unvermeidbar. So sehe ich das. Ich werde Vectron jetzt jedenfalls von der Seitenlinie aus beobachten. Gelernt habe ich solche Werte nicht zu kaufen, wenn sie gerade ihr Allzeithoch erreichen.

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    6. So würde ich das nicht pauschalieren wollen. Schau Dir den Chart von Vectron an, der Kurs ist von 10 auf 40 hochgeschossen. Alles dazwischen waren immer neue Hochs. Und jedes war ein guter Kaufzeitpunkt - rein auf den Kursverlauf bezogen.

      Man sollte sich nicht so vom Kurs leiten lassen. Wenn eine Aktie einen Raketenchart vorlegt, dann regiert die gier. Nur selten ist so ein Anstieg durch eine fundamentale Neubewertung gerechtfertigt. Und viele Anleger kaufen einfach, weil sie Angst haben, den Kursanstieg zu verpassen. Doch eine Aktie nur zu kaufen, weil sie steigt, ist genauso verkehrt wie sie zu verkaufen, nur weil sie fällt. Weil man eben nur am Kurs hängt. Und den kann man nicht beeinflussen! Man muss/sollte also auf den Wert schauen und diesen ins Verhältnis setzen zum Kurs. Dann kann man auch bei steigenden Kursen kaufen - wenn sich denn der Wert entsprechend erhöht. Ist es nur Euphorie, die den Kurs treibt, dürfte es eine Übertreibung sein. Wenn man dann zu hoch kauft, zahlt man ggf. die Kursgewinne der anderen aus...

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  42. Hi Michael,
    da Aumann aufgrund der starken Zahlen nun wieder auf viel Potenzial ausgelegt ist, frage ich mich worauf der Fokus liegen sollte.. Also auf MBB oder direkt auf Aumann?
    Wie ist deine Einschätzung?

    Grüße

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    1. Die Erwartungen an Aumann waren riesig und es war nicht sicher, ob die erfüllt werden können. Doch Aumann hat geliefert und die zahlen sind sogar noch besser, als angenommen. Insbesondere der Zukunftsbereich Elektromobilität hat stärker zugelegt, als ohnehin geplant und daher dürfte hier einiges an Skepsis aus der Aktie entwichen sein. Kurse von über 60 sind allemal gerechtfertigt bei dem starken Wachstum! Und das bedeutet auch für MBB, dass die Bewertung (53,6% an Aumann gehören ja weiterhin MBB) gut abgesichert ist. Rechnet man MBBs Anteile an Aumann und Delignit zusammen und ergänzt die Nettocashposition, kommt man auf knapp 120 Euro je Aktie. Dazu kommen die weiteren Beteiligungen, wie DTS, OBO, CT Formpolster und Hanke Tissue, die ebenfalls mindestens 10 Euro je Aktie wert sind. Diesen 130 Euro an Wert steht der aktuellen Aktienkurs von 92 Euro entgegen. Ich habe daher am Freitag meinen MBB-Bestand erhöht. Und denke, MBB ist die momentan beste Wahl zwischen den drei Aktien MBB, Delignit und Aumann.

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  43. Hallo Michael,
    Wäre es für dich ok, bei Änderungen in der wöchentlichen Liste 1-2 Sätze mit einer kurzen Begründung pro Wert zu schreiben (diese Woche Aumann, Alphabet und DEWB).
    Danke und viele Grüße,
    Basti

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    1. Ich denk mal drüber nach. Alphabet verdient sich mit Google weiterhin eine goldene nase und keiner kann ihnen bei den Werbeeinnahmen das Wasser reichen. Nur Facebook schneidet sich zunehmend etwas vom Kuchen ab - deshalb habe ich ja auch Facebook im Depot und auf meiner Empfehlungsliste. Bei Google gibt es starkes Wachstum (40%); leider muss man einen größeren Anteil an die Partner abgeben und es werden zunehmend Werbeanzeigen im mobilen Bereich verkauft. Beides drückt auf die Margen und Google selbst teilte mit, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Das Ergebniswachstum wird also in nächster zeit nicht mit dem Umsatzwachstum mithalten können. Und sinkende Margen dürften die Aktienkursentwicklung etwas bremsen.

      Bei der DEWB setze ich auf die Neuausrichtung und bin weiter sehr positiv gestimmt. Allerdings hat zuletzt der Aktienkurs von Noxxon deutlich nachgegeben und da die DEWB hier noch eine größere Beteiligung hält, könnte hier ggf. Wertberichtigungsbedarf entstehen. Zumindest ist der Noxxon-Kursverfall nicht positiv. Daher habe ich DEWB etwas abgestuft bei den kurzfristigen Aussichten. Mittel- und langfristig dürfte hier aber die Neuausrichtung erhebliches Potenzial bieten.

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  44. Hallo Michael,

    hast du als Turnaroundinvestor schon einen Blick auf die Greiffenberger AG werfen können? Hier scheint der Turnaround und die Restrukturierung ganz gut voranzuschreiten..

    VG

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  45. Guten Abend Michael,

    kannst Du bitte Deine aktuelle Einschätzung zu Vectron abgeben? Die Aktie gehört ja zu Deinen Jahresfavoriten. Sieht man sich den stark angeschlagenen Chart an, dann könnte man meinen, dass Vectron bald dicht macht. Es könnte auch für einen zunehmenden Vertrauensverlust der Anleger sprechen.

    Grüße
    Ein treuer Blogleser

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    1. Im Aktienkurs von Vectron war viel Euphorie eingepreist hinsichtlich der Kooperation mit Coca Cola bzw. der GetHappy-App. Der Launch wurde nun vom Q4/17 auf Q1/18 verschoben und das sorgt für etwas Ernüchterung. Gestern gab es dann noch eine Meldung, dass gegen die Beschlüsse der HV Klage eingereicht worden wäre. Vermutlich ist deshalb der Kurs unter Druck gewesen. Auch wenn sich de Klagen ausschließlich gegen die Vorratsbeschlüsse richten, die zur Ausgabe neuer Aktien (Kapitalerhöhung) berechtigen innerhalb der nächsten Jahre. Selbst wenn diese Beschlüsse nicht rechtskräftig beschlossen worden sein sollten, ist das kein Beinbruch. Denn dann werden sie auf der nächsten HV eben noch einmal gefasst. Da Vectron keine KE plant und auch kein frisches Kapital benötigt, sind die Klagen also ein "Non-Event", wie es der Vorstand ausdrückte. Die Kursreaktion zeigt aber, wie nervös die Anleger bei der Vectron-Aktie sind. Und die Unsicherheit wird auch noch einigen Monate anhalten, bis wir sehen, wie erfolgreich die GetHappy-App wirklich sein wird.

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  46. Hallo Michael,

    könntest Du bitte mal ein zwei Worte zum Dividendendepot verlieren? Wieso betreibst Du nun ein Dividendendepot. Insbesondere, da das Potenzial überall ein + ist, während genügend Aktien in deiner Empfehlungsliste mit ++ gekennzeichnet sind. Wäre es da nicht sinnvoller, dort (++) zu investieren?

    Danke im Voraus.

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    1. Ich wurde mehrfach gebeten, auch mal wieder Investor-Updates zu verfassen, also Informationen zu meinen persönlichen Aktiengeschäften. Dem bin ich nachgekommen.

      Ich habe vor einigen Jahren meine gesamten Aktienbestand in meine GmbH eingebracht, die mir seit dem überwiegend als eigene Vermögensverwaltung dient. Steuerlich werden Dividenden in der GmbH wie bei Privatleuten üblich mit dem Pauschalabzug erfasst, während realisierte Kursgewinne steuerlich besser gestellt sind. Insofern ist es natürlich durchaus eine Überlegung, in der GmbH nicht unbedingt zuvorderst auf hohe Dividenden zu schielen.

      Nun habe ich allerdings auch weiterhin privat Geld. Und das möchte/muss ich ja irgendwie anlegen. Neben einer Cashreserve habe ich es also investiert (auch Warren Buffett hat ja privat ein Depot, das nichts mit Berkshire Hathaway zu tun hat, ebenso Charlie Munger). Und wie jeder andere Bürger auch, habe ich privat einen Sparerpauschbetrag von 801 Euro, den ich ja nutzen kann. Und so habe ich einen Teil meiner privaten Rücklagen in hochverzinsliche Aktien gesteckt, in BDCs. Mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von etwa 9,5% p.a. (vor Steuern). Ich denke, es macht für Leser des Blogs keinen Unterschied, ob ich die Aktien in meinem GmbH-Depot habe oder im privaten Dividendendepot.

      Nun habe ich die BDCs ja nicht alle heute ert gekauft, sondern aktuell in meinem Dividendendepot. Da ich sie aber nun im Blog "covere", habe ich sie in einer separaten Rubrik mit auf meine Empfehlungsliste genommen. Die Einstufungen "+" und "++" besagen ja grundsätzlich nur, wie ich die kurzfristigen Kurschancen der jeweiligen Aktie sehe, also ob sie sich so verhält wie der Gesamtmarkt oder besser. Da die BDCs ja auf hohe Dividendenrenditen abzielen und nicht zuvorderst auf Kursgewinne und es aktuell auch keine massive Unterbewertung des BDC-Sektors gibt (wie Anfang 2016), sehe ich sie als Marktperformer - daher Einstufung "+".

      Grundsätzlich stelle ich diese kurzfristigen Einstufungen allerdings in Frage und neige dazu, sie nicht mehr anzugeben. Eigentlich sollte es ja reichen, dass die Werte auf der Empfehlungsliste sind und daher "depotfähig". Kann also gut sein, das die Spalte demnächst verschwindet...

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    2. Hallo Michael,

      vielen Dank für die ausführliche Antwort. Und bitte die Einstufungen + und ++ beibehalten, finde ich sehr informativ. Klar sollte man das nicht überbewerten, aber so als Tendenz ist es schon interessant und man kann es mit seiner eigenen Einschätzung abgleichen.

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  47. Hallo Michael!
    Auch ich habe eine Frage zum Dividenden-Depot.
    Durch BDCs hast du ja prinzipiell das Währungsriskiko. Plump norddeutsch gefragt:"Ist dir das wumpe?"
    Schwankungen im Bereich um die 10 Prozent sind da ja immer mal schnell drin auf Jahressicht.
    Mal mehr, mal weniger... und größtenteils schwierig absehbar..
    Ich selbst bin (zumindest aktuell) daher eher rein EUR; das Wort "bias" schon fast untertrieben..
    Gerne würde ich auch mehr in USD oder gar JPY gehen, aber die Währungseffekte halten mich davon ab.
    Wie siehst du diesen speziellen Punkt?
    Grüße, Toni

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    1. Bei jeder Nicht-Euro-Aktie hat man das Währungsrisiko. Ich investiere nur in Euro und nehme die Wechselkursschwankungen in Kauf. Da die Wechselkurse nicht faktenbasiert schwanken, sondern weitestgehend von Spekulation getrieben sind, ist eine Währungskursabsicherung auch reine Spekulation. Ich lasse das, da ich kein guter Spekulant bin. Ich nehme daher in Kauf, dass die Aktienpreise und die Dividendenausschüttungen währungsbasiert stärker schwanken. Mal profitiert man davon, mal ist es eher ein Nachteil.

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    2. Danke für deine Antwort; absichern würde ich auch nicht; mir scheint eh die Abhängigkeit von nicht faktenbasierten Wechselkursschwankungen "unkontrollierbar unangenehm".
      Hast du selbst für dich ein Limit bzgl. Positionsgröße?
      Ich könnte mir vorstellen, max bis 20% in ausländischen Titeln inkl. Währungsrisiko...

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    3. Nein, ein festes Limit habe ich hier nicht; zumeist geht es ja um US-Aktien und mehr als 30% Anteil hatten diese bisher noch nie in meinen Depots.

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  48. Hallo Michael,

    welchen von deinen dt. Nebenwerten im Depot traust du auf Sicht v. 6-12 Monaten die beste Entwicklung zu (auch wenn jede Prognose in die Zukunft schwierig ist)?

    Aus meiner Sicht wären das:

    Blue Cap - noch nicht in faire Bewertung "gewachsen"

    Corestate Capital - In den aktuellen Zahlen für 1. JH 2017 sind keine Übernahmen enthalten.

    Deutsche Beteiligung - "Reifes" Portfolio und einstelliger KGV derzeit

    Steico - nach derzeitiger Konsolidierung, niedriger KGV für Wachtumswert

    Danke und schöne Grüße!
    Patrick

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    1. Ich spreche nicht von der Kursentwicklung, sondern von der Unternehmensentwicklung bei deutschen Nebenwerten auf meiner Empfehlungsliste, okay? Und dann sage ich Dir einfach, welche Werte ich in meinem Depot am stärksten gewichtet habe: Blue Cap, Corestate Capital, MBB, Deutsche Beteiligung, Technotrans, Steico, Aurelius.

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  49. Moin Michael,
    KCAP find ich mutig. Bin gespannt auf dein Investor-Update. Das NII wird zur Zeit verdient, und 20% unter NAV klingt verlockend. Jedoch die Dividenden-Historie und NAV-Historie schrecken ab.

    beste Grüße Hans-Jürgen

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    1. Sorry verschrieben! NII wird NICHT verdient zum Verhältnis der Dividendenzahlung.

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    2. Die Historie schreckt ab - wer wüsste das besser als ich, denn ich war ja schon einmal (verlustreich) bei KCAP Financial investiert. KCAP ist einerseits eine Turnaround-Spekulation und auf der anderen Seite könnte KCAP auch ein Übernahmekandidat sein. Die großen Private Equity-Häuser drängen in den BDC-Markt, um ihre hohen AuM gewinnbringend anlegen zu können. Und eine BDC in Schwierigkeiten, die 33% unterhalb ihres NAV notiert, könnte hier ins Fadenkreuz geraten. Die Übernahmeoption ist allerdings nur ein Goodie. Ich setze darauf, dass KCAP den Turnaround aus eigener Kraft schafft und die überdurchschnittliche Dividendenrendite von 14% sich nicht als Value-Trap herausstellt.

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    3. Genau aus diesem Grund dachte ich eigentlich, dass du an BKCC interessiert wärst. Mit diesem Finanzriesen im Hintergrund, sollte auf lange Sicht zumindest eine sichere Dividende heraus springen. Irre ich mich, oder warst du nicht eigentlich mal an ein Investment in die BR-Group interessiert? Hast es dann aber verworfen, wegen der Firmenstruktur als LP, MLP, oder so ähnlich? So (mein Gedanke) wärst du investiert, aber eben auf BDC-Ebene.

      Hnas-Jürgen

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    4. Nein, in BlackRock war ich nie investiert. Ich hatte größere Pakete an BlackStone und KKR, beides L.P.s. Und die habe ich - auch wegen dieser Rechtsform - dann gekickt.

      Die beiden von Dir genannten BDCs schaue ich mir noch genauer an und vielleicht wird eine ja dann mein nächstes BDC-Investment?

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    5. Ah ja STONE nicht Rock!! Da hat mich meine Erinnerung getrügt. Dann drück ich dir mal die Daumen, dass es mit KCAP klappt und nicht ein zweites mal ein dicker Verlust ansteht.

      Info an alle Mitleser:
      Im Übrigen will ich nicht verschweigen, dass auf vielen amerikanischen Dividenden-Blogs darauf hingewiesen wird, dass BDCs ein "gefährliches" Investitionsinstrument ist. Es wird empfohlen, den BDC Anteil zw. 5-10% des Depots zu halten, da der Schuss auch ganz schnell mal nach hinten losgehen könnte.

      Hans-Jürgen

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  50. Hallo Michael

    Was war heute bei der Aktie der Aves One AG los? Ich habe im Internet nach den Grund des Kurssprungs (vorübergehend bis 25% im Plus, aktuell noch bei rund 5% im Plus) gesucht, wurde aber nicht schlauer. Falls du (oder jemand anderes) hierauf kurz Stellung nehmen könntest, so wäre ich sehr dankbar. Nun wünsche ich allen ein schönes Wochenende!

    Beste Grüsse
    David

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    1. Ich habe auch keine News parat und kann diesen Kursverlauf bei Aves One nicht erklären.

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  51. Gibt es zufälligerweise ein Update zur DRAG? Rohstoffpreise steigen ja, der Wert dümpelt immer noch vor sich hin. Danke.

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    1. Ne, zur DRAG gibt es nichts Neues. Außer, dass es bei Almonty gut/besser läuft und von dieser Seite kein Abschreibungsdruck mehr herrscht. Durch den starken Kursanstieg ist die DRAG unterm Strich nun nur noch leicht im Minus mit ihrem Engagement. Bei Öl/Gas läuft alles in normalen Bahnen, wobei der schwach Dollar sich natürlich nativ auswirkt, da die US-Zahlen ja in Euro umgerechnet werden für die DRAG. Für den Jahresabschluss ist aber erst der Dollarkurs am 31.12. wichtig; zwischendurch wird ja kein Geld zwischen den US-Töchtern und der deutschen Mutter transferiert - alle Ausgaben und Einnahmen laufen in den USA in Dollar.

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    2. Moin,

      was - ausser max. der in Euro auszuschuettenden Dividende - sollte denn "ohne Not" nach Deutschland ueberwiesen werden ? Und wenn DRAG schlau ist (und das sind sie..), haben sie den Eurokurs in der Hoehe wie benoetigt waehrungsabgesichert. Also: wo ist dann ein Problem diesbezueglich zu sehen ? Fuer den Jahresabschluss per 31.12. werden wir sehen, wie es dann aussieht. Der Anstieg des Oelpreises duerfte einiges im Ergebnis kompensieren.

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    3. Genau das schrieb ich doch: es wird "kein Geld wischen den US-Töchtern und der deutschen Mutter transferiert".

      Völlig abgesichert hat die DRAG sich allerdings nicht gegen Währungsschwankungen, sondern nur teilweise. Eben genau aus dem Grund, weil die Dollars in den USA liegen, ausgegeben und eingenommen werden.

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  52. Da ja "alle" davon ausgehen, dass Amazon in Zukunft der einzige Händler für alles wird, leiden Werte aus dem Bereich Retail, Mode und Sportartikel.

    Wie wäre es denn mit einer Foot Locker, H&M oder Ahold als "Turnaround"-Kandidat?

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    1. Da ich einer derjenigen bin, die davon ausgehen, dass Amazon immer mehr Geschäft an sich ziehen wird und weil in Europa Zalando (fast) ebenso erfolgreich ist im Bereich Mode, würde ich eine solche "Turnaround-Spekulation" nicht eingehen wollen. Ich sehe hier mittel- und langfristig wenig Perspektive für die Retailer und dem entsprechend würde ich nicht auf Foot Locker, Ahold, H&M setzen. Mag sein, dass deren Geschäfte mal wieder besser laufen, aber ein vernünftiges Chance-Risiko-Verhältnis kriege ich hier nicht konstruiert.

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  53. Moin Michael,

    WOW....! Über deine Neuaufnahme PSEC bin ich ja sehr überrascht! Was hat dich da bewogen diesen Wert aufzunehmen? HTGC kann ich nachvollziehen, aber PSEC?

    beste Grüße Hans-Jürgen

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    1. Bei PSEC reizt mich der Preis - im Verhältnis zum Kurs. Ein Kurzkommentar dazu findet sich in meinem Investor-Update, ein eigenen Artikel zu PSEC werde ich demnächst auch noch verfassen.

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  54. Hallo Michael,

    ich hätte einen Vorschlag für deine Rubrik Turnaround: Aixtron. Die Aktie findet zu ihrer alten Stärke zurück und holt lukrative Aufträge ans Land. Die geplatze China-Übernahme scheint vergessen zu sein.

    Viele Grüße
    Eric

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