Montag, 16. Mai 2016

Investor-Update: Blackstone, KKR, MPC Capital, Patrizia, Publity, Softship, Triangle Capital

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Sell in may? Echt jetzt?
Der Wonnemonat Mai ist zur Hälfte vorüber und die Nervosität an den Börsen nimmt wieder zu. Die alte Börsenweisheit "Sell in my and go away" wird in allen Börsengazetten bemüht und die Autoren schreiben, weshalb die Regel zu beachten sei - oder weshalb in diesem Jahr gerade nicht. Tatsache ist jedenfalls, dass statistisch gesehen von Mitte Oktober bis Mitte April das deutliche bessere Börsenhalbjahr ist und der Kalender sagt uns, dass wir dies bereits hinter uns haben. Schaut man allerdings auf die Börsenindizes kann von "gut" nicht die Rede sein. Was nicht heißt, dass das zweite Halbjahr nicht noch viel schlechter werden kann.

Für den DAX hört man jedenfalls Ziele von 3.000 Punkten oder von 15.000. Es ist für jeden was dabei. Da ich kein Wahrsager bin, setze ich nicht darauf, den Kursverlauf vorhersagen zu können. Und ich spekuliere auch nicht darauf. Ich investiere in Werte, in Unternehmen. Und diese Unternehmen stellen sich den Herausforderungen, den Währungsschwankungen, den Konjunktursorgen, den Änderungen der Konsumentenbedürfnisse. Dafür gibt es das Management und mich darum zu kümmern ist nicht mein Job als Anleger, als Mitinhaber an einem Unternehmen. Andererseits mahnt die Erfahrung auch zur Vorsicht und daher schaue ich diese Tage, welche Aktien in meinem Depot vielleicht etwas Staub angesetzt haben, welche eine bessere Zukunft versprechen als andere. In gewisser Weise unterziehe ich mein Depot einem verspäteten Frühjahrsputz. Denn eine höhere Cashquote hat im Sommer selten zu schlechten Ergebnissen geführt. Im Gegenteil, man kann so sich ggf. bietende Möglichkeiten wahrnehmen und sich mit ausgesuchten Aktien eindecken, sollten die Kurse taumeln.



 Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index 
Fear-and-Greed-Index sinkt weiter
Der Angst-und-Gier-Index ist inzwischen in den neutralen Bereich gesunken und notiert aktuell bei 54 Punkten. Von Euphorie ist nichts (mehr) zu spüren und die verhaltene Kursentwicklung der großen amerikanischen Werte, wie Apple, Alphabet oder Microsoft fordert ihren Tribut. Die Umsätze und Gewinne wachsen nicht (mehr) in den Himmel und damit bleibt auch weniger Kursphantasie übrig.

Für die Nebenwerte gilt dass diese erhöhte Chancen, aber auch Risiken mit sich bringen. Während bei den Blue Chips kaum ins Gewicht fällt, wenn ein größeres Projekt sich um ein paar Wochen in ein anderes Quartal verschiebt, oder ein großer Kunde mal einige Zeit später seine Rechnung bezahlt, hat das für das Zahlenwerk kleiner Unternehmen teilweise erhebliche Auswirkungen. Dem entsprechend reagieren auch die Aktienkurse und nicht selten steigen oder fallen die Kurse am Berichtstag zweistellig. Hat man "auf das richtige Pferd gesetzt", kann man sich an den Kursgewinnen erfreuen und muss nur sehen, ob damit nicht bereits das mittelfristige Kurspotenzial ausgeschöpft ist. Bricht hingegen der Börsenkurs ein, können sich außergewöhnliche Chancen bieten. Denn wenn Umsatz und Gewinn deutlich unter Plan liegen und dies an einer verspäteten Abrechnung oder Zahlung liegt, die nun im nächsten Quartal geleistet wird, dann ist ein starker Kurseinbruch die Chance, sich hier günstig einzukaufen. Liegt hingegen ein dauerhaftes Problem im Unternehmen vor, sind niedrigere Kurse alleine kein Kaufgrund.

Kaufe billig, kaufe dreckig...
Dort, wo Euphorie und Zuversicht herrscht, findet man kaum günstige Bewertungen und damit niedrige Aktienkurse. Aussichtsreiche Investments tummeln sich dort, wo die Kurse am Boden sind, in den "hässlichen" Branchen, die von Anlegern gerade gemieden werden. Diese Chancen kann man wahrnehmen, wenn man gegen den Markt handelt - und die nötige Geduld mitbringt, darauf zu warten, dass der Markt sich erholt und die Unternehmen in diesem Bereich wieder höhere Gewinne einfahren. Und damit die Kurse anspringen. In der Presse wird vor allem über die deutschen Banken geschrieben, die Energieversorger. Hier sind es vor allem regulatorische Vorgaben und staatliche Restriktionen bzw. Entscheidungen, die den Unternehmen die Luft zum Atmen nehmen. Kein guter Nährboden für gute Geschäfte und Kurserholungen. Dank der niedrigen Zinsen haben Anleger weiterhin einen Anlagenotstand und daher flüchten sie in Immobilien und andere Sachwerte. Die Anbieter "alternativer Anlagen" verspüren daher rege Nachfrage - offene Immobilienfonds sind trotz der katastrophalen Erlebnisse der Anleger vor nur wenigen Jahren so sehr überlaufen, dass sie keine neuen Anleger mehr aufnehmen.

Ich habe zuletzt bereits in diesem Bereich zugeschlagen. Die Deutsche Beteiligungs AG kann man hierzu zählen, weil sie über ihre Fonds Anlegern die Möglichkeiten bietet, sich an Unternehmensübernahmen und Management-Buy-Outs zu beteiligen. Publity managt notleidende Immobilienkredite für internationale Finanzinvestoren und bietet ebenfalls Fonds für Privatanleger an, wo diese an diesem einzigartigen Geschäftsmodell partizipieren können. MPC Capital ist ein Anbieter von Fonds und Anlagen mit Schwerpunkt Schifffahrt, Immobilien und Infrastruktur - durch das Betreuen der selbst aufgelegten Publikumsfonds verdient man nicht nur direkt an den Co-Investments, sondern hat sich auch eine stetige Einnahmequelle durch Gebühren und Provisionen geschaffen. Alle drei Unternehmen agieren ähnlich und das in unterschiedlichen Bereichen: Unternehmen, Immobilien, Schifffahrt und Infrastruktur. Und alle drei sind inzwischen in meinem Depot überproportional gewichtete Positionen.

Insbesondere der Bereich Schifffahrt könnte noch größere Investmentchancen bieten, da hier viele Unternehmen seit Jahren stark gelitten haben und die Kurse ziemlich ausgebombt sind. So wie bei der Softship AG, einem IT-Dienstleister aus dem Bereich Schiff- und Luftfahrt, wo ich zu knapp €5 eine erste Position aufgebaut habe. Denn wenn diese Unternehmen (wieder) perspektivisch gut aufgestellt sind, kann man hier aus meiner Sicht durchaus das eine oder andere Schnäppchen finden, mit dem man auf eine Erholung der Weltkonjunktur und/oder der Frachtraten setzen kann. Doch bis es soweit ist, dürfen die Unternehmen kein Kapital (mehr) verbrennen, denn wie viel Geduld man ggf. mitbringen muss, bis der Investment-Case aufgeht, steht in den Sternen.

Blackstone Group L.P.
- KKR & Co. L.P.
Als sog. "Alternative Asset-Manager" hielt und halte ich auch Blackstone Group L.P. und KKR & Co L.P. für aussichtsreich. Dennoch habe ich beide Werte in meinem Depot glattgestellt und streiche sie auch von meiner Empfehlungsliste. Jedoch aus steuerlichen Gründen bzw. aufgrund bürokratischer Hemmnisse.

Beide Unternehmen sind Limited Partnerships nach US-Recht, was in Deutschland steuerlich zu nicht ganz einfachen Verhältnissen führt. Denn sie unterliegen beim Verkauf und auch bei den Ausschüttungen nicht der Abgeltungssteuer, sondern diese Erträge müssen im Rahmen der Einkommensteuererklärung selbstständig erklärt und versteuert werden. Das war mir natürlich bewusst, als ich diese beiden Investments getätigt habe und hat mich nicht abgehalten. Allerdings scheinen sich deutsche Steuerbehörden und/oder Depotbanken nicht klar zu sein, wie das zu handhaben ist. Und so habe ich für meine Bestände nicht nur bei jeder Quartalsdividende mehrere Ausschüttungsabrechnungen erhalten, je nachdem, aus welcher Quelle die Erträge stammten, sondern mir flattern für jede Abrechnung auch Storno- und Korrekturabrechnungen ins Haus und dazu gibt es die jeweiligen Buchungen auf meinem Konto. Der Hammer war nun, dass dies rückwirkend seit 2014 erfolgte und meine Kontoauszüge seitenweise mit (sinnentleerten) Buchungen vollgespamt sind - wohlgemerkt mit den exakt gleichen Beträgen und auch die Storno- und Korrekturbeleg zu den Buchungen sind identisch. Das erzeugt einen dermaßen hohen Verwaltungsaufwand, der für Privatleute nicht zu bewerkstelligen ist. Und ich habe mein Privatvermögen (das ist natürlich mein privates Problem, wie ich mich hier organisiert habe) in meiner eigenen Vermögensverwaltungs-GmbH - jede Buchung erzeugt also Buchungskosten beim Steuerberater und fließt in die Jahresabschlüsse der GmbH ein. Und da mir die depotführende Bank bis heute nicht erklären konnte, weshalb diese ganzen Buchung erforderlich waren und dass dies nicht wieder vorkommen wird, muss ich dies als Faktor in meine Investmententscheidung mit einbeziehen. Denn einer meiner Grundsätze lautet seit jeher: "don't mess around with the Finanzamt".

Ich kapituliere also hiermit offiziell vor dem deutschen (!) Steuerrecht bzw. -behörden und streiche die Segel. Alle Unternehmen die als MLPs oder L.P.s organisiert sind, sind fortan für mich tabu. Der Ärger, der Aufwand und die Kostenbelastung stehen in keinem Verhältnis zu den Erträgen und Chancen. Daher habe ich mich sowohl von Blackstone Group L.P. als auch KKR & Co. L.P. getrennt. Ich denke aber darüber nach, die sich hier bietenden Chancen andersartig zu nutzen. Denn es gibt durchaus entsprechende Fonds und ETFs, die sich auf Private Equity-Unternehmen spezialisiert haben und bei denen man als Anleger dann ggf. Ausschüttungen der ETFs auf dem Konto vorfindet, die steuerlich ganz normal behandelt werden. Den Ärger mit den US-Steuergesetzen und Finanzbehörden erledigen die Fachleute der Fonds-Gesellschaften im Hintergrund. Hier kann es also sehr gut sein, dass ich demnächst einen passenden ETF kaufe, auch wenn dann natürlich nicht nur die beiden von mir bevorzugten Werte darin enthalten sind, sondern auch andere.

Ich habe also nach 18 Monaten beide Positionen am 11. Mai glattgestellt und zwar Blackstone zu €24, was brutto ein Gesamtergebnis inkl. Dividenden von 13,1% ergab, und bei KKR erzielte ich €11,74 und damit ein Minus von exakt 15%. Da ich Blackstone deutlich stärker gewichtet hatte als KKR und auch zwischenzeitlich ja insbesondere bei Blackstone die teilweise heftigen Marktschwankungen erfolgreich für das eine oder andere "Position-Trading" genutzt habe, habe ich mit meinen beiden Private-Equity-Investments zusammen unter dem Strich gutes Geld verdient. Den ganzen Ärger hätte ich mir aber gerne erspart und verbuche diese negative Erfahrung unter Lehrgeld.

+ MPC Capital
Der Aktienkurs von MPC hat sich bisher kaum entwickelt und ich habe hier zu knapp unter €6 nochmals meine Position aufgestockt. Damit ist MPC nun meine drittgrößte Position im Depot, allerdings noch deutlich hinter Aurelius und Publity.

Patrizia Immobilien
Die Patrizia Immobilen AG hat sich von einem Immobilien-Bestandsunternehmen zu einem bankenunabhängigen Immobilien-Investmenthaus gewandelt. Dabei deckt man den gesamten Immobilien-Lebenszyklus ab und bietet den Kunden ein umfangreiches Angebot an Dienstleistungen rund um Wohnimmobilien. Das Geschäftsmodell ähnelt dem von Publity, die jedoch ausschließlich auf Gewerbe- und Büroimmobilien spezialisiert sind. Patrizia bietet Akquisition & Consulting, Asset Management, Wohnungsprivatisierung, Immobilienmanagement, Projektentwicklung, Bautechnik und Sales. Zu den Kunden gehören institutionelle Investoren, gewerbliche und private Anleger sowie Selbstnutzer.

Patrizia gehörte zu den Börsenlieblingen 2015 und seit Jahresbeginn rutschte der Kurs knapp 20 Prozent ab. Am letzten Montag wurden die Zahlen für das erste Quartal 2016 präsentiert und der Kurs reagierte mit weiteren Abgaben - aus meiner Sicht unverständlich, da die Zahlen außergewöhnlich gut waren. Das Ergebnis war zwar (positiv) von einem Sondereffekt beeinflusst, aber auch ohne diesen Effekt konnte man das operative Ergebnis im Vorjahresvergleich annähernd verdoppeln. Zum 31. März 2016 lag das betreute Immobilienvermögen mit €16,5 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau, allerdings konnte Patrizia in 21 Transaktionen ihr Transaktionsvolumen auf €2,2 Mrd. mehr als verdreifachen - und auch an den Transaktionen verdient man kräftig mit, nicht nur an der Bestandsverwaltung und -bewirtschaftung. Und so hat Patrizia die Abgänge kompensiert und im Berichtszeitraum institutionellen und privaten Investoren €508,8 Mio. frisches Eigenkapital für die Investments bei eingeworben (nach €130 Mio. im 1. Quartal 2015. Ein Drittel der AUM (Assets under Management) liegt mittlerweile außerhalb Deutschlands und mittlerweile sind über 200 institutionelle Investoren, wie Sparkassen, Altersvorsorgeeinrichtungen, Staatsfonds oder Versicherungen über Patrizia in Immobilien investiert. Patrizia  hat aufgrund der erfolgreichen operativen Entwicklung im 1. Quartal die Jahresziele bekräftigt und will die AUM im Jahr 2016 netto um €2 Mrd. Euro anwachsen lassen und ein operatives Ergebnis von mindestens €250 Mio. Euro erzielen.

Ich habe die Gunst der Stunde genutzt, um mich am Montagmorgen zu €19,68 einzukaufen und an der weiteren positiven Entwicklung des Unternehmens teilzuhaben - wohl wissend, dass ich stets kritisch gegenüber Investments in Wohnimmobilien war und auch nach wie vor skeptisch bin, was die breite Masse angeht. Ich werde hier nur selektiv vorgehen und auch weiterhin nicht auf Bestandsunternehmen setzen, da mir hier das Risiko zu hoch ist im Verhältnis zu den noch vorhandenen Chancen.

+ Publity
Publity ist operativ sehr erfolgreich unterwegs und der jüngste Kurseinbruch hat mich dazu veranlasst, meinen Bestand weiter aufzustocken. Publity ist nun die zweitgrößte Position in meinem Depot, knapp hinter Aurelius, die beide jeweils mehr als 10% Gewichtung aufweisen.

-Triangle Capital
Der meiner Ansicht nach ungerechtfertigte 20-prozentige Kurseinbruch nach Vorlage der Quartalszahlen und der - wohl einmaligen - Dividendenkürzung hatten mich zum Aufbau einer größeren Position veranlasst. Und der Rebound ist durchaus beachtlich ausgefallen, wenn auch noch nicht der gesamte Rückstand aufgeholt wurde. Ich habe dennoch meine schnellen Spekulationsgewinne mitgenommen und deutlich über 10 Prozent Rendite eingefahren. TCAP ist für mich aktuell eine gute Halteposition; die Auswirkungen der zunehmenden Pleiten in der US-Öl- und Gasindustrie auf den Kredit- und Forderungsbestand und damit den NAV lassen die Aktie bei €17 angemessen bewertet erscheinen - und knapp darunter habe ich sie dem entsprechend nun wieder verkauft.Sollten sich die Dividendenhöhe wieder auf dem normalen Niveau einfinden ab dem nächsten Quartal, und davon gehe ich aus, ist TCAP ein gutes Investment für Anleger, die einen soliden Wert im Depot haben möchten und auf hohen Dividendenerträge aus sind. Mit seiner zweistelligen Dividendenrendite erfüllt TCAP hier die Anforderungen und ist eine der am besten geführten BDCs, weshalb man auch die meiste Zeit oberhalb des NAV notierte. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Verhältnisse mit der Zeit auch wieder so einstellen werden. Meine Gewinnmitnahme resultiert auch daraus, dass ich meine Cashquote erhöhen und ja verstärkt auf deutsche Nebenwerte setzen möchte.


.: Cashquote
Der Verkauf einer ehemals zweitgrößten Position Blackstone Group sowie der deutlich kleineren von KKR und TCAP haben meine Cashquote stark anschwellen lassen. Trotz der Zukäufe liegt sie nun bei über 25%, allerdings habe ich gedanklich bereits einiges Geld für weitere Investments im Nebenwertebereich eingeplant und ggf. in einen Private Equity-ETF. Grundsätzlich werde ich jedoch über den Sommer eine höhere Cashquote fahren und insbesondere vor dem Brexit-Referendum am 23. Juni eher zurückhaltend agieren. Bei guten Gelegenheiten werde ich aber sicher auch kurzfristig zuschlagen, auch wenn saisonal betrachtet der Jahresanfang immer die beste Zeit für Nebenwerte ist. Aber gute Ideen und Gelegenheiten haben immer Konjunktur...

Kommentare:

  1. Ähm, bei LPs haben Sie erkannt, daß das Problem hier Ihr Broker ist. Aber die Schlussfolgerung daraus gezogen, die Aktien nicht mehr zu halten?

    Warum wechseln Sie nicht den Broker? Gibt auch außerhalb Deutschlands Broker wie z.B. DEGIRO.

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    1. Nein, nicht nur mein Broker, sondern vor allem die Finanzbehörden. Und da meine Aktien in einer GmbH liegen, scheidet die ganz überwiegende Zahl der Broker aus, weil die nur Konten von Privatkunden führen, nicht aber von Kapitalgesellschaften.

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    2. Martin Kellermann26. Mai 2016 um 18:43

      Ich decke dieses Segment seit geraumer Zeit über den ETF db x-trackers LPX MM® Private Equity (ISIN LU0322250712) ab, der zwar mit 0,7% für einen ETF nicht ganz billig ist, aber u.a. auch in hier beobachtete Titel wie Blackstone, KKR, Main Street Capital oder Aurelius investiert.

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    3. Moin Martin,
      genau diesen ETF habe ich auch im Fokus; mir kommt dabei aufgrund meiner Konstellation, dass ich meine Aktien in einer GmbH liegen habe und somit Dividenden wie ein Privatmann, Kursgewinne aber sehr viel günstiger versteuere, natürlich hierbei noch entgegen, dass dieser ETF theasaurierend ist, also die Ausschüttungen nicht auskehrt, sondern direkt wieder anlegt...

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  2. Hallo Michael,

    ich hatte früher schon mit diesen LP und wie alle heißen so meine Probleme. Hatte mich überrascht, dass Du die im Depot hattest. Dadurch habe ich diese Unternehmensform wieder auf meine watchlist genommen.

    Aber durch die merkwürdige Steuerbehandlung habe ich sie jetzt natürlich wieder gestrichen. Eigentlich schade da ich auch gerade von Blackstone viel gehalten habe. Aber da kann man nur mit dem Kopf schütteln, wie die steuerliche Behandlung von Bank zu Bank bzw. von Broker zu Broker unterschiedlich gehandhabt wird.

    Das bestärkt mich in der Einsicht, das wir als Deutschland auf einem guten Wege hin zu einer Bananenrepublik sind.

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  3. Oh man. Ich sage es ungern, aber ich hatte sie dahingehend informiert. Ich hoffe Sie erinnern sich noch an unsere Apple Diskussion, wo ich Ihnen mitteilte was wirklich ein Buffet Investment ist und er sich sofort an Apple beteiligen würde wenn es sich nicht um Technologie handeln würde. Vielleicht sollte Sie nochmal lieber alles lesen was ich geschrieben habe.

    http://www.focus.de/finanzen/boerse/wirtschafts-news-900-millionen-dollar-boersen-guru-buffet-steigt-massiv-bei-apple-ein_id_5535363.html

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    1. Meine Meinung zu Apple hat sich nicht geändert. Sie verdienen nach wie vor einen Haufen Geld und zwar mit nur einem einzigen Produkt, dem Iphone. Das steht für 80% der Umsätze und gut 90% der Gewinne. Und das Iphone schwächelt und nun bringt Tim Cook auch noch eine Billig-Spar-Variante auf den Markt, was zwar die Stückzahlen nach oben treiben wird, aber die eigenen Margen zerstört - warum ein teures Model kaufen, wenn ich auch ein billiges mit Apple-Logo haben kann? Es tritt das Risiko ein, das mich vor einem Jahr zum Verkauf meiner Apple-Aktien bewogen hat. Bei knapp unter $120 übrigens, also knapp 25% über den aktuellen Kursen. Dieses Klumpenrisiko namens Iphone wird mich auch weiterhin von einem (neu-)Kauf von Apple-Aktien abhalten, optisch günstige Bewertung und Cash-Reserven hin oder her. Erst wenn Apple seine Abhängigkeit vom Iphone deutlich senkt und/oder der Kurs erheblich niedriger steht also heute, könnte mir das Chance-Risiko-Verhältnis wieder zusagen.

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  4. Und wer wirklich mal sachliche Informationen zu der Aktie Apple lesen möchte kann sich meine Kommentare bei dem Artikel: http://www.intelligent-investieren.net/2016/02/verschleudert-carl-icahn-seine-apple.html durchlesen. Wo ich versuche vergebens zu erklären was "Quality Investements" sind oder warum Apple ein "Quality Investment" ist. Leider auch Herrn Kissig.

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    1. 900 Mio. sieht eher nach Ted oder Todd aus und nicht nach Buffett selbst.

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  5. Diesen Mehraufwand mit den LP's aus Amerika hatte ich auch letztes Jahr und habe diese als Konsequenz vorerst aus meinem Investment-Horizont gestrichen. Ist zwar schade aber es gibt ja noch genug Alternativen.

    Grüße,
    valuetradeblog

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  6. Hallo zusammen, nachdem hier einige schon Erfahrungen mit LP's haben, was bedeutet denn das nun konkret für mich als Kleinanleger? Anders wie Hr. Kissig habe ich meine Papiere natürlich nicht in einer GmbH, sondern einfach im privaten Depot. Ensprechend erfolgt hier auch keine komplette Buchführungen. Was für ein Aufwand kommt auf mich bzw. meinen Steuerberater zu bezüglich der Blackstone-Ausschüttungen?

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    1. Ich gebe es so weiter wie ich es verstanden habe, ihr könnt mich gerne verbessern, wenn ich etwas falsches weitergebe.
      Du musst in jedem amerikanischen Bundesstaat, in dem das Unternehmen aktiv ist, eine Steuererklärung abgeben. Des Weiteren musst du die Gewinne anders in der Steuererklärung hier in Deutschland versteuern. Die Kursgewinne und Dividenden müssen in deiner Steuererklärung erklärt werden und mit einem deutlich höheren Teil als der Abgeltungssteuer versteuert werden.
      Das waren meine Gründe wieso ich diese Unternehmen von Anfang an gemieden habe.

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    2. Hi,

      bei Börse Online wird zu dem Thema auch etwas geschrieben (Der Artikel ist noch recht aktuell)
      http://www.boerse-online.de/nachrichten/geld-und-vorsorge/US-Dividendenkoenige-Vorsicht-vor-Steuerfallen!-1000815416/2

      Nach dem Artikel muss man keine US-Steuererklärung abgeben, bekommt dann allerdings auch nichts von den 39,6 % Quellensteuer zurück, die anfallen.

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    3. Allerdings unterlagen/unterliegen ja nicht alle Ausschüttungen der US-Quellensteuer, mindestens die Hälfte war mir ohne Steuerabzug gutgeschrieben worden. Und zwar meistens die höheren Beträge, so das sich eine durchaus akzeptable "durchschnittliche Steuerbelastung" ergeben hat. Sofern man eben keine US-Steuererklärung abgeben will/abgibt.

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    4. Alex Fischer von Dividenden-Alarm.de hat eine Stellungnahme der Consorsbank zum Thema erhalten, das er auf Facebook unter einen meiner Artikel gestellt hat. Ich übernehme diesen Beitrag mal hierher...


      Alex Fischer: "Die Consorsbank hat nach ihrer Recherche nun folgendes geantwortet:

      Gerne haben wir den Sachverhalt für Sie recherchiert.

      Bei dieser Art von Gesellschaften hat sich eine Änderung in der Besteuerung ergeben. Es wird jetzt zusätzlich zu den 39,6% auch noch die deutsche Kapitalertragsteuer einbehalten.

      Das BMF hat im Rahmen des überarbeiteten Anwendungsschreibens zur Abgeltungssteuer vom 18. Januar 2016 (GZ IV C 1 - S 2252/08/10004 :017) in den Randziffern 2 und 3 neue Vorgaben für das Steuerabzugsverfahren bestimmter ausländischer Gesellschaften getroffen, die nach ausländischem Steuerrecht ein Wahlrecht zur Besteuerung als Kapital- oder Personengesellschaft haben. Sofern Anteile solcher Gesellschaften als depotfähige Wertpapiere an einer Börse gehandelt werden, sind deren Erträge für das Steuerabzugsverfahren durch die auszahlende Stelle als Dividendenerträge i. S. des § 20 Absatz 1 Nummer 1 EStG zu behandeln. Dies gilt unabhängig davon, ob und in welcher Form die ausländische Gesellschaft ihr Wahlrecht zur Besteuerung als Kapital- oder Personengesellschaft ausgeübt hat. Die Anrechnung einer ausländischen Quellensteuer auf die deutsche Steuer findet allein im Veranlagungsverfahren des Anlegers statt. Dort wird auch über die tatsächliche steuerliche Einordnung der ausländischen Gesellschaft als Kapital- oder Personengesellschaft gemäß deutschem Steuerrecht entschieden ("Rechtstypenvergleich"). Hierfür gelten die Grundsätze des BMF-Schreibens vom 19. März 2004 (BStBl I S. 411) unter Berücksichtigung der Ausführungen in Textziffer 1.2 des BMF-Schreibens vom 26. September 2014 (BStBl I S. 1258).

      Das BMF-Anwendungsschreiben nennt in den Randziffern 2 und 3 beispielhaft börsengehandelte Anteile an US-amerikanischen Limited Partnerships (LPs), Limited Liability Companies (LLCs) und Master Limited Partnerships (MLPs), deren Erträge für Zwecke des deutschen Steuerabzugs als ausländische Dividenden zu behandeln sind. Außer den USA mit ihrem sogenannten Check-the-Box Verfahren sind WM Datenservice derzeit keine weiteren ausländischen Staaten bekannt, in denen Gesellschaften ein vergleichbares Wahlrecht zur Besteuerung als Kapital- oder Personengesellschaft eingeräumt wird. Somit beschränkt sich der Anwendungsbereich der genannten Randziffern aktuell auf US-Gesellschaften. In allen anderen Fällen einer börsennotierten, ausländischen Personengesellschaft werden die laufenden Ausschüttungen, Veräußerungen von Anteilen und Kapitalmaßnahmen weiterhin als nicht kapitalertragssteuerpflichtig respektive nicht der Abgeltungsteuer unterliegend ausgewiesen. Analog wird bei AIFs in der Rechtsform einer Personengesellschaft verfahren. Hier gelten die spezialgesetzlichen Regelungen gemäß § 18 InvStG (Klassifizierung als Personen-Investitionsgesellschaft, Besteuerung nach den allgemeinen Regelungen für Personengesellschaften). Bei US-amerikanischen LLCs, die als AIFs einzuordnen sind, kommt § 19 InvStG zur Anwendung (Einstufung als Kapital-Investitionsgesellschaft)."



      Das bedeutet unter dem Strich, dass deutsche Anleger sich in einen keinen Privatkrieg mit den amerikanischen Steuerbehörden begeben müssen, oder aber die völlig absurde hohe Steuerbelastung schlucken müssen. Wodurch Investments in MLPs und/oder L.P.s natürlich keine Sinn mehr machen, das ja gerade auch die hohen Dividendeneinnahmen ein wesentlicher Antrieb für dies bezügliche Investments sind.

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    5. Danke für die zahlreichen Antworten und den aufschlussreichen Link.

      Ich hatte mich bisher mit dem Thema US-Quellsteuer nicht wirklich beschäftigt und fand dieses Dokument fürs erste Verständnis recht hilfreich: http://www.baaderbank.de/fileadmin/user_upload/Baaderbank/BWB/BaaderUploadFiles/Formularcenter/42.204.pdf (gefunden über Suchmaschine)

      Ich habe mir jetzt mit dem zusätzlichen Wissen die Abrechnungen nochmal angesehen. Wie schon beschrieben werden da diverese Beträge verschieden behandelt. Ich habe das mal kurz für die Abrechnung Mai ausgewertet:

      79,25% der Beträge erhalte ich komplett ohne Quellsteuer-Abzug, diese sind normal Kapitalsteuerpflichtigt.
      2,5% der Beträge erhalte ich nach Abzug von 15% Quellsteuer die entsprechend Abrechnung zwar mit der Kapitalsteuer verrechnet werden könnten, doch scheinbar von der Consorsbank nicht in den Verrechnungstopf übertragen werden. Hier ist der Gesamtbetrag VOR Quellsteuer-Abzug Kapitalsteuerpflichtig.
      18,25% der Beträge erhalte ich nach Abzug von 39,6% Quellsteuer. Und auch hier ist der gesamte Betrag VOR dem Quellsteuer-Abzug Kapitalsteuerpflichtig.

      Das sind dann also im schlimmsten Fall rund 32,6% Steuerabzug (Soli jetzt mal ignoriert).

      Bei entsprechend hohen Ausschüttungen ist das immer noch zu verschmerzen, wenn ich nicht gezwungen bin mich mit der US-Steuer zu kloppen. Allerdings war die Mai-Ausschüttung überraschend mager. Ich werde das weiter beobachten, bleibe aber investiert.

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  7. Hallo,
    meine Abrechnungen weisen den Steuerabzug und den SolZ aus.
    Nervig ist nur, dass es immer 4 - 5 verschiedene Abrechnungen gibt.
    Beste Grüße

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  8. Bei mir von Quartal zu Quartal unterschiedlich. Mal ja, mal nein. Merkwürdig.
    Schönen Gruß!

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  9. Hallo Herr Kissig,
    werden die in der GmbH anfallenden Gewinne nicht der Körperschafts/Gewerbesteuer unterworfen (Stichwort Eigenhandel) oder wie verfahren Sie?
    Beste Grüße

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    1. Moinsen,
      die Aussage meines Steuerberaters hierzu ist folgende: es gibt einen handelsrechtlichen Abschluss und einen steuerrechtlichen. Handelsrechtlich stellen Gewinne aus Wertpapieren Gewinne dar, steuerrechtlich fallen hierfür nur pauschal 5% an. Abgesehen von den Dividenden, die wie bei Privatanlegern mit 25% belastet werden.

      Die entscheidende Vorschrift findet sich im Körperschaftssteuergesetz. Im Steuerbescheid meiner GmbH steht dann auch Folgendes unterhalb des Bilanzgewinns: "Steuerfreie Gewinne i.S.d. §8b Abs. 2 KStG" mit einem fetten Minusbetrag und etwas weiter unten eine Zeile "Gewinnminderungen i.S.d. §8b Abs. 3 Sätze 3 bis 7" mit einem etwas kleineren fetten Plusbetrag.

      Unter dem Strich ergibt sich so ein sehr viel kleinerer "Gesamtbetrag der Einkünfte" und der ist Grundlage für die Körperschaftssteuerveranlagung und den Gewerbesteuermessbetrag.

      Aufgrund eines Verlustvortrags der GmbH aus grauer Vorzeit blieb eine Steuerpflicht für GewSt und KöSt aus und ich habe auch die bereits gezahlte Kapitalerstragsteuer (für die Dividenden) vollständig zurückerstattet bekommen.

      Lief also alles so, wie gedacht... =)

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