Dienstag, 28. Februar 2017

mVISE erreicht 2016er Jahresziele und setzt weiter auf starkes, profitables Wachstum

Die mVISE AG, ein Spezialist für cloudbasierte mobile Digitalisierung, unterstreicht mit Vorlage der vorläufigen Jahresergebnisse für 2016 ihren erfolgreichen Turnaround und die Rückkehr in die Gewinnzone. Dabei konnten die im Verlauf des Jahres im Zuge der Übernahme der Just Intelligence GmbH angehobenen Jahresziele erreicht werden: "Nachdem das Geschäftsjahr 2016 mit dem stärksten Quartal der Unternehmensgeschichte beendet wurde, konnten für das Gesamtjahr etwa €9 Mio. Gesamtleistung erzielt werden. Das vorläufige Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei circa €1 Mio.".

Aber mVISE wächst nicht nur durch Zukäufe, sondern vor allem auch organisch. Und so möchte das Unternehmen in diesem Jahr um mehr als 50% bei der Gesamtleistung auf dann mehr als €14 Mio. zulegen und strebt dabei eine EBITDA-Marge von 15 bis 20% an. Dieser Zuwachs soll durch einen Zuwachs im Lizenzgeschäfte sowohl mit den Produkten zur Vertriebsunterstützung (SaleSphere) als auch mit den Lösungen zur Personaleinsatzplanung (Intraday Complete Control) erreicht werden.

Montag, 27. Februar 2017

Gewerbeimmobilienspezialist DIC Asset schreibt Verlust. Und wird immer attraktiver...

Die Frankfurter DIC Asset AG ist ein auf Gewerbeimmobilien spezialisiertes Unternehmen und im Nebenwertesegment der Deutschen Börse SDAX beheimatet. Von den starken Preissteigerungen am deutschen Immobilienmarkt konnte der Aktienkurs in den letzten Jahren nicht so stark profitieren und das hat auch handfeste Gründe. Oder hatte, wie ein genauerer Blick auf das Unternehmen zeigt. Und so könnte sich für langfristig orientierte Anleger hier eine Gelegenheit auftun, auch wenn der Immobilienmarkt schon ziemlich ausgereizt erscheint. Immerhin steht DIC für Deutsche Immobilien Chancen...

Vor einiger Zeit hatte ich an dieser Stelle die DIC Asset als lohnenswerte Immobilienspekulation vorgestellt. In diesem halben Jahr ist der Aktienkurs um gute 10 Prozent angestiegen, was sich durchaus sehen lassen kann. Zumal Immobilienwerte zuletzt nicht mehr so gesucht waren.

Verschuldung wird sukzessive abgebaut
Und im Grunde hat sich seit meiner Empfehlung vor einem halben Jahr nichts Wesentliches verändert. Denn DIC Asset kommt auf dem eingeschlagenen Weg zum Erfolg gut voran. So war in den vergangenen Jahren immer wieder eine Unterbewertung bei DIC Asset prognostiziert worden, die aber durch den sehr hohen Verschuldungsgrad (Loan-to-Value) mehr als kompensiert wurde. So kurz nach der Immobilien- und Finanzkrise blicken die Anleger verstärkt auf Risiken, die sich aus einem zu hohen Leverage ergeben können. Hier kam DIC Asset aber gut voran, denn man nutzt die hohen Cashflows aus den Mieteinnahmen dazu, die Verschuldung zu senken. Und auch über Immobilienverkäufe wurden Schulden abgebaut, so dass der LtV inzwischen unter 60% gefallen ist, nachdem er im Vorjahr noch 62,7% betrug. Und auch damals hatte man ihn schon reduziert. Dabei geht DIC Asset inzwischen auch wieder lukrative neue Engagements ein.

Börsenweisheit der Woche 09/2017

"Du brauchst nicht jede Aktie kaufen. Wenn Du sie nicht verstehst, lass es sein. Es gibt tausende Aktien, such eine andere."
(Warren Buffett)

Samstag, 25. Februar 2017

Kaufe niedrig, verkaufe nie

"Kaufe niedrig, verkaufe nie" ist ein bekanntes Mantra von Warren Buffett und beschreibt perfekt die sog. Buy & Hold-Strategie. Es wird oft missverstanden und fehlinterpretiert und daher viel zu selten beachtet. Leider. Dabei weiß der gute Kaufmann, dass der Gewinn im Einkauf liegt und je besser der Einkaufspreis, desto höher ist die Chance auf einen Gewinn. Und umso niedriger ist auch das Risiko, die Ware nicht zu einem guten Preis wieder loszuwerden, also einen Verlust realisieren zu müssen.

Es gibt Kritiker, die Buy & Hold als veraltet, antiquiert und unzeitgemäß bezeichnen und sie verweisen auf Aktien, wie die der Deutschen Telekom. Diese haben Anleger im Jahr 2000 zu Mondpreisen von über €100 gekauft und wer sie noch immer hat, sitzt auf massiven Verlusten von bis zu 85%. Und das nach 17 Jahren.

Doch "Kaufen & Halten" bedeutet eben nicht, zu jedem Kurs zu kaufen und starrsinnig daran festzuhalten, sondern es bedingt, zu niedrigen Kursen einzusteigen und die Aktien dann nicht (zu schnell) wieder aus den Händen zu geben. Warren Buffett hält einige Aktien in seinem Portfolio bereits seit über 40 Jahren und genau diese Aktien haben ihn zum Multimilliardär und drittreichsten Menschen der Welt gemacht.

Das Entscheidende ist also, niedrig zu kaufen. Und niedrig ist ein Aktienkurs nach Value-Gesichtspunkten immer dann, wenn der faire Wert des Unternehmens deutlich über dem aktuellen Börsenkurs liegt. In die Suche nach dem richtigen Unternehmen muss man die größte Sorgfalt und die meiste Zeit investieren. Die Auswahl der Aktien ist das A&O des Investierens, nicht das Kaufen, nicht das Verkaufen. Man muss die Geschäftsberichte studieren, die Bewertung des Unternehmens anhand von Kennzahlen vornehmen und so den fairen Wert des Unternehmens bestimmen. Erst dann vergleicht man diesen fairen Wert mit dem aktuellen Börsenkurs. Und kann man die Aktie deutlich unterhalb des fairen Wertes kaufen, also mit einer Sicherheitsmarge von gut 20%, dann und nur dann sollte man diese Aktien kaufen.

»Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr bekommen als das, wofür Du bezahlst. Investieren ist, wenn Du wenige großartige Unternehmen findest und dann auf Deinem Hintern sitzt.«
(Charlie Munger)

Dieses Verfahren führt dazu, dass man relativ sicher die richtigen Unternehmen findet und auf mittlere und lange Sicht auf die Gewinneraktien setzt. Doch es bedeutet auch, dass die meiste Arbeit zu dem (unerwünschten) Ergebnis führt, dass der richtige Zeitpunkt zum Einstieg in eine Aktie nicht vorliegt. Aber dann muss man sich nicht grämen, denn der faire Wert eines Unternehmens ändert sich wesentlich langsamer, als das sein Aktienkurs tut.

Donnerstag, 23. Februar 2017

Publity baut NPL-Portfolio um weitere 831 Millionen auf 3,2 Milliarden Euro aus

Publity, ein Investor in und Asset-Manager von deutschen Büroimmobilien mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Immobilienfinanzierung in Sondersituationen, lebt vom Ankauf, der Entwicklung und dem anschließenden Verkauf von Gewerbeimmobilien. Und das im Auftrag von Finanzinvestoren und für die von Publity selbst aufgelegten Publikumsfonds.

Vor einiger Zeit damit begonnen, darüber hinaus ein zweites lukratives Standbein aufzubauen, die Verwertung sog. Non-performing Loans (NPLs), also nicht bedienter Kredite. Insbesondere im letzten Jahr konnte man mehrere Servicing-Verträge an Land ziehen und das NPL-Portfolio auf €2,4 Mrd. ausbauen. Und nun gibt es einen weiteren Auftrag zur Verwertung eines NPL-Portfolios mit rund €831 Mio. Forderungshöhe, so dass das betreute NPL-Portfolio auf insgesamt rund €3,2 Mrd. anwächst. Der Servicing-Vertrag mit einem internationalem Investor läuft für 5 Jahre und das Portfolio umfasst circa 980 Immobilien-Kredite. Üblicherweise erhält Publity bei derartigen Aufträgen eine Servicing-Fee und ist so mit 22% am Verwertungserlös beteiligt. Es winken also erkleckliche erfolgsabhängige Provisionseinnahmen.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Welchen Informationswert bieten Insider-Trades wirklich?

Allgemein nimmt man an, Insider hätten einen besseren Durchblick bei ihrem Unternehmen als Außenstehende. Und bzgl. des Vorstands sollte man sogar darauf hoffen! Wenn nun diese Insider, also Vorstände oder Aufsichtsräte und ihre engen Familienmitglieder, Aktien des eigenen Unternehmens handeln, sollte man hellhörig werden. Denn dahinter kann mehr stecken, als die bloße Entscheidung eines Anlegers. Muss aber nicht.

Insiderverkäufe
Wenn Insider Aktien "ihres" Unternehmens verkaufen, wird dies schnell als negatives Signal verstanden. Außenstehende vermuten dann, dass die Insider Kenntnis von negativen Fakten oder schlechten Nachrichten haben und deshalb ihre Aktien abstoßen - Insiderverkäufe drücken daher nicht selten zusätzlich auf den Kurs.

Dabei gibt es viele Gründe, weshalb Insider ihre Aktien verkaufen: manchmal sind Aktienoptionen Teil des Gehalts, oder der Insider möchte sich ein neues Haus kaufen und benötigt dafür Geld. Vielleicht möchte er auch nur seine Anlagen breiter diversifizieren oder er muss eine teure Scheidungsvereinbarung finanzieren. Auch diese Gründe können hinter Insiderverkäufen stehen, es müssen nicht zwangsweise negative Erwartungen hinsichtlich der Unternehmensentwicklung sein.

Die Deutsche Beteiligungs AG wird kräftig unterschätzt

▸ Kissigs Kolumne vom 31. Oktober 2016, Aktien Magazin 29/2016 

Die DBAG, wie die Deutsche Beteiligungs AG auch gerne genannt wird, ist eine der ältesten deutschen Beteiligungsgesellschaften, bei der mit knapp 20 Prozent die Drogeriefamilie Rossmann mit an Bord ist. Das SDAX-Mitglied ist weniger auf Sanierung und Verkauf seiner Tochtergesellschaften aus, sondern viel mehr auf Bestandsauf- und ausbau. Man unterscheidet sich hier ganz deutlich von Finanzinvestoren wie Aurelius, Blackstone oder KKR & Co.

Vor einigen Jahren gab es dennoch einen Schwenk in der Geschäftspolitik, als man vom klassischen eigenen Beteiligungsgeschäft zum Asset-Management überging. Seitdem legt man Beteiligungsfonds auf, in die private und institutionelle Investoren Geld einbringen können, ohne sich direkt an der DBAG als Aktionäre beteiligen zu müssen. Diese Fonds sind als geschlossene Beteiligungsfonds ausgelegt und sind damit nicht über die Börse handelbar. Die DBAG verwaltet und managt diese Fonds und erhält hierfür Managementgebühren, was für einen stetigen Einnahmestrom sorgt. In dieser Sparte konnte die DBAG ihr Ergebnis in den vergangenen 10 Jahren auf 20 Millionen Euro p.a. vervierfachen.

Montag, 20. Februar 2017

Mutares: Dank Kurswechsel endlich wieder kräftig Rückenwind

Mutares ist eine international ausgerichtete deutsche Beteiligungsgesellschaft, die Aurelius nachstrebt und sich nach Kapitalerhöhungen, Aktiensplits und Börsensegmentwechsel für Anleger attraktiver gestalten will. Das ist auch nötig, denn Mutares konnte den eigenen Ansprüchen bisher nicht gerecht werden und hat mit einigen Unwägbarkeiten und Problemen zu kämpfen. Der Kursverlauf der letzten Monate zeichnet dieses Scheitern unschön nach. Im letzten Jahr gab es eine Kapitalerhöhung zu €17,50 und da haben sich die Anleger wohl mehr versprochen. Kaum vorstellbar, dass noch viele Zeichner bei den letztjährigen Tiefstkursen von €11 ihre Aktien nicht auf den Markt geschmissen haben.

Probleme und Risiken
Die französische E-Commerce-Tochter Pixmania ist letztes Jahr pleite gegangen und das spricht nicht für ein gutes Näschen bei der Auswahl lukrativer Unternehmen, denn die hatte man erst kurze Zeit zuvor erworben.

Des Weiteren gibt es ein nicht unbeträchtliches Öl- und Gasrisiko im Portfolio, denn die größte Tochter EUPEC ist im Bereich Beschichtungen für Pipelines aktiv und eine weitere Tochter, die französische Beteiligung BSL, stellt Pipelines her. Der gesunkene Ölpreis und die von den Öl-Konzernen drastisch zusammengestrichenen Investitionskosten haben ebenso negative Auswirkungen wie die Zweifel rund um das Pipelineprojekt North Stream 2. Dort hat Mitbewerber Wasco den Auftrag zur Beschichtung der Pipelines an Land gezogen und EUPEC. Für 2016 kalkuliert EUPEC mit einem signifikanten Rückgang der Erlöse und einem deutlich niedrigeren operatives Ergebnis als 2015.

Und auch bei der seit Anfang 2012 zu Mutares gehörenden GeesinkNorba Group, einem Hersteller von Müllfahrzeugen, ist die Liquiditätslage weiterhin angespannt.

Zum Halbjahr 2016 rutschte das EBITDA von €12,9 auf gerade einmal €4,0 Mio. ab und unterm Strich ergab sich sogar ein Fehlbetrag von €7,07 Mio., nachdem in der entsprechende Vorjahresperiode noch ein Überschuss von €1,56 Mio. erzielt werden konnte.

Börsenweisheit der Woche 08/2017

"Nutze die Vorteile eines Privatanlegers: habe Geduld, sei unabhängig und ignoriere das Geschrei der Menge".
(Jason Zweig)

Samstag, 18. Februar 2017

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 4. Quartal 2016?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha",musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 4. Quartal 2016
Auch im abgelaufenen Quartal gab es einige Veränderungen an Buffetts Positionen.

Käufe
Vor allem bei US-Airlines hat Buffett zugegriffen und ist neben den im 3. Quartal eröffneten Positionen eine weitere Positionen eingegangen. So erwarb er 23,8 Mio. weitere Aktien von American Airlines und verdoppelte seine Position, verfünffachte seinen Anteil an United Continental durch den Erwerb von zusätzlichen 24,4 Mio. Aktien und bei Delta Airlines verachtfachte er seine Position sogar durch den Zukauf von 53,7 Mio. Anteilen. Neu ist sein Aktienpaket an Southwest Airlines, wo er 43,2 Mio. Aktien erwarb.

Ich denke, dass diese Airline-Käufe nicht von Buffett selbst initiiert sind. Er hat sich jahrzehntelang gegen Investments in Airlines ausgesprochen, auch wenn sich das Business der US-Airlines in den letzten Jahren natürlich grundlegend verändert hat. Wie sein Partner Charlie Munger ausführte, sei es ähnlich wie bei Eisenbahnen. Auch dies sei jahrzehntelang ein mieses Business gewesen, aber seitdem es nur noch eine Handvoll Anbieter gäbe, habe Berkshire sich hier engagiert. Das spricht dafür, dass Buffett und Munger den Airline-Investments nicht (mehr) grundsätzlich negativ gegenüberstehen. Allerdings war Buffett immer ein Verfechter des konzentrierten Investierens. "Warum sollte ich die zweitbeste Aktie kaufen, wenn ich auch die beste kaufen kann?", ist eines seiner Mantras. Und nun kauft Berkshire Hathaway großflächig Aktien von gleich vier US-Airlines - ein Investmentstil, den Peter Lynch geprägt hat. Daher glaube ich, dass diese Investments auf seine "Leutnants" Todd Combs und/oder Ted Weschler zurückgehen.

Donnerstag, 16. Februar 2017

Deutsche Rohstoff AG mit Gewinnwarnung: Mehr Risiken als Chancen?

Die Deutsch Rohstoff AG ist im Bereich der Exploration von Bodenschätzen aktiv und mischt bei Wolfram, Kupfer, Zinn, Seltenen Erden und Gold mit. Von ganz herausragender Bedeutung ist und bleibt jedoch das Öl-Business, das man über drei Töchter in den USA betreibt. Hieran knüpfen sich die größten Erwartungen und diese wurden nun massiv enttäuscht. Denn die DRAG gab heute eine Gewinnwarnung heraus.

Gewinnwarnung schockt die Anleger
Nach Vorliegen der ersten Entwürfe für die Jahresabschlüsse der US-Töchter und der Deutsche Rohstoff AG kam der Vorstand zu dem Schluss, dass sich die bisherigen Prognosen nicht einhalten lassen. Anstelle eines Konzerngewinns von €8 bis €10 Mio. wird der Konzernjahresüberschuss nach Steuern sogar leicht unter dem Vorjahresergebnis abschneiden und das lag bei €0,5 Mio. Der Kurs rauschte dank dieser Meldung zweistellig in den Keller.

Was ist passiert?
Es sind gleich mehrere Faktoren, die zu diesem negativen Effekt führen. Im Wesentlichen führt ein später als erwarteter Produktionsbeginn der Bohrungen in den USA im 4. Quartal 2016 zur Verschiebung der entsprechenden Umsätze in das Jahr 2017. Hieraus sind ja hohe Gewinnbeiträge zu erwarten da die DRAG zu knapp $30 fördern kann, der Ölpreis (WTI) seit längerer Zeit jedoch schon signifikant über der Marke von $50 notiert. Die Verschiebungen erzeugen also reale Umsatz- und Gewinneinbußen und sind keine Bewertungseffekte. Auch bei diesen war man von positiveren Effekte aus der Bewertung des Umlauf- und Anlagevermögens ausgegangen, als sich jetzt wohl einstellen werden. Zudem kann die Steuererstattung, die die Deutsche Rohstoff USA, Inc. als Muttergesellschaft der US-Töchter in Höhe von über $10 Mio. für 2016 erwartet, entgegen der ursprünglichen Annahme im Konzernabschluss nur zu einem geringen Teil zu einem Steuerertrag beitragen.

Weitere Risiken
Nach wie vor liegen die Preise für Edelmetalle am Boden und daher lauert hier auch die latente Gefahr, dass die DRAG bisweilen Abschreibungen auf den Wert ihrer Beteiligungen an den Töchtern Hammer Metals oder Almonty vornehmen muss. Der DRAG-Vorstand geht aktuell davon aus, dass "derzeit keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf das Anlagevermögen" vorzunehmen sind. Im Rahmen der Abschlussprüfung könnten sich jedoch noch Effekte aus der Neubewertung einzelner Positionen ergeben, um bilanziellen Risiken Rechnung zu tragen.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Indus finanziert den deutschen Mittelstand

▸ Kissigs Kolumne vom 1. August 2016, Aktien Magazin 20/2016 

Wer meine Kolumne regelmäßig liest weiß, dass ich ein großer Freund mittelständischer Unternehmen und aufgrund dessen auch deutscher Beteiligungsgesellschaften bin. Das hat handfeste Gründe, denn „Made in Germany“ ist weltweit gesucht, insbesondere in Asien haben deutsche Unternehmen, und Produkte einen hervorragenden Ruf. Und unsere Ingenieurskunst. Der deutsche Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und die ganze Welt beneidet uns hierum. Und was nur wenige wissen: rund 90 Prozent aller Arbeitsplätze stellen kleine und mittlere Betriebe in Deutschland.

Was liegt also näher, als sich am diesem erfolgreichen Mittelstand zu beteiligen, dessen innovative und erfolgreiche Macher für sich selbst arbeiten zu lassen? Eigentlich nichts. Außer, dass nur wenige Mittelständler an der Börse gelistet sind und somit dem breiten Publikum als Anlagemöglichkeit zur Verfügung stehen. An dieser Stelle kommen börsennotierte Beteiligungsgesellschaften ins Spiel, denn über den Kauf von deren Aktien haben Anleger die Chance, sich an den im Portfolio befindlichen Tochterunternehmen zu beteiligen und somit indirekt an deren Erfolg teilzuhaben.

Indus beteiligt sich langfristig
Eine der bekanntesten und erfolgreichsten Beteiligungsgesellschaften auf dem deutschen Kurszettel ist die im deutschen Nebenwerteindex SDAX notierte Indus Holding AG. Anders als Private Equity Firmen, beteiligt sich Indus langfristig an den Unternehmen, um sie im Bestand zu entwickeln, ihre Potenziale zu heben und einen positiven Cashflow zu generieren.

Indus wurde mit inzwischen mehr als 40 Beteiligungstöchtern über die Jahre zu einem Mittelstandskonzern und weist inzwischen eine Börsenkapitalisierung von 1 Milliarde Euro und einem jährlichen Konzernumsatz von 1,3 Milliarden Euro auf. Von der grundsätzlichen Geschäftsidee ähnelt man einer Berkshire Hathaway Warren Buffets, auch wenn Indus keinen Fokus auf Versicherungen, Finanzwesen oder Energieerzeugung legt.

Dienstag, 14. Februar 2017

Mache es lieber einfach statt kompliziert

Value Investing, das wertorientierte Investieren, kommt ohne komplizierte mathematische Formeln aus, es setzt vielmehr auf den gesunden Menschenverstand und Geduld. Je einfacher und langweiliger das Geschäftsmodell ist, desto interessanter ist es grundsätzlich für Value Investoren. Man kauft Anteile an soliden Unternehmen, die von ehrlichen und fähigen Leuten geführt werden und das zu einem Kurs, der unterhalb des fairen Wertes liegt, also das Gewinnpotenzial des Unternehmens (noch) nicht widerspiegelt.

»Wenn ein Unternehmen gut läuft, wird die Aktie letztendlich folgen.«
(Warren Buffett)

Warren Buffett ist der Überzeugung, dass man sich weder mit Marktprognosen noch mit Charts aufhalten sollte, sondern vor allem mit dem Lesen der Geschäftsberichte der Unternehmen. Da steht alles drin, was ein Value Investor über das Unternehmen wissen muss und dort findet er die Zahlen und Daten, die er für die Bewertung des Unternehmens und die Ermittlung von dessen fairen Wert benötigt. Und er rät, Geld nur in Unternehmen zu investieren, deren Geschäft man auch versteht.

»Man sollte sein Geld in Unternehmen stecken, die auch ein absoluter Vollidiot leiten könnte. Denn irgendwann wird unweigerlich genau das passieren.«
(Peter Lynch)

Machen Sie's wie Warren Buffett, machen Sie's nicht unnötig kompliziert. Intelligentes Investieren ist keine Wissenschaft, es ist solides Handwerk anhand einiger weniger, aber wichtiger Regeln. Man muss nicht zaubern können, um langfristig an der Börse Geld zu verdienen.

Montag, 13. Februar 2017

Stada-Übernahme: Die Shareholder Value Beteiligungen AG als großer Profiteur

Die Shareholder Value Beteiligungen AG investiert in kleine und mittel-ständische, börsennotierte Aktiengesellschaften aus dem deutschsprachigen Raum. Sie verfolgt dabei konsequent den Value-Investing-Ansatz und nutzt den Innern Wert als zentrale Steuerungsgröße. Und dabei ist sie sehr erfolgreich, wie die Entwicklung von Kursverlauf und innerem Wert belegen. Und das zufriedene Grinsen im Gesicht ihrer Aktionäre, denn beide Werte konnte das Team um Frank Fischer und Reiner Sachs seit dem Tiefpunkt 2009 während der Finanzkrise mehr als verfünffachen.

Dabei waren die Aktien der SVB lange Zeit mit einem deutlichen Abschlag auf den NAV, den inneren Wert, zu kaufen, teilweise bis zu 20%. Diese Zeiten sind inzwischen vorbei und die Aktien notieren inzwischen eher mit einem leichten Aufschlag auf den NAV. Auch daran zeigt sich der Erfolg des Managements, dem Anleger offenbar zutrauen, ihr Geld auch in Zukunft zu mehren.

Eine Investition, die aktuell von sich Reden macht, sticht hier besonders hervor. Denn nachdem die SVB innerhalb des Delisting-Erwerbsangebots ihre Aktien von I:FAO als bis dato größte Position angedient hatte, rückte der Generika-Hersteller Stada zur größten Beteiligung im SVB-Portfolio auf. Diese hatte die SVB im letzten Sommer im Zuge der Querelen um den unrühmlichen Abgang des einstigen Firmenlenkers Hartmut Retzlaff und dem Einstieg mehrerer aktivistischer Finanzinvestoren aufgebaut. Und auch diese Griff scheint sich als Glücksgriff zu erweisen, denn die damaligen Kursen zwischen €30 und €40 hatte die Stada AG inzwischen längst hinter sich gelassen. Was nicht nur an operativen Fortschritten liegt, die das neue Management vorzuweisen hat, sondern insbesondere auch an der jüngsten Meldung, die einen weiteren Kurssprung von knapp 15% auslöste.

Börsenweisheit der Woche 07/2017

"Cash ist immer eine wichtige Reserve, um investieren zu können, wenn andere verkaufen müssen."
(Warren Buffett)

Samstag, 11. Februar 2017

Weshalb Anleger lieber nicht auf offene Immobilienfonds setzen sollten

Offene Immobilienfonds schließen - eine Nachricht, die vor einigen Jahren Empörung, Wut und Insolvenzen bei Privatanlegern in Deutschland ausgelöst hat. Und heute machen wieder offene Immobilienfonds ihre Schotten dicht. Allerdings nicht aufgrund zu hoher Mittelabflüsse, sondern weil Anleger sie mit frischen Geldern geradezu überschütten. "Stupid Money", dummes Geld, muss man leider sagen...

Nun ist das Konstrukt eines offenen Immobilienfonds theoretisch ein ganz tolles. Anstatt zur Kapitalanlage Einzelimmobilien mit ihren wenigen Vor- aber vielen Nachteilen zu kaufen, gibt man das Geld lieber einem Investmentfonds, der diese Gelder sammelt und in größere Projekte investiert. Man profitiert so von der Expertise der Fondsmanager und das eigene Geld steckt nicht in einem Einzelinvestment, sondern gestückelt in einer Vielzahl von Liegenschaften. Das streut das Risiko. Und im Gegensatz zu geschlossenen Fonds, bei denen man während der Laufzeit nicht an sein Geld kommt, kann man bei offenen Immobilienfonds jederzeit seine Anteile bei der Fondsgesellschaft gegen Geld eintauschen und bei börsennotierten Fondsanteilen sogar tagesaktuell über die Börse verkaufen. Verlockende Aussichten, um am Immobilienboom teilhaben zu können.

Jedenfalls solange alles reibungslos läuft. Vor acht Jahren war das nicht (mehr) so. Es gab die Immobilienkrise in den USA, an die sich die Banken und Staatsschuldenkrisen anschlossen. Die größte globale Finanzkrise seit der großen Weltwirtschaftskrise von 1929. Anleger zogen reihenweise ihre Gelder aus den Immobilienfonds ab und hier zeigte sich den Konstruktionsfehler, das falsche Versprechen. Denn die Fonds konnten bereits seit kurzer Zeit keine Gelder mehr auszahlen, die Fonds wurden einfach zwangsweise geschlossen. Anleger saßen somit auf Anteilsscheinen, die stündlich an Wert verloren, da immer mehr Immobilien in die Zwangsversteigerung liefen. Die offenen Immobilienfonds wurden geschlossen, ihr Versprechen wandelte sich eine Lüge. Und das war absehbar...!

Warren Buffett: Was Anleger unbedingt vermeiden sollten

Der wohl bekannteste und weltweit erfolgreichste Value-Investor Warren Buffett macht aus seiner Investment-Philosophie kein Geheimnis und er versteht es, auch schwierige Zusammenhänge leicht verständlich zu präsentieren.

So war es auch wieder, als er auf CNBC drei Stunden lang Fragen von Anrufern beantwortete. Dabei gab er mehrere kluge Ratschläge, wie Anleger sich keinesfalls verhalten sollten.

Fühle dich nicht schlecht, wenn der Aktienmarkt fällt
Buffett sagte, er habe am Freitag Aktien in London gekauft und am Montagmorgen habe er gesehen, diese seien deutlich gefallen. Das seien gute Nachrichten. Auf die Nachfrage, ob er weitere Aktien kaufen werde, antwortete Buffett: "Absolut".

Ignoriere globale Großereignisse bei deinen Investmententscheidungen
Buffett sagte, selbst wenn ein Krieg unvermeidbar erscheine, kaufe er Aktien. Denn wenn eines sicher sei bei einem Krieg, dann dass das Geld an Wert verliere. Das sei in jedem Krieg so gewesen, an den er sich erinnern könne. Und das letzte, was man während eines Krieges besitzen möchte, sei Geld. Man wolle eine Farm haben, ein Apartmenthaus oder Wertpapiere. Werte.

Man muss kein Experte sein, um von Aktien zu profitieren
Die Börse biete so viele Möglichkeiten, tausende von unterschiedlichen Geschäftsfeldern. Man müsse kein Experte in allen diesen Businesses sein, nicht mal in 10 Prozent von ihnen. Man müsse nur überzeugt sein, dass ein Unternehmen oder eine Gruppe von Unternehmen in den nächsten 10, 20 Jahren mehr Geld verdiene als heute. Und es sei keine so schwierige Sache, zu dieser Überzeugung zu kommen.

Freitag, 10. Februar 2017

Lebensversicherungsaktien: Chance oder Dividendenfalle?

▸ Kissigs Kolumne vom 12. August 2016, Aktien Magazin 21/2016 

Die Dividendensaison ist vorüber und die Aktien vieler deutscher Versicherungskonzerne notieren teilweise erheblich unterhalb ihrer Höchststände - nicht nur wegen der satten Dividendenabschläge. Da Versicherungen seit jeher für ansehnliche Dividendenrenditen bekannt sind, und weil Aktien mit hohen Dividendenausschüttungen auf lange Sicht besser abschneiden als solche ohne Dividendenzahlungen, stellt sich für Anleger die Frage, ob man sich nicht jetzt ein paar Aktien dieser Branche ins Depot legen sollte.

Analystenlieblinge auf dem Prüfstand
Versicherungsaktien erscheinen auf vielen Kauflisten, weil sie im Vergleich zum Gesamtmarkt recht moderat bewertet sind und nicht selten üppige Dividendenrenditen aufweisen. Das klingt nach guten Investments, doch ein paar Flöhe hat der Hund schon…

Denn seit rund 30 Jahren sinken die Zinsen, wenn auch unter teilweise deutlichen Schwankungen, und haben ein historisch niedriges Niveau erreicht. Die Notenbanken öffnen die Geldschleusen immer mehr und versuchen auf alle erdenklichen Wege, Geld ins System zu pumpen, um die Auswirkungen der Banken- und Staatsschuldenkrise einzudämmen. Die EZB kauft sogar immer stärker Staats- und Unternehmensanleihen auf, um die Banken dazu zu zwingen, mehr Gelder in die Realwirtschaft zu verleihen, um so die Konjunkturlokomotive in der Eurozone auf Trab zu bringen. Allerdings mit mäßigem Erfolg und nicht unbedenklichen Nebenwirkungen. Nicht nur Sparer leiden unter den mickrigen Zinsen, auch die Versicherungsbranche ächzt unter der lang anhaltenden Zinsflaute, legt sie doch das Geld ihrer Versicherten bevorzugt in langfristigen Zinspapieren an. Und wenn die alten Hochprozenter auslaufen finden sich heutzutage kaum noch attraktive Anlagemöglichkeiten, jedenfalls bei vertretbaren Risiken. Mit der Folge, dass die Renditen immer weiter sinken.

Dem begegnet man durch das erneute Absenken des sog. Garantiezinssatzes, den die Kunden der Kapital- und Rentenversicherungen erhalten. Vor einigen Jahren lag dieser noch bei 4 Prozent, doch schrumpft er immer weiter zusammen wie Eis in der Sahara. Zwar kommen beim Versicherungsablauf zum vereinbarten Garantiezins noch die Überschussanteile hinzu, aber diese sind eben nicht garantiert und liegen inzwischen teilweise erheblich unterhalb früherer Prognosen und Versprechungen. Das Hauptzugpferd der Assekuranzen, die Kapitallebensversicherung, wird also für Kunden zunehmend unattraktiv, trotz der ebenso wenig attraktiven Konkurrenz aus der Bankenbranche. Denn für Spareinlagen oder Termingelder bekommt man auch fast keine Zinsen mehr, inzwischen gibt es bei ersten Banken auch für Privatkunden Negativzinsen, was bedeutet, dass man für das auf seinem Bankkonto liegende Geld der Bank auch noch Zinsen bezahlen muss. Und die Versicherungen haben enorme Geldsummen, die sie unterzubringen haben, so dass einige Lebensversicherer schon angekündigt haben, keine Dividenden mehr zahlen zu können oder zu wollen.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Deutsche Rohstoff AG: Markham-Ölfeld 30 Prozent ergiebiger als angenommen

Nachdem die Deutsche Rohstoff AG zum Jahresende hin bereits hervorragende Neuigkeiten ihrer US-Öl- und Gastöchter präsentieren konnte, legte sie jetzt noch einmal nach.

Die 80-prozentige DRAG-Tochter Cub Creek Energy (CCE) veröffentlichte Produktionsraten für den Markham Bohrplatz: In den ersten 30 Tagen stabiler Produktion förderten die 12 Bohrungen, die CCE im 4. Quartal 2016 fertiggestellt hatte, 4.113 Barrel Öl-Äquivalent (davon 3.473 Barrel Öl). CCE geht davon aus, dass die Produktion in den kommenden Wochen weiter steigen wird. Anfängliche operative Probleme, die die Produktion etwas beeinträchtigt hatten, sind inzwischen behoben. Der durchschnittliche Anteil von CCE an den Bohrungen liegt bei 74%.

Cub Creeks gesamte Öl- und Gasproduktion belief sich im Januar auf 240.000 Barrel Öl-Äquivalent bzw. 192.000 Barrel Öl. Der auf Cub Creek entfallende Umsatz nach Abzug von Royalties und Produktionssteuern lag im Januar bei ungefähr $7 Mio., der durchschnittlich erzielte Ölpreis bei $52,61 pro Barrel. Die Förderraten liegen mehr als 30% über den Erwartungen und steigen weiter an. Zusammen mit den sehr erfolgreichen Vail-Bohrungen, deren Ergebnisse 49% über den Erwartungen liegen, hat Cub Creek im Januar über 7.700 Barrel Öl-Äquivalent pro Tag produziert.

Die beiden anderen US-Beteiligungen der Deutsche Rohstoff, Elster Oil & Gas (DRAG-Anteil: 93%) und Salt Creek Oil and Gas (DRAG-Anteil 90%), produzierten zusammen deutlich mehr als 1.000 Barrel Öl-Äquivalent pro Tag im Januar.

Meine Einschätzung
Salt Creek Energy hatte sich sich in ein lukratives Business eingekauft, dessen Cashflows ausreichen sollten, was weitere Bohrprogramm der nächsten Jahre zu finanzieren. Cub Creek Energy sitzt auf Feldern (Vail Bohrplatz), die noch ergiebiger sind als gedacht und die Erwartungen um fast 50% übertreffen. CCE baut sein Bohrprogramm weiter aus, während Elster Oil & Gas bereits seit Mitte des Jahres produziert und ebenfalls sein Bohrprogramm ausweitet.

Mit Crown Castle real vom Mobilfunkboom profitieren

▸ Kissigs Kolumne vom 21. Juni 2016, Aktien Magazin 16/2016 

Der mobile Datenverkehr ist ein Megatrend und auch wenn sich die öffentliche Wahrnehmung vor allem auf die neuen Geräte und ihre Funktionen fokussiert, auf das neue Iphone oder das nächste Galaxy, gibt es doch auch andere, die an diesem Markt Geld verdienen. Dabei meine ich nicht die Telekomkonzerne selbst, die die Datennetze bauen und damit ihr Geld verdienen, sondern ich meine Immobilien. Richtig gelesen, Immobilien. Genauer gesagt Mobilfunkmasten. 

Die USA sind bekannt dafür, dass sich hier noch prähistorische Drähte an maroden Holzbalken die Straßen entlang ziehen, doch auch in den USA hat die moderne Kommunikation Einzug gehalten. Vor einigen Jahren begannen die großen US-Telekomfirmen, ihre wenig(er) profitablen Vermögenswerte zu verkaufen, um Geld für den Ausbau der Netze und den Ankauf der teuren Mobilfunkfrequenzen in die Kasse zu bekommen. Hieraus ist u.a. das Unternehmen Crown Castle International Corp. (CCI) hervorgegangen, die einen erklecklichen Anteil der Mobilfunkmasten der großen vier US-Mobilfunkanbieter AT&T, Verizon, T-Mobile US und Sprint betreiben.

CCI ist dabei als REIT organisiert, als Real Investment Trust. Diesen werden hohe Steuervergünstigungen gewährt, wenn sie im Gegenzug dafür fast ihre gesamten Jahresgewinne an ihre Aktionäre ausschütten. CCI ist daher also vor allem für Anleger interessant, die an regelmäßigen und hohen Dividendeneinnahmen interessiert sind.

Dienstag, 7. Februar 2017

MBB: Kann der Aktienkurs nach diesen Geschäftszahlen noch weiter steigen?

Der deutsche Beteiligungskonzern MBB SE konnte in den letzten Monaten seinen Aktienkurs mehr als verdoppeln. Dies ist vor allem der neu geschaffenen Tochter Aumann AG zu verdanken, die aus dem Zusammenschluss der MBB Fertigungstechnik mit der Aumann Gruppe entstand und die vom Boom im Bereich der Elektromobilität profitiert. Anleger warteten daher gespannt auf die Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 um zu sehen, ob der Kurs bereits zu viele Vorschusslorbeeren enthält oder von einer entsprechend starken Geschäftsentwicklung untermauert ist. Und MBB liefert. Man übertrifft die eigene Umsatz- und Ergebnisprognose 2016 deutlich und legt mit €332 Mio. einen neuen Rekordumsatz hin. Das Ergebnis je Aktie liegt mit €2,16 ebenfalls oberhalb der Prognose (Vorjahr: €1,79) und die Konzernliquidität steigt auf €78 Mio., während die Nettoliquidität auf €23 Mio. anschwillt. Das Wachstum wurde insbesondere von der Aumann Gruppe getragen, die 2016 €156 Mio. Umsatz erzielte bei einer EBIT-Marge von 12,4% und einem Auftragseingang von €190 Mio.

Damit hat MBB alle Prognosen pulverisiert, doch es gibt auch einen Wermutstropfen. MBB hat in den Jahren 2013, 2014 und 2015 ein langfristiges Bonusprogramm für Management und Mitarbeiter eingeführt, das sich an der Aktienkursentwicklung orientiert und in den Jahren 2018 bis 2020 zu Zahlungen führen kann. Wegen des starken Kursanstiegs der MBB-Aktie wurden im vierten Quartal 2016 hierfür Rückstellungen gebildet, die einen Nettoeffekt in Höhe von €3,1 Mio. auf das Ergebnis haben. Ohne diesen Sondereffekt hätte das EBITDA €34,6 Mio. (EBITDA-Marge von 10,4%), das Konzernergebnis €17,3 Mio. und das Ergebnis je Aktie €2,63 betragen.

Zahlen & Mehr: Delignit, Steico

▸ Delignit AG
Delignit, ein Hersteller ökologischer laubholzbasierter Produkte und Systemlösungen sowie Zulieferer für die Automobil-, Bahn- und Luftfahrtindustrie, hat vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 vorgelegt.

Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um rund 9,4% auf einen neuen Rekordwert von rund €48,6 Mio. nach €44,4 Mio. im Vorjahr. Die positive Umsatzentwicklung 2016 wurde dabei von beiden Geschäftsbereichen, Automotive und Technological Applications, getragen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, EBITDA, verbesserte sich um rund 7,8% auf €3,7 Mio. nach €3,5 Mio. in 2015, während das Konzernergebnis bei rund €1,4 Mio. lag, was einem Anstieg um 30,8% gegenüber dem Vorjahreswert von €1,1 Mio. entspricht. Pro Aktie errechnen sich somit €0,18 gegenüber €0,14 je Aktie im Vorjahr. Der überproportionale Anstieg des Konzernergebnisses resultiert dabei vorwiegend aus gesunkenen Abschreibungen und einer reduzierten Steuerquote.

Meine Einschätzung
Die zunehmende Begeisterung für Elektroautos bringt das Thema Reichweite immer stärker in den Fokus und die Batteriekapazitäten lassen sich nicht ohne weiteres einfach erhöhen - denn sie kosten viel Gewicht. Gewicht, das man durch den Einsatz laubholzbasierter Teile wieder einsparen kann und hier spielt Delignit ganz vorne mit. Hier hat man sich inzwischen mehrere Serienaufträge aus der Automobil- und der Bahnbranche gesichert und Mitte letzten Jahres weitere langfristige Aufträge an Land gezogen. Die hohen Investitionen der Vorjahre wirken sich nun positiv aus und werden ab diesem Jahr ihre volle Kraft entfalten und aufgrund der nicht mehr anfallenden Investitionskosten sollte es zu einem erfreulichen Anspringen des Jahresergebnisses führen. Anleger sollten keine einzige Aktie dieser "Mittelstandsperle" aus der Hand geben, denn je stärker sich die Ergebnissprünge abzeichnen, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Aktie ihre alten Hochs aus dem November 2016 bei €5,40 überwinden wird. Der Emissionsbreis beim Börsengang Ende September 2007 lag übrigens bei €8,00. Bis dahin ist es aber noch ein längerer Weg.


▸ Steico SE
Die Steico SE ist ein Hersteller holzfaserbasierter Bauprodukte und profitiert vom Trend zum nachhaltigen und CO2-armen Bauen sowie dem immer stärker zunehmenden Drang in die Ballungszentren. Nachdem man in den vergangen Jahren massiv investiert hat, entschloss man sich dazu, diese Kapazitäten nochmals zu verdoppeln, da man noch erfolgreicher war, als angenommen. Die Vorlage der vorläufigen Geschäftszahlen für 2016 untermauert diese Entwicklung.

Montag, 6. Februar 2017

Börsenweisheit der Woche 06/2017

„Geben Sie mir eine gute Regierung, und wir haben eine gesunde Börse.“
(Hermann Josef Abs)

Samstag, 4. Februar 2017

Was ist ein... Aktienrückkaufprogramm?

Wenn die Aktionäre auf der Hauptversammlung dem Vorstand grünes Licht geben, im genehmigten Umfang eigene Aktien kaufen zu können, und das Unternehmen dies dann umsetzt, spricht man von einem Aktienrückkauf. Dieser ist in der Regel auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt und oft wird ein Höchstkurs für die zurückzukaufenden Aktien vorgegeben - und nach geltendem deutschem Recht darf eine Aktiengesellschaft nicht über mehr als 10% ihres eigenen Grundkapitals verfügen.

Anleger lieben Aktienrückkäufe
Aktienrückkaufprogramme sind bei Anlegern aufgrund ihrer positiven Nebenwirkungen in der Regel sehr beliebt, weil sie durch die zusätzliche Nachfrage nach den Aktien des Unternehmens tendenziell zu steigenden Kursen derselben führen. Jedenfalls, wenn der faire Wert des Unternehmens oberhalb des aktuellen Aktienkurses notiert. Darüber hinaus repräsentiert nun jede andere Aktie einen höheren Anteil am Unternehmensgewinn, weil das Unternehmen ja keine Gewinne an sich selbst ausschüttet, und die gewinnbezogenen Bewertungskennziffern sinken entsprechend, wie zum Beispiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Als direkte Folge steigt auch der faire Wert der Aktien.

Daher werden Aktienrückkäufe oft auch als Alternative zu Dividenden angesehen. Sie bleiben zunächst auch steuerfrei, bis die Aktien irgendwann verkauft werden und dann auf die erzielten Kursgewinne Kapitalertragsteuer anfällt.

»Keine andere Maßnahme nützt Aktionären so viel wie Aktienrückkäufe. Sofern das Unternehmen über ausreichend Liquidität für das operative Geschäft verfügt und die Aktie mit einem nennenswerten Abschlag auf den inneren Wert notiert - konservativ gerechnet.«
(Warren Buffett)

Was tun mit den eigenen Aktien?
Wenn das Unternehmen nun im Besitz eigener Aktien ist, kann es diese entweder als Akquisitionswährung bei Firmenübernahmen verwenden oder aber es kann die Aktien einziehen. Das bedeutet, dass sie aus dem Verkehr genommen werden und sich die Anzahl der Aktien verringert, so dass jede einzelne verbliebene Aktie dauerhaft einen prozentual höheren Anteil am Unternehmen darstellt. Darüber hinaus sinkt durch das Einziehen der Anteil an selbst gehaltenen Aktien und es können wieder neue eigene Aktien angekauft werden, auch wenn die 10%-Grenze zuvor bereits erreicht wurde. Denn diese bezieht sich immer auf die Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien.

Freitag, 3. Februar 2017

Was ist... der Super Bowl Indikator?

Der Super Bowl ist das größte Sportereignis der Welt mit rund einer Milliarde Zuschauern. Und natürlich ist er ein Wirtschaftsereignis größten Ausmaßes. Für Börsianer ist der Kampf um die "Vince Lombardi Trophäe" allerdings noch aus einem anderen Grund beachtenswert und der gehört in den Bereich der Börsenkuriositäten.

Die amerikanische National Football League (NFL) ist in zwei sogenannte Conferences aufgeteilt, die früher zwei eigenständige Footballverbände darstellten. Die National Football Conference (NFC) und die American Football Conference (AFC) mit ihren zusammen 32 Teams spielen jeweils ihren Sieger in den Playoffs aus und diese beiden treffen dann zum Showdown der Superlative im Super Bowl aufeinander. Dieser findet inzwischen regelmäßig am ersten Sonntag im Februar statt.

Börsianer sind sich ja für keine Absurdität zu schade und so stellte man hier irgendwann eine Korrelation zwischen dem Sieger des Super Bowl und der Entwicklung der amerikanischen Aktienkurse im restlichen Jahresverlauf fest. Es war die New York Times, die Mitte der 1970er Jahre feststellte, dass die Börsenkurse bis zum Jahresschluss fallen werden, wenn der Vertreter der AFC gewinnt. Gewinnt hingegen das NFC-Team, steigen die Aktienkurse.

Skurril? Mit Sicherheit. Allerdings auch treffgenau, denn in den vergangenen 50 Jahren traf die Prognose immerhin in 40 Fällen ein.

Und auch wenn nach diesem Indikator ein Sieg des AFC-Vertreters New England Patriots gegen die Atlanta Falcons (NFC) ein eher pessimistisches Bild für die Aktienkurse im weiteren Verlauf des Jahres zeichnen würde, drücke ich "meinen" Patriots doch auch bei ihrer achten Super Bowl-Teilnahme die Daumen und hoffe auf ihren fünften Finalsieg!

Ich habe den Super Bowl auf meiner Empfehlungsliste (kleiner Scherz).

Donnerstag, 2. Februar 2017

IBM: Deshalb stimmt Buffett nicht in den Big Blues ein

▸ Kissigs Kolumne vom 19. Juli 2016, Anlegermagazin 04/2016 

Warren Buffett lässt die Finger von Technologiewerten, denn er investiert ausschließlich in seinem Kompetenzbereich. Und Technologie gehört nicht dazu. Obwohl er seit Jahrzehnten mit Microsoft-Gründer Bill Gates eng befreundet ist, hat er niemals Aktien von Microsoft besessen. Nicht, weil er Bill Gates nicht vertraute, sondern weil er nicht abschätzen konnte, wie Windows und Office die Welt verändern und wie erfolgreich sie auf lange Sicht sein würden.

Doch im Jahr 2011 schien sich die Welt des Value Investings auf einmal anders zu drehen, denn Warren Buffett stieg mit einer Milliardensumme bei International Business Machines ein, einem Dow Jones-Unternehmen, das früher einmal der größte Computerhersteller der Welt war.

Seit Buffetts Einstieg dem haben auch viele seiner Anhänger IBM in ihre Depots genommen und sie alle haben bisher kaum Freude an ihrem Investment gehabt. Denn „Big Blue“ hat gleich mehrere negative Rekorde aufgestellt: 2013 und 2014 war IBM der Wert im 30 Aktien umfassenden Dow Jones Index, der die schlechteste Jahresperformance aufwies und 2015 lag man ebenfalls fast ganz am Ende. Und das während einer der stärksten Haussen, die die Aktienmärkte je gesehen haben. Darüber hinaus hat IBM es geschafft, nun schon 16 Quartale in Folge Umsatzrückgänge verzeichnen zu müssen und für die jetzt anstehenden Quartalszahlen sollte man nicht wirklich auf Besserung hoffen. Hinzu kommen schmerzhafte Gewinnrückgänge, die IBM-Chefin Ginny Rommetty hatte ankündigen müssen. Alles in allem also wenig Argumente für ein Investment in Aktien von „Big Blue“.

Die Buffett-Perspektive
Doch Buffett sah und sieht das anders. Als er nämlich 2011 erstmals IBM-Aktien erwarb, legte er seine Beweggründe der Öffentlichkeit dar. IBM befand sich damals am Anfang eines Transformationsprozesses weg vom klassischen Hardwaregeschäft hin zu Service und Software, nachdem man einige Jahre zuvor bereits die PC-und Notebookfertigung an den chinesischen Technologie-Giganten Lenovo verkauft hatte. Und die damals neue IBM-Chefin Rommetty versprach frischen Wind in die verstaubten Hallen zu bringen. Buffett begriff diesen Wandel vor allem als Chance für IBM, sich von alten, margenschwachen oder gar verlustträchtigen Bereichen zu trennen und sich neuen, höher profitablen Geschäftsfeldern zuzuwenden. Er sagte schon damals, dass er davon ausgehe, dass die nächsten Jahre für IBM schwer würden und der Aktienkurs vermutlich eher fallen werde als steigen. Und dass ihn das nicht stört, denn er hätte vor, noch viel mehr IBM-Aktien zu kaufen und diese wolle er lieber billig einkaufen als teuer.

Mittwoch, 1. Februar 2017

Sollte man gerade jetzt Aktien kaufen?

Seit jeher treibt Anleger die Frage um, ob gerade jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, Aktien zu kaufen. Und diese Frage stellt sich fast täglich neu, nie scheint wirklich klar zu sein, ob es endlich soweit ist.

Blicken wir auf den Jahresstart an den Börsen zurück, dann erlebten wir einen überraschend guten Aktienmarkt. Überraschend deshalb, weil durch die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und seine Hauruck-Politik große Unsicherheit an die Märkte schwappt.

Und wenn man an das letzte Jahr zurückdenkt, da waren die ersten beiden Monate geradezu panische Ausverkaufszeiten. Immer weniger Analysten hatten in dieser Marktphase dazu geraten, in Aktien zu investieren, Weltuntergangspropheten hatten Hochkonjunktur. Nur wenige Anleger haben hier beherzt zugegriffen, denn es schien nicht die richtige Zeit, um in Aktien zu investieren. Mitte Februar drehten die Kurse urplötzlich und starteten eine Erholungsrallye. Von einer „Bärenmarktrallye“ war die Rede, einer Falle für diejenigen, die an eine nachhaltige Kurserholung glaubten. Die meisten Marktexperten waren sich sicher, dass der kurzen Erholung ein noch größerer Kursrutsch nach unten folgen würde, eine Kurslawine, die nur noch einmal Anlauf nimmt, um dann alles in die Tiefe zu reißen. Es schien nicht die richtige Zeit, um in Aktien zu investieren.

Und heute? Werden die Kurse steigen oder werden sie fallen, wohin tendieren die Börsen in den nächsten Wochen? Nun, ich kann dazu wenig sagen, denn ich weiß es nicht. Und ich kenne auch niemanden, der es sicher weiß. Ansonsten wäre er der gefragteste Interviewpartner der Welt und noch reicher als Bill Gates und Warren Buffett zusammen. Allerdings sind die Weltuntergangs- und Börsencrash-Propheten noch immer lautstark unterwegs und irgendwann werden sie auch mal wieder Recht bekommen. Ihr "Ich hab's euch ja gesagt" wird dann auf jeder Titelseite prangen und in jeder Wirtschafts-TV-Show verbreitet werden. Der lange Zeitraum, wo die Crash-Propheten falsch lagen - und Anleger mit ihren Prognosen viel Geld verloren oder nicht verdienten - die sind dann einfach vergessen. Doch die Aktienkurse erholen sich meist schon längst wieder, wenn die Pessimisten noch Hochkonjunktur haben in der öffentlichen Wahrnehmung. Im Nachhinein kann jeder Börsenkommentator sagen, weshalb die Entwicklung genau so eingetreten ist, wie sie eintrat. Im Vorhinein gelingt das kaum jemandem. Jedenfalls nicht mit einer Regelmäßigkeit, die einen Propheten-Status rechtfertigen würde.

Ignoriere die Kursbewegungen!
Da wir also wissen, was wir nicht wissen, sind wir schon mal einen Schritt weiter. Das Auf und ab der Kurse zu ignorieren, ist ein gut gemeinter Rat. Und ein guter, geradezu genial, aber leider kaum umsetzbar. Jedenfalls von Otto Normalanleger.