Mittwoch, 6. November 2019

Andere Ansichten zu Arista Networks und wie es nach dem Kursrutsch weiter geht

Der Netzwerkausrüster Arista Networks hatte jüngst überragende Geschäftszahlen für das dritte Quartal abgeliefert und sämtliche Erwartungen übertroffen. Der Ausblick auf das vierte Quartal überraschte dann extrem negativ und auch die Perspektiven bis ins Jahr 2021 hinein wurden deutlich reduziert, woraufhin der Kurs um 25% abschmierte - und ich mich von meinem Arista-Bestand bis auf Weiteres verabschiedet habe.

Heute hat nun Stefan Waldhauser vom High-Tech Stock Picking-Wiki seine sehr informative Einschätzung zu Arista Networks abgegeben, die sich sich weitgehend mit meinen Überlegungen deckt - aber eben nicht in allen Bereichen...


In seinem Artikel "Arista: Wie geht es weiter nach dem Kurssturz? " kommt Stefan grundsätzlich zu den gleichen Schlüssen wie ich. Abgesehen davon, dass er die Probleme "der nächsten Generation" nicht bei Arista selbst verortet, sondern bei den Kabelherstellern, stellt er fest, dass Aristas Wachstumsstory vorübergehend aus dem Tritt geraten ist und für 2020/21 wohl nur mit einstelligem Wachstum zu rechnen ist. Und genau das ist ja auch meine Befürchtung und der Grund für meinen (vorübergehenden?) Ausstieg bei Arista Networks.

Ken Fisher rät bei Wachstumsunternehmen dazu, wenn diese mal ins Straucheln geraten, Aktien zu kaufen. Wenn denn das Unternehmen bzw. seine internen Strukturen mit dem Wachstum nicht zurecht gekommen sind und sich hier neu/besser aufstellen müssen, um an alte (Vertriebs-) Erfolge anknüpfen zu können. In Bezug auf die 400-Gigabit-Komponenten ist die Situation hier in etwa vergleichbar, allerdings offenbart sich Aristas Achillesferse (auch) darin, dass man im größten Geschäftsbereich von einigen wenigen "Titanen-Kunden" abhängig ist (wie Amazon, Microsoft, Facebook) und wenn diese ihre Bestallungen mal reduzieren oder verschieben, dies erhebliche negative Auswirkungen auf Aristas Umsätze hat - wie in 2019 nun schon zweimal geschehen. Beide Effekte in Kombination sprechen für eine längere Trockenzeit bei Arista.

Anders als ich stockt Stefan bei Arista Networks aktuell auf und ist bereit, am Anfang der Dürre auf ein mittelfristiges Wiedererstarken zu setzen, während ich auf die Wolken warten möchte, die den dringend benötigten Regen ankündigen, um dann ggf. wieder einzusteigen, wenn der Wachstumsmotor wieder rund läuft. Wir werden sehen, wem was wie (gut) gelingt...ツ

Kommentare:

  1. Ich bin hier eher bei Waldhauser, denn bevor bekannt wurde, dass nun inzwischen 2 Cloud-Titanen ihre Investitionen zurückfahren, war die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass dies passieren würde, als jetzt, wo der Fall nun schon bei 2 eingetreten ist. Zudem gibt es Arista jetzt viel günstiger => in Summe weniger Risiko bei geringerem Kurs, für mich eine einfache Entscheidung. Dazu noch der neue Absatzmarkt Campus WLAN, der wahrscheinlich positiv überraschen wird, weil ihn noch kaum jemand auf dem Schirm hat.

    AntwortenLöschen
  2. Tja, wer in der Panik direkt nach Earnings verkauft...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ähnliche Situation wie bei Wirecard

      Löschen