Montag, 21. November 2011

▶ Eure Fragen, Anregungen, Kritik

Hier könnt ihr mir eure Fragen stellen zu einzelnen Aktien und Verbesserungs- oder Änderungswünsche sowie Kritik loswerden.

Stellt bitte hier alle Fragen zu Aktienwerten, die nicht direkt mit einem Thema in einem Artikel zu tun haben. Also auch zu (noch) nicht hier im Blog besprochenen Aktien oder zu allgemeinen Themen rund um die Themen Geld, Aktien und Börse.

Ich freue mich darauf, mit euch ins Gespräch zu kommen, denn dieses Blog lebt nicht nur durch meine Beiträge und Meinungen, sondern vor allem auch durch euren Input. Also, legt einfach los...

Kommentare:

  1. Hallo Michael,
    ich bin mir nicht sicher, ob ich hier jetzt richtig gelandet bin, aber ich versuche es einfach mal an dieser Stelle. Du hast Dich früher ziemlich verhalten geäußert zum den Aussichten im Immobiliensektor, dann aber eine zeitlang auch Immobilienwerte hier in Deinem Blog vorgestellt. Wenn ich mich recht entsinne, hat es mit WCM angefangen. Inzwischen liest man immer häufiger von einer Blase am Immobilienmarkt und dass steigende Zinsen für die Immobilienwerte Gift seien. Siehst Du hier einen größeren Korrekturbedarf und wenn ja ab wann rechnest Du damit? Welche Auswirkungen wird das auf die Kurse haben und sollte man vielleicht schon jetzt lieber die Reißleine ziehen und die Gewinne realisieren?

    Danke für die ganze Mühe, die Du hier mit Deinem Blog gibst und für die viele Zeit, die Du hier investierst. Du hast meine größten Respekt dafür, vor allem, weil Du uns Dein Wissen und Deine Ideen auch noch kostenlos zur Verfügung stellst. Danke!

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    1. Ich denke, dass es im Immobiliensektor durchaus Übertreibungen gibt, allerdings nicht flächendeckend. Während es in den Ballungszentren wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart schon unbezahlbare Preise und Mieten gibt, sind Eigenheime und Mietobjekte in ländlicheren Regionen kaum oder nur mit erheblichem Wertverlust zu verkaufen. Es gibt in Deutschland nicht zu wenig Wohnraum und auch nicht zu wenig bezahlbare Wohnungen - sie liegen nur nicht unbedingt dort, wo alle hinziehen und wohnen wollen. So gesehen könnten Bestandshalter von B- und C-Lagen künftig Probleme bekommen, weil sie immer häufiger und länger mit Leerstand zu kämpfen haben werden. Und sollten irgendwann die Zinsen wieder anfangen zu steigen, kann sich die zu großen Problemen auswachsen: sinkende Mieteinnahmen und steigende Zinslasten.

      Und da sind wir schon bei den Zinsen. Anders als in den USA; wo wir uns auf mehrere Zinsanhebungen in diesem Jahr einstellen müssen, wird es in der Eurozone in absehbarer Zeit noch keine Zinsanhebungen geben. Zwar phrasisieren einige Gazetten von steigender Inflationsrate, aber die Kernrate (ohne Energie) dümpelt weiter vor sich hin. Und der Teurungseffekt durch die gestiegenen Energiepreise wirkt nur in diesem Jahr und auch nur in den ersten und den letzten Monaten des Jahres, denn nur in diesen Monaten waren die Energiepreise im letzten Jahr deutlich niedriger. Der Teurungseffekt verpufft also bereits in wenigen Wochen und damit der Grund für die EZB, die Zinsen in der Eurozone anzuheben. Denn eigentlich liegt die Konjunktur noch am Boden und auch die Regierungen sind froh, wenn sie sich weiterhin so günstig verschulden können.

      In den nächsten ein, zwei Jahren dürften die Zinsen in Euroland weiter niedrig bleiben. Das bedeutet weitere Probleme für die Banken und die Versicherungen, positive Effekte für die Immobilienwirtschaft und die Unternehmen, die sich günstig ver- oder umschulden können, und natürlich für die Asset-Manager, denen Anleger auf der Suche nach auskömmlichen Renditen immer mehr Geld anvertrauen.

      Auf Sicht der nächsten 12 bis 24 Monate sollten also Aktien von u.a. Immobilienwerten, Asset-Managern, Beteiligungsunternehmen und Finanzinvestoren gute Bedingungen vorfinden. Und die aussichtsreichsten von ihnen finden sich auf meiner Empfehlungsliste.

      Also, Marco, Du bist hier mit Deiner Frage genau richtig gelandet, genau dafür ist dieser Strang gedacht. Und vielen Dank für die netten, lobenden Worte. Da habe ich mich sehr drüber gefreut.

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  2. Hallo Michael,

    Eine kurze Frage an dich.Ich gehe aufgrund deiner Empfehlungsliste davon aus, dass du einigermaßen diversifiziert bist, sprich 30-50 Positionen hälst? (Korrigiere mich wenn ich falsch liege). Buffet hat einmal gesagt er hält es für unnötig mehr als 6 Aktien gleichzeitig zu halten, sofern man sich mit diesen 6 Unternehmen ausgezeichnet auskennt.Zu meiner Frage: Glaubst du deine Performance wäre besser oder schlechter wenn du durchweg ein sehr konzentriertes Portoflio halten würdest. Sprich nur in deine jeweils 6 besten Ideen (besten Ideen zum Zeitpunkt des Investierens) investieren würdest und beim Entecken eines neuen und viel versprechenden Investments die schlechteste dieser 6 Aktien für die Neue rausschmeißen würdest? Freue mich auf deine Antwort.

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    1. Ich habe nicht alle Werte von der Empfehlungsliste in meinem Depot. Mein Depot sieht ein bisschen aus wie bei Buffett: ich habe vier deutlich übergewichtete Ankerinvestments so um und bei 10% Depotanteil (Aurelius, Blue Cap, Deutsche Rohstoff AG, MBB), dann einige mittelgroße Positionen um die 7% und eine ganze Reihe von kleineren Positionen. Insbesondere Turnaroundspekulationen sind zumeist kleine Positionen.

      Bei den kleineren Positionen wechsle ich auch schon mal aus, je nachdem wie ich die kurzfristigen Erwartungen einschätze. Und bei meinen Ankerinvestments trade ich bisweilen kleinere Anteile (bis zu 10% der jeweiligen Position), wenn der Wert eine volatile Phase hat. Eine zeitlang war das besonders Aurelius, nun eher DRAG und vor allem MBB. Gerade bei MBB nutze ich seit Wochen die Schwankungen zwischen €90 und €85 aus und handele 10% meines Bestands.

      Ich muss dazu sagen, dass ich meine Aktien alle in einer GmbH halte und somit die Kursgewinne ganz anders besteuert werden (niedriger) als bei Priavtanlegern. Und ich habe ein Depotmodell, bei dem ich übers Jahr verteilt 1,25% Depotgebühren zahlen, dafür aber keine Transaktionskosten; lediglich Börsenspesen (also bei den Regionalbörsen). Insofern sollte man hieraus keine nachzuahmende Handlungsweise ableiten.

      Und, bevor die Frage (wieder) kommt: ich empfehle nicht, für seine Aktienanlagen eine GmbH zu gründen. Bei mir gab/gibt es eine bestimmte Konstellation, weshalb ich diesen Weg für mich als den zielführendsten erkannt und gewählt habe. Ist keine Blaupause für andere.

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  3. Hallo Michael,

    wie siehst du aktuell die Situation bei SHS Viveon, seit der Änderung im Vorstand ist der Kurs in einer Woche um ca 20% gefallen.

    Eigentlich sollte doch der Boden jetzt langsam erreicht sein und der Kurs sollte doch jetzt ziemlich viel Potential nach oben haben.
    Über deine Einschätzung würde ich mich freuen.

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    1. Bei SHS Viveon sollte man schon beachten, dass der Kurs seit Jahren nicht wirklich vom Fleck kommt und eigentlich immer weiter abgebröckelt ist. Dann gab es im Zuge der 2016er Ergebnispräsentation einen schnellen starken Anstieg, der nun wieder verpufft ist. Der Kurs ist also nicht einseitig um 20% gefallen, sondern es wurden eher die schnellen gewinne der letzten Tagen/Wochen wieder mitgenommen.


      SHS Viveon ist eigentlich in ihrem Markt recht gut positioniert, aber man schafft es seit Jahren nicht, gute Margen und Gewinne zu erwirtschaften. Der bisherige Vorstand hat immer viel versprochen, jedoch leider nicht viel davon eingelöst. Insofern ist der Wechsel erstmal nicht negativ zu bewerten, sondern bietet die Chance auf einen Neustart. Was allerdings künftig belastend für den Kurs sein könnte ist die Tatsache, dass Stefan Gilmozzi nicht nur CEO sondern auch Großaktionär ist. Vielleicht kommt er nach seinem Vorstandsabgang nun zu der Auffassung, dass er sich künftig auch von einigen seiner Aktien trennen möchte. Oder von allen. Das würde eine ziemliche Belastung für den Kurs bedeuten; wir haben das ja bei der Deutschen Rohstoff AG erlebt, wo Titus Gebel immer mal wieder Aktien verkauft hat, was jeden stärkeren Ausbruch des Kurses nach oben immer wieder gedeckelt hat.

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  4. Hi Michael,

    würde gerne mit Dir ein paar Gedanken zu Aurelius teilen.

    Nach der Short Attacke hast Du ja die AKtie auf Hold gesetzt und hast auch deine Gedanken zum Ausbruch gebracht. Nun wird es so langsam wieder ruhig um Aurelius und ich fange mir langsam an zu überlegen, ob das Unternehmen nicht so langsam wieder hochinteressant wird.

    Aurelius lief die letzten Jahre nahezu perfekt und das Management hat den Erfolg genossen. Erfolg macht nun aber einmal "faul" bzw. man wird ein wenig nachlässig... durch Unaufmerksamkeiten und des Gefühls der Sicherheit heraus wurden ein paar Türen für die SHort Attacke geöffnet.

    Und genau hier erkenne ich das Potential für die nächsten Monate / Jahre - das Management hat so richtig "einen abbekommen" und ist erwacht! Auf einmal versucht das Management durch viele Maßnahmen das Ruder wieder herumzureißen. Ich denke dieses Bemühen wird weiterhin bestehen und man wird verstärkt versuchen die AKtionäre (wieder) glücklich zu machen. Das der Ruf nachhaltig beschädigt wurde kann ich mir eigentlich nicht vorstellen...

    Sind doch eigentlich ganz nette Aussichten, oder?

    LG

    Tobias

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    1. Ist Aurelius wirklich wieder "erwacht"? Einige der Kritikpunkte von Gotham konnten nicht ausgeräumt werden. Die Art der Bilanzierung, also die Bargain Purchases sofort als gewinne auszuweisen und ggf. auch als Dividenden auszukehren, die Sanierungserfolge aber eben erst über die Zeit wirklich realisieren zu können (wenn das denn überhaupt klappt), wird fortgesetzt. Andere, wie Blue Cap oder Bavaria, gehen hier konservativer vor und verbuchen Erfolge/Gewinne erst, wenn sie sich auch eingestellt haben.

      Ob der Ruf von Aurelius nachhaltig beschädigt ist, wird sich noch herausstellen. Zuvor hatte man einen absoluten Erfolgsnimbus, der ist jetzt stark angekratzt. Gut möglich, dass dies künftig hinderlich sein wird bei neuen Geschäften - sowohl beim Ankauf als auch beim Verkauf.

      Ich denke, dass Aurelius aus diesen Gründen bei 50 Euro momentan fair bewertet ist. Eine höhere Bewertung rechtfertigt sich meines Erachtens nur, wenn man wieder in die Erfolgsspur zurückkehrt. Und dies zeigt sich am besten an Deal-Meldungen.

      Aurelius ist für mich bis dahin eher ein Marktperformer, während andere Beteiligungsgesellschaften mehr Potenzial bieten. Die nächsten Zahlen bei der Deutschen Beteiligung werden sensationell ausfallen und man hat noch einige "reife" Unternehmen im Beteiligungsportfolio, die weitere Verkaufsgewinne versprechen. Bei Blue Cap wird es interessant sein zu erfahren, weshalb man sich von der Cashcow Biolink getrennt hat. Es dürfte wohl nur am Verkaufspreis gelegen haben und der sollte dem entsprechend hoch ausgefallen sein. Und Mutares kommt bei seiner neuen Clusterstrategie gut voran und die Beteiligungen kommen langsam in ein Stadium, wo sich Exits richtig lohnen dürften. Und dann ist da noch MBB. Der Kurs ist massiv zurückgekommen und bei unter 100 Euro sehe ich klare Kaufkurse auf mittelfristige Sicht. Hier ist etwas Geduld gefragt, aber MBB hat die Finanzmittel, um mehrere große Akquisitionen zu tätigen und auch mehrere kleinere Add-ons für die Töchter, wie Delignit oder DTS. Aus diesen Gründen gewichte ich diese Unternehmen momentan deutlich höher als Aurelius.

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  5. Hallo Michael,

    Hast du Digital Realty Trust auf deinem Schirm? Es ist ein REIT der Rechenzentren vermietet. Die größten Mieter sind IBM, Oracle, Facebook ,JPMorgan Chase, Verizon und Amazon. Das Unternehmen besitzt 157 Rechenzentren in 12 Ländern und expandiert weiter. Die Dividende konnte jährlich um 12 % angehoben werden (auch in der Finanzkrise) Schätzungen zu folge soll der Bedarf an Rechenzentren bis 2020 um ca. 20-27% wachsen. Ich mußte dabei sofort an deinen Artikel über CCI denken. Hier scheint die gleiche Chance zu bestehen indirekt von der Digitalisierung und dem zunehmenden Datenfluss/-speicherung zu profitieren. Über eine Einschätzung von dir würde ich mich freuen.

    beste Grüße Hans-Jürgen

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    1. Ein sehr interessantes Geschäftsmodell, ohne Frage. Mir sind die Immobilienwerte in den USA aber momentan doch zu sehr ausgereizt und extrem hoch bewertet, das gilt auch für Digital Realty Trust. Ich sehe da eher nicht die Chancen, dass diese Branche den Gesamtmarkt outperformen wird in nächster Zeit. Der Immobiliensektor ist auch eine der Branchen, die von steigenden Zinsen überdurchschnittlich stark negativ beeinflusst würde.

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  6. Hallo Michael,

    wann ist für dich der Zeitpunkt für Gewinn-Mitnahmen reif? Würdest du Aktien mit Gewinn verkaufen, falls es zu einem starken Kurseinbruch kommt, ohne dass sich der Unternehmenswert groß geändert hat?

    Wie erklärst das Phänomen, dass nach Präsentation von starken Zahlen, es bei manchen Unternehmen trotzdem zum Kurssturz und Gewinnmitnahmen kommt?

    Danke!

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    1. Gewinnmitnahmen geht ja in Richtung Markt-Timing. Der Grundgedanke ist, die Kurse sind seit dem eigenen Kauf gestiegen und man will diese Buchgewinne nicht wieder verlieren. Der entscheidende Fehler bei diesem Denken ist, dass Deine Gewinne niemanden interessieren, außer Dich und das Finanzamt Deines Vertrauens. Niemand sonst kennt Deinen Einstandskurs und für die Börse und alle anderen hat er keine Relevanz. Er ist schlichtweg egal! André Kostolany sagte einmal, man müsse seine Aktien nach dem Tagespreis bewerten, nicht nach dem eigenen Einstandspreis. Und das ist richtig. Wenn Du ein gutes Unternehmen in Deinem Depot hast, das in den nächsten Jahren fast sicher seine Gewinne steigern wird, dann wird dies fast sicher auch der Aktienkurs tun. Selbst wenn er zwischenzeitlich einmal einbricht. Es wäre also nicht schlau zu versuchen, diese Phase des Kurseinbruchs zu timen. Würdest Du mit Deiner selbstgenutzten Eigentumswohnung ja auch nicht machen, oder? Sie verkaufen, weil Du befürchtest, der Preis könnte demnächst fallen. Und dann hoffst Du, dass Du sie in ein paar Monaten oder Jahren billiger zurückkaufen kannst. Bei guten Aktien ist es genau das selbe. Nur, dass man diese per Knopfdruck und ohne viel Aufwand über die Börse handeln kann, anders als Immobilien. Aber deshalb gelten dabei keine anderen Grundprinzipien.

      Was Kursrückgänge nach guten Zahlen angeht, so liegt es wohl daran, dass einige Leute auf gute zahlen spekulieren und der Kurs daher im Vorfeld steigt. Werden die Zahlen dann veröffentlicht, nehmen sie ihre Gewinne mit. "Buy the rumor, sell the fact" heißt das Sprichwort dazu. Für Value Investoren bieten sich durch den Rückgang dann eher Kaufgelegenheiten, weil wir ja auf die langfristige Entwicklung der Unternehmen setzen, nicht auf die kurzen Kurszuckungen. Schau Dir mal die Charts an von Apple oder Amazon oder Alphabet. Alle paar Monate kommen Quartalszahlen - wie oft wird man da wohl richtig gelegen haben, wenn man versucht hat, diese immer korrekt zu timen? Und wäre es nicht schlauer gewesen, die Aktien einfach nur im Depot liegen zu lassen? Solange die Entwicklung weiterhin stimmt und es im Unternehmen und/oder dessen Markt nicht zu schwerwiegenden Problemen kommt, gibt es eigentlich keinen Grund, sich von den Aktien zu trennen. Egal, ob 5% oder 500% in Deinem Depotauszug als Performance dahinter steht. Der Wert der Aktie ist der heutige Wert. Und wenn dieser nicht massiv unterhalb der heutigen Aktienkurses liegt, sollte man sich nicht am Timing versuchen...

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  7. Hallo Michael,

    ich habe einige grundsätzliche Fragen zum Value Investing. Die Strategie des Value Investings besagt, dass man Aktien mit niedrigem KGV kaufen soll. Wenn ich mir Aktien wie Evotec, NVIDIA, Aumann oder auch Hypoport anschaue, wäre die Empfehlung eines Value Investors die Aktien zu diesem Zeitpunkt nicht mehr einzukaufen, da die KGVs über 35, sogar über 40 liegen. Betrachtet man aber diese Aktien aus heutiger Sicht ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse weiter steigen, hoch. Die Evotec Aktien zum Beispiel legte innerhalb eines Monats von 17-18 Euro auf 20 Euro, Tendenz steigend, Analystenempfehlung "kaufen". Auch riesige Zukunftsgewinne können so ein KGV nicht rechtfertigen. Also aus meiner Sicht Spekulation pur und extrem überteuert. Als Aktionär kann man aber trotzdem riesige Gewinne mit diesen Aktien einfahren.
    Woran liegt diese Irrationalität auf dem Markt? Welche Risiken siehst Du zum Beispiel beim Kauf einer Hypoport Aktie zum heutigen Kurs und würdest Du die Aktie heute kaufen? Was erwartest Du z.B. im Falle eines Börsencrashes, wie würde sich der Kurs von Hypoport entwickeln und wie von Apple oder Gilead Sciences?

    Danke für Deine Antwort und viele Grüße
    Thomas

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    1. Value Investing bedeutet nicht, Aktien mit niedrigem KGV zu kaufen. Das ist zu kurz gesprungen. Value Investing betreibt, wer Aktien kauft, die weniger kosten als sie wert sind. Entweder heute (Ansatz nach Benjamin Graham) oder in der Zukunft (Philip Fisher). Buffett hat sich von Graham zu Fisher hin entwickelt. Man schaut also auf die Gewinne, die ein Unternehmen in der Zukunft erwirtschaften wird, und zinst diese nach heute hin ab. So erhält man einen auf heute bezogenen Zukunftswert, den man mit dem aktuellen Preis (Aktienkurs) vergleicht. Soviel zur Theorie der Discounted-Cash-Flows...

      Ein wenig simpler ist das Verwenden des PEG, des Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnisses. Man nimmt also nicht nur das aktuelle KGV, sondern man nimmt den Durchschnitt über einen Zeitraum, also 5 oder 10 Jahre. Wie sind in diesem Zeitraum die Gewinne gewachsen? Und die das KGV? Wenn die Gewinne jährlich um 30% wachsen, ist ein KGV von 25 nicht teuer. Legen die Gewinne nur um 3% pro Jahr zu, dann schon.

      Hypoport wächst sehr schnell und profitabel. Man hat sehr viel Geld in die neue Versicherungsplattform Insurtech gesteckt und wenn diese auch nur halb so gut angenommen wird, wie erwartet (und wie es bei der Kreditplattform der Fall war), dann werden die Gewinne explodieren. Der Markt billigt deshalb aktuell ein höheres KGV zu. Und aus meiner Sicht zurecht. Ebsno bei Vectron. Sollte die Coke-Kooperation (GetHappy-App) einschlagen, wird der Gewinn von Vectron explodieren. Dann sind 25 Euro glatt geschenkt. Wird das ein Rohrkrepierer, dann wäre Vectron eher bei 15 Euro angemessen bewertet mit seinem Stammgeschäft.

      Im Falle eines Börsencrashs erwarte ich, dass alle Aktien stark fallen. Denn ein Crash passiert ja aus Irrationalität heraus, wenn Panik herrscht. Ich habe ja schon einige mitgemacht und weiß daher, wie besch... sich so etwas anfühlt und wie schwierig es ist, einen kühlen Kopf zu bewahren. Nur wenige (wie Warren Buffett) schaffen das und kalkulieren; die meisten schmeißen einfach nur ihre Aktien auf den Markt, egal welche, alle. Und Apple? Die werden fallen wie ein Stein. Die sind in jedem Depot, in jedem Fonds und wenn Anleger ihre Gelder abziehen, werden vor allem die großen, liquiden Werte verkauft. Weil die am wenigsten darunter leiden. Da dies dann aber alle gleichzeitig tun, stürzen die ab wie Supermann auf Kryptonit.

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    2. Danke für Deine kompetente Antwort Michael! Wie würdest Du kalkulieren und reagieren, wenn es ein Börsencrash gibt? Ich halte 30% Cash für den Fall, es kann ja jeden Tag passieren.

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    3. Da man einen Crash nicht vorhersehen kann, ist ein zu hohes Cashpolster auch keine Lösung, da es ja bei den Magerzinsen kein Geld verdient in der Zeit, während man auf den Crash wartet. Ich habe daher selten eine Cashquote über 15%. Eigentlich nur, wenn ich Verkäufe tätige und mal keine neuen guten Investmentideen habe. Und dann ist es auch so, dass ein Crash selten von allen Branchen ausgelöst wird, sondern dass der Auslöser meistens ein Bereich ist. Hier kann man dann gezielt reduzieren, da der Abschwung vermutlich länger andauert und stärker ausfällt, während die übrigen Sektoren sich nach kurzer Panik meistens schnell wieder erholen (im großen Crash 200 bis 2003 hat das weniger gut funktioniert, der war ungewöhnlich lange und hat fast alle Branchen erwischt). Mit dem sowieso bestehenden Cashpolster hat man dann genug trockenes Pulver, um sich die Rosinen herauszupicken.

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    4. Besten Dank für die Aufklärung Michael, Dein Blog und Deine Meinung ist wirklich ein Schatz für Kleininvestoren wie ich, ich wünsche Dir noch doppelt so viel Erfolg in deinen Investments :)

      Herzliche Grüße

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  8. Hallo Michael,

    wie bewertest Du die Präsentation der Zahlen von Rocket Internet? Die Zahlen sind echt gut, bald ist RI in der Gewinnzone, jedoch habe ich das Gefühl das Samwer mit seinen Aussagen "es dauert noch ein Paar Quartale" oder auch "ich bin kein Dagobert Duck" bewußt den Aktienkurs nach unten treibt...

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    1. Ich sehe hier kein "bewusstes Drücken", warum auch? Die zahlen selbst haben mich nicht vom Hocker gerissen, aber auch nicht enttäuscht. Sie sind im Rahmen meiner Erwartungen ausgefallen, auch wenn die angekündigte operative Schwarze Null etwas länger auf ich warten lässt. Insbesondere bei Startups, und in die investiert Rocket Internet ja, sind solche Vorhersagen schwer, noch schwerer als bei "normalen" Unternehmen. Grundsätzlich sehe ich RI auf Kurs und der hohe Cash-Bestand ist sehr beruhigend. RI kann das Wachstum seiner Beteiligungen locker auf lange Sicht finanzieren und ist nicht (mehr) davon getrieben, dass diese zu einem bestimmten Zeitpunkt unbedingt versilbert werden müssen, um Geld in die Kasse zu spülen. RI kann hier den richtigen Zeitpunkt abwarten, auch das spricht für RI.

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    2. Na ja ich bin davon ausgegangen, dass RI kein Interesse hat, dass der Kurs momentan ansteigt, weil sie ja noch ein Aktienrückkaufprogramm am laufen haben. Es war ja nur ein Gedanken...

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    3. Grundsätzlich ist die Überlegung ja richtig, dass Unternehmen ihre eigenen Aktien lieber billiger als teurer zurückkaufen wollen. Andererseits erzeugt ein Aktienrückkaufprogramm ja immer auch zusätzliche Nachfrage nach den Aktien, was sich stützend bis treibend auf den Kurs auswirkt. Und damit auch den Rückkauf tendenziell verteuert.

      Bei Rocket Internet gehe ich davon aus, dass Oliver Samwer diesen Aspekt aber eher nicht priorisiert auf dem Schirm hat, sondern sich vor allem darum kümmert, seine vielen Beteiligungen und Startups ins Laufen und in die Gewinnzone zu bringen. Und da der niedrige Aktienkurs von RI ihm in den letzten Jahren eher negative Schlagzeilen eingebracht hat, dürfte ihm an steigenden Kursen und Erfolgsmeldungen mehr gelegen sein als an einem möglichst niedrigen Aktienkurs für das Rückkaufprogramm. ;-)

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    4. Weil die Aussagen "Ich bin kein Dagobert Duck" und "es wird noch ein paar Quartale" dauern recht provokativ sind und schon eine Kurssenkung bewirken können. Die Zahlen sind aber nicht schlecht, ich gehe sogar davon aus, dass bis Ende 2017 doch der Break Even erreicht wird. Von -640 Mio. auf -40 Mio in 12 Monaten ist für mich eine krasse Performance

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    5. hmm anhand der heutigen Meldungen, habe ich das Gefühl, dass Samwer mit seinen Aussagen doch beim Rückkauf von Aktien ein bisschen sparen wollte ;)

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  9. Hallo Michael,
    hast du eine Meinung zu der Niiio Finance Group aus Görlitz. Der AR ist sehr prominent besetzt, das gefällt mir.
    Anbei eine sehr lesenwertes Interview mit der CEO
    https://www.openpr.de/news/984457/Nachgefragt-Interview-mit-Johann-Horch-CEO-niiio-finance-group-AG.html

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    1. Ich komme mir aktuell ein bisschen wie der André Kostolany vor, als er 1999 vor den Exzessen am Neuen Markt und der "New Economy" gewarnt hat. Niemand hat ihn ernst genommen (den mahnenden Warren Buffett übrigens auch nicht, der galt damals ebenfalls als verstaubtes Auslaufmodell) und auch ich habe Kostolany damals nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Denn auch ich war im Rausch der explodierenden Kurse gefangen und wollte auch gar nicht hören, dass das alles eine gigantische Blase ist. Nun, ob man es hören will oder nicht, die Realität findet trotzdem statt. Und auch das teure Erwachen.

      Nun denn, ich halte überhaupt nichts von den ganzen gehypten Kryptoirgendwasbuden. Das ist reines Gezocke, die meisten von denen werden in ein, zwei Jahren pleite und vergessen sein. Die haben kein Geschäftsmodell (außer "wir machen irgendwas mit Bitcoin oder Blockchain") und kriegen das "Silly Money" der Anleger hinterher geschmissen. Deshalb können die sich eine Zeit lang über Wasser halten. Aber die meisten Firmen weisen hochgradige Parallelen zu Schneeballsystemen auf: solange immer mehr Leute immer mehr Geld rein schmeißen, läuft die Kiste. Sobald der Strom versiegt, gegen die lichter aus und die meisten werden am Ende richtig viel Geld verloren haben. Und dann werden wieder "die Abzocker" schuld sein, oder "die Börse", oder es ergeht der Aufschrei "alle Aktien sind Betrug". Nein, es ist die eigene Gier der "Anleger", an der sie finanziell ersticken. Ich habe es selbst erlebt am Neuen Markt und ich habe es selbst mitgemacht. Und bin selbst an meiner Gier fast erstickt. Ich weiß aber auch, dass es keinen interessiert, was ich hier schreibe. Ihr müsste eure eigenen Erfahrungen machen und diese teuer bezahlen. Wer nicht hören will, muss zahlen. (Nur) so lernt man. Gier frisst Hirn.

      Ach so, wie war die Frage? Niiio Finance? Ne, nix für mich.

      P.S.: Etwas völlig anderes ist die Blockchain-Technologie selbst. Die Blockchain braucht Kryptowährungen nicht, Kryptowährungen aber die Blockchain. Die Blockchain-Technologie ist spannend, die kann etwas Großes werden. So wie der 3D-Druck. Aber welche Firma da wirklich am Ende Erfolg hat (und Geld verdient), kann man heute gar nicht abschätzen. So wie es vor 100 Jahren auch tausende (!) Autohersteller gab. Ein absolutes Erfolgsprodukt, unbestritten. Aber 90 Prozent der Hersteller sind trotzdem pleite gegangen und ihre Aktionäre haben oft all ihr Geld verloren. Man muss bei neuen Technologien auf die Sieger von morgen setzen. Aber eben auch erst dann, wenn man diese relativ sicher identifizieren kann. Und kann man das heute? Ich jedenfalls nicht...

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  10. Ich bin zunehmend enttäscht von diesem Blog. Hier meine Kritikpunkte:

    - Es wird Buy&Hold gepredigt aber nicht konsequent umgesetzt. Bei Rücksetzern wird hin- und her getradet um den Markt zu timen.

    - Es werden Werte wie Vectron empfohlen, welche nur von der Phantasie leben und sich nicht auf fundamentale Werte stützen (siehe KGV-Bewertungen von vielen Aktien aus Michaels Portfolio). Im Bullen-Markt geht es oft gut, was passiert aber im Bärenmarkt?

    - Die Spitze des Eisbergs ist, dass Bitcoin pauschal als Blase abgestempelt wird ohne dass sich Michael mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Alle großen Zeitungen, Notenbankchefs, Nobelpreisträger warnen seit Jahren bis heute vor Bitcoin, weil er das staatliche Geldmonopol gefährdet. Von Michael hätte ich eine differenzierte Meinung erwartet, statt mit dem Mainstream mitzuschwimmen.

    Trotzdem bin ich Michael dankbar - indem ich in seine Werte MBB und Vectron am Höhepunkt investiert habe und damit die Hälfte meines Einsatz verbrannt habe, kaufe ich nie wieder Finanzprodukte auf Empfehlung. Wie Michael richtig sagt, muss jeder bei Investmententscheidungen seinen eigenen Verstand einsetzen.

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    1. Dass MBB fallen würde, konnte man ja erahnen, da die Aumann überbewertet war - und da hat der Michael mehrmals hier im Forum gewarnt, dass Aumann überbewertet ist und der faire Wert nicht bei 90 € sondern eher bei 50- 60 € liegt. Man muss ja ein bisschen links und rechts gucken und nicht einfach auf Empfehlung.

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    2. Wer Vectron bei meiner ersten Empfehlung in 2016 gekauft und bis heute gehalten hat, liegt gut 100% im Plus. Und seit meiner ersten Empfehlung von MBB in 2012 haben sich bis heute gut 700% angesammelt. Dass der Kurs bei Aktien schwankt, ist halt so. Und es gibt Phasen, wo er zu hoch schnellt und solche, wo er zu niedrig notiert. Man kann versuchen, diese Kurse auszunutzen. Entspannter und ganz im Sinne des Buy & Hold wäre es, nur bei sehr deutlicher Überbewertung zu verkaufen und ansonsten lieber gar nichts zu tun.

      Du hast Dir zwei Werte rausgesucht und zu einem Zeitpunkt gekauft, als sie sehr hoch bewertet waren und sehr phantasiegetrieben. Wenn sich diese Phantasie konkretisiert, also zur Realität wird, werden auch die Kurse absehbar wieder deutlich anziehen. Bei MBB also bei Zukäufen, bei Vectron bei Erfolg der GetHappy-App.

      Dass ich hier im Blog darüber berichte, wie ich in meinem Depot verfahre, ist doch keine Handlungsempfehlung. Wie oft und wie deutlich soll ich das noch dazu schreiben? Ich rate auch niemandem zum Kauf bestimmter Aktien, sondern stelle meinen Investmentcase vor, meine Überlegungen zu dem Wert. Um mit euch hier darüber zu diskutieren. Ich möchte zum Nachdenken anregen und zum Diskutieren. Nicht zum stumpfen Nachmachen.

      Dass jemand mit Aktien, die ich als positiv eingestuft habe, Verluste erleidet, tut mir leid. Ich verstehe das, denn es geht mir genauso.

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    3. Hallo Michael,

      das muss Dir überhaupt nicht leid tun - dieser Verlust war lehrreicher als viele Gewinne, die ich als relativ unerfahrener Anleger gemacht habe. Und ich persönlich habe es auch nicht als Kaufempfehlung aufgefasst. Deine Beiträge über diese Unternehmen haben mich damals überzeugt.

      Mittlerweile sehe ich das anders, MBB ist stark von Aumann abhängig und Vectron lebt von der Phantasie der GetHappy App. Deswegen habe ich die beiden Werte abgestoßen.

      Nach einer Reihe von Buch-Lektüren von/über Warren Buffett (Aktien mit Sicherheitsmarge kaufen, etc.) und Peter Lynch (überbewertete Aktien mit zu hohem P/E Ratio meiden, etc.), investiere ich nicht mehr in Werte von denen ich nicht fundamental überzeugt bin und da ist es mir auch egal ob sie später wieder steigen. Eine Aktie welche v.a. von der Phantasie lebt ist für mich kein nachhaltiges Investment

      Mir scheinen einfach einige weitere Werte in Deinem Portfolio - insbesondere Small Caps, welche keine Burgraben bilden - deutlich überbewertet zu sein. Appollo Investment hat ein KGV von 82, um nur Beispiel zu nennen.

      Als Spekulant ist es OK solche Werte im Depot zu haben, als Value-Investor sollte man die meiden.

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    4. Apollo Investment KGV 82? Worauf basiert die Berechnung?
      Ich sehe es eher bei ca 9,5

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    5. Man kann doch MBB und Apollo auch gar nicht mit einander vergleichen bzw. alle Unternehmen nach den gleichen Kennzahlen "pauschalisieren"! Jedes Unternehmen fällt in einen anderen Sektor und muß mit den entsprechenden Kennzahlen ausgewertet werden!!! Ist es ein REIT, BDC, Blue-Chip, zyklisch, antizyklisch, schnelles Wachstum ja/nein, Sonst könnte man ja mit den selben Kennzahlen(-bereichen) Realty Income mit Main Street und Daimler und Amazon und Unilever vergleichen. Wenn man Lynch und Buffet gelesen hat, sollte man das wissen!

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    6. Buffett und Lynch kauften auch Aktien, "getrieben" von ihren Zukunftsphantasien, ähnlich MBB und Vectron. Sonst hätte Buffett 2008/2009 nicht in den Bankensektor investiert, oder Lynch in Wal-Mart, ToysR’Us, Home Depot, Taco Bell als diese noch Small Caps waren.

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    7. Laut Peter Lynch kann der Kauf einer Aktie mit hohem KGV nur durch einen gleichwertigen Wachstum gerechtfertigt werden:

      " The p/e ratio of any company that's fairly priced will equal its growth rate." Und weiter: "In general, a p/e ration that's half the growth rate is very positive one's that twice the growth rate is very negative. We use this measure all the time in analyzing stocks for the mutual funds".

      Ist Vectrons KGV durch seinen Wachstum gerechtfertigt?

      Weitere wichtige Kennzahlen laut Lynch: Percent of Sales, Cash Position, Debt Factor, Dividends, Book Value, Hidden Assets, Cash Flow, Inventories, Pension Plans, Growth Rate

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    8. Ich persönlich nutze den Blog ganz gerne als Anti-indikator und steige aus, wenn Herr Kissing kauft und steige ein, wenn er verkauft. Vielen Dank für die super Gewinne bei Western Digital und Novo Nordisk.
      Er ist eben einer von vielen „Experten“, der von Moden und Sentiment des Marktes getrieben wird. Er zitiert ganz gerne einige der großen Persönlichkeiten, wie Lynch oder Fisher. Jedoch habe ich eher das Gefühl, dass er außer den Zitaten nicht sehr viel von diesen großen Meistern gelesen hat, oder es fehlt ihm einfach das Temperament zum Investieren. Wie Peter Lynch zu sagen pflegt: an der Börse macht man Geld mit dem Magen und nicht mit dem Kopf...

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    9. Na dann Moritz hast Du JDC Group, Fintech Group und Corestate Capital bestimmt längst verkauft... Schade um die verpassten Gewinne Mr. Fisher-Lynch

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    10. Ach ich habe vergessen zu erwähnen, so lange ich das hier geschrieben habe ist JDC schon wieder um 1% gestiegen, schade, dass Du nicht dabei bist. Danke Michael für Deine Tipps

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    11. Moritz, ich freue mich, dass Dir mein Blog so tolle Gewinne beschert. Wie Peter Lynch sagt, selbst die wirklich erfolgreichen Investoren liegen selten bei mehr als 60% ihrer Entscheidungen richtig. Bei mir sind es kaum mehr als 50%. Dass Du eine so hervorragende Trefferquote hast und bei meinen unglücklichen Entscheidungen zu 100% richtig liegst, macht Dich zu einem ganz besonderen Anleger. Ich liege nicht so oft richtig und versuche mich daher an dem Rat einer weiteren Investorenlegende, nämlich George Soros (der auch angibt, nur in etwa der Hälfte der Fälle richtig zu liegen). Der meint nämlich, dass es gar nicht so sehr darauf ankäme, ob man richtig liegt oder falsch. Entscheidend sei viel mehr, wie viel man verdient, wenn man richtig liegt, und wie viel man verliert, wenn man falsch liegt. Die Verlustbegrenzung klappt bei mir meistens recht gut. Und über (danach) entgangene Gewinne ärgere ich mich nicht. Nützt ja eh nix. Also, Moritz, weiter gutes Gelingen mit meinen Investmentcases...

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  11. Hallo Michael,frohe Weihnachten und lieben Dank für dein Investor Update,finde ich immer wieder gut.Navigator habe ich auch schon etwas länger im Depot und die Aktie entwickelt sich!Ebenso würde mich deine Einschätzung zu UET interessieren, die hat sich in den letzten Wochen auch super gemacht und ich schwanke noch zwischen einem Teilverkauf als "Weihnachtsgeschenk" oder Behalten,weil ich in 2018 noch erhebliches Potential sehe!Wie ist deine Einschätzung,du hat sie ja auf deiner Turnaroundliste? Guten Rutsch!

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    1. UeT United Electronic Technology hatte ich Ende 2016 als Turnaround-Spekulation ins Depot genommen. Bei 0,42 Euro ins Jahr gestartet, notiert die Aktie aktuell rund doppelt so hoch. Wer auf den Chartverlauf schaut sieht allerdings, dass der Kurs die meiste Zeit über um die 50 Cents herumdümpelte und nur dreimal kurze, heftige Ausbruchsversuche nach oben zu verzeichnen hatte. Im Januar bis 60 Cents, im Juli bis 80 Cents und aktuell läuft gerade der nächste Versuch, das Pennystock-Terrain zu verlassen. Auch bei UeT bin ich weiterhin guten Mutes, dass der Turnaround erfolgreich verläuft. Die bilanziellen Gesundungsschritte hat man sukzessive umgesetzt und die Neuausrichtung läuft. Gerade erst gab man bekannt, dass die Jahresabschlüsse für 2016 vom Wirtschaftsprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden sind und man hat umgehend für Mitte Februar die entsprechende Hauptversammlung terminiert. Vermutlich werden da dann weitere Informationen zum Fortgang der weiteren Umstrukturierung und Neupositionierung bekannt gegeben. Läuft alles nach Plan, sind die ersten 100% Kursgewinn nur die ersten in einer langen Reihe...

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  12. Hallo Herr Kissing,

    ich bin vor einiger Zeit über diverse Verlinkungen auf Ihre Seite gestossen und schaue mir Ihre Inhalte ab und zu genauer an. Ich bin beeindruckt, wieviel Arbeit Sie in die Dokumentation stecken.

    Ein kleines Anliegen habe ich an Sie: Könnten Sie event. bei nächster Gelegenheit einmal auf die Bewertung von EPS bzw. Dividendenausschüttung bei den BDCs eingehen? Ich möchte nächstes Jahr wieder verstärkt in diesen Sektor investieren, doch tue ich mich außerordentlich schwer damit einzuschätzen bzw. zu beurteilen, ob die Dividende eines bestimmten BDCs durch den Gewinn gedeckt ist oder aus der "Substanz" bezahlt wird. Konkret: Bei einer BDC habe ich vor ein paar Tagen gelesen, dass die vierteljährl. Earnings nach GAAP nicht ausreichten, die Dividende zu finanzieren. Aber dann war gleichzeitig die Dividende durch Ermittlung von "core earnings" nicht nach GAAP finanzierbar. Ich frage mich daher, welcher Wert nun wirklich relevant ist.

    Gruß
    Hubert Klein

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    1. Bei BDCs (wie auch Immobilienunternehmen und/oder REITs) macht eine Bewertung anhand des EPS keinen Sinn. Das EPS enthält auch Erlöse aus dem Verkauf von Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen und bei BDCs aus der Ablösung von Krediten. Das sind Einmaleffekte, die zwar in der Gewinn- und Verlustrechnung hübsch aussehen, aber da es bei BDCs (und REITs) vor allem auf hohe Dividendenzahlungen ankommt, ist der entscheidende Faktor, ob das operative Geschäft diese Dividenden verdient. Denn wenn man Beteiligungen verkaufen muss, um die Dividenden ausschütten zu können, ist das Ende absehbar. Die Beteiligung bringt einmal Geld, aber die dauerhaften Einnahmen/Gewinne sinken.

      Bei REITs zieht man daher die FFO zu Rate (Funds-from-Operations), bei BDCs das NII (Net-Investment-Income). Das NII ist quasi das netto-Ergebnis aus dem Investmentgeschäft. Und dieses NII sollte mindestens die Dividenden abdecken (die sog. Payout-Ratio sollte also unter 1 liegen), dann sieht das nach einer soliden Sache aus. Sofern... der NAV nicht dauerhaft sinkt. Dieser Nettoinventarwert (Buchwert) ist die zweite wesentliche Einflussgröße, denn wenn z.B. ein Kredit platzt, dann muss er wertberichtigt werden. Und das schlägt sich negativ auf den NAV nieder. Ein stetig sinkender NAV zeigt also an, dass man zu viele faule Kredite vergeben hat und hier immer wieder Ausfälle drohen. Womit auch wieder das NII und die Dividendenzahlungen beeinträchtigt werden. Bis hin zu Dividendenkürzungen.

      Die "ideale BDC" weist folgende Merkmale auf:

      1. konstanter oder sogar steigender NAV über einen längeren Zeitraum
      2. der NAV je Aktie ist genauso hoch wie der Aktienkurs oder sogar niedriger
      3. das NII ist stets so hoch wie die Dividendenausschüttung oder sogar höher
      4. die Dividende sollte seit langem konstant sein oder sogar steigen
      5. die Dividendenrendite sollte möglichst hoch sein

      Dabei ist kaum vorstellbar, dass eine BDC alle Kriterien gleichzeitig erfüllt. Denn dann wäre sie wirklich das ideale Investment. Aber die Mehrheit der Kriterien sollten schon erfüllt sein und die übrigen auch nicht total außerhalb aller Normen.

      Nehmen wir als Beispiel Main Street Capital (MAIN), die wohl beste aller BDCs. Der NAV steigt, die Dividenden steigen, das NII steigt und deckt die Dividenden mehr als ab (daher gibt es sogar Sonderdividenden). Aber... der Kurs ist extrem hoch. Er liegt 75% über dem NAV und die Dividendenrendite ist mit 5,5% vergleichsweise niedrig. Das ist der Preis, den man für diese solide und hervorragend geführte BDC zahlen muss.


      P.S.: Wo kein NII verfügbar ist, wird auch auf das NOI (Net Operating Income) abgestellt, das weitgehend identisch ist und daher eine annähernd gleiche Aussagekraft hat bzgl. der Payout-Ratio.

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  13. Hallo Michael,

    hast du schon NEWT (BDC) auf deinem Schirm? Ich bin neulich auf SA über diese BDC gestolpert und habe mir gleich welche ins Depot gelegt. NEWT ist eine intern geführte BDC, die ihr Geld nicht nur durch Kreditvergaben verdient, sondern man bietet den kleinen und mittelständigen Firmen gleich noch ein ganzes Portfolio an Dienstleistungen an ("Rundumsorglos"). Dazu gehören unter anderem Web-Design, Buchhaltungen, Gehaltsabrechnungen, Versicherungen, Cloudservice+Sicherheit, E-Commerce und noch vieles mehr. So erhählt NEWT auch Einnahmen von ihren Tochtergesellschaften, die diese Dienstleistung anbieten. So können sich die Firmen auf ihr Wachstum konzentrieren und NEWT verdient "doppelt". Ebenfalls positiv ist, dass das Management auch Aktien ihres Unternehmens besitzt und kauft.

    beste Grüße Hans-Jürgen

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    1. Newtec Business habe ich nie wirklich genauer angeschaut, da mich der erste Blick auf die Kennzahlen immer gleich abgeschreckt hat. Ständig ein negatives Net Investment Income? Geht ja gar nicht! Aber so, wie Du es darstellst, scheint NEWT ja auch aus anderen Quellen Geld zu verdienen, die sich nicht im NII niederschlagen. Muss ich mir mal genau(er) ansehen die Tage, danke für den Tipp, Hans-Jürgen.

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    2. NEWT ist eigentlich keine "herkömmliche" BDC, eher mehr eine Gesellschaft, die kleinen Unternehmen mit ihren Kreditvergaben plus geschäftliche und elektronische Dienstleistungen und Lösungen anbietet. NEWT verdient nur ca 1/4 der Zinserträge aus seinem Kreditportfolio. Alle anderen BDCs verdienen dies mit fast 100%. Jedoch ist ihr Kreditporfolio zu 100% variabel verzinst.

      NEWT hat eine Tochtergesellschaft, die als Small Business Administration (SBA) zugelassen ist. Diese SBA-Kredite werden von der US-Regierung gestützt/gesichert. Man verkauft nun diese (staatl.) gesicherten Kredite mit einer Prämie und NEWT finanziert dann den nicht garantierten Teil des Kredits durch "Schulden-Verbriefung" Und diese Kreditgewinne machen 50% der Einnahmen aus.

      Die restlichen Einnahmen stammen aus den Erträgen der Tochtergesellschaften und den Loan Service. Vielleicht sollte man NEWT eher nach dem EPS beurteilen, da hier das eigene Kreditportfolio (nur) ca. 25% der Erträge ausmachen.

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    3. Ich habe mir Newtec inzwischen mal genauer angesehen und muss Dir Recht geben, Hans-Jürgen, das ist ein wirklich interessantes Unternehmen. NEWT ist eine ganz besondere BDC und vermutlich eine der am stärksten von der Steuerreform profitierende. Die Bewertung ist schon recht üppig, was den Aufschlag auf den NAV angeht, aber ich habe mir dennoch eine Position ins Dividendendepot gelegt. Danke nochmals für den Tipp!

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    4. Moin Michael, da hast du Recht. Derzeit sind es ca. 25% Aufschlag zum NAV, was ich persönlich jedoch bei dieser BDC mit ihrem Geschäftsmodell verkraften kann. Damit steht es gefühlte 100:1 für dich, an Tipps! ;-)

      beste Grüße Hans-Jürgen

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  14. Hallo Michael,

    als relativer Börsenneuling habe eine ganz allgemeine Frage an dich (bin seit ca einem Jahr investiert).
    Wie entscheidest du, wann du schlechtlaufende Aktien (gemessen am Preis der Aktien) wieder abstößt? Konkret handelt es sich um Public Storage (PSA).

    PSA hat zwar mit zunehmendem Wettbewerb zu kämpfen, operativ scheint es aber weiterhin gut zu laufen. Meiner Meinung nach führen einzig die sich langsam erhöhenden Zinsen dazu, dass sich Investoren aus REITS generell zurückzuziehen scheinen. Für mich also eine psychologische Entscheidung des Marktes, keine am Unternehmen selbst festzumachende.
    Ich bin weiterhin vom Unternehmen überzeugt, aber vielleicht hat Mr. Market schlicht eine andere Meinung. Wann ziehst du in solchen Fällen also die Reißleine?

    Vielen Dank für deinen Input.

    Viele Grüße
    Christopher

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    1. Mr. Market sollte man ignorieren. Warren Buffett rät: "Denke nicht in Kursbewegungen, denke in Geschäftsergebnissen". Du sagst, der Kurs von Public Storage spielt nicht mit, aber dieser ist nicht das entscheidende Kriterium, ob Du das richtige Investment eingegangen bist. Du hast ja bestimmte Erwartungen an das Unternehmen gehabt. Steigende Zinsen, steigender Wettbewerb - gibt es auch ein Nachlassen bei der Nachfrage? Ich hatte so etwas mal vor einigen Wochen gelesen bzgl. der Storage-Anbieter. Diese Faktoren solltest Du bewerten und Dir überlegen, ob sie für oder gegen eine positive Entwicklung des Unternehmens sprechen. Solltest Du zu dem Schluss kommen, dass es (weiterhin) positiv aussieht, steht an zweiter Stelle die Bewertung, also ob die Aktien trotz der positiven Aussichten vielleicht zu teuer sind. Auch dann könntest Du zu einem Verkaufsvotum kommen. Sieht es positiv aus und die Aktien sind nicht zu teuer, dann wird auch Mr. Market dies irgendwann erkennen und die Aktie steigen lassen. Sofern Du Dich nicht geirrt hast bei Deiner Einschätzung des Unternehmens. Auch dass kann ja vorkommen.

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    2. Hallo Michael,

      vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Ich schätze, ich habe noch einiges zu lernen. Und in diesem Fall habe ich schlicht zu viel Geld für ein ansonsten solide aufgestelltes Unternehmen bezahlt.

      Viele Grüße
      Christopher

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  15. Guten Tag Herr Kissig,

    wie ist Ihre persönliche Einschätzung was die Zukunft der großen Tech Werte betrifft? Apple Amazon Alphabet Alibaba Facebook Tecnet werden diese Unternehmen Ihre Dominanz fortsetzen ausbauen... Die Börsenkurse werden ja nicht unendlich steigen. Welche Werte sollte man nach einer Korrektur kaufen? Gibt es eine Möglichkeit alle genannten Werte in einem Fond zu kaufen?
    Ich freue mich schon auf Ihre Meinung
    PS. Kennen sie den Wert Noratis WKN: A2E4MK hohe Dividende
    Mit freundlichen Grüßen
    Jürgen

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    1. Moin Jürgen,
      ich denke, dass die großen Techwerte weiter florieren und ihre Marktposition weiter ausbauen können. Daher habe ich einige von ihnen im Depot. Wie sich ihre Aktienkurse entwickeln, kann ich natürlich nicht sagen, glaube aber an mittel- und langfristig weiter steigende Kurse analog zu r operativen Entwicklung dieser Unternehmen. Die Werte auf meiner Empfehlungsliste halte ich schon für eine gute Mischung und mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis versehen.

      Bzgl. eines Fonds/ETFs stelle ich mal "frech" die Gegenfrage: in welchem sind denn die genannten Techwerte nicht die größte Position? Man bekommt ja kaum einen breiter Aufgestellten ETF/Fonds, der nicht vor allem diese großen Techwerte massiv hoch-/übergewichtet hat.

      Noratis ist als Bestandshalter von Wohnimmobilien für mich nicht interessant; ich habe keinen einzigen Wert aus diesem Sektor im Depot. Grundsätzlich zeichnen sich alle Werte in diesem Sektor durch ein vordergründig niedriges KGV aus und vergleichsweise hohe Dividendenrenditen. Hier sollte man einen Peergroupvergleich vornehmen, ob gerade Noratis besonders attraktiv bewertet ist im Vergleich zu seinen Wettbewerbern. Als Malus weist Noratis jedenfalls auf, dass sie erst vor Kurzem an die Börse kamen und daher eher wenig gute Informationen zu finden sind.

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    2. Mit Fond meinte ich wo nur diese 5 - 10 größten Tech Werte vorhanden sind.
      Danke für Ihre schnelle ausführliche Meinung.

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    3. Da müsste man sich wohl durch einen Fondsselektor (zB bei der comdirect) wühlen und au US-Tech-Werte setzen. In den jeweiligen Beschreibungen finden sich dann ja auch die jeweiligen Gewichtungen. Und da dann einen aussuchen, der 75% oder mehr in diese Schwergewichte investiert. Dabei aber immer auch auf die gebühren achten, vor allem die TER (Total Expense Ratio); die sollte möglichst gering sein. Ansonsten könntest Du ggf. nach einem Wikifolio suchen mit entsprechender Ausrichtung. Schau Dir doch ggf. mal das Wiki "High-Tech Stock-Picking" von Stefan Waldhauser an (klick).

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    4. Passt vielleicht das Vontobel Solactive Artificial Intelligence Zertifikat DE000SLA3VQ9, es enthält Alibaba, Alphabet, Amazon, Baidu, BlackRock, Boing, Delphi Automotive, Facebook, Intel, Microsoft, Netflix, Nvidia, Qualcomm, Salesforce, SAP, Softbank, Splunk, Tableau Software, Tencent Holdings und Workday
      Maria

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  16. Healthineers die Siemensabspaltung. Gut sir smirk was halten Sie davon?
    9 von 10 Spinn offs enden langfristig gut laut Peter Lynch und Benjamin Graham .
    Ich frage mich aber nur zur welchem Preis die Anteile angeboten werden.

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    1. Richtig, Spin-offs weisen in der Regel eine überdurchschnittliche Performance auf. Healthineers ist in einer aussichtsreichen Branche aktiv, daher dürften die Chancen auch bei diesem Siemens-Spin-off gut stehen. Sofern die Bewertung zum Start nicht jenseits von Gut und Böse ist...

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  17. Hallo Michael,
    Gibt es bei Gladstone Investment irgendwelche negativen Nachrichten, die den aktuellen Kurzsturz um ca 10 Prozent in 2 Tagen erklären? Ich habe nichts gefunden ...
    Danke und Gruß,
    MichaelB

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    1. Nein, konkrete negative Infos zu Gladstone Investment sind mir nicht bekannt. Der gesamte BDC-Sektor hat zuletzt nicht besonders gut performt, dazu gesellt sich der schwache Dollar, der weitere Performance kostet(e). GAIN hatte allerdings zuvor deutlich im Kurs zugelegt und ist vielleicht auch deshalb jetzt überproportional abgestraft worden. Hatte mir eine deutlich bessere Performance des Sektors erhofft, die Entwicklung ist schon enttäuschend.

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    2. Seit der Finanzkrise gibt es auch in den USA eine Bankenregulierung. Diese betrifft nicht nur die "Schwergewichte", sondern auch die mittelständischen und kleinen Banken in den USA. Diese leideten / leiden sehr an der Regulierung, da sie weniger Kredite mit erhöhtem Risiko vergeben können. Diesen Platz haben die BDCs (teilweise bis ganz) eingenommen. Seit dem Wahlkampf hat Trump ja versprochen diese Regulierungen ganz oder teilweise aufzuheben. Es wird zur Zeit spekuliert, dass im Q1/2018 wieder dereguliert werden könnte, dies straft der Markt jetzt ab. Man hat Bedenken, dass die BDCs mit ihren Kreditgeschäften weniger verdienen werden und von den kleinen bis mittelständischen Banken verdrängt werden könnten.

      beste Grüße Hans-Jürgen

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    3. Das ist eine plausible Erklärung für die unterdurchschnittliche Performance der letzten Monate, die dauerhaft sein könnte, sofern die Deregulierung tatsächlich kommt.

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  18. Hallo Herr Kissig
    Wie schätzen Sie die aktuelle Entwicklung bei den auch in Ihrem Dividendendepot befindlichen BDC`s ein? Habe selbst Apollo, Ares und New Mountain. Alle sind in den letzten Monaten stramm im Minus.
    Sollte man die Werte weiter halten?
    Vielen DanK
    Fritz

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    1. Die Kursentwicklung ist enttäuschend, keine Frage. Dass sich die Dollarschwäche auswirkt, ist die eine Seite, aber der gesamte BDC-Sektor wurde abverkauft. Dabei profitieren die meisten Werte von den leicht steigenden Zinsen. Vermutlich ist es aber die Angst vor einer möglichen Deregulierung bzgl. der amerikanischen Banken, die ggf. leichter in den Markt der BDCs vordringen könnten. Wer weiß?

      Ich halte meine BDCs weiter und fahre dort die Dividenden ein. Mit Nachkäufen halte ich mich aktuell aber zurück. Auch wenn die Kurse locken. Nur bei MAIN habe ich zwischenzeitlich aufgestockt, die waren mir immer zu teuer und sehen nun halbwegs attraktiv bewertet aus. Zumal der NAV sukzessive weiter ansteigt (und sie haben sogar eine Beteiligung, die seit Jahren einen größeren Bestand an Kryptowährungen hat (vermutlich Bitcoins), was sich auch zusätzlich positiv auf deren Wert ausgewirkt hat)...

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  19. Hallo Michael,

    ist Deine Haltung zu Firma JDC-Group noch positiv? Ich bin gespalten, ob ich meine Investition noch halten soll. Die Kurzanalyse der Situation sieht aus meiner Sicht so aus:

    - Investition in Blockchain - grundsätzlich positiv, jedoch auch kostenintensiv und riskant. Dadurch werden wir in diesem Quartal evtl. keine positiven Ergebniszahlen sehen.
    - keine neue Nachrichten bzgl. Neukundenakquistionen seit September - sehr kritisch, ich habe das Gefühl, dass sich JDC-Group von Ihrem Kerngeschäft distanziert und mehr auf dem Kryptokram setzt.
    - keine signifikante Downloadanzahl-Steigerung der Allesmeins-App/ starke Konkurrenz im Bereich (Z.B. Knip)
    - Versicherungen/ Banken kaufen Start ups ein oder bevorzugen DIY-Lösungen zur Digitalisierung
    - Starke Konkurrenz im Insurtech und Fintech Bereich
    - Anleger erwarten mind 20% Umsatzsteigerung für diesen Quartal und evtl. positive Ergebnisse. Die Frage ist, ob man es auch schafft Albatros/ Zukäufe so schnell zu integrieren.

    Viele Grüße aus dem Süden
    Manfred

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    1. Moin Manfred,
      dem Kryptohype stehe ich ja eher reserviert gegenüber, aber der Digitalisierung der Versicherungsbranche nicht. Die ist weiterhin sehr zersplittert und JDC Group halte ich hier für aussichtsreich positioniert. Dabei kann man kaum erwarten, dass sie in jedem Quartal einen neuen Großdeal präsentieren können. Wichtig(er) erscheint mir, dass sie die Akquisitionen auch in die Rentabilität führen und durch Größe/Menge einiges an Synergieeffekten heben können. Das sind für mich die entscheidenden Kennzahlen. Ansonsten muss im Jahresvergleich eine spürbare Verbesserung herausspringen, nicht auf Quartalsebene.

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  20. Wie bewertest Du die neuen Ankaraktionäre bei der Lyod Fonds und den damit verbundenen Kursanstieg.. Die wollen Aktienfonds auflegen statt Immobilien und Co.

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    1. Die neuen Anteilseigner wollen Lloyd Fonds weiterentwickeln und finanziell unterstützen. An der Ausrichtung ändert sich nichts. Das Wenige, das der Meldung zu entnehmen ist, bezieht sich auf frühere geschlossene Fondsprodukte und künftig offene Investmentfonds. Genau das hatte Lloyd Fonds für sein Projekt im Sozialen Wohnungsbau schon Ende 2017 angekündigt: anstelle einer eigenen AG, die an die Börse gebracht wird, hatte man auf eine Lösung als AIF, also als Investmentfonds, abgestellt. Und was unter "Aktienfonds" zu verstehen ist, müssen wir mal abwarten. Der Meldung nach hat Lloyd Fonds hieran bereits gearbeitet, das ist also keine Entscheidung der neuen Miteigentümer.

      Grundsätzlich kann man den Einstieg von SPSW (die ja auch die Fäden bei der DEWB ziehen) nur begrüßen. Kapitalstarke Anteilseigner mit großer Expertise im Value Investing. Das kann für Lloyd Fonds nur nützlich sein. Allerdings muss man schon anzweifeln, dass alleine deshalb ein Kursanstieg auf über 3 Euro je Aktie gerechtfertigt ist. Es muss erstmal geliefert werden. Und schaut man auf den Kurs der DEWB, ist dieser nach einem kurzen Hype nach dem Einstieg von SPSW im letzten Jahr auch wieder in Siechtum verfallen. Bis gestern...

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    2. Weisst Du eigentlich, wer diese SPSW eigentlich ist.. Ich habe von denen noch nie was gehört - die Website von denen wirkt zwar schon seriös, und ein paar Fonds verwalten die auch, aber so richtig Informativ über Zweck und Sinn des Unternehmen scheint da nicht kommuniziert zu sein.

      Da die sich bei der DEWB, und jetzt dann bei der Llyod Fonds sich beteiligen ist ja kein Zufall - die führen was in Schilde bzw. haben anscheinend irgendwas vor - mir erschliesst sich nicht nur genau was. Eine komplette Übernahme seitens dieses SPSW ist denke ich nicht auszuschliessen, oder..

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    3. Ein paar interessante Informationen zu den Akteuren bei und hinter der SPSW hat Gereon Kruse in diesem Beitrag zusammengefasst: "Lloyd Fonds/DEWB: Ganz neue Perspektiven.

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  21. Hallo Michael,

    die DIC Asset, die sich auch auf Deiner Empfehlungsliste befindet, hat im Rahmen ihrer Hauptversammlung vor kurzem beschlossen, dass die Dividende entweder in bar oder in Form von Aktien ausgeschüttet werden soll. Das Bezugsverhältnis ist zwar noch nicht veröffentlicht, aber im Sinne des Zinseszinseffekts tendiere ich dazu die Ausschüttung in Form von Aktien zu wählen. Wie ist Deine Meinung dazu?

    Gruß Max

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    1. DIC Asset ist einer den wenigen Immobilienwerte, die ich aktuell noch für aussichtsreich halte - auch weil der Kurs weiter unterhalb des Buchwerts notiert. Man kann die Dividende in Form von Aktien gerne mitnehmen - allerdings muss man die trotzdem versteuern. Da man jedoch Aktien unterhalb des Buchwerts bekommt, sollte sich das dennoch auszahlen...

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  22. Lieber Michael,
    hast Du Dich schon einmal mit der Aktie der MWB Fairtrade Wertpapierhandelsbank beschäftigt? Falls ja, würde mich Deine Meinung hierzu interessieren.
    Auf den ersten Blick paaren sich hier Wachstum, eine attraktive Dividende und eine Unterbewertung. Was könnte ggf. gegen ein Investement sprechen.
    Mein Hochachtung vor Deiner Arbeit. Deine Seite gehört zu meinen Favoriten und Deine Empfehlungen haben mich hier und da schon bestärkt und auf neue Ideen gebracht.
    Holger

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    1. Makleraktien sind sind nicht so mein Fall; ich finde des sehr schwierig, die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells zu bewerten. Gerade wenn die Börsen mal nicht so gut laufen und/oder Unternehmen reihenweise Börsengänge absagen (wie zur Zeit), können die Ergebnisse ziemlich volatil sein. Man kann Quartalsergebnisse hier also nicht einfach fortschreiben, da sie nicht wiederkehrender Natur sind, sondern eine Aneinanderreihung von Einzelaktionen.

      MWB Fairtrade ist dazu noch ein Turnaroundwert - schaut man auf den Chart, dann kann man gut erkennen, dass das Unternehmen jahrelang kaum Geld verdient bzw. Verluste eingefahren hat. Trotz boomender Börsen.

      Ich habe da nicht wirklich einen Zugang zu...

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  23. Hallo Michael,
    da du ähnlich wie ich Vorlieben für Beteiligungsgesellschaften hast, würde mich deine Meinung zu dem nachfolgenden Wert interessieren:

    Unternehmens Invest AG WKN: 882788

    Aus meiner Sicht besteht hier aktuell eine erhebliche Diskrepanz zwischen der aktuellen Marktkapitalisierung und dem eigentlichen NAV.

    Die UiAG besitzt meinen Recherchen nach neben mehreren kleineren Beteiligungen (Gesamtwert geschätzt ca. 21,5 Mio.) eine größere Beteiligung an All-for-one Steeb mit einem Gesamtwert von aktuell 133 Mio. (25,07% hält die UiAG, 25,07% die UiAG Informatik Holding an der die UiAG zu 53,55% beteiligt ist)
    All-for-one Steeb glänzt seit Jahren mit einem starken Geschäftsmodell und kontinuierlich guten Zahlen. Darüber hinaus zahlt All-for-one Steeb eine nette Dividendenrendite von ca. 2%, sodass hier kontinuierlich Geld in die Kassen der UiAG gespült wird. (im Gegensatz zu Naspers und Tencent z.B.)
    Summieren wir die o.g. Beteiligungswerte ergibt dies einen Gesamtwert von 154,6 Mio.€ - die aktuelle Marktkapitalisierung beläuft sich jedoch auf lediglich 104,55 Mio.€. Bis zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir die erhebliche Abweichung nicht erklären.

    Auch der Vorstand kauft kräftig zu, und hat seit März 2018 für einen Gegenwert von ca. 2,33 Mio. € UiAG Aktien angekauft.

    Ich bin auf deine Ausführungen sehr gespannt.

    Beste Grüße
    Sascha

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    1. Moin Sascha,
      Unternehmens Invest AG sagt mir jetzt auf den ersten Blick nichts. Aber es sprechen - für mich - schnell einige Dinge dagegen.

      - Es ist eine österreichische Beteiligungsgesellschaft, da sehe ich per se keine Vorteile ggü. dem seeehr breiten Spektrum in Deutschland.

      - Das Unternehmen ist sehr einseitig auf All for one Steeb ausgerichtet. Ich müsste also immer zuerst dieses Unternehmen analysieren, um mir eine fairen Wert für UiAG ermitteln zu können - der Aktienkurs von AfoS ist ja kaum geeigneter Maßstab für die Werthaltigkeit und Perspektiven dieses Assets.

      - Softwarefirmen zu bewerten bzw. deren Business ist nicht wirklich meine Stärke. Ich habe mit Datagroup und IT Competence (via Navigator Equity) da schon immer innere Kämpfe auszufechten.

      - Ich habe mit Navigator Equity ja ein fast exakt entsprechendes Unternehmen an Bord, nur dass ich mir hier bereits eingearbeitet habe und dass der Abschlag zum NAV noch größer ist (rund 100% Potenzial). Und Navigator geht inzwischen aktiv gegen diesen Abschlag an, in dem man den NAV veröffentlicht, die Kapitalmarktkommunikation erhöht und das auch bei der Tochter IT Competence. An der Navigator mit 75,7% direkt die Mehrheit hält und auch durchgreifen und durchregieren kann - was bei der Konstruktion bei UiAG nicht ganz so einfach ist. Hier sieht es eher so aus, dass man bewusst ein Konstrukt gewählt hat, das einem die Mehrheit an AfoS sichert, wobei man gleichzeitig aber möglichst wenig eigenes kapital binden wollte. Gefällt mir ehrlich gesagt nicht so, erinnert mich an das Förtsch--Beteiligungs-Geflecht. Kann man inzwischen ja elegant(er) über eine SE-Rechtsform lösen...

      Bedeutet für mich unterm Strich, dass UiAG für mich nicht interessant (genug) ist. Trotzdem Danke für den Tipp! Meine Beweggründe bedeuten nicht, dass UiAG nicht für andere interessant sein könnte.

      P.S.: Zu Naspers noch ein Hinweis: die haben ja ein originäres Business (TV), das ihnen Cashflows und Gewinne bringt. Und selbst Tencent zahlt eine Dividende und zwar gerade am Freitag 0,095 Euro je Aktie. Und da Naspers ja über 30% an Tencent hält (und damit knapp 3 Milliarden Aktien), dürfte alleine diese eine Dividendenzahlung ausreichen, Naspers am Laufen zu halten und die Gehälter zu bezahlen. Waren ja über'n Daumen gepeilt rund 285 Mio. Euro... ;-)

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  24. Hallo Michael,

    hast Du Dir Mutares mal wieder angeschaut? Die haben die Erwartungen des Börsengangs von STS nicht erfüllen können (26-32 Mill € anstatt 50) und haben daher einen Kurssturz sondergleichen erlebt. Das Papier notiert derzit bei 13,20 €. Ich bin gerade erst mal die Nachrichten durchgegangen und muss noch einen Blick in die Finazberichte werfen, doch damit dürfte Mutares wieder mit einem gehörigen Abschlag auf den NAV notieren.
    Zudem scheinen mir die Aussichten insgesamt intakt. Klat, die Analysten ziehen jetzt auch wieder den konfliktreichen Abgang des letzten CEO aus dem Hut, doch das hat bisher nicht viel angerichtet. Da kann noch was kommen, klar, doch die Aktie cheint mir wieder sehr günstig bewertet.
    Ich frage mich, ob die Aktie nicht jetzt wieder fundamental interessant wird?

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    1. Nein, Mutares werde ich nicht mehr anfassen und das liegt daran, dass die verantwortlichen Personen nicht (mehr) vertrauenswürdig sind oder unfähig. Oder beides.

      Oder mit Warren Buffetts Worten: "Mit schlechten Leuten macht man keine guten Geschäfte". Und wer, wie Mutares, seine Aktionäre so hinters Licht führt, fällt für mich in diese Kategorie.

      Das Problem bei Mutares ist doch, dass sich als roter Faden bei Mutares durchzieht, dass sie ständig - und auch jetzt erneut bei STS - den NAV viel zu hoch ausweisen (prozentual zweistellig) und dann beim Verkauf/Exit diese NAV-Bewertung nicht erreichen. Wenn man dann noch sieht wie viele Aktien in den letzten Wochen in den Markt gedrückt wurden (vermutlich von ausgeschiedenen Mitgründer und Vorstand), während der Vorstand mehrere Jubelmeldungen zum STS-IPO mit aufgehübschten Zahlen verbreitet hat und über diverse Gazetten hat verbreiten lassen, kann man sich doch nicht mehr ernsthaft an solche einem aktionärsfeindlichen Laden beteiligen!

      Ergänzend noch ein paar "einfach gedachte" Anmerkungen zu Mutares:

      1. Dr. Greuer hielt 27% der Aktien und er wurde vor die Tür gesetzt als Vorstand. Der Kurs leidet seitdem unter einem stetigen Angebot an Aktien. Rocket Internet hat kürzlich, als ein Großaktionär rund 6% der Aktien loswerden wollte, ein spezielles Aktienrückkaufprogramm aufgelegt und diese Aktien einfach absorbiert. Kann man auch so erledigen.

      2. Mutares will unbedingt eine hohe Dividende zahlen, obwohl es viel sinnvoller wäre, die vorhandenen Mittel ins Business zu stecken. Die Dividenden wurden in der Vergangenheit nämlich selten verdient, da man eher Verluste ausweisen musste und sich bei den Töchtern verhoben/verschätzt/vergriffen hatte.

      3. Es gibt einen schwebenden Rechtsstreit mit Diehl, der Mutares in schlimmsten Fall einen zweistelligen Millionenbetrag kosten kann (Diehl fordert 22,5 Mio. Euro und da kämen ggf. noch Anwalts- und Gerichtskosten sowie Zinsen hinzu). Würde Mutares diesen verlieren und die Forderung 1:1 durchschlagen aufs Eigenkapital, könnte das für Mutares Existenz bedrohliche Ausmaße annehmen. Zumindest wäre das Unternehmen erheblich eingeschränkt.

      4. Mutares hat einige notleidende Unternehmen verkauft (oder verkaufen müssen), die jahrelang Geld vernichtet haben. Man hat also keinen guten Job gemacht, ob nun bei der Auswahl oder bei der Sanierung/Neuausrichtung. Und STS hat man in kurzer Zeit zusammengekauft und nun soll das Unternehmen auf einmal das X-fache wert sein und schnell an die Börse gebracht werden - aber Mutares will die Mehrheit behalten.

      Nimmt man diese Fakten zusammen, sieht es fast so aus, als müsste Mutares des STS-Verkauf durchziehen, koste es, was es wolle. Weil man nur so an dringend benötigtes Geld kommt.

      Ob es so ist, weiß ich nicht. Aber es wäre eine Erklärung für das Verhalten des Mutares-Vorstands. Und ich fühle mich jedenfalls als Aktionär von diesem Management nicht gut behandelt. Und vor allem diejenigen, die aufgrund der vollmundigen Versprechungen kürzlich in Mutares investiert haben, aber auch die Börsenbriefe und -magazine (wie Börse Online), die diese Propaganda ungefiltert verbreitet haben, die sollten sich "verarscht" vorkommen (wie es der Wikifolio-Trader Lukas Spang aka Junolyst so treffend formulierte).

      Mutares? Ne, danke. Die Bude ist für mich verbrannt. Endgültig. So billig kann die Aktie gar nicht werden, als dass der Preis diese Charakterschwäche und Managementschwächen ausgleichen könnte. Und wenn die handelnden Personen irgendwo anders in verantwortlicher Position auftauchen, wäre diese neue Gesellschaft gleich auch ein No-Go für mich. Und ich brauche Mutares ja auch nicht, denn auf dem deutschen Kurszettel finden sich eine ganze Reihe von interessanten und aussichtsreichen sowie seriösen Beteiligungsgesellschaften. Eine ganze Reihe von ihnen finden sich auf meiner Empfehlungsliste.

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    2. Na, vielen Dank für diese knackige Einschätzung. Ich gebe zu, ich habe an einen Wiedereinstieg gedacht, doch die drei Punkte, die Du genannt hast (andauernder Druck durch Greuer, Diehl und möglicher Verkaufsdruck), hatte ich nicht (mehr) auf dem Radar, und die machen Sinn.

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    3. Ein Nachtrag vielleicht noch: mich wundert, dass keiner der Analysten das Problem vor dem Kurststurz (i.e. vor der IPO) gesehen hat. Am 23 April hat Boersengefluester sehr optimistisch zu Mutares berichtet. Die Analysen waren alle sehr positiv, auch Lukas Spang hat sich erst nachher aufgeregt. Ich frage mch wirklich, warum das so schief gelaufen ist. Waren da alle gutgläubig, und warum hat dann Mutares erst überzogene Bewertungen genannt, wenn das bei der IPO ohnehin ans Licht kommt?

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    4. Mutares hat mit Hauck & Auffhäuser und MainFirst zwei renommierte Adressen für Nebenwerte-IPOs für den STS-Börsengang mandatiert und die beiden werden Mutares eingehend beraten haben. Die letzten Börsengänge hatte H&A ja sehr zufriedenstellend abwickeln können und da hat man wohl deutlich zu hoch gegriffen. Die Stimmung für IPOs hatte sich ja jüngst eingetrübt und mehrere Börsenaspiranten hatten ihre Börsengänge vor oder während der Zeichnungsphase abgesagt.

      Was mich im Fall Mutares aber besonders stört, ist die Tatsache, dass Mutares ganzes Geschäftsmodell darauf beruht, Unternehmen zu bewerten. Billig die hoffnungsvollen Sanierungsfälle einkaufen, umstrukturieren und dann gewinnbringend verkaufen. Sie setzen die NAVs aber generell astronomisch hoch an, kriegen die Unternehmen dann nur mit erheblichen Abschlag losgeschlagen und jetzt versauen sie es mit dem Bewertungsansatz auch wieder beim STS-Börsengang. Das ist schlicht Unvermögen! In ihrer eigentlichen Kernkompetenz!

      Was Junolyst so aufgebracht hat ist, dass er kurz vor der Meldung mit dem Vorstand direkt gesprochen hat und dort noch die hohen Werte bestätigt wurden. Um dann einige tage später kassiert werden zu müssen. Maximaler Vertrauensschaden eben. Und passt für mich ins Bild eines Managements, das nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und nicht sauber arbeitet. Muatres ist nicht mehr "koscher".

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    5. Ich kann nur zustimmen, dass der ganze Vorgang nicht für die Kompetenz von Mutares spricht - aber das gilt doch dann sicher in gleichem Masse für die beratenden Banken. Die müssen sich doch die Bücher genau angeschaut haben. Man könnte natürlich auch vermuten, dass, wenn die Stimmung auf die Zeichnungsspanne gedrückt hat (Springer Nature hat abgesagt, wer noch?), die Rücknahme der Bewertung sehr kurzfristig nötig geworden ist. Das wäre dann von niemand so recht vorhersagbar gewesen und würde Mutares wieder besser dastehen lassen.
      Was Spang angeht, so verstehe ich das Gezeter nicht. Er kann doch wohl nicht erwarten, eben mal so einfach Insider-Informationen zugesteckt zu bekommen - so etwas muss entweder veröffentlicht werden oder man muss schweigen - jedenfalls darf man einzelnen Personen keinen geldwerten Vorteil verschaffen. Nach allem was ich weiß, wäre das strafbar.
      Und noch mal, die Einschätzung des Buchwerts von STS scheint ja von jedem geteilt worden zu sein - haben die alle Mutares einfach so geglaubt? Ich zitiere mal Edison Research vom 28.9.2017:
      "Die Erwartungen für einzelne Portfoliopositionen (Norsilk, Cenpa, BSL Pipes &
      Fittings) wurden nach unten geschraubt, doch der Automobilbereich – das größte
      Segment von Mutares (gemessen an den Einnahmen nach den jüngsten Fusionen und Übernahmen) – entwickelt sich gut. Sowohl die STS Group als auch Elastomer
      Solutions werden ihren Betriebsgewinn im FJ17 voraussichtlich verdoppeln... Der Nettoinventarwert des Portfolios belief sich zu Ende Juni 2017 auf 319,4 Mio. €
      (bzw. 20,6 € je Aktie laut unseren Berechnungen). Dies stellt ein Plus von 3,7 %
      gegenüber dem Wert zu Ende des Jahres 2016 dar. Zum aktuellen Kurs von 13,29
      € werden die Mutares-Aktien nach wie vor mit einem deutlichen Abschlag von 36 %
      auf den NAV gehandelt."
      Da ist also durchaus von ein paar Bewertungen die Rede, die zurückgenommen werden mussten, aber insgesamt klingt das doch positiv, und den Abschlag vom NAV stellt Edison nicht in Frage. Und man könnte auch viel neuere Beurteilungen zitieren: alle positiv. Auch der Rechtsstreit mit Diehl scheint niemanden über Gebühr zu besorgen.
      Die wirklich undurchsichtige Sache war der Rausschmiss von Greuer - damals bin ich auch ausgestiegen.
      Konklusio: ich wundere mich immer noch, warum niemand Probleme mit dem STS-Börsengang gesehen hat (inklusive der begleitenden Banken) und frage mich, ob diese Sache wirklich Mutares allein anzulasten ist.

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    6. Nein, Mutares hat nicht alleine Schuld an dem STS-Fiasko. Die beratenden Banken haben hier auch keinen guten Job gemacht und wohl den Preis zu hoch taxiert. Gier frisst Hirn. Aber das wäre ihr Job gewesen, hier nicht nur auf die eigene Provision zu schielen, sondern den Markt und die Bewertung richtig einzuschätzen.

      Aber... Mutares muss selbst Unternehmenswerte einschätzen können, das ist deren Geschäftsmodell!!! Das kritisiere ich. Und darüber hinaus, dass es eben kein Einzelfall ist, sondern dass Mutares seit langer Zeit zu hohe NAVs ausweist und diese sich bisher nie (!) haben realisieren lassen. Ich habe das als "roten Faden" bezeichnet, diese fortgesetzte Politik des Scheiterns an den selbst zuvor geschürten Erwartungen. Mutares verspricht viel und liefert wenig. Und das seit Jahren. Ketzerische Frage: warum sollte es jetzt auf einmal anders/besser werden? Die gleichen Personen, das gleiche Geschäftsmodell, das gleiche Muster? Also... für mich ist Mutares verbrannt. Und ich werde keine weiteren Gedanken mehr an das Unternehmen verschwenden - dazu gibt es zu viele gute und lukrative Beteiligungsgesellschaften, bei denen ich mich als Aktionär ernst genommen fühle und nicht nur ausgenutzt.

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    7. Noch einmal ein Nachtrag zu der Diskussion:
      1) Ich habe vor 2 Tagen bei Mutares angerufen, um deren Standpunkt zu hören. Zu sprechen war niemand, ich solle eine Email schreiben. Habe ich getan - bisher keine Antwort.
      2) Ein Kommentar zu STS/Mutares bei BSGFL: jetzt nur noch begrenzt erhellend, seine Sicht auf die Finanzen von STS hätte Gereon Kruse mal vorher schreiben sollen.
      Wenn ich Mutares nach Greuers Abgang gehalten hätte, wäre ich ziemlich sicher auch voll hereingefallen. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, genau bei den Finanzen von STS nachzuforschen (mal abgesehen von der Frage, ob ich in der Lage gewesen wäre, irgendwas zu finden.)
      Summa Summarum: letztendlich muss ich Dir Recht geben bei Deiner Einschätzung. Ich werde die Finger von Mutares lassen.

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  25. Hallo Michael,
    erstmal ein Dankeschön für das rasche Anpassen der Kommentarfunktion (mehr von den letzten Kommentaren sichtbar), das macht das Verfolgen der Diskussionen echt einfacher.
    Ich hätte ein paar Fragen zu der ganzen Geschichte mit dem Management der Unternehmen, die du auf dem Radar hast - vielleicht reicht es ja auch mal für einen Artikel darüber?
    Ich sag jetzt mal frech raus, dass du dich ja durchaus auf Unternehmen mit "zwielichtigen Personen" an der Spitze eingelassen hast, neben Mutares mit den astronomischen NAV-Angaben zuletzt auch auf Publity mit Olek auf Führungsebene. Schon bevor du die Reissleine gezogen hast, sind da ja schon rege Diskussionen darüber entstanden, wie vertrauenswürdig dieser ist (1. überraschende Kapitalerhöhung nach HV mit großzügiger Dividendenauszahlung, 2. IPO von seinem Zweitunternehmen, dessen Anteile er zu "guten" Preisen an den Mann bekommen hat und dessen Geschäfte mit Publity verflochten waren). Recht knapp, bevor das große Kursmassaker kam, hast du dann aber doch noch gewarnt und zum Ausstieg geblasen - danke dafür noch, ich bin bis dahin wegen der hohen Dividende trotz eigener Bauchschmerzen lange bei Publity geblieben.
    Insgesamt habe ich jedoch den Eindruck, dass du relativ nachsichtig mit den Burschen da oben bist, auch wenn du, von dem was ich mitbekommen habe, immer rechtzeitig die Reissleine gezogen hast. ;)
    Wann ist denn für dich denn konkret das Fass voll bzw. wann wirst du vorsichtig bei einem Unternehmen? Und wieviel Bedeutung misst du denn tatsächlich dem CEO etc. zu (ich habe bspw. als Börsenneuling trotz Bedenken von Beginn an dann doch in Publity investiert, weil ich eher die Chancen als die Risiken fokussiert habe)?
    Von Buffett gibt es ja auch den schönen Spruch, dass man nur in Unternehmen investieren solle, die auch ein Idiot führen könne, weil das irgendwann einmal der Fall sei. Das ist für mich aber ein gewisser Widerspruch zu der Wichtigkeit, die er den Führungspersonen "seiner" Unternehmen beimisst.
    Viele Grüße und einen sonnigen Feiertag, Andreas

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    1. Beim Vertrauen gibt es keine klare Trennlinie. Du hast Recht, dass ich nicht jede Kleinigkeit auf die Goldwaage lege beim Management und im Zweifelsfall nicht zuerst das Schlechte annehme. Aber es kommt der Punkt, wo es nicht um die mögliche andere Auslegung von Äußerungen oder Sachverhalten geht, sondern um Täuschung, und bewusste Irreführung, um Verschweigen, um Manipulieren. Und genau dies ist für mich die rote Linie, mein Rubikon. Komme ich (subjektiv) zu der Überzeugung, dass das Management diese Linie überschritten hat, dann verkaufe ich die Aktien. Und zwar alleine aus diesem Grund, egal, wie fundamental unterbewertet die Aktie sonst auch aussehen mag.

      Anders betrachtet: Ich kaufe keine Aktien, ich beteilige mich an einem Unternehmen. Und damit werden ich zum Mitinhaber, zum Partner und der Vorstand arbeitet für mich und in vielen Fällen ist er ja selbst maßgeblich am Unternehmen beteiligt und daher ebenfalls mein Geschäftspartner. Und wenn ich denen nicht mehr vertrauen kann, dann will ich auch nicht mit denen in einem Unternehmen zusammen arbeiten bzw. deren Geschäftspartner sein.

      Das bedeutet aber auch, dass dieses Unternehmen sich "wieder reinwaschen" kann, wenn es die Personen austauscht (und diese auch nicht mehr bestimmende Großaktionäre sind). Oder im umgekehrten Fall eben, wenn diese Leute in anderen Firmen in verantwortliche Positionen kommen, dass ich dann dort ebenfalls die Reißleine ziehe. Ich kann mein Geld auch ohne solche Leute und woanders gut für mich arbeiten lassen!

      Und was den netten Spruch angeht, so stammt der nicht von Warren Buffett, sondern von Peter Lynch. ;-) Abgesehen davon ist er trotzdem richtig. Er meint vor allem, dass man sich lieber Unternehmen aussuchen soll, die so gut aufgestellt sind, dass sie auch einen Wechsel an der Spitze gut verkraften können, ohne dass das Unternehmen selbst gleich infrage steht. Bestes Beispiel dafür ist Berkshire Hathaway selbst. Wenn Buffett und Munger einmal nicht mehr da sind, wird das eine schreckliche Zäsur sein. Aber das Unternehmen basiert nicht nur auf diesen beiden Personen, sondern auf ihrer Philosophie des Investierens. Und es gibt eine Reihe von Leute bei Berkshire, die diese leben und täglich praktizieren. Berkshire kann also auch ohne Buffett und Munger erfolgreich bestehen, weil das Unternehmen und seine Strukturen, seine DNA dies tragen können. Und hierauf sollte man eben auch achten bei der Auswahl seiner Investments.

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  26. Hallo Michael,
    was hältst Du von der Telekom. Lt. der akt. Mitteilung:
    https://boerse.ard.de/aktien/telekom-bringt-t-systems-auf-trab100.html#xtor=RSS-1
    liegt die Dividendenrendite bei ca. 5%. So dass auch ohne Kursteigerungen ein für heutige Verhältnisse ordentliche Rendite vorhanden ist. Im Wachstumsmarkt Telekommunikation und insbesondere wie erwähnt im Internet der Dinge sollte das angepeilte Wachstum auch möglich sein. Wäre doch eine gute Diversifikation im Dividendendepot.
    Danke
    Konnrad

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    1. Die Deutsche Telekom hatte ich mal auf meiner Empfehlungsliste und zwar ab Mitte 2014. Damals lief die US-Tochter noch katastrophal, aber ich habe vor allem auf das Vectoring gesetzt und die hieraus resultierende massive Aufwertung des alten Kupferkabelnetzes der Telekom. Tja, Vectoring kam und ist/war ein Erfolg. T-Mobile-US hat die Kurve gekriegt und ist inzwischen die Gewinnmaschine der Telekom. Und während dieser Zeit war ich an Bord - und habe in den drei Jahren fast 40% verdient (inkl. Dividenden). Mit anderen Werten habe damals deutlich besser abgeschnitten. Und mir erschienen im September letzten Jahres die Bewertung und die Aussichten nicht mehr attraktiv (genug), daher habe ich die Aktien verkauft. Heute notieren sie mehr als 10% niedriger und die Aussicht auf einen erfolgreichen Deal mit Sprint könnte der Aktie wieder etwas Drive verschaffen. Aber wirklich reizen tut mich das Ganze nicht. In den USA müssen teure 5G-Lizenzen gekauft werden, in Deutschland und Europa auch. Und in Deutschland erhält man diese, anders als z.B. in den USA, nur für eine bestimmte Zeit. Die aufzuwendenden Milliarden für die Lizenzen und die dann anstehenden Investitionen sind also riesige Brocken, die den Cashflow (und die gewinne) auf Jahre belasten werden. Ich finde da United Internet spannender. Oder die 5G-Netzausrüster wie Nokia oder Ericsson. Ich habe zwar keinen von denen speziell im Fokus, aber als Kurzeinschätzung würde ich mir diese vor der Telekom ansehen...

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  27. Hallo Michael,
    ich habe seit ein paar Wochen die Klassik Radio AG auf meiner Watchlist, da ich hier eine Menge Potential sehe. Bin u.a. auch über eine Studie von SMC Research gestolpert, welche die Aktie ebenfalls sehr positiv sieht. Habe aber gerade im Disclaimer gelesen, dass die Klassik Radio AG die Studie beauftragt und bezahlt hat. Ist das üblich und wie geht man letztendlich mit so einer Studie um?
    Wie siehst du die Aktie aktuell? Ist sie einen Kauf wert?(falls du sie überhaupt auf dem Radar hast...)
    Vielen Dank und ein schönes WE,
    Basti

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    1. Es ist Inkrafttreten der MIFID II sogar Pflicht, dass Unternehmen die Studien bezahlen - die früher oft gängige Praxis, dass die Studien kostenlos angefertigt wurden, um ggf. im Gegenzug Mandate zu ergattern, wurde als Interessenkonflikt eingestuft. Nun liegt die Interessenlage klar auf dem Tisch und jeder kann/sollte die Analysen durch diese Brille gefiltert lesen.

      Klassik Radio habe ich in meinem Depot und finde die Story spannend. Ist zwar nicht gerade meine Musik, aber sie haben eine große und wachsende Hörerschaft und mit ihrem neuen Premiumangebot einen USP, ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Wenn das so einschlägt, wie der Vorstand das erhofft/erwartet, dann sehen wir ganz schnell zweistellige Kurse und ein erhebliches Kurspotenzial. Das sehr üppige Kursziel von SMC (18,20 Euro) würde ich allerdings nicht überbewerten, sondern als "Best Case" verstehen. Klappt es hingegen nicht mit dem neuen Dienst, ist Klassik Radio bei 8,50 Euro etwa fair bewertet (die Investitionskosten kann man dann voll abschreiben und die belasten dann erstmal, ohne Erträge zu bringen). Kann man gut im Depot haben und liegen lassen...

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  28. Hallo Michael,

    erstmal Vielen Dank für Deinen Blog. Ich finde die Beiträge sehr inspirierend, vor allem wo wir keine einheitliche Meinung haben.

    Nun zu meiner Frage: Warum hälst du Texas Pacific Land für so einen aussichtsreichen Wert? Die Story mit höheren Fracking und Water Management Umsätzen ist plausibel, allerdings finde ich im Netz kaum Zahlen dazu. Wie sieht es mit KGV, NAV, Cashflows und Wachstum aus? Lediglich auf seeking Alpha ist ein Artikel vom 4.4.2018 der den Annual Report zitiert und diverse Kennzahlen nennt. Eine Analyste von einem prof. Analysten finde ich nicht (auch nicht auf Englisch).

    Warum hälst Du die Aktie für einen so starken Wachstumswert? Warum kaufst Du sie jetzt? Deine Meinung würde mich sehr interessieren, da ich hier auch mit einem Kauf liebäugele. Aber das phämonale Wachstum der Aktie ist für mich nicht erklärbar....

    PS: Was du in deinem Blog nicht erwähnt hast, ist das Aktienrückkaufprogramm. So wurden insgesamt schon rund 26 % der Anteile zurückgekauft (Quelle wikipedia)....

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    1. Moin Christoph,
      ist ja nicht so, dass ich Fragen nicht beantworte, auch wenn's manchmal etwas länger dauert. ;-)

      Zu Texas Pacific Land Trust habe ich heute einen sehr ausführlichen Artikel verfasst und ich hoffe, dass ich mit diesem viele Deiner Fragen beantworten konnte.

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    2. Guten Morgen Michael,

      kein Problem, dein Blogeintrag zu Texax Pacific Land ist dafür sehr umfangreich & aussagekräftig. Vielen Dank dafür. Wie gesagt, ich finde das Unternehmen auch sehr interessant, allerdings ist ein KGV von 50 für so einen Wert eine Hausnummer. Ich habe den Wert auf meiner Watchlist und werde bei einem Kursrücksetzer (sofern es in den gibt) ordern.

      Für unser gemeinsamer Invest bei mVise drücke ich uns die Daumen - zur HV nach Düsseldorf werde ich aber wohl nicht gehen (dafür ist dann mein Anteil an der Gesellschaft zu klein, noch :-) )

      Viele Grüße aus dem Süden der Republik

      Christoph

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  29. Guten Abend Michael,
    Hast Du eigentlich nochmal bei der jdc group nochmal nachgelegt?
    Der Kurs ist ja ziemlich abgestürzt die letzten Monate.
    Woran liegt es deiner Meinung nach?

    Vielen Dank im voraus.

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    1. Ich denke, der Rücksetzer bei JDC Group hat zwei Gründe:

      1. Das Unternehmen hat zwar gute Zahlen geliefert, aber man hatte Ende 2017 die Erwartungen geschürt, es würden weitere Big Deals ala Lufthansa/Albatros unmittelbar folgen. Bisher aber Fehlanzeige.

      2. JDC hat irgendwas mit Blockchain/Kryptozeugs angekündigt und das hatte zum Jahresanfang einen absoluten Hype. Diese ganze heiße Luft wurde nun wieder abgelassen. Zu Recht!

      Bei 7 Euro finde ich die Aktie wieder richtig spannend...

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  30. Hallo Michael,
    Wie immer verfolge ich mit Interesse Deine Empfehlungen. Aber denkst Du nicht, MPC sollte mal 'runter von Deiner Liste? Oder glaubst Du, dass der Kurs sich wieder erholen wird?

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    1. Moin Lukas,
      der Kursverlauf bei MPC Capital ist enttäuschend, ohne Frage. Ich muss für mich feststellen, dass ich zu spät/zu teuer in meine damalige Turnaroundspekulation eingestiegen bin, daher liege ich mit MPC Capital rund 20% im Minus.

      Für die künftige Entwicklung (und den Verbleib auf meiner Empfehlungsliste) ist aber ja nicht zuvorderst die bisherige Kursentwicklung maßgeblich, sondern die weiteren geschäftlichen Aussichten. Negativ schlagen da drei Faktoren zu Buche: die fortgesetzten negativen Berichte/Entwicklungen bei den Uraltfonds (insbesondere Schiffe), die mehrfachen deutlichen Kapitalerhöhungen und die verhaltenen Zahlen zu Q1. Positiv ist die jetzt erreichte Eigenkapitalquote von über 81%, die Erfolge beim Aufbau der NPL-Flotte (Oslo) bei steigenden Frachtraten, die Erfolge bei Immobilien (Cairn und Staytoo) und die Aussicht auf eine Umsatzbelebung im zweiten Halbjahr mit überproportionaler Ergebnisentwicklung.

      Insgesamt läuft der Bereich der Asset Manager (also auch Ernst Russ oder Corstate Capital und Patrizia) seit Monaten der Börse deutlich hinterher. Hätte ich MPC Capital nicht bereits auf der Empfehlungsliste, würde ich heute auf diesem Niveau wohl einen Einstieg wagen...

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    2. Corestate, da sagst Du was... ich hoffe nur dass sich der Kurs erholen wird, denn zur Zeit ist meine Position im Minus. Verkaufen will ich nicht, denn ich kann eigentlich keine schlechten Nachrichten sehen und die Dividende ist sehr okay - fuer mich steuerfrei, da Luxemburg - da warte ich, bis der Markt reagiert - falls nicht ein Handelskrieg in all unsere Depots hineinregnen wird.

      Was MPC Capital angeht: mir gefaellt deren Geschaeftsmodell nicht: Schiffahrt, Immobilien, Windparks - nichts halbes und nichts ganzes. Schiffahrt wird wieder, das stimmt schon, doch da halte ich andere Werte fuer besser (ich bin in Seaspan und Knot Offshore Partners investiert). Die Immobilien: ich habe jetzt nicht bei MPC 'reingeschaut, aber ich erinnere mich, dass die Mikro-Apartments puschen - trendy, ja, aber ich halte deren Management fuer aufwaendig: Haeufige Mieterwechsel, starke Abnutzung. Und alternative Energie: PNE ist sehr guenstig zu Zeit, sowie etwa die kanadische Firma Transalta Renewables. All diese Firmen zahle auch Dividende, waehrend man bei MPC eher zur Kasse gebeten wird.

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  31. Hallo Michael,

    ich bin heute das erste Mal bei Dir auf der Seite und wälze mich hier schon geraume Zeit durch die Beiträge. Wirklich klasse! Mein aufrichtigen Glückwunsch zu dieser fantastischen Informationsquelle!

    Nachdem ich in den vergangenen zwanzig Jahren als Kleinanleger so ziemlich jeden Fehler gemacht habe (Stichwort: Buy the Top am Neuen Markt und unlängst bei Krypotwährungen), scheint es allmählich Zeit zu sein für eine gemäßigtere (und intelligentere) Investmentalternative. Könntest Du mir sagen, wie Du zu ETFs stehst? Insbesondere im Vergleich zu Value Investing? Habe hier gerade die Neuauflage des "Kommer"s liegen und ein Absatz beschäftigt sich u.a. auch mit Warren Buffet, der - so zumindest Kommer -, es auch nicht nachhaltig und über eine längere Zeit geschafft hat, den Markt zu schlagen.

    Vielen Dank! Sven!

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    1. Moin Sven,
      Buffett hat über Jahrzehnte den Markt geschlagen. In den letzten Jahren fällt ihm das allerdings immer schwerer, weil er mit seiner Investmentholding so viel Geld angehäuft hat, dass er kaum noch lohnende Investments findet: er kann quasi nur noch die ganz großen jagen, was seine Möglichkeiten erheblich eingeschränkt. Und auch bei diesen machen ihn staatlichen Regulierungen immer öfter eine Strich durch die Rechnung. So kann im Versicherungsbereich nicht mehr ganz frei agieren, weil Berkshire Hathaway ansonsten die Einstufung als systemrelevant droht und dies erhebliche negative Auswirkungen auf sein Geschäft hätte. Ebenso muss er seinen Anteil bei Wells Fargo immer wieder mal reduzieren, weil er hier nicht über 10% kommen darf - das selbe Problem hat er seit Neustem bei Philipps 66. Da die Firmen massiv Aktien zurückkaufen, steigt Buffetts Anteil immer weiter an - und dann muss er Teilverkäufe vornehmen, weil er die 10% nicht überschreiten darf. Auch dies schränkt seine Handlungsoptionen ein.

      Konsequentes Value Investing schneidet langfristig besser ab als der Marktdurchschnitt. Allerdings schaffen es nur wenige Anleger, wirklich den langfristigen, unaufgeregten und wenig aktiven Ansatz zu befolgen. Daher ist es für Anfänger und Hobbyanleger wohl besser, auf preiswerte ETFs zu setzen, um einfach querbeet an der Börse investiert zu sein und die langfristige Rendite von 8 bis 9 Prozent einzufahren. Übrigens... Buffetts durchschnittliche Rendite über 60 Jahre gesehen liegt bei knapp unter 20 Prozent. So viel zum Thema Outperformance... ;-)

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  32. Corestate liegt mittlerweile beieinem KGV von 7,4 und hat eine Dividendenrendite von rund 6%. Es ist mir schleierhaft, wieso es sich hier um meinen am schlechtesten performenden Wert handelt. Die Zinserhöhungsfantasie in Euroland für nächstes JAhr kann ja nicht die Ursache sein, da ist ja nicht viel zu erwarten.
    Bin mittlerweile fünfstellig im Minus ... :-(

    Viele Grüße
    MichaelB

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    1. Vielleicht ist Deine/meine/unsere Investmentthese falsch? Vielleicht liegen die anderen richtig und Corestate Capital ist gar nicht so viel wert, wie wir denken? Und der aktuelle Kurs gar nicht so günstig?

      Kommt man jedoch nach nochmaligem Überprüfen der Fakten zu dem Schluss, dass Corestate Capital momentan geradezu verschenkt wird, dann gibt es weder einen Grund zu verkaufen, noch einen, nicht noch mehr Aktien zu kaufen. Und man sollte sich in Erinnerung rufen, dass schon viele andere Value Investoren diese Phasen durchgemacht haben, bevor sie Erfolg mit einer bestimmten Aktie hatten.

      "Geduld ist die oberste Tugend des Investors."
      (Benjamin Graham)

      "Value Investing ist die Disziplin, Wertpapiere mit deutlichem Abschlag auf ihren aktuellen wirklichen Wert zu kaufen und sie zu behalten, bis dieser Wert realisiert wird. Das Element des Schnäppchens ist der Schlüssel zu diesem Prozess."
      (Seth Klarman)

      "Value Investing erfordert den Mut, genau die Aktien zu kaufen, die die meisten Investoren nicht haben wollen."
      (Christopher H. Browne)

      "Der Value Investor nutzt die emotionale Reise von einer Unter- zu einer Überbewertung."
      (Charles Brandes)

      Aber... am Ende läuft es auf diese Worte Warren Buffetts hinaus: "Value Investing ist simpel, aber nicht einfach." Es kommt eben nicht nur darauf an, zu wissen, wie es (theoretisch) geht, sondern vor allem darauf, es auch anzuwenden. Und das ist ein großer Unterschied und wesentlich schwerer. Wie wir am Beispiel Corestate Capital sehen. Die Aktien sind im Oktober 2017 übrigens mit 17,50 Euro an den Markt gestolpert. Im zweiten Anlauf, da beim ersten Versuch niemand die Aktien haben wollte und auch im zweiten Anlauf waren sie ein Ladenhüter. Einfach mal auf den Chart schauen, dann sieht man, wie viele Leute auf hohen Kursgewinnen sitzen und vielleicht aus Angst, diese "zu verlieren" Gewinne mitgenommen haben in den letzten Wochen und Monaten. Der Kurs war ein Jahr lang nur gestiegen, auf das Dreifache, und das zweite Jahr über konsolidiert der Kurs diesen Anstieg. Wer zu 17,50 Euro eingestiegen war - als niemand die Aktien haben wollte! - liegt auch jetzt noch rund 150% vorne. Mal sehen... ich würde mich nicht wundern, wenn das dritte Börsenjahr von Corestate Capital wieder ein Jahr des starken Kursanstiegs würde. Wie gesagt, ich sehe den fairen Wert bei 60 Euro. Und wenn der eine oder andere (von mir) erwartete lukrative Zukauf gelingt, dann besteht auch über die 60 Euro hinaus weiteres Potenzial. Aber vorerst sollten die 60 Euro als (Zwischen-) Ziel reichen...

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    2. Ich habe Corestate heute nachgekauft.

      Letztes Jahr hatte ich mit Rocket Internet einen ähnlichen Fall. Gekauft für ca 20 Euro. Dann Kurssturz auf 16,xx. Empfohlener Stop Loss von "Der Aktionär" bei 17,70 glaube ich. :o) Hier hat die Geduld sich ausgezahlt.

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    3. Solche Vergleiche zwischen unterschiedlichen Aktien sind in der Praxis nur bedingt brauchbar, denn nur weil man gewisse Parallelen sieht, muss die Aktie dieses Muster nicht wiederholen. Es sind eben doch immer einige Rahmenbedingungen anders und die Unternehmen selbst ebenso.

      Aus den ersten Semestern meines Jurastudiums erinnere ich mich nach an das Phänomen "Die Suche nach dem bekannten Fall". Wenn man als Jurastudent einen Fall durchexerziert hatte und man bekam etwas ähnliches vor die Nase, war man schnell versucht, diesen Fall genauso abzuhandeln. Was meistens voll daneben ging, da der eine oder andere entscheidende Faktor anders war und daher zu sehr abweichenden Ergebnissen führen konnte.

      Dessen ungeachtet hoffe ich für Dich (und für mich aufgrund meines Aktienpakets selbst auch), dass sich die Corestate-Aktie ähnlich verhält wie die von Rocket Internet im letzten Jahr - und wir irgendwann die supersüßen Früchte unserer schier endlosen Geduld ernten und genießen können. ;-)

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  33. Hallo MIchael,

    was hältst du von einem Wiedereinstieg bei Leifheit ?

    Die Aktie ist ja derzeit im freien Fall dürfte sich aber wohl bei 20 € jetzt erstmal stabilisieren.Die Dividendenrendite ist immer noch sehr ordentlich und die Umsatzprognosen und Währungseffekte dürften mittlerweile eingepreist sein.Zudem gibt es ja immer wieder Spekulationen ob Leifheit nicht ein Übernahmekandidat oder ein Fall für einen aktivistischen Investor ist.

    Vielen dank & Grüße

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    1. Ich habe Leifheit nicht mehr wirklich auf dem Schirm, aber was ich da die letzte Zeit über gelesen habe, klingt wenig positiv. Der Kursverlauf wundert mich daher nicht. Am 15. Mai gab es dann eine Umsatzwarnung und die Aussicht auf ein Jahresergebnis am unteren Ende der Prognosen. Hier soll bald eine "Aktualisierung" erfolgen, was ggf. vom Markt dann als Umsatz- und Gewinnwarnung aufgefasst werden könnte. Und so etwas kann auch schnell mal zusätzliche zweistellige Kursverluste auslösen.

      Kurzum: ich sehe momentan wenig positive Trigger für/bei Leifheit und daher drängt sich für mich auch kein Kauf auf. Der Kursabsturz alleine reicht jedenfalls als Kaufgrund nicht aus...

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  34. Michael, was machen Deine Pläne, Überlegungen zum Kredithebel? Die von mir damals in diesem Zusammenhang ins Spiel gebrachten ETRACS (UU9L94 oder MORL) haben sich seitdem prächtig entwickelt +17,78% ohne Dividenden :-). Wobei da sicher auch früher oder später wieder ein Einbruch kommt. Aktuell noch recht stabil, aber dieser Wert muß m.M. nach beobachtet werden.

    Gruß Konrad

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    1. Bzgl. meiner Überlegungen, evtl. einen Kredit für mein reguläres Aktiendepot in Anspruch zu nehmen, bin ich noch nicht wirklich weiter gekommen. Habe das Thema noch auf der Watchlist, aber schiebe es vor mir her. Aktuell ist nach wie vor mein - begrenzter - Wertpapierkredit bei meinem Dividendendepot. Die Dividenden der BDCs tilgen den fleißig und übertreffen die Zinsbelastungen um das Mehrfache. Ende Juni war es ja wieder so weit und es wurden die vierteljährlichen Zinsen fällig. Am selben Tag ging die Dividenden von ARCC ein und die Nettogutschrift betrug fast das Doppelte der Zinsbelastung. Dabei ist ARCC nur mein drittgrößte Position im BDC-Depot. Bedeutet: alle anderen Dividendengutschriften des gesamten Quartals dienen der Tilgung des Kredits, ARCC alleine stemmt die Zinsen. Was selbst noch bei einer Dividendenkürzung von 50% knapp hinhauen würde. Insofern fühle ich mich mit meinem "Arrangement" nicht unwohl...

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  35. Sorry, aber das kann ich rechnerisch nicht nachvollziehen. Wie kann denn bei Wertpapierkrediten mit einem Zinsniveau von ca. 4% dein Ertrag ein Vielfaches darstellen?

    LG, Thomas

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    1. Die Dividendeneinnahmen sind um ein Vielfaches höher als die Zinsen, weil die investierte Summe wesentlich größer ist als der Wertpapierkreditbetrag. Des Weiteren ist die Dividendenrendite mit rund 8% im Durchschnitt etwa doppelt so hoch wie der Zinssatz für den WP-Kredit.

      Die Beleihungsgrenze sind (zumindest bei BDCs) etwa 25%. Einen Wertpapierbestand von 100.000€ könnte man also mit 75.000€ eigenem Geld und 25.000€ Kredit fahren (was natürlich nicht sinnvoll wäre, weil man so keinen Spielraum bei Kursrückgängen hätte und einen ggf. ein Margin Call ereilen könnte). Aber nehmen wir diese Beträge mal als Beispiel:

      .: 100.000€ zu 8% Dividendeneinnahmen macht 8.000€ Gutschrift.
      .: 25.000€ zu 4% Zinsen für WP-Kredit sind 1.000€ Belastung.

      Real ist der Unterschied noch größer, da die Zinsbelastung noch geringer ausfällt. Denn die Zinsen werden jeweils am Ende eines Quartals belastet, während die Dividenden teilweise monatlich gutgeschrieben werden. Mit jeder Dividendengutschrift reduziert sich der ausstehende Kreditbetrag und damit die zu leistenden Zinsen.

      Und dann nutze ich den Wertpapierkredit auch noch als Geldanlage. Richtig gelesen: wenn ich privat mal etwas Geld übrig habe, packe ich das nicht zu 0% aufs Tagesgeldkonto, sondern "parke" es auf meinem Wertpapierkreditkonto, wodurch ich im betreffenden Zeitraum für diesen Betrag dann 3,9% Zinsen spare. Oder anders herum betrachtet: ich erziele 3,9% Zinsen als "Quasi-Tagesgeldanlage". Und das steuerfrei. ;-)

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  36. Hallo Michael,

    danke für die Antwort. Jetzt versteh ich es. Ich habe mein BDC Depot aus 100% beleihtem Wertpapierkredit laufen...daher die etwas anderen Renditen als bei dir.;)

    Ich "tilge" derzeit auch den Kredit mit Barmitteln, weil es quasi eine Verzinsung von 4% darstellt. Das musste ich meiner besseren Hälfte aber erst einmal erklären.;)

    Mittelfristig soll der Wertpapierkredit für mich vor allem ein Ziel haben (wenn er weitestgehend zurück gezhalt ist): Ich will ihn einfach nur liegen lassen, um bei einer starken Korrektur oder Crash (und das wird die nächsten Jahre sehr wahrscheinlich auf uns zukommen) als Pulver für große Aktienkäufe nutzen. Die anfallenden Zinsen kann ich, sollte es dann noch schnell weiter bergab gehen, von meinem Einkommen locker abdecken. Irgendwann geht es wieder bergauf und spätestens dann sitzt man auf Gewinnen, die auf reinem Kreditgeschäft basieren. Für mich ein viel beruhigender Kredithebel als ein Immobilienerwerb.

    Eine Frage noch. Derzeit beschäftige ich mich intensiv mit der Schuldenthematik und dem globalen und europäischen Finanzsstem. Meiner Meinung nach wird der Euro in der Form nicht mehr ewig existieren und Europa wird auch mittel-langfristig an Bedeutung zwischen den Zentren Nordamerika und Asien verlieren.
    Wie lässt sich am besten Vermögen durch andere Währungen absichern? Aktien in Dollar oder asiatischen Währungen kaufen?

    LG Thomas

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    1. Ich teile Deine Skepsis hinsichtlich des Fortbestands des Euros nicht. Er wird über die Jahre Veränderungen unterliegen bzw. das Euro-Währungssystem, aber an ein Auseinanderbrechen glaube ich nicht. Das ist zwar polemisches Kokettieren, aber die Vorteile des Euros liegen für alle auf der Hand und die überwiegen die Nachteile.

      Beim Thema langfristige Währungsabsicherung bin ich nicht so der Experte; vielleicht kann jemand anderes hier gute Tipps geben?

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  37. Hallo Michael

    Hast du eine Erklärung für den neuesten Kursrückgang bei Blue Cap? Du vor nicht allzu langer Zeit ja einen Artikel geschrieben, wobei sich der Kurs danach ziemlich schnell wieder erholt hatte. Hast du eine Ahnung, weshalb der Kurs nun in den letzten Tagen wieder so gefallen ist? Zudem: Bis wann ist man noch für die diesjährige Dividende berechtigt? Ich habe leider keine vernünftige Angaben im Netz gefunden. Danke im Voraus und freundliche Grüsse aus der Schweiz

    David

    PS: Wenn ein anderer Blogleser Antworten auf meine Fragen hat, dann darf er selbstverständlich auch darauf antworten. :)

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    1. Die Dividende bei Blue Cap wurde bereits abgezogen (Freitag) und ausgezahlt; ich hatte sie gestern auf meinem Konto.

      Zu dem Kursrückgang kann ich nur spekulieren. Blue Cap war in kurzer Zeit stark gestiegen und konsolidiert den Kursanstieg nun. Es gibt aktuell Verunsicherung bzgl. der gemeinsamen Zukunft mit der PartnerFonds AG und wie das alles laufen wird. Vielleicht hatte sich der eine oder andere hier mehr Infos auf der HV am Freitag versprochen? Und heute gibt es bei wallstreet-online ein Interview mit Oliver Kolbe, dem CEO von PartnerFonds - auch da ist nicht viel Substanzielles zur Zukunft herauszulesen.

      Ist aber alles nur Kaffeesatzleserei. Weshalb andere Aktionäre verkaufen, weiß ich nicht. Ich sehe den fairen Wert von Blue Cap bei rund 30 Euro, daher sind Kurse von 23 Euro für mich keine Verkaufskurse. Und da Dr. Schubert auf der HV angekündigt hat, man stehe in Gesprächen zu weiteren Übernahmen noch in 2018, sehe ich die mittelfristigen Perspektiven bei Blue Cap auch jenseits der 30 Euro...

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  38. Blue Cap: Warum ich verkauft habe

    Nachdem hier die Frage aufkam, wer wieso verkauft kann ich hier eine zumindest für mich gültige Antwort geben.

    Als Besucher der Hauptversammlung kann ich ein wenig erzählen. Einzelne, mich skeptisch stimmende Punkte waren:

    Es gab keinerlei Erläuterung, wie der Weg nun gemeinsam mit der Partner Fonds AG weiter beschritten werden soll.Viele Fragen der Aktionäre (auch von DSW) gingen in diese Richtung, wurden aber mit der Bemerkung "abgespeist", man müsse jetzt einfach abwarten und es wird schon nicht zum Schaden der Gesellschaft (BC) sein.

    Mir war auch nicht klar, dass einige Beteiligungen permanent rote Zahlen schreiben. Gemmerler beispielsweise machte zuletzt minus 3,6 MIo EBIT.

    Die Prognose für 2018 ligt bei 8 Mio EBIT. Da fürchte ich eine Senkung der Dividende im nächsten Jahr (Dieses Jahr fast 4 Mio). Mir wäre das ja egal, aber wie das an der Börse ankommt weiß man ja.

    Die anvisierte EBITMarge liegt bei 6%. Ist auch nicht gerade viel.

    Beim Greiffenberger Investment gab es nur den Hinweis, dass man da mehr kaufen wollte, die Aktie sei aber zu teuer geworden, daher hat man nicht weiter gekauft (Habe ich so verstanden). Durch dieses Invest ist aber bereits eine Abschreibung in Höhe von 1 Mio entstanden.


    Meine Einschätzung:

    Ich war ja (siehe Beiträge weiter oben) nicht besonders begeistert über die beiden adhocs bezüglich Partnerfonds und Dr. Schubert. Erst er geht irgendwann in den Aufsichtsrat der BC, dann er bleibt der BC erhalten. Von der Hauptversammlung hatte ich mir eine positive Vision gewünscht, stattdessen wurde ich weiter irritiert. Auch die Tatsache, dass im gesamten Aufsichtsrat keine Aktien gehalten werden und im Vorstand nur noch 13 Stück (!!!) fand ich nicht so prickelnd. Klar, Herr Dr. Schubert hält jetzt noch über die Partner Fonds einen Anteil. Diese Partner Fonds AG hat aber eine extrem schlechte Presse, besonders seriös kommt die bei mir nicht an und ist nun der größte Aktionär der BlueCap. Die wollen über die BlueCap an die Börse. Da fürchte ich eine Kapitalerhöhung und eine Verwässerung. Vielleicht liege ich da falsch, aber ich fand einfach nur die BC alleine viel vertrauenserweckender.

    Der Vertreter von der DSW fragte denn auch Herrn Dr. Schubert, ob die Leute von Partner Fonds ihn unter Drocgen gesetzt hätten, dass er seine Aktien getauscht hat.

    Mein Fazit:
    Ich habe in ca 13 Monaten 100 % Gewinn mit Blue Cap gemacht. Wegen der Steigerung und einer Reduzierung meiner Investitionsquote (JA, ich betreibe Markttiming)hatte ich hier 20% meines Depots angelegt. Direkt nach der HV begann der Kurs zu sinken. Offensichtlich sind auch ein paar andere Leute skeptisch geworden. Meine Angst ist, dass hier irgendetwas passiert oder auch nur gefürchtet wird, dass etwas passiert und der Kurs - ob berechtigt oder nicht - nach Süden geht.

    Ich habe noch in der UBahn auf der Heimfahrt die erste Hälfte verkauft. Die Hälfte, da es einge Tausend Stück waren und der Kurs darunter trotz enger Limits deutlich litt. Den Rest dann diese Woche, nachdem es täglich abwärts geht und meine Befürchtungen sich zu bewahrheiten scheinen. Leider waren jetzt auch hohe Steuern fällig. Aber lieber zahle ich die, als zuzusehen, wie der Kurs fällt und fällt. Ist nicht gerade Spielgeld bei mir. Ich hatte chon einmal bei der dotcom-Blase im Jahr 2000 satte 300% Plus sechsstellig in enem Monat gemacht. Hat nur drei Tage gedauert, da konnte ich gerade noch zum Einstandspreis verkaufen. Das prägt!

    Ich wünsche allen BC Aktionären hier im Blog viel Glück, wenn sich der Nebel über der Zukunft verzieht und eine positive Entwicklung zu erkennen ist, komme ich vielleicht wieder an Bord. Freue mich. wenn ich irre!

    Herzlich, MichaelB

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    1. Nachtrag: Ich bin ohnehin sehr skeptisch derzeit und habe den Finger am Verkaufsabzug. Die letzten Jahre hat es ja richtig Spaß gemacht, alles stieg und jeder Depp hat was verdient. Die Arbeit des individuell Investierens hat sich gelohnt. Nachdem aber jetzt nicht (nur) eine "politische Börse" zu Kursrückgängen führt sondern auch alle Frühindikatoren auf wirtschaftlichen Abschwung hindeuten (zusätzlich durch den Verrückten im Weißen Haus befeuert natürlich) macht es für mich immer weniger Sinn, auf Einzelwerte zu setzen. Und gerade die bei uns Kleinanlegern beliebte Microcaps, die hier empfohlen werden: Wir haben VIEL Geld damit verdient und haben keine Lust Kursstürze auszusitzen. Daher werden die ganz besonders fallen. Schaut Euch mal de Charts an, da ist überall noch viel Luft nach unten. Speziell bei Beteiligungsgesellschaften kann sich der Markt drehen und dann potenziert sich hier das Abwärtspotential. Nur mal so, hoffentlich habe ich unrecht, bin noch zu 50% investiert!

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    2. Wir werden sehen, wie es bei Blue Cap weiter geht. Ich bin und bleibe optimistisch.

      »Die Zukunft ist niemals klar: Schon für ein bisschen Gewissheit muss man einen hohen Preis zahlen. Unsicherheit ist deshalb der Freund von Langfristinvestoren.«
      (Warren Buffett)

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  39. Hallo Herr Kissig,

    ich bin seit ca einem Jahr ein fleißiger Leser dieses Blogs und freue mich zumeist auf die einzelnen Kommentaren und Berichte.

    Sie hatten eine Rubrik begonnen welche ich persönlich für besonders hervorragend sah, nämlich die BDC-Earnings-Report´s. Leider folgten hier keine weiteren Beiträge. Ich hoffe das sie diese Serie nicht wieder eingestampft haben. Kaum eine Serie hat mich so fasziniert wie diese, da ich, wie ich klar zugeben kann, diese Firmen ohne diesen Blog nie kennen gelernt hätte.

    Ich würde mich freuen den ein oder anderen BDC-Earnings-Report in Zukunft hier wieder zu sehen.

    Beste Grüße
    Dennis

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    1. Moin Dennis,
      BDCs werde ich weiter im Blick haben und über sie berichten - ich habe ja eine ganze Reihe von denen in meinem Dividendendepot. Zuletzt hatte ich hauptsächlich im Rahmen meiner Investor-Updates über die BDCs berichtet; ich werde aber die Earnings-Reports mal wieder aufgreifen...

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  40. WKN 869202. Ist die Familienholding der Familie Wallenberg, der ältesten Industriellenfamilie in Schweden. KGV 6-7 mit nur 20% Verschuldung. Seit 2002 keine neue Einträge in wo. Ein Value trap? Michael du bist doch holdingliebhaber, hast du dich vielleicht schon mal damit auseinander gesetzt? Warum ist der Wert oberflächig so billig, wo wäre hier der Haken?

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    1. Ich habe mir vor einigen Jahren die Investor AB der Familei Wallenberg mal angesehen und sie ist für mich aus mehreren Gründen nicht interessant als Investment.

      1. Ich beherrsche weder die schwedische Sprache noch bin ich mit den steuerlichen und sonstigen Gegebenheiten vor Ort vertraut. Das ist aber notwendig, wenn man in ein Unternehmen investieren will, über das man kaum Informationen bekommt.

      2. Keine/wenig Informationen sind für mich kein KO-Kriterium, sondern grundsätzlich eine Chance, bei diesen vernachlässigten, unbeachteten Werten auf echte Perlen zu stoßen. Nur... wir sprechen hier von einem Milliardenkonzern, der (in Schweden) sehr wohl "nicht unbeachtet" ist. Nur hilft mir das nicht, da mir diese Informationen nicht zugänglich sind. Es ist halt kein (deutscher) Nebenwert, bei dem für mich die Perlentaucherei erfolgversprechend wäre.

      3. Bei Beteiligungsgesellschaften reicht es nicht aus, auf die üblichen Bewertungskennzahlen, wie KGV, KUV, EV zurückzugreifen. Man sollte auch einen mindestens groben Überblick haben über die Beteiligungen selbst, in welchen Branchen sie aktiv sind und vor welchen Herausforderungen sie ggf. stehen. Das ist bei einem so großen und verschachtelten Konglomerat wie der Investor AB nicht/kaum möglich.

      Ich kann also das Unternehmen nicht bewerten und müsste mich ausschließlich darauf verlassen, dass "die Wallenbergs" schon wissen, was sie tun. Und das klingt als Szenario nicht nach Investment, sondern nach Lotterie. Daher kann und will ich nicht in die Investor AB investieren - zumal es ja viele andere interessante Unternehmen gibt, auch aus dem Beteiligungssektor, wo zumindest die Informationsbeschaffung (deutlich) leichter ist.

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    2. Danke Micheal für deine schnelle Antwort bezüglich der Wallenberg Holding. Nun hätte ich eine interessante Frage an dich. Laut Peter Lynch macht man die meisten Gewinne mit den hässlichen Entchen die wie Mülldeponien=Mafia und Co.
      Wie also stehst du zu hässlichen Aktien die die Öffentlichkeit gezielt meiden? Bespiele wäre die Österreichische EVN die ein Monopol auf dem Niederösterreichischen Stromnetz hast wo egal welchen Stromanbieter du hast du netzgebühren entrichten muss? Ich war zu 9,5€ auf dem Kurs aufmerksam geworden, hatte damals schon 4% divi gezahlt und aller Jahre immer klein die divi angehoben. Doch da das Land Niederösterreich 51% der Anteile wie im Falle der Deutschen Evonik hält, sind Partei Bonzen an der Spitze vorprogrammiert. Deshalb hässliche Entchen. Allerdings könnte wie Warren zitiert selbst ein Vollidiot bzw Schinkenbrötchen das Unternehmen führen. Weil ein CEO der eh nur an der Mautstelle Hände ausstrecken muss um das Geld entgegen zu nehmen ruhig ein Schinkenbrötchen sein kann, da das Geschäftsmodell Idiotensicher ist. Die andere wäre der Hamburger Hafen hätte auch ein Monopol und ich frage mich diese vielleicht versteckte Assets in der Bilanz habe, ich meine im Firmenporträt steht Logistik in Hamburg,Entwicklung und Vermietung von Immobilien in Hamburg. Rückblickend wäre zu damaligen Kursrutsch auf 12,5€ bei Hhla für dich ein Kauf gewesen?

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    3. EVN kommt für mich aus zwei gründen nicht in Frage und der zweite Grund ist, dass es ein österreichisches Energieunternehmen ist. Denn das macht den ersten Grund "noch viel schlimmer und undurchschaubarer". Denn der erste Grund ist, dass diese Branche völlig der Willkür der Politik ausgesetzt ist und das bei langfristigen Investitionsvolumina in mehrstelliger Milliardenhöhe. Man schaue auf den Chart von Eon oder RWE und erinnere sich an Merkels Atomausstieg, eine Hauruckaktion mit enormer Verwerfungen in der Energiebranche. Oder an die Brennelementesteuer. Und die staatlich regulierten Netzentgelte, eine Vollkatastrophe an Regulierungswahnsinn!

      Ich bin ja selbst seit 8 Jahren Aufsichtsratsvorsitzender eines kommunalen Energieunternehmens und es ist einfach nur erschütternd, welche staatlichen Eingriffe es in diesen sog. "freien Energiemarkt" gibt. Hinzu kommt, dass wir uns bei Stromnetzen relativ sicher sein können, dass diese auch künftig noch benötigt werden. Aber Gasnetze? Werden bei vielen Neubaugebieten nur noch dann überhaupt realisiert, wenn es einen Abnahmezwang zB durch ein pflichtiges Wärmenetz gibt. Ansonsten kriegste als Energieversorger auch bei den Banken schon keine Finanzierungszusage mehr, weil nicht absehbar ist, ob man überhaupt noch Kunden für das Netz bekommt oder ob die alle eher zu Eigenversorgern werden (zB über Solarstrom).

      HHLA sehe ich als schwierig an. Bin ja selbst Elbanreiner und kriege hier seit Jahren das Gezerre um die Elbvertiefung mit. Ohne diese wird der HH-Hafen stark an Bedeutung verlieren. Mit Elbvertiefung wird er sich behaupten können, wenn auch schwer. Ist halt ein Binnenhafen und die immer größeren Containerschiffe machen ihm das Leben schwer. Hinzu kommen hohe Investitionskosten in die Terminals und Kais - Elektrifizierung ist mal ein Thema. Und der Zusammenschluss der großen Reedereien bringt vor allem eines mit sich: geballtere Marktmacht. Wenn so ein Riese niedrigere preise durchsetzen will, hat er den Vorteil, dass der Hafen sich diesen Ausfall kaum leisten kann. Weil er keinen Ersatz mehr findet. Oder nur zu noch schlechteren Konditionen. Das globale Reeder-Oligopol schwächt die Verhandlungsposition der Häfen und das ist für mich ein Punkt, wo ich lieber woanders investiere als Anleger. Auch wenn ich den Hamburger Hafen und die Elbe liebe...

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  41. Hallo Michael,

    ich kenne deine kritische Einstellung gegenüber Kryptowährungen, allerdings scheint mir die Investition in Bitcoin aus folgenden Gründen interessant:

    1) Fundamental hat sich dieses Asset weiter behauptet - technologische Weiterentwicklung mit Mikro-Transaktionen.

    2) Der große Hype aus dem letzten Jahr ist erstmal vorbei. Die Amateuere haben sich gehörig die Finger verbrannt. Viele wollen davon nichts mehr hören.

    3) Immer mehr insitutionelle Investoren wollen reingehen. In der Presse werden folgende Namen erwähnt: George Soros als einer der erfolgreichsten Spekulanten aller Zeiten, Peter Thiel als erfolgreicher Unternehmer, Blackrock als größter Vermögensverwalter, Goldman Sachs, Rockefeller, usw...

    4) Die Wahrscheinlichkeit ist groß dass die SEC den Bitcoin-ETF am 10 August durchwinken wird. Damit wird einer breiten Masse ermöglicht, in BTC investieren.

    5) Immer mehr Leute sehen BTC als Krisen-Investment und Inflationsschutz mit Zukunftsperspektive als Internet-Währung.

    6) Wie auch Florian Homm vor kurzem sagte, wird der Krypto-Markt erwachsen. Damit werden die Aussagen von namhaften BTC-Kritikern (zuletzt sorgte Warren Buffett mit seinen Aussagen für einen erneuten Rücksetzer) nicht mehr so stark gewichtet wie früher.

    Siehst du in BTC zumindest eine Trading-Möglichkeit?

    Danke und Gruß

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    1. Kryptowährungen sind kein Asset, das ist ein völlig falsches Verständnis. Kryptowährungen braucht niemand, sie verschwenden auf bisher noch nicht gesehene Art Energie und haben so gut wie keinen Mehrwert. Oh ja, natürlich, sie entreißen den Zentralbanken die Macht der Geldschöpfung. Und legt sie in die Hand von... bisher überwiegend wohl Verbrechern, Abzockern, Beutelschneidern. Die einzigen, für die Kryptowährungen einen wirklichen Mehrwert darstellen, sind Cyberkriminelle, denn die ersparen sich die Schnittstelle (und damit das größte Risiko) zur realen Welt.

      Ich bleibe also bei meiner sehr kritischen und ablehnenden Haltung zu Kryptowährungen. Womit ich nicht sage, dass man damit kein Geld verdienen kann. Das kann man auch mit Drogen oder Menschenhandel. Aber das ist für mich kein Grund, in diese "Geschäfte" Geld zu investieren oder auch nur damit zu spekulieren.

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    2. Moin Michael,

      erstmal vielen Dank und ein dickes Lob für Deinen tollen und lehrreichen Blog! Ich lese ihn sehr gerne und lerne eine Menge.

      An dieser Stelle aber besonderen Dank für Deine klaren klugen Worte zum ökologischen Wahnsinn namens "Kryptowährung". Die menschliche Gier schmiedet hier leider gerade einen weiteren Sargnagel für unseren Planeten.

      Viele Grüße

      Jan

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  42. Was hältst Du von Aroundtown?würde mich über deine Meinung freuen
    Danke

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    1. Wenn man in den Gewerbeimmobilienbereich investieren möchte, ist Aroundtown nicht uninteressant. Durch die Beteiligung an Grand City Property haben die allerdings auch einen Fuß im Wohnimmobilienbereich, was mir als Vermischung eher nicht so gefällt. Grundsätzlich stehe ich dem Geschäftsmodell, Immobilienbestände zu kaufen und dann aggressiv hochzuschreiben (und so Gewinne auszuweisen) sehr skeptisch gegenüber. Auch muss man mal abwarten, wie sich hier die anstehenden Gesetzesänderung zu den Sharedeals auswirkt (bisher darf der Käufer max 95% der Anteile einer Immobilienfirma übernehmen, um von der Grunderwerbssteuer verschont zu bleiben, künftig soll dies gem. einer Bundesratsinitiative auf max. 90% geändert werden).

      Ich habe mit der DIC Asset einen attraktiven Gewerbeimmobilienwert auf meiner Empfehlungsliste, der sich in Richtung Asset Manager entwickelt. Hier setze ich dann auf Corestate Capital. Und als Projektentwickler auf die TTL Beteiligung. Ich denke, ich bin damit aussichtsreich und ausreichend im Immobiliensektor positioniert.

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  43. Moin,

    Lang & Schwarz ist dir sicherlich ein Begriff, wurde aber hier von dir noch nie behandelt, zumindest konnte ich nichts finden. Ist zuletzt nach der Dividendenausschüttung wie auch in den Vorjahren "traditionell" unter Druck geraten. Dazu kommt sicher der Ausstieg vom kleinen Chef.
    Auf dem aktuellen Kursniveau mehr denn je ein Unternehmen mit intakter Wachstumsstory und attraktiver Dividendenrendite.
    Was hältst du von Lus?

    Gruß

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    1. Lang & Schwarz ist nicht so mein Fokus. Das Brokergeschäft ist mir zu wechselhaft und Wikifolio betrachte ich als enormes Risiko - wenn denn die Kurse mal stärker und länger einbrechen und das zu einem Nadelöhr wird. Das schaue ich mir lieber von der Seitenlinie an und investiere in Branchen, die mir mehr zusagen.

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    2. Moin und vielen Dank für deine Antwort!
      LuS macht allerdings mehr als nur Brokerage. Was Wikifolio angeht, so wird hier auch seitens des Vorstandes immer wieder betont, dass man die Bedeutung von WF für LuS nicht überbewerten darf. Was vor allem die Anleger gerne tun, da ja auch etwas Phantasie drinsteckt.
      Dass du das Geschäft generell als zu wechselhaft empfindest, kann ich allerdings nachvollziehen. Andererseits, welche Aktie ist bei einem Crash sicher...

      Danke noch mal für deinen Meinung, finde ich toll, dass du den Kontakt zu deinen Followern und Blogbesuchern so stetig pflegst !
      Gruß

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  44. Hi Michael,

    zunächst wie immer zunächst herzlichen Dank für deinen tollen Blog. Durch ihn bin ich vor knapp zwei Jahren zum Investieren gekommen. Vielen Dank!

    Eine Frage: Hast du seit Erstaufnahme von Valeant / Bausch Health nochmals aufgestockt? Habe Bausch selbst im Depot und bin mit den Unternehmensentwicklungen mehr als zufrieden. Darüber hinaus finde ich, dass das Unternehmen auch unter Berücksichtigung des Risikos noch immer unverschämt günstig bewertet ist, was also alles für eine Aufstockung meiner Position spräche.

    Herzliche Grüße
    Christopher

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    1. Valeant/Bausch Health hatte ich in den Absturz hinein etwas aufgestockt, aber es ist nur eine kleine Position in meinem Depot. Der Turnaround läuft noch und die Unsicherheit bzgl. des amerikanischen Gesundheitsmarktes ist weiterhin hoch. Klar ist allerdings, dass die Gefahr einer unmittelbaren Insolvenz auf Sicht erstmal abgewendet ist und Bausch nun entspannt(er) in Verkaufsbemühungen von Produkten/Töchtern gehen kann und keine Notverkäufe zu Tiefstpreisen mehr durchziehen muss.

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  45. hallo herr Kissig,

    wie finden sie die akuelle situation bei Mvise und S&T würden sie da nochmal aufstocken suf diesem niveau ? denke mfg

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    1. Sowohl mVISE als auch S&T sind aktuell für mich Haltepositionen. Bei mVISE verunsichert der letzte Schachzug (Verkauf der Just Intelligence) schon, denn bisher - und zwar bis unmittelbar vor dem Verkauf sogar noch in der Unternehmenspräsentation - war diese Beteiligung als ein großer Hoffnungsträger dargestellt worden. Und jetzt passt sie plötzlich nicht mehr zur (neuen?) Strategie? Auch ist nichts über den Kaufpreis bekannt und was mVISE mit dem Geld nun anfangen will. Viel Ungeklärtes und das lastet erstmal auf dem Kurs.

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  46. Hallo Michael,

    mich würde deine Einschätzung zu der BDC Alcentra Capital Corp (ABDC)investieren.
    Halte den Titel für sehr interessant, da dieser aktuell sehr stark unter NAV liegt und (soweit ich recherchieren konnte), durch die letzte Dividendenkürzung diese nun nachhaltig durch das NII gedeckt sind. Es stehen zwar noch massive Abschreibungen an, jedoch sind diese meines Erachtens mehr als eingepreist, so dass auf absehbare Zeit eigentlich auch wieder eine Anhebung der Dividende im Raum stehen sollte der sicherlich auch mit einem stärkeren Kursanstieg einher geht. Wie ist deine Meinung zu dieser BDC? Vielen Dank schon mal vorab für deine Einschätzung!

    Viele Grüße aus München
    CC

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    1. Ich kenne die BDC Alcentra Capital Corp. (ABDC) nicht. Aber schon der erste Blick auf die Zahlen hat mir gereicht: der NAV fällt seit längerem, das NII sinkt beständig, die Dividende wird ständig gekürzt, es sieht nach weiteren nötigen Abschreibungen aus, weil das Kreditportfolio nicht gut diversifiziert und überdurchschnittlich risikobehaftet ist. Das alles spricht klar gegen den Kauf dieser BDC.

      Auf der Gegenseite finden sich zwei Argumente: ABDc ist Teil der Bank of New York Mellon Asset Management Group, was an sich für Kompetenz sprechen sollte. Und das Kurs-NAV-Verhältnis notiert bei 0,54. Das sieht auf den ersten Blick günstig aus.

      Aber... ich kenne diese Konstellationen aus eigener leidvoller Erfahrung. Ich habe nämlich TICC (heute Oxford Square), TCAP, KCAP und PSEC gekauft. Und allesamt haben den Negativtrend einfach fortgesetzt und ich habe mit ihnen Schiffbruch erlitten (was meinen Investmentcase angeht; ich habe nicht mit allen Geld verloren).

      Meine Erfahrung ist, dass ein bisher schlechtes Management kaum geeignet ist, das Ruder erfolgreich herumzureißen. Und auch wenn man die Aktie "billig" einkauft mit großem Abschlag auf den NAV, hat man nichts davon, wenn dieser weiter sinkt aufgrund von Kreditausfällen. Auch das operative Ergebnis, das NII wird dann weiter sinken. Und der Abstand zum NAV wird sich dann nicht verringern, sondern mindestens gleich bleiben und der Kurs weiter fallen. Und trotz des jetzt oberflächlich betrachteten "sicheren" Payout-Ratios könnten weitere Dividendenkürzungen folgen. Und alles zusammen bietet trotzdem nur eine Dividendenrendite von 11,75%.

      Die Frage ist also, weshalb man diese ganzen Risiken in Kauf nehmen sollte und eigentlich nur auf die Hoffnung setzen kann, dass es irgendwie mal besser wird, wenn man bei erheblich weniger Risiko z.B. bei TPG Speciality Lending (TSLX ) rund 9,5% Dividendenrendite bekommen kann. 2% Unterschied bei der Dividendenrendite aufs Jahr gesehen klingen viel. Aber schau Dir nur mal den Kursverlauf von ABDC in den letzten 12 Monaten an: rund 40% Kursverlust. Die werden kaum aufgewogen durch die 2% höhere Dividendenrendite.

      Für mich passt bei ABDC das Chance-Risiko-Verhältnis nicht - wenngleich ich das Unternehmen nur oberflächlich gestreift habe. Ich werde lieber auf Ares Capital (ARCC) und Apollo Investment (AINV) als Turnaroundwerte setzen; da stehen die Chancen ziemlich gut, dass sie erfolgreich die Kurve kriegen. Und ARCC scheint dies sogar bereits geglückt zu sein, wie der steigende NAV und das steigende NII zeigen.

      Bitte immer an Benjamin Grahams mahnende Worte denken: zuerst auf das Risiko schauen und erst danach auf die potenzielle Rendite. Oder noch konkreter zu ABDC: "Die größten Verluste entstehen durch den Kauf von Titeln geringer Qualität zu einem vermeintlich günstigen Preis".

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    2. Vielen Dank für deine Einschätzung. Was es aus meiner Sicht allerdings zu beachten gilt, ist das nun erreichte Verhältnis zwischen Ausschüttung von 0,18$ und zu den in den letzten Quartalen erzielten NII und EPS. Hier besteht aktuell bereits schon ein massiver Abschlag, weshalb ich eher die Chance auf einen nachhaltigen Turnaround sehe (zumindest auf Zahlenseite da endlich weniger ausgeschüttet wird, als verdient und in Q! 2018 erstmals auch das NAV wieder gestiegen ist). Natürlich bin ich auch in diversen anderen BDC´s investiert, frage mich aber gerade ob ich KCAP nicht eher gegen ABDC als Turnaraound-Kandidat austauschen sollte. Die heutigen Zahlen bei KCAP haben nicht wirklich überzeugt und ich befürchte, dass es weiterhin bei viel heißer Luft vom Management bleibt und die nächste Dividendenkürzung in Q4 bekannt gegeben wird, wenn in Q3 nicht noch ein Wunder passiert. Was der Kurs dann macht, ist wohl halbwegs vorhersehbar.
      Daher die Frage, ob das Chance/Risikoverhältnis in diesem Fall dann nicht eher für ABDC spricht statt für KCAP.


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    3. Bei KCAP teile ich Deine negative Einschätzung und werde die Reißleine ziehen. Ich vermute, dass dort bereits im nächsten Quartal eine weitere Dividendenkürzung ansteht - die dann sechste in Folge. Also lieber ein Ende mit Schrecken...

      Nochmal zu ABDC: ich investiere in BDCs, um einen hohen und stetigen Dividendenstrom zu generieren. Kursgewinne sind hierbei sekundär. Was Du beschreibst, ist eine reine Spekulation auf Kursgewinne aufgrund einer vermuteten Unterbewertung - solltest Du damit Recht haben, würde die Dividenenrendite von ABDC aber massiv sinken und dann ein weiteres Argument wegfallen, weshalb man in eine so hoch risikobehaftete BDC investieren sollte, wenn man ähnliche Renditen mit deutlich geringerem Risiko bei anderen BDCs einfahren kann. Aber ich will Dir Deine Spekulation auf einen Turnaround bei ABDC gar nicht ausreden...

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    4. Vielen Dank für deine erneute Rückmeldung und Einschätzung. Bei KCAP werde ich wohl heute nach dem Conferenzcall auch die Reisleine ziehen. Viel Erfolg weiterhin bei deinen Investments und vielen Dank für den ganzen wertvollen Inhalt von dir auf deiner Seite!

      Viele Grüße
      Cetin

      P.s. Die Seite wirst du wahrscheinlich schon kennen, falls aber nicht, anbei der Link. Hilft mir stark bei der Suche nach aussichtsreichen BDCs.
      www.bdcinvestor.com

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  47. Hallo Michael,

    mich würde deine aktuelle Einschätzung zu PEH Wertpapier interessieren. Du führst diese auch in deiner Empfehlungsliste. In den letzten Wochen ist die Aktie ganz schön abgestürzt. Ich konnte keine Indikatoren finden die diesen signifikanten Kursrückgang rechtfertigen würden. Was ist deiner Meinung nach der Grund für diese Entwicklung.

    Danke Mario

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    1. Mir sind keine negativen News/Erwartungen zu PEH Wertpapier bekannt. Vor dem IPO von capsensixx ging der Kurs rasant nach oben, diese kurzfristige Euphorie ist wieder entwichen; der Dividendenabschlag tat sein übriges. Ich denke, momentan ist die Aktie nicht so angesagt, weil die Halbjahreszahlen erst für den 31. August angekündigt sind. Viel Zeit für aufgeregte Spekulanten und daher haben sich einige von denen vermutlich vorübergehend interessanteren Spekulationsobjekten zugewandt, die mehr Action in der Kursentwicklung bieten. Allerdings lässt auch die Kursentwicklung von capsensixx zu Wünschen übrig. Sonstige und vor allem zur Beunruhigung veranlassende Infos zu PEH wären mir nicht bekannt.

      Vielleicht hebt sich das Sentiment ja demnächst etwas an, weil das Nebenwerte Journal in seiner neusten Ausgabe über PEH Wertpapier berichten will. Vielleicht bietet das ja neue Infos und/oder Impulse...

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  48. JDC geht gerade wieder ab wie ne Rakete. Ist das wohl wieder so eine Krypto-Eintagsfliege wie Anfang des Jahres? Hat vielleicht jemand eine bessere Erklärung?

    http://www.nebenwerte-magazin.com/weitere-nebenwerte/item/3644-scale-jdc-group-schafft-infrastruktur-f%C3%BCr-krypto-investments-in-deutschland

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  49. Zitat: "Value-Anleger dürften also keine Bedenken haben, auch jetzt noch bei Sartorius einzusteigen." aus https://boerse.ard.de/aktien/aktie-des-tages/sartorius-wieder-eine-der-besten-aktien-der-welt100.html

    Was meinst Du als ValueInvestor dazu? Ist schon höllisch hoch bewertet.Vielleicht eine kleine Position und wenn es wieder mal rumpelt an den Aktienmärkten nachkaufen?

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    1. Sartorius ist ein sehr gutes Unternehmen, welches sicherlich viele Kriterien eines Value-Investments erfüllt.

      - Der Biopharmamarkt wächst mit einem CAGR von 8-9 % angetrieben durch starke/sichtbare Treiber und das für einen langen Zeitraum
      - Sartorius verfügt in Kerntechnologien über führende Marktpositionen
      - Der Markt für Produktionsequipment für die biopharmazeutische Produktion ist gekennzeichnet durch hohe Eintrittsbarrieren, niedrige Preissensitivität und ein konsolidiertes Wettbewerbsumfeld
      - hoher Anteil wiederkehrender Umsätze (Stichwort Single-use Produkte) und keine Abhängigkeit von bestimmen Medikamenten
      - usw.

      Die Aktie ist aber, wie du richtigerweise sagst, sehr hoch bewertet. Sie wächst aber sicherlich in die Bewertung rein. Wenn man einen langfristigen Horizont hat, würde ich hier also durchaus noch reingehen. Das klügere Investment ist momentan aber das Tochterunternehmen Sartorius Stedim Biotech S.A. notiert an der Euronext Paris. Es spiegelt im Wesentlichen das attraktive Bioprozessgeschäft von Sartorius wider und ist ohne erkennbaren Grund mit einem Abschlag bewertet.

      VG

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    2. Sartorius fand ich vom Geschäftsmodell schon immer interessant, die Aktie ist/war aber irgend wie zu teuer, wenn ich sie mir mal angesehen habe. Und momentan ist das auch wieder so. Und "ein gutes Unternehmen, zu teuer gekauft, ist ein schlechtes Investment", riet mal Ronald Könen.

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  50. Moin Michael

    Der Kurs bei der MBB SE dümpelt nun seit einer gefühlten Ewigkeit vor sich hin, resp. taucht immer wieder mal ein wenig ab, was ich nun 2-3 Mal als Kaufgelegenheit wahrgenommen habe. Rechnest du damit, dass hier bald mal wieder ein wenig Action reinkommt, bspw. nach den Quartalsergebnissen in 2 Wochen?

    Beste Grüsse
    David

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    1. Moin David,
      ich rechne mit guten Zahlen bei MBB, aber eine große Auswirkung auf den Kurs erwarte ich eher nicht. Bei MBB liegt der Trigger in neuen Beteiligungen, in Übernahmen und dem Einsetzen des großen Cash-Bestands. (Erst) wenn dies gelingt, wird der Kurs wieder signifikant anziehen. Vermutlich dann sprunghaft. Ich über mich daher weiter in Geduld. Auch zwischen der Claas-Akquisition und der Aumann-Übernahme lag eine längere Zeit und wir wissen ja, wie reich die Aktionäre für ihr Warten belohnt wurden (der Kurs lag damals bei €10 bzw. €20).

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  51. Hallo Herr Kissig,
    ich habe eine Frage zu MPH Health Care. Die Aktie hat sich in den letzten Monaten gut entwickelt. Ich habe mir auch den Jahresabschluss 2017 angesehen. Die Gesellschaft hat drei börsennotierte Töchter, deren Aktien sich in 2017 gut entwickelt haben. Das hat zu Gewinnen der MPH in 2017 geführt. So weit so gut.
    Dann gibt es noch die nicht börsennotierte Magnum AG, die 60% an der MPH AG hält. Nun hat die MPH in 2017 ihren Kurs nicht steigern können. Trotzdem hat die Magnum AG in 2017 einen großen Gewinn gemacht. Ich habe das nicht verstanden.
    Gibt es da etwas, was man noch wissen sollte oder mache ich einen Denkfehler.
    Und es würde mich natürlich interessieren, ob Sie die MPH oder eine ihre Töchter für eine gute langfristige Geldanlage halten.

    Vielen Dank und schöne Grüße

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    1. Ich meide Unternehmen aus dem Dunstkreis der Magnum. Haemato war mal die Windsor AG und ein Immobilienunternehmen - mit einer Tochter namens MPH, das im Pharmabereich tätig war und hohe Dividenden liefern sollte. Und zwei weiteren Pharmatöchtern, Pharmigon und Simgen (eine wurde später in Haemato umbenannt, glaube ich). Dann wurde - nach heftigen Misserfolgen bei der Windsor - schlagartig das Immobilienbusiness verkauft und die Windsor übernahm das Pharmageschäft der Haemato und der anderen Pharmatöchter. Das Immobilienunternehmen wurde mal eben so zum Pharmaunternehmen! Und der Immobilienbereich ausgegliedert und verscherbelt. Am Ende dieses ganzen Kuddelmuddels war auf einmal die MPH war die Mutter der Haemato/Windsor.

      Die Aktionäre waren dem Hin- und Her schutzlos ausgeliefert und den besten Schnitt zu jedem Zeitpunkt hat immer die Magnum gemacht. Weiß nicht, ob ich die inzwischen Jahre zurückliegenden Vorgänge korrekt zusammengefasst habe, aber für mich ist seit jener Zeit klar, dass ich mit diesen Leuten (Magnum) keine Geschäfte mehr machen möchte. Als Aktionär bin ich denen nicht wichtig, die agieren ausschließlich aus Eigennutz.

      P.S.: Die Windsor AG war das erste Unternehmen, das ich hier im Blog besprochen habe (Dezember 2011). Ich habe also meine persönlichen Erfahrungen mit der Magnum gemacht, auch als herumgeschubster Aktionär ihrer Beteiligungen.

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  52. Hallo Michael,
    gerade habe ich den 2ten Quartalsbericht von GBK Beteiligungen gelesen: Ausblick verhalten aber solide. Der Aktienkurs bewege sich in einer Bandbreite zwischen 10,5 und 11 Euro - ja, und gerade als ich nachschaue und mir ueberlege, ob es sich lohnen koennte nachzukaufen,, sehe ich, die Aktie steht in Hamburg auf 12 Euro. Dennoch, ich glaube, dass der Kurs erst mal wieder zurueckkommen wird - was meinst Du, ist die Aktie unter 11 Euro ein Kauf?

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    1. GBK Beteiligungen finde ich weiterhin interessant. Die geben viertjährliche Aktionärsbriefe raus, so dass man sich in den Grundzügen über den Geschäftsverlauf informieren kann. Das gefällt mir gut.

      GBK hat in den letzten Jahren viele gute Exits gehabt und konnte Erfolge feiern. Sie sind auch in diesem Jahr rührig - allerdings gab es einen Fehlgriff aus der Vergangenheit und der Verkauf führte zu einem Verlust, der Jahresabschluss 2018 belasten wird. Daher dürfte der Kurs kurzfristig auch nicht in den Himmel wachsen.

      GBK ist ein solides Langfristinvestment mit üppiger Dividendenrendite. Muss man nicht sofort kaufen, sondern kann man über eine Limitorder versuchen, auf der Ask-Seite abzustauben. Denn der Wert ist schon ziemlich markteng.

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    2. Danke, das bestätigt meine Einschätzung. Ich bin schon ansehnlich investiert, denke aber darüber nach, noch einmal rund ein Viertel aufzustocken. Übrigens habe ich GBK in Deinem Blog kennengelernt.

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  53. Hallo Herr Kissig wie ist ihre Einschätzung zu Veeva Systems A (A1W5SA) und Square?

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  54. Hallo Michael,
    Der Preis der mVISE Aktie ist seit geraumer Zeit auf Talfahrt vom Hoch im Juni. Meinst du es liegt einfach am starken Kursanstieg davor oder auch am Verkauf der Just Intelligence GmbH Beteiligung vor kurzem? Ich kann keine grundsätzliche Veränderung an den Erfolgsaussichten des Unternehmens erkennen und habe heute zugeschlagen.
    Beste Grüße

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    1. Genau. Diese beiden Faktoren erzeugen momentan Unsicherheit bei mVISE. Das Unternehmen ist nicht gerade günstig bewertet, rechtfertigt dies aber durch sein starkes Wachstum und seine zunehmenden Margen. Jetzt hat man die Just Intelligence GmbH Knall auf Fall verkauft, obwohl diese profitabel ist und Teil der (bisherigen) Strategie und des Wachstums. Eine nachvollziehbare Begründung zu dem Verkauf gibt es bisher nicht, finanzielle Details auch nicht. Man tappt also im Dunkeln. Klar ist allerdings, dass die bisher verkündeten Wachstumsziele ohne JI nicht zu erreichen sind. Also müssen dies entweder reduziert werden oder Vorstand Götz hat bereits ein (oder zwei) andere Ziele im Auge. Denn externes Wachstum durch Übernahmen sind ja ebenfalls Teil der Wachstumsstrategie. Solange hier nichts Konkretes kommt, wird der Kursverlauf eher nervös bleiben, denke ich...

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    2. Im Interview mit "Die Vorstandwoche" hat sich mVISE-CEO Götz zum Verkauf der Just Intelligence GmbH geäußert. Danach war die JI letztes Jahr nur durch ein hohes Maß an Aktivierungen profitabel, das in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten war. Der Kaufpreis, so DVW, dürfte daher eher symbolisch gewesen sein. Götz geht davon aus, dass mVISE ohne die JI die Jahresprognose sogar leichter erreichen kann. Den entfallenden JI-Umsatzanteil glaubt man durch zusätzliches organisches Wachstum kompensieren zu können. Die Jahresprognosen wurden daher bestätigt. Und nochmals explizit darauf hingewiesen, dass mVISE auch durch anorganisch wachsen will - und muss, wenn man die mittelfristigen Ziele erreichen möchte.

      Unterm Strich also eine Beruhigungspille. Die Unsicherheit bleibt dennoch vermutlich noch eine Zeit lang Begleiter in diesem Wert. Die Perspektiven stimmen aber und mVISE dürfte auf dem Niveau von €4,50 eine attraktive Chance sein. Die Vorstandswoche geht davon aus, dass der Kurs die vor einiger Zeit erreichten Hochs bei €6 wieder sehen wird...

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    3. wann würdest du nochmal zuschlagen und aufstocken ?

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    4. Mein Investmentcase bei mVISE ist "on track", aber einen Grund, meine Position jetzt aufzustocken zu müssen, sehe ich auch nicht. Momentan warte ich einfach nur ab.

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  55. Hallo Michael, habe mir eine Turnaround-Idee von den Britischen Inseln zugelegt. Mich würde Deine Einschätzung interessieren. Das Geschäftsmodell sollte gerade in diesem Sommer ziehen, aber auch sonst wird Bier immer getrunken und die Engländer werden auch weiterhin die Pubs besuchen, egal wie das mit dem Brexit ausgeht. Meine Anlage ist GREENE KING PLC mit WKN A0F66P. Übrigens der Buchwert liegt bei umgerechnet ca. 7,- EUR (6,28 GBP), beim derzeitigen Kurs also deutlich darunter. Bin gespannt, ob ich Dir damit einen Tipp geben kann. Vielen Dank ansonsten für Deine guten Kommentare und weiterhin gute Investitionen. Gruß Konrad

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    1. Moin Konrad,
      danke für den Tipp Greene King PLC. Allerdings habe ich keinerlei Marktkompetenz bzgl. Pubs/Kneipen und was ich so am Rande die letzten Jahre gelesen habe, sieht es nicht positiv aus für die britische Kneipenszene (Rauchverbot, sinkender Bierkonsum). Aus Deutschland erinnere ich mich an frühere Aussagen, dass rund die Hälfte der Bars und Kneipen innerhalb eines Jahres nach den Eröffnung Pleite gehen. Daher werde ich dieses Spielfeld lieber nicht betreten...

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  56. GNW fällt heute 5%. Hängt das vielleicht mit der Unsicherheit zusammen, dass am 15 August die Parteien (Genworth/Oceanwide) von der Transaktion zurücktreten können? Die Zahlken waren ja gut, soweit ich das verstanden habe.

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    1. Dieses zum fünften (?) Mal verlängerte Merger-Agreement wird auch nochmals verlängert werden. Der Chef von Genworth Financial hatte neulich gesagt, er gehe davon aus, dass der Zusammenschluss zwischen September und Dezember genehmigt und erfolgen werde.

      Ich schätze eher, die Börse hat GNW dafür abgestraft, dass der Zollstreit in China in die nächste Runde geht und gestern neue Strafzölle durch die USA verhängt wurden.

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  57. Lieber Michael,
    hast Du Dich schon mal mit All For One Steeb beschäftigt? Das Unternehmen ist der größte SAP-Dienstleister für den Mittelstand im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen verzeichnet aktuell ordentliches Wachstum im Bereich Cloud-Angebote. In Zukunft sehe ich besonders Chancen durch die zunehmende Umstellung auf SAP S/4HANA, in die AFOS gerade stark investiert und in den kommenden Jahren profitieren sollte. Aktuell belasten Investitionen das Ergebnis aber deutlich. Schon seit einigen Tagen fällt der Wert und nach den Quartalszahlen heute nochmal deutlich. Eine gute Einstiegsgelegenheit für Langfrist-Anleger? Wie bewertest Du das Unternehmen insgesamt?

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    1. Nein, All For One Steeb habe ich nicht auf dem Schirm. Ich tue mich schwer mit Softwarefirmen, weil ich die Produkte nicht wirklich bewerten/einschätzen kann. Ich weiß nicht, inwieweit sie ein USP (Unique Selling Point) darstellen, also einen Burggraben bieten, und/oder ein Konkurrent sich hier mit etwas Geschick ganz schnell eine eigene Lösung zusammenbauen und auf den Markt bringen kann. Aus diesem Grund halte ich mich bei Softwarefirmen zurück - mit Datagroup und mVISE habe ich auch zwei auf meiner Beobachtungsliste. Und natürlich bin ich indirekt beteiligt an der IT Competence (die Navigator Equity Solutiuons hält ja rund 75% an der ITC) und an Beta Systems sowie Easy Software, wo sich die Deutsche Balaton maßgeblich eingekauft hat. Dafür, dass Software nicht zu meinem Circle of Competence gehört, habe ich dann doch reichlich derartige Unternehmen im Depot...

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  58. Hallo Michael,

    was hält du von Tanker / Schiffaktien wie

    SHIP FINANCE INTL LTD. BMG810751062
    Navios Maritime Midstream Partners LP MHY621341046

    Was hältst du allegemein von dieser Branche und gibt es Unternhemen die du empfehlen kannst.
    Die oben genannten zahlen auch ne ordentliche Dividende, wobei bei zweitem die Dividende massiv gekürzt wurde, was den Kurs regelrecht einkrachen ließ.

    Bin auf dein Meinung dazu gespannt.
    Viele Grüße und danke.
    Christian

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    1. Mein Ausflug in die Investmentwelt der Schifffahrt erfolgte ja nur indirekt über Ernst Russ, MPC Capital und ein wenig über Lloyd Fonds. Also Asset Manager. Llyod Fonds wird sich aus dieser Sparte zurückziehen und Erst Russ sowie MPC Capital habe ich gerade von meiner Beobachtungsliste gestrichen - vor allem wegen des nicht meinen (zu positiven) Erwartungen entsprechenden Bereichs Schifffahrt. Die schwachen Zahlen bei Hapag Lloyd in Kombination mit deren Erklärung, dies läge auch an den (wieder) sinkenden Frachtraten und des hohen Konkurrenzdrucks, haben mich zu der Einschätzung kommen lassen, dass ich die gesamte Branche/Sparte skeptischer sehe und mich daher auf andere Bereiche konzentrieren werde.

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  59. Hallo Michael, über welchen Börsenplatz handelst Du die Aktien der BDCs wie z. B. Ares Capital oder TPG Specialty Lending? Im Direkthandel (Tradegate) liegen die Spreads oft zwischen 1 und 2 %.

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    1. Ich habe bisher BDCs ausschließlich in Deutschland gehandelt - die Spreads sind deutlich größer, solange die Börse in New York geschlossen ist. Die bessere Handelbarkeit und geringere Spreads bekommt man zwischen 15:30 und 20:00 (Schluss in Frankfurt).

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    2. Bin zwar nicht Michael, aber handle kleine US-Werte wie die BDCs meistens über die NYSE, insbesondere dann wenn die Alternative nur eine Regionalbörse wie Frankfurt oder Stuttgart ist, wo bei OnVista inkl. Handelsplatzgebühr dann 11,50€ pro Order anfallen. In New York hat man den Spread nicht und die Order kostet um die 13€.
      Wenn über Tradegate handelbar (6,50€ bei Onvista), dann würde ich evtl. dort kaufen und das Kauflimit beim Geldkurs setzen.

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  60. Hallo Michael,
    gerne lese ich deine Texte und Folge deinen Gedanken. Was denkst du über den aktuellen Kursverlauf von Aurelius, sind das schon (Nach) kaufkurse? Im Prinzip gab es ja keine Bad News, nur das anscheinend immer mehr Anleger realisieren das 2018 ein übergangsjahr wird. Oder übersehe ich was? Liebe Grüße aus Ostfrieslland

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    1. Die Zahlen von Aurelius lagen auf dem zu erwartenden Niveau. Wirkliche Trigger sind momentan aber nicht zu sehen, denn die Mitteilung hat abgesehen von den reinen Zahlen und dem NAV nichts Interessantes geboten. Vor allem nichts zum Stand bei Home Office Europe, der größten und wichtigsten Beteiligung im Aurelius-Portfolio. Vermutlich hatten sich einige mehr von den Zahlen und/oder Infos versprochen.

      Es ist ganz normal, dass Aurelius nach einem solchen Klassejahr wie 2017 (und damit meine ich nicht die Shortattacke, sondern die gewinntreibenden Exits und die Übernahme von HOE samt üppiger Bargain Purchases) nicht gleich wieder so ein Rekordjahr abliefern kann. Das Business von Finanzinvestoren ist zyklisch, weil die eingekauften neuen Beteiligungen ja nicht über Nacht einfach mehr Wert werden, nur weil sie nun im Eigentum von Aurelius sind. Der Wert steigert sich durch Kosteneinsparungen, Umstrukturierungen und ggf. Add-on-Käufe. Und in der Regel über einen Zeitraum von sieben Jahren hinweg. Bei einem Riesenunternehmen wie KKR glättet sich das ein wenig, weil die global unterwegs sind und inzwischen so viele Beteiligungen haben, dass da immer irgendeine gerade Reif für einen Exit ist. Soweit ist Aurelius noch lange nicht. Wie z.B. auch bei der Deutschen Beteiligung, wo nach dem Rekordjahr 2016/17 nun ein "moderates" Übergangsjahr verkraftet werden muss. Mit entsprechendem Kursdurchhänger. Aber genau diese Kursphase bietet - auf mittlere und lange Sicht - die besten Kurssteigerungschancen. Kaufen, wenn niemand anderes die Aktie haben will. In dem Wissen, dass man Durchhaltevermögen mitbringen muss und auch noch eine ganze Weile wie der Loser aussehen kann. Denn wann der Kurs wieder steigen wird, und ob es vorher nicht noch weiter bergab geht, das wissen wir nicht. Nicht einmal, ob er überhaupt wieder steigt. Wir können nur den Wert je Aktie ermitteln und uns überlegen, ob der aktuelle Kurs hierzu im Verhältnis eine günstige Gelegenheit darzustellen scheint. Oder nicht. Nach dem Kauf der Aktie ist man in der Hand der anderen Börsenakteure - denn die machen dann mit ihren Käufen und Verkäufen den Preis/Kurs.

      Aber wie Charlie Munger schon richtig sagt: "Du machst kein Geld, wenn du Aktien kaufst. Du machst kein Geld, wenn Du Aktien verkaufst. Du verdienst Geld, wenn Du abwartest. (...) Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr bekommen als das, wofür Du bezahlst. Investieren ist, wenn Du einige großartige Unternehmen findest und dann auf Deinem Hintern sitzt."

      Genauso läuft's...

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  61. Hallo Michael,

    Was sagst du zu den Zahlen von Technotrans?
    Ich fand die sehr solide.
    Trotzdem kennt der Kurs momentan nur eine Richtung.
    Für deine Einschätzung ich sehr dankbar.

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  62. Guten Abend Herr Kissig,
    Ich habe mich auch bei select energy eingekauf.
    Haben Sie eine Erklärung warum der Kurs so abstürzt?

    Mfg

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    1. Select Energy ist ein Service-Unternehmen für die Fracking-Industrie. Die Kurse so einiger "Zulieferer" dieser Branche sind die letzten Tage unter die Räder gekommen. Des Weiteren gibt es im Süden ein Pipelineproblem (für das Öl), weil die Kapazitäten dort voll ausgereizt sind. Man arbeitet an einer weiteren Pipeline, aber die wird noch einige zeit in Anspruch nehmen. Klar ist daher, dass die Frackingunternehmen in ihrer Expansion und ihrem Förderwillen hierdurch eingeschränkt werden - wenn sie das Öl nicht abtransportiert bekommen, verdienen sie kein Geld. Also bohren sie nur so viel, dass sie nicht unnötige Kosten/Risiken eingehen. Bedeutet für die Ausrüster, dass auch ihre Verkaufsvolumina gedeckelt sind für einige Zeit. Und das lastet wohl auch etwas auf dem einen oder anderen Wert.

      Und als Drittes ist vor knapp drei Monaten die Lock-up-Frist für Aktien von Altaktionären abgelaufen, so dass hier auch ein gewisser Abgabedruck entstanden sein könnte. Allerdings nicht erst gestern, sondern schon seit Wochen.

      Drei mögliche Erklärungen, aber Konkretes zum Kursverlauf weiß ich auch nicht.

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  63. Guten Morgen, an dieser Stelle ein Lob für den tollen Blog und die kompetenten Beiträge von Ihnen. An dieser Stelle sieht man ganz gut, was passiert, wenn man viele gute und spannende Firmen vorstellt und andere diesen Empfehlungen folgen und vielleicht nicht 100 % von dem Unternehmen überzeugt sind bzw. nicht selbst in die Bücher des Unternehmens geschaut haben. Wie voll wird es denn erst auf dieser Kommentarseite wenn die Börsen um 30 % bis 40 % runtergehen? Ist wie mit Aktientipps in der Familie oder Freunde, da rate ich stumpf auch nur zu dem Vanguard FTSE All-World als Sparplan auch wenn das bei weitem nicht das Optimum ist, kommen dann wenigstens kaum nachfragen und dann lässt sich das einfach mit dem Gesamtmarkt argumentieren. Sehr gute Arbeit, meine Stimme bei Value-Blog haben Sie bekommen.

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    1. Wenn's mal richtig runter geht mit den Kursen, wird uns das alle schmerzen. Diejenigen, die sich ihre eigenen Gedanken zu Unternehmen gemacht haben, sollten solche Phasen aber gelassener wegstecken können, weil sie ja nicht nur an den Kursen hängen, sondern sich mehr auf den fairen Wert fokussieren. Und daher bei Gelegenheiten auf Schnäppchenjagd gehen.

      Buffett liebt solche Phasen, weil er nicht auf sein Depot achtet, sondern nur darauf, was er alles zusätzlich kaufen kann. Er ignoriert also seinen (vollen) Kühlschrank, wenn es Rabatte hagelt...

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  64. Hallo Michael und Hallo in die Runde,

    hat Jemand Informationen zum Kurssprung von fast 10% bei NEWT? Mich freut es zwar, wüßte jedoch auch gerne den Grund. Habe die mir bekannten Informationsquellen durchforstet, aber nichts gefunden. Anhebung der Dividende auf 1,72$ bis max. 1,80$ p.a.?

    beste Grüße Hans-Jürgen

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