Samstag, 19. Januar 2019

Meine Beobachtungsliste und mein Kommentar zur Börsenwoche

▶ Mein Kommentar zur vergangenen Börsenwoche 03/2019

"Der Januar brachte bisher einen starken Rebound der Aktienmärkte und dürfte eine Vielzahl von Marktteilnehmern auf dem völlig falschen Fuß erwischt haben. Denn wenn all diejenigen, die Ende 2018 von einem weiteren Absturz ausgingen und hohe Cash-Bestände als (einzige) Alternative anpriesen, dies auch so umgesetzt haben, dann wächst mit jedem weiteren Anstieg der Kurse deren Leidensdruck, weil sie die Rallye verpassen. Und je länger sie mit dem Einstieg warten, desto "schlimmer" werden die ihnen entgehenden Gewinne, da andere Leute eben diese Kursgewinne einfahren. Spätestens seit Wilhelm Busch wissen wir, dass der "Gewinn anderer fast wie Verlust empfunden wird". Daher könnte sich der Anstieg alleine deshalb weiter fortsetzen, weil immer mehr Anleger dem Druck nicht standhalten, den Kursen hinterher zu sehen und dann irgendwann doch noch auf den fahrenden Zug aufspringen". Wem das bekannt vorkommt, täuscht sich nicht. So lautete mein Kommentar in der letzten Woche und ich kann hier nahtlos anknüpfen.

Die Theorie, auch von Ken Fisher äußerte, dass gerade zum Jahresende hin viele Hedge-Fonds Positionen schließen und daher Aktien verkaufen mussten, und dass der Sell-off hier seinen Urspung hat, nämlich einem hohen Verkaufsdruck in einem ohnehin käuferschwachen Markt, scheint sich zu konkretisieren. Ken Fisher sprach neulich von der "Kraft des V", also dem finalen Sell-off, dem ein mindestens ebenso starker Anstieg folgt. Er erinnerte daran, dass er diese Kursformation auch 2008/09 ins Feld führte, als es so gut wie niemanden gab, der noch an eine Zukunft glaubte. Schon gar nicht an die der Aktienmärkte. Momentan sieht es jedenfalls danach aus, dass die "Kraft des V" wieder voll zugeschlagen hat.

An der Faktenlage hat sich in den letzten zwei Wochen nicht wirklich was geändert: der US-China-Handelskonflikt schwelt weiter, die Briten dilettieren weiter dem Brexit weiter und die schwächelnden Autoabsatzzahlen und Apples geringeres Verkaufsvolumen bei den iPhones sorgen für ausgemachte Konjunktursorgen. Im Westen und Ost also nichts Neues. Neu ist nur, dass die Märkte Meldungen nicht mehr ausschließlich negativ aufnehmen, sondern wieder mit einem höheren Maß an Realismus. Das sieht man auch am Fear & Greed Index von CNN Money, der sich von seinem in den ersten Januar-Handelstagen markierten Rekord-Negativstand bei 2 Punkten erholt hat und inzwischen wieder bei 50 Punkten notiert. Anstelle von extremer Angst also inzwischen im neutralen Bereich.

Dabei werden momentan vor allem die großen Werte und die Technologieunternehmen gekauft, während viele Nebenwerte noch nicht den Kursturbo gezündet haben. Ein ganz klassisches Szenario für eine (nachhaltige) Erholung. Der DAX deutlich über 11.000 Punkten, der Dow über 24.000 und schon in Schlagdistanz zu 25.000 Punkten, der S&P 500 über 2.650 und die NASDAQ ebenfalls satt grün. Mal sehen, ob die Bullen die Kraft verlässt oder die verbliebenen Bären in den Markt einsteigen und den Kursen nachlaufen werden. Es bleibt spannend...

Mein "Net Worth", der in 2018 ja um fast 10 Prozent gesunken war, erlebte in den ersten zweieinhalb Handelswochen des laufenden Jahres jedenfalls den bisher stärksten Anstieg (in absoluten Zahlen) und hat mehr als 80% der Verluste des Vorjahrs egalisiert; obwohl Amazon, meine größte Position, noch immer 250 Euro unter ihrem Höchstkurs von Anfang September 2018 notiert - je Aktie!

▶ Performance seit Aufnahme auf meine Beobachtungsliste.














»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also, Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste
Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Update
Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher in unregelmäßigen Abständen, wie die Entwicklungen bei den einzelnen Unternehmen sich in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.


▶ RECHTLICHER HINWEIS NACH WPHG
Viele der in meinem Blog erwähnten Werte halte oder handle ich regelmäßig. Die in diesem Blog enthaltenen Beiträge sind meine persönliche Meinung und stellen weder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar, noch sind sie als Beratungsleistung zu werten. Ich übernehme trotz aller Sorgfalt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen; sie beruhen auf Quellen, die ich für vertrauenswürdig und zuverlässig halte.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass der Handel mit Aktien, Optionsscheinen, Zertifikaten, Optionen und anderen Finanzprodukten mit grundsätzlichen Risiken verbunden ist und zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Gewinne der Vergangenheit können zukünftige Ergebnisse nicht garantieren.

Für Investitionen, die aufgrund meiner Aussagen getätigt werden, übernehme ich keinerlei Verantwortung. Jeder Anleger handelt auf eigenes Risiko und sollte sich von einem Bank unabhängigen Experten beraten lassen, inwieweit die vorgestellten Wertpapiere zu seinem persönlichen Risikoprofil passen.

Vor allem Nebenwerte und/oder Aktien in Turnaround-Situationen sind oftmals markteng und weisen daher bisweilen sehr hohe Differenzen zwischen An- und Verkaufskursen aus (sog. Spreads). Bereits kleinere Orders können daher starke Kursschwankungen auslösen. Hier sollte man daher stets mit Limits agieren!

Kommentare:

  1. Hallo,Michael,
    ich überlege meinen Bestand an Aggreko (A1XFZR) aufzustocken, bin aber noch unsicher. Meiner Meinung nach ein einfaches Geschäftsmodell mit temporären Problemen. Eine eher zurückhaltende Einschätzung bei Value&Opportunity hat mich aber verunsichert. Hast du dich vielleicht schonmal mit diesem Wert beschäftigt ? Kannst du eine Einschätzung vornehmen ? Das würde mich dann interessieren.
    Herzliche Grüße
    Maria

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    1. Moin Maria,
      Aggreko kenne ich nur oberflächlich. Die Analyse bei Value and Opportunity habe ich mir angesehen, die wirkt ziemlich stimmig. Insbesondere gibt zu denken, dass das Management selbst davon ausgeht, dass 2015 kein gutes Jahr wird und 2016 noch schlechter. Es stellt sich daher die Frage, weshalb man dann jetzt die Aktien kaufen sollte? Denn ich glaube nicht, dass diese schlechte operative Entwicklung bereits im Kurs enthalten ist - die gerät schnell wieder in Vergessenheit und bei Vorlage der nächsten Zahlen gibt es dann wieder eine negative "Überraschung" und die nächste Abverkaufswelle. Vermutlich ist es ratsam, zunächst einmal abzuwarten, bis das Überangebot nachlässt und die Aktie einen Boden findet. Auf dieser Basis kann man dann schauen, ob Aggreko eine akzeptable Bewertung (für 2016 und danach) aufweist.

      Ein Aspekt, der Aggreko in die Hände spielen könnte, ist das von mir im Blog angesprochene Naturphänomen "El Niño", das wohl in diesem Jahr wieder sein Unwesen treiben wird. Denn Einsatzmöglichkeiten für die Stromaggregate von Aggreko ergeben sich ja vor allem in Kriegs- und Krisengebieten - und die dürften dank "El Niño" zum Jahresende hin weltweit deutlich zunehmen. Das spielt dann Aggreko in die Karten, allerdings erst ab 2016. Hier könnte man also beobachten, wie schlimm "El Niño" wütet und im Wissen, dass dann die Nachfrage nach Aggrekos Generatoren anziehen wird, die Aktien im Vorgriff auf die dann zu erwartenden besseren Zahlen kaufen. Sofern die Bewertung zu dem Zeitpunkt attraktiv ist.

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    2. Ich halte auch folgende Interpretation für möglich, frei nach Kostolany, also eher stimmungstechnisch : Lt. V&O Blog ist die Aktie bei den Analysten schon länger in Ungnade gefallen, vormals Darling-Status, der Kurs dümpelt bereits seit einiger Zeit und jetzt haben viele die Aktie verkauft. Hohe Umsätze, bei fallenden Kursen. Könnte auch eine gute Einstiegsmöglichkeit sein, gerade weil die schlechten Nachrichten ja zu fallenden Kursen geführt haben, könnten diese jetzt eingepreist sein. Es ist halt die Frage, schmerzt es mich mehr, wenn mir der Kurs davonläuft, weil die Ertragssituation sich plötzlich verbessert, was ich eben nicht voraussehen kann, wann das passieren wird ? Oder schmerzt es mich mehr, wenn der Kurs noch etwas fällt, ich aber von dem Geschäftsmodell überzeugt bin und die Verluste dann halt aussitzen muss ?

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    3. So wie ich Dich verstanden habe, sitzt Du die bereits aufgelaufenen Kursverluste bei Deinem Aggreko-Bestand ja ohnehin aus, denn Du überlegst ja, weitere Aktien hinzuzukaufen. Nur zu kaufen, um den Einstiegskurs zu verbilligen, davon halte ich nichts - in absoluten Zahlen macht es die Verluste ja nicht kleiner. Einen Nachkauf würde ich nur empfehlen, wenn man davon ausgeht, dass sich das Unternehmen operativ wieder erholt. Und das Management selbst davon ausgeht, dass das nächste Jahr noch schlechter wird, dürfte die Wahrscheinlichkeit recht hoch sein, dass der Kurs noch weiter fällt. Wie gesagt, sollte El Niño zum ersten Mal in der TV-Berichterstattung auftauchen, könnte dies der Startschuss für bessere Geschäfte in 2016 sein. Und vermutlich ein guter Einstiegszeitpunkt (zumal dann ja auch der Börsenherbst hinter aus liegt, der erfahrungsgemäß ja eher eine unterdurchschnittliche Kursperformance aufweist)...

      Wenn Du allerdings total von Aggreko überzeugt bist und der Meinung, dass es dort ab 2017 wieder aufwärts geht bzw. sie wieder an die alten geschäftlichen Erfolge anknüpfen können, und Du das Geld auch über die Durststrecke dazwischen schon in das Unternehmen zu investieren, dann kannst Du natürlich auch sofort nachkaufen, weil Dir dann die letzten 10 oder 15 Prozent Absacker egal sind.

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  2. Hallo Michael,

    ich schätze deinen Blog sehr! Die Einzigartigkeit an deinem Blog ist m.E. vor allem dadurch geprägt, dass du immer offen und ehrlich bist, deiner Linie immer treu bleibst und selber auch Fehler zugibst. Hinzu kommt, dass du dein Wissen, welches du dir über Jahrzehnte mühsam selbst erarbeitet hast, hier weiter gibst. Dein Ursprungsgedanke für diesen Blog war ja, dass du selber immer wieder daran erinnerst wirst, den Regeln des Value-Investments zu folgen. Genau aus diesem Grund lese ich deinen Blog auch so gerne, da man leider des Öfteren, von den 'Leitsätzen' etwas abweichen möchte, obwohl man sich, wenn man Erfolg haben möchte, einfach daran halten muss. Aber ich denke, es ist einfach menschlich, dass man manchmal anders reagieren möchte, als es uns die Leitsätze von Warren Buffett lehren:).

    Und genau hier habe ich nun eine fundamentale Frage an dich, welche mich schon sehr lange beschäftigt. Gem. Warren Buffett und anderen großen Value-Investoren investiert man langfristig in Werte. Die Kurse, also der Preis ist nur interessant, um zu wissen, wann ein Unternehmen vom Markt unterbewertet ist und wann nicht. Was einem jedoch auffällt ist das Sommerloch. Es gibt ja die alte Börsenweisheit - 'sell in May come back in September'. Wenn man sich mal die Kurse der vergangen Jahrzehnte anschaut, trifft diese Börsenweisheit sehr oft zu. Wenn man jedoch auf Warren Buffett hört, müsste man in unterbewertete Unternehmen investieren, die Aktien liegen lassen, Tee trinken und einfach abwarten, bis der Markt den wahren Wert erkennt. Diese Sichtweise schließt mehrere Jahre ein, d.h. sehr langfristiger Ansatz. Dies ist in meinen Augen auch richtig und so habe ich in der Vergangenheit auch investiert.

    Wenn man jedoch die Börsenweisheit nimmt, welche fast jedes Jahr richtig ist, würde dies heissen, dass man sich im Mai von seinen Anteilen verabschiedet und im September wieder investiert. Das Sommerloch ist zumeist von Korrekturmaßnahmen geprägt. Wie handhabst du das? Verkaufst du Anteile noch vor dem Sommerloch, um die Cash-Quote zu steigern und dann nach dem Sommerloch wieder zu investieren oder beachtest du die alte Börsenweisheit überhaupt nicht? Ich bin wirklich am Überlegen, in Zukunft, zumindest die Anteile im Mai herunterzufahren, die Cash-Quote zu erhöhen und dann erst wieder im September nachzukaufen. Das Problem ist, dass dies an sich, eigentlich kein Value-Investment mehr wäre, da ich die Kursschwankungen ausnutzen würde, obwohl ich auch im Mai vom Wert des Unternehmens überzeugt wäre. Wenn man sich aber die Vergangenheit anschaut, ist das Sommerloch in 3 von 4 Fällen von Korrekturmaßnahmen geprägt.

    Viele Grüße!
    Stefan D.

    Ps. Es könne auch gerne die anderen Blog-Leser antworten. Habe gemerkt, dass hier ein sehr hohes KnowHow-Niveau herrscht:)

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    1. Moin Stefan,
      diese Saisonalität scheint nur zu passen, denn wenn man sich mal die "fiesen" großen Crashs der letzten Jahres vornimmt, fanden die nicht selten im Herbst statt. Allerdings hätten sie auch zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr stattfinden können (Stichwort Asienkrise), daher verzerren diese Ereignisse das Bild schon etwas nach unten.

      Auch stimmt der früher sicher richtige Spruch "Sell in May and go away - but remeber to come back in September" heute nicht mehr ohne Weiteres, denn die Sommermonate sind schon noch gute Börsenmonate. Heute ist man auch im Urlaub ständig erreichbar, das gilt für alle Marktteilnehmer, das ist also völlig anderes als früher, wo man über die Sommermonate dann von der Börse abgeschnitten war und nicht auf Unvorhergesehenes reagieren konnte.

      Als Langfristinvestor halte ich wenig davon, den Markt timen zu wollen. Damit liegt man meistens schief! Die Unternehmen werden ja nicht schlechter, nur weil der Aktienkurs etwas sinkt. Daher kann ich der Überlegung, aus Timinggründen heraus gezielt Aktien zu verkaufen, nichts abgewinnen. Allerdings braucht man die Saisonalität ja nicht zu ignorieren; man erzielt ja in der ersten Jahreshälfte auch Dividendeneinnahmen und da kann man sich mit Zukäufen ja zurückhalten und auf den - vermeintlich - schwachen Herbst warten. Dann hat man Cash auf dem Konto, um bei einem Kurseinbruch überproportional zukaufen zu können. So trennt man sich nicht aus den falschen Gründen von seinen Unternehmensbeteiligungen und kann dennoch die vermeintlich höheren Zukaufchancen im Herbst nutzen. Und ist man grundsätzlich nicht mehr von seinem Unternehmen überzeugt, dann sollte man sich von seine Aktien trennen. Aber eben nicht aus saisonalen Gründen...

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    2. Hi Michael,

      vielen Dank für deine Antwort. Ja du hast völlig recht, es wäre nichts anderes gewesen, als den Markt timen zu wollen. Und das ist wohl einer der größten Fehler, die man machen kann. Da der Markt überwiegend irrational ist, funktioniert das so nicht. Ich werde in Zukunft versuchen die Cash-Quote im Mai durch die Dividenden und die eigenen monatlichen Einzahlungen zu erhöhen und mich mit Zukäufen ab Mai-September erstmal zurück zu halten und den Markt in dieser Phase noch genauer beobachten. Von dem Wert der Unternehmen bin ich ja weiterhin überzeugt.

      Es ging mir darum, noch mehr Anteile von einem Unternehmen zu bekommen. Wenn man immer zu hohen Kursen verkauft und zu niedrigen einkauft, kann man so nach und nach immer mehr Anteile von dem Unternehmen, welches man langfristig halten möchte, gewinnen. Aber dies läuft zu sehr ins Timing rein, was man kaum bis überhaupt nicht beherrschen kann. Um hier das Risiko zu begrenzen, mach ich also doch lieber den easy Weg, behalten, Cash-Quote aus Dividenden u. Einzahlungen erhöhen, und vor allem 'abwarten'. Falls der Markt dann tatsächlich fällt, freut man sich ja auch:). Anders rum hat man nichts falsch gemacht. Danke Michael, ich wäre da vermutlich wieder in etwas hinein getappt, was zu sehr von den Leitsätzen abweicht, obwohl gerade diese langfristig gesehen so gut wie immer Gewinn versprechen.

      Viele Grüße!
      Stefan

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  3. Hallo Michael,

    auch ich möchte Dir für den tollen Blog danken. Die ein oder andere Unternehmung habe ich nicht zuletzt dank dir ins Depot gelegt.
    Ich persönlich hole mir - mittlerweile - zuerst Investmentideen bei diversen Bloggern und anschließend bewerte ich selber anhand der letzten beiden Geschäftsberichte die Unternehmen.

    Der Hintergrund meines Eintrags ist jedoch nicht nur der Lob für Deinen Blog ;-)

    Ich habe mir via Aktienscreening einige Interessante Unternehmen rausgesucht. Wäre folgende Unternehmung für deine Empfehlungsliste geeignet? Insbesondere die Finanzierungssituation lässt mich grübeln. Chancen sind langfristige niedrige Darlehen (kfw), die den EBIT weiter beflügeln könnten.
    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien/ktg-agrar-se.htm
    http://www.ktg-agrar.de/fileadmin/Dateien/Investor-Relations/Publikationen/2015/150513_KTG_Agrar_GBPflichtteil_Digital.pdf

    Besten Dank vorab und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
    Markus Wilms

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    1. Moin Markus, ich wünsche Dir ein frohes Neues Jahr!

      KTG Agrar habe ich mir vor zwei (oder drei?) Jahren mal genauer angesehen, doch ich habe mich auf kein Investment eingelassen und würde das auch weiterhin eher nicht tun. Im Agrarbereich ist wenig zu verdienen, viel hängt von staatlichen Subventionen ab. Und KTG ist enorm verschuldet, das kann der Konzern kaum aus dem laufenden Geschäft bedienen. So verkaufen de immer mal wieder Land, was ihnen recht hohe Erträge bringt, weil die Preise deutlich angezogen sind und weiterhin anziehen. Nur ist diese Einnahmequelle ja endlich und wenn man nachher die eigenen Produktionsflächen teuer pachten muss, kann man schon an der Nachhaltigkeit dieses Weges zweifeln.

      Das sieht wohl auch das KTG-management inzwischen so und hat nach der Phase des Investierens die Phase des Erntens ausgerufen. Markige Worte. Aber es geht im Kern darum, die Verschuldung und den Schuldendienst deutlich zu senken, weil man sonst irgendwann voll gegen die Wand fährt. So hat man ein Joint-Venture mit Tönnies beendet (wobei man rund 20 Mio. EUR erlöst) und die chinesische Fosun soll bereit sein, mit fast 10 Prozent bei KTG einzusteigen - mit den neuen Mitteln sollen (teure) Altschulden getilgt werden, die per Ende 2014 Netto rund 463 Mio. EUR betrugen. Wie z.B. die 2017 anstehende Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 210 Mio. EUR.

      Ich bleibe skeptisch, ob man bei KTG wirklich in ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell investieren kann und daher lasse ich diese Chance (und die damit einhergehenden Risiken) lieber an mir vorüberziehen...

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  4. Hallo Michael! Ich bin selbst seit dem IPO bei Paypal investiert, da ich mir vom Geschäftsmodell und den Chancen einiges versprochen hatte... Die vergangenen hervorragenden Zahlen haben die Einschätzungen mehr als bestätigt, trotzdem kommt PYPL einfach nicht aus dem Quark.

    Wie ist deine Meinung zur Zukunft dieses Unternehmen? Ich habe nicht vor zu verkaufen, da ich weiterhin an das Geschäftsmodell und die Vormachtstellung von Paypal glaube, frage mich aber langsam was der Markt von dieser Firma eigentlich erwartet und das Wachstum endlich einmal geschätzt wird?

    Beste Grüße!

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    1. PayPal halte ich nach wie vor für sehr aussichtsreich, man ist der Platzhirsch in diesem Bereich. Es gibt viele FinTechs, die sich ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen, insbesondere werden Square, ApplePay und GooglePay beäugt, ob die "wie eine Bombe" einschlagen und ggf. PayPal das Wasser abgraben können. In Deutschland ging nun PayBack mit einem Bezahlangebot an den Markt, auch da muss man mal sehen, ob dies beim Kunden ankommt. Das von den deutschen Banken und Sparkassen lancierte PayDirekt sehe ich als Totgeburt - es bietet keinerlei Mehrwert ggü. PayPal & Co. dafür gibt es kaum Akzeptanzstellen. Zu spät, zu schnlecht zu gar nüscht...

      Keine Frage, der Markt ist umkämpft. Ich denke, dass sich PayPal hier behaupten können wird, allerdings muss man beobachten, ob durch die zunehmende Konkurrenz nicht die Margen unter Druck kommen.

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  5. Hallo Hr. Kissig, bin durch Ihren Blog zu Jahresbeginn unter Anderem auf Blackstone und Gladstone Capital aufmerksam geworden und bin dort eingestiegen. Beide Werte gehen mir zur Zeit im Kopf um. Sollten Sie aktuell eine Einschätzung dazu haben, fände ich diese Ganz interessant und vor allem hilfreich.

    Bei Gladstone bin ich dank Ihres Blogeintrages wahnsinnig günstige beinahe zum Tiefskurs eingestiegen und ist der beste Dividendenzahler in meinem Depot. Ich hatte bei einem Plus von 25% zwar schon einen Teil verkauft, durch den Kursanstiegt bin ich jetzt mit dem Rest bei über 50% im Plus und dadurch ist Gladstone auch die größte Position in meinem Depot geworden. Nachdem die Position auch meine maximale Positions-Größe erreicht hat dachte ich immer wieder über einen weiteren Teilverkauf nach. Allerdings wollte ich auch nicht die Gans schlachten die goldene Eier legt. Mit einer Dividenrendite von ca. 15% in Relation zum Einstiegskurs ist das Papier natürlich schon ein echter Traum. :-)
    Sie kennen sich ohne Frage besser mit BDCs aus als ich. Ist das ein Wert den man durchaus für lange Zeit behalten kann? Ich müsste ja schon über mehrere Jahre Dividenden beziehen um auf die gleiche Rendite zu kommen. Der hohe Depotanteil ist im Moment eben ein gewisses Risiko, falls ich da auf dem falschen Fuß erwischt werde. Andererseits wird mein Depot vermutlich allein durch Kapitalzuflüsse die nächsten Jahre noch stark zulegen, Gladstone aber nicht mehr ewig steigen (wir haben uns dem NAV ja schon deutlich angenähert). Somit würde sich die Relation zum Gesamtdepot mit der Zeit wieder in den grünen Bereich verschieben. Und ich würde mich, als eher Dividenden-orientierter Anleger, ggf. ärgern die Cashcow zum Schlachter geführt zu haben. ;-)

    Was Blackstone betrifft ist die Lage beinahe anders rum. Die Kursentwicklung war nicht besonders gut. Die gezahlten Dividende sind okay, aber ich habe besserer Titel. Im Moment bin ein paar Prozent im Minus und denke darüber nach die Papiere zu verkaufen wenn der Kurs mal wieder etwas nach oben geht. Haben Sie nach Ihrem Verkauf hin und wieder noch einen Blick auf Blackstone geworfen?

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    1. Gladstone
      ...war zu Jahresanfang so stark eingebrochen, weil man ein erhöhtes Exposure in Unternehmen hat, die der Öl- und Gasindustrie nahestehen. Da gab es hinsichtlich des Kurses massive Übertreibungen und deshalb hatte ich GLAD zum Kauf empfohlen. Inzwischen hat sich der Kurs deutlich erholt und ich würde auf diesem Niveau nicht mehr kaufen. Verkaufen muss man aber auch nicht, GLAD ist solide aufgestellt und liefert tolle Renditen! Die (einzige) Überlegung ist halt, dass der Wert als einzelner ein nicht zu starkes Gewicht im Depot ausmachen sollte. Mehr als 25% Anteil sollte ein Wert meiner Meinung nach nicht haben, das ist aber die absolute Obergrenze! Weniger ist wohl ratsam, auch wenn im konkreten Fall natürlich die monatlichen Dividendenzahlungen kaum zu toppen sein dürften von anderen Werten. Aber Benjamin Graham lehrte uns stets, zuerst auf das Risiko zu schauen und erst danach auf die mögliche Rendite. Wenn die angedeuteten Kapitalzuflüsse nicht erst in einigen Jahren und auf Schlag eintreffen, sondern z.B. durch monatliche hohe Sparbeiträge, dann kann man natürlich auch diese Beträge samt der Dividendeneinnahmen zur Diversifikation nutzen. Dann wäre allerdings von weiteren BDCs bzw. Finanztitel eher abzuraten, um auch andere Branchen ins Depot zu bekommen.

      Blackstone
      ...da bin ich nicht mehr so sehr im Thema, da der Wert aufgrund seiner Rechtsform (Limited Partnership, L.P.) und der daraus resultierenden steuerlichen Problematik in Deutschland für mich nicht mehr investierbar ist; ich hatte das ja ausführlich dargelegt und auch u.a. KKR & Co. deswegen gleich mit aus dem Depot entfernt. Generell stehen die (US) Hedge-Fonds und Finanzinvestoren unter Druck aufgrund der hohen Gebühren und Provisionen, die sie ihren Kunden abverlangen und der eher bescheidenden Resultate der letzten beiden Jahre. Ich habe mich als Alternative ja bewusst deutschen Asset-Managern zugewandt (Deutsche Beteiligung, Llyods Fonds, Ernst Russ, Publity, Patrizia Immobilien, MPC Capital, DIC Asset). Natürlich zahlen die keine Quartalsdividenden, aber einige von ihnen weisen durchaus ansehnliche Dividendenrenditen auf. Und die zahlen ja nicht alle zur selben Zeit: DBAG und Publity im März, DIC Asset und Lloyd Fonds im Juli. Und bei Patrizia gab es bisher immer Berichtigungsaktien im Verhältnis 10:1 anstelle einer Dividenden - und das im Juni.

      Sofern man weiter auf internationale Finanzinvestoren setzen will, ohne die steuerliche Problematik zu haben, kann man auch auf einen entsprechenden ETF setzen. Wie den "DB X-TRACKERS LPX PRIVATE EQUITY INDEX ETF 1C" (WKN DBX1AN); hierbei hat man den Vorteil, dass der ETF sich um die ausländischen Dividenden kümmert und man selbst ggf. eben eine inländische Ausschüttung des ETF erhält, die den "ganz normalen" steuerlichen Regularien unterliegt.

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    2. Danke für die wie immer umfangreiche und fundierte Antwort. Das hat mir jetzt wirklich geholfen und ich bin zu einer Entscheidung gelangt mit der ich glaube ich gut leben kann. Ich werde mich von Blackstone sofort trennen, nach Berücksichtigung der Dividenden ist das ein mittlerer einstelliger Verlust, das kann ich gut verschmerzen. Das Kapital stecke ich lieber in einen Wert mit etwas höherer Dividende mit dem ich schon länger beobachte. Den Rest dann in die Deutsche Rohstoff, da wollte ich ohnehin noch aufstocken und wenn das noch etwas weiter läuft ist der Verlust in kurzer Zeit kompensiert. ;-)

      Und Gladstone bleibe ich treu. Die Position zu verkleinern hätte mich nicht glücklich gemacht. 25 Prozent hat die Position bei Weitem nicht. Ich diversifiziere lieber etwas stärker und habe alle Finanztitel (ohne REITs) zusammen gerade mal mit etwas mehr als 25% gewichtet. Danke auch für den Hinweis dann keine weiteren BDCs ins Depot zu nehmen. Da habe ich mich tatsächlich begonnen umzusehen, was eigentlich Blödsinn ist.

      Ich kann mich nur immer wieder ganz herzlich für die Arbeit bedanken die Sie in Ihren Blog stecken. Ihren Blog zu entdecken war für mich tatsächlich ein Wendepunkt als Privatanleger. Auch wenn meine persönliche Strategie von Ihrer etwas abweicht, hat Ihr Blog doch maßgeblich dazu beigetragen genug Verständnis für das Themenfeld Einzel-Aktien zu erlangen um überhaupt zu einer eigenen Strategie zu finden.

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  6. Hallo Michael,
    zuallererst möchte ich mich mal für deinen Blog bedanken. Als Neuling im Bereich Aktien schaue ich hier immer wieder interessiert herein und habe das Gefühl, dabei eine Menge über die Bewertung von Unternehmen und das Börsenleben zu lernen, ferner nutze ich deine Empfehlungen auch für eigene Investmententscheidungen.
    Seit einer Zeit gehen mir beim Lesen deines Blogs einige Fragen durch den Kopf, die du mir hoffentlich beantworten kannst.
    Meine ersten Börsenschritte habe ich im Bereich Unterhaltungselektronik gemacht und werde da bspw. in Sony investiert bleiben, da ich als junger Mensch das Gefühl habe, den Zeitgeist ganz gut abschätzen zu können und andererseits bei durchaus stabilen fundamentalen kennzahlen des Unternehmens auch Wachstumschancen (VR, sicht festigende Vorherrschaft im Heimspielbereich bei gleichzeitiger Fokussierung auf diesen Bereich) sehe, während ich den materiellen Investmentbedarf eines solchen Unternehmens auch für mich als Laien als halbwegs durchschaubar empfinde. Weil ich die Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich aber als begrenzt ansehe,da viele Aktien ja schon recht hoch bewertet scheinen und bei einem Börsenbeben wahrscheinlich zuallererst die heiße Luft bei den Aktien mit den überirdischen KGV und KBV entweicht, scheue ich mich, hier noch mehr Geld anzulegen und suche nach anderen Investitionsmöglichkeiten, wobei ich mich mich mit deinen Empfehlungen auseinandersetze.
    Die Aktienauswahl auf deiner Empfehlungsliste erscheint ja wie ein bunter Blumenstrauß, also recht wenig spezialisiert, da vermute ich, wirst du trotz dieser Diversifikation als ausgebildeter Experte auch in verschiedenen Bereichen ein gewisses Hintergrundwissen über die entsprechenden Geschäftsfelder der Unternehmen mitbringen. Als eine deiner "Lieblinge" sticht für mich gerade besonders die Deutsche Rohstoff AG als eine Rohstoffaktie hervor, wo ich zwar bärenstarke fundamentale Kennzahlen erkenne, es mir aber so vorkommt, dass man für das Abschätzen eines derartigen Investments am besten VWL studiert haben sollte, um mögliche Risiken und Chancen (Ölpreisentwicklung, Goldpreisentwicklung auch im Zusammenhang mit allen möglichen politischen Entwicklungen) zu durchschauen. Inwiefern setzt du für deine Investments denn eine breite Kenntnis des Geschäftsfelds über die reinen fundamentalen Kennzahlen hinaus voraus? Beispielsweise war ja für dich als Nicht-Biologe der "Burggraben" von Novo Nordisk vermutlich schwierig abzuschätzen.
    Und wie findest du eigentlich diese Unternehmen und wählst sie aus? Viele davon, gerade die mit erheblichem Kurspotential, findet man wohl nicht einfach so im Supermarktregal, wie es bspw Peter Lynch geschrieben hat.
    Und gibt es für dich (ethische) Ausschlusskriterien bei der Auswahl von Unternehmen? Nachdem ich bei der Deutschen Rohstoff investiert habe, musste ich bei weiterem Recherchieren mit Unmut feststellen, dass dort die "horizontalen Bohrungen" mithilfe von Fracking vorgenommen werden, welches ich eigentlich als kritisch ansehe. Da bin ich jetzt sehr ambivalent bezüglich dem weiteren Halten der Aktie.
    Gibt es tiefergehende Literatur neben den populären Werken zum Valueinvesting, die du interessierten Anlegern empfehlen kannst? Würdest du sagen, dass es sich für private Anleger lohnt, sich intensiv mit Grundlagenbüchern der BWL auseinanderzusetzen?
    Das war jetzt doch ein etwas längerer Post mit einigen Fragen, aber vielleicht findest du ja mal die Zeit, die eine oder andere Frage aufzugreifen.
    Viele Grüße Andreas

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    1. Moin Andreas,
      ein wahrlich umfassender Rundritt, den Du da hingelegt hast...

      VWL muss man nicht studiert haben, um an der Börse investieren zu können. Ich denke, man muss eine gute Allgemeinbildung haben und Spezialkenntnisse in eine oder mehreren Bereichen ist sicherlich nicht verkehrt. Eine überdurchschnittliche Bereitschaft, sich Wissen und neuer Erkenntnisse anzueignen, sind durchaus hilfreich. Letztlich muss man bereit sein, Dinge zu hinterfragen, Dinge zu lernen, und daraus seine Schlüsse zu ziehen. Nur der Meinung anderer Leute hinterherzulaufen, ist nicht ausreichend. Man muss seinen eigenen Verstand einsetzen, denn man investiert ja auch sein eigenes Geld. Entscheidend ist zu erkennen, was man nicht kann, was man nicht weiß, was man nicht versteht. Um diese Bereiche sollte man einen Bogen machen und sich auf die übrig bleibenden konzentrieren. Damit ist man der Mehrzahl der Börsianer schon einen großen Schritt voraus und mächtig im Vorteil. Man muss nicht jede vermeintlich günstige Gelegenheit mitnehmen, man sollte lieber auf die sicheren Sachen setzen. Also die, von denen man überzeugt ist.

      Spezielle BWL-Literatur halte ich nicht für nötig; ein gewisses Grundwissen über Bilanzen und Rechnungslegung, also auch die entscheidenden Kennzahlen für die Bewertung von Unternehmen/Aktien hingegen schon. Reinhold Gagels "Wie man eine Bilanz liest" finde ich gut verständlich, ebenso Nicolas Schmidlins "Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse".

      Zu DRAG und dem Fracking. Ich weiß gar nicht, was alle Leute gegen diese Fördermethode haben. Sie ist erprobt (in Deutschland wird seit mehr als 50 Jahren auf diese Weise Öl und Gas gefördert) und sie ist vergleichsweise sicher. Die Umweltschäden nehmen sich ziemlich gering aus verglichen mit den anderen Arten der Öl- und Gasförderung. Natürlich hat jeder den Fernsehbericht gesehen, wo des Wasserhahn Feuer gefangen hat. Und die meisten Leute kennen nicht die Klarstellung, dass dies nichts mit dem Fracking zu tun hatte. Wenn jedoch jemand der Meinung ist, diese Methode sei grundsätzlich abzulehnen, dann kann und sollte er vielleicht auch nicht in derartige Unternehmen investieren. Das ist ja die Entscheidung von jedem selbst.

      Ich habe keine ethische rote Linie, aber ich investiere nicht in bestimmten Bereichen. Rüstungsaktien sind für mich kein No-go, aber ich kaufe keine Tabakaktien. Krebs (durch Rauchen) verursacht unendliches Leid bei den Betroffenen und die Tabakkonzerne verdienen daran, Menschen Gift zu verkaufen und auch noch solches, das sie süchtig macht. Kein Geschäft für mich. Im Grunde gibt es ja bei allen Dingen im Leben Vor- und Nachteile, Positives und Negatives. Und jeder kann für sich entscheiden, wie er die Schwerpunkte setzt.

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    2. Hallo Michael,
      danke für deine ausführliche Antwort. Dass Fracking hierzulande schon ein alter Hut ist, war mir gar nicht bekannt. Ich werde meine bisherige Position erstmal halten, aber trotz der momentanen Kursschwäche erstmal nichts mehr dazukaufen, weil es für mich schwer abzuschätzen ist, wie schädlich Fracking tatsächlich ist, außerdem der Punkt mit dem Wohlfühlen. Da kommen mir beispielsweise Immobilienaktien durchschaubarer vor und deshalb behalte ich gerade vor allem Patrizia und Publity im Auge. Würdest du sagen, dass du dich als Finanzfachmann mit "Finanzaktien" (Assetmanager, Immobilienhandel, Versicherungen) im Allgemeinen versierter/wohler fühlst als mit Rohstoff- und Technologieaktien, wo Dinge wie technisches Know-How eine Rolle spielen?
      Schöne Grüße Andreas

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    3. Moin Andreas,
      es ist natürlich schon ein Unterschied, ob man in den Weiten Colorados oder Nevadas Fracking betreibt oder im dicht besiedelten Ruhrgebiet mit seinen großen Trinkwasserreserven im Grundwasser. Nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv. Sollte es gelingen, den inzwischen schon sehr geringen Anteil an giftigen Chemikalien vollständig zu ersetzen, wird das in Deutschland die panische Angst vor Fracking nicht lindern, aber objektiv die Methode "annehmbarer" machen.

      Zu Deiner anderen Frage: Buffett nennt das den "Circle of Competence", den man nicht verlassen sollte. Man darf nur innerhalb dieses Kompetenzradius investieren, alles was außerhalb liegt, ist tabu. So stellt man sicher, dass man (viel eher) weiß, was man tut.

      Natürlich habe ich zu einigen Bereichen einen einfacheren Zugang als zu anderen. Ich kann nicht/kaum einschätzen, wie sich bestimmte geologische Formationen auf den Ertrag oder die Kosten auswirken. Ich kann auch nicht einschätzen, wie wirkungsvoll eine Software ist, ob sie am Markt ankommt oder wie leicht es ist, sie einfach nachzuschreiben oder eine noch bessere auf den Markt zu bringen. Hier bin ich auf die Analysen und Einschätzungen anderer Leute angewiesen. Je mehr ich hier lese, um so mehr unterschiedliche Meinungen lese ich und umso besser wird mein Empfinden für das Geschäft. Wenn ich glaube, dass ich eine eigene Einschätzung der Chancen und Risiken vornehmen kann, dann bin ich bereit für ein Investment. Dann muss "nur" noch der Preis stimmen. Erkenne ich jedoch, dass ich nicht wirklich verstehe, was im Unternehmen und seinem Marktsegment vor sich geht, dann darf ich gar nicht investieren! Ich würde ja nur den Kurs kaufen und darauf hoffen, dass der sich in die gewünschte Richtung entwickelt. Den Wert des Unternehmens, absolut und relativ im Verhältnis zu seinen Wettbewerbern, kann ich dann ja überhaupt nicht einschätzen. Und Value Investing bedeutet das Ausnutzen des Unterschieds zwischen Wert und Preis. Kennt man einen oder gar beide Faktoren nicht, zockt man, aber man investiert nicht.

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  7. Guten Tag Michael,

    hast Du dich mit Lang und Schwarz befasst ? Scheint eigentlich ein tolles Unternehmen zu sein - eigentlich. Was ich stört ist, dass der Vorstand so gut wie nie mit den Aktionären kommuniziert. Keime Präsentation, Ergebniserwartung bzw. Zukunftsvisionen auf der Website.

    Allerdings scheint mir die Aktie bzw. das Unternehmen dennoch interessant. Es ist an Wikifolio mit 5 % beteiligt, ist als kleines deutsches Unternehmen doch sehr erfolgreich an der Börse und Co. Bei fast jeder Depotbank kann man über L&S kaufen - außerdem bieten sie inzwischen (war nicht immer so) Hebelprodukte an - man erweitert also die Dienstleistungspalette.

    Außerdem ist das Unternehmen eine Art Investmentbank, da sie (so weiß ich, korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege) Unternehmen bei Börsengänge und Kapitalbeschaffungen begleitet.

    Wie ist deine Einschätzung ?

    Herzlichen Dank und viele Grüße aus Bayern!

    DD

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    1. Lang & Schwarz beachte ich nur am Rande, die Ergebnisse schwanken mir zu heftig über die Jahre, nach tollen Erfolgen folgt zumeist prompt die Katerstimmung. Wikifolio halte ich für nicht ganz so risikolos für L&S und das große Wachstumspotenzial sehe ich bei Wikifolio auch nicht mehr. Ich kann das aber nicht wirklich einschätzen, daher lasse ich die Finger davon.

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  8. Hallo Michael,

    ich verfolge Deinen Blog schon ziemlich lange. Was mich jedoch immer wundert ist: Warum nimmst Du Deinem schlecht gelaufenen Empfehlungen raus (Beispiel WD)? somit hat die Liste den Anschein, dass alle Deine Empfehlungen Volltreffer. So hatte ich die List am Anfang immer verstanden. Aber sicher präsentierst Du eine andere Definition.

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    1. Es geht mir nicht um die Performance. Die Empfehlungsliste ist nur eine Übersicht, welche Aktien ich im Blick und wann ich sie erstmals empfohlen habe. Wenn aber einer dieser Werte, die ich im Blog vorgestellt habe, nicht mehr meinem Investmentcase entspricht, streiche ich ihn wieder von der Liste. Das kann daran liegen, dass sich das Geschäftsmodell geändert hat und mir nicht mehr gefällt, oder weil meine Erwartungen und/oder die des Unternehmens nicht erfüllt wurden, oder weil sich die Lage der Branche geändert hat. Oder schlicht, weil ich mich geirrt habe und mein Investmentcase nicht eintrat.

      Das führt natürlich in der Konsequenz dazu, dass vor allem die Werte dauerhaft auf der Liste bleiben, die meine Erwartungen erfüllen und die sich über die Jahre gut entwickeln. Also die Werte, wo ich - aus meiner Sicht - richtig lag und liege.

      Andererseits habe ich nach relativ kurzer Zeit die Dresdner Factoring wieder von der Liste genommen, weil diese übernommen wurde und ich nach mehrmaligem Nachbessern des Übernahmepreises kein weiteres Potenzial mehr sah. Damals war sie mit fast 200% Kurszuwachs, wenn ich mich recht erinnere, die mit Abstand beste Aktie auf meiner Liste. Und die DRAG hat zwei Jahre lang bei Kursverlusten von über -30% auf der Liste ausgeharrt, weil ich von ihr überzeugt war, weil ich mir sicher war, dass ich mit meinen Überlegungen richtig lag. Nur beim Timing eben nicht, aber das ist auch überhaupt nicht meine Stärke. Bei Western Digtal bin ich zu früh eingestiegen und als sich durch die SanDisk-Übernahme alles geändert hat, konnte ich die Situation nicht mehr einschätzen. Deshalb habe ich WD von der Liste gestrichen. Dass der Kurs sich danach prima erholt hat und sich letztlich wohl mein ursprünglicher Investmentcase doch noch einstellt, ist Pech (für mich). Oder erneut lausiges Timing, wie auch immer.

      Letztlich investiere ich mein Geld in Aktien und ich berichte hier im Blog darüber. Dabei mache ich Fehler und Verluste und erziele nicht immer Gewinne. Auch darüber berichte ich hier.

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  9. Hi Michael,
    mit der MBB hast du ja aufs richtige Pferd gesetzt und konntest gute Kurse mitnehmen ;-)
    Wie ist die Aussicht, wenn nun die Tochter Aumann an die Börse geht? Wie profitiert die MBB davon?
    Wie siehst du die Zukunft von MBB?

    Vielen Dank auch mal für deine Mühe in diesem Blog und die guten und ausführlichen Erklärungen! Dies nimmt ja schon eine menge Zeit in Anspruch!

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    1. Aumann wird die nächsten Jahre stark wachsen und dazu investieren müssen. Mit heute 50% an Umsatz und mehr noch Gewinn des MBB-Konzerns erwächst MBB hier einerseits ein Klumpenrisiko, andererseits würde man Aumann auch nicht unerhebliche Mittel aus dem MBB-Cashbestand reservieren müssen, um das Wachstum nicht nur über Fremdkapitalaufnahme (bei Aumann) generieren zu können. Daher glaube ich, dass MBB die Gunst der Stunde nutzen will, um Aumann selbständig zu positionieren und so auch die Möglichkeit von eigenen Kapitalmaßnahmen, wie Kapitalerhöhungen, zu eröffnen. Bei denen MBB nach meiner Einschätzung dann mitgehen könnte/würde, um seinen Anteil nicht auf unter 50% verwässern zu lassen.

      MBB hatte per Ende März 2016 ungefähr €15 Mio. an liquiden Mitteln ausgewiesen. Hinzu kommt der damals angenommene Free Cashfow für 2016 in ähnlicher Größenordnung - es dürfte eher mehr geworden sein. Man steht dies bezüglich also besser dar als vor der Aumann-Übernahme. Kommen nun noch zwischen €150 uns €200 Mio. hinzu durch das Aumann-IPO steht MBB vor ganz anderen Dimensionen, auch was die Größe der Targets angeht. Analog zu Warren Buffetts Wortspiel würde MBB anstelle eines Luftgewehrs künftig mit der Elefantenbüchse auf die Jagd gehen. Auch aus diesem Grund glaube ich nicht, dass Nesemeier bereits ein passendes Target konkret im Auge hat, für das er die Mittel aus dem Aumann-IPO benötigen würde. Die Suche wird in der neuen Größenordnung erst nach dem erfolgreichen IPO starten. Bis dahin blickt man sich eher in der bewährten Dimension um, also auch bei Add-ons für die übrigen Töchter. Und momentan wird ja bei Aumann auch kräftig in Wachstum investiert, das hat aktuell für MBB Vorrang, denke ich.

      Unter dem Strich kann man festhalten, dass MBB für seine knapp 93%, die man beim Aumann-IPO abgeben wird, ein Vielfaches des beim Zukauf der Claas Fertigungstechnik und Aumann-Gruppe eingesetzten Kapitals erlösen wird. Und dennoch Mehrheitsaktionär an der aus diesen beiden Firmen gegründeten Aumann AG bleiben wird.

      Daher denke ich, dass MBB auch künftig herausragende Ergebnisse bei seiner Beteiligungsauswahl treffen wird. Auch wenn es mitunter etwas länger dauert als bei anderen. MBB ist allerdings kein Finanzinvestor, sondern man baut eine Industrieholding auf. Der Weiterverkauf von Unternehmen steht nicht im Mittelpunkt, sondern die Integration in den Konzern und die dortige Wertschöpfung.

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  10. Hi Michael,

    was hälst eigentlich von der Susan Levermann-Strategie. Als Börsen-Neuling habe ich nach diesem System die Aktien Eyemaxx Real Estate und Deutsche Lufthansa gekauft. Und bin bisher nicht enttäscht worden. Beide AKtien sind gut im Plus.

    Emil

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    1. Sie scheint zu funktionieren, wobei ich kein Freund eines solchen starren Systems bin. Zu Eyemaxx ist allerdings zu sagen, dass es ein Wikifolio gibt, das nach der Levermann-Strategie vorgeht. Dieses Wiki ist ziemlich erfolgreich und wird gerade ziemlich stark beworben und in der Presse gehypet. Auch deshalb hat es große Mittelzuflüsse (aktuell sind mehr als 36 Mio. Euro in diesem Wiki investiert) und da es Eyemaxx in seinem Bestand hat (mit 12,3% hoch gewichtet), müssen alleine deswegen immer mehr Eyemaxx-Aktien für dieses Wiki gekauft werden. Inzwischen hält das Wiki einen nicht geringen Anteil des gesamten Streubesitzes. Sollte dieses eine Wiki jemals die Eyemaxx-Aktien verkaufen wollen, dann wird der Kurs vermutlich ins Bodenlose abstürzen, weil diese Menge dann gar nicht mehr am Markt platziert werden kann. Ich betrachte das als ziemlich kritisch und diese Problemstellung ist eine meiner größten Kritikpunkte am Wikifolio-System. Beim Kursanstieg freuen sich alle, beim Ausstieg kann es zu einem Crash in der betreffenden Aktie kommen. Und auch alleine dann schon, wenn zu viele Anleger viel Geld aus diesem Wiki abziehen, denn dann werden entsprechend Aktien des Wikis auf den Markt geworfen. Bei Siemens oder Vonovia ist so etwas kein Problem, bei marktengen Werten wie Pferdewetten.de oder Eyemaxx aber schon.

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    2. Vielen Dank für deine fundierte Einschätzung zu Eyemaxx. Dass ein Wikifolio in Eyemaxx investiert ist, war mir bisher nicht bekannt. Die Problematik sehe ich nun auch. Allerdings habe ich zu dem von dir geschilderten Szenario noch eine grundsätzliche Frage: Wenn der Kursverlust nichts mit dem inneren Wert eines Unternehmens zu tun hat - in unserem Szenario entziehen die Anleger einem Wiki-System ihr Vertrauen, dadurch kommt es zu massiven Kursverlusten eines im Wiki stark gewichteten Unternehmens - dann sollte sich der Aktienkurs mittel- bis langfristig doch wieder erholen und steigen. Oder gilt es nicht für marktenge Werte?

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    3. Theoretisch schon. In der Praxis kann das aber lange dauern, weil es ja zu einem massiven Vertrauensverlust der Anleger in die betreffende Aktie führen kann. Nehmen wir an, es gibt nur 1 Mio. Aktien und davon sind nur 10% in Streubesitz. Von diesen 100.000 Aktien hat inzwischen das Wiki die Hälfte im Bestand, weil ihm immer Mittel zugeflossen sind und daher immer weiter automatisch diese Aktien gekauft wurden. Wodurch der Kurs anstieg. Und auch andere Anleger kauften diese Aktie, weil sie sich prächtig entwickelte. Alle sind im Glück. Bis das Wiki verkauft - oder verkaufen muss, weil z.B. massiv Gelder aus dem Wiki abgezogen werden. Also werden nach Gewichtung im Wiki entsprechend Aktien verkauft, auch unser marktenger Wert. Der Kurs fällt. Und nun verkaufen auch andere Anleger außerhalb des Wikis - immer mehr Aktien kommen auf den Markt, dabei gibt es kaum Käufer. Der Kurs fällt stark. Passiert dies nun noch in einer Phase, wo es allgemein an der Börse stärker abwärts geht, werden Anleger auch noch mehr Geld aus dem Wiki abziehen und der Kurs der einen Aktie damit noch mehr unter Druck gesetzt. Es folgt ein sehr starker Kursverlust - und d Anleger immer hinter den Kursbewegungen irgendein Geheimnis und/oder eine Schweinerei vermuten, könnten sie auf Dauer von dieser Aktie die Nase voll haben. Und wenn das Wiki und die ehemaligen freien Aktionäre die Aktien erst einmal nicht wieder kaufen, dann erholt sich der Kurs auch nicht so schnell wieder - egal, ob das Unternehmen fundamental gut dasteht oder nicht. Das Wikifolio-Prinzip ist bei marktengen Titeln ein Raketenturbo - aber in beider Richtungen!

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    4. Herr Kissig , das mit dem Wikifolio ist schlechtweg falsch! Ein Wikifolio ist ein virtuelles Portfolio, welches durch ein, darauf aufgelegtes Zertifikat ( von Lang & Schwarz), abgebildet wird! Wie geagt, das Wikoflio-Portfolio ist rein virtuell und auch für das ( darauf aufgelegte Zertifikat) real handelbare Zertifikat ist es keine Bedingung , auch nur ansatzweise die Werte des Wikifolios zu beinhalten!! Es bildet als Derivat nur den zugrundeliegenden Index ab und geht evtl. auch Absicherungsgeschäfte ein. Das ein Wikifolio große Bestände eines Wertes hat und diese bei Investition vergrößert ist falsch. Wer das glaubt, hat ein Wikifolio und das darauf handelbare Zertifikat schlechtweg nicht verstanden !!!

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    5. Ich behaupte nicht, dass ich die Hintergründe bzgl. Wikifolio komplett verstanden habe. Aber... was ich hier wiedergegeben habe, sind die Darstellungen einiger Wikifolio-Betreiber aus dem Diskussionsboard wallstreet-online. Ich hatte den Eindruck, dass die ziemlich genau wissen, von was sie reden. Daher habe ich diese Auffassung übernommen und sehe sie als Fakt an.

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    6. Ich betreibe selbst ein Wikifolio! Fakt 1 : Ein Wikifolio ist rein virtuell, also nicht real ! Fakt 2: Das zugrundeliegende real handelbare Zertifikat bildet dieses Wikifolio ( diesen Index) ab, ohne notwendigerweise dessen Werte zu beinhalten. Auch das Investitionsvolumen in dem Zertifikat hat keinen Einfluss auf die Positionsgrößen. Ein Zertifikat ist ein Derivat, und dessen Emittenten bilden immer ein entsprechenden Index ab, der durchaus viele, tolle Aktien beinhaltet. Aber das jeweilige Zertifikat beinhaltet diese Werte nicht, meist keinen einzigen, der Emittent sichert sich anderweitig ab!
      Herr Kissig, ich halte viel von ihnen und sie machen tolle Arbeit, aber hier liegen sie einfach falsch.

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    7. Sehr interessanter Artikel zu Wikifolios; auch die Kommentare sind lesenswert. Insbesondere zur Frage, ob Aktien real gekauft werden (was für Nebenwerte bejaht wird).

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    8. Ist ja nicht zu übersehen, dass der Autor neidisch auf den Erfolg mancher Wikifolios ist und versucht sie schlecht zu reden, weil sie besser performen als er selbst. Speziell bezieht er sich dabei wohl auf die Wikifolios von Junolyst, wie man zwischen den Zeilen rauslesen kann. Fakten präsentiert der Autor jedenfalls keine.

      In den Kommentaren geht der Chefredakteur etwas näher auf das Problem der gekauften Aktien ein, liefert allerdings auch nur Vermutungen, dass Wikifolio die Aktien kaufen müsste, um sich gegen Kurssteigerungen abzusichern.

      Wenn denn die Aktien wirklich real gekauft werden proportional zum investierten Kapital und diese Käufe/Verkäufe so einen großen Einfluss auf den Kursverlauf haben, dass sie die Kurse zweistellig nach oben oder unten treiben können, wie der Autor schreibt, dann würde Wikifolio doch einen enormen Verlust dabei machen, wenn z.B. ein Trader eine Position komplett verkauft und beim Verkauf der realen Aktien der Kurs in den Keller geht.

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    9. Tasächlich kauft Lang& Schwarz im Hintergrund die in den Wikifolios gehaltenen Wertpapiere , Quelle: Bericht des Treuhänders.
      https://www.ls-tc.de/de/wikifolio/treuhand-berichte
      Der Bericht unter Godemodertrader trifft somit wohl zu.

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  11. Lieber Herr Kissig,

    vielen Dank vorab für Ihre tolle Arbeit hier in diesem Blog, für den ich regelmäßig die Werbetrommel rühre.

    Ich spiele derzeit mit dem Gedanken bei Hypoport nach der kleinen Korrektur erstmalig einzusteigen.
    Was sehen Sie hier für eine faire Bewertung an ? Wenn ich Sie richtig verstanden habe ist vor allem Europace als Burggraben zu verstehen, da die Banken in Zukunft nicht drum rum kommen werden dies für sich zu erschließen.

    Wie sehen Sie die Aussichten für die Aktie, wenn in den nächsten Jahren der Bauboom nachlassen sollte und der Zins schrittweise angehoben wird? Sind Sie nach wie vor bullish ob des Geschäftsmodells?

    Vielen Dank und schöne Grüße

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    1. Der Trend, dass immer mehr Menschen in die Metropolen ziehen und dem ländlichen Raum den Rücken kehren, wird noch über viele Jahre weitergehen. Insbesondere auch, weil junge Menschen sich vom Status Symbol Auto abkehren und eher auf andere Dinge größeren Wert legen. Was zur Folge hat, dass sie zur Fortbewegung auf ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz angewiesen sind, was aber allenfalls in den Metropolen zur Verfügung steht.

      Es wird also selbst bei steigenden Zinsen auf absehbare Zeit nicht zu einer deutlichen Nachfrageeintrübung bei Baudarlehen kommen. Und der Kostendruck der Banken sowie das Verhalten der Kunden wird immer mehr dazu führen, dass die Bankgeschäfte online abgewickelt werden. Hypoport ist hier, wie auch Marktführer Interhyp, bestens aufgestellt und wir ein großer Profiteur sein und bleiben. Hinzu kommt die große Phantasie im Versicherungsbereich, wo der Umbruch in der Branche gerade erst losgeht. Für mich bleiben daher schwache Börsentage Kauftage für Hypoport.

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  12. Hallo Michael, Apollo Investment schüttet demnächst die Quartaldividende aus. Der Aktionär hat bis 21.12.2017 die Wahl zwischen Aktien im Verhältnis 40,5333:1 oder Auszahlung der Dividende. Wie würdest du hier verfahren? Gibt es hier einen unterschiedlichen steuerlichen Aspekt je nach Wahl zu beachten? Vielen Dank

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    1. Kann ich Dir nicht wirklich beantworten, da ich meine BDCs in Euro in einem Depot bei einem Deutschen Broker habe (comdirect). Und die bieten diese Wahlmöglichkeit für BDCS (und vermutlich alle ausländischen Aktien) nicht an; es gibt immer die Bardividende. Ich habe also keine praktischen Erfahrungen, inwieweit man bei Wahl der Aktiendividende ggf. dies in Deutschland separat versteuern muss. Vielleicht hat aber jemand anderes schon diese Erfahrung gesammelt und mag das hier kommentieren?

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    2. Hallo,
      es ist korrekt, alle Banken (die ich kenne) bieten keine Wahldividende bei amerikanischen (und den meisten anderen ausländischen) Aktien an. Eine Aktiendividende wird genauso steuerlich behandelt wie die Bardividende. Du zahlst also keinen Cent mehr oder weniger.
      Meistens erhältst du die Bardividende für all deine Aktien, die du versteuerst. Und dann wird dir wie bei einem Kauf, eine Order ohne Provision mit den neuen Aktien eingestellt. Und die "zahlst" du dann mit der Bardividende.

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    3. Die Onvista hat mich regelmäßig wegen der Wahlmöglichkeit bei Main Street Capital angeschrieben, welche ja auch ein amerikanischer BDC ist. Habe aber darauf immer verzichtet da die Einbuchung wie ein Aktienkauf läuft und entsprechend teuer ist.

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  13. Hallo, warum sind in deinem Depot keine China Technolgie Werte wie Alibaba, Tencent (gut wäre über Naspers abgefeühstückt), JD.com, Baozun und keine E-Mobility Werte wie Geely, BYD, Samsung SDI, Orocobre, Lion E-Mobility ?
    Frohe Weihnachten und beste Grüße

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    1. China-Aktien meide ich. Das Land bietet keine gefestigten rechtsstaatlichen Strukturen, die Bilanzen können/werden geschönt (sowohl bei Unternehmen als auch beim Staat), ich habe keinen Bezug zu Asien und zur dortigen Mentalität und da viele der großen Unternehmen, aber auch schon Mittelständler, in China aktiv sind, habe ich genug China im Depot. Kann Alibaba schneller wachsen und höhere Gewinne einfahren als Amazon? Möglich. Amazon kann ich - subjektiv - aber wesentlich besser einschätzen, warum sollte ich mir ein vergleichbares Unternehmen heraussuchen, nur weil es evtl. noch besser sein könnte? Was ich nicht beurteilen kann? Um es mit Buffett zu sagen. Asien, Südamerika und Afrika befinden sich nicht in meinem Circle of Competence. Und solange ich in Europa und Nordamerika ausreichend interessante und aussichtsreiche Unternehmen finde, verspüre ich nicht den Drang, mich noch woanders umzusehen. Was nicht heißt, dass es dort keine lukrativen Investments gibt. Unbestritten, die gibt es. Aber eher nicht für mich.

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  14. Hallo Michael eine kurze frage kannst du paar Wörter über Muehlhan,S&T und Funkwerk verlieren würde sich jetzt noch ein einstieg lohnen. Rückspiegel 2017 hast du ja geschrieben das Funkwerk weiterhin aussichtsreich bleibt und in 2019 dürfte es dann ziemlich schnell gehen was meinst du mit ziemlich schnell

    MFG Oli

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    1. Muehlhan und S&T kann man weiter gut im Depot haben, sind aber nicht meine Favoriten. Bei Funkwerk gehe ich davon aus, dass Hörmann sich die vollständig einverleiben möchte. Sobald die Gefahr vorüber ist, dass man durch einen neuerlichen Übernahmeversuch die hohen steuerlichen Verlustvorträge bei Funkwerk vernichten würde, dürfte es schnell zu einem Übernahmeangebot kommen. Weil Funkwerk absolut tief stapelt und längst wieder richtig gute Geschäfte macht. Hörmann hätte keinerlei Vorteil, wenn sie auch nur eine weitere Sekunde warten würden, weil die Übernahme mit jedem Tag teurer würde. Am 15. Juni 2019 wäre Hörmann wieder voll handlungsfähig. Bis dahin wird Funkwerk sich operativ tot stellen und bilanziell weiterhin versuchen, möglichst unattraktiv auszusehen. Aber dann...

      Das dürfte anschließend eine Reihe von Abfindungsspezialisten, wie Scherzer & Co. auf den Plan rufen, weil die Abfindung vermutlich zum gewichteten Durchschnittskurs laufen wird, der wahre Wert aber deutlich höher anzusiedeln sein dürfte. Und darauf werden viele Abfindungsspezialisten setzen.

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  15. Hallo Michael,

    Du hast Dich bisher als ausgesprochnere Kritiker der Kryptowährungen geoutet. Nun hat Zuckerberg offiziell bestätigt, das er sich mit Blockchain und Kryptowährungen näher auseinandersetzen möchte.

    Ein FacebookCoin scheint zumindest sehr wahrscheinlich zu sein, weil für Facebook nur Vorteile bringen würde. Davon geht auch Florian Homm aus. Amazon und Google sollen angeblich auch entsprechende Planungen haben.

    http://www.chip.de/news/Bitcoin-bei-Amazon-Facebook-und-Google-Kryptowaehrung-sorgt-fuer-schlaflose-Naechte_131451015.html

    Ist es nicht jetzt an der Zeit die Facebook-Aktie zu verkaufen? Ich halte sie auch im Depot, genauso wie Bitcoins.

    Grüße
    Martin

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    1. Also hier verwechseln ständig einige etwas...Michael ist einzelnen Kryptowährungen gegenüber kritisch. Und das sollte man auch, wenn in einigen Anlegermagazinen mittlerweile öfter über Kryptowährungen berichtet wird als über Blue Chips.
      Blockchain als Technologie hingegen ist sehr interessant...!

      Auch ich halte ca. 10 Kryptowährungen, aber nur als reinen Zock!

      Wenn aber die Muddi von nebenan erzählt, sie kauft sich Bitcoins und will damit reich werden, dann ist ihre Motivation vielleicht OK. Wenn sie aber gleichzeitig von Berkshire Hathaway noch nie was gehört hat und dabei wohl eher auf einen amerikanischen Popstar statt auf eine der solidesten Aktieninvestmens weltweit tippen würde, dann läuft gerade etwas gewaltig schief!!

      Djerun!

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    2. Michael hat sich klar gegen Kryptowährungen positioniert. Folglich unterscheidet keine "guten" von "schlechten" Kryptowährungen. Eigentumsübertragung also auch Zahlungsabwicklung ohne Drittparteien ist die primäre Anwendung der Blockchain.

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    3. Ich sehe die Blockchain als eine Technologie der Zukunft an. Krypotowährungen nicht (unbedingt). Welchen Mehrwert bieten Kryptowährungen denn? Es sind private Währungen - aber ich habe kein Problem damit, dass Währungen von Staaten herausgegeben werden. Kaum jemand bezahlt mit Kryptowährungen und kann ich nicht mehr mit Geld bezahlen? Wie bemisst sich denn der "Wert" von Bitcoins oder den anderen? In Geld. Ausschließlich in Geld. In Dollar, in Euro. Funktioniert die Wirtschaft ohne Kryptowährungen? Ja. Und ohne Geld? Nein. Nicht heute, nicht morgen, vielleicht nie. Was kann eine Kryptowährung, das Geld nicht kann? Nichts. Außer eine Unmenge an Energie völlig sinnlos zu verbrauchen. Das Coinmining wird zum ernsthaften Klimaproblem - und alleine deshalb schon wird es zunehmend kritischer betrachtet von jenen, die sich die Klimaerwärmung Sorgen machen.

      Aktuell sind Kryptowährungen fast ausnahmslos Zockeranteile. Der eigentlich sinnvolle Schöpfungsgedanke ist längst pervertiert worden von der Gier derjenigen, die schnell reich werden wollen. Wer einen leeren Börsenmatel sein eigen nennt, firmiert den um in Blockchain-Krypot-Irgendwasmist und die Aktien explodieren um tausend Prozent oder mehr. Und das ist keine Blase? Hallo? Das ist Gier im Endstadium.

      Also, ich stehe der Blockchain-Technologie wohlwollend gegenüber. Ich sehe durchaus mittel- und langfristig Potenzial für Kryptowährungen. Aber ich halte nichts vom gegenwärtigen Hype und wer so etwas als Investment bezeichnet, hat den Neuen Markt nicht mitgemacht. Damals waren es keine Tulpen, sondern IPOs und Medienrechte. Und natürlich B2B- und B2C-Geschäftsmodelle, die alle ohne Kunden, ohne Umsätze und ohne Gewinne auskamen. Aber mächtig PR-Getöne. Und ich wage zu behaupten, dass am Ende der Bitcoinblase einige wenige extrem reich sind und die meisten fast alles verloren haben werden, was sie in die Blase gepumpt haben. So läuft es bei jeder Blase. Es gibt einfach nicht genug goldene Fallschirme für alle, wie bei jedem Schneeballsystem. Die letzten beißen die Hunde. Der Unterschied zu vorherigen Blasen ist allerdings, dass diese platzen kann/wird, ohne das die Realwortschaft mit in den Abgrund gerissen wird. Insofern gönne ich jedem seine Spekulationsgewinne und sehe dem Knall gelassen entgegen. Die Technologie wird die ganzen Zocker überleben, auch das dürfte feststehen...

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    4. "Bitcoin ist Betrug", "Bitcoin ist eine Tulpenzwiebel", "Bitcoin ist ein Energiefresser", "Bitcoin ist ein Pyramidensystem", "Bitcoin ist nur etwas für Kriminelle", "Bitcoin wird platzen", und, und, und.

      Wie bemisst sich der Wert von Fiat-Geld?

      Kannst Du als Normalsterblicher gegen Inflation vorgehen?

      Kannst Du Dir mit deinem Gehalt in 10 Jahren wenigstens die Hälfte von dem leisten, was du Dir heute leisten kannst?

      Sind die Transaktionskosten bei Geldtransfer über Banken vernachlässigbar gering?

      Werden Devisenkurse nicht manipuliert?

      Wem haben wir die Blockchain zu verdanken, nicht etwa dem Bitcoin-Gründer?

      Hätte Blockchain ohne den Hype auch den gleichen Stellenwert wie heute?

      Würde Kryptowährungen überhaupt ernst nehmen, wenn es den Bitcoin-Hype nicht gäbe?

      Lässt sich das Energie-Problem nicht leicht mit Proof of Stake umgehen wenn die Community dazu bereit ist?

      Ist es nicht nur ein Vorwand um Bitcoins loszuwerden (siehe jetzt China)?

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    5. Ah, endlich eine Verschwörungstheorie. Kritik an Bitcoins kann nicht substanziell sein, es müssen finstere Absichten dahinter stecken, ein "Vorwand, um Bitcoin loszuwerden".

      Zu meinen Ausführungen hast Du leider nichts geschrieben.

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    6. Was ich nicht verstehe: Weshalb haben immer alle etwas gegen die Inflation? Diese wied immer als etwas Schlechtes dargestellt, aber sofern sie sich im niedrigen Bereich kiegt (d.h. 1-2%), dann ist das durchaus positiv für die Wirtschaft, welche schlussendlich auch durch die Vergabe von Krediten (und damit zusammenhängend dem Konsum) angekurbelt wird. Wenn wir keine Inflation mehr hätten (oder schlimmer noch: wenn eine dauernde Deflation bestünde), dann würde dies zum Sparen (oder anders formuliert: zur Nicht-Ausgabe des Geldes) animieren. Konklusion: Der Wirtschaft ginge es schlechter und eine höhere Arbeitslosigkeit wären die Folgen. Und als „Normalsterblicher“ kann man insofern gegen die Inflation vorgehen, indem man langfristig in Aktien investiert. Das hingegen ist den meisten Bürger zu riskant... aber bei Kryptowährungen werden sämtliche Bedenken dann doch wieder ausgeblendet (was irgendwo doch paradox ist!?).

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    7. @Michael Auf Deine Ausführungen bin ich indirekt bei meinen Fragen eingegangen. Der "Vorwurf" mit dem Vorwand war nicht auf Dich bezogen sondern auf China. Wer verbietet dort Bitcoin-Mining, weil es zu viel Eniergie kostet? Natürlich die Chinesiche Zentralbank :-) https://www.heise.de/newsticker/meldung/China-nimmt-angeblich-Bitcoin-Miner-ins-Visier-3936191.html

      @dbc1610 Ich sage ja nicht, dass Bitcoin die Ideallösung ist. Bei EOS z.B. wird zunächst eine fixe Coinzahl ausgegeben, danach wird es auch inflationiert. Wieviel Prozent die Inflation betragen darf, entscheidet die Community.

      Mein Ansatz ist, dass die dezentralen Blockchains wie Bitcoin als Community-Lösung übereben werden, weil sie ein Stück Demokratie bedeuten. Genauso wie Linux und die gesamte Open-Source-Bewegung überlebt haben.

      Die kommerziellen Blockchains werden allerdings einen anderen Ansatz fahren, privat und teils zentralisiert. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Facebook eine dezentrale Währung einführt. Wenn es einen FacebookCoin gibt, dann wird er auch von FaceBook ausgegeben. Dazu kann ich dieses hervorragende Buch empfehlen: https://www.amazon.de/Blockchain-Grundlagen-Einf%C3%BChrung-elementaren-Schritten/dp/3958456537

      Mein Problem mit dem Bitcoin ist der fehlende Datenschutz, eine öffentlich transparente Blockchain, macht im Sinne des anonymen Geldtransfers keinen Sinn. Deswegen sind andere Coins für mich interessanter. Will aber nicht ausschließen, dass Bitcoin sich als digitaler Werthalter durchsetzen wird.

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    8. Als erster springt Kodak auf den Zug - der KodakCoin soll bald kommen.

      https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10186619-kodakcoin-aktie-erlebt-spektakulaeres-comeback

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    9. Ich denke wir sind noch nicht in der Endphase der Altcoin-Bubble und ob es eine Bitcoin-Bubble gibt, sei dahin gestellt.

      Ich denke hier muss man ganz klar Unterscheiden:
      - Ideologische Investitionen (das was Bitcoin 7 Jahre lang war)
      - Tokens, welche wirkliche Probleme lösen können (Ethereum, IOTA vielleicht?)
      - Abzocktokens und/oder die welche weder sinnvolle Lösungen für ein Problem anbieten und/oder nur auf dem Papier existieren (EOS, Tron, Cardano..)

      Die Parallelen zur DotCom sind gravierend, jedoch mit einem Unterschied: In der DotCom wurde von vielen Leuten gekauft. In der Crypto-Welt sind es immer noch sehr wenige Leute, da es 1. sehr umständlich ist einzusteigen und 2. die meisten Platformen limitiert (Kaufmenge) sind.

      Dass es für viele ein böses Erwachen geben wird ist klar. Aber als kleine Beistreuung gehören sie für mich unbedingt in ein Portfolio.
      Btw. Die Amazon Aktie war nach der DotCom Bubble nur $5 wert. Ähnliches könnten wir auch hier sehen.


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    10. Also Facebook scheint jetzt ernst zu machen. Laut Medienberichten werden auf dem Weg zum FacebookCoin jegliche Werbeanzeigen zu anderen Kryptowährungen von Facebook verbannt. Angeblich will man Nutzer vor Betrug schützen, tatsächlich werden Zuckerbergs Pläne einen eigenen Coin herauszubrigen wohl konkreter.

      https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10247810-facebook-kriegserklaerung-bitcoin-ethereum

      Ich glaube aber immer noch nicht, dass ein FacebookCoin kommt, so ein riesiger Konglomerat wird doch niemals eine Konkurrenz-Währung zum Fiatgeld schaffen.

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  16. Hallo Herr Kissig
    Haben sie evtl Anteile von Navigator verkauft um bei trr aufzustocken?
    Bei Navigator drückt der Kurs ja auch nach unten und ich kann mich nicht entscheiden wo ich zuerst aufstocken sollte wobei ttr sicher das solidere Invest ist

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    1. Nein, ich habe keine Navigator-Aktien verkauft. Navigator ist weiterhin deutlich unterbewertet, man ist allerdings stark von der 75%-Beteiligung IT Competence abhängig. Deren Zahlen sind vom Markt nicht so gut aufgenommen worden und der Kurs kam unter Druck. Dabei lagen die im Rahmen der Erwartungen, nachdem man 2017 den Turnaround vollzogen hat (zuvor hatte ITC ein neues Geschäftsfeld aufgebaut, das ging aber voll in die Hose). Bei Navigator braucht man Geduld, die Werte werden schon noch gehoben.

      Technotrans kann man mit Navigator nicht vergleichen, denn Technotrans ist ein hochprofitables Wachstumsunternehmen. Mit einem KGV um 20 nicht billig, aber aufgrund des starken, profitablen Wachstums aber eben auch nicht teuer. Bei 40 Euro für mich ein ganz klarer Kauf mit Kursziel 55 Euro.

      Technotrans agiert sehr transparent und man hat keine Schwierigkeiten, die Aktien zu handeln. Die Prognosen werden regelmäßig übererfüllt und man hat es die letzten Jahre verstanden, durch Zukäufe die Profitabilität zu steigern sowie das Geschäft in aussichtsreiche Branchen zu verbreitern. Das sind Argumente, die für ttr als Investment sprechen.

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    2. Gerne bei beiden :) Bei Navigator hat sich bewährt, aufgrund des großen Spreads bei Käufen nicht auf den aktuellen Briefkurs einzugehen, sondern stattdessen einfach frech den Geldkurs als Limit einzugeben. Der erste mit schwachen Nerven, der unbedingt verkaufen will, wird dann auf den Geldkurs eingehen. Damit bin ich am Freitag um 17:56 in Stuttgart für 1,30€ zum Zuge gekommen (Briefkurs war eigentlich 1,39€). Dieser Kurs von 17:56 ist bis Börsenschluss um 22:00 der letzte geblieben, was nochmal die Marktenge von Navigator unterstreicht...

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  17. Hallo Michael,

    hast Du eigentlich noch Polytec und At&s in deinem Depot und welches (wenn) ist höher gewichtet...

    Danke Christian

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    1. Nein, sowohl bei Polytec als auch bei AT&S war klar, dass 2017/2018 eine Übergangsphase wird mit hohen Investitionen, während die potenziellen Gewinne erst frühestens ab 2019 sprudeln würden. Daher habe ich mich schon vor einer Weile von beiden Aktien verabschiedet und meine Gewinne mitgenommen. Die Kurse waren ja stark angestiegen und bröckelten dann vor sich hin.

      Beide beobachte ich aber weiter und könnte mir auch einen Wiedereinstieg vorstellen, wenn sich abzeichnen sollte, dass die Investitionen Früchte tragen und keine Millionengräber sind. Polytec hat allerdings zuletzt enttäuscht. Weil es operativ deutlich schlechter läuft als gedacht. Und für Nullwachstum und rückläufige Gewinne ist die Aktie dann aktuell eben doch noch zu teuer, auch wenn der Kurs erheblich unter den Höchstkursen notiert. Denke, es gibt einige interessantere Titel unter Chance-Risiko-Aspekten.

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  18. Guten Abend Michael, was hältst DU von der Mutares AG? Die Mutares AG befindet sich auf Vorjahres Niveau (ca. 11,20 €) und ist unter seinem inneren Wert entfernt.Ein guter Zeitpunkt für einen Einstieg? Wie ist deine Meinung zu diesem Wert? Beste Grüße Oliver

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    1. Nein, Mutares werde ich mit der Kneifzange nicht mehr anfassen. Ich hatte im Februar begründet, weshalb ich bei Muatres ausgestiegen bin (bitte auch die Kommentare dazu lesen) und in den letzten Wochen ist alles noch viel schlimmer geworden: die ausgewiesenen NAVs kann man als Luftschlossangaben in die Tonne treten, Mutares schafft es seit langem nicht, diese NAVs bei Exits zu erzielen und auch bei STS hat man hier maßlos übertrieben. Einen schäbigen Beigeschmack hat die Situation auch dadurch, dass wochenlang STS mit extrem übertriebenen Bewertungen als IPO-Kandidat angepriesen wurde, während große Aktienpakete in den Markt gedrückt wurden. Die Vermutung liegt nahe, dass es aus dem großen Anteil des Ex-Gründers und Vorstands Geuer stammt. Und dann die Jubelmeldung zu STS, ein Paradebeispiel für Anlegerverarschung! Mutares kann die Aktien nur weit unterhalb der ursprünglichen Bewertungen an den Mann bringen und dann auch noch unterhalb der Bookbuildingspanne. Ein Armutszeugnis. Aber es kommt noch "besser": Mainfirst, eine der beiden Emissionsbanken, musste gestern bekanntgeben, dass man 8% an STS hält. Mit anderen Worten: die sind die Aktien nicht mal zu dem Ramschpreis losgeworden! Und auch Herr Laik, CEO der Mutares, hat erhebliches eigenes Geld in die STS-Aktien gesteckt, sonst wären noch weniger Aktien abgenommen worden. Man kann also nur feststellen, dass Mutares die Anleger wochenlang an der Nase herum geführt hat, dass man sein Business nicht versteht und schlecht macht und dass man fortgesetzt Ad-hoc-Meldungen mit Selbstbeweihräucherungsphrasen absetzt, die mit der Realität nichts zu tun haben.

      Mein Fazit: Mit solchen Leuten will ich nichts zu tun haben!

      Es gibt an der Börse viele gute Unternehmen mit seriösem Managagement und zukunftsfähigem Geschäftsmodell zu attraktivem Preisen. Gerade auch im Bereich der Beteiligungsgesellschaften. Warum sollte man eine Seuchenbude wie Mutares anfassen, wenn man sich auch an Top-Unternehmen wie Blue Cap, Deutsche Beteiligungs AG, MBB, Indus oder Ringmetall beteiligen kann? So groß kann meine Gier gar nicht sein, dass ich Mutares noch einmal Geld anvertrauen würde.

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  19. Hallo Michael,

    Erstmal vielen Dank für deinen tollen Blog. Du hattest ja schon bereits zwei Artikel zu Leoni geschrieben. Einmal als du deine Case vorgestellt hast und dann nochmal das kurze Update zu den gesamten Autozulieferern.
    Nach den gestrigen Zahlen ist die Aktie ja ziemlich abgestürtzt. Der Markt bemängelt ja die Profitabilität und den negativen Cash Flow. Ist deine Case immer noch intakt und siehst du das ganze langsam auch etwas kritischer?

    Danke!

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    1. Die Automobilwerte und auch die Zulieferer, wie Leoni, leiden allesamt unter Dieselgate und der Ungewissheit über die neuen Abgastests - und natürlich wegen der drohenden Strafzölle. Viele Hersteller haben massiv auf Halde produziert und dieser Stau wird irgendwann in den Markt gedrückt werden, was zulasten der dann tagesaktuellen Produktion gehen muss und wird. Eine verringerte Produktion bei den Autoherstellern führt aber zwangsläufig zu reduzierten Mengen und Gewinnen bei den Zulieferern. Und die können sich ja nicht aus dem Stand einfach andere Kunden suchen oder in andere Branchen expandieren. Da besteht eine sehr große Abhängigkeit.

      Momentan ist kaum absehbar, wie weit die Kurse in der Branche noch fallen werden. Die Kurse sind zwar stark psychologisch getrieben, aber eben auch mit einem ernsten fundamentalen Kern. Den man nicht quantifizieren kann. Momentan ist die gesamte Branche eine Blackbox und das gilt auch für Leoni und deren Perspektiven.

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  20. Hi Michael,
    was hälst du von der Erlebnis Akademie AG? In vielen Nebenwerte-Foren hört man viel positives über die Aktie, vor allem in Hinblick auf die europäische Expansion.
    Wie ist deine Meinung?
    Schönes Wochenende und beste Grüße

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    1. Erlebnis Akademie ist ein feiner deutscher Spezialwert. Trotz meiner Höhenangst bin ich dort seit Mitte März Aktionär mit einer - inzwischen - mittelgroßen Position (habe gerade mal nachgeschaut, EAK liegt auf dem elften Platz in meinem Depot); mein erster Kauf erfolgte zu €13,40 und die unternehmerische Entwicklung erfreut mich sehr. Der Krusverlauf mit knapp 45% natürlich auch. Ich denke, da wächst ein interessantes und sehr erfolgreiches Unternehmen heran, an dem man als Aktionär noch lange seine Freude haben wird.

      Die Marktkapitalisierung ist mit inzwischen €33 Mio. aber sehr niedrig, EAK ist eher ein Mikrocap. Daher habe ich das Unternehmen auch bisher nicht in meinem Blog erwähnt oder gar auf die Beobachtungsliste gesetzt. Inzwischen scheinen meine Erwähnungen bei einigen kleineren Werten durchaus zu Kursbewegungen zu führen, daher schränke ich mich hier manchmal bewusst ein.

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  21. Hallo Michael, welche dieser Werte würdest du aufgrund attraktiver Bewertungen aktuell am ehesten Nachkaufen?

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    1. Du hast Naspers, Aurelius, Corestate, Technotrans, DBAG, MVise, MBB, Ringmetall zur Auswahl gestellt (ich habe die entsprechenden Einzelkommentare mal gelöscht).

      mVISE betrachte ich momentan zurückhaltend, da mir die neue Ausrichtung nicht ganz klar ist und auch nicht, wie man ohne Just Intelligence die Umsatzziele erreichen will.

      Bei MBB und Naspers liegen deutliche NAV-Abschläge vor, die sind also günstig. Allerdings basiert der NAV auf jeweils nur einer Beteiligung; bei Naspers auf Tencent und bei MBB auf Aumann. Auch hieraus resultiert der NAV-Abschlag, da diese Beteiligungen selbst nicht gerade billig sind bzw. aktuell heftig Gegenwind bekommen (Tencent im Gamingmarkt). Beide Unternehmen haben eine gut gefüllte Kriegskasse und können auf Einkaufstour gehen - bei MBB ist dies der eigentliche Trigger für steigende Kurse.

      Aurelius ist momentan fair bewertet zum NAV. Aktuell ist kein Trigger für steigende Kurse zu erkennen, weil in den nächsten Monaten nicht mit einem großen gewinntreibenden Exit zu rechnen ist. Das sieht 2019 aber wieder ganz anders aus, daher dürfte der Kurs bald wieder die positiven Zukunftsaussichten stärker berücksichtigen als aktuell.

      Die DBAG scheint auf dem gegenwärtigen Niveau sehr attraktiv zu sein. Auch hier war nach dem Boomjahr 2017 eine Konsolidierung angesagt und es dürften im nächsten Jahr auch wieder gewinntreibende Verkäufe anstehen. Des Weiteren steigen die Provisionen aus dem Asset Management weiter spürbar an, was den Gewinn und den NAV ebenfalls steigert.

      Corestate ist wirklich sehr günstig; hier scheint jemand über längere Zeit ein größeres Paket in den Markt gedrückt zu haben und man hatte eine relativ hohe Verschuldung. Die hat sich durch den Verkauf der drei Immobilien aus dem Warehousebestand nun erheblich reduziert und daher steht Corestate noch besser da. Für mich nur eine Frage der zeit, wann der Kurs wieder richtig ins Laufen kommt.

      Technotrans leidet noch unter dem doppelten Führungswechsel und dem Abflauen des Elektro-Mobilitätshyps. Könnte gut sein, dass sie gewinnseitig nur am unteren Ende der Gewinnprognose durchs Ziel gehen in diesem Jahr. Auch bei ttr gehören Zukäufe zum Geschäftsmodell und hier gab es bisher nur zwei kleine Add-ons. Wenn da was Größeres gelingt, dürfte der Kurs wieder deutlich anspringen.

      Bei Ringmetall hat die Kapitalerhöhung für frische Mittel gesorgt und ich gehe davon aus, dass diese zügig und gut eingesetzt werden. Der hohe Stahlpreis und die Probleme in der Türkei sind hier Unsicherheitsfaktoren, die vor Bekanntgabe der nächsten Zahlen das positive Bild etwas trüben. Bei einer negativen Überraschung könnte der Kurs einen Wirkungstreffer einstecken. Wobei eben nicht ausgemacht ist, ob es überhaupt eine negative Überraschung geben muss- bisher hat Ringmetall diese Probleme gut abfedern können.

      Unterm Strich dürften die konservativsten Werte unter den von Dir genannten Corestate und die DBAG sein. Aber ob sie deshalb auch die beste Kursperformance hinlegen werden in nächster Zeit, kann ich natürlich überhaupt nicht abschätzen.

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  22. Mm, Einhell hat ein KGV von 14 bei einem Wachstum von jährlich 55% in den letzten 3 Jahren. Sieht für mich sehr günstig aus. Im größten Heimwerker-Markt der Welt (USA) sind sie bisher noch gar nicht vertreten, daher gehe ich davon aus, dass das Wachstum so schnell nicht nachlassen und der Kurs eher weiterlaufen als zurücksetzen wird.

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    1. Ja, in den letzten Jahren hat Einhell vieles (alles?) richtig gemacht und die neue Ausrichtung hat voll eingeschlagen, auch bei Umsatz und Gewinn. Das kann/sollte man aber nicht einfach in die Zukunft fortschreiben; das Unternehmen selbst sagt aber, dass diese Wachstumsraten jetzt nicht mehr so fortgesetzt werden können. Wie gesagt, wenn das PXS auch an andere Anbieter und für andere Anwendungen verkauft werden kann, jenseits der eigenen Einhell-Geräte, dann wäre das weiterer enormer Schritt. Aber das steht ja noch nicht fest und wäre auch mit nicht gerade kleinen Investitionen verbunden, die zunächst die Ergebnisse belasten würden. Einhell ist kein Selbstläufer (mehr) und aus meiner Sicht auch erstmal kein Schnäppchen.

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    2. Hallo Michael,

      das verstehe ich jetzt nicht so ganz.
      Einhell wird aktuell mit KGV von 11 fürs laufende Jahr bewertet.. KGVe19 dann noch günstiger...
      Das bei sehr guter Bilanz und schuldenfrei.
      Gibt wohl nicht viel mehr dt. Unternehmen mit ähnlicher Bewertung und dem Wachstum.

      Gruß

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  23. Hallo Michael,

    warum hast JNJ verkauft? Und Mastercard hast du neu gekauft, oder nur auf die Watchlit genommen?

    BG
    Jaykay

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    1. Nein, ich habe Johnsons & Johnson wirklich verkauft und von der Liste gestrichen, während ich MasterCard gekauft und auf die Liste gesetzt habe. Dazu werde ich auch noch einen ausführlicheren Artikel schreiben. Aber in Kurzform geht es um den Burggraben.

      JNJ: Bei meinem Investment in JNJ war ich hauptsächlich am "Nicht-Pharma-Bereich" interessiert. Das lief auch eine Zeit lang gut, während Pharma so lala lief. Zuletzt steuerte der Pharmabereich aber immer mehr zum Ergebnis bei und der Kurs hat sich von seinem Zwischentief erfreulich erholt. Beides in Kombination hat mich zum Glattstellen veranlasst.

      MasterCard: MasterCard hingegen läuft und läuft und läuft. Das Unternehmen hat (wie VISA) einen gewaltigen Burggraben in Form seiner zigtausend Akzeptanzstellen. Die große Befürchtung, das würde mit Smartphone-Pay alles vorbei sein, weil niemand mehr eine Kreditkarte (und damit VISA oder MC benötige), scheint kaum valide. Vielmehr gehen die potenziellen Herausforderer Kooperationen mit VISA und MC ein. Wie jüngst Amazon mit VISA bei der neuen Kreditkarte für Prime-Mitglieder (die ich mir auch gegönnt habe). Gleichzeitig wird die Bedeutung von Bargeld weiter abnehmen und immer häufiger bargeldlos bezahlt werden. Daher sehe ich VISA und MasterCard auch künftig weiter deutlich wachsen - für MC habe ich mich entschieden, weil es der kleinere der beiden Anbieter ist und daher noch mehr Wachstumsmöglichkeiten bietet (Akzeptanzstellen in Deutschland ca. 30.000 bei VISA, ca. 20.000 bei MC). Insgesamt hat MasterCard aber einen stärkeren Fokus auf internationales Wachstum gelegt als VISA. Auch das scheint mir attraktiver.

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  24. Hallo Michael,

    du setzt ja seit je her sehr stark auf Beteiligungsgesellschaften und hast da schöne Renditen gemacht die letzten Jahre da die BG's vom allgemeinen starken Kursanstieg voll profitiert haben. M.M.n. könnte es jetzt aber vorbei sein mit diesem Trend für die BG's, da der Markt volatiler ist und die nächsten Jahre nicht mit einer Fortsetzung der Kursanstiege zu rechnen ist. Im Falle von sinkenden Kursen sind die BG's ja direkt betroffen, da ihre Beteiligungen an Wert verlieren und steigend Zinsen wären zusätzlich schlecht fürs Geschäftsmodell.
    Ich glaube dass deshalb die Aurelius, DGAB, MBB u.a. ja alle schon deutlich (bis zu 35%) korrigiert haben. Was machst du jetzt? Kaufst du nach ("Kaufen wenn Kanonen donnern")? Oder verkaufst du um Cash zu haben für tiefer Kurse? Oder denkst du evtl. sogar über eine Branchenrotation nach weg von den BG's?
    Mich würden deine strategischen Gedanken zu den BG's sehr interessieren und wäre dir dankbar, wenn du sie mit mir/uns teilst !
    Herzliche Grüße und vielen Dank für deinen Blog !!
    Johannes

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    1. Hallo Michael ,
      (und Hallo Johannes),

      genau dieselben Gedanken habe ich mir auch gemacht. Ich mag Investitionen in kleinere Unternehmen, abseits des Mainstream, und hier insbesondere die deutschen BGs.

      Ich habe, entgegen meiner Natur, kürzlich auch mal einige andere Positionen glattgestellt, so dass ich tatsächlich mal ca. 10 % Cash halte. Normalerweise bin ich eher nahe "All in". Jetzt juckts mir natürlich schon wieder in den Fingern, die Kurse schreien mich quasi an.

      Gleichzeitig betrachte ich das kommende Marktumfeld kritisch. Ich gehöre nicht zu den Crash-Jüngern und glaube, dass wir noch eine Jahresendrally sehen. Und ich glaube auch, dass es wir noch nicht am Ende des Bullenmarktes sind. Eben weil das aktuelle alle meinen. Allerdings dürfte auch klar sein, dass wir nicht die kommenden fünf Jahre weiterhin gerade hochmarschieren. Das Marktumfeld wird zunehmends schwieriger.

      Wie sind deine Erfahrungen, wie schlagen sich die kleineren Werte in einer ausgedehnteren Korrektur, einem volatileren MArkt oder in einem starken Rücksetzer (nennen wir es mal "Crash")??

      Vorteilhaft dürfte für Blue CAp oder MBB zum Beispiel ja sein, dass sie nicht in den großen ETF sind und somit auch nicht unmittelbar von der Masse mit abverkauft werden. Die aktuelle Rücksetzer sprechen aber Bände dazu, was da noch kommen kann.

      Besten Dank,
      Beste Grüße
      AK

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    2. Wenn man jetzt Aktien verkauft, "nur" um Cash zu haben falls die Kurse weiter fallen und man dann möglicherweise tiefer wieder einsteigen kann, dann ist das reines Markettiming. Man schaut nicht auf die Unternehmen, sondern nur auf die Kurse. Das kann und will ich nicht.

      Aber natürlich schaue ich in meinem Depot, welche Unternehmen anfällig(er) sind und überlege, hier andere Gewichtungen vorzunehmen.

      Wenn die Kurse/Bewertungen fallen, sind auch die Beteiligungsgesellschaften betroffen, klar. Schaut man auf Blue Cap oder MBB, dann sind das Mittelstandsholdings. Man ist direkt an einem Teil der deutschen Wirtschaft beteiligt. Auf mittlere und lange Sicht war das in den letzten 70 Jahren zu jedem Zeitpunkt eine gute Entscheidung. Und auch wenn die Konjunktur etwas nachlässt und wenn deutsche Unternehmen stärker vom Export abhängen und somit von Handelshemmnissen stärker betroffen sein können, steuern wir ja nicht auf eine Wirtschaftskrise zu. Für einen allgemeinen Exitus sehe ich keinen Grund.

      Und gerade bei Beteiligungsgesellschaften gehören ja kaufen und verkaufen zum Businessmodell. Zuletzt war es immer schwieriger für sie, zu attraktiven Preisen neuen Beteiligungen eingehen zu können. Der Vorteil momentan könnte sein, dass sich die Erwartungen der Verkäufer auch wieder etwas reduzieren und daher die Beteiligungsgesellschaften auf der Käuferseite wieder attraktiver einkaufen können. Und das sind ja deren Unternehmensgewinne von morgen...

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  25. Hallo Michael,
    wie findest du die Zahlen von Apollo und den dreier Splitt?
    Auch deine Meinung zu Ares Capital würde mich interesieren.
    Vielen Dank und herzliche Grüsse.

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    1. Die BDCs konnte ich mir bisher noch nicht vornehmen, werde das aber demnächst mal wieder intensiver tun. Bei AINV beeindruckt mich der Reversesplit nicht, aber das operative Ergebnis sieht auf den ersten Blick sehr gut aus. Der Turnaround scheint jetzt zu greifen. Bei ARCC stieg das Net Investment Income ggü. dem Vorjahresquartal um 21%, der NAV (Buchwert) um 4%. Hinzu kommen natürlich die Dividendenzahlungen (Rendite 9,5%). Ohne Dividenden hätte man den NAV also um 13,5% gesteigert, sehr beachtlich. Die Neustrukturierung dieser BDC zahlt sich zunehmend aus! Aber auch das ist nur eine erste, oberflächliche Betrachtung. Gerade ARCC hat im dritten Quartal sehr viele Investments abgestoßen und ist neue eingegangen (jeweils mittlerer dreistelliger Mio-Betrag). Da muss man das NII nochmal genauer ansehen, der Sprung ist schon gewaltig (von $0,36 auf $0,44 je Aktie).

      Aber grundsätzlich bin ich mit beiden Unternehmen zufrieden und beide scheinen sich meinem Investmentcase entsprechend zu entwickeln. Klappt ja auch nicht immer... ^^

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  26. Ich finde die Fintech Group auch sehr günstig zurzeit. Die Firma entwickelt sich weiter, die Kundenanzahl wächst, die Transaktionen auch. Und die neue Partnerschaften mit der Österreichischen Post, das wird zunehmend interessant. Wer weiß wie groß sie noch werden...

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    1. Ja, die FinTech Group ist weiterhin aussichtsreich. Allerdings werden sie in nächster Zeit massiv investieren und dem entsprechend Kostentragen müssen für ihr neues Projekt in Österreich. Hinzu kommt die Verwässerung durch die Beteiligung der Ösi-Post, auch das muss der Gewinn je Aktie erstmal verdauen. Aber mittel- und langfristig bietet die FinTech Group weiteres Potenzial.

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    2. Der Deal mit der Ösi-Post ist geplatzt... Was soll man noch dazu sagen...Damit ist mein Vertrauen in das Management der Fintech Group auch geplatzt. Je nachdem wie die Aussage des Managements ist, werde ich eine Verkaufsentscheidung treffen.

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    3. Der Deal zwischen Fintech Group und Österreichischer Post ist geplatzt, da die österreichische Bankenaufsicht mitgeteilt hat, die Fintech Group werde "die österreichische Banklizenz nicht vor 2020 erhalten". Das hebelt natürlich die bestehende Joint-Venture-Vereinbarung komplett aus, so dass ein einvernehmlicher Rücktritt hiervon der einzig gangbare Weg ist. Nun wird man schauen müssen, ob und ggf. wie man das Ziel doch noch gemeinsam erreichen kann.

      Ich hatte die Kooperation mit der Post von Anfang an eher kritisch gesehen wegen der hohen Anfangsinvestitionen und entsprechendem Druck auf das Ergebnis der nächsten ein, zwei Jahre. Der Kurs ist aber schön zurückgekommen, so dass dieser negative Impact eingepreist sein sollte. Die heutige Meldung hat mich veranlasst, knapp unter 19 Euro meinen Bestand bei der Fintech Group aufzustocken. Auf diesem Kursniveau sollten die Chancen auf mittlere Sicht wieder klar überwiegen.

      Unabhängig davon, wie es jetzt mit der Ösi-Post weitergeht. Selbst wenn es keinerlei Kooperation mehr geben sollte, werden die die Fintech-Aktien nicht über die Börse abladen. Entweder wird aus der strategischen Beteiligung eine Finanzbeteiligung und man verkauft sie irgendwann (als Paket), oder die Fintech Group legt bei Kursen über 30 Euro ein Aktienrückkaufprogramm auf, das sich quasi fast alleine an die Ösi-Post richtet (Rocket Internet hat das vor einem halben Jahr genau so vorgemacht). Mir macht diese Beteiligung daher wenig Kopfschmerzen.

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    4. Na ja die Kooperation wäre ein wichtiger Wachstumstreiber für die Fintech Group. Wenn Du die Mitarbeiterbewertungen auf Kununu verfolgst, dann wirst Du sehen, dass sich Mitarbeiter über die zu hoch gesetzten Ziele beschweren, die nicht erfüllt werden können. Genau so ist es auch hier passiert. Das Management hat große Worte gelegt und vieles im Rahmen der Kooperation versprochen. Jetzt passiert doch nichts. Zum Einen ist das Vertrauen jetzt angeschlagen, zum Anderen ist das Wachstum damit beeinträchtigt. Über eine Aufstockung denke ic überhaupt nicht nach. Solange sie nicht eine weitere Alternative für Wachstum liefern.

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  27. Hallo Michael,

    wenn Du Deine Empfehlugsliste betrachtest: Welche Aktie aus Deiner Sicht hat Chancen auf einen 10 Bagger in den nächsten 5 Jahren?

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    1. Eine Verzehnfachung in fünf Jahren? Da kann ich nichts wirklich Seriöses drauf antworten. Klar ist, dass es sich bei solchen Vorgaben kaum um ein sehr großes Unternehmen halten kann und eine solche Vervielfachung sich auch nur unter optimistischsten Entwicklungen einstellen kann. Und vermutlich unter Zukauf von Unternehmen/Geschäft.

      Dann käme UeT in Betracht, Navigator Equity (wenn ITC verkauft wird und das Geld in Rendite treibende neue Investments gesteckt wird) oder TTL als Vehikel für die Mehrheitsposition an der GEG.Capsensixx hängt davon ab, wie sich die Tochter Coraixx entwickelt und ob das einschlägt wie eine Bombe. Vermutlich ist da aber die Fünfjahressicht zu kurz. MBB und Datagroup haben zumindest das Potenzial zum Vervielfacher; MBB muss "nur" im gleichen Stil so weitermachen wie bisher und Datagroup wächst organisch und durch Zukäufe rasant. Hier könnte irgendwann eine Übernahmeofferte den Kurs zusätzlich antreiben, wenn CEO und Großaktionär Max Schaber mal auf- und abgabewillig wird.

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    2. Na ja ich habe ein Buch "100 Baggers: Stocks that Return 100-to-1 and How to Find Them" von Michael Mayer gelesen. Die Frage ist wie wahrscheinlich ist es überhaupt ein 10-Bagger zu finden...Ein 100-Bagger wäre aus meiner Sicht mit viel Glück und extrem viel Geduld verbunden. Der Autor gibt ja viele Beispiele und eine Strategie wie man solche Unternehmen finden kann. Auch Amazon und Apple sind vor 10-20 Jahren sehr riskante Investments gewesen und keiner hätte es gedacht, dass sie heute so viel kosten. Es hätte sich ja auch ganz anders entwickeln können...

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  28. Hallo Michael,

    ich bin derzeit dabei, mein Depot etwas krisenfester auszurichten und setze (wieder) vermehrt auf Dividendenstarke, solide Unternehmen.

    Aktuell habe ich Aurelius, KAP und BB Biotech sowie (wenn auch im Immobiliensektor) Corestate Capital auf der Watchlist und plane zwei oder drei der vier zu kaufen (Blue Cap ist schon im Depot und daher nicht aufgeführt).

    Während ich bei Aurelius schon recht sicher bin, kann ich die derzeitige Lage bei BB Biotech hinsichtlich der aktuellen politischen (und vor allem panischen) Situation nicht einschätzen. DU hast ja schon länger kein Update mehr hierzu gepostet und, soweit ich nichts übersehen habe, auch nicht weiter zugekauft.

    Sind die anderen (u.a. von mir genannten) Kanididaten einfach aussichtsreicher bzw. krisenfester oder woran liegt dies?

    Beste Grüße

    Steffen


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    1. Bei BB Biotech bin ich momentan hin- und hergerissen. Der Sektor ist von mir kaum valide einzuschätzen, daher setze ich ja auf die Expertise des BB Biotech-Managements. Aber so richtig Meter hat das Investment für mich bisher nicht gemacht.

      Aurelius dürfte im nächsten halben Jahr zu den interessantesten Wert gehören, weil man wieder einige Unternehmen zur Exitreife gebracht hat und weil mindestens wieder eine Dividenden von 4 Euro zu erwarten ist. Die Durststrecke könnte siech langsam dem Ende zuneigen.

      Besonders attraktiv finde ich KAP. Die haben im laufenden Jahr mehrfach Minderheitenanteile bei Portfoliounternehmen übernommen und zwar gegen Ausgabe neuer KAP-Aktien. Nun könnte man sagen, das wäre eine Verwässerung. Aber es ist so gelungen, die Alteigentümer zu KAP-Aktionären zu machen, wodurch nicht nur die Marktkapitalisierung steigt, sondern auch der Streubesitz. Carlye ist inzwischen mit unter 50% engagiert (wegen der Verwässerung). Das gefällt mir aus mehrfacher Hinsicht: KAP ist als Beteiligungshafen interessant für die Minderheitengesellschafter der Portfoliounternehmen (sie hätten ja auch Bares verlangen können). Durch das Ansteigen des Streubesitzes wird die Aktie handelbarer und ggf. irgendwann Kandidat für einen Index. Am meisten gefällt mir aber, dass durch mehrere Eigentümerfamilien mit signifikanten Anteilen KAP eher zu einer Partnerschaft wird, wie Warren Buffett immer seine Berkshire Hathaway verstanden hat. KAP bleibt für mich ein unbeachtetes, Wert steigerndes Investment.

      Bei Corestate Capital ist der Kursverlauf über das letzte Jahr nicht wirklich zu erklären. Zuletzt stockt ein Leerverkäufer sein Engagement immer weiter auf (nun schon über 2%), was zusätzlich auf dem Kurs lastet. Ich bin da ein bisschen ratlos, weil der Kurs so überhaupt nicht zu den gemeldeten Geschäftszahlen passt. Andererseits steht Patrizia auch nicht so viel besser dar, obwohl man sogar noch bessere Zahlen abliefern konnte (denk der Rendite starken Übernahmen).

      Interessant finde ich auch PNE, die haben tolle Zahlen vermeldet, gute Abschlüsse und bauen am Windparkportfolio 2020. Mit der Strategie haben sie vor zwei Jahren schon einmal einen superfetten Millionengewinn eingefahren. Und das dürfte spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2019 wieder stärker in den Fokus rücken. Der Kurs hat sein Zwischenhoch wieder komplett abgegeben und hier winken attraktive Renditen...

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  29. Hallo Michael,

    was sagst du zu den NAV Nachrichten von Blue Cap?

    VG , Holger

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    1. Die Zahlen zum NAV bei Blue Cap sind positiv ausgefallen, aber das habe ich ja so erwartet. Der NAV betrug zum 30.06.2018 €112,2 Mio. und damit €9,8 Mio. mehr als Ende 2017. Dabei ist die WISAP herausgerechnet und Knauer/Uniplast neu mit an Bord (mit €7,6 Mio.). Bei 3,98 Mio. Aktien beträgt der NAV also €28,19. Wobei noch zu berücksichtigen ist, dass hierin keine stille Reserven aus nicht betriebsnotwendigen Vermögenswerten und Schulden der Holding- und Immobiliengesellschaften des Konzerns enthalten sind. Hier könnte/drüfte also noch Spielraum nach oben sein. Und auch Knauer befindet sich ja noch in der Umstrukturierung, so dass hier der NAV künftig noch zulegen dürfte.

      Meine bisherige Aussage war, dass der NAV bei €25 anzusiedeln sein müsste und perspektivisch zum Jahresende hin Richtung €30 laufen sollte. Nun, damit lag ich zu niedrig! Der NAV lag bereits zum Halbjahr bei €28 plus X, vermutlich also bei mindestens €30. Tendenz steigend.

      Des Weiteren will Blue Cap im Bereich Medizintechnik zukaufen und zwar nicht "klein". Klingt interessant.

      Man kann aktuell also ein aussichtsreiches Business kaufen, das einen Wert von mindestens €30 hat, perspektivisch bald an die €35. Und das für €19. Das entspräche einem Kurspotenzial zum NAV von 60% bzw. 85%. Das erscheint mir abstrus hoch zu sein als Risikoprämie wegen der Unsicherheiten bzgl. der Blue Cap-PartnerFonds-Kooperation-Fusion-Übernahme-Situation. Im Grund spricht alles für den Kauf von Blue Cap-Aktien und deshalb ist Blue Cap auch eine meiner größten Depotpositionen.

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  30. Moin. Du hattest mal alle deine BDC's vorgestellt und das Chancenrisiko Verhältnis schön ersichtlich dargelegt. Dafür erdtmal danke für deine Mühe. Nun haben ja einige Werte in letzter Zeit etwas korrigiert. Hat sich da was geändert? Bei welchen 2-3 Werten füllst du dich am wohlsten?

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  31. TPG Speciality Lending (TSLX), Ares Capital (ARCC), Main Street Capital (MAIN). Dann noch Hercules Capital (HTGC) und Gladstone Investment (GAIN).

    Bei GAIN ist durch den höheren Equity-Ansatz aber mehr Risiko drin, wie man anhand der Ausfallraten nun sieht. Der NAV steigt rasant, das NII sank. Habe hier zuletzt etwas aufgestockt nach dem Kurseinbruch.

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    1. Vor allem TPG scheint mir gutes Preis Leistungsverhältnis zu bieten auf meinen ersten eher unerfahrenen Blick. Main street glänzt wohl mit Beständigkeit. Die anderen beiden scheinen mehr auszuschütten als Sie einnehmen?

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    2. Ich habe zu allen Werten und zu BDCs (hier klicken) im Allgemeinen hier im Blog ausführliche Artikel verfasst, daher antworte ich hier mal nur kurz (ganz unten auf der Seite finden sich die Labels und auch die Links zu den Artikeln zu einzelnen BDCs): ARCC hat vor einiger Zeit eine große, schlecht(er) laufende BDC übernommen, American Capital. Das hat die AuM, die Assets under Management schön in die Höhe geschraubt, aber man sich eben auch deutlich riskantere Investments ins Boot geholt mit erhöhten Ausfallraten. Hier hat man seitdem diese Assets/Kredite abgebaut und in solche besserer Qualität umgewandelt. Man kann das am Verlauf des NAVs über die Quartale sehen, der eine Zeit lang gesunken ist, sich aber nun stabilisiert hat und seit einiger Zeit beständig ansteigt. Des Weiteren gibt es kein Absinken des NII bzw. NOI mehr (also der operativen Einnahmen aus Investmenttätigkeit). Die Dividende beträgt seit langer Zeit $0,38 je Aktie im Quartal mit ab und zu mal einer Sonderausschüttung. Die nächste liegt daher bei $0,39. Das NOI hat sich wie folgt entwickelt:

      12/17: $0,33
      03/18: $0,34
      06/18: $0,38
      09/18: $0,44

      Da ARCC viele Assets "durchtauscht" in sicherere Kredite mit niedriger Verzinsung und niedrigeren Ausfallwahrscheinlichkeiten, sinkt dadurch natürlich das NII/NOI tendenziell etwas ab. Dafür reduziert sich auch das Ausfallrisiko. Zusätzlich erzielt ARCC durch die Rückzahlung von Darlehen/Equity Beteiligungen außerordentliche Gewinne, die nicht im NII/NOI auftauchen, sondern im EPS, also dem Gewinn je Aktie.

      Das EPS hat sich wie folgt entwickelt:

      12/17: $0,38
      03/18: $0,38
      06/18: $0,39
      09/18: $0,49

      Letztlich werden die Dividenden aus dem EPS bezahlt, denn das ist der Betrag, der am Ende unterm Strich übrig bleibt. Aber wünschenswert ist natürlich, dass die Dividenden mindestens zu 100% durch das NII/NOI abgedeckt sind und Zusatzgewinne "nur" im NAV und EPS ankommen. Wo sie dann für neue Investments/Kredite zur Verfügung stehen.

      Und ARCC hat hier eine zweijährige Transformation hinter sich (und die ist noch nicht abgeschlossen), deren Erfolge sich jetzt immer deutlicher auszahlen. Dennoch wird ARCC momentan nur zu 99% des NAV gehandelt. TSLX bei 123% und MAIN sogar mit einem Aufschlag von 55% auf den NAV. Dieses Premium zahlen Anleger wegen der guten Qualität der Assets und der überdurchschnittlichen Leistungen des Managements. Ich behaupte (und erwarte), dass ARCC künftig in die Riege der BDCs aufsteigt, die mit einem Premium auf den NAV gehandelt werden.

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    3. Danke für die Aufstellung und Erklärung. Hab mir die alten Beiträge nochmal alle durchgelesen und einige Werte jetzt ins depot gelegt. Hoffentlich bleibt alles so rosig. Hab jetzt erstmal auf ein 5 Jahres Horizont angelegt. Werde wahrscheinlich dann auch Ares mitte Dezember ins depot legen. Da muss ich aber noch schauen welchen Wert ich dafür rausschmeiße. Hab anfang des Jahres noch einiges an Steuern bezahlt und jetzt sind ja einige Werte ins minus gerutscht. Also noch schnell Steuern wiederholen und etwas umbauen. Bin mir nur nicht sicher ob ich bei der DRAG plündern gehe, oder Aurelius. Oder doch alles lasse ":-D ist das alles schwer. Die gute Dividende und vor allem Quartalsweise lockt natürlich doch sehr. Und ab gewissen Kapital lohnt sich es ja richtig.

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    4. Ich habe mir die letzten Tage/Wochen Gedanken gemacht, welche Beteiligungsgesellschaften ich für 2019 für besonders aussichtsreich halte. Und Aurelius ist auf jeden Fall dabei... ;-)

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  32. Hallo Herr Kissig,
    ich habe in den letzten Wochen massiv bei Blue Cap,Grenke,MasterCard und Dr.Hönle zugeschlagen.Darf ich fragen,was ihr Beweggründe für Dr.Hönle waren bzw.haben Sie die Aktie auch in ihrem Depot oder nur auf der Liste?Und wie sehen Sie den Insiderverkauf?Und noch eine letzte Frage,falls Sie diese beantworten möchten,wie viele Aktienpositionen haben Sie in ihrem privaten Depot?Ich versuche mich immer an Buffet zu orientieren und zu konzentrieren,das gelingt im Moment leider nicht so ganz,da die schönen Kaufgelegenheiten mein Depot auf 25 Positionen "aufgeblasen" haben.Danke und Grüße in den Norden

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  33. Sixt steht bei mir auf der Beobachtungsliste.

    Allerdings habe ich auch die Allianz auf der Liste. In Sachen Digitalisierung bewegen die sich sehr gut nach vorne und was für mich auch ein großes Plus ist: Als erste ausländische Versicherungsgesellschaft in China überhaupt erhält die Allianz SE die Erlaubnis zur Gründung einer Tochtergesellschaft im Alleinbesitz.

    Spannend finde ich auch die TAG Immobilien AG. Von den großen noch am kleinsten aber gut im Wachstum.

    Die Deutsche Pfandbriefbank macht einen guten Job und hat den Vorteil vor noch nicht allzu langer Zeit frisch beginnen zu dürfen. Hier weiss ich noch nicht in wieweit Finanzierungen sich in Zukunft generell entwickeln.

    Was meint Ihr dazu? Um mal nicht nur Michael anzusprechen

    Gruß
    Günther

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    1. Die Allianz hört sich interessant an. Vor allem der momentane Vorteil in China.

      Was sagt denn Michael dazu?

      Grüße
      Thomas

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    2. Für mich sind Versicherungsaktien nichts, ich sehe da seit Jahren hohe und zunehmende Risiken und werde da kein Geld investieren. Ich habe zuletzt vor zwei Jahren ausführlicher darüber geschrieben ("Lebensversicherungsaktien: Chance oder Dividendenfalle?") und am Ende des Artikels finden sich weitere Verlinkungen zu älteren Beiträgen zum gleichen Thema.

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  34. KAP wurde heute heftig abgestraft, aus meiner Sicht ohne Grund oder wer weiß !?
    Das riecht nach günstigen Anteilen für mich

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    1. Ein Umsatz bei KAP hat zu 10% höher stattgefunden (34 Euro); danach hat der Makler den Kurs einfach auf den viel tieferen Geldkurs getaxt, ohne Umsatz. Auf Tradegate könnte man auch deutlich höhere Verkaufskurse erzielen. Hat alles nichts mit dem Unternehmen zu tun...

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  35. Also wie bei Navigator das auch schon so oft der Fall ist!
    So ganz habe ich das nicht verstanden muss ich sagen

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    1. Der Kursmakler an deutschen Regionalbörsen taxt oft den Kurs von Nebenwerten einfach auf den Geldkurs, ohne dass ein Umsatz stattgefunden hätte. Je größer der Spread zwischen Bid- und Ask-Kurs, desto verheerender sieht das aus. Bei UeT gibt es dieses "Spiel" an jedem Morgen; kurz nach 8:00 rauscht der Kurs in Frankfurt um 10 bis 15 Cents nach unten und die Aktie steht zu Handelsbeginn zweistellig im Minus. Ohne Umsatz. Gegen Abend gibt es dann meistens einen Kleinstumsatz und der Kurs normalisiert sich wieder.

      Bei Tradegate wird als Schlusskurs immer der Mittelkurs aus Bid und Ask genommen. Einen "realere" Preisangabe, finde ich...

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  36. Hat sich schon mal jemand AerCap angeschaut? Führender Flugzeug-Lessor mit einer gesunden Bilanz und weniger konjunktursensibel als eine Airline. Meiner Meinung nach im aktuellen Zyklus die beste Wahl im Luftverkehrsektor.

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    1. Ne, AerCap und auch Fluglinien selbst fallen so gar nicht in meinen Kompetenzbereich.

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  37. Hallo Michael,
    eine kleine Anmerkung/Verbesserung für dich...
    Ich würde es super finden, wenn du deine Liste mit den Artikeln von der verknüpfst.
    Sprich wenn ich auf "Steico" klicke, ich direkt zu den Artikeln komme die du über den Wert geschrieben hast.
    Vielen Dank für deine Arbeit und auf ein erfolgreiches Jahr 2019
    VG
    René

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    1. Das ist leider nicht möglich, René, da die Tabelle eine Grafik ist. Den gewünschten Effekt kannste aber erzielen, wenn Du im Blog ganz nach unten scrollst, denn dort finden sich alle Labels; auch die zu den besprochenen Unternehmen...

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  38. Hallo Michael,

    erstmal ein frohes neues Jahr!

    Zur Zeit überlege ich ob ich bei den Sixt Vz einsteigen soll. Betrachtet man die Perfomance von Sixt gibt es keinen Grund warum der Kurs eingebrochen ist. Hier sieht es klar nach der puren Angst der Masse aus. Deshalb ein guter Grund einzusteigen.
    Das USA Geschäft macht einen sehr guten Eindruck.
    Was ich mich frage ist in wie weit Konjunktursorgen respektive Rezession (man weiss es noch nicht) Auswirkungen auf Sixt haben können.
    Wenn man mal in die Zukunft denkt, ist Leasing / mieten eher das Geschäft der Zukunft, weil mehr Menschen eher in Zukunft immer "seltener" ein Auto besitzen werden. In Asien wohl noch nicht aber der Trend wird dort auch irgendwann einmal einkehren.
    Ich überlege auch ob ich auch in einen Autobauer investieren soll. Hier bleibt noch abzuwarten was dort noch auf jene zurollt in Sachen Diesel.
    Produktionskonzepte der Zukunft wie z.B. BMW es umsetzt mit BMW iNext, wo Autos mit unterschiedlichen Antrieben je nach Bedarf in einer einzigen Fabrik produziert werden können.

    Wie siehst Du Sixt und BMW?

    viele Grüße
    Hans

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    1. Bei Sixt juckt es mir auch in den Fingern, die Zahlen stimmen. Ich denke es ist ein leicht zyklischer Wert, denn in einer Rezession gehen Geschäftsreisen und Tourismus zurück, so dass der Kursrückgang infolge einer Rezessionserwartung durchaus folgerichtig ist. Das Leasing-Geschäft dürfte dagegen azyklisch sein.
      Ich gehe davon aus, dass mieten bzw. carsharing (nicht leasen) in den Städten zunehmen wird, je weniger man dort mit günstigen Verbrennern gerne gesehen ist, je teurer die E-Autos bleiben und vor allem je autonomer die Geräte vor die Haustür bestellt werden können. Auf dem Land wird kaufen / leasen wohl noch recht lange die erste Wahl sein, denn hier verwehen alle Abgase schnell, man braucht die Kiste ohnehin dauernd und selbst der Besitz von teuren E-Autos wird durch das "kostenlose" Tanken (abgesehen von den Investitionen) per eigenem Solardach oder Windrad attraktiv.
      Fazit: Wenn man daran glaubt, dass Sixt es schafft, sich zu einem Mobilitätsdienstleister zu mausern als Alternative zum eigenen Auto, dann dürfte das sehr interessant werden. Die aktuell 500 Stationen sind dafür aber viel zu wenig, da müsste dann noch kräftig Gas gegeben werden. Ob Sixt dieses Ziel hat, weiß ich nicht.

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    2. Hans, Autobauer sind nichts für mich, alleine schon wegen der enormen Investitionen in die Fabriken. Wenn die sich mal verkalkulieren und am Trend vorbeibauen, haben die ein richtiges Problem. Hinzu gesellt sich die enorme Abhängigkeit von Zulieferern, wie man bei VW und Hastor gesehen hat. Auch BMW ist daher auf meiner NoGo-Liste.

      Sixt ist vermutlich der beste Auto-Leasingspezialist, den man bekommen kann. Und deshalb auch nicht wirklich preiswert. Bisher war Sixt dieses Premium immer wert und die Expansion in die USA bietet weiterhin enorme Wachstumschancen. Was man dort meines Wissens nach dort noch nicht anbietet, ist das Flottenmanagement (für Konzerne). Aber bei zunehmender Größe in den USA und mehr Standorten dürfte das irgendwann folgen. Für mich weitrhin der attraktivste Player in diesem Markt, wenn auch nicht der günstigste...

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  39. Ich denke nicht so kompliziert und brauche meistens keine 3 Minuten für eine Kaufentscheidung.
    Hier einige Beispiele:
    1. Autowerte sind Zykliker also kaufe ich sie dann, wenn die Verluste schieben und die Dividende streichen. Das führt zu massivem Verkaufsdruck und ich kann die Aktien zum KBV von ca. 0,3-0,5 kaufen. Dann warte ich einfach 3-5 Jahre bis alle über die tolle Dividende und das niedrige KGV jubeln. So macht man einen 2-5 Bagger. Ihr könnt ja einfach mal schauen, was wäre, wenn ihr zB. Daimler jedes mal gekauft hättet, wenn die Dividende gestrichen wurde und dann einfach ein paar jahre gewartet hättet. Die Dividende dürft bei der Berechnung nicht vergessen.

    2.Warum nicht Hertz anstelle von Sixt kaufen. KGV bei 2. Insider kaufen und Onkel Carl Celian Icahn ist zu viel höheren Preisen eingestiegen. Und Onkel Carl macht seine Hausaufgen sehr, sehr gut!!! mehr muss ich nicht wissen.

    3. Celgene steht jetzt bei ca 80$. Von BMY bekomme ich in 6-12 Monaten 59$ und eine BMY Aktie. D.h ich bezahle 21$ für einen Stallwart der jetzt ohne Celgene 4,10-4,30$ pro Aktie verdient und pro Quartal 41 Cent Dividene bezahlt. Also 0,41x4:21=7,8% Dividendenrendite. Mehr brauche ich nicht zu wissen...
    Ich habe hunderte solcher Beispiele.

    Investieren ist kein Rocket Science... es sei denn Ihr macht es dazu und versucht das Unmögliche zu tun, nämlich die Zukunft vorherzusehen.

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  40. Ein weiteres gutes Beispiel war Publity vor ein paar Monaten als die zw. 10-11€ standen. Olek kauft jeden Tag wie bescheuert seine Aktien zurück und sichert zu alle Aktien aus der Kapitalerhöhung zu übernehmen. Ist doch offensichtlich dass er mehr weiß als alle andern. War ein schöner dobblebagger innerhalb von 2-4 Wochen.
    ich glaube das Valueinvesting zu einfach für die meisten Menschen. Die versuchen sich einzureden, dass eins der größten Unternehmen der Welt die nächsten Jahre ein Wachstum von über 50% halten kann und beszahlen das 100fache der Jahresgewinne... Vieleicht wird es dieses mal anders aber die Statistik sagt was anderes. Keines der Top 10 Unternemen konnte in den letzten 500 Jahren ein Wachstum von über 15% über 5-10 Jahre halten. Mehr muss ich nicht wissen und würde deshalb niemals Amazon oder Netflix und co. kaufen.

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    1. Hi Moritz,

      "Keines der Top 10 Unternemen konnte in den letzten 500 Jahren" da hat der Mann schon recht.
      Apple, Google und Amazon wären Anfang der 2000er der richtige Einstieg gewesen.

      Gruss
      Thomas

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  41. Hallo Michael,
    mit welchem Programm erstellst du deine Liste und wie holst du dir (wahrscheinlich automatisiert?) die Kurse in die Liste?

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    1. Meine Beobachtungsliste basiert auf einer selbstgebastelten Excel-Tabelle; die Kurse pflege ich wöchentlich per Hand ein. Das ist zwar etwas zeitaufwändig, aber so vergegenwärtige ich mir jeden Kurs der Aktien auf meiner Bobachtungsliste noch einmal und nehme ihn bewusster wahr. Daher habe bisher noch keinen Versuch unternommen, die Kurse automatisiert einzulesen.

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  42. Hallo Michael,
    Erstmal noch ein gesundes neues Jahr dir und deiner Familie!
    Könntest du bitte kurz deinen Investmentcase für Teva erklären. Vielen Dank uns ein schönes WE,
    Basti

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    1. Moin Basti,
      ich werde noch meinen Investmentcase für meine TEVA-Turnaroundspekulation darlegen. Hoffe, ich komme diese Woche dazu...

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  43. Hallo Michael,

    du hältst ja die KION Group weiterhin auf Deiner Beobachtungsliste.
    Obwohl es in den letzten Wochen reihenweise negative Analysten Kommentare zu der Aktie gab und sie mehrheitlich zum Verkauf empfohlen wurde ("Es gelte jetzt, kurzzyklische Unternehmen wie KION,..zu meiden") , hat sie sich die letzten Tage wieder gut seit ihren Tiefs erholt.
    Meine Frage nun: Siehst Du das Unternehmen auch als derart Zyklisch an dass im Falle eines Konjunktur Abschwungs sofort Verluste in den Büchern stehen würden? Im letzten Quartalsbericht war die Rede von vollen Auftragsbüchern, das Problem war eher dass das Unternehmen aufgrund Lieferschwierigkeiten nicht liefern konnte. Schwer vorzustellen dass von nun auf gleich die Nachfrage nach Lagertechnik und Gabelstaplern derart nachlassen sollte.
    Über eine kurze Einschätzung würde ich mich freuen.

    LG
    Lucas

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    1. Ich würde hier gern anschließen. Mich würde ebenfalls deine aktuelle Sicht zu Kion interessieren.

      Ich bin bereits länger bei Kion an Bord und sehe ich Zukunft grundsätzlich positiv. Ich teile auch die vielen positiven Aspekte aus deinen Artikeln. Umso mehr erstaunt es mich, dass Kion so gar nicht auf die Beine kommen will.

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    2. Ich bin nicht so pessimistisch wie so mancher Analyst; die miesen Absatzzahlen bei Autos, vor allem auch in China, sind doch eher auf die Abgasproblematik und den riesigen Produktionsüberhang aus dem Sommer zurückzuführen und den drohenden Handelskrieg und die Strafzölle. Die Inflationsraten gehen deutlich zurück, weil der Ölpreis massiv gesunken ist - daher ist an der US-Zinsfront eher Entspannung angesagt. Apples schlechte Absatzzahlen beim iPhone taugen als Rezessionsindikator auch kaum, denn Apple hat bei seiner Akkutauschaktion statt erwarteter 2 Mio. Akkus insgesamt 11 Mio. Akkus austauschen müssen - und damit 11 Mio. neue iPhones weniger verkauft, weil die alten Geräte mit den neuen Akkus und iOS 12 wieder einwandfrei und schnell funktionieren. Hieraus also auf einen allgemeine Konsumrückgang zu schließen, halte ich für übertrieben. Aus meiner Sicht könnte man wohl von einer Phantomrezession sprechen.

      Zu Kion: Wie gesagt, ich sehe (noch) keine harte Rezession. Kion ist unbestreitbar ein zyklischer Wert und hängt an der Investitionsneigung seiner Kunden. Aber nicht mehr so stark wie früher. Geht die Konjunktur in den Keller, bekommt Kion operativ Probleme. Andererseits verdient man immer mehr mit Servicegeschäften, also Wartung, Pflege und Wiederaufbereitung von alten Gabelstaplern. Läuft die Konjunktur nicht, halten sich die Kunden mit Neuinvestitionen zurück. Aber sie nutzen die älteren Stapler ja weiter und die werden mit zunehmendem Alter wartungsanfälliger. Damit kompensiert Kion einiges.

      Des Weiteren bedient man den Megatrend Onlinehandel. Immer mehr Unternehmen bauen riesige Logistikzentren und automatisierte Lagerhallen. Damit hören die nicht auf, wenn die Konjunktur einbricht; eher im Gegenteil! Da durch die modernsten Lager erheblich Kosten an anderer Stelle eingespart werden können, dürften die Investitionen gerade in diesem Bereich eher wenig(er) zurückgehen.

      Das alles spricht dafür, dass die massiven Kurseinbrüche bei Kion und Jungheinrich deutlich übertrieben sind.

      Bei Kion ist negativ zu werten, dass man schon länger Probleme hat, nicht nur bei der Tochter Dematic. Die hat man noch nicht überzeugend in den Griff bekommen. Positiver Spekulationsanreiz ist und bleibt allerdings die latente Übernahmefantasie durch den chinesischen Großaktionär Weichai.

      Beide Aktien sind aus meiner Sicht attraktiv. Jungheinrich ist aber momentan mein Favorit ggü. Kion, da ich das "runder" laufende operative Geschäft höher einstufen würde als eine mgl. Übernahmefantasie.

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