Montag, 28. Mai 2012

Börsenweisheit der Woche 22/2012

"Bargeld in der Tasche und gleichzeitig die Absicht zu haben, bei niedrigen Kursen in die Börse einzusteigen, ist dasselbe Vergnügen, wie hungrig zu sein und sich auf dem Weg in ein Restaurant zu befinden."
(André Kostolany)

Montag, 21. Mai 2012

Börsenweisheit der Woche 21/2012

"Der Erfolg beim Investieren hängt nicht vom Intelligenzquotienten ab. Wenn du durchschnittlich intelligent bist, brauchst du das richtige Temperament, um die Emotionen zu kontrollieren, die andere Menschen beim Anlegen in Schwierigkeiten bringen. Das Investieren ist kein Spiel, bei dem der Spieler mit einem IQ von 160 den anderen Spieler mit einem IQ von 130 besiegt."
(Warren Buffett)

Montag, 14. Mai 2012

Börsenweisheit der Woche 20/2012

"Die ganze Börse hängt nur davon ab, ob es mehr Aktien gibt als Idioten oder mehr Idioten als Aktien."
(André Kostolany)

Montag, 7. Mai 2012

Börsenweisheit der Woche 19/2012

"Ich denke nie darüber nach, was die Börse machen wird. Ich weiß nicht, wie man die Börse oder die Zinsen oder die Konjunktur vorhersagen kann. Und ich habe keine Ahnung, ob die Börse in zwei Jahren höher oder tiefer stehen wird."
(Warren Buffett)

Montag, 30. April 2012

AdCapital: 50% Ausschüttung, steuerfrei

Die Beteiligungsgesellschaft AdCapital hat heute Details zu ihrer Neustrukturierung und den hierdurch frei werdenden Finanzmitteln mitgeteilt. Die bisherige Beteiligungs- und Asset-Management-Gesellschaft ist jetzt eine Industrieholding mit den Schwerpunktbranchen Elektrotechnik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Maschinen- und Werkzeugbau sowie Automotive. Das Unternehmen konzentriert sich in Zukunft darauf, seinen Beteiligungen mit seiner langjährigen Erfahrung bei der strategischen Entwicklung von Unternehmen zur Seite zu stehen, beispielsweise bei der Expansion oder Internationalisierung.

Durch diese Neuausrichtung wird Liquidität frei, die an die Aktionäre ausgezahlt werden soll. Der Aufsichtsrat beschloss, der Hauptversammlung eine Höhe der Ausschüttungen von 84,9 Mio. EUR vorzuschlagen. Dies entspricht 6,23 EUR je zum Bezug der Ausschüttung berechtigter Aktie. Ermöglicht wird die Ausschüttung in dieser Höhe durch eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln durch Umwandlung der Kapitalrücklage durch eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und eine sofortige Kapitalherabsetzung. Beide Beschlüsse, Kapitalerhöhung um 82 Mio. EUR und Kapitalherabsetzung um 85 Mio. EUR, werden am 22. Juni 2012 der Hauptversammlung zur Abstimmung vorgelegt. Die Kapitalherabsetzung erfolgt dabei zum Zwecke der Rückzahlung von Teilen des Grundkapitals an die Aktionäre in Form der angekündigten Barausschüttung von 84,9 Mio. EUR.

Der Lohn der Mühen? Die Kapitalrückzahlung unterliegt, anders als eine Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn, nicht der Kapitalertragsteuer. Die Aktionäre erhalten die Ausschüttung von 6,23 EUR also steuerfrei!

Im Gegenzug werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 22. Juni 2012 vorschlagen, den Bilanzgewinn in Höhe von 5,6 Millionen Euro nicht auszuschütten, sondern auf neue Rechnung vorzutragen. Was nichts anderes bedeutet, als dass die eigentlich anstehende Dividende von 0,50 EUR je Aktie für dieses Jahr entfallen wird als "Tausch" gegen die 6,23 EUR aus der Sonderausschüttung.

Einziger Wermutstropfen: während die Dividende bereits im Juni 2012 fällig gewesen wäre, darf die Sonderausschüttung erst 6 Monate nach Eintragung der Kapitalherabsetzung vorgenommen werden. Also voraussichtlich im Februar 2013.

Geht man vom heutigen Kurs von gut 12 EUR aus, wird die Sonderausschüttung also eine Rendite von 50% abwerfen. Da diese sich im Kurs niederschlagen wird, wäre die Aktie "ex" mithin noch etwa 5,75 EUR teuer - und wird die bisherige Dividendenzahlung von 0,50 EUR dann ab dem Geschäftsjahr 2012 wieder aufgenommen, betrüge die Dividendenrendite stolze 8,7%.

Die Neuausrichtung hin zu einem Beteiligungsunternehmen wie Gesco oder Indus verspricht einiges an Potenzial und die Auschüttung sowie die zu erwartende Dividendenrendite ab dem Geschäftsjahr 2013 sind weitere Argumente für die AdCapital-Aktie - jendenfalls für Anleger mit mittel- und langfristigem Anlagehorizont.

Börsenweisheit der Woche 18/2012

"Chart-Lesen ist eine Wissenschaft, die vergebens sucht, was Wissen schafft."
(André Kostolany)

Sonntag, 29. April 2012

H.P.I. Holding vermeldet weiteren Zukauf

Die H.P.I. Holding AG hat für ihre Beteiligungsgesellschaft August Berger Metallwarenfabrik GmbH innerhalb kürzester Zeit eine weitere Unternehmensakquisition abgeschlossen. Neben dem türkischen Spannringhersteller CEMSAN Metal Parca Imalat Ltd. zählt nun auch die italienische S.G.T. Srl in Albavilla zum Unternehmensportfolio, nachdem man 51% der Anteile sowie eine Kaufoption auf weitere 15% erworben hat. Auch dieses Unternehmen ist in der Produktion von Spannverschlüssen für Fässer tätig.

Diese Investition versetzt die August Berger GmbH, die bereits alleine mit rund 70% Marktanteil die Liste der europäischen Hersteller anführt, in die Rolle eines Weltmarktführers bei der Produktion und dem Vertrieb von Spannringen. Neben dem noch unerschlossenen Markt, sind vor allem die Produktionskapazitäten für kleinere Spannringe interessant, die Berger bisher noch nicht abdeckt. Die Kaufpreissumme, über die Stillschweigen vereinbart worden ist, wird seitens der H.P.I. Holding AG aus dem Ergebnis der laufenden Geschäftstätigkeit aufgebracht. So wird der Vorstand auch in diesem Jahr dem Aufsichtsrat wieder eine Dividendenzahlung empfehlen.

Montag, 23. April 2012

Börsenweisheit der Woche 17/2012

"Kaufe niemals eine Aktie, wenn du nicht damit leben kannst, dass sich der Kurs halbiert."
(Warren Buffett)

Montag, 16. April 2012

Börsenweisheit der Woche 16/2012

"Manchmal ist es besser, eine Stunde über sein Geld nachzudenken, als eine Woche dafür zu arbeiten."
(André Kostolany)

Sonntag, 15. April 2012

H.P.I. Holding stärkt Spannringaktivitäten durch Zukauf

Eine der beiden Beteiligungen der H.P.I. Beteiligungen AG, der Spannringspezialist August Berger Metallwarenfabrik GmbH, vermeldete die Übernahme der CEMSAN Metal Parca Imalat Ltd. aus der Türkei. Einen entsprechenden Kaufvertrag über 60 Prozent Unternehmenserwerb mit einer Option auf Erhöhung hat die H.P.I. Holding AG in diesen Tagen mit Cemsan geschlossen. 40 Prozent verbleiben bei den bisherigen Eigentümern. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.

Für das Jahr 2012 wird eine Umsatzgröße von 4,5 Mio. Euro angepeilt und das Ergebnis vor Steuern liegt deutlich im zweistelligen Prozentbereich. Im laufenden Quartal soll im EU-Bereich noch ein weiterer Spannringhersteller erworben werden. Über die Übernahme-Modalitäten ist man mit dem Verkäufer bereits einig.

Montag, 9. April 2012

Börsenweisheit der Woche 15/2012

"Der dümmste Grund eine Aktie zu kaufen ist, weil sie steigt."
(Warren Buffett)

Sonntag, 8. April 2012

Villeroy & Boch: gute Zahlen für 2011, aber verhaltener Ausblick

Villeroy & Boch (WKN: 765723) hat gute Geschäftszahlen für 2011 präsentiert, doch der verhaltene Ausblick sorgt etwas für Ernüchterung. Demnach erwarte das Management für 2012 aufgrund des relativ verhaltenen Jahresstarts (Umsatzwachstum Jan-Feb: 1%) nur ein leichtes Umsatzwachstum auf 750 Mio. EUR bis 760 Mio. EUR. In den Folgejahren solle das Wachstum bei durchschnittlich 5% liegen. Die Ergebnisguidance sei mit +/- 15% (Wachstum ggü. 2011) sehr vage geblieben. Entsprechend dürfte das EBIT ohne Sondereffekte bei ca. 24 Mio. Euro bis 32 Mio. Euro liegen.

Doch gerade die Sondereffekte in Form von Grundstücksveräußerungen in Luxemburg und Schweden, die in den nächsten 2 bis fünf Jahren abgewickelt sein sollen, bringen Feuer in die Aktie, weil mit der Hebung erheblicher Bewertungsreserven zu rechnen ist und ggf. mit entsprechenden Ausschüttungen an die Aktionäre, nachdem kürzlich bereits die Dividende für 2011 auf 0,40 EUR verdoppelt wurde. Wie die Tagesordnung für die HV zeigt, will sich V&B sogar die Möglichkeit einräumen lassen, die selbst gehaltenen 1,68 Mio. eigenen Aktien als Sachdividende ("Gratisaktien") ausschütten zu können. Somit hat die Aktie fundamental einiges zu bieten. Nach einem EPS von 0,72 EUR in 2011 rechnet BÖRSE ONLINE unter konservativer Betrachtung mit 0,85 EUR in 2012. Für 2013 liegt die Schätzung derzeit bei 1,05 EUR. Daraus errechnet sich ein 2013er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,8. Auf Basis der Prognosen von Montega, bei der ein jährlicher Immobiliengewinn von zehn Mio. EUR für die nächsten vier Jahre unterstellt wird, kostet der Titel sogar nur das 3,8fache der 2013er-Schätzungen.

Montag, 2. April 2012

Börsenweisheit der Woche 14/2012

"An der Börse ist alles möglich. Auch das Gegenteil."
(André Kostolany)

Mittwoch, 28. März 2012

Berentzen: Plünderung durch Rekord-Dividende

Ich bin ja ein Freund davon, Aktionäre an der positiven Unternehmensentwicklung zu beteiligen und mit Dividenden zu belohnen. Aber was sich gerade bei Berentzen abspielt, ist ein eine Perversion der Gewinnausschüttungsidee sondergleichen. Denn Berentzen, eine Tochter des Beteiligungsunternehmens Aurelius AG, hat angekündigt, der Hauptversammlung am 24. Mai 2012 vorzuschlagen, aus dem Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2011 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,90 Euro je Vorzugsaktie sowie die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,84 Euro je Stammaktie für das Geschäftsjahr 2011 vorzunehmen.

Alleine schon die Formulierung "aus dem Gewinn" ist ein Hohn, denn Berentzen hat gar keinen Gewinn in dieser Höhe gemacht. Und die Dividende der Vorjahre lag zwischen 2000 und 2010 bei durchschnittlich 0,17 EUR (in drei dieser Jahre gab es gar keine Dividende) und zuletzt bei 0,13 EUR, so dass der neue Betrag fast eine Versiebenfachung darstellt. Zum Zeitpunkt der Nachricht lag der Berentzenkurs bei 4,80 EUR und schoss dann in der Spitze bis auf 6,25 EUR hoch - ein Plus von 30%. Abgesehen davon, dass eine Dividendenerhöhung um 0,77 EUR (und die ist ja auch noch zu versteuern, so dass es eigentlich sogar nur 0,58 EUR je Aktie sind), einen Sprung um 1,45 EUR kaum rechtfertigen dürfte, scheinen einige Anleger nur auf die nun optisch hohe Dividendenrendite geschaut zu haben, die mit 14,4% (bei Kurs 6,25 EUR) ja auch verlockend aussieht. Aber der Hund hat doch ein paar Flöhe, bekanntlich Überträger der todbringenden Pest.

Denn Berentzen verdient diese hohe Dividende gar nicht, was bedeutet, dass nach Dividendenabschlag und Versteuerung mit 25% beim Aktionär dessen Investment auch noch deutlich weniger Wert ist, da ja die Gewinnrücklagen deutlich abgeschmolzen werden. Eine solche Ausschüttungspolitik, die deutlich jenseits von 100% des Gewinns liegt, ist unverantwortlich für ein Unternehmen. Hier wird ausschließlich auf die Interessen des Großaktionärs Aurelius AG geschaut, der Kapital aus dem Unternehmen ziehen will - und selbst seine Dividenden nur mit 5% versteuern muss (da die Aurelius eine Kapitalgesellschaft ist), so dass die Rendite der Aurelius AG nach Steuern weit höher ausfällt, als die der normalen Aktionäre.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass Berentzen geplündert, dass die Liquidität aus dem Unternehmen gesogen wird. Dies deutet darauf hin, dass Aurelius AG die Berentzen-Gruppe wieder veräußern will und kein Interesse an einer nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens hat. Für alle anderen Aktionäre der Berentzen-Gruppe sollten die Alarmglocken schrillen, denn ihr Investment ist in akuter Gefahr. Und die jetzt optisch hohe Dividendenrendite wird im nächsten Jahr wieder eingedampft, da man nicht mehrfach mehr ausschütten kann, als an Gewinnen reingekommen ist. Sonst ist das Unternehmen ganz schnell insolvent. Und Aurelius will Berentzen zwar aussaugen, aber nicht töten, denn dann wäre es kaum noch zu einem akzeptablen Preis zu veräußern.

Montag, 26. März 2012

Börsenweisheit der Woche 13/2012

"Wenn jemand gute Aktien hat, wäre er verrückt, wenn er nur wegen eines Kursrückschlags verkaufen würde. Ich suche Unternehmen, die ich verstehe und von deren Zukunftsaussichten ich überzeugt bin."
(Warren Buffett)

Montag, 19. März 2012

Börsenweisheit der Woche 12/2012

"An der Börse machen Leute mit Erfahrung eine Menge Geld und Leute mit einer Menge Geld machen Erfahrungen."
(Philip A. Fisher)

Samstag, 17. März 2012

Windsor AG präsentiert miese 2011er Zahlen

Die Windsor AG (WKN: 619070) präsentierte seine Zahlen für 2011 und die waren - wie von mir erwartet - schlecht. Es wurde ein Umsatz von 17,3 Mio. EUR (2010: 23,07 Mio. EUR) und ein Jahresüberschuss von 1,6 Mio. EUR (2010: 5,7 Mio. EUR) erzielt. Das vorläufige Ergebnis 2011 vor Abschreibungen und Finanzergebnis (EBITDA) liegt bei 2,26 Mio. EUR (2010: 5,5 Mio. EUR), das entsprechende operative Ergebnis (EBIT) bei 1,3 Mio. EUR (2010: 4,35 Mio. EUR) und der Gewinn vor Steuern (EBT) bei 2,0 Mio. EUR.

Deutlich gesteigert werden konnte das HGB-Ergebnis der WINDSOR AG. Dieses stieg um 178% auf 5,3 Mio. EUR (Vorjahr 1,9 Mio. EUR). Allerdings resultiert das HGB-Ergebnis wohl fast ausschließlich aus dem Verkauf von 9,9% der MPH Mittelständische Pharma AG-Aktien, an denen Windsor nun nur noch 20% hält - 2010 gab es hieraus eine Dividende in Höhe von 1,5 Mio. EUR und diese Einnahmequelle für Windsor ist nun dauerhaft auf 1 Mio. EUR zusammengeschrumpft. Die vollmundige Ankündigung des Vorstandsvorsitzenden von der Locht vom 18.11.2011, man werde eine Dividende je Aktie in Vorjahreshöhe ausschütten (obwohl zuvor Gratisaktien ausgegeben worden waren), musste kassiert werden: Windsor wird für 2011 je Aktie 0,17 EUR ausschütten (2010: 0,25 EUR), was 34% unter der Ankündigung vom November liegt. Die Zahlen bestätigen meine negative Einschätzung vom 24.02.12, als ich Zweifel an der Ertragskraft der Windsor AG angemeldet hatte. Und auch die Lage für die MPH hatte sich zuletzt deutlich eingetrübt.

Montag, 12. März 2012

Börsenweisheit der Woche 11/2012

"Value Investing ist simpel aber nicht einfach."
(Warren Buffett)

Montag, 5. März 2012

Börsenweisheit der Woche 10/2012

"Wer gut essen will, kauft Aktien. Wer gut schlafen will, kauft Anleihen."
(André Kostolany)

Montag, 27. Februar 2012

Börsenweisheit der Woche 09/2012

"Regel Nummer eins lautet: nie Geld verlieren. Regel Nummer zwei lautet: vergiss nie Regel Nummer eins."
(Warren Buffett)

Freitag, 24. Februar 2012

H.P.I. Holding AG: schön langweiliges Beteiligungsdornröschen

Über die H.P.I Beteiligungen AG stolperte ich unlängst im Datenbankteil der Börse Online, als ich diesen nach niedrigen KGVs bei gleichzeitig hohen Dividendenrenditen durchstöberte. Und ein 2012er KGV von 8 und eine Rendite von 9 findet man nicht alle Tage, also fing ich an zu recherchieren...

Firmenportrait
Die H.P.I. Holding AG ist die Muttergesellschaft von mittelständischen Produktions- bzw. Nischenunternehmen der H.P.I. Gruppe und als solche nicht operativ tätig. Zu ihren Aufgaben zählt die Unterstützung der in- und ausländischen Tochterunternehmen in den Bereichen Controlling, Kostenmanagement, Investitionen, Finanzierungen und Expansion. Zur Gruppe gehören die August Berger Metallwarenfabrik GmbH und die Zimmer + Kreim GmbH & Co. KG mit ihren jeweiligen Töchtern. Die August Berger Metallwarenfabrik produziert dabei Spannringe zum Verschluss von Kunststoff- und Metallfässern, während das Maschinenbauunternehmen Zimmer & Kreim Erodiermaschinen, Handlingsysteme und Softwarelösungen herstellt.

Ganze zwei Beteiligungen? Das klingt nicht sehr imposant, hat andererseits jedoch den Vorteil, dass H.P.I. keinen riesigen Gemischtwarenladen im Auge behalten muss, sondern sich auf seine Kernkompetenzen beschränken kann. Der zweite Blick ging auf die Beschäftigungsfelder der beiden 100-Prozent-Töchter und dabei konnte ich fast Warren Buffett schmunzeln sehen, als ich "Spannringe" und "Erodiersysteme" las. Ich kann mir Langweiligeres vorstellen, als Spannringe für Fässer herzustellen. Aber nicht vieles... Doch Buffett liebt langweilige Geschäftsmodelle, solange sie einträglich sind und die jeweiligen Unternehmen in ihren Nischen bzw. Märkten eine starke Markt- und/oder Markenmacht haben. Und Berger ist mit 70% Marktanteil in Europa in einer Position, dass jeder Fasshersteller bei dem Unternehmen Kunde ist. Doch gut ist nicht gut genug und so startete man vor Kurzem eine Niederlassung in China, um dort in neue Dimensionen zu wachsen. Doch auch in Europa solle aus viel noch mehr werden und so ist man in fortgeschrittenen Übernahmegesprächen mit einem deutschen sowie einem südeuropäischen Wettbewerber. Und auch H.P.I. selbst ist in Gesprächen über einen Zukauf, der signifikant zu Umsatz und Ertrag beitragen soll.

Geschäftsentwicklung
Die eigentlichen Geschäfte laufen bei den H.P.I.-Töchtern wieder rund, nachdem sie im Zuge der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 massiv eingebrochen waren. Doch bei H.P.I. hat man die Zeichen der Zeit erkannt und die Töchter mit Kostensenkungsprogrammen fit für die Wirtschaftserholung gemacht, die dann 2010 auch eingetreten ist. Die Finanzkennzahlen zeigen, dass man auf einem hervorragenden Weg ist und das bei weiterem Potenzial auf der Kostenseite, so dass die Margen noch ausgebaut werden können.
  
Finanzkennzahlen
Kurs am 24.02.2012: 1,095 €
Anzahl der ausgegebenen Aktien: 15,6 Mio. Stück (Streubesitz: 57,64%)

Weitere wichtige Kennzahlen sind (Jahresabschluss 2010 nach HGB):
  • gezeichnetes Kapital: 15,6 Mio. €
  • wirtschaftliches Eigenkapital: 11,7 Mio. €
  • Eigenkapitalquote; 46,26%
  • Marktkapitalisierung: 17,08 Mio. €
  • liquide Mittel: 3,1 Mio. €
  • Bruttorendite; 5,47%
  • Dividende 2010: 0,10 €.




Die beiden Grafiken stammen von der H.P.I.-Website.

Meine Einschätzung
Die H.P.I. ist ein weiterer Micro-Cap auf den deutschen Kurszetteln, den man nicht ohne Mühe findet. Selten wird über diese kleinen Werte berichtet und man muss sich schon strecken, um an Informationen zu kommen. Aber die Mühe lohnt sich, jedenfalls bei H.P.I.

Die Gewinnprognosen von Börse Online für 2011 und 2012 liegen bei 0,18 und 0,13 € und für 2011 wird von einer konstanten Dividende von 0,10 € ausgegangen. Das 2012er KGV von 8,4 sowie die Dividendenrendite von 9,1% beziehen sich auf die heutige M.P.I. ohne Akquisitionen. Wenn diese erfolgen sollten, werden sie deutliche Auswirkungen haben und nach Einschätzung des Managements etwa 20 Mio. € zum Umsatz beitragen, was einer Steigerung um ein Drittel bezogen auf die 2010er Zahlen entspräche. Und die beiden Übernahmeziele sollen Vorsteuermargen zwischen 15 und 20% erzielen, so dass das Ergebnis überproportional zulegen dürfte.

Die Übernahmen sollen nach den Vorstellungen des H.P.I.-Vorstands ohne Kapitalerhöhung zu stemmen sein, allerdings müsste hierfür wohl - zumindest vorübergehend - auf die bisher sehr üppigen Dividendenrenditen verzichtet werden. Eine Kappung auf rund die Hälfte wäre denkbar, womit das Unternehmen noch immer auf eine Dividendenrendite von gut 4,5% käme. Im Gegenzug hierfür sollten sich die Zukäufe aber deutlich im Aktienkurs positiv bemerkbar machen, sollten die bisher kolportierten Zahlen so realisiert werden. Denn mit den zu erwartenden zusätzlichen Erlösen läge das 2012er KGV dann deutlich unter 5.

Mein Fazit
Das Management von H.P.I. hat in der Wirtschaftskrise Augenmaß und Weitsicht bewiesen und seine beiden "Perlen" hervorragend aufgestellt. Die attraktive Bewertung geht mit einer weit überdurchschnittlichen Dividendenrendite einher und zusätzlich bietet das Unternehmen neben dem eigenen starken organischen Wachstum der Töchter interessante Phantasien im Bereich möglicher Zukäufe. Mit der H.P.I. Holding sollten Langfristanleger sowohl unter Value- als auch unter Growthgesichtspunkten viel Freude haben - quasi das beste aus beiden Welten.

Zweifel an der Ertragskraft der Windsor AG

Vor einiger Zeit habe ich mich mit der Windsor AG befasst und sie aufgrund der ausgezeichneten fundamentalen Daten sowie der optimistischen Aussagen des Managements auf meine Watchlist aufgenommen. Vor allem die Dividendenrendite war herausragend - und ist es immer noch. Sofern man den Aussagen und Prognosen Glauben schenken kann. Und hier habe ich inzwischen erhebliche Zweifel.

Am 18.11. hatte Windsor seine Zahlen für das 3. Quartal 2011 vorgelegt und dabei einen massiven Gewinnrückgang vermeldet.
"In den ersten drei Quartalen des Jahres konnte der WINDSOR-Konzern nach IFRS einen Umsatz von 14,84 Mio. EUR realisieren (Vergleichszeitraum 2010: 18,55 Mio. EUR). Durch die insgesamt gesunkenen Börsenkurse Ende des dritten Quartals wurden die Bewertungen der börsennotierten Konzern-Beteiligungen angepasst, was das Konzern-Zwischenergebnis in der Stichtagsbetrachtung entsprechend belastet hat. Der Konzerngewinn für die ersten neun Monate reduzierte sich so auf 238.000 EUR (Vergleichszeitraum 2010: 2,48 Mio. EUR)."
Die Beteiligung an der MPH Pharma war durch die Börsenturbulenzen und gesunkene Aktienkurse deutlich weniger wert als zuvor und daher erfolgte eine entsprechende Abwertung. Denn anders als nach HGB wird nach IFRS nicht das Niederstwertprinzip angewandt (dadurch entstehen ggf. hohe stille Reserven aus Kurszuwächsen), sondern nach Zeitwert. Daher muss die Aussage bis hierhin noch nicht verschrecken.

Als nächstes erklärte der Vorstand:
"Das vorläufige operative Ergebnis zum 30. September vor Abschreibungen und vor Finanzergebnis, EBITDA, liegt bei 841.000 EUR (Vorjahreszeitraum: 1,83 Mio. EUR) und das vorläufige operative Ergebnis (EBIT) im gleichen Zeitraum bei 104.000 EUR (Vorjahreszeitraum: 943.000 EUR)."
Und hier stellen sich die ersten kritischen Fragen ein, denn das operative Geschäft ist das entscheidende, wenn man den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens und seines Geschäftsmodells bewerten will. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat sich also um 89% zum Vorjahreszeitraum verringert. Trotz dieser angespannten Lage, kündigte der Vorstandschef Roy von der Locht in der gleichen Mitteilung an,
"auch für das Jahr 2011 eine Dividende je Aktie in der Höhe des Vorjahres auszuschütten."
Und das, nachdem kurz zuvor eine Kapitalerhöhung vorgenommen worden war und sich die Anzahl der Aktien um ein Drittel erhöht hatte. Aber die Aussage steht, je Aktie sollen 0,25 EUR ausgeschüttet werden.

Zwei nicht unerhebliche Aspekte spielen an dieser Stelle eine Rolle, die das eingetrübte Gesamtbild deutlich aufhellen können: zum einen die beiden noch nicht börsennotierten Pharmabeteiligungen Simgen GmbH und Pharmigon GmbH, von denen eine bereits 2011 an die Börse gehen sollte. Das hätte einen erheblichen Betrag in die Kassen von Windsor gespült. Und zum anderen die hohe Dividende der MPH, die Windsor in 2010 immerhin 1,5 Mio. EUR an Erträgen eingebracht hat.

Doch diese Stützpfeiler der Windsor-Hoffnungen wankten - und wanken. Nicht nur, dass das Immobiliengeschäft stark in zeitlichem Verzug ist und nötige Baugenehmigungen noch immer nicht vorliegen. Auch gibt es keinerlei Informationen darüber ob die Pharmatöchter Simgen und Pharmigon überhaupt Geschäfte machen, welche Umsätze und Erträge sie erwirtschaften und ob die Börsenpläne mehr als heiße Luft sind. Bei Windsor wird von Sparten geredet und dazu zählt eben auch die erfolgreiche und hoch profitable MPH. Und hier kommen wir zum existenzgefährdenden Aspekt der "Windsorstrategie": Ende 2010 wies Windsor noch einen Anteil an der MPH von 29,91% aus, doch auf meine Nachfrage vor einigen Tagen an die MPH bekam ich die Auskunft, Windsor halte nunmehr nur noch 20% der Anteile. Windsor selbst hatte im Geschäftsbericht 2010 angekündigt, seine Beteiligungen auf jeweils unter 25% reduzieren zu wollen, aber dass nun gerade die profitable und einträgliche Beteiligung verringert wurde, gibt sehr zu denken. Denn die 1,5 Mio. EUR an Dividendeneinnahmen in 2010 bekam Windsor auf seine fast 30% Anteile; bei 20% fallen die Einnahmen bei gleich hoher Dividende also auf 1 Mio. EUR und die Ertragskraft der Windsor ist dauerhaft um 500.000 EUR geschwächt.

Windsor stopft also seine Löcher mit dem Verkauf von MPH-Aktien - was auch erklären könnte, weshalb MPH die Kursrallye seit dem Spätherbst komplett verschlafen hat und nur seitwärts tendierte. Für seine Immobiliensparte erhofft sich Windsor Renditen von 20%, insofern wäre ein Tausch einer Dividendeneinnahme von "nur" rund 8% nachvollziehbar. Allerdings hat Windsor bisher mit Immobilien eher Geld verbrannt, als Renditen zu erwirtschaften und wenn man mal eben 20% erzielen könnte, dann muss man fragen, weshalb die vielen anderen Unternehmen im Immobilienmarkt diese Renditen nicht erwirtschaften können. Es riecht nach viel heißer Luft, die in den Windsor-Plänen und Zahlen enthalten sind und nach wenig Substanz. Dazu passt auch, dass bei einem FTD-Artikel kürzlich der Windsor-Chef verkündete, man denke über die Errichtung von Tageskliniken in Afrika nach, um seine Pharmatöchter mit Aufträgen zu versorgen und gleichzeitig die Immobiliensparte zu pushen. Während das Kerngeschäft, die Immobilien in Berlin, nicht vom Fleck kommt, beschäftigt man sich also schon mal mit Luftschlössern in Afrika.

Muss man nun erwarten, dass Windsor für 2011 die Dividende kürzt? Nein, denn Großaktionär ist die Magnum AG und die hat eigentlich nur zwei Einnahmequellen, ihre Beteiligungen an MPH und an Windsor. Magnum selbst hat hochverzinste Genussscheine im Umlauf, die aus den Dividenden gespeist werden und will diese teure Finanzierungsart möglichst schnell beenden. Doch am Ende der Laufzeiten der Genussscheine muss dann ja das gesamte Kapital zurückgezahlt werden und das müssen die Dividenden von MPH und Windsor beisteuern. Ich gehe also davon aus, dass Windsor die Dividende zahlen wird.

Aber... die Ertragskraft der Windsor gibt dies nicht her und so wird die Substanz vermindert, um den Großaktionär zu bedienen. Und das sind keine erfolgversprechenden Perspektiven für ein langfristiges Engagement in ein Unternehmen. Ich würde heute keine Windsor-Aktien mehr kaufen und daher ist es nur konsequent, sie auch nicht zu halten und ich streiche sie von meiner Watchlist (sowie aus meinem Depot).

Montag, 20. Februar 2012

Börsenweisheit der Woche 08/2012

"Kurssturz: Wertpapier auf dem Weg zu seinem Papierwert."
(Ron Kritzfeld)