Samstag, 27. Mai 2017

Empfehlungsliste

Performance seit Erstempfehlung inkl. Brutto-Dividenden. Das regelmäßige Update erfolgt jeweils zum Wochenende.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.«, riet Immanuel Kant.
Also, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass Ihr Euch Eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, Euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt Ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit Euch ins Gespräch kommen, von Euch lernen. Ich möchte ein besserer Investor werden.


Historie der Transaktionen auf meiner Empfehlungsliste
Auf der ▸Transaktionsliste finden Sie alle Aufnahmen und Streichungen auf meiner Empfehlungsliste seit Start des Blogs.


Investor-Update
Die Empfehlungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn  sie viele Überschneidungen aufweist. Im Investor-Update beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.


RECHTLICHER HINWEIS NACH WPHG
Viele der in meinem Blog erwähnten Werte halte oder handle ich regelmäßig. Die in diesem Blog enthaltenen Beiträge sind meine persönliche Meinung und stellen weder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar, noch sind sie als Beratungsleistung zu werten. Ich übernehme trotz aller Sorgfalt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen; sie beruhen auf Quellen, die ich für vertrauenswürdig und zuverlässig halte.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass der Handel mit Aktien, Optionsscheinen, Zertifikaten, Optionen und anderen Finanzprodukten mit grundsätzlichen Risiken verbunden ist und zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Gewinne der Vergangenheit können zukünftige Ergebnisse nicht garantieren.

Für Investitionen, die aufgrund meiner Aussagen getätigt werden, übernehme ich keinerlei Verantwortung. Jeder Anleger handelt auf eigenes Risiko und sollte sich von einem Bank unabhängigen Experten beraten lassen, inwieweit die vorgestellten Wertpapiere zu seinem persönlichen Risikoprofil passen.

Kommentare:

  1. Die Liste ist, wie immer, eine einzige Erfolgsgeschichte.
    Ich bin beeindruckt. Vielen Dank für die hervorragende Arbeit.

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  2. Hallo Michael,
    die Liste sieht jede Woche aufs Neue beeindruckend aus! Aber was derzeit an den Märkten abgeht ist auch wirklich kaum zu fassen...
    Was hältst du als Value-Investor von einer Investition in Ölwerte wie OMV, bzw. warum hast du nach dem extrem Absturz dieser Werte hier nicht zugegriffen, Öl ist in deinem Depot noch recht schwach gewichtet, wenn ich mich nicht täusche...
    Glaubst du der Ölpreis bleibt auf Dauer so tief oder fällt gar noch weiter...
    Schönes Wochenende
    Grüße Malte

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    1. Ja, der DAX ist wahnsinnig durchgestartet und die US-Werte werden durch den Euro-Absturz beflügelt. Deren Charts sehen aus wie Raketenstarts. Kurzfristig dürften vor allem die Kurse der US-Aktien weiter vom sinkenden Euro profitieren, aber mittel- und langfristig sind die deutschen Exportwerte die größten Nutznießer.

      Ölwerte reizen vor allem, weil viele von ihnen so dramatisch abgestürzt sind. Allerdings nicht ohne Grund, denn der Ölpreisverfall bringt viele in Existenznot. Wer eine hohe Verschuldung aufweist, der ist ausfallgefährdet, denn ich rechne nicht mit einer schnellen Erholung. Und Ausrüster wie Seadrill oder Transocean werden auf Jahre weniger Ausrüstungen verleihen können, doch ihre Anlagen verlieren ja mit jedem Tag an Wert. Und die Margen werden sinken, weil die Anbieter sich gegenseitig unterbieten werden, um überhaupt noch an Aufträge zu kommen. Die ganzen Unternehmen aus dem Bereich Fracking und Sandwaschen würde ich nicht anfassen, die leben aktuell nur auf Kosten ihrer Substanz. Erste Pleiten gibt es ja schon und die Anzahl der Bohrlöcher in den USA geht deutlich zurück.

      In Mitleidenschaft gezogen sind auch die ganzen Öko-Energiefirmen denn ihre Produkte sind auf Schlag im Vergleich weit weniger rentabel für Käufer. Energieversorger sehe ich ebenso kritisch, weil sie zumeist hoch verschuldet sind und langfristig in ihren fossilen Assets stecken. Das gilt besonders für RWE und Eon, aber eben auch für Eni. Hier sind überall die Dividenden in Gefahr! Die optisch hohen Dividendenrenditen, die noch überall angegeben sind, sind Luftschlösser!

      Es bleiben also vor allem die großen Unternehmen, die auch Öl verarbeiten und nicht nur von der Exploration leben, wie Shell, BP, Exxon, Chevron. Deren Kurse sind auch nicht so stark zurückgekommen (die US-Werte dank des Euroverfalls ja noch wesentlich weniger stark) und sie können auch eine längere Durststrecke beim Ölpreis überstehen. Und eben Werte wie die Deutsche Rohstoff AG, die zur Zeit wenig Förderung betreiben, aber auf einem großen Berg Cash sitzen und sich die Rosinen rauspicken können. Für die bieten sich aktuell sehr viele lukrative Möglichkeiten! Die DRAG ist für mich ein klarer Kauf.

      Und eben Finanzinvestoren wie Blackstone und KKR. Die steigen jetzt in den Öl-Markt ein, kaufen sich Beteiligungen an strauchelnden Firmen oder übernehmen Ölfelder, die ansonsten brach liegen würden. Und sie sitzen auf Bergen von Geld, die können abwarten - auch nach dem Invest sind sie nicht darauf angewiesen, dass der Ölpreis sich innerhalb von 3 Monaten dreht. Die haben Zeit - durchschnittlich sind sie ja 7 Jahre investiert, bevor sie aussteigen. Und meistens mit großem Profit. Stephen Schwarzman, CEO von Blackstone, bezeichnete Öl ja gerade in einem Interview als größte Chance für Investoren. Jedenfalls für solche mit viel Geld und langem Atem.

      Vor Direktinvestments in Öl-Werte schrecke ich (noch) zurück, weil die Risiken schwer abzuschätzen sind. Selbst wenn der Ölpreis nicht weiter fällt, verdienen viele von ihnen keine müde Mark mehr. Für diese Aktien spricht nur, dass sie stark gefallen sind. Und das ist mir zu wenig als Investitionsgrund. Daher meine Top-Öl-Picks DRAG, Blackstone, KKR. Evtl. noch die großen US-Werte Exxon und Chevron (wegen der zusätzlichen Dollar-Chance und der Quartalsdividenden).

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  3. Hallo,Michael,
    ich überlege meinen Bestand an Aggreko (A1XFZR) aufzustocken, bin aber noch unsicher. Meiner Meinung nach ein einfaches Geschäftsmodell mit temporären Problemen. Eine eher zurückhaltende Einschätzung bei Value&Opportunity hat mich aber verunsichert. Hast du dich vielleicht schonmal mit diesem Wert beschäftigt ? Kannst du eine Einschätzung vornehmen ? Das würde mich dann interessieren.
    Herzliche Grüße
    Maria

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    1. Moin Maria,
      Aggreko kenne ich nur oberflächlich. Die Analyse bei Value and Opportunity habe ich mir angesehen, die wirkt ziemlich stimmig. Insbesondere gibt zu denken, dass das Management selbst davon ausgeht, dass 2015 kein gutes Jahr wird und 2016 noch schlechter. Es stellt sich daher die Frage, weshalb man dann jetzt die Aktien kaufen sollte? Denn ich glaube nicht, dass diese schlechte operative Entwicklung bereits im Kurs enthalten ist - die gerät schnell wieder in Vergessenheit und bei Vorlage der nächsten Zahlen gibt es dann wieder eine negative "Überraschung" und die nächste Abverkaufswelle. Vermutlich ist es ratsam, zunächst einmal abzuwarten, bis das Überangebot nachlässt und die Aktie einen Boden findet. Auf dieser Basis kann man dann schauen, ob Aggreko eine akzeptable Bewertung (für 2016 und danach) aufweist.

      Ein Aspekt, der Aggreko in die Hände spielen könnte, ist das von mir im Blog angesprochene Naturphänomen "El Niño", das wohl in diesem Jahr wieder sein Unwesen treiben wird. Denn Einsatzmöglichkeiten für die Stromaggregate von Aggreko ergeben sich ja vor allem in Kriegs- und Krisengebieten - und die dürften dank "El Niño" zum Jahresende hin weltweit deutlich zunehmen. Das spielt dann Aggreko in die Karten, allerdings erst ab 2016. Hier könnte man also beobachten, wie schlimm "El Niño" wütet und im Wissen, dass dann die Nachfrage nach Aggrekos Generatoren anziehen wird, die Aktien im Vorgriff auf die dann zu erwartenden besseren Zahlen kaufen. Sofern die Bewertung zu dem Zeitpunkt attraktiv ist.

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    2. Ich halte auch folgende Interpretation für möglich, frei nach Kostolany, also eher stimmungstechnisch : Lt. V&O Blog ist die Aktie bei den Analysten schon länger in Ungnade gefallen, vormals Darling-Status, der Kurs dümpelt bereits seit einiger Zeit und jetzt haben viele die Aktie verkauft. Hohe Umsätze, bei fallenden Kursen. Könnte auch eine gute Einstiegsmöglichkeit sein, gerade weil die schlechten Nachrichten ja zu fallenden Kursen geführt haben, könnten diese jetzt eingepreist sein. Es ist halt die Frage, schmerzt es mich mehr, wenn mir der Kurs davonläuft, weil die Ertragssituation sich plötzlich verbessert, was ich eben nicht voraussehen kann, wann das passieren wird ? Oder schmerzt es mich mehr, wenn der Kurs noch etwas fällt, ich aber von dem Geschäftsmodell überzeugt bin und die Verluste dann halt aussitzen muss ?

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    3. So wie ich Dich verstanden habe, sitzt Du die bereits aufgelaufenen Kursverluste bei Deinem Aggreko-Bestand ja ohnehin aus, denn Du überlegst ja, weitere Aktien hinzuzukaufen. Nur zu kaufen, um den Einstiegskurs zu verbilligen, davon halte ich nichts - in absoluten Zahlen macht es die Verluste ja nicht kleiner. Einen Nachkauf würde ich nur empfehlen, wenn man davon ausgeht, dass sich das Unternehmen operativ wieder erholt. Und das Management selbst davon ausgeht, dass das nächste Jahr noch schlechter wird, dürfte die Wahrscheinlichkeit recht hoch sein, dass der Kurs noch weiter fällt. Wie gesagt, sollte El Niño zum ersten Mal in der TV-Berichterstattung auftauchen, könnte dies der Startschuss für bessere Geschäfte in 2016 sein. Und vermutlich ein guter Einstiegszeitpunkt (zumal dann ja auch der Börsenherbst hinter aus liegt, der erfahrungsgemäß ja eher eine unterdurchschnittliche Kursperformance aufweist)...

      Wenn Du allerdings total von Aggreko überzeugt bist und der Meinung, dass es dort ab 2017 wieder aufwärts geht bzw. sie wieder an die alten geschäftlichen Erfolge anknüpfen können, und Du das Geld auch über die Durststrecke dazwischen schon in das Unternehmen zu investieren, dann kannst Du natürlich auch sofort nachkaufen, weil Dir dann die letzten 10 oder 15 Prozent Absacker egal sind.

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  4. Super Seite!
    Wie wärs mit einem Musterdepot (z.B. 50.000 € Starkapital)?
    Kannst du aktuelle Empfehlungen (kaufen bis X €, Halten, Verkaufen ab X €) zu deinen Titeln geben? Welche Titel stehen auf deiner Watchlist?
    Gruß

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    1. Ein Musterdepot habe ich bewusst nicht eingerichtet, ich habe daran noch schlechte Erfahrungen aus Neuer Markt-Zeiten. Das riecht mir zu sehr nach Zocken. Da ich Langfristanleger bin und mit meinem Blog die Leser ja auch zum selbständigen Denken bzg. ihrer Investitionsentscheidungen ermuntern möchte, habe ich die Empfehlungsliste geschaffen. Da kann jeder sehen, welche Aktien ich als Kauf- bzw. Halteposition einstufe und beides bedeutet, dass man die Aktien zu dem aktuellen Kurs dann im Depot haben kann. Was die Positionsgröße angeht, muss jeder für sich entscheiden, ob er lieber viele Aurelius oder wenig Jungheinrich kaufen möchte. Ich habe bisher noch niemanden erlebt, der ein Musterdepot 1:1 nachgekauft hätte. Insofern würde es keinen wirklichen Nutzen haben, außer dass es vielleicht mit anderen Musterdepots anderer Leute vergleichbar wäre. Aber es würde mich auch insofern wiederum einschränken, als dass ich mir Gedanken machen müsste, welche Aktien ich ins Musterdepot aufnehme und welche ich ggf. (bei zu geringer Cashquote) dafür hinauswerfen müsste. Ich glaube nicht, dass das irgendeinen Mehrwert für irgendjemanden bietet. Nein, ich möchte mit meinem Blog zum Nachdenken anregen und zur Diskussion über Value Investing und die Unternehmen, die ich vorstelle.

      Aus diesem Grund habe ich auch keine Kauflimits und auch keine Stoppkurse. Wenn eine Aktie als Kauf eingestuft wird, dann sollte man sie irgendwo in de Bereich des Empfehlungskurses kaufen. Und dann laufen lassen. Ein angegebenes Limit wäre doch nur stichtagsbezogen und würde nach einigen Wochen eh nicht mehr stimmen, denn die geschäftliche Entwicklung der Unternehmen ist ja nicht statisch.

      Und meine Watchlist... das sind ja alles ungelegte Eier, darüber lohnt es sich nicht, zu sprechen. Wenn ich ein Unternehmen hier im Blog vorstelle, kommt es auf die Empfehlungsliste - oder eben nicht. Im Prinzip kann man aus den Branchen der bisherigen Unternehmen ableiten, welche weiteren Unternehmen ich auch "lose" im Fadenkreuz habe. Wenn ich ganz neu eine Dow Chemical aufnehme, dann vergleiche ich sie natürlich mit Konkurrenten, wie z.B. BASF, und überlege mir, weshalb ich nun den einen oder anderen bevorzuge. Oder im Bereich der Finanzinvestoren, da sind Aurelius und Blackstone meine Favoriten. Und auch KKR. Aber eine Mutares oder eine Bavaria schaue ich mir auch ab und zu an, jedenfalls behalte ich sie flüchtig im Blick. Oder bei Starbucks, da habe ich schon auch die Entwicklung bei McDonalds angesehen und überlegt, weshalb ich Starbucks für soviel aussichtsreicher halte.

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  5. Hallo Michael,

    ich schätze deinen Blog sehr! Die Einzigartigkeit an deinem Blog ist m.E. vor allem dadurch geprägt, dass du immer offen und ehrlich bist, deiner Linie immer treu bleibst und selber auch Fehler zugibst. Hinzu kommt, dass du dein Wissen, welches du dir über Jahrzehnte mühsam selbst erarbeitet hast, hier weiter gibst. Dein Ursprungsgedanke für diesen Blog war ja, dass du selber immer wieder daran erinnerst wirst, den Regeln des Value-Investments zu folgen. Genau aus diesem Grund lese ich deinen Blog auch so gerne, da man leider des Öfteren, von den 'Leitsätzen' etwas abweichen möchte, obwohl man sich, wenn man Erfolg haben möchte, einfach daran halten muss. Aber ich denke, es ist einfach menschlich, dass man manchmal anders reagieren möchte, als es uns die Leitsätze von Warren Buffett lehren:).

    Und genau hier habe ich nun eine fundamentale Frage an dich, welche mich schon sehr lange beschäftigt. Gem. Warren Buffett und anderen großen Value-Investoren investiert man langfristig in Werte. Die Kurse, also der Preis ist nur interessant, um zu wissen, wann ein Unternehmen vom Markt unterbewertet ist und wann nicht. Was einem jedoch auffällt ist das Sommerloch. Es gibt ja die alte Börsenweisheit - 'sell in May come back in September'. Wenn man sich mal die Kurse der vergangen Jahrzehnte anschaut, trifft diese Börsenweisheit sehr oft zu. Wenn man jedoch auf Warren Buffett hört, müsste man in unterbewertete Unternehmen investieren, die Aktien liegen lassen, Tee trinken und einfach abwarten, bis der Markt den wahren Wert erkennt. Diese Sichtweise schließt mehrere Jahre ein, d.h. sehr langfristiger Ansatz. Dies ist in meinen Augen auch richtig und so habe ich in der Vergangenheit auch investiert.

    Wenn man jedoch die Börsenweisheit nimmt, welche fast jedes Jahr richtig ist, würde dies heissen, dass man sich im Mai von seinen Anteilen verabschiedet und im September wieder investiert. Das Sommerloch ist zumeist von Korrekturmaßnahmen geprägt. Wie handhabst du das? Verkaufst du Anteile noch vor dem Sommerloch, um die Cash-Quote zu steigern und dann nach dem Sommerloch wieder zu investieren oder beachtest du die alte Börsenweisheit überhaupt nicht? Ich bin wirklich am Überlegen, in Zukunft, zumindest die Anteile im Mai herunterzufahren, die Cash-Quote zu erhöhen und dann erst wieder im September nachzukaufen. Das Problem ist, dass dies an sich, eigentlich kein Value-Investment mehr wäre, da ich die Kursschwankungen ausnutzen würde, obwohl ich auch im Mai vom Wert des Unternehmens überzeugt wäre. Wenn man sich aber die Vergangenheit anschaut, ist das Sommerloch in 3 von 4 Fällen von Korrekturmaßnahmen geprägt.

    Viele Grüße!
    Stefan D.

    Ps. Es könne auch gerne die anderen Blog-Leser antworten. Habe gemerkt, dass hier ein sehr hohes KnowHow-Niveau herrscht:)

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    1. Moin Stefan,
      diese Saisonalität scheint nur zu passen, denn wenn man sich mal die "fiesen" großen Crashs der letzten Jahres vornimmt, fanden die nicht selten im Herbst statt. Allerdings hätten sie auch zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr stattfinden können (Stichwort Asienkrise), daher verzerren diese Ereignisse das Bild schon etwas nach unten.

      Auch stimmt der früher sicher richtige Spruch "Sell in May and go away - but remeber to come back in September" heute nicht mehr ohne Weiteres, denn die Sommermonate sind schon noch gute Börsenmonate. Heute ist man auch im Urlaub ständig erreichbar, das gilt für alle Marktteilnehmer, das ist also völlig anderes als früher, wo man über die Sommermonate dann von der Börse abgeschnitten war und nicht auf Unvorhergesehenes reagieren konnte.

      Als Langfristinvestor halte ich wenig davon, den Markt timen zu wollen. Damit liegt man meistens schief! Die Unternehmen werden ja nicht schlechter, nur weil der Aktienkurs etwas sinkt. Daher kann ich der Überlegung, aus Timinggründen heraus gezielt Aktien zu verkaufen, nichts abgewinnen. Allerdings braucht man die Saisonalität ja nicht zu ignorieren; man erzielt ja in der ersten Jahreshälfte auch Dividendeneinnahmen und da kann man sich mit Zukäufen ja zurückhalten und auf den - vermeintlich - schwachen Herbst warten. Dann hat man Cash auf dem Konto, um bei einem Kurseinbruch überproportional zukaufen zu können. So trennt man sich nicht aus den falschen Gründen von seinen Unternehmensbeteiligungen und kann dennoch die vermeintlich höheren Zukaufchancen im Herbst nutzen. Und ist man grundsätzlich nicht mehr von seinem Unternehmen überzeugt, dann sollte man sich von seine Aktien trennen. Aber eben nicht aus saisonalen Gründen...

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    2. Hi Michael,

      vielen Dank für deine Antwort. Ja du hast völlig recht, es wäre nichts anderes gewesen, als den Markt timen zu wollen. Und das ist wohl einer der größten Fehler, die man machen kann. Da der Markt überwiegend irrational ist, funktioniert das so nicht. Ich werde in Zukunft versuchen die Cash-Quote im Mai durch die Dividenden und die eigenen monatlichen Einzahlungen zu erhöhen und mich mit Zukäufen ab Mai-September erstmal zurück zu halten und den Markt in dieser Phase noch genauer beobachten. Von dem Wert der Unternehmen bin ich ja weiterhin überzeugt.

      Es ging mir darum, noch mehr Anteile von einem Unternehmen zu bekommen. Wenn man immer zu hohen Kursen verkauft und zu niedrigen einkauft, kann man so nach und nach immer mehr Anteile von dem Unternehmen, welches man langfristig halten möchte, gewinnen. Aber dies läuft zu sehr ins Timing rein, was man kaum bis überhaupt nicht beherrschen kann. Um hier das Risiko zu begrenzen, mach ich also doch lieber den easy Weg, behalten, Cash-Quote aus Dividenden u. Einzahlungen erhöhen, und vor allem 'abwarten'. Falls der Markt dann tatsächlich fällt, freut man sich ja auch:). Anders rum hat man nichts falsch gemacht. Danke Michael, ich wäre da vermutlich wieder in etwas hinein getappt, was zu sehr von den Leitsätzen abweicht, obwohl gerade diese langfristig gesehen so gut wie immer Gewinn versprechen.

      Viele Grüße!
      Stefan

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  6. Hallo Michael,

    verwundert habe ich gesehen, dass Du IBM gestrichen hast, das ist immerhin eine der grössten Positionen bei Warren Buffet und Prem Watsa. Kannst bitte sagen warum Du IBM aus Deinem Depot entfernt hast.

    Viele Grüße

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    1. Das ist ja nun bereits zweieinhalb Jahre her. ;-)

      Ich hatte IBM (wie auch Microsoft) im Rahmen eines Artikels über den Sinn und Unsinn von Quartalsberichten auf meine Empfehlungsliste genommen. Allerdings habe ich mich damals nur mit einem Halbsatz dazu geäußert und mir den tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess bei IBM erst später genauer angesehen. Und ich war nicht überzeugt von dem, was ich sah. Ich hatte da zuvor etwas blind dem Gespür Warren Buffetts für günstige Gelegenheiten vertraut. Sollte man nicht einfach machen. Daher habe ich IBM dann von der Liste genommen - ich hatte dazu auch etwas geschrieben, aber ich weiß nicht mehr, ob in einem Artikel oder in Kommentaren unter (anderen) Beiträgen. Als ich dann vor einigen Monaten unterhalb der Empfehlungsliste die "Historie" meiner Empfehlungen aufgelistet habe, bin ich natürlich alle ehemaligen Entscheidungen durchgegangen und habe die entsprechenden Artikel verlinkt. Und ich habe fast alle aus den letzten 4 Jahren gefunden. Zum Exit von IBM allerdings nicht. Da der Wert aber mal auf der Liste stand, wollte ich das nicht unterschlagen.

      Auch heute bin ich noch nicht davon überzeugt, dass IBM erfolgreich die Kurve kriegt. Die Umsätze gehen zurück, der Hardwarebereich liefert miese Ergebnisse und wird Stück für Stück (mit Verluste) verkauft. Der Umbau zur reinen Software- und Dienstleistungsfirma kommt voran, aber nur langsam. Die Erfolge, gerade auch im Bereich Cloud als neuem Hoffnungsträger, sind noch nicht abzusehen. Die Dividendenrendite steigt, aber eigentlich nur, weil IBM ständig große Mengen eigener Aktien zurückkauft. Und Warren Buffett kauft auch. Ansonsten ist das Ergebnis bei IBM eher trostlos. Würden Buffett und IBM nicht permanent Aktien kaufen, läge der Kurs wohl mindestens 25 Prozent niedriger. Zurecht!

      IBM ist eine Dauerbaustelle und Buffett findet das toll, weil es ihm die Chance gibt, immer mehr IBM-Aktien zu niedrigen Preisen zu kaufen. Nun, ich will IBM nicht besitzen, ich habe nicht das Problem, dass meine Aktienkäufe den Kurs maßgeblich beeinflussen und ich keine für mich angemessene Positionsgröße zusammenkaufen könnte. Daher brauche ich keinen Zeitraum von 5 Jahren oder mehr, um eine Position aufzubauen. Was ich brauche, sind unternehmerische Erfolge oder zumindest die recht sichere Aussicht auf solche. Und da hat es IBM mit starken Gegnern zu tun in dem Bereich, in den sie wachsen und teilweise neu vordringen wollen. Ich möchte sehen, dass IBM mit seiner Transformation Erfolg hat, dann kaufe ich vielleicht auch (wieder) deren Aktien. Momentan gibt es nur die Hoffnung darauf, dass sich der Kurs des Unternehmens irgendwann mal auszahlt. Und die Käufe von Warren Buffett. Aber Buffett kaufte auf Exxon zum Höchstpreis und Tesco. Auch er macht Fehler, daher sollte man nicht blind einfach das kaufen, was er kauft, sondern sich seine eigenen Gedanken machen. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass IBM bei vielen Value- und Dividendenfans in den Depots auftaucht. Aber erst, seitdem Buffett IBM kauft. Seitdem sind "alle" davon überzeugt, dass IBM ein Schnäppchen ist und alle anderen falsch liegen, weil sie das nicht erkennen. Man kann nicht immer richtig liegen, auch ich nicht. Ich bin nicht in IBM engagiert und sehe bisher auch keinen Grund, das zu ändern. Die - wegen der Aktienrückkäufe - inzwischen attraktiv hohe Dividendenrendite finde ich auch bei operativ erfolgreichen US-Unternehmen, einer Dow Chemical, einer Cisco, einer Microsoft. Ich brauche IBM nicht, nicht ohne klare Erfolgsperspektive.

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  7. Hallo Michael,

    du rechnest ja fest damit, dass es in den nächsten Wochen erheblich nach unten gehen wird.
    Wenn wir uns das Beispiel Aurelius anschauen, hast du seit deinem Kauf einen prozentualen Gewinn von unglaublichen 288,5 % gemacht (ohne Dividende).
    Dieser Gewinn besteht momentan jedoch nur auf dem Papier. Um diesen Gewinn tatsächlich mitzunehmen, müsstest du Aurelius verkaufen. Wieso verkaufst du diese Aktie nicht, da sie doch jetzt vermutlich auf dem Höchststand ist.
    Und in ein paar Wochen oder Monaten oder viell. Jahren, wenn sich der Markt wieder beruhigt hat und vermutlich erheblich eingebrochen ist, kaufst du Aurelius wieder zu einem "günstigen" Preis.

    Was spricht gegen diesen Vorschlag?

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    1. Aus Sicht eines Value Investors spricht so ziemlich alles gegen diese Vorgehensweise. Du beschreibst das Verhalten eines Spekulanten, der Aktien kauft und verkauft, weil "der Markt" sich bewegt. Ein Spekulant glaubt, dass er diese Bewegungen des Marktes voraussehen und bei Höchstkursen verkaufen und bei Tiefstkursen wieder einsteigen kann. Und in der Theorie klingt das sehr vernünftig, billig kaufen, teuer verkaufen. Allerdings weiß niemand, wie sich die Börse in Zukunft verhält. Und da ich ich es auch nicht weiß, versuche ich nicht, nach diesen Empfindungen zu handeln.

      Value Investoren hingegen interessieren sich nicht für Marktschwankungen, sie schauen auf den jeweiligen Einzelwert - sicherlich auch im Vergleich zu den anderen Unternehmen aus derselben Branche. Aber es kommt auf das Unternehmen an! Dessen Aussichten, Perspektiven, Marktstellung - und dann, wenn man ein Top-Unternehmen gefunden hat, schaut man, ob man dessen Aktien zu einem günstigen Preis kaufen kann, der unterhalb des ermittelten Wertes liegt. Wenn der Aktienkurs heute bereits unterhalb dieses Wertes notiert, ist das toll. Man muss aber unbedingt die Zukunft im Blick haben, also abschätzen, ob der Wert des Unternehmens (aufgrund steigender Umsätze und Gewinne) künftig mehr wert sein wird als heute.

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    2. Fortsetzung...

      Konkret zu Aurelius: ich habe die Aktien vor drei Jahren gekauft und sie haben eine tolle Performance hingelegt. Aber für mich ist nicht das Kursplus die entscheidende Veränderung, sondern der Wert des Unternehmensanteils, den die Aktien repräsentieren. Denn Aurelius hat in den letzten Jahren einen tollen Job gemacht, es ist heute viel mehr Wert, macht viel mehr Umsatz, hat viel mehr Beteiligungen, macht viel mehr Gewinn und zahlt viel höhere Dividenden. Würde Aurelius noch immer je Aktie den selben Wert haben wie vor drei Jahren, müsste ich die Aktien sofort verkaufen, weil sie dann extrem überbewertet wäre. Da sich aber auch der Wert der Aktie so stark erhöht hat, beurteile ich den heutigen Aktienkurs nicht im Verhältnis zu meinem Einstiegskurs, sondern zum aktuellen Wert des Unternehmens. Und Aurelius halte ich bei 42 EUR nicht für unterbewertet. Ich denke, dass Aurelius in etwa zu einem fairen Wert gehandelt wird. Deshalb habe ich bei dem Einbruch auf 36 EUR kürzlich zugegriffen. Aber ich würde Aurelius jetzt auch nicht verkaufen, denn ich glaube, dass der Wert seiner Aktien auch in den nächsten Jahren deutlich ansteigen wird. Deshalb verkaufe ich nicht. Denn ich kann heute für meine 42 EUR keine heutigen 50 EUR an Wert einkaufen, aber ich bin davon überzeugt, dass Aurelius in ein, zwei Jahren mindestens einen Wert je Aktie von 50 EUR und darüber ausmachen wird. Daher habe ich heute etwas für 42 EUR im Depot, das in einiger Zeit wohl erheblich mehr wert sein wird.

      In Zeiten hoher Zinsen müsste man nun die Zeit abzinsen, denn man könnte alternativ ja das Geld aufs Tagesgeldkonto legen und Zinsen kassieren. Aufgrund der Mickerzinssätze kann man diesen Aspekt momentan unter den Tisch fallen lassen.

      Würde Aurelius morgen bei 55 EUR gehandelt, würde ich verkaufen, denn dann wären sie maßlos überteuert und die Wahrscheinlichkeit, dass sie (mindestens) auf ihren fairen Wert zurückfallen, wäre ziemlich hoch. Und stünden sie morgen wieder bei 36 EUR, kaufe ich zu, denn dann könnte ich sie deutlich unterhalb ihres fairen Wertes erwerben.

      Und ein weiterer Grund spricht gegen einen heutigen Verkauf: die Steuer. Ich müsste ja jetzt meinen Kursgewinn versteuern und mehr als 25% dafür an den Fiskus zahlen. Um also den gleichen Depotwert mit dem aus dem Verkauf stammenden Erlös aufzubauen, müsste Aurelius um diese 25% fallen. Unwahrscheinlich - jedenfalls zu unwahrscheinlich, als dass ich darauf setzen würde.

      Ich bleibe dabei, denn ich bin an einem sehr erfolgreichen Unternehmen beteiligt mit eine sehr erfolgreichen Management und ich streiche fette Dividenden ein. Und ab und zu stehen Kurssteigerungen auf dem Programm. Dass es zwischenzeitlich auch mal bergab geht mit dem Kurs, nehme ich in Kauf. Die Gefahr, dass der Kurs weiter steigt, während ich gerade am Seitenrand stehe und auf günstigere Kurse warte, ist mir zu groß. Denn wie Warren Buffett schon sagte: man muss in seinem Leben nur einige wenige Top-Unternehmen finden. Und w´von denen sollte man so viele Aktien kaufen wie man kann und diese solange behalten wie möglich. Aurelius gehört für mich in diese Kategorie. Wie auch Blackstone Group L.P. oder Starbucks. Buy it - and get rich by doing nothing.

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  8. Wie siehst du YUM Brands und Walmart nach den letzten Zahlen und drastischen Einbrüchen der Aktien?
    Wie siehst du H+M und Gilead?

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    1. Ich kann zu keinem der genannten Unternehmen viel sagen, weil ich sie nicht detailliert auf dem Schirm habe.

      Walmart
      ... ist für mich kein Kauf, da die aufgrund ihrer Größe kaum noch Wachstumsmöglichkeiten haben und die internen strukturellen Probleme immer größer werden. Die "freche" Konkurrenz von Aldi und Lidl wendet sich verstärkt auch den USA zu und punktet zunehmend - auf sehr niedrigem Niveau, zugegeben. Aber man muss sich nur den britischen Markt ansehen (z.B. Tesco) um zu ahnen, wie stark die Etablierten unter Druck geraten können. Und werden. Und Walmart hat ja vor mehr als 10 Jahren den Deutschlandeinstieg versucht und ist an Aldi und Lidl gescheitert.

      Yum Brands
      ... ist für mich ein Unternehmen, das eine Reihe von recht austauschbaren Gastronomie-Franchises betreibt, wie KFC, Taco Bell, Pizza Hut. Wie auch Mc Donalds eher ungesunde Küche und kein wirkliches tolles Business, weil sie keine wirkliche Preissetzungsmacht haben. In diesem Bereich sehe ich ganz klar Starbucks vorne, die erfolgreich und margenstark wachsen - eben weil es ihnen gelungen ist, die Marke und die Läden als etwas Besonderes zu inszenieren, das eben nicht über den Preis definiert wird. Nur Starbucks konnte in einer Zeit, wo der Weltmarktpreis für Kaffee eingebrochen ist, einfach die Preise für seine Kaffee-Kreationen erhöhen. DAS ist Preissetzungsmacht, denn die Kunden strömen nicht nur immer noch, sondern verstärkt in die Filialen.

      H&M
      ... genau wie Inditex einer der Gewinner im Modebereich, während viele andere mit zunehmenden Problemen zu kämpfen haben. Wie man aber an der Pleite des ehemaligen "In-Labels" American Apparel sieht, kann es hier sehr schnell gehen, wenn man den Trend verpennt. Hier würde ich eher das Luxussegment bevorzugen, also eine LVMH, eine Burberry, eine Hugo Boss, eine Tiffany (auch wenn die nun gar keine Mode herstellen).

      Gilead
      ... tolles Unternehmen, günstig bewertet - allerdings deshalb, weil es große bedenken gibt, ob die Hepatitis C-Medikamente auch künftig so hohe Milliardensummen einspielen werden, denn die Konkurrenz schläft nicht. Wenn der Patentschutz ausläuft und die Umsätze (und Einnahmen) wegbrechen, steht Gilead schwer angeschlagen da. Der Markt erhofft sich eine große Übernahme, aber das halte ich für wenig vielversprechend. Denn Gilead ist bisher durch den Zukauf kleiner aufstrebender Konkurrenten für verhältnismäßig kleines Geld stark geworden, weil sie die Entwicklung von Wirkstoffen in frühen Stadien bis zur Marktreife begleitet haben und dann den großen Reibach machen. Da hat Gilead noch einiges Vielversprechendes in der Pipeline, so dass man um die 85 EUR sich wohl einige Aktien ins Depot legen kann. Allerdings sollte man nicht erwarten, dass der Kurs sich weiterhin so rasant entwickelt wie in den Vorjahren.

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  9. Hallo Michael!
    Hast du dir mal das Unternehmen CeoTronics angeschaut?
    Als Ausstatter der deutschen Sicherheitskräfte (und offiziellem Partner der Feuerwehr) sowie aufgruind der erhöhten Terrorgefahr werden dessen Ausrüstung (Headsets die auf Vibration des Schädels setzen, um unerwünschte Laute herauszufiltern, beispielsweise) immer gefragter. Auch bei der deutschen Ploizei besteht noch großer Aufrüstungsbedarf.

    Am 06.01.2016 werden die Zahlen für das 1.Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt, der Ausblick sieht vielversprechend aus.
    Auch werden gerade internationale Märkte weiter erschlossen.
    Würde mich über eine Rückmeldung freuen,

    Viele Grüße!

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    1. Moin Steffen,
      Ceotronics hat es jahrelang nicht verstanden, aus diesem großen Potenzial Gewinne herauszuschlagen. Im laufen Jahr ist das geglückt, allerdings auch durch starke Einmaleffekte, wie einer Steuererstattung. Die Erwartung an die Geschäftszahlen scheint sehr hoch zu sein, wie der Kurssprung von 1,10 auf 1,80 EUR alleine im November zeigt (dabei ist die Marktkapitalisierung von 7 Mio. auf 11 Mio. EUR hochgeschossen, aber noch immer extrem niedrig). Es ist eine klassische Wette auf einen erfolgreichen Turnaround, aber kein Investment für Langfristanleger. Dazu müsste die Gesellschaft verlässliche Umsätze und Gewinne produzieren, auf deren Basis man dann die künftige Entwicklung des Geschäfts und des Unternehmenswerts vornehmen könnte. So stellt die Aktie einen Zock dar, basierend rein auf Hoffnungen.

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    2. Heute hat CeoTronics Zahlen für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2016/2017 vorgelegt und ziemlich positiv überrascht. Nicht nur durch die Umsatzsteigerungen, sondern man konnte auch unerwartet einen Gewinn ausweisen. Ich habe mir mal eine erste kleine Position ins Depot gelegt als Turnaround-Spekulation.

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  10. Hallo Michael,

    auch ich möchte Dir für den tollen Blog danken. Die ein oder andere Unternehmung habe ich nicht zuletzt dank dir ins Depot gelegt.
    Ich persönlich hole mir - mittlerweile - zuerst Investmentideen bei diversen Bloggern und anschließend bewerte ich selber anhand der letzten beiden Geschäftsberichte die Unternehmen.

    Der Hintergrund meines Eintrags ist jedoch nicht nur der Lob für Deinen Blog ;-)

    Ich habe mir via Aktienscreening einige Interessante Unternehmen rausgesucht. Wäre folgende Unternehmung für deine Empfehlungsliste geeignet? Insbesondere die Finanzierungssituation lässt mich grübeln. Chancen sind langfristige niedrige Darlehen (kfw), die den EBIT weiter beflügeln könnten.
    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien/ktg-agrar-se.htm
    http://www.ktg-agrar.de/fileadmin/Dateien/Investor-Relations/Publikationen/2015/150513_KTG_Agrar_GBPflichtteil_Digital.pdf

    Besten Dank vorab und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
    Markus Wilms

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    1. Moin Markus, ich wünsche Dir ein frohes Neues Jahr!

      KTG Agrar habe ich mir vor zwei (oder drei?) Jahren mal genauer angesehen, doch ich habe mich auf kein Investment eingelassen und würde das auch weiterhin eher nicht tun. Im Agrarbereich ist wenig zu verdienen, viel hängt von staatlichen Subventionen ab. Und KTG ist enorm verschuldet, das kann der Konzern kaum aus dem laufenden Geschäft bedienen. So verkaufen de immer mal wieder Land, was ihnen recht hohe Erträge bringt, weil die Preise deutlich angezogen sind und weiterhin anziehen. Nur ist diese Einnahmequelle ja endlich und wenn man nachher die eigenen Produktionsflächen teuer pachten muss, kann man schon an der Nachhaltigkeit dieses Weges zweifeln.

      Das sieht wohl auch das KTG-management inzwischen so und hat nach der Phase des Investierens die Phase des Erntens ausgerufen. Markige Worte. Aber es geht im Kern darum, die Verschuldung und den Schuldendienst deutlich zu senken, weil man sonst irgendwann voll gegen die Wand fährt. So hat man ein Joint-Venture mit Tönnies beendet (wobei man rund 20 Mio. EUR erlöst) und die chinesische Fosun soll bereit sein, mit fast 10 Prozent bei KTG einzusteigen - mit den neuen Mitteln sollen (teure) Altschulden getilgt werden, die per Ende 2014 Netto rund 463 Mio. EUR betrugen. Wie z.B. die 2017 anstehende Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 210 Mio. EUR.

      Ich bleibe skeptisch, ob man bei KTG wirklich in ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell investieren kann und daher lasse ich diese Chance (und die damit einhergehenden Risiken) lieber an mir vorüberziehen...

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  11. Passt Du eigentlich die Einstandskurse an, wenn Du nachkaufst? Du hattest ja z.B. bei Microsoft nachgelegt wenn ich mich nicht täusche oder?

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    1. Nein, die Empfehlungsliste ist kein Musterdepot. Ich habe mich von Anfang an dagegen entschieden, ein solches zu führen. Ein Anpassung kann so nicht erfolgen, weil es ja auch um die Stückzahlen ginge, um den dann durchschnittlichen Kaufkurs zu ermitteln. Und Teilverkäufe müssten auch entsprechend abgebildet werden, auch das im Rahmen meiner Empfehlungsliste nicht möglich. Sie soll eigentlich nur eine Übersicht darstellen über die Werte, die ich im Blog behandle und wie sich diese entwickelt haben.

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  12. Wie siehts du den Hugo Boss aktuell nach dem Einbruch? Hast du nicht Sorgen,dass es Burberry ebenso geht?

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    1. Hugo Boss steht vor ziemlichen Herausforderungen. Einerseits wollen Sie in den USA ihre Waren nur noch bei ausgesuchten Händlern anbieten lassen, die nicht bei den gefürchteten Rabattschlachten mitmachen, weil die Marke zu sehr leidet, andererseits will Boss aber in Asien, wo die Klamotten mit einem deutlichen Aufpreis auf Europa/Deutschland verkauft werden, die Preise nach unten anpassen. Und das vor dem Hintergrund, dass Boss als Premiummarke aufgewertet und in das Luxussegment geführt werden soll. Da sehe ich erhebliche Probleme, denn das scheint mir ein unauflösbarer Widerspruch zu sein. Und dann will Boss noch mehr eigene Läden aufmachen und parallel dazu bei Händlern aus dem Sortiment raus. Auch das sieht zuerst nach hohen Investitionen und weniger Umsatz aus. Bin nicht wirklich überzeugt...

      Burberry hingegen ist eine Luxusmarke und hat solche Probleme nicht. Sie sind auch führend was die Onlinevermarktung bzw. ihren Internetshop angeht. Klar ist, dass Burberry leidet, wenn China und die Weltkonjunktur schwächeln. Aber ich denke, Burberry wird hiervon eher unterproportional getroffen und kann sich besser behaupten. Burberry-Aktien würden mir im Depot keine Kopfschmerzen bereiten, Boss hingegen schon.

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    2. Warum bevorzugst du aber Burberry vor der viel breiter aufgestellten LVMH? Das leuchtet mir noch nicht ganz ein..

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    3. Genau das ist das Argument: LVMH gefällt mir im Luxussektor sehr gut, aber da man auch Uhren, Champagner und Cognac im Angebot hat, leidet man stärker unter dem Anti-Korruptions-Gesetz in China als Burberry, die ja ganz überwiegend auf Mode (und Parfum, ich nutze selbst Burberry Brit) fokussiert sind. Als Drittes im Luxussegent habe ich Tiffany auf dem Kieker, aber die leiden natürlich doppelt unter dem starken Dollar: im Ausland und dann noch, weil ihre Geschäft in den USA extrem von ausländische Touristen leben, für die USA-Besuche nun teurer sind. Dennoch halte ich alle drei Akten für aussichtsreich, Burberry aber am meisten, dann LVMH, dann Tiffany.

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  13. Guten Morgen,
    ich frage mich warum Triangle Capital auf "Halten" zurück gestuft wurde.
    VG, Holger

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    1. Moin Holger,
      das hat zwei Gründe: TCAP ist seit meinem Einstieg schön gestiegen; inkl. der Dividenden liegt der Wert knapp 18% im Plus. Und dann ist kürzlich der langjährige Vorstandsvorsitzende in den Ruhestand gegangen; er erhält ein opulentes Abfindungspaket und wird künftig teuer als Berater weiterhin für TCAP tätig sein. Beides gefällt mir nicht so gut, das geht zulasten der Aktionäre. In der Konsequenz würde ich TCAP aktuell nicht kaufen. Aufgrund der noch immer moderaten Bewertung, der attraktiven Dividendenrendite und des begrenzten Kursrisikos (die TCAP-Investments weisen nur eine geringe Öl- und Gaslastigkeit auf) sehe ich TCAP aber als eine solide Halteposition an.

      Auch eine Gladstone ist wegen der rasanten Kurserholung auf diesem Niveau momentan für mich kein Kauf mehr, sondern eine schöne Halteposition, die monatlich Dividenden ausschüttet.

      Würde ich aktuell in BDCs investieren wollen, wären Main Street Capital, Hercules Capital oder New Mountain Finance meine bevorzugten Werte.

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  14. Hey Michael,

    Schön dass du die Liste jetz ein bisschen mehr "geordnet" hast, ist jetz deutlich übersichtlicher ��

    Hast du dich eigentlich einmal mit Danaher beschäftigt? Die sind doch von der Ausrichtung her ein Stück weit wie Aurelius unterwegs (nur dass sie die restrukturierten Firmen dann behalten).
    Hast du eine Meinung/Einschätzung zu den Amerikanern? Sind zum Beispiel ein Liebling des Stuttgarter Aktienbriefs.

    Viele Grüße

    Markus

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    1. Moin Markus,

      ja, Danaher halte ich für sehr interessant. Schüttet keine Dividende aus, ist aber eine äußerst erfolgreiche Beteiligungsholding. Was mich allerdings von einem Investment hat zurückschrecken lassen, ist die angekündigte Aufspaltung in zwei separate Firmen per Ende 2016 (guckste hier). Die ich grundsätzlich für eine sehr gute Idee halte, nur die deutschen Steuerbehörden könnten hier wieder alles verkomplizieren, in dem sie diesen Spin-off dann wie eine Dividende behandeln und hohe Steuerzahlungen verlangen. Dieses unnötige Hick-Hack will ich mir ersparen und daher habe ich Danaher weiterhin nur auf der Watchlist - für die Zeit nach der Aufspaltung. Hat dann auch den Vorteil, dass ich mir dann aussuchen kann, in welches der beiden Geschäfte ich investieren möchte, in das klassische Industriegeschäft oder Forschung und Technologie.

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  15. Guten Abend,

    was halten sie von dem deutschen Nebenwert: Capital Stage AG(DE0006095003). Der Wert liegt ja aufgrund der bevorstehenden Übernahme des anderen Partners im SDax im Mittelpunkt. Können sie etwas zu der Aktie sagen und würde sie in Ihr Portfolio passen?

    Vielen Dank im Voraus

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    1. Capital Stage ist als Betreiber von Solar- und Windparks in Deutschland, Italien und Frankreich in einem aussichtsreichen Markt aktiv mit Schwerpunkt Deutschland. Der Markt ist staatlich reguliert und insofern vor staatlichen Eingriffen nicht sicher. In Deutschland kann man die gewährten Einspeisevergütungen gut kalkulieren, weil diese immer nur für die Zukunft geändert/reduziert werden. Im Ausland wird/wurde dies bereits auch schon rückwirkend für bestehende Anlagen gemacht (u.a. in Italien), das ist ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Daher gefällt mir eine rein auf Deutschland ausgerichtete 7C Solarparken hier besser.

      Capital Stage hat solide Zahlen für das 1. Quartal vorgelegt und die Übernahme von Chorus Clean Energy würde auf den ersten Blick durchaus Sinn ergeben. Nicht ganz unwichtig wird für die künftige Entwicklung aber die EEG-Novelle sein, das betrifft aber alle Unternehmen, die sich im deutschen Markt der regenerativen Energien tummeln.

      Negativer Aspekt bleibt, dass Capital Stage sein Wachstum wohl (nur) durch Kapitalerhöhungen stemmen können wird. Andererseits gefällt mir die Option, sich anstelle einer Bardividende eine Aktiendividende "auszahlen" zu lassen. Die Bewertung scheint aktuell auch nicht überambitioniert zu sein, so dass man bei Capital Stage zu knapp €€6 durchaus zugreifen kann.

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  16. Hallo Michael (ich bleibe beim Du),

    ich beobachte seite längerem MBB und Delignit, da ich die Unternehmen für sehr attraktiv halte. MBB ist mir der Kurs etwas weggelaufen, weshalb ich weiter auf der Lauer liege.
    Der Kurs von Delignit ist aber gerade zurück gekommen auf eine attraktives Niveau. Kennst du Gründe dafür? Du HV ist nicht mehr weit und ich wittere eine Einstiegschance. Oder dann doch lieber MBB?

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    1. Moin Christoph,

      Delignit...
      hat bei den Zahlen zum GJ 2015 nicht so doll punkten können, wie ich es mir erhofft hatte. Es ist ein marktenger Spezialwert, der gerade im Hinblick auf Elektromobilität profitieren könnte, da hier das Thema Gewicht eine zunehmende Rolle spielen wird. Und Deligit entwickelt und produziert ja laubholzbasierte Elemente für den Fahrzeugbau und die Bahnindustrie.

      MBB...
      hält 76,1% an Delignit, kauft man MBB, hat man also auch das Potenzial von Delignit fast vollständig mit an Bord. Hinzu kommen bei MBB zwei Aspekte: E-Moblität spielt bei Aumann und MBB Fertigungstechnik eine zunehmende Rolle, hier bietet sich mit den drei Töchtern (inkl. Delignit) eine sehr aussichtsreiche Möglichkeit, auf diesen gerade beginnenden Trend zu setzen. Und der Zukauf von Aumann katapultiert die MBB-Zahlen in neue Dimensionen, das wird dem Kurs noch mehrfach in diesem Jahr neuen Schub verleihen. Die Zahlen gestern deuten es bereits an, 30% Umsatzzuwachs (€78 Mio. nach €60 Mio.), EPS im ersten Quartal bei €0,56 je Aktie nach €0,47 im Vorjahresquartal. Und die bisherige Prognose für das Gesamtjahr setzt MBB (noch!) mit €2,00 an. Würde man die €0,56 einfach linear auf das Jahr fortschreiben, würde dies jedoch €2,24 je Aktie bedeuten, also 12% oberhalb der bisherigen Prognose.

      Ich habe daher zuletzt bei MBB meine Position knapp unter €30 ausgebaut und sehe hier noch einiges an Potenzial; das Chance-Risiko-Verhältnis ist bei MBB meines Erachtens weiterhin ausgezeichnet.

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  17. Hallo Michael! Ich bin selbst seit dem IPO bei Paypal investiert, da ich mir vom Geschäftsmodell und den Chancen einiges versprochen hatte... Die vergangenen hervorragenden Zahlen haben die Einschätzungen mehr als bestätigt, trotzdem kommt PYPL einfach nicht aus dem Quark.

    Wie ist deine Meinung zur Zukunft dieses Unternehmen? Ich habe nicht vor zu verkaufen, da ich weiterhin an das Geschäftsmodell und die Vormachtstellung von Paypal glaube, frage mich aber langsam was der Markt von dieser Firma eigentlich erwartet und das Wachstum endlich einmal geschätzt wird?

    Beste Grüße!

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    1. PayPal halte ich nach wie vor für sehr aussichtsreich, man ist der Platzhirsch in diesem Bereich. Es gibt viele FinTechs, die sich ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen, insbesondere werden Square, ApplePay und GooglePay beäugt, ob die "wie eine Bombe" einschlagen und ggf. PayPal das Wasser abgraben können. In Deutschland ging nun PayBack mit einem Bezahlangebot an den Markt, auch da muss man mal sehen, ob dies beim Kunden ankommt. Das von den deutschen Banken und Sparkassen lancierte PayDirekt sehe ich als Totgeburt - es bietet keinerlei Mehrwert ggü. PayPal & Co. dafür gibt es kaum Akzeptanzstellen. Zu spät, zu schnlecht zu gar nüscht...

      Keine Frage, der Markt ist umkämpft. Ich denke, dass sich PayPal hier behaupten können wird, allerdings muss man beobachten, ob durch die zunehmende Konkurrenz nicht die Margen unter Druck kommen.

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  18. Hallo Michael,
    Schon mal einen Blick auf Franklin Templeton Investments geworfen . Wäre das nicht eine Alternative zu Blackstone. Hierbei handelt es sich nämlich nicht um eine L.P.

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    1. Ja, Franklin Templeton Investments habe ich mir schon einmal vor knapp einem Jahr angesehen, der Aktienkurs ist/war ja mächtig unter Druck, weil die immer mehr Kundengelder verloren haben. Grundsätzlich interessant, wenn es gelingt, diesen Schwund zu stoppen - dann verdienen die wieder solide Geld. Die ETFs sind aber schon eine Bedrohung des Geschäftsmodells.

      Eine "Alternative" zu Blackstone sehe ich in BEN allerdings nicht; sie verwalten Fonds und Kundenanlagegelder, während Blackstone direkte Investments (auch mit Kundengeldern) tätigt, in Unternehmen, Immobilien u.ä. Assets.

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  19. Hallo Michael,

    da es mein erster Kommentar hier ist: Dank für die tolle Arbeit, die ganze Zeit!

    Du treibst dich ja auch auf anderen Plattformen herum und liest dort die Kommentare zu Publity. Mich würde mal interessieren, wie du den Wert mittlerweile einschätzt? Der starke Kursverfall der letzten Tage ist auffällig und auch du hast im Zuge der Brexit-Schwankungen glatt gestellt und günstiger nachgekauft. Seitdem ist der Kurs aber weiter gefallen. Hälst du den Ausblick von Olek nach wie vor für realistisch?

    VG
    Leo

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    1. Moin Leo,
      der Kursverlauf bei Publity stimmt mich nicht zufrieden und auch nachdenklich. Abgesehen von Spekulationen und teilweise Unterstellungen habe ich aber keine Hinweise, dass es operativ bei Publity nicht laufen sollte. Die meisten Kommentare beziehen sich auf den Kursverlauf und weil die Aktie falle, müsse es auch Gründe dafür geben. Das reicht mir allerdings nicht als "fundierte" Begründung. Ich sehe meine Überlegungen nach wie vor als korrekt an und abgesehen vom Kursverlauf auch keinen Grund, hier etwas zu überdenken. Aktuell stocke ich meine Position aber auch nicht mehr weiter auf.

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    2. Vielleicht sind die "anonymen" hier und die einschlägigen Foren der Grund warum der Kurs der Aktie aktuell eher unten tendiert. Es gibt eher positive als negative News seitens publity, trotzdem sind viele Hände extrem zittrig. Nächsten Monat kommt der Halbjahresbericht, dann wird man mehr wissen.

      P.S. @Michael C. Kissing Sehr informative Seite, danke für Deine Arbeit und Mühen.

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    3. Am Ende sollte das gesammte Depot im Plus sein...
      Mit Western Digital, den Öl- und Rohstoffwerten habe ich bis jetzt sehr gute Erfahrungen gemacht.Sollte in der Bild, mal wieder stehen, dass Öl billger sein wird als Wasser, werde ich wieder kräftig nachkaufen.
      Solange die Zahlen bei Publity stimmen sehe ich keinen Grund zu verkaufen.

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    4. Bei Publity ist viel Unsicherheit bzw. Ungewissheit im Markt und André Kostolany sprach dann gerne von "den Zittrigen", die erst alle ihre Papiere losgeworden sein müssen, bevor dann "die Hartgesottenen" die Ernte einfahren. Die Zittrigen steigen danach später bei steigenden Kursen wieder ein und denken sich, "ich hab es doch gewusst". Ob es so kommt bei Publity, bleibt abzuwarten. Dieses Muster ist jedoch sehr häufig zu beobachten und daher wäre ich nicht verwundert, wenn es auch diesmal wieder so käme.

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    5. Hallo Michael und die Anonymen, ist eine reine Spekulation, aber ich frage mich, ob der Kursverfall Publitys mit dem Verhalten großer Player wie Blackstone oder dem Singer-Hedgefonds zu tun haben könnte. Zumindest bei BX sieht es ja derzeit ebenfalls nicht rosig aus, könnte doch sein, dass sie Gelder aus der Peripherie abziehen bzw. die Zusammenarbeit reduzieren. Und die Performance vieler HF in letzter Zeit ist ja bekannt, da könnte es ähnlich sein.
      Aber wie gesagt: Belegen kann ich diese These/Spekulation faktisch nicht (lediglich die Zusammenarbeit Publitys mit BX u Singer is ja öffentlich diskutiert worden u hat mich auf den Gedanken gebracht), wollte es mal in den Raum geworfen haben.
      Ich habe mich für die "starken Hände" entschieden, auch wenn es im Moment wenig Freude macht.
      Schönen Gruß! Marc

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    6. Moin Marc,
      soweit ich weiß sind diese großen Hedge Fonds nicht Aktionäre bei Publity, sondern "nur" Finanzinvestoren, die Publity Milliarden zur Verfügung gestellt haben zum Investieren. Sie könnten dem entsprechend keine Aktien verkaufen, weil sie keine haben. In der aktuellen Börse Online wird wieder hierauf Bezug genommen und britische Fonds als Abgeber bezeichnet, weil diese hohe Mittelabflüsse eigener Investoren hätten (da ein ziemlicher Abschwung am britischen Immobilienmarkt erwartet wird dank Brexit) und somit unter allen Umständen Liquidität geschaffen werden muss. Der Preis spielt dann auch eine untergeordnete Rolle. Stimmt dieses Szenario, würde es den Kursverlauf der letzten Wochen schlüssig erklären. Und dann alle Pessimisten auf dem falschen Fuß erwischen, wenn die Abgaben enden. Dann dürfte der Kurs ziemlich schnell ziemlich abgehen. Und "den starken Händen" einen Reibach bescheren...

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  20. Hallo Michael,

    ich lese schon seit längerem deinen Blog und beobachte die Empfehlungsliste. Die deutsche Rohstoffe AG ist mir besonders aufgefallen. Dein Einstiegskurs war ja sehr hoch, verglichen mit dem heutigen Kurs. Würdest du heute noch nachkaufen?
    Hat der Brexit große Auswirkungen auf das Unternehmen?
    Deine Meinung würde mich sehr interessieren.
    Danke für deine grandiose Arbeit!

    Freundliche Grüße,
    Tom

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    1. Moin Tom,
      die DRAG ist ganz überwiegend im Öl- und Gas-Geschäft in den USA unterwegs und ihre hohen Cash-Reserven liegen in USA-Dollar in den USA. Daher dürfte der Brexit für die DRAG nur ein ganz untergeordnetes Thema sein.

      Ich habe seit meinem Ersteinstieg, der ja noch vor dem großen Öl-Preis-Einbruch lag, Aktien nachgekauft, insbesondere Ende Januar und Anfang Juni, als es nochmals bergab ging mit dem Kurs. Daher ist die DRAG nun eine meiner fünf größten Positionen und ich halte sie bei Kursen zu 16€ für sehr aussichtsreich.

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    2. Danke für Ihre Antwort!

      Ich habe die DRAG nun schon seit längerem im Blick und bin dabei, mir ein Portfolio aufzubauen. Ich bin noch relativ am Anfang (20 Jahre alt) und möchte mir ein solides Depot bauen.
      Können Sie die DRAG in dieser Hinsicht empfehlen? Haben sie eventuell noch andere Empfehlungen für einen Anfänger?

      Freundliche Grüße,
      Tom

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    3. Moin Tom,
      die DRAG ist sehr aussichtsreich, aber auch risikobehaftet, weil man im Bereich der Ölförderung und der Rohstoffe tätig ist. Der Wert ist hervorragend als spekulative Beimischung in einem Depot geeignet, aber für einen Anfänger in Sachen Aktieninvestments würde ich eher nicht.

      Aktien zu kaufen und dann über einen längeren Zeitraum zu halten und nicht zu verkaufen, z.B. bei stärkeren Kursverlusten oder auch Kursgewinnen, ist weit schwieriger als es klingt. Hier eignen sich eher andere Werte, große, solide Dickschiffe mit attraktiven Dividendenrenditen.

      Hier im Blog findest Du einige Artikel, die sich genau mit dieser Art des Investierens, dem Value Investing, beschäftigen.

      - Buy & Hold: Geh den Warren Buffett Weg
      - Warren Buffetts goldende Regeln des Value Investings
      - Value-Investing nach Benjamin Graham

      Investieren ist ein stetiges Fehlermachen und Wiederanfangen, ein ewiges Lernen. Viel Freude und Erfolg dabei. Auf meiner Empfehlungsliste findest Du eine Reihe von Werten, die sich als Grundstock für ein Aktiendepot eignen. Berkshire Hathaway (B-Aktien), Cisco, Deutsche Beteiligung, Johnson & Johnson, MBB, Microsoft, Sixt Vz.

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    4. Danke für diese Empfehlungen!

      Würde sich ein Sparplan auf diese Aktien anbieten oder wären die Kosten zu hoch? Ich habe bis jetzt nur einen Sparplan auf die Coca-Cola Aktie.
      Ich als Anfänger sehe nur die momentan doch sehr hohen Kurse und habe das Gefühl, dass jetzt ein schlechter Einstiegspunkt ist. Ist dieser Gedanke berechtigt oder sehe ich das falsch?

      Freundliche Grüße,
      Tom

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    5. Moin Tom,
      mit Sparplänen zu einzelnen Aktien habe ich keine praktischen Erfahrungen, daher kann ich dazu leider nicht wirklich etwas Fundiertes sagen.

      Wenn man sich den Langfristchart des Dow Jones, des S&P 500 oder des DAX anschaut, dann ist - trotz einiger heftiger Einbrüche - ein stetiger Anstieg zu verzeichnen. Und viele der Einzelwerte, die in diesen Indizes vertreten sind, weisen ähnliche Kursverläufe auf. Das bedeutet letztlich nur, dass es andauernd zu neuen Höchstständen gekommen ist, die von neuen Höchstständen abgelöst wurden. Statistisch ist es sogar wahrscheinlicher, dass eine Aktie steigt, nachdem sie einen neuen Allzeithöchststand erreicht hat, als dass sie fällt.

      Ich möchte es anders ausdrücken mit den Worten von Sir John Templeton, einem der erfolgreichsten Investor aller Zeiten und Gründer des Templeton-Fonds: "Die beste Zeit für die Geldanlage ist dann, wenn man Geld hat. Die Geschichte deutet nämlich darauf hin, dass nicht der Zeitpunkt zählt, sondern die Zeit".

      Heißt: wer mit langfristigem Investmenthorizont in Aktien investiert, kann immer kaufen. Er darf sich nur von möglichen Kursrücksetzern nicht verrückt machen lassen (und dann verkaufen).

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    6. Also ich bin jetzt kein Hr. Kissig und kein alter Börse-Profi, aber ich habe als Kleinanleger die Möglichkeit der Sparpläne durchaus schätzen gelernt. Die Auswirkung Handelsgebühren auf die Rendite gerade beim langfristigen Investment halte ich für überbewertet. Wenn man in einem Sparplan 1,5% Gebühren zahlt dann ist das bei einem guten Dividendentitel im in jeden Fall im ersten halben Jahr wieder drin. Und der Direktkauf würde einen als Kleinanleger vermutlich trotzdem 0,5-1% Gebühren kosten. Und das alles bei Aktien die an einem Tag gerne mal um so einen Prozentwert steigen oder fallen.

      Vorteil ist natürlich ganz klar beim Depot-Aufbau das man auch mit kleinem Kapital gleich parallel in mehrere Werte "rein kommt" und das man auch sofort Dividenden bekommt. Ich habe in einem Modellrechnung mal versucht zu ermitteln ob es besser ist einen Sparplan zu nutzen, oder Kapital anzusparen um dann größere Positionen zu kaufen. Gerade bei kleinen monatlichen Beträgen und quartalweiser Ausschüttung profitiert man deutlich vom früher einsetzenden Cashflow. Die Hochrechnung hat natürlich eine idealisierten Kursverlauf verwendet. War also nur gedacht um ein Gefühl für die Sache zu kommen, ob die gesparten Handelsgebühren langfristig einen positiven Effekt haben. Darum denke ich Heute auch die Handsgebühren sollte man nicht zu stark gewichten wenn man langfristig investiert.

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    7. Martin Kellermann14. Juli 2016 um 10:32

      Übrigens haben die meisten Direktbanken, vor allem DAB, Comdirect, Consorsbank, zahlreiche ETF-Sparpläne OHNE Gebühren im Angebot. Damit ist man m.E. als Aktiensparer bestens bedient.

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  21. Hallo Michael!

    Hast du dich als schon mal mit der INDUS Holding (WKN:620010) auseinandergesetzt? Sie machen von der Geschäftsidee (Investion in gut etablierte, mittelständische Unternehmen ohne Nachfolger) einen sehr guten Eindruck und auch die Zahlen der letzten Jahre sehen sehr gut aus. Trotz Währungsschwierigkeiten wurden die Zahlen für dieses Jahr nochmals bestätigt und die Wachstumsaussichten scheinen auf den ersten Blick hervorragend zu sein.

    Hast du dir hier bereits mal eine Meinung gebildet?

    Beste Grüße

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    1. Moin moin,
      Beteiligungsgesellschaften haben es mir angetan und ich habe einige auf der Empfehlungsliste und in meinem Depot; u.a. Aurelius, Deutsche Beteiligung, M.A.X. Automation, MBB. Zu Indus habe ich zuletzt vor einem halben Jahr etwas geschrieben und zwar im Rahmen meines Branchenartikels "Beteiligungsgesellschaften - die Perlentaucher des deutschen Mittelstands". Indus ist eine gut positionierte und hervorragend geführte Beteiligungsholding, in die man als Langfristanleger guten Gewissens Geld investieren kann. Ich bevorzuge allerdings die vorgenannten Werte und die Gründe bzw. deren Vorzüge hierfür habe ich hier im Blog ja des Öfteren thematisiert.

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    2. Hallo Herr Kissing,
      auch ich verfolge diese Seite immer gerne...bitte weiter so.
      Ihr Interesse an Beteiligungsgesellschaften teile ich. Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang Blackrock? Halten Sie hier derzeit einen Einstieg als Basisinvestment für interessant?

      Vielen Dank für Ihre Meinung.

      Mit freundllichen Grüßen
      Michael

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    3. Moin Michael,
      Blackrock ist inzwischen der größte Vermögensverwalter der Welt und an vielen Blue Chips maßgeblich (mit 3 bis 10 Prozent) beteiligt, auch an DAX-Werten. Daher kann man Blackrock eher als globalen Blue-Chip-Fonds betrachten, der momentan eine Marktkapitalisierung vom immerhin rund $59 Mrd. auf die Waage bringt und fast $5 Billionen verwaltet. Die nächste Quartalsdividende wird am 23.9. ausgezahlt (Record Date 2.9.) und die Dividendenrendite liegt bei rund 2,5%. Blackrock sollte sich in etwa wie der Gesamtmarkt (der großen Werte) bewegen, ist also als Basisinvestment entsprechend gut geeignet.

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  22. Hallo Michael, oder Herr Kissig,

    ich bin noch recht jung und derzeit am Aufbau meines Depots. Gerade habe ich wieder genug Geld angespart und möchte meine nächste Position eröffnen.

    Abgesehen von deiner Liste habe ich bisher einen Blick auf Gilead Sciences geworfen. Kannst du derzeit einen Titel zur nähene Betrachtung empfehlen?

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    1. Moin moin,
      Gilead sieht sehr günstig aus, allerdings gibt es erhebliche Zweifel, ob man seinen Marktanteil halten wird können, weil einige Konkurrenten neue Hepatitis-Mittel auf den Markt bringen. Die Anlegerschar ist hier tief gespalten, ob Gilead jetzt ein Value-Investment ist, oder eher eine Value-Trap. Und ich halte mich bei Gilead lieber zurück, weil ich es nicht wirklich einschätzen kann.

      Mir fällt es schwer, einem jungen Menschen, der am Anfang eines Depotaufbaus steht, Ratschläge zu erteilen. Denn mehr Informationen habe ich ja nicht. Ich kann also eher nur Grundsätzliches sagen, nämlich gerade zu Anfang nicht zu viel auf eine Karte zu setzen, also etwas zu streuen, nicht in zu kleine Werte zu investieren, sondern lieber in die großen, langweiligen Dickschiffe mit attraktiver Dividendenrendite. Die bringen vielleicht nicht den gleichen Kick, wie Biotechs oder Internetaktien,aber langfristig Kursgewinne und Dividendeneinnahmen, also eine solide Rendite. Und das sollte am Anfang das Wichtigste sein, wenig Risiko, gute Erträge.

      Genauer ansehen könntest Du Dir mal die Shareholder Value AG oder Sixt (müssen nicht die Vorzüge sein) oder die Deutsche Beteiligungs AG. Internationale Titel sind momentan sehr hoch bewertet und ich gehe ja eher von einer deutlichen Korrektur in den nächsten Wochen aus, da würde ich vielleicht noch ein wenig mit dem Kauf abwarten. Auf lange Sicht gesehen werden Dir die Kurse nicht nach oben weglaufen in den nächsten Wochen, selbst wenn es nicht heftig nach unten gehen sollte... ;-)

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  23. Hallo Michael,
    Ich bin Neuleser in Deinem Blog. Das ist ja echt beachtlich was Du hier auf die Beine stellst. Respekt!
    Was mich interessieren würde ist welche fünf Aktien hast Du am stärksten gewichtet hast und welche fünf Aktien würdest Du am ehesten zum Kauf empfehlen. (Irgendwo muss man ja mal anfangen)
    Vielen Dank schon mal,
    Johannes W.

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    1. Moin Johannes,
      das ist momentan nicht ganz so einfach zu beantworten. Da ich von einem eher widrigen Börsenumfeld in den nächsten Wochen ausgehe, fahre ich einerseits eine erhöhte Cash-Position um ggf. günstig einsteigen bzw. nachkaufen zu können, und andererseits habe ich DAX-Puts zur Absicherung meines Depotbestands erworben. Ich habe also viele meiner Depotpositionen etwas verkleinert, um an Cash zu kommen, denn ich war zuvor beinahe vollständig investiert, so dass mein Depot momentan keine "wahre Gewichtung" abbildet.

      Abgesehen von den DAX-Puts bildet nach wie vor Aurelius mein Ankerinvestment mit der höchsten Gewichtung. Danach folgt inzwischen die Deutsche Rohstoff AG und die S&T AG, die ich ja beide zuletzt wieder aufgestockt habe, da sich die Erwartungen deutlich erhöht haben.

      Wie gesagt, ich befürchte, wir werden einen "heißen Herbst" bekommen an den Börsen und daher sind Einzelempfehlungen aktuell schwierig, weil in solchen Phasen ja nicht die fundamentalen Daten die größte Rolle spielen, sondern die Emotionen, vor allem Panik. Und dann ggf. starke Kurseinbrüche nicht nur "mäßige" Unternehmen treffen, sondern auch hervorragende. Also Chancen bieten für hartgesottene Anleger. So wie Anfang des Jahres, viele meiner damaligen Kaufempfehlungen sind ja "satt" zweistellig im Plus, Genworth Financial Inc. und H&R haben sich sogar mehr als verdoppelt.

      Einfach so Aktien zu empfehlen, kann ich kaum machen. Das hängt nämlich auch davon ab, welche Risikoneigung jemand hat, wie viel Vermögen zur Verfügung steht und welcher Anteil als Kapital für Investments zur Verfügung steht. Für Anfänger ist es grundsätzlich besser, auf solide Dickschiffe zu setzen, also Blue Chips, und nicht auf spekulative Nebenwerte. Benjamin Graham hat einmal für Einsteiger Kriterien für die Aktienanlage festgelegt und an diesen kann man sich sehr gut orientieren.

      Davon losgelöst sehe ich unter Chance-Risiko-Gesichtspunkten einige Aktien vorne. Deutsche Rohstoff, Steico, Scherzer & Co., DIC Asset, Deutsche Beteiligung, VTG, Jungheinrich, Sixt Vz. Hierunter finden sich natürlich keine Turnaroundwerte. Zu allen Unternehmen findest Du hier im Blog viele Informationen, um Dir einen Überblick zu verschaffen...

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    2. Hallo Michael,

      Vielen Dank für die ausführlichen Informationen.
      Das mit der Cash-Position ist sicherlich sinnvoll. Aber irgendwie auch sehr schwer umzusetzen da man ständig Anlageideen hat - und daran bist Du neuerdings nicht unschuldig ;-). Ich könnte mir vorstellen dass ein heißer Herbst ausbleibt wenn dieser von allen erwartet wird. Nichtsdestotrotz muss mir nächste Woche mal einen Tag frei nehmen und einen Teil der Aktien verkaufen. Die Deutsche Rohstoff AG habe ich gestern gekauft. Ansonsten habe ich neulich Publity, Scherzer und First Sensor gekauft. First Sensor wurde letztens in der Aktionär empfohlen. Die Deutsche Beteiligungs AG und S&T (damit bin ich 170% im Plus und gehört bei mir folglich auch zu den Aktien mit der höchsten Gewichtung) habe ich schon länger im Portfolio. Mit VTG und Jungheinrich habe ich auch schon Geld verdient - aber die habe ich leider nicht mehr. Aurelius erscheint mir mittlerweile zu teuer zu sein. A Propos Beteiligungsgesellschaften. Kennst Du zufällig Blue Cap oder hast Du sogar eine Meinung dazu?

      Schönen Abend,

      Johannes

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    3. Moin Johannes,
      bei Blue Cap habe ich eine kleine Position, weil ich die für aussichtsreich halte. Ist halt kein spektakuläres Investment und die Kapitalmarktkommunikation ist eher zurückhaltend. In der Bilanz dürften hohe stille Reserven schlummern, die allerdings erst bei einem möglichen Verkauf der Beteiligungen so richtig auf dem Schirm der Anleger kommen werden. Man braucht einen langen Atem und Geduld.

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  24. Grüß Gott Michael,

    ich beschäftige mich seit nunmehr etwas mehr als einem Jahr intensiver mit dem weiten Feld der Kapitalmärkte und stehe sicherlich mit meinem Wissensstand noch weit am Anfang. Nichtsdestotrotz waren mit der China-Sorgen-Dellen im August letzten Jahres sowie zu Jahresbeginn 2016, dem Ölpreisverfall mit ihrem Höhenpunkt im 1. Quartal 2016, dem Brexit-Referendum, den Notenbankenaktion(ismus)en schon einige lehrreiche Episoden dabei. Und ich glaube Erfahrung im Investieren ist nicht zu unterschätzen. Gerade um ruhig zu bleiben wenn viele Marktteilnehmer das Flattern bekommen und die Volatilität als Chance für sich zu verstehen. Als Vorteil kann mir dabei helfen, dass ich laut Selbsteinschätzung doch einigermaßen lernfähig und erfahrungsfreudig bin. (-;
    Dankbar bin ich dir für den Blog und sämtliche Informationen, die du zur Verfügung stellst, da sie für mich sehr inspirierend sind. Ich finde es übrigens klasse, wie du am Ball bist, Informationen recherchiert, Chancen und Risiken auslotest und dann auch konsequent danach handelst. Danke dafür. Mein seit kurzer Zeit bestehendes Portfolio gleicht sich übrigens schon hier und da merklich Deinem an und wenn sich bei den U.S. Werten Chancen ergeben, greife ich auch gern mal bei Werten zu, die Warren Buffet im Portfolio hat (wie Apple, dass ich in Q1 2016 erworben habe). Ich versuche auf europäische (Nestle, Lindt & Sprüngli, Novo Nordisk) & amerikanische (Apple, Alphabet, Starbucks) Schwergewichte zu setzen, da man hier eine gewisse Kursstabilität erwarten und unter Umständen gute, sichere Dividenden einstreichen kann.
    Mein Fokus liegt aber bestimmt zu 50% auf deutsche ( ggfs auch österreichische oder schweizer) mid, small und micro caps, da ich zum Einen von deutschen (Familien-)Unternehmen in Nischen- bzw. gar in Weltmarktführerpositionen angetan bin und zum Anderen es bei deutschen Werten deutlich einfacher ist an detaillierten Informationen, die als Grundlage für meine Investments dienen, zu gelangen.
    Damit gefällt mir dein Blog noch besser. Nochmal danke für die Infos und auch deine Offenheit für Kritik, die nicht selten zu lehrreichen Diskussionen führen.
    So, jetzt komme ich aber zum Punkt, ich will hier Keinen langweilen. Ich habe einige Verkäufe in den letzten Tagen vollzogen und bin konkret auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten im Immobilien Bereich. Nicht unbedingt die klassischen Bestandshalter, sondern eher Zulieferer, Asset Manager...

    Frage 1.: Der Bauzulieferer Steico ist als Verarbeiter von Holz geradezu prädestiniert für mein Portfolio. Aber leider bin ich erst nach der jüngsten, verschärften Rallye darauf gestoßen. Hältst du Steico auf dem derzeitigen Preisniveau für einen gerechtfertigten Kauf?

    Frage 2.: Publity und seine Investmentstory finde ich mehr als interessant. Du hast seiner einiger Zeit nichts mehr zu Publity verlauten lassen. Hast du deine Position zuletzt verändert? Ich habe heute nach eigener Recherche kaum eine deutsche Immobilienfirma finden können (wobei ich weiß, dass Publity ein ganz spezielles Geschäftsfeld besetzt), deren Kurs momentan unter dem 200 Tage Schnitt verläuft. Und dennoch kommt der Kurs von Publity so schwer in die Gänge. Die Fundamentaldaten sind doch mindestens o.k.. Und erst die Dividente... Du bleibst bei Publity weiterhin zuversichtlich, oder?
    Konkreter noch eine Frage zu den Aufgaben beim "Servicing von non performing loans". Publity kassiert 0,5% pro Jahr, doch was macht sie als Dienstleister genau. Soll sie das Geld für die Gläubiger reinholen? Oder soll sie für die Gläubiger Investoren finden, an die die faulen Kredite samt die als Sicherheiten hinterlegten Immobilien verkauft werden? Oder habe ich da was gänzlich falsch verstanden?
    Sind die eingestrichenen Servicegebühren dann mehr oder minder zu 100% als Ebit einzustufen?

    Sorry für den ausgedehnten Blogbeitrag, aber mir wars wichtig auch ein paar Hintergrundinfos von mir zu vermitteln und dich ausgiebig zu loben.

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    1. Moin Raffael,
      Du langweilst hier sicherlich niemanden, wenn Du etwas über Dich und Deine Anlagephilosophie mitteilst. Dass Dir mein Blog dabei bisweilen eine Hilfe ist, freut mich sehr. Auch dafür schreibe ich ja hier.

      Zu Steico...
      Steico hat eine schöne Kursrallye hinter sich. Allerdings hatte der Kurs zuvor auch zwei Jahre verpennt, insofern hatte er auch einiges nachzuholen. Steico hat zuletzt unternehmerisch alles richtig gemacht und die beiden Investitionsentscheidungen sind für Steico ein "Big Deal". Zwar steigt die Verschuldung durch die €100 Mio.-Investitionen deutlich an, auf der anderen Seite verbessern sich die Kennzahlen deutlich, insbesondere die Margen und der Cash-flow. Ich denke daher, dass Steico bei €13,50 für mittel- und langfristig orientierte Anleger eine gute Kaufgelegenheit mit attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis ist.

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    2. Zu Publity...
      An Publity scheiden sich die Geister. Die Entscheidung, unmittelbar nach dem HV-Beschluss zur Schaffung neuen Eigenkapitals und Ausschüttung der sehr üppigen Dividende eine Kapitalerhöhung durchzuziehen, war schon ein ziemlicher Affront. Das Vertrauen in den Vorstand hat hier schon ziemlich gelitten. Hinzu kommt der abgabewillige britische Investor, der über Wochen den Kurs gedrückt hat. Die ansich überzeugenden operativen Meldungen wurden somit negativ überlagert und die Skepsis der Anleger wuchs. Und der Frust. Hier zeigt sich, dass nicht die Meldungen den Kurs machen, sondern der Kurs die Meldung. Eigentlich Irrsinn, aber die Anleger glauben, dass die anderen schlauer sind als sie selbst - und deshalb verkaufen sie. Value-Investing funktioniert anders...

      Ich bin bei Publity weiterhin investiert. Vor einiger Zeit hatte ich ja "querbeet" Positionen reduziert, um meine sehr geringe Cash-Quote aufzublasen. Ich erwarte ja einen eher ruppigen Herbst an den Börsen. Das hat auch meine Publity-Position getroffen, wie fast alle Werte. Also in absoluten Zahlen. Der prozentuale Anteil am Depot hat sich "nur" aufgrund des bisher nicht so erfreulichen Kursverlaufs verändert; da sind andere Werte vorbei gezogen. Ich denke aber, dass Publity einiges an Nachholpotenzial hat und wenn der Markt deutlicher einbricht, ist Publity auch ganz sicher auf meiner Einkaufsliste.

      Das "Servicing von Non-Performing-Loans" ist das Bewirtschaften der nicht-bedienten Forderungen. Publity bzw. seine Fonds übernimmt diese Forderungen mit Abschlag auf den Nominalwert und strebt die Rückzahlung zu möglichst 100% an. In den meisten Fällen geht das nicht ohne Verwertung der Sicherheiten; aber der Schuldner könnte auch durch eine Erbschaft liquide werden oder durch eine Schenkung oder durch eine Bankfinanzierung oder durch Auszahlung einer Versicherungsleistung. Publity versucht, das Geld hereinzuholen, und das bringt Kosten mit sich. Dafür erhält man die Vergütung, für die Tätigkeit. Ist man (besonders) erfolgreich, erhält man oben drauf noch eine Provision.

      Zu 100% kann man die Servicegebühren also nicht als EBIT ansetzen, denn ihnen stehen ja Aufwendungen gegenüber. Gericht, Gerichtsvollzieher, ggf. Gutachter, eigenes Personal, Sachaufwand (Porto, Büroausstattung, Fahrtkosten etc.). Aber es bleibt schon einiges hängen, weil Publity das Verfahren an sich ja ziemlich standardisiert hat. Und da man, anders als der ursprüngliche Gläubiger, nicht auf einem großen Verlust sitzt, kann man auch freier agieren. Und schneller, wenn sich eine Gelegenheit bietet.

      Publity kauft die Objekte also mit Abschlag zum Wert. Die Bank hat ihre Forderung zuvor ja bereits wertberichtigt und dann verzichtet sie beim Verkauf noch einmal auf Geld. Publitys Forderung gegen den Schuldner beläuft sich jedoch auf 100% des Nominalbetrags plus Zinsen und Kosten. Kauft Publity also zu 70% an und erzielt 90%, sind die 20% Gewinn (abzgl. Kosten). Würde man 105% erzielen, müsste Publity die überschießenden 5% an den Schuldner abgeben. Aber das ist relativ unwahrscheinlich.

      Da Publity als Co-Investor mit eigenem Geld an Bord ist, hat man auch ein eigenes Interesse an einem möglichst hohen Gesamtertrag aus dem Deal. Eben nicht nur an den Gebühren.

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    3. Wenn Du Asset-Manager aus dem Immobilienbereich suchst, dann könnten auch DIC Asset und Patrizia Immobilien für Dich interessant sein, ich habe sie ja auch auf meiner Empfehlungsliste und schon das Eine oder Andere hier im Blog zu den Werten geschrieben...

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  25. Hallo Michael

    Zunächst einmal möchte ich dir ein grosses Kompliment machen; ich verfolge deine Seite und deine Kommentare seit geraumer Zeit und bin tief beindruckt von deinem Wissen und der Tatsache, dass du dieses Wissen altruistisch mit uns teilst.

    Allerdings ist mir aber aufgefallen, dass das Thema 'Währungsrisiko' kaum thematisiert wurde, weder auf deiner Seite noch auf anderen Seiten, die sich mit Value Investing befassen. Als Schweizer Anleger, welcher nur wenige Schweizer Aktien in seinem Depot hat, stellt sich daher die Frage, ob eine Währungsabsicherung Sinn macht. Teilweise existiert ja auch die Meinung, dass Währungsrisiken nicht nötig sind, da sie bereits im Unternehmen selbst berücksichtigt wurden (und somit im Aktienkurs integriert sind). Wie siehst du das Ganze? Besten Dank bereits im Voraus.

    David

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    1. Moin David,
      danke für das Lob. Ganz uneigennützig bin ich allerdings nicht, denn ich profitiere ja durchaus von den Kommentaren hier auf dem Blog und lerne aus ihnen. Und alleine schon die Selbstdisziplin und Selbstüberprüfung, die das Veröffentlichen meiner Gedanken und Meinungen mit sich bringt, ist mir bei meinen Investmententscheidungen eine große Hilfe.

      Du hast Recht, Währungsrisiken thematisiere ich kaum. Da ich überwiegend in deutsche Werte und/oder Euro-Werte investiere und ansonsten eher noch in US-Werte, fallen Währungsrisiken hier kaum ins Gewicht. Jedenfalls nicht auf der Ebene des Investors, in den Unternehmen mit ihrer teilweise sehr international ausgerichteten Tätigkeit hingegen schon. Aber dafür ist in der tat das Management der Unternehmen verantwortlich, nicht ich als Investor.

      Du als Schweizer, der hauptsächlich nicht in Schweizer Werte investierst, bist natürlich viel größeren Währungsrisiken ausgesetzt, egal ob zum Dollar oder zum Euro. Oder zum Pfund. Ich kann Dir allerdings nicht wirklich eine fundierte Position bieten, ob Du Dir Währungsabsicherungen zulegen solltest. Da Währungsgeschäfte nur noch zu einem verschwindend geringen Teil mit den ökonomischen Entwicklungen zu tun haben, sondern zu mehr als 95% spekulationsgetrieben sind, sind derartige Absicherungsgeschäfte weniger Sicherheit, als vielmehr (reine) Spekulation. Und da bin ich zu wenig Experte, als dass ich mich hierzu fundiert äußern könnte.

      Auf der reinen Euro-Dollar-Ebene gleichen sich die Währungsschwankungen bei vielen Unternehmen mit einiger Verzögerung aus, jedenfalls bei den exportlastigen Unternehmen. Steigt der Dollar gegenüber dem Euro, steigen die Aktienkurse meiner US-Aktien auf Eurobasis betrachtet. Allerdings bekommen die US-Exportwerte dann operativ ein Problem, weil der stärkere Dollar ihre Geschäfte negativ beeinflusst. Ich kann also davon ausgehen, dass sich dies nach einiger Zeit in den Geschäftszahlen negativ bemerkbar machen wird, was den Kurs aus US-Basis dämpfen wird und damit dann folgend auch auf Euro-Basis.

      Bei Unternehmen, die z.B. ausschließlich in den USA aktiv sind, entfällt dieser Effekt natürlich weitgehend. Wie bei der Eisenbahngesellschaft Union Pacific oder nicht global tätigen Versicherungsgesellschaften. Hier könnte man sich beim Kauf überlegen, wie sich der Dollar zum Euro entwickeln wird (auf kurze Sicht), um ggf. beim Aktienkauf den Effekt auszunutzen. Aber auch hier sind wir wieder eher beim Spekulieren und beim Market-Timing, wo ich keine große Expertise habe.

      Nach vielen Worten bleibt die Erkenntnis, dass ich es auch nicht wirklich weiß... ;-)

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  26. Hallo Michael,

    hast Du Dir schon einmal die MPH Pharma Holding angesehen?
    Das Unternehmen hat zwei große Beteiligungen (M1 Kliniken und Haemato), der Wert der Beteiligungen liegt deutlich über dem aktuellen Wert von MPH Pharma. Auch einige Analysten haben das Kursziel zuletzt erhöht. Ich bin am Überlegen ob ich hier einsteige. Gereon Kruse hat dazu auch auf boersengeflüster schon einen Artikel verfasst. Deine Einschätzung würde mich interessieren.

    Beste Grüße,
    Raphael

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    1. Moin Raphael,
      die Aktien aus dem Dunstkreis der Magnum sind für mich ein N-Go. Deren diverse Töchter (Windsor, MPH Pharma, Haemato, CGI Beteiligungen, CR Capital Real Estate) sind nur deren Spielbälle, da wurden (werden?) schon mal die Assets hin- und hergeschoben und/oder die Beteiligungen. Die MPH war mal eine Tochter der Windsor AG (die machte damals in Immobilien). Die Haemato auch. Dann wurde die Windsor zu einer Tochter der MPH und auf die Haemato verschmolzen. Danach wurden bestimmte Aktivitäten (Afrika-Geschäft, Kliniken) herausgelöst. Alles undurchsichtig, aber immer zum Vorteil der Magnum. Da lasse ich die Finger davon.

      Und dann ist das Geschäftsmodell der MPH selbst unter Druck, ob sich die Margen und damit die Gewinne künftig noch so erreichen lassen, darf getrost angezweifelt werden.

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  27. Hallo Michael,

    wie schätzt du aktuell WCM ein? Man liest in vielen Foren von Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie gut 50% nach der Kapitalerhöhung angestiegen ist, aber in den letzten Monaten "nur" seitwärts bzw. sogar leicht fallend verläuft. Auch bei dir ist WCM zur Halteposition geworden. Was spricht aus deiner Sicht für das Halten und welche Argumente gibt es dafür, dass WCM bald wieder steigt?

    Viele Grüße

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    1. Moin Christoph,
      WCM hat einen fulminanten Neustart hingelegt und viele lukrative Deals abgeschlossen. Allerdings notiert die Aktie seit einiger Zeit über ihrem NAV, also dem Buchwert, und da kaum noch Zukäufe vermeldet werden (können), sind immer weniger Anleger bereit, diesen Aufschlag zu bezahlen. Darunter leidet der Kurs.

      Des Weiteren sagt mir die Stoßrichtung von WCM zuletzt nicht mehr so zu. Sie kaufen vermehrt Einzelhandelsimmobilien und diese Immobilien sehe ich nicht als wirklich nachhaltig an, ebenso wie Einkaufszentren. Stichwort Disruption. Hier kommt eine Welle auf uns zu, die bisher keiner so wirklich auf dem Schirm hat. Ich meine Amazon. Wenn man sich ansieht, was Amazon zuletzt an Innovationen eingeführt hat (bisher fast nur in den USA, aber das kommt auch zu uns), kann einem nur Angst und bange werden für den Einzelhandel, die Verbrauchermärkte und die Innenstädte in Deutschland (ich nehme hier mal die A-Lagen in den Großstädten aus und das Luxussegment). Amazon hat ein neues System eingeführt, den Dash-Button. Man klebt sich so ein Ding an die Waschmaschine und wenn das Waschmittel (z.B. Ariel) zur Neige geht, drückt man den Button und Amazon liefert sofort die gewünschte Menge. Wer nun an DHL denkt, die ein Paket vorbeibringen, wird das als Blödsinn abtun. Ist es auch. Aber Amazon ist dabei, eigene Versandstrukturen aufzubauen und zwar nicht nur für Pakete und Päckchen, sondern man möchte auch lokal liefern können, z.B. über Taxis oder Privatleute, die einfach Sendungen zustellen gegen schmales Entgelt (von Amazon). Darüber hinaus testet Amazon die Zustellung von Waren per Drohne. Da habe ich auch erst an Pakete gedacht und das wirkt schon merkwürdig und nicht wirklich durchdacht, aber wenn so ein kleines Ding einfach nur einzelne Produkte mal eben kurz um die Ecke liefert...?

      Und jetzt schauen wir mal, was kaum ein Deutscher gerne macht: einkaufen. Und ich meine nicht Shoppen, ich meine Lebensmittel, Waschmittel, Klopapier. Wenn ein Anbieter, ohne große Mehrkosten, mir dies abnimmt und mir die Sachen noch nach Hause bringt, warum sollte ich noch zum nächsten Supermarkt fahren oder in die Innenstadtläden? Amazon hat alle diese Produkte in seinem Sortiment und weitet gerade auch den Bereich Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs aus. Die Stoßrichtung ist klar und Amazon wird sich durchsetzen!

      Das wird nicht zu einem Umbruch führen, der morgen große Auswirkungen hat. Aber übermorgen. Stück für Stück. Und Immobilien sind eine langfristige Angelegenheit und wir reden hier von Spezialimmobilien, nicht von Wohnhäusern, die man einfach so umbauen kann.

      Das ist jetzt nur ein Kurzabriss, weshalb ich Investments im Bereich Einzelhandel und Einkaufszentren nicht für langfristig gute Investments (mehr) halte. Und daher würde ich keine Deutsche Euroshop kaufen und auch WCM ist für mich aktuell nur eine Halteposition. Auch darf man nicht vergessen, dass weiteres, schnelles Wachstum nur mit weiteren Kapitalerhöhungen möglich sein wird. Und dazu ist "die Story" momentan nicht attraktiv genug.

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    2. Vielen Dank, auch für das interessante Abschweifen. Interessant ist noch, dass WCM ab dem nächsten Jahr eine Dividende zahlen möchte. Denn für einen Wert ohne hohe Wachstumsperspektive, der auch keine Dividende zahlt, sehe ich keinen Haltbedarf.

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    3. Ja, die Aufnahme der Dividendenzahlungen ist durchaus ein Argument. Dann bin ich allerdings wieder bei DIC Asset, die ja inzwischen 25% an WCM halten, und der Frage, ob ich nicht lieber indirekt in WCM investiere über die DIC Asset-Aktien. Denn diese notieren weiter mit deutlichem Abschlag auf ihren NAV, während WCM noch mit einem Aufschlag auf den NAV gehandelt wird. Sobald WCM Dividenden ausschüttet, geht das Ergebnis bei der DIC auch entsprechend nach oben. ;-)

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  28. Hallo Hr. Kissig, bin durch Ihren Blog zu Jahresbeginn unter Anderem auf Blackstone und Gladstone Capital aufmerksam geworden und bin dort eingestiegen. Beide Werte gehen mir zur Zeit im Kopf um. Sollten Sie aktuell eine Einschätzung dazu haben, fände ich diese Ganz interessant und vor allem hilfreich.

    Bei Gladstone bin ich dank Ihres Blogeintrages wahnsinnig günstige beinahe zum Tiefskurs eingestiegen und ist der beste Dividendenzahler in meinem Depot. Ich hatte bei einem Plus von 25% zwar schon einen Teil verkauft, durch den Kursanstiegt bin ich jetzt mit dem Rest bei über 50% im Plus und dadurch ist Gladstone auch die größte Position in meinem Depot geworden. Nachdem die Position auch meine maximale Positions-Größe erreicht hat dachte ich immer wieder über einen weiteren Teilverkauf nach. Allerdings wollte ich auch nicht die Gans schlachten die goldene Eier legt. Mit einer Dividenrendite von ca. 15% in Relation zum Einstiegskurs ist das Papier natürlich schon ein echter Traum. :-)
    Sie kennen sich ohne Frage besser mit BDCs aus als ich. Ist das ein Wert den man durchaus für lange Zeit behalten kann? Ich müsste ja schon über mehrere Jahre Dividenden beziehen um auf die gleiche Rendite zu kommen. Der hohe Depotanteil ist im Moment eben ein gewisses Risiko, falls ich da auf dem falschen Fuß erwischt werde. Andererseits wird mein Depot vermutlich allein durch Kapitalzuflüsse die nächsten Jahre noch stark zulegen, Gladstone aber nicht mehr ewig steigen (wir haben uns dem NAV ja schon deutlich angenähert). Somit würde sich die Relation zum Gesamtdepot mit der Zeit wieder in den grünen Bereich verschieben. Und ich würde mich, als eher Dividenden-orientierter Anleger, ggf. ärgern die Cashcow zum Schlachter geführt zu haben. ;-)

    Was Blackstone betrifft ist die Lage beinahe anders rum. Die Kursentwicklung war nicht besonders gut. Die gezahlten Dividende sind okay, aber ich habe besserer Titel. Im Moment bin ein paar Prozent im Minus und denke darüber nach die Papiere zu verkaufen wenn der Kurs mal wieder etwas nach oben geht. Haben Sie nach Ihrem Verkauf hin und wieder noch einen Blick auf Blackstone geworfen?

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    1. Gladstone
      ...war zu Jahresanfang so stark eingebrochen, weil man ein erhöhtes Exposure in Unternehmen hat, die der Öl- und Gasindustrie nahestehen. Da gab es hinsichtlich des Kurses massive Übertreibungen und deshalb hatte ich GLAD zum Kauf empfohlen. Inzwischen hat sich der Kurs deutlich erholt und ich würde auf diesem Niveau nicht mehr kaufen. Verkaufen muss man aber auch nicht, GLAD ist solide aufgestellt und liefert tolle Renditen! Die (einzige) Überlegung ist halt, dass der Wert als einzelner ein nicht zu starkes Gewicht im Depot ausmachen sollte. Mehr als 25% Anteil sollte ein Wert meiner Meinung nach nicht haben, das ist aber die absolute Obergrenze! Weniger ist wohl ratsam, auch wenn im konkreten Fall natürlich die monatlichen Dividendenzahlungen kaum zu toppen sein dürften von anderen Werten. Aber Benjamin Graham lehrte uns stets, zuerst auf das Risiko zu schauen und erst danach auf die mögliche Rendite. Wenn die angedeuteten Kapitalzuflüsse nicht erst in einigen Jahren und auf Schlag eintreffen, sondern z.B. durch monatliche hohe Sparbeiträge, dann kann man natürlich auch diese Beträge samt der Dividendeneinnahmen zur Diversifikation nutzen. Dann wäre allerdings von weiteren BDCs bzw. Finanztitel eher abzuraten, um auch andere Branchen ins Depot zu bekommen.

      Blackstone
      ...da bin ich nicht mehr so sehr im Thema, da der Wert aufgrund seiner Rechtsform (Limited Partnership, L.P.) und der daraus resultierenden steuerlichen Problematik in Deutschland für mich nicht mehr investierbar ist; ich hatte das ja ausführlich dargelegt und auch u.a. KKR & Co. deswegen gleich mit aus dem Depot entfernt. Generell stehen die (US) Hedge-Fonds und Finanzinvestoren unter Druck aufgrund der hohen Gebühren und Provisionen, die sie ihren Kunden abverlangen und der eher bescheidenden Resultate der letzten beiden Jahre. Ich habe mich als Alternative ja bewusst deutschen Asset-Managern zugewandt (Deutsche Beteiligung, Llyods Fonds, Ernst Russ, Publity, Patrizia Immobilien, MPC Capital, DIC Asset). Natürlich zahlen die keine Quartalsdividenden, aber einige von ihnen weisen durchaus ansehnliche Dividendenrenditen auf. Und die zahlen ja nicht alle zur selben Zeit: DBAG und Publity im März, DIC Asset und Lloyd Fonds im Juli. Und bei Patrizia gab es bisher immer Berichtigungsaktien im Verhältnis 10:1 anstelle einer Dividenden - und das im Juni.

      Sofern man weiter auf internationale Finanzinvestoren setzen will, ohne die steuerliche Problematik zu haben, kann man auch auf einen entsprechenden ETF setzen. Wie den "DB X-TRACKERS LPX PRIVATE EQUITY INDEX ETF 1C" (WKN DBX1AN); hierbei hat man den Vorteil, dass der ETF sich um die ausländischen Dividenden kümmert und man selbst ggf. eben eine inländische Ausschüttung des ETF erhält, die den "ganz normalen" steuerlichen Regularien unterliegt.

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    2. Danke für die wie immer umfangreiche und fundierte Antwort. Das hat mir jetzt wirklich geholfen und ich bin zu einer Entscheidung gelangt mit der ich glaube ich gut leben kann. Ich werde mich von Blackstone sofort trennen, nach Berücksichtigung der Dividenden ist das ein mittlerer einstelliger Verlust, das kann ich gut verschmerzen. Das Kapital stecke ich lieber in einen Wert mit etwas höherer Dividende mit dem ich schon länger beobachte. Den Rest dann in die Deutsche Rohstoff, da wollte ich ohnehin noch aufstocken und wenn das noch etwas weiter läuft ist der Verlust in kurzer Zeit kompensiert. ;-)

      Und Gladstone bleibe ich treu. Die Position zu verkleinern hätte mich nicht glücklich gemacht. 25 Prozent hat die Position bei Weitem nicht. Ich diversifiziere lieber etwas stärker und habe alle Finanztitel (ohne REITs) zusammen gerade mal mit etwas mehr als 25% gewichtet. Danke auch für den Hinweis dann keine weiteren BDCs ins Depot zu nehmen. Da habe ich mich tatsächlich begonnen umzusehen, was eigentlich Blödsinn ist.

      Ich kann mich nur immer wieder ganz herzlich für die Arbeit bedanken die Sie in Ihren Blog stecken. Ihren Blog zu entdecken war für mich tatsächlich ein Wendepunkt als Privatanleger. Auch wenn meine persönliche Strategie von Ihrer etwas abweicht, hat Ihr Blog doch maßgeblich dazu beigetragen genug Verständnis für das Themenfeld Einzel-Aktien zu erlangen um überhaupt zu einer eigenen Strategie zu finden.

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  29. Moin Michael,

    in meinem Depot befindet sich auch eine kleine Position Genworth Financial, auf deine Empfehlung hin. Damit liege ich inzwischen auch sehr gut im Plus.
    Nun soll Genworth ja übernommen werden, und zwar für umgerechnet ca. 5€ je Aktie. Nach den Infos von Genworth sollen dabei sämtliche Aktien zu diesem Preis zur Jahresmitte 2017 hin aufgekauft werden. Der Kurs hat nun stark nachgegeben, da die Aktie nun natürlich nicht mehr der Vervielfacher sein kann, den sich viele Investierte erhofft hatten. Derzeit liegt der Kurs mehr als 20% unter den 5€. Könnte man nun nicht einfach seine Position aufstocken und quasi sichere 20% Gewinn bis zur Übernahme einfahren? Wäre ja auch nicht schlecht! Oder übersehe ich dabei irgendwelche Risiken? Wie verfährst du mit deinem Genworth-Bestand?

    Beste Grüße und vielen Dank für deinen super Blog,
    Michael

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    1. Moin Michael,
      es scheint Bedenken zu geben, ob das Angebot durchkommt und weshalb Genworth ein solches Angebot überhaupt angenommen hat, wo es doch ein nur marginales Aufgeld von 4% vorzuweisen hat(te). GNW hat parallel zur Übernahmeankündigung auch eine Vorschau auf die Zahlen für das dritte Quartal präsentiert und da wird man für das LTC-Business weitere 260 bis 300 Mio Dollar an Risikoreserven einstellen müssen und das LTC-Business wird eine schlechter als prognostiziert ausfallende Profitabilität aufweisen.


      Zur Übernahme und der Q3-Vorschau gibt es eine interessante Kurzübersicht (auf Englisch).


      Manche haben wohl Befürchtungen, bis zum Ende des Angebots zu warten, das wird sich ja bis etwa Mitte 2017 hineinziehen. Und da eine ganze Menge Leute auf hohen Kursgewinnen sitzen, denn Genworth hat ja super performt seit Anfang letzten Jahres, als auch ich sie erstmals hier vorgestellt habe, machen wohl einige jetzt Kasse.

      Ich werde meinen Bestand erst einmal behalten (habe heute noch einmal etwas bei €4,08 nachgekauft). Ich denke, der Kurs wird sich in den nächsten Wochen wieder den €5 annähern, also bis zum Angebotspreis. Man muss als Aktionär ja auch nicht zu diesem Kurs verkaufen (an die Chinesen). Genworth Financial soll ja eine eigenständige Firma bleiben. Und wenn die Chinesen wirklich so viel Geld zusätzlich in GNW investieren, um das laufende Geschäft zu stabilisieren, wirkt sich das ja positiv auf das Unternehmen und auch seinen den Buchwert aus.

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  30. Michael! Welches Unternehmen halten Sie nach Aurelius Se am gleichwertigsten bzw. am Besten?

    Beste Grüße

    Oliver

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    1. Moin Oliver,

      unter den Beteiligunsggesellschaften sehe ich Blue Cap als deutlich unterbewertet an. Die bilanzieren anders als Aurelius, so dass hier hohe stille Reserven in der Bilanz schlummern, die nicht auf den ersten Blick zu sehen sind - und die Kapitalmarktkommunikation ist eher rudimentär, während der Aurelius-CEO Dr. Dirk Markus ja gerne und oft über sein Unternehmen und sein Business spricht. Wer geduldig ist und nicht ständig News braucht, sollte mit Blue Cap gut fahren/schlafen.


      Ebenfalls für stark unterbewertet halte ich die Deutsche Rohstoff AG, deren Kurs oft mit dem Ölpreis schwankt. Dennoch hat der Markt meines Erachtens noch gar nicht realisiert, wie viel Geld die Gesellschaft bereits bei den aktuellen Ölpreisen verdient - denn knapp über $30 (WTI) schreibt die DRAG bereits Gewinne. Und nachdem man schon länger bohrt, gehen jetzt immer mehr Quellen an die Produktion. Das wird sich in den kommenden Quartalsberichten enorm bemerkbar machen, weil dort den Kosten nun auch hohe Einnahmen entgegenstehen. Und unterm Strich erhebliche Gewinne.

      Als weitere sehr aussichtsreiche Unternehmen sehe ich Amazon, BYD, Deutsche Beteiligung, Hypoport, MPC Capital und Steico an. S&T muss sich wohl erstmal noch vom "Kontron-Schock" erholen, hier dürfte es noch etwas dauern, bis der Kursanstieg weiter fortgesetzt wird und die Immobilienaktien scheinen momentan vor dem Zinsgespenst zu zittern. Auch das dürfte nach der ersten US-Zinsanhebung (vermutlich im Dezember nach der US-Wahl) dann vergehen...

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  31. Hallo Michael,
    zuallererst möchte ich mich mal für deinen Blog bedanken. Als Neuling im Bereich Aktien schaue ich hier immer wieder interessiert herein und habe das Gefühl, dabei eine Menge über die Bewertung von Unternehmen und das Börsenleben zu lernen, ferner nutze ich deine Empfehlungen auch für eigene Investmententscheidungen.
    Seit einer Zeit gehen mir beim Lesen deines Blogs einige Fragen durch den Kopf, die du mir hoffentlich beantworten kannst.
    Meine ersten Börsenschritte habe ich im Bereich Unterhaltungselektronik gemacht und werde da bspw. in Sony investiert bleiben, da ich als junger Mensch das Gefühl habe, den Zeitgeist ganz gut abschätzen zu können und andererseits bei durchaus stabilen fundamentalen kennzahlen des Unternehmens auch Wachstumschancen (VR, sicht festigende Vorherrschaft im Heimspielbereich bei gleichzeitiger Fokussierung auf diesen Bereich) sehe, während ich den materiellen Investmentbedarf eines solchen Unternehmens auch für mich als Laien als halbwegs durchschaubar empfinde. Weil ich die Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich aber als begrenzt ansehe,da viele Aktien ja schon recht hoch bewertet scheinen und bei einem Börsenbeben wahrscheinlich zuallererst die heiße Luft bei den Aktien mit den überirdischen KGV und KBV entweicht, scheue ich mich, hier noch mehr Geld anzulegen und suche nach anderen Investitionsmöglichkeiten, wobei ich mich mich mit deinen Empfehlungen auseinandersetze.
    Die Aktienauswahl auf deiner Empfehlungsliste erscheint ja wie ein bunter Blumenstrauß, also recht wenig spezialisiert, da vermute ich, wirst du trotz dieser Diversifikation als ausgebildeter Experte auch in verschiedenen Bereichen ein gewisses Hintergrundwissen über die entsprechenden Geschäftsfelder der Unternehmen mitbringen. Als eine deiner "Lieblinge" sticht für mich gerade besonders die Deutsche Rohstoff AG als eine Rohstoffaktie hervor, wo ich zwar bärenstarke fundamentale Kennzahlen erkenne, es mir aber so vorkommt, dass man für das Abschätzen eines derartigen Investments am besten VWL studiert haben sollte, um mögliche Risiken und Chancen (Ölpreisentwicklung, Goldpreisentwicklung auch im Zusammenhang mit allen möglichen politischen Entwicklungen) zu durchschauen. Inwiefern setzt du für deine Investments denn eine breite Kenntnis des Geschäftsfelds über die reinen fundamentalen Kennzahlen hinaus voraus? Beispielsweise war ja für dich als Nicht-Biologe der "Burggraben" von Novo Nordisk vermutlich schwierig abzuschätzen.
    Und wie findest du eigentlich diese Unternehmen und wählst sie aus? Viele davon, gerade die mit erheblichem Kurspotential, findet man wohl nicht einfach so im Supermarktregal, wie es bspw Peter Lynch geschrieben hat.
    Und gibt es für dich (ethische) Ausschlusskriterien bei der Auswahl von Unternehmen? Nachdem ich bei der Deutschen Rohstoff investiert habe, musste ich bei weiterem Recherchieren mit Unmut feststellen, dass dort die "horizontalen Bohrungen" mithilfe von Fracking vorgenommen werden, welches ich eigentlich als kritisch ansehe. Da bin ich jetzt sehr ambivalent bezüglich dem weiteren Halten der Aktie.
    Gibt es tiefergehende Literatur neben den populären Werken zum Valueinvesting, die du interessierten Anlegern empfehlen kannst? Würdest du sagen, dass es sich für private Anleger lohnt, sich intensiv mit Grundlagenbüchern der BWL auseinanderzusetzen?
    Das war jetzt doch ein etwas längerer Post mit einigen Fragen, aber vielleicht findest du ja mal die Zeit, die eine oder andere Frage aufzugreifen.
    Viele Grüße Andreas

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    1. Moin Andreas,
      ein wahrlich umfassender Rundritt, den Du da hingelegt hast...

      VWL muss man nicht studiert haben, um an der Börse investieren zu können. Ich denke, man muss eine gute Allgemeinbildung haben und Spezialkenntnisse in eine oder mehreren Bereichen ist sicherlich nicht verkehrt. Eine überdurchschnittliche Bereitschaft, sich Wissen und neuer Erkenntnisse anzueignen, sind durchaus hilfreich. Letztlich muss man bereit sein, Dinge zu hinterfragen, Dinge zu lernen, und daraus seine Schlüsse zu ziehen. Nur der Meinung anderer Leute hinterherzulaufen, ist nicht ausreichend. Man muss seinen eigenen Verstand einsetzen, denn man investiert ja auch sein eigenes Geld. Entscheidend ist zu erkennen, was man nicht kann, was man nicht weiß, was man nicht versteht. Um diese Bereiche sollte man einen Bogen machen und sich auf die übrig bleibenden konzentrieren. Damit ist man der Mehrzahl der Börsianer schon einen großen Schritt voraus und mächtig im Vorteil. Man muss nicht jede vermeintlich günstige Gelegenheit mitnehmen, man sollte lieber auf die sicheren Sachen setzen. Also die, von denen man überzeugt ist.

      Spezielle BWL-Literatur halte ich nicht für nötig; ein gewisses Grundwissen über Bilanzen und Rechnungslegung, also auch die entscheidenden Kennzahlen für die Bewertung von Unternehmen/Aktien hingegen schon. Reinhold Gagels "Wie man eine Bilanz liest" finde ich gut verständlich, ebenso Nicolas Schmidlins "Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse".

      Zu DRAG und dem Fracking. Ich weiß gar nicht, was alle Leute gegen diese Fördermethode haben. Sie ist erprobt (in Deutschland wird seit mehr als 50 Jahren auf diese Weise Öl und Gas gefördert) und sie ist vergleichsweise sicher. Die Umweltschäden nehmen sich ziemlich gering aus verglichen mit den anderen Arten der Öl- und Gasförderung. Natürlich hat jeder den Fernsehbericht gesehen, wo des Wasserhahn Feuer gefangen hat. Und die meisten Leute kennen nicht die Klarstellung, dass dies nichts mit dem Fracking zu tun hatte. Wenn jedoch jemand der Meinung ist, diese Methode sei grundsätzlich abzulehnen, dann kann und sollte er vielleicht auch nicht in derartige Unternehmen investieren. Das ist ja die Entscheidung von jedem selbst.

      Ich habe keine ethische rote Linie, aber ich investiere nicht in bestimmten Bereichen. Rüstungsaktien sind für mich kein No-go, aber ich kaufe keine Tabakaktien. Krebs (durch Rauchen) verursacht unendliches Leid bei den Betroffenen und die Tabakkonzerne verdienen daran, Menschen Gift zu verkaufen und auch noch solches, das sie süchtig macht. Kein Geschäft für mich. Im Grunde gibt es ja bei allen Dingen im Leben Vor- und Nachteile, Positives und Negatives. Und jeder kann für sich entscheiden, wie er die Schwerpunkte setzt.

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    2. Hallo Michael,
      danke für deine ausführliche Antwort. Dass Fracking hierzulande schon ein alter Hut ist, war mir gar nicht bekannt. Ich werde meine bisherige Position erstmal halten, aber trotz der momentanen Kursschwäche erstmal nichts mehr dazukaufen, weil es für mich schwer abzuschätzen ist, wie schädlich Fracking tatsächlich ist, außerdem der Punkt mit dem Wohlfühlen. Da kommen mir beispielsweise Immobilienaktien durchschaubarer vor und deshalb behalte ich gerade vor allem Patrizia und Publity im Auge. Würdest du sagen, dass du dich als Finanzfachmann mit "Finanzaktien" (Assetmanager, Immobilienhandel, Versicherungen) im Allgemeinen versierter/wohler fühlst als mit Rohstoff- und Technologieaktien, wo Dinge wie technisches Know-How eine Rolle spielen?
      Schöne Grüße Andreas

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    3. Moin Andreas,
      es ist natürlich schon ein Unterschied, ob man in den Weiten Colorados oder Nevadas Fracking betreibt oder im dicht besiedelten Ruhrgebiet mit seinen großen Trinkwasserreserven im Grundwasser. Nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv. Sollte es gelingen, den inzwischen schon sehr geringen Anteil an giftigen Chemikalien vollständig zu ersetzen, wird das in Deutschland die panische Angst vor Fracking nicht lindern, aber objektiv die Methode "annehmbarer" machen.

      Zu Deiner anderen Frage: Buffett nennt das den "Circle of Competence", den man nicht verlassen sollte. Man darf nur innerhalb dieses Kompetenzradius investieren, alles was außerhalb liegt, ist tabu. So stellt man sicher, dass man (viel eher) weiß, was man tut.

      Natürlich habe ich zu einigen Bereichen einen einfacheren Zugang als zu anderen. Ich kann nicht/kaum einschätzen, wie sich bestimmte geologische Formationen auf den Ertrag oder die Kosten auswirken. Ich kann auch nicht einschätzen, wie wirkungsvoll eine Software ist, ob sie am Markt ankommt oder wie leicht es ist, sie einfach nachzuschreiben oder eine noch bessere auf den Markt zu bringen. Hier bin ich auf die Analysen und Einschätzungen anderer Leute angewiesen. Je mehr ich hier lese, um so mehr unterschiedliche Meinungen lese ich und umso besser wird mein Empfinden für das Geschäft. Wenn ich glaube, dass ich eine eigene Einschätzung der Chancen und Risiken vornehmen kann, dann bin ich bereit für ein Investment. Dann muss "nur" noch der Preis stimmen. Erkenne ich jedoch, dass ich nicht wirklich verstehe, was im Unternehmen und seinem Marktsegment vor sich geht, dann darf ich gar nicht investieren! Ich würde ja nur den Kurs kaufen und darauf hoffen, dass der sich in die gewünschte Richtung entwickelt. Den Wert des Unternehmens, absolut und relativ im Verhältnis zu seinen Wettbewerbern, kann ich dann ja überhaupt nicht einschätzen. Und Value Investing bedeutet das Ausnutzen des Unterschieds zwischen Wert und Preis. Kennt man einen oder gar beide Faktoren nicht, zockt man, aber man investiert nicht.

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  32. Hallo Michael,

    mich würde interessieren, ob das "H" für Halten bei WCM noch gerechtfertigt ist.

    Meiner Meinung nach müsste dort ein riesiges "K" stehen. Vor allem wenn man den nächsten Riesendeal berücksichtigt, der gestern bekannt gegeben wurde. Der faire Wert sollte doch mittlerweile bei mindestens 3,80 EUR bis 4,00 EUR liegen und davon sist die Aktie derzeit meilenweit entfernt.

    Mich würde Ihre aktuelle Einschätzung dazu interessiern.

    Vielen Dank.
    Jürgen

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    1. Moin Jürgen,
      WCM hatte eine rasante Entwicklung hinter sich, der Kurs ist entsprechend schnell gestiegen. Allerdings stockt das Expansionstempo merklich und der Einstieg von DIC Asset mit rund 25% hat noch immer keine Klärung gebracht über die Strategie dieses neuen Großaktionärs und die künftige Zusammenarbeit beider Unternehmen. Das bleibt ein Unsicherheitsfaktor.

      Der NAV von WCM und der Kurs haben sich inzwischen wieder angenähert, der deutliche Aufschlag ist durch den Kursrückgang abgebaut worden. Das könnte wieder Aufwärtspotenzial bieten.

      Nun sind aber alle Aktien von (gewerblichen) Immobilienwerten deutlich unter Druck gewesen die letzten Wochen, auch DIC Asset, Publity und Patrizia. Relativ betrachtet hat sich WCM also nicht in die Pole-Position gebracht, da auch die Peergroup günstiger bewertet wird. Schaut man auf die Strategie, setzt WCM zuletzt nicht mehr auf Bürogebäude, sondern viel mehr auf Einzelhandelsimmoblien, also Edeka-Märkte und kleinere Einzelhandelszentren. Die bieten aktuell noch ganz interessante Konditionen, allerdings sehe ich die Expansion in diesen Bereich eher skeptisch. Hier scheinen mir doch erhebliche Risiken zu schlummern. Einzelhandel wird in den nächsten Jahren noch stärker unter Druck kommen als bisher, auch dank Amazon. Stichwort Disruption. Da Immobilienanlagen auf lange Sicht erfolgen, muss man natürlich auch die mittel- und langfristige Sicht im Auge behalten. Und hier sehe ich wenig(er) Potenzial und höhere Risiken.

      Auch Patrizia Immobilien hat zuletzt in Einzelhandelszentren investiert, allerdings über ihre Fonds und im Auftrag von Kunden. Daher ist hier das Risiko geringer, man steckt nur begrenzt eigens Geld in die Deals als Co-Investments, und verdient an der Bewirtschaftung und Verwaltung über Gebühren.

      Ich sehe daher WCM als gute Halteposition an, aber nicht als absolute Kaufgelegenheit. Aus dem Sektor würde ich Patrizia bevorzugen, danach Publity und DIC Asset. DIC Asset ist halt deutlich unterbewertet, die Frage ist, wann sich diese schon länger bestehende Unterbewertung auflöst. WCM muss mit DIC Asset zu einer "Lösung" kommen, die auch dem Kapitalmarkt vermittelt werden muss. Das fehlt bisher und ja auch schon seit vielen Monaten.

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  33. Hallo Michael,

    erst einmal möchte ich dir ein Komliment machen für deinen Blog. Wie du hier interessierten Kaptalmarktanlegern Informationen zu Deinen Investments lieferst, sucht schon Seinesgleichen! Sehr fundiert (und auch mit Witz) bringst du es (bei mir zumindest) immer wieder fertig, dass man nach eigener Sichtung von Quartals-, Halbjahres- und Jahresberichten gespannt auf Deine Ausführungen und Meinungen wartet. Natürlich hast du dadurch auch einen persönlichen Mehrwert bezüglich Deiner Investments, aber wer will es Dir verdenken...;-)
    Nun zu meiner Frage: Hattest oder hast du die beiden Mittelständler Verbio und Francotyp-Postalia auf Deinem Radar? Da du dich ja seit längerem gerne und vornehmlich (auch) auf Mittelständler mit soliden Produktportfolios und stetigen/ soliden Erträgen fokussierst, wären/ sind die beiden UN mMn doch eine Erwähnung wert. Ohne jetzt genauer und tiefer auf die letzten Geschäftszahlen,Ausblicke und Produktportfolios einzugehen, würde mich Dein Statement hierzu interessieren.
    Weiterhin wünsche ich Dir alles Gute und mach weiter so. Du bist für einen nicht ganz unerheblichen Teil der Finanzblogger-Community/ -leser ein geschätzter Experte!

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    1. Moin Dejan,
      danke für das nette Lob!
      Verbio habe ich nicht auf dem Schirm; der Bereich Biokraftstoffe ist extrem abhängig von stattlicher Regulierungen und entsprechenden Vorgaben, die sich auch kurzfristig ändern können, während die Anlagen ja auf lange Zeit als Investments in den Büchern stehen. Das Risiko ist mir deshalb hier zu hoch im Vergleich zu den sich bietenden Chancen. Ebenso verhält es sich mit 2G Energy oder BDI, auch hier zucke ich immer wieder zurück, wenn die auf meinem Radar auftauchen.

      Francotyp-Postalia hat eine neue Strategie vorgestellt und will nun verstärkt im Bereich Briefe wachsen. Das Produkt De-Mail scheint kaum zu funktionieren, hier sieht man "einen längeren Zeitraum bis zur Verwirklichung". Ich sehe eher nicht, wie sich hier in absehbarer Zeit ein Geschäftsmodell etablieren lassen wird. Und auch bei der Re-Fokussierung auf das bisherige Kerngeschäft, die Frankiermaschinen, hat man schon öfter viele Blätter mit bunten Farben vollgemalt und schwarzen Zahlen. Die Wachstumsschübe blieben stets aus. Und ganz ohne Wachstum ist die ansonsten hervorstechende Unterbewertung vielleicht gar nicht so günstig. Ich bin hier aus der Vergangenheit heraus immernoch skeptisch, ob sich die Pläne diesmal wirklich konkretisieren. In Umsätzen, Gewinnen, Wachstum.

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    2. Danke für deine Antwort! Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich bei beiden Werten bereits zu Kursen von etwas über 2,00 € eingestiegen bin und auf kurz- mittelfristiger Basis (2 - 4 Jahre) auch noch Wachstumspotenziale sehe;-)
      Vor allem bei FP erkennt man zur Peer-Group doch noch erhebliche Potenziale was das EPS angeht und hier wird die noch (sehr) hohe Steuerquote im Zeitverlauf signifikant gedrückt werden können und damit auch noch ihr Übriges dazu tun, um die Ertragslage des UNs zu verbessern.
      Bei Verbio wird von der Geschäftsleitung her der Ausblick auch immer konservativer geschätzt, was mit kaumännischen Vorsicht als Positiv interpretiert werden kann (ich weis, manchmal auch ein Instrumentatium für die Kurspflege...). Auch ist die recht hohe EK-Quote ein Pfund, welches für eine zukunftsgerichtete und auf Diversifizierung des UN-Portfolios ausgerichtete Strategie verwendet werden soll. Da stellt sich Verbio gerade (und aufgrund der von Dir richtig beschriebenen staatlichen Abhängigkeit) breiter auf und tut dies meines Erachtens auch mit Weitblick. Herr Sauter (CEO) ist auch mit einem nicht ganz unerheblichem Anteil am UN beteiligt, von daher sehe ich hier auch eine Art von "Familienunternehmer" am Werk.

      Sicher werden meine Ausführungen Dein Meinungsbild nicht gänzlich ändern, aber loswerden wollte ich es trotzdem!

      Beste Grüße und ein angenehmes Wochenende,
      Dejan

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  34. Hallo Michael,
    du hast die Aktie Sixt VZ von (K)aufen auf (H)alten umgeändert. Wäre jetzt nicht eine gute Gelegenheit um nachzukaufen, oder einzusteigen?

    P.s.: Respekt vor deinem tollen Block! Ich bin seit 6 Monaten ein begeisterter Leser und werde es auch weiterhin bleiben.

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    1. Moinsen,
      der Kurs ist gefallen und das lädt zum (Nach)kaufen ein, stimmt. Ich halte Sixt für ein ausgezeichnetes Unternehmen mit weiterhin sehr guter Zukunftsperspektive. Aber ich würde die Aktie momentan nicht kaufen und das aus zwei Gründen. Einerseits hat der größte Autovermieter der Welt angekündigt, nach 20 Jahren der Verluste in Deutschland Ernst zu machen und richtig angreifen zu wollen. Hier muss man sehen, inwieweit das zu einem echten Problem für Sixt im Heimatmarkt werden könnte. Das alleine reicht aber nicht. Sixt expandiert momentan vor allem in den USA und hat erklärt, dass langfristig der US-Markt wichtiger werden solle als der Deutsche Markt. Und hier herrscht seit der Wahl von Trump zum neuen US-Präsidenten große Unsicherheit. Ich kann nicht beurteilen, ob und ggf. wie stark sich Trump auf die Pläne und das Business von Sixt auswirken. Dazu muss man erst einmal abwarten, was er denn als Präsident denn wirklich so tut und wie die Unternehmen darauf reagieren. Aus diesen beiden Gründen, vor allem aber aus dem zweiten, ist Sixt für mich aktuell nur eine Halteposition und kein Kauf.

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  35. Hallo Michael,
    ich vermisse die Clere AG auf der aktuellen Liste. Am 19.10.2016 schriebst du noch "Die Clere AG befand sich längere Zeit auf meiner Empfehlungsliste und ist als kleine Position noch in meinem Depot. Ich habe unmittelbar nach der Kapitalherabsetzung meinen Bestand zu €18,32 etwas aufgestockt." Heute liegt die Aktie etwas darunter. Eine gute Gelegenheit zum nach kaufen? Oder gibt es einen Grund warum Clere von der Liste verschwunden ist?

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    1. Clere habe ich am 1.12.2015 von der Liste gestrichen und Gewinne mitgenommen. Meine Investition hatte ich in Balda getätigt und in ein Wiedererstarken dieses Unternehmens. Unabhängig davon hatte ich mir einige Zeit später ein paar Aktien von Clere zurückgekauft, als sich langsam herauskristallisierte, was van Aubel damit wirklich vorhat und dass der Kurs erheblich unterhalb des NAV notierte. Was er heute noch immer tut. Momentan sind die Aussichten/Preise in dem Bereich, wo Clere erst noch investieren will, nicht so günstig. Man ist hier echt spät dran. Es scheint nicht einfach zu sein, geeignete Projekte zu finden. Und van Aubels Qualitäten als Manager muss er erst noch unter Beweis stellen, die Q_Cells-Pleite ist jedenfalls keine Auszeichnung. Bei PNE Wind und deren YieldCo-Porftolio im Volumen kommt Clere jedenfalls nicht zum Zuge, die sind sich mit der Allianz einig geworden, wie eben vermeldet wurde. Als Gesamtbrocken wäre das auch zu große für Clere gewesen. Clere muss endlich liefern und zeigen, dass sie etwas Sinnvolles mit dem ganzen Geld anstellen können. Vielleicht ist ja was im Busch, zumindest gab es länger keine Aktienkäufe mehr durch van Aubel. Und sollte es relevante Verhandlungen geben, die kursbeeinflussend sein könnten, dann darf kein Insider Aktien handeln in dieser Phase.

      Unter ihrem Wert werden die Aktien momentan gehandelt, soviel steht fest. Ob es jetzt eine gute Kaufgelegenheit ist, kann ich nicht wirklich beurteilen. Ich habe jedenfalls meinen - überschaubaren - Clere-Bestand und schaue mal, was sich da so tut. Gut möglich, dass wir hier noch lange Geduld brauchen...

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  36. Servus Michael,

    hast Du Deine DAX-Puts eigentlich wieder verkauft? Ich besitze noch welche, bin jetzt aufgrund des Anstiegs des DAX aber am überlegen zu verkaufen.
    Auf der anderen Seite sind für mich die Risiken für die Märkte nicht weniger geworden ... doch die Puts halten?

    Viele Grüße,
    Raphael

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    1. Ich habe am Tag nach der US-Wahl meine Puts glatt gestellt, als der Markt absackte und dann in die Erholung startete. Die Gelder habe ich teilweise wieder investiert, an diesem tag und in der Folgezeit.

      Die grundsätzlich gefährliche Lage an den Märkten hat sich nicht geändert, das schätze ich genauso ein. Die Puts waren aber meinerseits ja immer als Absicherung bzgl. konkreter Ereignisse (Brexit-Votum und US-Wahl) gedacht und nicht als generelles Wetten gegen den Markt.

      Unterm Strich habe ich mit den Puts deutliche Verlust eingefahren. Die "Zwischengewinne" haben das nicht kompensieren können und so habe ich auf Jahressicht etwa 4% Performance mit den Puts "verspielt". Es hätte auch anders kommen können, ist es aber nicht. Daher muss ich mir natürlich auch die Frage stellen, ob ich falsch lag. Eigentlich meide ich ja solche Instrumente und setze alleine auf Cash als Versicherung gegen fallende Kurse. Man könnte also sagen, dass ich der alten Börsenweisheit von Sir John Templeton Tribut zollen musste: "Die fünf teuersten Worte auf dem Gebiet des Geldanlegens sind: dieses Mal ist alles anders". Auch diese Mal war wieder nicht alles anders und ich hätte meiner Linie treu bleiben sollen. Dabei lag ich mit meinen Annahmen richtig, nur hat der Markt nicht entsprechend (re)agiert. Auch daraus muss man seine Lehren ziehen. Und meine Lehre ist: Cash schlägt Puts - für den langfristig orientierten Anleger.

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    2. Moin,
      Das ist die richtige Erkenntnis und Schlussfolgerung! Nie wieder Puts,Calls und Zertifikate.Das ist "Teufelskram" (laut meiner Mutter nach Lehman - und die hatte Recht!) Cash is king in diesen Zeiten und die Jahresendhype im Dax und anderswo nutze ich zum "Grossreinemachen" meiner Depots. Ansonsten freue ich mich weiterhin ueber Aurelius, Deutsche Rohstoff, Publity (und noch nicht ueber Patrizia - aber vielleicht spaeter...).
      Lasst Euch nicht von der Gier packen, bleibt cool und geniesst die Feiertage.

      Jochen

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  37. Was die Unterhaltungsbranche angeht, so denke ich, dass At&T eine langfristige Chance darstellt. Den Kauf von Time Warner halte ich fuer eine sehr vielversprechende Strategie (wie auch schon den Kauf von Direct TV), und ich denke, dass der Deal letztlich durchgehen wird. Zur Zeit scheinen mir die amerikanischen Aktien zu hoch, wohl nicht der richtige Moment zum einsteigen, doch ich habe mir vorgenommen, beim naechsten Ruecksetzer AT&T dazuzukaufen.
    (Ich hoffe, dieser Kommentar ist hier nicht fehl am Platz, die Bemerkungen zur Unterhaltungsbranche aben mich darauf kommen lassen...)

    Lukas

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    1. At&t finde ich auch sehr spannend. Gerade nachdem time warner deal wird das sehr spannend und diversifiziert das Unternehmen in ganz neue Bereiche. Die Frage ist nur ob überhaupt so ein Rücksetzer noch kommt. Gerade weil der us Markt boomt nach der Trump wahl.

      Beste grüße
      Hannes

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  38. Hallo Michael,
    zunächst danke für deinen tollen Blog!
    Was hälst du von der Basler AG?
    Im Zeitalter der Automation sind die "Augen der Maschinen" wohl eine der wichtigsten Komponenten. Und als Marktführer im Bereich Industriekameras ist die Basler AG doch ziemlich gut positioniert. Leider kenne ich mich mit den Zahlen eher weniger aus, deshalb würde ich gerne deine Meinung hören.
    MfG Lasse

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    1. Moin Lasse, Basler ist aussichtsreich positioniert und erfolgreich. Bei einem Kurs von €60 scheint mir allerdings doch schon viel vom zweifellos bestehenden Zukunftspotenzial eingepreist zu sein.

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  39. Hallo Michael,danke für deinen tollen Blog.

    Kannst du etwas aktuelles zu CORNING INC. sagen? würde ein kauf jetzt lohnen? eher gesagt nachkauf habe paar aktien von corning überlege gerade ob ich paar nachkaufen soll.

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    1. Corning ist hervorragend unterwegs mit seinen Produkten und in einigen Bereichen (Touchscreens) in absoluten Wachstumsmärkten. Gerade erst wurde wieder ein neues 4 Milliarden Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm aufgelegt, so dass vieles für die Aktie spricht.

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  40. Hallo Herr Kissig.

    Ich bin seit Februar ein stiller mit Leser und finde Ihren Block extrem gut.
    Ihr Block hat mich zusätzlich dazu bewegt ein Depot zu eröffnen und mich intensiv mit dem Thema Aktien zu beschäftigen.
    Mittlerweile hab ich 2 Große Positionen an Drag und Publity und würde gerne paar kleinere Risikofreudige Anlagen beimischen. Wobei Publity und Drag von Risiken ja auch nicht befreit sind. Die Buchgewinne sind überragend und den guten Start hab ich wohl nur Ihnen zu verdanken. Die beiden Positionen sind mir aber mittlerweile so Groß geworden, dass ich über weitere Positionen nachdenke und das Geld was ich monatlich einzahle in mehrere kleinere Turnaround Positionen anlegen möchte. PNE Wind scheint mir sehr attraktiv zu sein und eine kleine Wette wert. Nun wollte ich fragen welche zwei weitere Positionen könnten Sie mir empfehlen. Das Risiko des Verlusts ist mir bewusst und die Positionen dem entsprechend klein.

    Auf jeden fall ist Ihr Block eine Große Hilfe und die vielen Artikeln sehr lesenswert.
    Machen Sie weiter so!

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    1. Bei der DRAG sollte das Risiko eher begrenzt sein, da künftig von deutlich steigenden Einnahmen und Gewinnen auszugehen ist. Selbst wenn der Ölpreis etwas nachgibt, dürfte hier im nächsten Jahr einiges an Kursplus drin sein.

      Publity ist deutlich risikoreicher. Noch scheinen die avisierten Jahresziele nicht unter Dach und Fach zu sein, hier stehen noch Meldungen über erfolgreiche Verkäufe aus. Bis zur Hauptversammlung dürfte die Aktie aber einiges an Kurspotenzial haben, da die Dividende von €2,80 auch Dividendenjäger anlocken dürfte. Auf Jahressicht bleibt aber entscheidend, ob Publity seine erklärten Ziele verwirklichen kann. Hier herrscht am Markt noch einige Skepsis.

      Bei PNE Wind ist es ziemlich enttäuschend, was die Börse bisher aus dem erfolgreichen Verkauf des YieldCo-Portfolios gemacht hat. Wenn PNE hierzu seine ersten aktualisierten Geschäftszahlen präsentiert, sollte der Erfolg aber sichtbar werden und der Kurs entsprechend zulegen. Sicher ist das aber nicht, denn die Börse agiert hier eher irrational und hat (noch) wenig Vertrauen in das neue Management und die künftigen Erfolgsaussichten des Unternehmens. Andererseits sind dies auch genau die Phasen, wo man (noch) günstig einsteigen kann, bevor alle Welt erkennt, dass sich der Wind gedreht hat.

      Ein Wert mit großen Potenzial sollte Blue Cap sein. Der Neschen-Deal und die operativen Erfolge bei einigen Tochtergesellschaften dürften zu einer Neubewertung führen und Kurse im zweistelligen Bereich. Das Kursrisiko nach unten ist bei Blue Cap wohl ziemlich limitiert, das Upside-Potenzial hingegen überdurchschnittlich.

      Als speuklativere Beimischung für 2017 sollte mVISE auftrumpfen können. Der Turnaround ist in vollem Gange und die Übernahme der Just Intelligence GmbH wird die Geschäftszahlen sofort deutlich verbessern. Darüber hinaus ergeben sich Cross-Selling-Effekte und Synergien, die das Zahlenwerk antreiben sollten.

      Und dann wäre da noch Funkwerk. Die Aktie ist schon sensationell gelaufen und konsolidiert gerade. Ich habe hier kürzlich aufgestockt, da auch Insider weiter zugekauft haben. Die Hörmann-Gruppe hat gerade ihre internen Strukturen neu geordnet und hält über 50% der Anteile. Ich denke, dass neben den operativen Fortschritten auch eine Komplettübernahme durch Hörmann immer wahrscheinlicher wird. Und je länger die mit einem offiziellen Angebot warten, desto teurer wird es.

      Ich werde demnächst meine Liste mit meinen Jahresfavoriten 2017 veröffentlichen und die meisten der genannten Werte werden sich darauf wiederfinden. Möglicherweise enthält die Liste auch ein, zwei Werte, die ich bisher hier im Blog noch nicht vorgestellt habe.

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    2. Bei DRAG sehe ich den WTI Preis als risiko genug an. Da die Drosselung von Ländern beschlossen worden ist die nicht unbedingt mein vertrauen geniessen. Da kann Preistechnisch noch einiges passieren. Natürlich hoff ich das beste, bin aber vorsichtig und hab WTI im Blick. Ich danke dir für deine Tipps und die Idee mit den Jahresfavoriten 2017 find ich auch gut.

      Werde mich wohl bei Funkwerk, Blue Cap bedienen. Die Anderen schau ich mir im Laufe des Januars an.

      Guten Rutsch dann mal!
      Eugen

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  41. Hallo Michael,
    was hältst du von der Aktienanalyse der Vorstandswoche zu Publity??
    Ansonsten lasse ich mich nicht so leicht verunsichern, doch mich beunruhigt die Situation.
    Ich denke diese Nachricht belastet den Kurs weiterhin und lässt wohl nur eine konservative Aktienbewertung zu!

    lg und frohe Weihnachten,
    Alex

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    1. Es geht um diesen Artikel.

      Moin Alex,
      weshalb sollte sie den Kurs "weiterhin" belasten? Seit dem Tief bei €26 hat die Aktie doch einen tollen Rebound hingelegt und ich sehe auch nicht, dass sich daran etwas ändern sollte, sofern Publity seine Ziele (für 2016) einhält.

      Zum Artikel: Was Olek mit seinem aus Dividenden und Aktienverkäufen eingenommenen Geld tut, ist doch seine Sache. Wenn er damit eine weitere Immobilienfirma aufzieht und dann die 1-Euro-Aktien für 10 Euro an Interessierte verkauft, tangiert mich das als Publity-Aktionär nicht die Bohne. Machen übrigens viele andere auch, Rocket Internets Geschäftsmodell fußt darauf. Und auch WCM hat es so gemacht oder jetzt GxP...

      Dass es zwischen einem Bestandshalter von Immobilien (hier gibt es keine Einschränkungen hinsichtlich Privat oder Gewerbe) "direkten Wettbewerb" mit Publity gibt, muss mir erstmal erläutert werdenn. Publiy ist kein Bestandshalter, sondern ein Verwerter von Non-Performing Loans und Insolvenz-Immobilien. Geschäftsmodell ist das billige Ankaufen, Aufpeppen und gewinnbringede Verkaufen von Gewerbeimmobilien - und das mit möglichst wenig Zeit zwischen An- und Verkauf. Was die Käufer der Immobilien - auch Bestandshalter! - zum Kaufen veranlasst ist, dass sie auf dann weiter steigende Wertentwicklungen setzen. Wie Dir sicher nicht entgangen ist, verkauft Publity nicht nur dann weiter, wenn man bei 100% Vollvermietung ist (siehe Wappenhalle), sondern sobald man eine ansehnliche Rendite mit dem Objekt erzielt. Dass Olek hier eine neue, von Publity unabhängige Firma gegründet hat, die ggf. als Käufer auftreten kann/wird, ist doch für mich als Publity-Aktionär eher positiv zu bewerten. Sofern - und hier muss man ein Auge drauf haben - keine Exits zulasten von Publity durchgeführt werden, also unter Wert. Diese Gefahr, da sie so offensichtlich wäre, scheint mir aber eher unbegründet. Publity ist für Großaktionär Olek eine Goldgrube, die wird er für sein Zusatzgeschäft nicht kaputtmachen.

      Aber der Artikel der Vorstandswoche enthält auch wesentliche - positive - Aussagen. Absehbar keine KE nötig, die Dividende von 2,80 EUR je Aktie wurde bestätigt, Olek hält nach wie vor knapp unter 50% der Publity-Aktien und plant nicht, weitere abzugeben.

      Wegen eines solchen Berichts, der eigentlich nichts substanziell Negatives für Publity-Aktionäre enthält, muss man seine Aktien nicht panikartig abstoßen.

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  42. Hallo Michael,

    Du hast S&T in deiner Empfehlungsliste auf Halten herunter gestuft. Möchtest du hier zunächst die Entwicklung der Neustrukturierung in 2017 abwarten oder gibt es noch andere Gründe?
    Danke.

    VG, Basti

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    1. Moin Basti,
      S&T hat mit der Kontron-Verschmelzung zu tun und die wird entscheidend für die Zukunft. Ob und wie die klappt, müssen wir abwarten. Bisher haben wir nur Niederhausers Pläne dazu, die in 2017 umgesetzt werden müssen. Ich denke, hier muss man abwarten, wie sich das entwickelt und danach kann man einschätzen, ob sich die erwarteten Synergien und Potenziale bei Margen und Gewinnen auch konkretisieren lassen. Daher ist S&T momentan für mich eine Halteposition.

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  43. Moin Michael,

    ich nutze gerne onvista.de als Infoquelle, wo man u.a. auch die Gewinnschätzungen
    der Aktien findet.
    Mich würde deine Meinung interessieren, wie diese zustandekommen und für wie zuverlässig du sie hälst.
    Konkret sieht man da z.B. für DRAG 5,63 EUR (`17) und 10,41 EUR (`18).
    Ist so ein enormer Gewinnsprung überhaupt realistisch (bei etwa konstantem Ölpreis)?

    Vielen Dank

    Martin





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    1. Moin Martin,
      bei vielen Websites sind es keine eigenen Einschätzungen mehr, sondern die übernehmen nur noch Daten von anderen, z.B. FactSet. Die Zuverlässigkeit hängt also auch immer davon ab, wie gepflegt und aktuell diese Datenübernahmen sind.

      Bzgl. der DRAG sehe ich ähnlich starke Steigerungen. Das liegt einfach daran, dass die DRAG auf einem hohen Berg an Geld saß, den sie seit letztem Jahr sukzessive in immer mehr Öl- und Gasbohrungen investiert. Das kostet zunächst Geld (90% der Kosten fallen für die Bohrung an) und im Anschluss - einige Monate später also - sprudeln dann die Quellen und Öl und Gas werden verkauft. Hieraus ergeben sich Umsätze und Gewinne. Mit jeder neuen produzierenden Quelle schießen diese Werte in die Höhe. Das erklärt die hohen Steigerungsraten bis Ende 2018. Bei konstanten Ölpreisannahmen. Stigt der Ölpreis, würde dies wie ein Turbo auf die Gewinne wirken!

      Da es um Fracking geht, fallen im ersten Jahr etwa 50% der Förderung an, danach geht es deutlicher abwärts und es wird für einige Jahre auf niedrigem Niveau weiter gefördert. Aufgrund neuer Techniken kommt allerdings das sog. Re-Fracking in Betracht, was wenig zusätzliche Kosten bedeutet, aber eine höhere und längere Produktion.

      Was ab 2019 passiert, bleibt abzuwarten. Entweder das viele eingenommene Geld fließt an die Aktionäre (Dividende, Kapitalherabsetzung, Aktienrückkauf o.ä.) oder es wird in neue Projekte investiert. Vielleicht Gold? Vielleicht andere Rohstoffe? Oder in neue Öl- und Gasquellen, dann würde der Zyklus weiterlaufen.

      Nicht auszuschließen ist allerdings auch, dass die DRAG eine, zwei oder alle drei ihrer US-Töchter verkauft, wenn der Ölpreis weiter ansteigt und ein hervorragender Preis für die Töchter zu erzielen ist. So wie damals bei Tekton Energy, als man quasi zum Höchstpreis beim Öl verkauft und einen dreistelligen Millionengewinn eingefahren hat. Die Basis der heutigen Erfolge. Teuer verkaufen und auf dem Tiefpunkt wieder einsteigen. Käme es zu einem oder mehreren Verkäufen, würde das Zahlenwerk natürlich wieder durcheinanderwirbeln, weil dann ja die entsprechenden Umsätze und Gewinne in den folgenden Jahren wegfielen; stattdessen hätte man einen einmaligen hohen Einnahmebetrag und wohl einen fetten Gewinn. Warten wir's ab. Momentan läuft alles Richtung steigender Umsätze und Gewinne bei der DRAG. Daher sollte der Kurs weiteres Potenzial haben. Und zwar ordentlich.

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  44. Guten Morgen!
    Vielen Dank für die hervorragenden Texte!
    Was denken Sie zur Bauer AG?
    Immerhin ein KBV von 0,54 bei einem profitablen Geschäft...
    VG David

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    1. Moin David,
      Bauer wurde in den letzten Jahren immer wieder als Turnaroundkandidat gesehen und jedes auf's Neue hat das Unternehmen enttäuscht und Gewinnwarnungen in Serie produziert. Ob der aktuelle Kurssprung mehr ist als nur Hoffnung auf Besserung, oder ob Bauer es doch nach einer Ewigkeit schafft, mal solide Zahlen abzuliefern, muss sich erst noch zeigen. Hier ist so viel Porzellan zerschlagen worden die letzten Jahre, dass ich mir lieber andere Investments aussuche.

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  45. Hallo Michael,

    ich habe wieder mal eine Frage bzw. Anregung. Es geht um Publity. Ich weiß, es ist momentan einer der Lieblingsthemen vieler hier - auch meins. Dadurch das ich viel Geld investiert hatte, habe ich mich auch einige Gedanken gemacht - dabei war ich von Anfang an gegen Spekulationen jeglicher Art.

    Dennoch ist mir etwas aufgefallen, was ich hier gerne "posten" möchte. So steht auf der Website der Publity, zufällig seit dem Jahreswechsel, dass die Publity AuM in Höhe von 3 Mrd Euro verwaltet - ist natürlich nichts neues, außer das dazu keine Meldung kam. So kann ich mich gut erinnern, dass die Publity immer eine Meldung herausgab - auch andere Unternehmen tun dies - wenn AuM erfolgreich vermehrt wurden. Und ich denke wenn man die AuM von 2,5 Mrd auf 3 Mrd Euro (Ziel) erreiche, dann gebe ich doch eine Meldung ab: Publity erreicht Jahresziel und steigert AuM um 500 Millionen Euro auf 3 Mrd Euro.

    Zweitens hat die Publity viele erfolgreiche Verkäufe getätigt, aber die Zahl auf der Website (für die verkauften Immobilien) ist immer noch bei 528. Ändert tut sich da nichts.

    Ich würde gerne wissen, wie Du dies bewertest. Du hast viel Stellung bzw. deine persönliche Meinung zur Kapitalerhöhung abgegeben - aber vor allem die AuM-Meldung stört mich. Auch weiß man nichts, ob die Verkäufe im letzten Jahr unterzeichnet wurde, oder erst in diesem Jahr.

    Wünsche allen hier im Blog viel Erfolg, auch Dir Michael!

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    1. Ich sehe hier jetzt kein Problem. Publity hat mehrfach die Jahresziele bestätigt und es würde lediglich einer Meldung bedürfen, wenn man diese verfehlt hätte. Ansonsten wird man auf die konkreten Zahlen warten und ggf. noch auf weitere Vollzugsmeldungen.

      Die Verkaufsmeldungen beziehen sich auf das vergangene Jahr, vor dem Jahreswechsel haben die Notare Termindruck und viel zu tun, da alle noch schnell Verträge beurkundet haben wollen. Und dabei muss man ja vor Ort sein, sich den Vertrag von Anfang bis Ende vorlesen und erläutern lassen. Das sind die Formvorschriften und das dauert eben.

      Und bzgl. der AuM hat man nur dann Meldungen herausgegeben, wenn es größere neue Mandate gab, nicht nach jedem einzelnen Zu- oder Verkauf einen neuen Wasserstand herausgegeben. Ich denke, Publity wird eine Gesamtmeldung zum Verlauf des letzten Quartals bzw. des Jahresergebnisses herausgeben, sobald man die vorläufigen Zahlen vorliegen hat. Bis dahin habe ich keine Veranlassung, das Erreichen der Jahresziele infrage zu stellen.

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  46. Hallo Michael,
    was hälst du von der Marine Harvest Aktie?
    Sie stellt zur Zeit den besten Wert in meinem Depot dar und ich erwäge einen Nachkauf.

    Viele Grüße
    Lasse

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    1. Moin Lasse,
      Marine Harvest ist in einem interessanten und wachsenden Markt tätig. Ich denke, mit der hochwertigen Fischzucht (Lachse) lässt sich aufgrund der ständig steigenden Weltbevölkerung und der zunehmenden gesundheitsorientierten Ernährung, weg vom Fleischkonsum, weiterhin gutes Geld verdienen. Und auch ein Beitrag zum Umweltschutz, weil so nicht die Wildlachsbestände in Mitleidenschaft gezogen werden. Da es immer mehr Fischgebiete gibt, die überfischt und somit unter Schutz gestellt werden (müssen), ist sind Fischfarmen zunehmend gefragt.

      Schaue ich mir die erwarteten Wachstumsraten bei Marine Harvest an, so haut mich das erwartete Umsatzwachstum nicht vom Hocker; das EPS soll aber ansteigen, wodurch auf eine Margensteigerung zu schließen ist. Die Dividendenrendite ist mit knapp 6% überdurchschnittlich. Die Aktie sollte unterm Strich für langfristige Anleger weiterhin solide Rendite und Gewinne einfahren können.

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    2. Eine Aktie fuer den langfristigen "value-investor" schlechthin m.E.: fast alles stimmt, KGV-entwicklung,steigende Eigenkapitalquote, Gewinnentwicklung, langfristige Ankerinvestoren, Dividenden sowieso, leckere Produkte...wer denn Fisch mag.
      Frohes Neues und all the best for the rest

      Jochen

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  47. Hallo Michael,
    Gratulation ein sehr gelungene Seite.
    Hast Du dir Polytec schon einmal genauer angeschaut (weiß Du bist kein Fan von Automobil- Zulieferfirmen?

    Danke Christian

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    1. Moin Christian,
      Polytec habe ich in meinem Depot. Ein eher langweiliges Kunststoffbusiness aus Österreich, wo aber zuletzt etwas gehypte Phantasie bzgl. E-Mobilität ins Gespräch kam (war eine Hot-Stock-Empfehlung vom Aktionär mit angepriesener Kursverdopplung, wenn ich mich recht erinnere). Die Phantasie rührt daher, dass E-Autos eine miese Reichweite haben und man daher leichter bauen muss, um das zu kompensieren. Wenig Konkretes. Allerdings solle man in Gesprächen mit Tesla sein. Und in anderen Bereichen liefen auch Gespräche über große Aufträge. Sollte sich hier etwas ergeben, würde Polytec einen Umsatz- und Gewinnschub hinlegen. Ausgemacht ist da aber noch nichts. Setzt man auf den Erfolg der Gespräche (das geht dann Richtung Prinzip Hoffnung), kann man auf die Aktie setzen. Ansonsten ist der Kursanstieg der letzten Wochen schon rasant, von €8 auf €11, aber die geschätzten KGVs von unter 8 sind schon ein Wort.

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  48. Moin Michael,
    du Schreibst bei Bavaria Industrie von einem Risiko eines delistings.Was wäre denn die mögliche Konsequens für die Aktionäre? Für eine Antwort wäre ich dir sehr dankbar.

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    1. Wenn ein Unternehmen ein Delisting ankündigt, stürzt der Kurs erst einmal ab, weil viele Aktionäre befürchten, ihre Aktien künftig nicht mehr handeln zu können. Die Beteiligung selbst verliert direkt nicht an Wert, auch wenn es natürlich im Depotauszug mit einer Null so aussieht ggü. der zuvor anhand des Börsenkurses festgestellten Betrags. Indirekt verliert die Beteiligung allerdings durchaus an Wert, sofern man der Handelbarkeit an der Börse einen eigenen Wert zumisst. Was ich tue!

      Allerdings gibt es durchaus weitere Handelsmöglichkeiten, auch wenn ein Unternehmen selbst seine Aktien von der Börse zurückzieht. So stellt etwa der Spezialist Valora Effekten Kurse für delistete Aktien und sehr viele Delistingwerte werden - kostenlos - von der Mamburger Börse weiter geführt und dort werden Kurse gestellt. Das Volumen ist natürlich entsprechend geringer als es zuvor war.

      Insbesondere die Hamburger weiterhin handelbaren Aktien haben überwiegend gezeigt, dass der Aktienkurs sich innerhalb von drei bis sechs Monaten von dem Delisting-Tiefschlag erholt und wieder auf das alte Niveau zurückgefunden hat. (Auch) deshalb gibt es Anleger, die speziell auf Delistingankündigungen und den dann erfolgenden Kurseinbruch warten, um dann diese Aktien günstig einzusammeln. Bei überschaubarem Risiko bieten sich hier ggf. schöne Chancen.

      Für Otto-Normal-Anleger ist so etwas natürlich nichts. Es muss hoffen, dass seine Aktien in einem entsprechend hohen Marktsegment notieren, wo es gesetzlich zwingend zumindest ein Abfindungsangebot geben muss. Aber im Freiverkehr ist dies nicht vorgeschrieben, also insbesondere bei den Nebenwerten besteht dieser Schutz nicht mehr. Denn die alte anlegerfreundliche Regelung hatte der BGH vor einigen Jahren gekippt - der BGH sieht nämlich - völlig realitätsausblendend - in einem Delisting keine Verschlechterung in der Situation des Aktionärs. Der Anteil wäre ja de facto genauso viel wert. Dass es einen Unterschied macht, ob man eine jederzeit handelbare Aktie kauft oder ein Teilhaber an einer GmbH wird (oder eben nicht börsennotierten AG), wo man kaum einen Abnehmer für seinen Anteil findet, leugnet der BGH. Es hat "den Ball" daher an die Politik abgegeben, denn der Gesetzgeber könne ja eine entsprechende gesetzliche Regelung treffen. Oder die Börsenbetreiber jeder für sich.

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  49. Hallo Michael,

    mit leicht freudigem Erstaunen hatte ich im W:O-Thread deinen Kommentar zu Verbio registriert...Hast du dich nun doch mit der Aktie beschäftigt?!Falls du dich noch daran erinnerst: Ich hatte Ende letzten Jahres mal die Frage zu deiner Expertise bezüglich Verbio und Francotyp-Postalia gestellt.
    Beste Grüße und weiterhin so spannende Artikel und Empfehlungen deinerseits.Meine nächsten Positionen werden Funkwerk und Blue Cap sein. Jedoch hoffe ich bei Letzterer auf noch etwas günstigere Kurse. Ich weis, zu sehr (und vor allem zu lange)sollte man sich nicht darauf verlassen!;-)

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    1. Moin Dejan, Verbio habe ich seit einigen Wochen als kleine Position in meinem Depot, weil ich auf ein Übertreffen der Prognosen gesetzt habe. Dies traf auch so ein und die Aktie hat sich seither toll entwickelt. Heute ist HV und der Kurs gibt etwas nach. Der Aktionär hatte den Wert in seinem Musterdepot und nun nach dem Anstieg wieder verkauft. Ich hingegen sehe noch weiteres Potenzial bei dem Unternehmen und habe vorhin bei einem Kursminus von mehr als 6% noch etwas aufgestockt. Morgen gibt's dann den Dividendenabschlag , aber nur €0,15 brutto...

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  50. Guten Tag Michael,

    hast Du dich mit Lang und Schwarz befasst ? Scheint eigentlich ein tolles Unternehmen zu sein - eigentlich. Was ich stört ist, dass der Vorstand so gut wie nie mit den Aktionären kommuniziert. Keime Präsentation, Ergebniserwartung bzw. Zukunftsvisionen auf der Website.

    Allerdings scheint mir die Aktie bzw. das Unternehmen dennoch interessant. Es ist an Wikifolio mit 5 % beteiligt, ist als kleines deutsches Unternehmen doch sehr erfolgreich an der Börse und Co. Bei fast jeder Depotbank kann man über L&S kaufen - außerdem bieten sie inzwischen (war nicht immer so) Hebelprodukte an - man erweitert also die Dienstleistungspalette.

    Außerdem ist das Unternehmen eine Art Investmentbank, da sie (so weiß ich, korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege) Unternehmen bei Börsengänge und Kapitalbeschaffungen begleitet.

    Wie ist deine Einschätzung ?

    Herzlichen Dank und viele Grüße aus Bayern!

    DD

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    1. Lang & Schwarz beachte ich nur am Rande, die Ergebnisse schwanken mir zu heftig über die Jahre, nach tollen Erfolgen folgt zumeist prompt die Katerstimmung. Wikifolio halte ich für nicht ganz so risikolos für L&S und das große Wachstumspotenzial sehe ich bei Wikifolio auch nicht mehr. Ich kann das aber nicht wirklich einschätzen, daher lasse ich die Finger davon.

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  51. Hallo Michael,

    gestern ist der Kurs von Genworth Financial ziemlich eingebrochen. Ich konnte hierfür bei meiner Recherche keine Erklärung finden; einzige News war die Ankündigung für die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse am 07.Februar. Ich habe meine Papiere behalten und spekuliere weiter auf die erfolgreiche Übernahme durch China Oceanwide oder den weiteren Turnaround. Ist dir irgendwas Relevantes zum gestrigen Kurseinbruch bekannt, was den Investmentcase beeinflusst?

    Beste Grüße,
    Michael

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    1. Es gab gestern einen negativen Kommentar in den USA, der meinte, die Übernahme würde vielleicht scheitern und dann wären die GNW-Aktien nur noch $1,20 wert (klickste hier).

      Andere News habe ich nicht gefunden und eine solche Meinung kann man ja vertreten, denn GNW ist eine Turnaround-Spekulation. Ich teile diese Auffassung nicht, da alleine die beiden an der Börse gelisteten Hypothekentöchter in Kanada und in Australien (GNW-Anteil jeweils rund 50%) mehr als $5 je GNW-Aktie abdecken. Und HNW hat reichlich Liquidität in der Kasse, so dass auch nicht mit einem Ausfall in den nächsten Jahren zu rechnen ist. Sollte also die Übernahme platzen, wäre meine ursprüngliche Spekulation auf eine Annäherung an den Buchwert, der ja deutlich im zweistelligen Dollar-Bereich liegt, wieder aktiv. Klappt es mit der Übernahme kann man für $5,43 andienen.

      Interessanter Nebenaspekt: sollte die Übernahme aufgrund regulatorischer Einwände seitens chinesischenr Behörden nicht klappen, erhält GNW eine Entschädigung von $200 Mio.

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    2. Danke für deine schnelle und hilfreiche Antwort! Ein solcher Analystenkommentar ist natürlich hilfreich für das Unternehmen, um die Aktionäre zur Zustimmung zu der Übernahme zu bewegen - ein Schelm, der Böses dabei denkt...
      Schade, dass ich schon ausreichend in GNW investiert bin, sonst sind die aktuell mehr als 50% Potential zum Übernahmeangebot schon verlockend, um nochmal nachzulegen.

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    3. Genau das habe ich getan, ich habe meine Position heute etwas aufgestockt und mir ein paar weitere Stücke ins Depot gelegt. Für mich sieht die Unterbewertung zunehmend krasser aus und der Kurs leidet unter den Leerverkäufern. Eigentlich brauchen wir nur abwarten, bis sich die Stimmung dreht und die Short-Seller sich alle gleichzeitig eindecken wollen/müssen. Dann wäre selbst bei erfolgreichem Übernahmeangebot die Marke von $5,43 wohl kurzfristig keine wirkliche Hürde in einer solchen Short-Squeeze. Warten wir's ab, wir werden es erfahren...

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    4. Hallo Michael,

      inzwischen wurde noch eine Analystenmeinung veröffentlicht, welche eine Herabsetzung des Übernahmeangebots von $5.43 auf $3.43 mit einer 80%-Wahrscheinlichkeit beziffert. Wie auch immer er auf die 80%-Wahrscheinlichkeit kommen mag...:
      http://seekingalpha.com/news/3237662-wells-fargo-china-oceanwide-likely-cut-genworth-offer-3_43-share

      Ich kenne mich mit dem Prozedere bei Übernahmen nicht aus, aber es ercheint mir extrem unwahrscheinlich, dass das Angebot noch reduziert werden kann bzw. wird, nachdem sich China Oceanwide und Genworth ja eigentlich bereits handelseinig sind und die Abstimmung der Aktionäre bereits angelaufen ist. Man könnte denken, dass hier gezielt Panik verbreitet wird. Wie ist deine Einschätzung? Hälst du eine Herabsetzung des Angebots für denkbar?

      Danke für deine Meinung,
      Michael

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    5. Es gibt von GNW ein Aktionärsschreiben, in dem um Zustimmung zu der Übernahme geworben wird (klick). In diesem ist als Datum für die außerordentliche HV der 7. März genannt und immer wieder der Übernahmepreis von $5,43. Über die Annahme dieses (!) Angebots wird abgestimmt.

      Der Wells-Fargo-Analyst meint nun, dass das Jahresergebnis von GNW schlecht ausfallen wird, also mit einem deutlichen Verlust bei EPS. Seine Schätzung geht von einem Verlust von $0,46 je Aktie aus anstelle einer Erwartung eines Gewinns von $0,04. Und er meint, dass Oceanwide bei Eintreten dieses Verlusts seine Offerte auf $3,43 reduzieren könnte. Die Wahrscheinlichkeit hierfür beziffert er mit 80%. Er begründet seine reduzierte Gewinnerwartung übrigens mit den Unterlagen, die GNW als Anlage zum Aktionärsvotum angefügt hat.

      Ich bin auch kein Experte für US-Übernahmen. Wenn aber eine renommierte Bank so etwas in den Raum stellt, dürfte es grundsätzlich möglich sein. Zumal es sich ja nicht wirklich um eine Übernahme handelt, sondern die eigentliche Vereinbarung eine Fusion ("Merger") mit den US-Aktivitäten von Oceanwide vorsieht. Und zwar zu einem festgelegten Preis von $5,43. Das kann nicht einseitig einfach abgeändert werden. Allenfalls könnte ggf. Ocenwide vom Vertrag zurücktreten, denke ich. Aber dann? Einen neuen Versuch starten zu einem viel niedrigeren Preis? Das klingt wenig erfolgversprechend.

      Die Grundlage für die Wells-Fargo-Einschätzung sind GNW-Unterlagen und das GNW-Management hat höchstes Interesse daran, dass der Deal zustande kommt. Möglich, dass sie auch deshalb besonders tief stapeln, um möglichst viele Aktionäre in den vermeintlich sicheren Hafen der Oceanwide-Offerte zu treiben. Dann hätte Wells Fargo ihnen in die Hände gespielt. Andererseits dürften die enthaltenen Informationen nicht wirklich neu sein, schon gar nicht für Oceanwide, denn die haben ja vor dem Merger-Agreement alle Bücher von GNW eingesehen und man hat damals gemeinsam den fairen Wert von $5,43 ermittelt. Insofern klingt die Einschätzung von Wells Fargo eher nicht stichhaltig.

      Andere Option...
      Sollte Oceanwide die Offerte verringern, dürfte sie keine Chance auf Annahme seitens der Aktionäre mehr haben. Oder die Aktionäre lehnen den Merger ab. In beiden Fällen wäre zu überlegen, was mit GNW weiter passiert. Ob das Unternehmen von jemand anderem übernommen wird, ob es alleine bestehen kann oder ob man sich von einer oder beiden der profitablen Hypotheken-Töchter trennt, um sich so zu entschulden und zu gesunden.

      Wirklich geändert hat sich durch den Kommentar von Wells Fargo nichts.

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    6. Hallo Michael!
      Ich hab mir Genworth (& Übernahme) nach einer kleineren Portion nochmal durch den Kopf gehen lassen. Und das nicht nur 10 Mal... und letzte Woche deutlich aufgestockt. Weil: merger or not, win or win, I´m in.
      Nun, der 07.03. das ist übernächsten Dienstag und wohl durch die Großaktionäre allein wird eine mehrheitliche Zustimmung erwartet; ich erwarte in dem Umfeld schon in der nächsten Woche deutlicher anziehende Kurse.
      Den sqeezeout-Effekt erwartest Du unmittelbar nach einem "dafür"?

      LG,Jörgen.

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    7. Moin Jörgen, ich hatte zuletzt Ende Januar bei knapp über €3 meine Position aufgestockt. Wie hoch die Position der Short-Seller noch ist, weiß ich nicht. In den letzten vier Wochen hat sich der Kurs ja um rund 25% erhöht, was auch dafür spricht, dass bereits Short-Positionen eingedeckt wurden. Aber bestimmt noch nicht alle. Sollte es zu einer Annahme der Offerte kommen, dürfte der GNW-Kurs deutlich positiv regieren - und in dessen Folge es dann für Shorties teurer machen, sich einzudecken. Hier könnte es dann zu einer Panik kommen, also einem Short-Squeeze. Ob und wie es passiert,müssen wir halt abwarten. Ich bin jedenfalls dabei... ;-)

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  52. Servus Michael,

    findest Du Netflix auch eine Top-Investition?
    Ich denke- es ist eine der aussichtsreichsten Firmen in den nächsten Jahren!

    Viele Grüße aus dem Elsass
    A. Aleen

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    1. Ich denke, Netflix ist ein Top-Unternehmen und sehr erfolgreich. Es ist vermutlich auch eine Top-Spekulation, aber für ein Top-Investment ist mir die Bewertung zu enteilt. Hier kann ich die negativen Auswirkungen von Amazon Prime überhaupt nicht einschätzen. Amazon bleibt, auch im Bereich Streaming, meine erste Wahl.

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  53. Moin Michael,
    Ist dir die 3U Holding schon mal untergekommen und wenn ja, was hältst du von ihr ? (Scheint noch deutlich unterbewertet zu sein.)

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    1. 3U Holding irritiert mich, die Sparten Telefonie, Umwelttechnik und Windparks scheinen nicht wirklich zusammenzupassen. Ob eine Unterbewertung vorliegt, ist ohne eine detaillierte SOP-Analyse kaum zu ergründen. Das Unternehmen hat jedenfalls seit mindestens 5 Jahren enttäuscht und mindestens 4 Jahre lang enorme Verluste eingefahren. 2016 hat man die eigenen Prognosen auch verfehlt und musste eine Gewinnwarnung rausgeben. Mir scheint, hier setzen die Investierten vor allem auf das Prinzip Hoffnung. Hoffnung, dass es irgendwie mal besser wird, dass sich das evtl. vorhandene Potenzial auch mal in geschäftlichen Erfolgen niederschlägt. Das geht mir zu sehr in Richtung Zocken. Was nicht heißt, dass sich damit nicht am Ende Geld verdienen lässt.

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  54. Hallo Michael,

    habe meine Positionen Deutsche Rohstoff und Patrizia Immobilien weiter aufgestockt. Habe den Eindruck das Mittelfristig hier einiges an Zuwachs passieren wird. Ich persönlich habe Deutsche Rohstoff ein wenig höher gewichtet- da ich der Annahme bin, dass das Wachstumspotenial um einiges höher liegt. Mich würde deine Meinung dazu interessieren und auch deine Meinung zur Gewichtung beider Positionen.

    Danke im Voraus

    Christian

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    1. Immobilien sind ja momentan nicht so angesagt, die drohenden Zinsanhebungen lasten auf dem gesamten Sektor. Patrizia finde ich in diesem Sektor weiterhin sehr interessant, ebenso DIC Asset. Und natürlich Publity, meine in diesem Sektor am stärksten gewichtete Position.

      Die Deutsche Rohstoff AG habe ich inzwischen noch höher gewichtet; sie ist jetzt meine größte Position, habe nochmals aufgestockt bei knapp unter €24. Solange der Ölpreis sich über $50 (WTI) je Barrel hält, fährt die DRAG mit jedem weiteren Tag enorme Gewinne ein. Die Förderkosten liegen bei unter $35 je Barrell und es kommen fast täglich neue produzierende Quellen hinzu. Das wird sich auch in den Quartalsberichten massiv niederschlagen und sollte vielen die Augen öffnen, die dem Braten bisher noch nicht trauen. Erstes Zwischenziel sollte €30 sein, gegen Jahresende auch deutlich drüber. Wenn der Ölpreis nicht abschmiert oder es einen breiten Börsencrash gibt. Beidem würde sich der DRAG-Aktienkurs nicht entziehen können.

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  55. wo ich ein Auge drauf werfe ist die GILEAD SCIENCES ......ist für mich ein kauf zwischen 63-60$ aus charttechnischer sicht Fundamental ist sie auch sehr gut......was meinst du dazu

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    1. Gilead hat durchaus Probleme mit seinen Blockbustermedikamenten. Habe neulich hierzu einen ausführlichen Artikel eingestellt: "Ist Gilead Sciences ein Value-Investment wert?".

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  56. Lloyd Fonds hat heute bekannt gegeben, dass das Konzernergebnis sich nahezu verdoppelt hat auf 3.2 Millionen Euro.

    Wie siehst Du die Chancen von Llyod Fonds? Obwohl im Geschäftsjahr nichts außergewöhnliches passiert ist, hat das Unternehmen es geschafft, das Ergebnis zu verdoppeln. Ich denke, man stelle sich noch vor, wo wir mit dem Ergebnis sind, wenn die börsennotierte REIT von Lloyd realisiert wird oder der "Marktplatz" für die maritimen Angelegenheiten.

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    1. Lloyd Fonds hatte erst Anfang Dezember die eigene Prognose angehoben und diese nun mit der Gewinnverdopplung übererfüllt (Prognose: "mind. €3 Mio). Insofern ist dies nun keine Überraschung. Da man mit der eigenen Tochter einen Gewinnabführungsvertrag geschlossen hat, kann man die in der Mutter bestehenden Verlustvorträge voll nutzen und wird künftig die zu erwartenden üppigen Gewinne aus den Immobiliengeschäften erstmal steuerfrei vereinnahmen können. Jedenfalls so lange, bis die Verlustvorträge aufgebraucht sind. Die Verlustvorträge hatte sich schon 2016 ausgewirkt, so dass sich auch hieraus der starke Anstieg des Ergebnisses erklären lässt.

      Für die Zukunft gehe ich jetzt nicht von einer jedes Jahr wiederkehrenden Gewinnverdopplung aus, aber von einer Ausweitung der AuM (Assets under Management) und überproportional zum Umsatzzuwachs steigenden Gewinne schon. Daher bleibt Lloyd Fonds einer der aussichtsreichsten Turnaroundwerte auf meiner Empfehlungsliste und ich habe eine Position im Depot, die mir noch viel Freude bereiten sollte.

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  57. Hallo Michael,

    was kannst du zu dem Szenario bei Nordex in den letzten beiden Handelstage sagen???
    Fundamental KGV jetzt < 10

    VG

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    1. Nicht viel. Ich habe keine Ahnung vom Anlagenbau und kann nicht einschätzen, welche Windanlagen besser sind, welche mehr Potenzial bieten. Und daher auch nicht, welcher Anbieter bessere oder schlechtere Chancen am Markt hat. Nordex liegt außerhalb meines Kompetenzbereichs, so dass ich hier auch nicht wirklich informiert bin.

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    2. Wie kann Nordex außerhalb Ihres Kompetenzbereiches liegen, während Sie vor wenigen Wochen noch PNE Wind gelobhudelt haben?

      http://www.intelligent-investieren.net/2016/12/pne-wind-und-es-hat-noch-nicht-zoom.html

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    3. Ich bin ziemlich überrascht, dass Ihnen der Unterschied zwischen PNE Wind und Nordex nicht klar ist. Zumal er einen auf den ersten Blick geradezu anspringt, wenn man sich zumindest oberflächlich mit deren Geschäftsmodell beschäftigt hat.

      Nordex stellt Windkraftanlagen her, forscht und entwickelt sie und errichtet diese im Kundenauftrag. PNE Wind tut das nicht, die sind ein Projektentwickler. Die planen einen Windpark, holen die Genehmigungen ein, kalkulieren die staatlich garantierten Einspeisevergütungen und die sich wohl ergebende Rendite. Und dann beauftragen sie Firmen wie Vestas oder Nordex oder Siemens mit dem Bau der Windkraftanlagen im von PNE Wind geplanten Windpark. Das ist ein völlig anderes Geschäftsmodell und ich als Investor muss nicht wissen, welche Windkraftanlagen welche Vorzüge bieten oder welche Größe besser ist oder welcher Hersteller zu favorisieren wäre. Ist mir ziemlich egal, das ist der Job des PNE-Managements. Nicht meiner als Investor. Das Geschäftsmodell von PNE Wind kann ich bewerten, die Anlagen von Nordex oder Vestas nicht.

      Damit bleibe ich in meinem Kompetenzbereich und "lobhudele" weiterhin PNE Wind, Energiekontor oder Capital Stage. Aber ich befasse mich nicht mit Vestas oder Nordex und investiere kein Geld in sie.

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  58. Hallo Michael,

    ich verfolge Deinen Blog schon ziemlich lange. Was mich jedoch immer wundert ist: Warum nimmst Du Deinem schlecht gelaufenen Empfehlungen raus (Beispiel WD)? somit hat die Liste den Anschein, dass alle Deine Empfehlungen Volltreffer. So hatte ich die List am Anfang immer verstanden. Aber sicher präsentierst Du eine andere Definition.

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    1. Es geht mir nicht um die Performance. Die Empfehlungsliste ist nur eine Übersicht, welche Aktien ich im Blick und wann ich sie erstmals empfohlen habe. Wenn aber einer dieser Werte, die ich im Blog vorgestellt habe, nicht mehr meinem Investmentcase entspricht, streiche ich ihn wieder von der Liste. Das kann daran liegen, dass sich das Geschäftsmodell geändert hat und mir nicht mehr gefällt, oder weil meine Erwartungen und/oder die des Unternehmens nicht erfüllt wurden, oder weil sich die Lage der Branche geändert hat. Oder schlicht, weil ich mich geirrt habe und mein Investmentcase nicht eintrat.

      Das führt natürlich in der Konsequenz dazu, dass vor allem die Werte dauerhaft auf der Liste bleiben, die meine Erwartungen erfüllen und die sich über die Jahre gut entwickeln. Also die Werte, wo ich - aus meiner Sicht - richtig lag und liege.

      Andererseits habe ich nach relativ kurzer Zeit die Dresdner Factoring wieder von der Liste genommen, weil diese übernommen wurde und ich nach mehrmaligem Nachbessern des Übernahmepreises kein weiteres Potenzial mehr sah. Damals war sie mit fast 200% Kurszuwachs, wenn ich mich recht erinnere, die mit Abstand beste Aktie auf meiner Liste. Und die DRAG hat zwei Jahre lang bei Kursverlusten von über -30% auf der Liste ausgeharrt, weil ich von ihr überzeugt war, weil ich mir sicher war, dass ich mit meinen Überlegungen richtig lag. Nur beim Timing eben nicht, aber das ist auch überhaupt nicht meine Stärke. Bei Western Digtal bin ich zu früh eingestiegen und als sich durch die SanDisk-Übernahme alles geändert hat, konnte ich die Situation nicht mehr einschätzen. Deshalb habe ich WD von der Liste gestrichen. Dass der Kurs sich danach prima erholt hat und sich letztlich wohl mein ursprünglicher Investmentcase doch noch einstellt, ist Pech (für mich). Oder erneut lausiges Timing, wie auch immer.

      Letztlich investiere ich mein Geld in Aktien und ich berichte hier im Blog darüber. Dabei mache ich Fehler und Verluste und erziele nicht immer Gewinne. Auch darüber berichte ich hier.

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  59. Hallo Michael,

    mich würde interessieren, ob du die VTG AG nach den heutigen Zahlen weiterhin zum Kauf empfehlen würdest?!

    Vielen Dank im Voraus.
    Jürgen

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    1. Ja, die Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen, lediglich der Ausblick wurde etwas "unforscher" formuliert. Der anvisierte Gewinn je Aktie von €2,50, der bisher bereits 2018 zu Buche schlagen sollte, könnte sich evtl. erst in 2019 einstellen. Das sollte Anleger nicht schrecken, denn die Entwicklung zeigt weiter nordwärts.

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  60. Hi Michael,
    mit der MBB hast du ja aufs richtige Pferd gesetzt und konntest gute Kurse mitnehmen ;-)
    Wie ist die Aussicht, wenn nun die Tochter Aumann an die Börse geht? Wie profitiert die MBB davon?
    Wie siehst du die Zukunft von MBB?

    Vielen Dank auch mal für deine Mühe in diesem Blog und die guten und ausführlichen Erklärungen! Dies nimmt ja schon eine menge Zeit in Anspruch!

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    1. Aumann wird die nächsten Jahre stark wachsen und dazu investieren müssen. Mit heute 50% an Umsatz und mehr noch Gewinn des MBB-Konzerns erwächst MBB hier einerseits ein Klumpenrisiko, andererseits würde man Aumann auch nicht unerhebliche Mittel aus dem MBB-Cashbestand reservieren müssen, um das Wachstum nicht nur über Fremdkapitalaufnahme (bei Aumann) generieren zu können. Daher glaube ich, dass MBB die Gunst der Stunde nutzen will, um Aumann selbständig zu positionieren und so auch die Möglichkeit von eigenen Kapitalmaßnahmen, wie Kapitalerhöhungen, zu eröffnen. Bei denen MBB nach meiner Einschätzung dann mitgehen könnte/würde, um seinen Anteil nicht auf unter 50% verwässern zu lassen.

      MBB hatte per Ende März 2016 ungefähr €15 Mio. an liquiden Mitteln ausgewiesen. Hinzu kommt der damals angenommene Free Cashfow für 2016 in ähnlicher Größenordnung - es dürfte eher mehr geworden sein. Man steht dies bezüglich also besser dar als vor der Aumann-Übernahme. Kommen nun noch zwischen €150 uns €200 Mio. hinzu durch das Aumann-IPO steht MBB vor ganz anderen Dimensionen, auch was die Größe der Targets angeht. Analog zu Warren Buffetts Wortspiel würde MBB anstelle eines Luftgewehrs künftig mit der Elefantenbüchse auf die Jagd gehen. Auch aus diesem Grund glaube ich nicht, dass Nesemeier bereits ein passendes Target konkret im Auge hat, für das er die Mittel aus dem Aumann-IPO benötigen würde. Die Suche wird in der neuen Größenordnung erst nach dem erfolgreichen IPO starten. Bis dahin blickt man sich eher in der bewährten Dimension um, also auch bei Add-ons für die übrigen Töchter. Und momentan wird ja bei Aumann auch kräftig in Wachstum investiert, das hat aktuell für MBB Vorrang, denke ich.

      Unter dem Strich kann man festhalten, dass MBB für seine knapp 93%, die man beim Aumann-IPO abgeben wird, ein Vielfaches des beim Zukauf der Claas Fertigungstechnik und Aumann-Gruppe eingesetzten Kapitals erlösen wird. Und dennoch Mehrheitsaktionär an der aus diesen beiden Firmen gegründeten Aumann AG bleiben wird.

      Daher denke ich, dass MBB auch künftig herausragende Ergebnisse bei seiner Beteiligungsauswahl treffen wird. Auch wenn es mitunter etwas länger dauert als bei anderen. MBB ist allerdings kein Finanzinvestor, sondern man baut eine Industrieholding auf. Der Weiterverkauf von Unternehmen steht nicht im Mittelpunkt, sondern die Integration in den Konzern und die dortige Wertschöpfung.

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  61. Ehlerding hat für über 11 Mio WCM gekauft. Ist da was im Busch?

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    1. Ich glaube, er wird sich nach dem Einstreichen seiner conwert-Millionen jetzt wieder verstärkt der WCM zuwenden. Allerdings hat diese Aktienpakete von seinen Söhnen übernommen, insofern ist es unter dem Strich kein wirklicher Zuwachs. Er zeigt sich nun "nur" wieder offen. Die DIC Asset hat ja auch gleich gekontert und ihren Anteil auf über 25% erhöht - und so eine Duftnote hinterlassen Richtung WCM und Ehlerding. Man wird sich hier die Butter nicht vom Brot nehmen lassen (wollen) und erwartet, dass WCM endlich auf die Interessen des Großaktionärs eingeht. Und das sollten sie, denn mit jeder weiteren von DIC Asset zugekauften WCM-Aktie wird der bestehende Verlustvortrag vernichtet. Ehlerding hatte zehn Jahre lang die WCM durch die Insolvenz geführt, um gerade diese Verlustvorträge zu retten, daher wird er hier sehr sensibel reagieren. Das hoffe ich auch im Sinne der Aktionäre, sowohl derer von WCM als auch von DIC Asset.

      Auf eine kurzfristig anstehende Übernahme von WCM durch DIC Asset glaube ich nicht. Auch ein Aufstocken auf 30% halte ich nicht für sinnvoll. Die neuen rechtlichen Bedingungen lassen einen Zukauf erst Ende 2017 als sinnvoll erscheinen, weil dann die Verlustvorträge nicht mehr aufgeraucht würden. Ab 30% Anteil müsste DIC Asset übrigens ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre vorlegen, meine ich mich zu erinnern. Dafür haben sie aber aktuell eher nicht das Geld...

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  62. Kannst du zu diesem Werte etwas sagen: http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Euro-am-Sonntag-Aktien-Tipp-Ich-kaufe-jetzt-L-Occitane-5368265
    Erscheint mir ein krisenfester Wert?

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    1. Tut mir leid, zu L'Occitane habe ich keine Meinung, die habe ich nicht auf dem Schirm. Mehr als das, was in dem Artikel steht, weiß ich auch nicht über das Unternehmen. Insbesondere zur Marktstellung und einem möglichen Burggraben kann ich gar nichts sagen. Ich weiß nur, dass in den Hamburger Einkaufszentren deren Läden sind und dass meine Freundin die Produkte recht gut findet. Was schon mal für das Unternehmen spricht.

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  63. Es erstaunt mich, dass du mit der Aufnahme von Fairfax Financial in die Empfehlungsliste das Versicherungsgeschäft offenbar wieder positiver siehst. Ich bin schon gespannt auf den Artikel dazu.

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    1. In der Eurozone würde ich keine Versicherungen anfassen, die dauerhaft niedrigen Zinsen gefährden die Unternehmen substanziell und sogar in ihrer Existenz. In den USA und vermutlich andernorts außerhalb der Eurozone werden die Zinsen nun langsam aber stetig anfangen zu steigen. Genau das ist für Versicherungen das Beste Szenario, um aus dem Loch herauszukommen. Aber Fairfax Financial kaufte ich nicht primär, weil es ein Versicherungskonzern ist, wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst, Charlie... ;-)

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  64. Hallo Michael,
    mich würde deine derzeitige Einschätzung zu Corning (GLW) interessieren. Wäre GLW nicht eher eine K(auf) Empfelung, statt H(alten)? Gorilla Glas für Autos, neues iPhone (2017), OLED TVs etc. getreu dem Zitat: „Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln!“?

    Gruß Hans-Jürgen

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    1. Corning ist ein sehr gutes Investment, Du beschreibst die Aussichten ziemlich treffend. Allerdings beseht Corning nicht nur aus der einen Sparte, sondern hat ja auch "langweilige" Bereiche. Insofern ist Corning nicht gerade niedrig bewertet, aber auch nicht wirklich zu hoch. Bei einem kräftigen Rücksetzer würde ich wieder kaufen, aber momentan ist die Aktie für mich nur ein Marketperformer.

      Corning ist glasklar ein Investment wert (Okt. 2015)

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  65. Moin Michael,
    hast du eine Meinung zu der Vodafone Aktie? In deinem Depot liegt ja schon seit längerer Zeit die Aktie des Konkurrenten (Deutsche Telekom). Ich finde die Aktie gerade wegen der Pfund Allokation sehr interessant, die diesem Investment noch einen ordentlichen Discount verleiht. Ich finde Telekommunikationsunternehmen sind ein muss für jedes Depot, gerade weil sie ein stabiles Wachstum haben und nur eine geringe Volatilität aufweisen. Ich finde genau wie du, dass die Deutsche Telekom da fast noch am aussichtsreichsten erscheint, da die Bewertung noch nicht allzu hoch ausfällt, wie zum Beispiel auf dem US-Amerikanischen Markt. Leider sind die Wachstumschancen für Mobilfunkanbieter in Deutschland sehr begrenzt, wegen der Marktaufteilung auf die "drei Großen". Für Vodafone würde sprechen, dass sie sich gerade von einem Mobilfunkkonzern hin zu einem ganzheitlichen Telekommunikationsunternehmen entwickeln und auf den Zug der Konvergenzen aufspringen.

    Was meinst du ist Vodafone ein Investment wert?

    Beste Grüße
    Niklas

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    1. Bei den großen Telekommunikationsunternehmen bin ich momentan nicht im Bild, weil ich mich seit einiger Zeit eher auf kleine Unternehmen fokussiere, Schwerpunkt Deutschland. Zu Vodafone habe ich nur eine Meinung als Kunde (Festnetz, Internet, Handy) und die fällt so negativ aus, dass ich dort kein Kunde bleiben werde. Was natürlich nicht als Basis für eine Investmententscheidung ausreicht, da auch andere Telekomunternehmen hier kaum viel besser abschneiden dürften. Was den Service angeht. Hinsichtlich der grottenschlechten Verbindungsqualität und -sicherheit erwarte ich mir doch erhebliche Verbesserungen.

      Bei der Telekom gefällt mir, dass sie nicht mehr um jeden Preis "irgendwie wachsen" wollen, sondern mit Bedacht ihren Kernmarkt ausbauen und diesen angrenzend ausweiten. Die Abwertung auf die BT Group könnte vielleicht ja auch eine Chance sein, hier weitere Aktien zuzukaufen und sich so im britischen Markt zu verstärken. Aber das ist nur meine und eine reine Spekulation.

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  66. Guten Morgen Michael,

    die DRAG ist zur Zeit mein größtes Investment.
    Ich würde dieses gerne durch ein Unternehmen absichern, dass von niedrigen Ölpreisen profitiert. Mir fallen da spontan Logistikunternehmen, Reedereien und Fluggesellschaften ein. Als Absicherung sollte das Unternehmen eine hohe Eigenkapitalquote und hohen Cashflow aufweisen.

    Hälst du dies für sinnvoll?
    Wenn ja, kannst du Unternehmen empfehlen, die passen würden (zb. Ryanair?)?

    Wie immer vielen Dank und beste Grüße

    Lasse

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    1. Das bedeutet aber auch, dass Du immer irgendwo eine Baustelle hast, egal was der Ölpreis macht... Ein bisschen wie BASF, die als Chemiekonzern von niedrigen Ölpreisen profitieren, über ihre Tochter Wintershall aber von steigenden Ölpreisen. Wie man's halt betrachtet. Oder Maersk, die leiden sowohl unter den sinkenden Frachtraten im Reedereigeschäft als auch unter den niedrigen Ölpreisen, weil sie ja stark beim Nordseeöl mitmischen. "Logistik" ist also durchaus kein Selbstgänger.

      Fluggesellschaften werde ich niemals kaufen. Die Gewerkschaften sind ein Horror, der Preiskampf ist ruinös, sinkenden Kerosinpreise helfen allen. Nix für mich.

      Vielleicht gefällt Dir ja VTG? Sinken die Ölpreise, haben die weniger Kosten. Steigen die Ölpreise, wird die Konkurrenz (LKWs) teurer. Die EK-Quote ist natürlich nicht besonders üppig, auch dank der großen Übernahme der AEE.

      Ansonsten könnte das Spezialchemieunternehmen H&R interessant sein? Solange die Ölpreise nicht schnell einbrechen, kommen die mit Veränderungen gut klar. Und die EK-Quote von fast 50% ist schon grundsolide. Dividende zahlen die nicht, aber es gibt stattdessen Gratisaktien (wie Patrizia). In welchem Verhältnis steht allerdings noch nicht fest.

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  67. FunkeeHomosapien29. März 2017 um 21:46

    Hallo Michael,

    Danke für den herausragenden (!) Blog (trotz Aurelius-Armageddon...). Ich bin hier über die Deutsche Rohstoff hergekommen und habe wegen deiner guten Artikel meine Position weiter ausgebaut - mit bisher schönem Gewinn.

    In Valeant bin ich wegen deines Blogs zu 10.80 $ rein und auch hier finde ich deine Einschätzung sehr hilfreich; da ist ja heute auch gut was mit Blick auf die Fälligkeit der Schulden weitergegangen, was deinen Investment Case bestätigt. Ebenfalls über dich bin ich zu Fairfax gekommen.

    Also: Danke für die Mühe!

    Nun eine Anregung: Willst du mal etwas zu Daseke schreiben? Das scheint mir in dein Anforderungsprofil zu passen und auf Seeking Alpha gab es vor kurzem einen sehr guten Artikel dazu (17. März).

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  68. Der Blog und die Ideen sind wirklich super! Gehört nämlich zu meiner morgendlichen Routine.

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  69. Hallo Michael,

    bist du nächstes Wochenende auch in Stuttgart??

    Wie schätzt du die Situation von PNE Wind ein, nachdem jetzt neue Investoren eingestiegen sind?? Wie kann es sein das der Kurs so abschmiert??

    VG Steffen

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    1. Bei PNE Wind kommt Bewegung rein. Einer der Großaktionäre, LRI, steigt aus, ein neuer ist mit über 5% eingestiegen. "Active Ownership" wird sich kaum mit einer stillen Rolle begnügen sondern vermutlich auf das Heben von Werten drängen. Der faire Wert von PNE Wind dürfte so um die 3 Euro liegen, also noch ein gutes Stück unterhalb des aktuellen Kurses. Ob sie auf eine Sonderdividende schielen, oder auf ein massives Aktienrückkaufprogramm oder eine Kapialherabsetzung, man weiß es nicht. Die werden sich aber ja bestimmt äußern.

      Der Kurs lag ja lange Zeit wie angenagelt bei 2 Euro und hat sich in den letzten Wochen sehr erfreulich entwickelt: mehr als 40% in nur dreieinhalb Monaten. Da sind Rücksetzer ganz normal. Vielleicht sind auch einige über die Dividendenhöhe enttäuscht? Wenn der Kurs unter 2,50 Euro fallen sollte, denke ich über ein Aufstocken meiner Position nach.

      P.S.: Ich werde nicht in Stuttgart sein.

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    2. Hallo herr kissig sie meinten ja wenn der kurs unter 2,50 fallen sollte dann überlegen sie sich ihre position aufzustocken ist ja jetzt unter 2,50 euro haben sie aufgestockt oder wollen sie noch warten ?

      Danke aus Istanbul

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    3. Bei PNE Wind habe ich noch nicht aufgestockt. Die letzten meldungen zu den Offfshore-Windparks in der Nordsee waren teilweise positiv für PNE, weil DONG und EnBW mit einem Windpark den Zuschlag bekommen haben und PNE somit die nächsten Jahre weitere Meilensteinzahlungen abgreifen wird. Andererseits birgt das neue Ausschreibungsverfahren für die gesamte EEG-Branche (Solar und Wind) noch unkalkulierbare Risiken, weil noch niemand genau weiß, wie damit umzugehen sein wird. Daher halte ich mich hier erstmal noch zurück.

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  70. Hallo Michael,

    mir ist aufgefallen, dass du Mutares von K auf H gestuft hast. Kannst du vielleicht kurz erklären, was die Gründe dafür sind? Politische Unsicherheit in Frankreich? Vorbereitung auf die nicht so guten Zahlen für 2016? Oder etwas anderes?

    Viele Grüße,



    Tobias

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    1. Mutares hat sich sehr gut im Kurs entwickelt, seit ich sie zu 11€ auf meine Empfehlungsliste gesetzt habe. Es handelt sich aber um eine Turnaroundspekulation! Die Zahlen für 2016 werden kaum positiv ausfallen, denn die Neuausrichtung erfolgte ja erst im zweiten Halbjahr 2016. Hier könnte mancher sich schon zu viel versprechen von der Vorlage der Geschäftszahlen.

      Zweiter Punkt ist natürlich die Unsicherheit bzgl. der Frankreichwahl. Es sieht so aus, wenn Le Pen nicht gewinnen könnte. Aber das letzte Jahr hat gezeigt, dass solche Annahmen (Brexit-Abstimung, Italien-Referendum, US-Wahl) eben viel unpräziser prognostiziert werden können als früher.

      Und dann muss man aufgrund er aktuellen Vorkommnisse auch berücksichtigen, dass Mutares bei der Bilanzierung bzw. seiner NAV-Berechnung denselben Ansatz verfolgt wie Aurelius. Also die Unternehmen eher optimistisch bewertet, inkl. der Sanierungserfolge, und nicht zu reinen Anschaffungskosten oder gar Null, solange sie noch operativ Verluste fahren (wie es Blue Cap oder Bavaria machen). Diese Art der Darstellung ist nicht falsch oder gar betrügerisch. Sie steht aber aufgrund der Shortattacke gegen Aurelius aktuell im Fokus. Das heißt nicht, dass Mutares das gleiche blüht wie Aurelius, aber man kann auch nicht so tun, als wäre dies nicht passiert und hätte keine Folgen für die Risikoeinschätzung.

      Der dank des Kursanstiegs höhere Bewertung ist mein Hauptgrund für die Halten-Einstufung. Mutares muss nun durch Zahlen belegen, dass die neue Strategie Früchte trägt. Was ich nach wie vor annehme! Zeigen wird sich das aber wohl frühestens in den Zahlen zum ersten Halbjahr 2017, die nach der Sommerpause vorgelegt werden. Oder auch erst später, das müssen wir abwarten. Bei 11 Euro ist Mutares für mich ein Kauf. Bei 14 Euro eine Halteposition.

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  71. Hallo Michael,

    gibt es einen Grund warum du S&T noch immer auf H(alten) hast und nicht auf K(aufen)?
    Die Börse scheint langsam das Potenzial zu erkennen. Oder hälst du den Kurs für überbewertet?
    Kontron-Verschmelzung steht bevor, Umsatz 2016 +8%, Umsatz 2017 soll von 504 auf 890 Millionen Euro steigen, Ziel 2018 1 Mrd., Dividendenerhöhung auf 0,10 Euro. Über deine Einschätzung würde ich mich freuen.

    Gruß Hans-Jürgen

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    1. Und die aktuellen Kursziele liegen derzeit bei 13,60 und 14,00 Euro.
      Hans-Jürgen

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  72. Hallo Michael,
    Du bist doch der Spezialist was Beteiligungsgesellschaften angeht.
    Im KC Thread wurde neulich U.C.A. und Auden vorgestellt.
    Hast Du zufällig eine Meinung zu einer der beiden Aktiengesellschaften?
    Viele Grüße und vielen Dank für Deinen tollen Blog,

    Johannes

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    1. Auden ist keine Beteiligungsgesellschaft, sondern ein Startup-Finanzierer. Sie stellen also Venture Capital zur Verfügung, wie Rocket Internet, mic, oder German Startups Group. Allerdings gehen sie Beteiligungen nur ein, wenn sie auch eine signifikante Größe erreichen, wie z.B. 10% aller Anteile. Der Kurs ist innerhalb von wenigen Monaten von 1 auf 7 angesprungen und dann wieder auf 2,50 zurückgekommen. Das alleine ist kein Grund für einen Kauf. Eine wirkliche Bewertung fällt auch schwer, weil man die Beteiligungen und ihre Aussichten kaum einschätzen kann. Sehr hohes Risiko bei durchaus vorhanden Chancen. Für mich eher Spekulation als Investment.

      UCA habe ich immer mal auf der Watchlist, weil sie nicht selten üppige Dividenden zahlen. Bzgl. der Beteiligungen ist es ebenfalls schwer, zu einer Bewertung zu kommen. Darüber hinaus gibt es kaum Informationen durch das Management. Für mich sehen andere Beteiligungsgesellschaften als Investment interessanter aus.

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  73. Hallo Michael,

    liege ich aber trotzdem richtig mit der Annahme, dass Du Deine kürzlich erworbene Auden-Position als kleines, spekulatives Investment trotzdem beibehalten wirst? ODer evtl. zumindest noch die Möglichkeit besteht dies je nach UN-Entwicklung noch punktuell auszubauen?

    Deinen Einstiegs-Post bei W:O empfand ich als Interessant. Ich bin noch am Zögern, da ich ebenfalls die Bewertung der Beteiligungen als extrem schwierig empfinde. Auch was die potenziellen Chancen der Exits betrifft. Wirklich reine Spekulation. Ein fundierter Thread ist das bei W.O (zumindest momentan)auch nicht gerade....

    Andererseits hat sich auch schon P.Lahm, den ich für einen aus der Masse herausstechenden Fussballprofi mit einem erweiterten Blick fürs Business, bei fanmiles mit Wagniskapital engagiert. Der würde es (nach Rücksprache mit seinem Management natürlich) ja auch nicht rein aus dem Bauch heraus gemacht haben, wenn hier nicht für die Zukunft signifikante Marktpotenziale ersichtlich wären.

    Um ein nochmaliges, kurzes Update Deinerseits wäre ich dankbar.

    Danke!
    Dejan

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    1. Auden ist hier im Blog bisher kein Thema, ich bevorzuge Beteiligungsgesellschaften und weniger Venture Capital Firmen. Und ob Auden sich anders/besser entwickeln wird als Rocket Internet, mic oder German Startups Group, ist auch schwer abzuschätzen. Die Auden-Beteiligungen machen jedenfalls einen interessant(er)en Eindruck und Auden gibt sich ja nie mit weniger als 10% zufrieden. Das ist schon mal ein guter Ansatz. JimDrive, OptioPay, FanMiles klingen alle so, als könnten die wirklich Potenzial haben und als wären sie nicht nur die dritte Kopie des siebten geklonten Geschäftsmodells. Aber... Auden ist KEINE Investment, es ist ein reines Adventure, eine Spekulation. Daher auch nur mit kleinster Summe in meinem Depot als Beimischung, zu 2,60 Euro eingekauft.

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  74. Hallo Micheal,
    Mattel kam letzte Woche ganz schön unter die Räder und hat sich nun weiter deutlich von seinen alten Hochs entfernt. Die Ergebnisse der letzten Geschäftsjahre sahen auch entsprechend schlecht aus meiner (unerfahrenen) Meinung nach und lassen eher den Schluss zu, dass man hier die Finger weg lassen sollte. Meinst du die Sache ist ein Blick wert in Bezug auf einen Turnaround?
    Es könnte ja bessere Zahlen durch neue Kinofilme geben, welche den Spielzeugumsatz erhöhen oder ich habe auch gehört, dass evtl. eine Übernahme von Hasbro möglich wäre - wobei ich von solchen "Gerüchten" / Vermutungen weniger meine Investmententscheidung abhängig mache ;)

    Wie siehst du das Potential?

    Beste Grüße
    Hannes

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    1. Mattel habe ich nicht auf dem Schirm. In Zeiten zunehmender Digitalisierung, insbesondere als direkte Konkurrenz für "Old-School-Kinderspielzeug reizt mich Mattel nicht wirklich. Und die Phantasie, dass irgendein Unternehmen Mattel übernehmen könnte, reicht - wie Du ja selbst schreibst - keinesfalls als Investmentcase aus.

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    2. Danke für deine ehrliche Einschätzung.

      Beste Grüße
      Hannes

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  75. Moin Michael,

    ich möchte mir einen Sparplan einrichten. Ich stelle mir das so vor, monatlich in drei Indexe zu investieren.
    1. 40% in einen offenen amerikanischen Tech-Index
    2. 40% in einen offenen Index der größten Unternehmen Weltweit
    3. 20% in einen geschlossenen Index für deutsche Mittelstandsunternehmen

    Hälst du diese Aufteilung generell für sinnvoll und wenn ja hast du sogar Empfehlungen?

    Wie immer vielen Dank und beste Grüße

    Lasse

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    1. Deutscher Mittelstand finde ich sinnvoll, "geschlossener Index" sagt mir jetzt nichts. Generell bin ich kein großer Fan geschlossener Produkte, weil man immer die Möglichkeit haben sollte, die Anteile verkaufen zu können.

      Bei Deinen beiden 40-Prozentern sehe ich die Gefahr, dass es sich überwiegend um die gleichen Unternehmen handeln wird. Amazon, Facebook, Alphabeth, Microsoft, Oracle, Adobe usw. werden in beiden Produkten die am stärksten gewichteten Unternehmen sein. Da besteht also eine extrem hohe USA- und Tech-Lastigkeit, das erscheint mir als Risiko - auf lange Sicht - nicht ungefährlich.

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    2. Es war falsch formuliert, mit geschlossen meinte ich einen thesaurierenden etf.

      Vielen Dank für deine Einschätzung!

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  76. Hmm, was die Auswahl angeht, ist natürlich vieles Geschmackssache. Grundsätzlich finde ich die Liste aber super, da finden sich auch sehr viele Unternehmen die ich auch stark favorisiere. Was mir aber überhaupt nicht einleuchtet, ist Amazon = Kaufen, währen Sixt Vz nur = Halten ist. Was Warren Buffet wohl dazu sagen würde...

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    1. Wie gesagt, die Einschätzung Kaufen (Marketoutperformer) und Halten (Marketperformer) sind kurzfristig bis mittelfristig, beziehen sich also eher auf das aktuelle Kurspotenzial, nicht auf das langfristige Potenzial des Unternehmens. Buffett würde solche Einschätzungen überhaupt nicht vornehmen - und ich tue es auf mehrfachen, ausdrücklichen Wunsch einiger Leser des Blogs. Bis vor etwa einem Jahr gab es diese Spalte daher noch nicht.

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    2. Ok, verstehe. Hier gibt es übrigens aktuell ein nettes Bild zum Thema US-MarketCaps:
      https://go.guidants.com/q/db/e0/8/715b5f9291ee1fe9.png

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  77. Wieso änderst du deine Einschätzung zu 7c solar und capital? Keine News und keine Änderung der Kurse.

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    1. Langfristig sollten Solar- und Windparkbetreiber weiterhin profitieren, kurzfristig sehe ich hier eher weniger Kurspotenzial als bei anderen Branchen, nicht zuletzt auch wegen des Auktionsmodells bei der Neuvergabe von Flächen/Projekten.

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  78. Was haltet Ihr denn von H&M? Keiner mag sie zur Zeit. Gute Dividende. Für mich immer noch ein Top Wert.

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    1. Im Modebereich würde ich eigentlich nur auf Unternehmen mit sehr tiefem Burggraben setzen - also auf Marken, auf Luxus (wie Burberry, LVMH, Hermès). Alle anderen kriegen durch Online-Händler wie Amazon und Zalando immer größere Probleme. Auch H&M schwächelt ja schon länger, obwohl man bis vor einiger Zeit noch einer derjenigen war, die den anderen das Leben schwerer gemacht haben.

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    2. Gute H&M analyse

      https://www.oldschoolvalue.com/blog/stock-analysis/hm-stock-analysis/

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