Montag, 21. November 2011

▶ Eure Fragen, Anregungen, Kritik

Hier könnt ihr mir eure Fragen stellen zu einzelnen Aktien und Verbesserungswünsche loswerden. Und natürlich Kritik...

Stellt bitte hier alle Fragen zu Aktienwerten, die nicht direkt mit einem Thema in einem Artikel zu tun haben. Also auch zu (noch) nicht hier im Blog besprochenen Aktien oder zu allgemeinen Themen rund um die Themen Geld, Aktien und Börse.

Ich freue mich darauf, mit euch ins Gespräch zu kommen, denn dieses Blog lebt nicht nur durch meine Beiträge und Meinungen, sondern vor allem auch durch euren Input. Also, legt einfach los...

Kommentare:

  1. Hallo Michael,
    ich bin mir nicht sicher, ob ich hier jetzt richtig gelandet bin, aber ich versuche es einfach mal an dieser Stelle. Du hast Dich früher ziemlich verhalten geäußert zum den Aussichten im Immobiliensektor, dann aber eine zeitlang auch Immobilienwerte hier in Deinem Blog vorgestellt. Wenn ich mich recht entsinne, hat es mit WCM angefangen. Inzwischen liest man immer häufiger von einer Blase am Immobilienmarkt und dass steigende Zinsen für die Immobilienwerte Gift seien. Siehst Du hier einen größeren Korrekturbedarf und wenn ja ab wann rechnest Du damit? Welche Auswirkungen wird das auf die Kurse haben und sollte man vielleicht schon jetzt lieber die Reißleine ziehen und die Gewinne realisieren?

    Danke für die ganze Mühe, die Du hier mit Deinem Blog gibst und für die viele Zeit, die Du hier investierst. Du hast meine größten Respekt dafür, vor allem, weil Du uns Dein Wissen und Deine Ideen auch noch kostenlos zur Verfügung stellst. Danke!

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    1. Ich denke, dass es im Immobiliensektor durchaus Übertreibungen gibt, allerdings nicht flächendeckend. Während es in den Ballungszentren wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart schon unbezahlbare Preise und Mieten gibt, sind Eigenheime und Mietobjekte in ländlicheren Regionen kaum oder nur mit erheblichem Wertverlust zu verkaufen. Es gibt in Deutschland nicht zu wenig Wohnraum und auch nicht zu wenig bezahlbare Wohnungen - sie liegen nur nicht unbedingt dort, wo alle hinziehen und wohnen wollen. So gesehen könnten Bestandshalter von B- und C-Lagen künftig Probleme bekommen, weil sie immer häufiger und länger mit Leerstand zu kämpfen haben werden. Und sollten irgendwann die Zinsen wieder anfangen zu steigen, kann sich die zu großen Problemen auswachsen: sinkende Mieteinnahmen und steigende Zinslasten.

      Und da sind wir schon bei den Zinsen. Anders als in den USA; wo wir uns auf mehrere Zinsanhebungen in diesem Jahr einstellen müssen, wird es in der Eurozone in absehbarer Zeit noch keine Zinsanhebungen geben. Zwar phrasisieren einige Gazetten von steigender Inflationsrate, aber die Kernrate (ohne Energie) dümpelt weiter vor sich hin. Und der Teurungseffekt durch die gestiegenen Energiepreise wirkt nur in diesem Jahr und auch nur in den ersten und den letzten Monaten des Jahres, denn nur in diesen Monaten waren die Energiepreise im letzten Jahr deutlich niedriger. Der Teurungseffekt verpufft also bereits in wenigen Wochen und damit der Grund für die EZB, die Zinsen in der Eurozone anzuheben. Denn eigentlich liegt die Konjunktur noch am Boden und auch die Regierungen sind froh, wenn sie sich weiterhin so günstig verschulden können.

      In den nächsten ein, zwei Jahren dürften die Zinsen in Euroland weiter niedrig bleiben. Das bedeutet weitere Probleme für die Banken und die Versicherungen, positive Effekte für die Immobilienwirtschaft und die Unternehmen, die sich günstig ver- oder umschulden können, und natürlich für die Asset-Manager, denen Anleger auf der Suche nach auskömmlichen Renditen immer mehr Geld anvertrauen.

      Auf Sicht der nächsten 12 bis 24 Monate sollten also Aktien von u.a. Immobilienwerten, Asset-Managern, Beteiligungsunternehmen und Finanzinvestoren gute Bedingungen vorfinden. Und die aussichtsreichsten von ihnen finden sich auf meiner Empfehlungsliste.

      Also, Marco, Du bist hier mit Deiner Frage genau richtig gelandet, genau dafür ist dieser Strang gedacht. Und vielen Dank für die netten, lobenden Worte. Da habe ich mich sehr drüber gefreut.

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  2. Hallo Michael,

    Eine kurze Frage an dich.Ich gehe aufgrund deiner Empfehlungsliste davon aus, dass du einigermaßen diversifiziert bist, sprich 30-50 Positionen hälst? (Korrigiere mich wenn ich falsch liege). Buffet hat einmal gesagt er hält es für unnötig mehr als 6 Aktien gleichzeitig zu halten, sofern man sich mit diesen 6 Unternehmen ausgezeichnet auskennt.Zu meiner Frage: Glaubst du deine Performance wäre besser oder schlechter wenn du durchweg ein sehr konzentriertes Portoflio halten würdest. Sprich nur in deine jeweils 6 besten Ideen (besten Ideen zum Zeitpunkt des Investierens) investieren würdest und beim Entecken eines neuen und viel versprechenden Investments die schlechteste dieser 6 Aktien für die Neue rausschmeißen würdest? Freue mich auf deine Antwort.

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    1. Ich habe nicht alle Werte von der Empfehlungsliste in meinem Depot. Mein Depot sieht ein bisschen aus wie bei Buffett: ich habe vier deutlich übergewichtete Ankerinvestments so um und bei 10% Depotanteil (Aurelius, Blue Cap, Deutsche Rohstoff AG, MBB), dann einige mittelgroße Positionen um die 7% und eine ganze Reihe von kleineren Positionen. Insbesondere Turnaroundspekulationen sind zumeist kleine Positionen.

      Bei den kleineren Positionen wechsle ich auch schon mal aus, je nachdem wie ich die kurzfristigen Erwartungen einschätze. Und bei meinen Ankerinvestments trade ich bisweilen kleinere Anteile (bis zu 10% der jeweiligen Position), wenn der Wert eine volatile Phase hat. Eine zeitlang war das besonders Aurelius, nun eher DRAG und vor allem MBB. Gerade bei MBB nutze ich seit Wochen die Schwankungen zwischen €90 und €85 aus und handele 10% meines Bestands.

      Ich muss dazu sagen, dass ich meine Aktien alle in einer GmbH halte und somit die Kursgewinne ganz anders besteuert werden (niedriger) als bei Priavtanlegern. Und ich habe ein Depotmodell, bei dem ich übers Jahr verteilt 1,25% Depotgebühren zahlen, dafür aber keine Transaktionskosten; lediglich Börsenspesen (also bei den Regionalbörsen). Insofern sollte man hieraus keine nachzuahmende Handlungsweise ableiten.

      Und, bevor die Frage (wieder) kommt: ich empfehle nicht, für seine Aktienanlagen eine GmbH zu gründen. Bei mir gab/gibt es eine bestimmte Konstellation, weshalb ich diesen Weg für mich als den zielführendsten erkannt und gewählt habe. Ist keine Blaupause für andere.

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  3. Hi Michael,

    würde gerne mit Dir ein paar Gedanken zu Aurelius teilen.

    Nach der Short Attacke hast Du ja die AKtie auf Hold gesetzt und hast auch deine Gedanken zum Ausbruch gebracht. Nun wird es so langsam wieder ruhig um Aurelius und ich fange mir langsam an zu überlegen, ob das Unternehmen nicht so langsam wieder hochinteressant wird.

    Aurelius lief die letzten Jahre nahezu perfekt und das Management hat den Erfolg genossen. Erfolg macht nun aber einmal "faul" bzw. man wird ein wenig nachlässig... durch Unaufmerksamkeiten und des Gefühls der Sicherheit heraus wurden ein paar Türen für die SHort Attacke geöffnet.

    Und genau hier erkenne ich das Potential für die nächsten Monate / Jahre - das Management hat so richtig "einen abbekommen" und ist erwacht! Auf einmal versucht das Management durch viele Maßnahmen das Ruder wieder herumzureißen. Ich denke dieses Bemühen wird weiterhin bestehen und man wird verstärkt versuchen die AKtionäre (wieder) glücklich zu machen. Das der Ruf nachhaltig beschädigt wurde kann ich mir eigentlich nicht vorstellen...

    Sind doch eigentlich ganz nette Aussichten, oder?

    LG

    Tobias

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    1. Ist Aurelius wirklich wieder "erwacht"? Einige der Kritikpunkte von Gotham konnten nicht ausgeräumt werden. Die Art der Bilanzierung, also die Bargain Purchases sofort als gewinne auszuweisen und ggf. auch als Dividenden auszukehren, die Sanierungserfolge aber eben erst über die Zeit wirklich realisieren zu können (wenn das denn überhaupt klappt), wird fortgesetzt. Andere, wie Blue Cap oder Bavaria, gehen hier konservativer vor und verbuchen Erfolge/Gewinne erst, wenn sie sich auch eingestellt haben.

      Ob der Ruf von Aurelius nachhaltig beschädigt ist, wird sich noch herausstellen. Zuvor hatte man einen absoluten Erfolgsnimbus, der ist jetzt stark angekratzt. Gut möglich, dass dies künftig hinderlich sein wird bei neuen Geschäften - sowohl beim Ankauf als auch beim Verkauf.

      Ich denke, dass Aurelius aus diesen Gründen bei 50 Euro momentan fair bewertet ist. Eine höhere Bewertung rechtfertigt sich meines Erachtens nur, wenn man wieder in die Erfolgsspur zurückkehrt. Und dies zeigt sich am besten an Deal-Meldungen.

      Aurelius ist für mich bis dahin eher ein Marktperformer, während andere Beteiligungsgesellschaften mehr Potenzial bieten. Die nächsten Zahlen bei der Deutschen Beteiligung werden sensationell ausfallen und man hat noch einige "reife" Unternehmen im Beteiligungsportfolio, die weitere Verkaufsgewinne versprechen. Bei Blue Cap wird es interessant sein zu erfahren, weshalb man sich von der Cashcow Biolink getrennt hat. Es dürfte wohl nur am Verkaufspreis gelegen haben und der sollte dem entsprechend hoch ausgefallen sein. Und Mutares kommt bei seiner neuen Clusterstrategie gut voran und die Beteiligungen kommen langsam in ein Stadium, wo sich Exits richtig lohnen dürften. Und dann ist da noch MBB. Der Kurs ist massiv zurückgekommen und bei unter 100 Euro sehe ich klare Kaufkurse auf mittelfristige Sicht. Hier ist etwas Geduld gefragt, aber MBB hat die Finanzmittel, um mehrere große Akquisitionen zu tätigen und auch mehrere kleinere Add-ons für die Töchter, wie Delignit oder DTS. Aus diesen Gründen gewichte ich diese Unternehmen momentan deutlich höher als Aurelius.

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  4. Hallo Michael,

    wann ist für dich der Zeitpunkt für Gewinn-Mitnahmen reif? Würdest du Aktien mit Gewinn verkaufen, falls es zu einem starken Kurseinbruch kommt, ohne dass sich der Unternehmenswert groß geändert hat?

    Wie erklärst das Phänomen, dass nach Präsentation von starken Zahlen, es bei manchen Unternehmen trotzdem zum Kurssturz und Gewinnmitnahmen kommt?

    Danke!

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    1. Gewinnmitnahmen geht ja in Richtung Markt-Timing. Der Grundgedanke ist, die Kurse sind seit dem eigenen Kauf gestiegen und man will diese Buchgewinne nicht wieder verlieren. Der entscheidende Fehler bei diesem Denken ist, dass Deine Gewinne niemanden interessieren, außer Dich und das Finanzamt Deines Vertrauens. Niemand sonst kennt Deinen Einstandskurs und für die Börse und alle anderen hat er keine Relevanz. Er ist schlichtweg egal! André Kostolany sagte einmal, man müsse seine Aktien nach dem Tagespreis bewerten, nicht nach dem eigenen Einstandspreis. Und das ist richtig. Wenn Du ein gutes Unternehmen in Deinem Depot hast, das in den nächsten Jahren fast sicher seine Gewinne steigern wird, dann wird dies fast sicher auch der Aktienkurs tun. Selbst wenn er zwischenzeitlich einmal einbricht. Es wäre also nicht schlau zu versuchen, diese Phase des Kurseinbruchs zu timen. Würdest Du mit Deiner selbstgenutzten Eigentumswohnung ja auch nicht machen, oder? Sie verkaufen, weil Du befürchtest, der Preis könnte demnächst fallen. Und dann hoffst Du, dass Du sie in ein paar Monaten oder Jahren billiger zurückkaufen kannst. Bei guten Aktien ist es genau das selbe. Nur, dass man diese per Knopfdruck und ohne viel Aufwand über die Börse handeln kann, anders als Immobilien. Aber deshalb gelten dabei keine anderen Grundprinzipien.

      Was Kursrückgänge nach guten Zahlen angeht, so liegt es wohl daran, dass einige Leute auf gute zahlen spekulieren und der Kurs daher im Vorfeld steigt. Werden die Zahlen dann veröffentlicht, nehmen sie ihre Gewinne mit. "Buy the rumor, sell the fact" heißt das Sprichwort dazu. Für Value Investoren bieten sich durch den Rückgang dann eher Kaufgelegenheiten, weil wir ja auf die langfristige Entwicklung der Unternehmen setzen, nicht auf die kurzen Kurszuckungen. Schau Dir mal die Charts an von Apple oder Amazon oder Alphabet. Alle paar Monate kommen Quartalszahlen - wie oft wird man da wohl richtig gelegen haben, wenn man versucht hat, diese immer korrekt zu timen? Und wäre es nicht schlauer gewesen, die Aktien einfach nur im Depot liegen zu lassen? Solange die Entwicklung weiterhin stimmt und es im Unternehmen und/oder dessen Markt nicht zu schwerwiegenden Problemen kommt, gibt es eigentlich keinen Grund, sich von den Aktien zu trennen. Egal, ob 5% oder 500% in Deinem Depotauszug als Performance dahinter steht. Der Wert der Aktie ist der heutige Wert. Und wenn dieser nicht massiv unterhalb der heutigen Aktienkurses liegt, sollte man sich nicht am Timing versuchen...

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  5. Hallo Michael,

    ich habe einige grundsätzliche Fragen zum Value Investing. Die Strategie des Value Investings besagt, dass man Aktien mit niedrigem KGV kaufen soll. Wenn ich mir Aktien wie Evotec, NVIDIA, Aumann oder auch Hypoport anschaue, wäre die Empfehlung eines Value Investors die Aktien zu diesem Zeitpunkt nicht mehr einzukaufen, da die KGVs über 35, sogar über 40 liegen. Betrachtet man aber diese Aktien aus heutiger Sicht ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse weiter steigen, hoch. Die Evotec Aktien zum Beispiel legte innerhalb eines Monats von 17-18 Euro auf 20 Euro, Tendenz steigend, Analystenempfehlung "kaufen". Auch riesige Zukunftsgewinne können so ein KGV nicht rechtfertigen. Also aus meiner Sicht Spekulation pur und extrem überteuert. Als Aktionär kann man aber trotzdem riesige Gewinne mit diesen Aktien einfahren.
    Woran liegt diese Irrationalität auf dem Markt? Welche Risiken siehst Du zum Beispiel beim Kauf einer Hypoport Aktie zum heutigen Kurs und würdest Du die Aktie heute kaufen? Was erwartest Du z.B. im Falle eines Börsencrashes, wie würde sich der Kurs von Hypoport entwickeln und wie von Apple oder Gilead Sciences?

    Danke für Deine Antwort und viele Grüße
    Thomas

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    1. Value Investing bedeutet nicht, Aktien mit niedrigem KGV zu kaufen. Das ist zu kurz gesprungen. Value Investing betreibt, wer Aktien kauft, die weniger kosten als sie wert sind. Entweder heute (Ansatz nach Benjamin Graham) oder in der Zukunft (Philip Fisher). Buffett hat sich von Graham zu Fisher hin entwickelt. Man schaut also auf die Gewinne, die ein Unternehmen in der Zukunft erwirtschaften wird, und zinst diese nach heute hin ab. So erhält man einen auf heute bezogenen Zukunftswert, den man mit dem aktuellen Preis (Aktienkurs) vergleicht. Soviel zur Theorie der Discounted-Cash-Flows...

      Ein wenig simpler ist das Verwenden des PEG, des Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnisses. Man nimmt also nicht nur das aktuelle KGV, sondern man nimmt den Durchschnitt über einen Zeitraum, also 5 oder 10 Jahre. Wie sind in diesem Zeitraum die Gewinne gewachsen? Und die das KGV? Wenn die Gewinne jährlich um 30% wachsen, ist ein KGV von 25 nicht teuer. Legen die Gewinne nur um 3% pro Jahr zu, dann schon.

      Hypoport wächst sehr schnell und profitabel. Man hat sehr viel Geld in die neue Versicherungsplattform Insurtech gesteckt und wenn diese auch nur halb so gut angenommen wird, wie erwartet (und wie es bei der Kreditplattform der Fall war), dann werden die Gewinne explodieren. Der Markt billigt deshalb aktuell ein höheres KGV zu. Und aus meiner Sicht zurecht. Ebsno bei Vectron. Sollte die Coke-Kooperation (GetHappy-App) einschlagen, wird der Gewinn von Vectron explodieren. Dann sind 25 Euro glatt geschenkt. Wird das ein Rohrkrepierer, dann wäre Vectron eher bei 15 Euro angemessen bewertet mit seinem Stammgeschäft.

      Im Falle eines Börsencrashs erwarte ich, dass alle Aktien stark fallen. Denn ein Crash passiert ja aus Irrationalität heraus, wenn Panik herrscht. Ich habe ja schon einige mitgemacht und weiß daher, wie besch... sich so etwas anfühlt und wie schwierig es ist, einen kühlen Kopf zu bewahren. Nur wenige (wie Warren Buffett) schaffen das und kalkulieren; die meisten schmeißen einfach nur ihre Aktien auf den Markt, egal welche, alle. Und Apple? Die werden fallen wie ein Stein. Die sind in jedem Depot, in jedem Fonds und wenn Anleger ihre Gelder abziehen, werden vor allem die großen, liquiden Werte verkauft. Weil die am wenigsten darunter leiden. Da dies dann aber alle gleichzeitig tun, stürzen die ab wie Supermann auf Kryptonit.

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    2. Danke für Deine kompetente Antwort Michael! Wie würdest Du kalkulieren und reagieren, wenn es ein Börsencrash gibt? Ich halte 30% Cash für den Fall, es kann ja jeden Tag passieren.

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    3. Da man einen Crash nicht vorhersehen kann, ist ein zu hohes Cashpolster auch keine Lösung, da es ja bei den Magerzinsen kein Geld verdient in der Zeit, während man auf den Crash wartet. Ich habe daher selten eine Cashquote über 15%. Eigentlich nur, wenn ich Verkäufe tätige und mal keine neuen guten Investmentideen habe. Und dann ist es auch so, dass ein Crash selten von allen Branchen ausgelöst wird, sondern dass der Auslöser meistens ein Bereich ist. Hier kann man dann gezielt reduzieren, da der Abschwung vermutlich länger andauert und stärker ausfällt, während die übrigen Sektoren sich nach kurzer Panik meistens schnell wieder erholen (im großen Crash 200 bis 2003 hat das weniger gut funktioniert, der war ungewöhnlich lange und hat fast alle Branchen erwischt). Mit dem sowieso bestehenden Cashpolster hat man dann genug trockenes Pulver, um sich die Rosinen herauszupicken.

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    4. Besten Dank für die Aufklärung Michael, Dein Blog und Deine Meinung ist wirklich ein Schatz für Kleininvestoren wie ich, ich wünsche Dir noch doppelt so viel Erfolg in deinen Investments :)

      Herzliche Grüße

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  6. Hallo Michael,

    wie bewertest Du die Präsentation der Zahlen von Rocket Internet? Die Zahlen sind echt gut, bald ist RI in der Gewinnzone, jedoch habe ich das Gefühl das Samwer mit seinen Aussagen "es dauert noch ein Paar Quartale" oder auch "ich bin kein Dagobert Duck" bewußt den Aktienkurs nach unten treibt...

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    1. Ich sehe hier kein "bewusstes Drücken", warum auch? Die zahlen selbst haben mich nicht vom Hocker gerissen, aber auch nicht enttäuscht. Sie sind im Rahmen meiner Erwartungen ausgefallen, auch wenn die angekündigte operative Schwarze Null etwas länger auf ich warten lässt. Insbesondere bei Startups, und in die investiert Rocket Internet ja, sind solche Vorhersagen schwer, noch schwerer als bei "normalen" Unternehmen. Grundsätzlich sehe ich RI auf Kurs und der hohe Cash-Bestand ist sehr beruhigend. RI kann das Wachstum seiner Beteiligungen locker auf lange Sicht finanzieren und ist nicht (mehr) davon getrieben, dass diese zu einem bestimmten Zeitpunkt unbedingt versilbert werden müssen, um Geld in die Kasse zu spülen. RI kann hier den richtigen Zeitpunkt abwarten, auch das spricht für RI.

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    2. Na ja ich bin davon ausgegangen, dass RI kein Interesse hat, dass der Kurs momentan ansteigt, weil sie ja noch ein Aktienrückkaufprogramm am laufen haben. Es war ja nur ein Gedanken...

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    3. Grundsätzlich ist die Überlegung ja richtig, dass Unternehmen ihre eigenen Aktien lieber billiger als teurer zurückkaufen wollen. Andererseits erzeugt ein Aktienrückkaufprogramm ja immer auch zusätzliche Nachfrage nach den Aktien, was sich stützend bis treibend auf den Kurs auswirkt. Und damit auch den Rückkauf tendenziell verteuert.

      Bei Rocket Internet gehe ich davon aus, dass Oliver Samwer diesen Aspekt aber eher nicht priorisiert auf dem Schirm hat, sondern sich vor allem darum kümmert, seine vielen Beteiligungen und Startups ins Laufen und in die Gewinnzone zu bringen. Und da der niedrige Aktienkurs von RI ihm in den letzten Jahren eher negative Schlagzeilen eingebracht hat, dürfte ihm an steigenden Kursen und Erfolgsmeldungen mehr gelegen sein als an einem möglichst niedrigen Aktienkurs für das Rückkaufprogramm. ;-)

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    4. Weil die Aussagen "Ich bin kein Dagobert Duck" und "es wird noch ein paar Quartale" dauern recht provokativ sind und schon eine Kurssenkung bewirken können. Die Zahlen sind aber nicht schlecht, ich gehe sogar davon aus, dass bis Ende 2017 doch der Break Even erreicht wird. Von -640 Mio. auf -40 Mio in 12 Monaten ist für mich eine krasse Performance

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    5. hmm anhand der heutigen Meldungen, habe ich das Gefühl, dass Samwer mit seinen Aussagen doch beim Rückkauf von Aktien ein bisschen sparen wollte ;)

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  7. Hallo Michael,
    hast du eine Meinung zu der Niiio Finance Group aus Görlitz. Der AR ist sehr prominent besetzt, das gefällt mir.
    Anbei eine sehr lesenwertes Interview mit der CEO
    https://www.openpr.de/news/984457/Nachgefragt-Interview-mit-Johann-Horch-CEO-niiio-finance-group-AG.html

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    1. Ich komme mir aktuell ein bisschen wie der André Kostolany vor, als er 1999 vor den Exzessen am Neuen Markt und der "New Economy" gewarnt hat. Niemand hat ihn ernst genommen (den mahnenden Warren Buffett übrigens auch nicht, der galt damals ebenfalls als verstaubtes Auslaufmodell) und auch ich habe Kostolany damals nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Denn auch ich war im Rausch der explodierenden Kurse gefangen und wollte auch gar nicht hören, dass das alles eine gigantische Blase ist. Nun, ob man es hören will oder nicht, die Realität findet trotzdem statt. Und auch das teure Erwachen.

      Nun denn, ich halte überhaupt nichts von den ganzen gehypten Kryptoirgendwasbuden. Das ist reines Gezocke, die meisten von denen werden in ein, zwei Jahren pleite und vergessen sein. Die haben kein Geschäftsmodell (außer "wir machen irgendwas mit Bitcoin oder Blockchain") und kriegen das "Silly Money" der Anleger hinterher geschmissen. Deshalb können die sich eine Zeit lang über Wasser halten. Aber die meisten Firmen weisen hochgradige Parallelen zu Schneeballsystemen auf: solange immer mehr Leute immer mehr Geld rein schmeißen, läuft die Kiste. Sobald der Strom versiegt, gegen die lichter aus und die meisten werden am Ende richtig viel Geld verloren haben. Und dann werden wieder "die Abzocker" schuld sein, oder "die Börse", oder es ergeht der Aufschrei "alle Aktien sind Betrug". Nein, es ist die eigene Gier der "Anleger", an der sie finanziell ersticken. Ich habe es selbst erlebt am Neuen Markt und ich habe es selbst mitgemacht. Und bin selbst an meiner Gier fast erstickt. Ich weiß aber auch, dass es keinen interessiert, was ich hier schreibe. Ihr müsste eure eigenen Erfahrungen machen und diese teuer bezahlen. Wer nicht hören will, muss zahlen. (Nur) so lernt man. Gier frisst Hirn.

      Ach so, wie war die Frage? Niiio Finance? Ne, nix für mich.

      P.S.: Etwas völlig anderes ist die Blockchain-Technologie selbst. Die Blockchain braucht Kryptowährungen nicht, Kryptowährungen aber die Blockchain. Die Blockchain-Technologie ist spannend, die kann etwas Großes werden. So wie der 3D-Druck. Aber welche Firma da wirklich am Ende Erfolg hat (und Geld verdient), kann man heute gar nicht abschätzen. So wie es vor 100 Jahren auch tausende (!) Autohersteller gab. Ein absolutes Erfolgsprodukt, unbestritten. Aber 90 Prozent der Hersteller sind trotzdem pleite gegangen und ihre Aktionäre haben oft all ihr Geld verloren. Man muss bei neuen Technologien auf die Sieger von morgen setzen. Aber eben auch erst dann, wenn man diese relativ sicher identifizieren kann. Und kann man das heute? Ich jedenfalls nicht...

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  8. Hallo Michael,frohe Weihnachten und lieben Dank für dein Investor Update,finde ich immer wieder gut.Navigator habe ich auch schon etwas länger im Depot und die Aktie entwickelt sich!Ebenso würde mich deine Einschätzung zu UET interessieren, die hat sich in den letzten Wochen auch super gemacht und ich schwanke noch zwischen einem Teilverkauf als "Weihnachtsgeschenk" oder Behalten,weil ich in 2018 noch erhebliches Potential sehe!Wie ist deine Einschätzung,du hat sie ja auf deiner Turnaroundliste? Guten Rutsch!

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    1. UeT United Electronic Technology hatte ich Ende 2016 als Turnaround-Spekulation ins Depot genommen. Bei 0,42 Euro ins Jahr gestartet, notiert die Aktie aktuell rund doppelt so hoch. Wer auf den Chartverlauf schaut sieht allerdings, dass der Kurs die meiste Zeit über um die 50 Cents herumdümpelte und nur dreimal kurze, heftige Ausbruchsversuche nach oben zu verzeichnen hatte. Im Januar bis 60 Cents, im Juli bis 80 Cents und aktuell läuft gerade der nächste Versuch, das Pennystock-Terrain zu verlassen. Auch bei UeT bin ich weiterhin guten Mutes, dass der Turnaround erfolgreich verläuft. Die bilanziellen Gesundungsschritte hat man sukzessive umgesetzt und die Neuausrichtung läuft. Gerade erst gab man bekannt, dass die Jahresabschlüsse für 2016 vom Wirtschaftsprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden sind und man hat umgehend für Mitte Februar die entsprechende Hauptversammlung terminiert. Vermutlich werden da dann weitere Informationen zum Fortgang der weiteren Umstrukturierung und Neupositionierung bekannt gegeben. Läuft alles nach Plan, sind die ersten 100% Kursgewinn nur die ersten in einer langen Reihe...

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  9. Hallo Herr Kissing,

    ich bin vor einiger Zeit über diverse Verlinkungen auf Ihre Seite gestossen und schaue mir Ihre Inhalte ab und zu genauer an. Ich bin beeindruckt, wieviel Arbeit Sie in die Dokumentation stecken.

    Ein kleines Anliegen habe ich an Sie: Könnten Sie event. bei nächster Gelegenheit einmal auf die Bewertung von EPS bzw. Dividendenausschüttung bei den BDCs eingehen? Ich möchte nächstes Jahr wieder verstärkt in diesen Sektor investieren, doch tue ich mich außerordentlich schwer damit einzuschätzen bzw. zu beurteilen, ob die Dividende eines bestimmten BDCs durch den Gewinn gedeckt ist oder aus der "Substanz" bezahlt wird. Konkret: Bei einer BDC habe ich vor ein paar Tagen gelesen, dass die vierteljährl. Earnings nach GAAP nicht ausreichten, die Dividende zu finanzieren. Aber dann war gleichzeitig die Dividende durch Ermittlung von "core earnings" nicht nach GAAP finanzierbar. Ich frage mich daher, welcher Wert nun wirklich relevant ist.

    Gruß
    Hubert Klein

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    1. Bei BDCs (wie auch Immobilienunternehmen und/oder REITs) macht eine Bewertung anhand des EPS keinen Sinn. Das EPS enthält auch Erlöse aus dem Verkauf von Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen und bei BDCs aus der Ablösung von Krediten. Das sind Einmaleffekte, die zwar in der Gewinn- und Verlustrechnung hübsch aussehen, aber da es bei BDCs (und REITs) vor allem auf hohe Dividendenzahlungen ankommt, ist der entscheidende Faktor, ob das operative Geschäft diese Dividenden verdient. Denn wenn man Beteiligungen verkaufen muss, um die Dividenden ausschütten zu können, ist das Ende absehbar. Die Beteiligung bringt einmal Geld, aber die dauerhaften Einnahmen/Gewinne sinken.

      Bei REITs zieht man daher die FFO zu Rate (Funds-from-Operations), bei BDCs das NII (Net-Investment-Income). Das NII ist quasi das netto-Ergebnis aus dem Investmentgeschäft. Und dieses NII sollte mindestens die Dividenden abdecken (die sog. Payout-Ratio sollte also unter 1 liegen), dann sieht das nach einer soliden Sache aus. Sofern... der NAV nicht dauerhaft sinkt. Dieser Nettoinventarwert (Buchwert) ist die zweite wesentliche Einflussgröße, denn wenn z.B. ein Kredit platzt, dann muss er wertberichtigt werden. Und das schlägt sich negativ auf den NAV nieder. Ein stetig sinkender NAV zeigt also an, dass man zu viele faule Kredite vergeben hat und hier immer wieder Ausfälle drohen. Womit auch wieder das NII und die Dividendenzahlungen beeinträchtigt werden. Bis hin zu Dividendenkürzungen.

      Die "ideale BDC" weist folgende Merkmale auf:

      1. konstanter oder sogar steigender NAV über einen längeren Zeitraum
      2. der NAV je Aktie ist genauso hoch wie der Aktienkurs oder sogar niedriger
      3. das NII ist stets so hoch wie die Dividendenausschüttung oder sogar höher
      4. die Dividende sollte seit langem konstant sein oder sogar steigen
      5. die Dividendenrendite sollte möglichst hoch sein

      Dabei ist kaum vorstellbar, dass eine BDC alle Kriterien gleichzeitig erfüllt. Denn dann wäre sie wirklich das ideale Investment. Aber die Mehrheit der Kriterien sollten schon erfüllt sein und die übrigen auch nicht total außerhalb aller Normen.

      Nehmen wir als Beispiel Main Street Capital (MAIN), die wohl beste aller BDCs. Der NAV steigt, die Dividenden steigen, das NII steigt und deckt die Dividenden mehr als ab (daher gibt es sogar Sonderdividenden). Aber... der Kurs ist extrem hoch. Er liegt 75% über dem NAV und die Dividendenrendite ist mit 5,5% vergleichsweise niedrig. Das ist der Preis, den man für diese solide und hervorragend geführte BDC zahlen muss.


      P.S.: Wo kein NII verfügbar ist, wird auch auf das NOI (Net Operating Income) abgestellt, das weitgehend identisch ist und daher eine annähernd gleiche Aussagekraft hat bzgl. der Payout-Ratio.

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  10. Hallo Michael,

    hast du schon NEWT (BDC) auf deinem Schirm? Ich bin neulich auf SA über diese BDC gestolpert und habe mir gleich welche ins Depot gelegt. NEWT ist eine intern geführte BDC, die ihr Geld nicht nur durch Kreditvergaben verdient, sondern man bietet den kleinen und mittelständigen Firmen gleich noch ein ganzes Portfolio an Dienstleistungen an ("Rundumsorglos"). Dazu gehören unter anderem Web-Design, Buchhaltungen, Gehaltsabrechnungen, Versicherungen, Cloudservice+Sicherheit, E-Commerce und noch vieles mehr. So erhählt NEWT auch Einnahmen von ihren Tochtergesellschaften, die diese Dienstleistung anbieten. So können sich die Firmen auf ihr Wachstum konzentrieren und NEWT verdient "doppelt". Ebenfalls positiv ist, dass das Management auch Aktien ihres Unternehmens besitzt und kauft.

    beste Grüße Hans-Jürgen

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    1. Newtec Business habe ich nie wirklich genauer angeschaut, da mich der erste Blick auf die Kennzahlen immer gleich abgeschreckt hat. Ständig ein negatives Net Investment Income? Geht ja gar nicht! Aber so, wie Du es darstellst, scheint NEWT ja auch aus anderen Quellen Geld zu verdienen, die sich nicht im NII niederschlagen. Muss ich mir mal genau(er) ansehen die Tage, danke für den Tipp, Hans-Jürgen.

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    2. NEWT ist eigentlich keine "herkömmliche" BDC, eher mehr eine Gesellschaft, die kleinen Unternehmen mit ihren Kreditvergaben plus geschäftliche und elektronische Dienstleistungen und Lösungen anbietet. NEWT verdient nur ca 1/4 der Zinserträge aus seinem Kreditportfolio. Alle anderen BDCs verdienen dies mit fast 100%. Jedoch ist ihr Kreditporfolio zu 100% variabel verzinst.

      NEWT hat eine Tochtergesellschaft, die als Small Business Administration (SBA) zugelassen ist. Diese SBA-Kredite werden von der US-Regierung gestützt/gesichert. Man verkauft nun diese (staatl.) gesicherten Kredite mit einer Prämie und NEWT finanziert dann den nicht garantierten Teil des Kredits durch "Schulden-Verbriefung" Und diese Kreditgewinne machen 50% der Einnahmen aus.

      Die restlichen Einnahmen stammen aus den Erträgen der Tochtergesellschaften und den Loan Service. Vielleicht sollte man NEWT eher nach dem EPS beurteilen, da hier das eigene Kreditportfolio (nur) ca. 25% der Erträge ausmachen.

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    3. Ich habe mir Newtec inzwischen mal genauer angesehen und muss Dir Recht geben, Hans-Jürgen, das ist ein wirklich interessantes Unternehmen. NEWT ist eine ganz besondere BDC und vermutlich eine der am stärksten von der Steuerreform profitierende. Die Bewertung ist schon recht üppig, was den Aufschlag auf den NAV angeht, aber ich habe mir dennoch eine Position ins Dividendendepot gelegt. Danke nochmals für den Tipp!

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    4. Moin Michael, da hast du Recht. Derzeit sind es ca. 25% Aufschlag zum NAV, was ich persönlich jedoch bei dieser BDC mit ihrem Geschäftsmodell verkraften kann. Damit steht es gefühlte 100:1 für dich, an Tipps! ;-)

      beste Grüße Hans-Jürgen

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  11. Guten Tag Herr Kissig,

    wie ist Ihre persönliche Einschätzung was die Zukunft der großen Tech Werte betrifft? Apple Amazon Alphabet Alibaba Facebook Tecnet werden diese Unternehmen Ihre Dominanz fortsetzen ausbauen... Die Börsenkurse werden ja nicht unendlich steigen. Welche Werte sollte man nach einer Korrektur kaufen? Gibt es eine Möglichkeit alle genannten Werte in einem Fond zu kaufen?
    Ich freue mich schon auf Ihre Meinung
    PS. Kennen sie den Wert Noratis WKN: A2E4MK hohe Dividende
    Mit freundlichen Grüßen
    Jürgen

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    1. Moin Jürgen,
      ich denke, dass die großen Techwerte weiter florieren und ihre Marktposition weiter ausbauen können. Daher habe ich einige von ihnen im Depot. Wie sich ihre Aktienkurse entwickeln, kann ich natürlich nicht sagen, glaube aber an mittel- und langfristig weiter steigende Kurse analog zu r operativen Entwicklung dieser Unternehmen. Die Werte auf meiner Empfehlungsliste halte ich schon für eine gute Mischung und mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis versehen.

      Bzgl. eines Fonds/ETFs stelle ich mal "frech" die Gegenfrage: in welchem sind denn die genannten Techwerte nicht die größte Position? Man bekommt ja kaum einen breiter Aufgestellten ETF/Fonds, der nicht vor allem diese großen Techwerte massiv hoch-/übergewichtet hat.

      Noratis ist als Bestandshalter von Wohnimmobilien für mich nicht interessant; ich habe keinen einzigen Wert aus diesem Sektor im Depot. Grundsätzlich zeichnen sich alle Werte in diesem Sektor durch ein vordergründig niedriges KGV aus und vergleichsweise hohe Dividendenrenditen. Hier sollte man einen Peergroupvergleich vornehmen, ob gerade Noratis besonders attraktiv bewertet ist im Vergleich zu seinen Wettbewerbern. Als Malus weist Noratis jedenfalls auf, dass sie erst vor Kurzem an die Börse kamen und daher eher wenig gute Informationen zu finden sind.

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    2. Mit Fond meinte ich wo nur diese 5 - 10 größten Tech Werte vorhanden sind.
      Danke für Ihre schnelle ausführliche Meinung.

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    3. Da müsste man sich wohl durch einen Fondsselektor (zB bei der comdirect) wühlen und au US-Tech-Werte setzen. In den jeweiligen Beschreibungen finden sich dann ja auch die jeweiligen Gewichtungen. Und da dann einen aussuchen, der 75% oder mehr in diese Schwergewichte investiert. Dabei aber immer auch auf die gebühren achten, vor allem die TER (Total Expense Ratio); die sollte möglichst gering sein. Ansonsten könntest Du ggf. nach einem Wikifolio suchen mit entsprechender Ausrichtung. Schau Dir doch ggf. mal das Wiki "High-Tech Stock-Picking" von Stefan Waldhauser an (klick).

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    4. Passt vielleicht das Vontobel Solactive Artificial Intelligence Zertifikat DE000SLA3VQ9, es enthält Alibaba, Alphabet, Amazon, Baidu, BlackRock, Boing, Delphi Automotive, Facebook, Intel, Microsoft, Netflix, Nvidia, Qualcomm, Salesforce, SAP, Softbank, Splunk, Tableau Software, Tencent Holdings und Workday
      Maria

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  12. Hallo Herr Kissig
    Wie schätzen Sie die aktuelle Entwicklung bei den auch in Ihrem Dividendendepot befindlichen BDC`s ein? Habe selbst Apollo, Ares und New Mountain. Alle sind in den letzten Monaten stramm im Minus.
    Sollte man die Werte weiter halten?
    Vielen DanK
    Fritz

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    1. Die Kursentwicklung ist enttäuschend, keine Frage. Dass sich die Dollarschwäche auswirkt, ist die eine Seite, aber der gesamte BDC-Sektor wurde abverkauft. Dabei profitieren die meisten Werte von den leicht steigenden Zinsen. Vermutlich ist es aber die Angst vor einer möglichen Deregulierung bzgl. der amerikanischen Banken, die ggf. leichter in den Markt der BDCs vordringen könnten. Wer weiß?

      Ich halte meine BDCs weiter und fahre dort die Dividenden ein. Mit Nachkäufen halte ich mich aktuell aber zurück. Auch wenn die Kurse locken. Nur bei MAIN habe ich zwischenzeitlich aufgestockt, die waren mir immer zu teuer und sehen nun halbwegs attraktiv bewertet aus. Zumal der NAV sukzessive weiter ansteigt (und sie haben sogar eine Beteiligung, die seit Jahren einen größeren Bestand an Kryptowährungen hat (vermutlich Bitcoins), was sich auch zusätzlich positiv auf deren Wert ausgewirkt hat)...

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  13. Hallo Michael,

    die DIC Asset, die sich auch auf Deiner Empfehlungsliste befindet, hat im Rahmen ihrer Hauptversammlung vor kurzem beschlossen, dass die Dividende entweder in bar oder in Form von Aktien ausgeschüttet werden soll. Das Bezugsverhältnis ist zwar noch nicht veröffentlicht, aber im Sinne des Zinseszinseffekts tendiere ich dazu die Ausschüttung in Form von Aktien zu wählen. Wie ist Deine Meinung dazu?

    Gruß Max

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    1. DIC Asset ist einer den wenigen Immobilienwerte, die ich aktuell noch für aussichtsreich halte - auch weil der Kurs weiter unterhalb des Buchwerts notiert. Man kann die Dividende in Form von Aktien gerne mitnehmen - allerdings muss man die trotzdem versteuern. Da man jedoch Aktien unterhalb des Buchwerts bekommt, sollte sich das dennoch auszahlen...

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  14. Lieber Michael,
    hast Du Dich schon einmal mit der Aktie der MWB Fairtrade Wertpapierhandelsbank beschäftigt? Falls ja, würde mich Deine Meinung hierzu interessieren.
    Auf den ersten Blick paaren sich hier Wachstum, eine attraktive Dividende und eine Unterbewertung. Was könnte ggf. gegen ein Investement sprechen.
    Mein Hochachtung vor Deiner Arbeit. Deine Seite gehört zu meinen Favoriten und Deine Empfehlungen haben mich hier und da schon bestärkt und auf neue Ideen gebracht.
    Holger

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    1. Makleraktien sind sind nicht so mein Fall; ich finde des sehr schwierig, die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells zu bewerten. Gerade wenn die Börsen mal nicht so gut laufen und/oder Unternehmen reihenweise Börsengänge absagen (wie zur Zeit), können die Ergebnisse ziemlich volatil sein. Man kann Quartalsergebnisse hier also nicht einfach fortschreiben, da sie nicht wiederkehrender Natur sind, sondern eine Aneinanderreihung von Einzelaktionen.

      MWB Fairtrade ist dazu noch ein Turnaroundwert - schaut man auf den Chart, dann kann man gut erkennen, dass das Unternehmen jahrelang kaum Geld verdient bzw. Verluste eingefahren hat. Trotz boomender Börsen.

      Ich habe da nicht wirklich einen Zugang zu...

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  15. Hallo Michael,
    da du ähnlich wie ich Vorlieben für Beteiligungsgesellschaften hast, würde mich deine Meinung zu dem nachfolgenden Wert interessieren:

    Unternehmens Invest AG WKN: 882788

    Aus meiner Sicht besteht hier aktuell eine erhebliche Diskrepanz zwischen der aktuellen Marktkapitalisierung und dem eigentlichen NAV.

    Die UiAG besitzt meinen Recherchen nach neben mehreren kleineren Beteiligungen (Gesamtwert geschätzt ca. 21,5 Mio.) eine größere Beteiligung an All-for-one Steeb mit einem Gesamtwert von aktuell 133 Mio. (25,07% hält die UiAG, 25,07% die UiAG Informatik Holding an der die UiAG zu 53,55% beteiligt ist)
    All-for-one Steeb glänzt seit Jahren mit einem starken Geschäftsmodell und kontinuierlich guten Zahlen. Darüber hinaus zahlt All-for-one Steeb eine nette Dividendenrendite von ca. 2%, sodass hier kontinuierlich Geld in die Kassen der UiAG gespült wird. (im Gegensatz zu Naspers und Tencent z.B.)
    Summieren wir die o.g. Beteiligungswerte ergibt dies einen Gesamtwert von 154,6 Mio.€ - die aktuelle Marktkapitalisierung beläuft sich jedoch auf lediglich 104,55 Mio.€. Bis zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir die erhebliche Abweichung nicht erklären.

    Auch der Vorstand kauft kräftig zu, und hat seit März 2018 für einen Gegenwert von ca. 2,33 Mio. € UiAG Aktien angekauft.

    Ich bin auf deine Ausführungen sehr gespannt.

    Beste Grüße
    Sascha

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    1. Moin Sascha,
      Unternehmens Invest AG sagt mir jetzt auf den ersten Blick nichts. Aber es sprechen - für mich - schnell einige Dinge dagegen.

      - Es ist eine österreichische Beteiligungsgesellschaft, da sehe ich per se keine Vorteile ggü. dem seeehr breiten Spektrum in Deutschland.

      - Das Unternehmen ist sehr einseitig auf All for one Steeb ausgerichtet. Ich müsste also immer zuerst dieses Unternehmen analysieren, um mir eine fairen Wert für UiAG ermitteln zu können - der Aktienkurs von AfoS ist ja kaum geeigneter Maßstab für die Werthaltigkeit und Perspektiven dieses Assets.

      - Softwarefirmen zu bewerten bzw. deren Business ist nicht wirklich meine Stärke. Ich habe mit Datagroup und IT Competence (via Navigator Equity) da schon immer innere Kämpfe auszufechten.

      - Ich habe mit Navigator Equity ja ein fast exakt entsprechendes Unternehmen an Bord, nur dass ich mir hier bereits eingearbeitet habe und dass der Abschlag zum NAV noch größer ist (rund 100% Potenzial). Und Navigator geht inzwischen aktiv gegen diesen Abschlag an, in dem man den NAV veröffentlicht, die Kapitalmarktkommunikation erhöht und das auch bei der Tochter IT Competence. An der Navigator mit 75,7% direkt die Mehrheit hält und auch durchgreifen und durchregieren kann - was bei der Konstruktion bei UiAG nicht ganz so einfach ist. Hier sieht es eher so aus, dass man bewusst ein Konstrukt gewählt hat, das einem die Mehrheit an AfoS sichert, wobei man gleichzeitig aber möglichst wenig eigenes kapital binden wollte. Gefällt mir ehrlich gesagt nicht so, erinnert mich an das Förtsch--Beteiligungs-Geflecht. Kann man inzwischen ja elegant(er) über eine SE-Rechtsform lösen...

      Bedeutet für mich unterm Strich, dass UiAG für mich nicht interessant (genug) ist. Trotzdem Danke für den Tipp! Meine Beweggründe bedeuten nicht, dass UiAG nicht für andere interessant sein könnte.

      P.S.: Zu Naspers noch ein Hinweis: die haben ja ein originäres Business (TV), das ihnen Cashflows und Gewinne bringt. Und selbst Tencent zahlt eine Dividende und zwar gerade am Freitag 0,095 Euro je Aktie. Und da Naspers ja über 30% an Tencent hält (und damit knapp 3 Milliarden Aktien), dürfte alleine diese eine Dividendenzahlung ausreichen, Naspers am Laufen zu halten und die Gehälter zu bezahlen. Waren ja über'n Daumen gepeilt rund 285 Mio. Euro... ;-)

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  16. Hallo Michael,

    hast Du Dir Mutares mal wieder angeschaut? Die haben die Erwartungen des Börsengangs von STS nicht erfüllen können (26-32 Mill € anstatt 50) und haben daher einen Kurssturz sondergleichen erlebt. Das Papier notiert derzit bei 13,20 €. Ich bin gerade erst mal die Nachrichten durchgegangen und muss noch einen Blick in die Finazberichte werfen, doch damit dürfte Mutares wieder mit einem gehörigen Abschlag auf den NAV notieren.
    Zudem scheinen mir die Aussichten insgesamt intakt. Klat, die Analysten ziehen jetzt auch wieder den konfliktreichen Abgang des letzten CEO aus dem Hut, doch das hat bisher nicht viel angerichtet. Da kann noch was kommen, klar, doch die Aktie cheint mir wieder sehr günstig bewertet.
    Ich frage mich, ob die Aktie nicht jetzt wieder fundamental interessant wird?

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    1. Nein, Mutares werde ich nicht mehr anfassen und das liegt daran, dass die verantwortlichen Personen nicht (mehr) vertrauenswürdig sind oder unfähig. Oder beides.

      Oder mit Warren Buffetts Worten: "Mit schlechten Leuten macht man keine guten Geschäfte". Und wer, wie Mutares, seine Aktionäre so hinters Licht führt, fällt für mich in diese Kategorie.

      Das Problem bei Mutares ist doch, dass sich als roter Faden bei Mutares durchzieht, dass sie ständig - und auch jetzt erneut bei STS - den NAV viel zu hoch ausweisen (prozentual zweistellig) und dann beim Verkauf/Exit diese NAV-Bewertung nicht erreichen. Wenn man dann noch sieht wie viele Aktien in den letzten Wochen in den Markt gedrückt wurden (vermutlich von ausgeschiedenen Mitgründer und Vorstand), während der Vorstand mehrere Jubelmeldungen zum STS-IPO mit aufgehübschten Zahlen verbreitet hat und über diverse Gazetten hat verbreiten lassen, kann man sich doch nicht mehr ernsthaft an solche einem aktionärsfeindlichen Laden beteiligen!

      Ergänzend noch ein paar "einfach gedachte" Anmerkungen zu Mutares:

      1. Dr. Greuer hielt 27% der Aktien und er wurde vor die Tür gesetzt als Vorstand. Der Kurs leidet seitdem unter einem stetigen Angebot an Aktien. Rocket Internet hat kürzlich, als ein Großaktionär rund 6% der Aktien loswerden wollte, ein spezielles Aktienrückkaufprogramm aufgelegt und diese Aktien einfach absorbiert. Kann man auch so erledigen.

      2. Mutares will unbedingt eine hohe Dividende zahlen, obwohl es viel sinnvoller wäre, die vorhandenen Mittel ins Business zu stecken. Die Dividenden wurden in der Vergangenheit nämlich selten verdient, da man eher Verluste ausweisen musste und sich bei den Töchtern verhoben/verschätzt/vergriffen hatte.

      3. Es gibt einen schwebenden Rechtsstreit mit Diehl, der Mutares in schlimmsten Fall einen zweistelligen Millionenbetrag kosten kann (Diehl fordert 22,5 Mio. Euro und da kämen ggf. noch Anwalts- und Gerichtskosten sowie Zinsen hinzu). Würde Mutares diesen verlieren und die Forderung 1:1 durchschlagen aufs Eigenkapital, könnte das für Mutares Existenz bedrohliche Ausmaße annehmen. Zumindest wäre das Unternehmen erheblich eingeschränkt.

      4. Mutares hat einige notleidende Unternehmen verkauft (oder verkaufen müssen), die jahrelang Geld vernichtet haben. Man hat also keinen guten Job gemacht, ob nun bei der Auswahl oder bei der Sanierung/Neuausrichtung. Und STS hat man in kurzer Zeit zusammengekauft und nun soll das Unternehmen auf einmal das X-fache wert sein und schnell an die Börse gebracht werden - aber Mutares will die Mehrheit behalten.

      Nimmt man diese Fakten zusammen, sieht es fast so aus, als müsste Mutares des STS-Verkauf durchziehen, koste es, was es wolle. Weil man nur so an dringend benötigtes Geld kommt.

      Ob es so ist, weiß ich nicht. Aber es wäre eine Erklärung für das Verhalten des Mutares-Vorstands. Und ich fühle mich jedenfalls als Aktionär von diesem Management nicht gut behandelt. Und vor allem diejenigen, die aufgrund der vollmundigen Versprechungen kürzlich in Mutares investiert haben, aber auch die Börsenbriefe und -magazine (wie Börse Online), die diese Propaganda ungefiltert verbreitet haben, die sollten sich "verarscht" vorkommen (wie es der Wikifolio-Trader Lukas Spang aka Junolyst so treffend formulierte).

      Mutares? Ne, danke. Die Bude ist für mich verbrannt. Endgültig. So billig kann die Aktie gar nicht werden, als dass der Preis diese Charakterschwäche und Managementschwächen ausgleichen könnte. Und wenn die handelnden Personen irgendwo anders in verantwortlicher Position auftauchen, wäre diese neue Gesellschaft gleich auch ein No-Go für mich. Und ich brauche Mutares ja auch nicht, denn auf dem deutschen Kurszettel finden sich eine ganze Reihe von interessanten und aussichtsreichen sowie seriösen Beteiligungsgesellschaften. Eine ganze Reihe von ihnen finden sich auf meiner Empfehlungsliste.

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    2. Na, vielen Dank für diese knackige Einschätzung. Ich gebe zu, ich habe an einen Wiedereinstieg gedacht, doch die drei Punkte, die Du genannt hast (andauernder Druck durch Greuer, Diehl und möglicher Verkaufsdruck), hatte ich nicht (mehr) auf dem Radar, und die machen Sinn.

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    3. Ein Nachtrag vielleicht noch: mich wundert, dass keiner der Analysten das Problem vor dem Kurststurz (i.e. vor der IPO) gesehen hat. Am 23 April hat Boersengefluester sehr optimistisch zu Mutares berichtet. Die Analysen waren alle sehr positiv, auch Lukas Spang hat sich erst nachher aufgeregt. Ich frage mch wirklich, warum das so schief gelaufen ist. Waren da alle gutgläubig, und warum hat dann Mutares erst überzogene Bewertungen genannt, wenn das bei der IPO ohnehin ans Licht kommt?

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    4. Mutares hat mit Hauck & Auffhäuser und MainFirst zwei renommierte Adressen für Nebenwerte-IPOs für den STS-Börsengang mandatiert und die beiden werden Mutares eingehend beraten haben. Die letzten Börsengänge hatte H&A ja sehr zufriedenstellend abwickeln können und da hat man wohl deutlich zu hoch gegriffen. Die Stimmung für IPOs hatte sich ja jüngst eingetrübt und mehrere Börsenaspiranten hatten ihre Börsengänge vor oder während der Zeichnungsphase abgesagt.

      Was mich im Fall Mutares aber besonders stört, ist die Tatsache, dass Mutares ganzes Geschäftsmodell darauf beruht, Unternehmen zu bewerten. Billig die hoffnungsvollen Sanierungsfälle einkaufen, umstrukturieren und dann gewinnbringend verkaufen. Sie setzen die NAVs aber generell astronomisch hoch an, kriegen die Unternehmen dann nur mit erheblichen Abschlag losgeschlagen und jetzt versauen sie es mit dem Bewertungsansatz auch wieder beim STS-Börsengang. Das ist schlicht Unvermögen! In ihrer eigentlichen Kernkompetenz!

      Was Junolyst so aufgebracht hat ist, dass er kurz vor der Meldung mit dem Vorstand direkt gesprochen hat und dort noch die hohen Werte bestätigt wurden. Um dann einige tage später kassiert werden zu müssen. Maximaler Vertrauensschaden eben. Und passt für mich ins Bild eines Managements, das nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und nicht sauber arbeitet. Muatres ist nicht mehr "koscher".

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    5. Ich kann nur zustimmen, dass der ganze Vorgang nicht für die Kompetenz von Mutares spricht - aber das gilt doch dann sicher in gleichem Masse für die beratenden Banken. Die müssen sich doch die Bücher genau angeschaut haben. Man könnte natürlich auch vermuten, dass, wenn die Stimmung auf die Zeichnungsspanne gedrückt hat (Springer Nature hat abgesagt, wer noch?), die Rücknahme der Bewertung sehr kurzfristig nötig geworden ist. Das wäre dann von niemand so recht vorhersagbar gewesen und würde Mutares wieder besser dastehen lassen.
      Was Spang angeht, so verstehe ich das Gezeter nicht. Er kann doch wohl nicht erwarten, eben mal so einfach Insider-Informationen zugesteckt zu bekommen - so etwas muss entweder veröffentlicht werden oder man muss schweigen - jedenfalls darf man einzelnen Personen keinen geldwerten Vorteil verschaffen. Nach allem was ich weiß, wäre das strafbar.
      Und noch mal, die Einschätzung des Buchwerts von STS scheint ja von jedem geteilt worden zu sein - haben die alle Mutares einfach so geglaubt? Ich zitiere mal Edison Research vom 28.9.2017:
      "Die Erwartungen für einzelne Portfoliopositionen (Norsilk, Cenpa, BSL Pipes &
      Fittings) wurden nach unten geschraubt, doch der Automobilbereich – das größte
      Segment von Mutares (gemessen an den Einnahmen nach den jüngsten Fusionen und Übernahmen) – entwickelt sich gut. Sowohl die STS Group als auch Elastomer
      Solutions werden ihren Betriebsgewinn im FJ17 voraussichtlich verdoppeln... Der Nettoinventarwert des Portfolios belief sich zu Ende Juni 2017 auf 319,4 Mio. €
      (bzw. 20,6 € je Aktie laut unseren Berechnungen). Dies stellt ein Plus von 3,7 %
      gegenüber dem Wert zu Ende des Jahres 2016 dar. Zum aktuellen Kurs von 13,29
      € werden die Mutares-Aktien nach wie vor mit einem deutlichen Abschlag von 36 %
      auf den NAV gehandelt."
      Da ist also durchaus von ein paar Bewertungen die Rede, die zurückgenommen werden mussten, aber insgesamt klingt das doch positiv, und den Abschlag vom NAV stellt Edison nicht in Frage. Und man könnte auch viel neuere Beurteilungen zitieren: alle positiv. Auch der Rechtsstreit mit Diehl scheint niemanden über Gebühr zu besorgen.
      Die wirklich undurchsichtige Sache war der Rausschmiss von Greuer - damals bin ich auch ausgestiegen.
      Konklusio: ich wundere mich immer noch, warum niemand Probleme mit dem STS-Börsengang gesehen hat (inklusive der begleitenden Banken) und frage mich, ob diese Sache wirklich Mutares allein anzulasten ist.

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    6. Nein, Mutares hat nicht alleine Schuld an dem STS-Fiasko. Die beratenden Banken haben hier auch keinen guten Job gemacht und wohl den Preis zu hoch taxiert. Gier frisst Hirn. Aber das wäre ihr Job gewesen, hier nicht nur auf die eigene Provision zu schielen, sondern den Markt und die Bewertung richtig einzuschätzen.

      Aber... Mutares muss selbst Unternehmenswerte einschätzen können, das ist deren Geschäftsmodell!!! Das kritisiere ich. Und darüber hinaus, dass es eben kein Einzelfall ist, sondern dass Mutares seit langer Zeit zu hohe NAVs ausweist und diese sich bisher nie (!) haben realisieren lassen. Ich habe das als "roten Faden" bezeichnet, diese fortgesetzte Politik des Scheiterns an den selbst zuvor geschürten Erwartungen. Mutares verspricht viel und liefert wenig. Und das seit Jahren. Ketzerische Frage: warum sollte es jetzt auf einmal anders/besser werden? Die gleichen Personen, das gleiche Geschäftsmodell, das gleiche Muster? Also... für mich ist Mutares verbrannt. Und ich werde keine weiteren Gedanken mehr an das Unternehmen verschwenden - dazu gibt es zu viele gute und lukrative Beteiligungsgesellschaften, bei denen ich mich als Aktionär ernst genommen fühle und nicht nur ausgenutzt.

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    7. Noch einmal ein Nachtrag zu der Diskussion:
      1) Ich habe vor 2 Tagen bei Mutares angerufen, um deren Standpunkt zu hören. Zu sprechen war niemand, ich solle eine Email schreiben. Habe ich getan - bisher keine Antwort.
      2) Ein Kommentar zu STS/Mutares bei BSGFL: jetzt nur noch begrenzt erhellend, seine Sicht auf die Finanzen von STS hätte Gereon Kruse mal vorher schreiben sollen.
      Wenn ich Mutares nach Greuers Abgang gehalten hätte, wäre ich ziemlich sicher auch voll hereingefallen. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, genau bei den Finanzen von STS nachzuforschen (mal abgesehen von der Frage, ob ich in der Lage gewesen wäre, irgendwas zu finden.)
      Summa Summarum: letztendlich muss ich Dir Recht geben bei Deiner Einschätzung. Ich werde die Finger von Mutares lassen.

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  17. Hallo Michael,

    ich bin heute das erste Mal bei Dir auf der Seite und wälze mich hier schon geraume Zeit durch die Beiträge. Wirklich klasse! Mein aufrichtigen Glückwunsch zu dieser fantastischen Informationsquelle!

    Nachdem ich in den vergangenen zwanzig Jahren als Kleinanleger so ziemlich jeden Fehler gemacht habe (Stichwort: Buy the Top am Neuen Markt und unlängst bei Krypotwährungen), scheint es allmählich Zeit zu sein für eine gemäßigtere (und intelligentere) Investmentalternative. Könntest Du mir sagen, wie Du zu ETFs stehst? Insbesondere im Vergleich zu Value Investing? Habe hier gerade die Neuauflage des "Kommer"s liegen und ein Absatz beschäftigt sich u.a. auch mit Warren Buffet, der - so zumindest Kommer -, es auch nicht nachhaltig und über eine längere Zeit geschafft hat, den Markt zu schlagen.

    Vielen Dank! Sven!

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    1. Moin Sven,
      Buffett hat über Jahrzehnte den Markt geschlagen. In den letzten Jahren fällt ihm das allerdings immer schwerer, weil er mit seiner Investmentholding so viel Geld angehäuft hat, dass er kaum noch lohnende Investments findet: er kann quasi nur noch die ganz großen jagen, was seine Möglichkeiten erheblich eingeschränkt. Und auch bei diesen machen ihn staatlichen Regulierungen immer öfter eine Strich durch die Rechnung. So kann im Versicherungsbereich nicht mehr ganz frei agieren, weil Berkshire Hathaway ansonsten die Einstufung als systemrelevant droht und dies erhebliche negative Auswirkungen auf sein Geschäft hätte. Ebenso muss er seinen Anteil bei Wells Fargo immer wieder mal reduzieren, weil er hier nicht über 10% kommen darf - das selbe Problem hat er seit Neustem bei Philipps 66. Da die Firmen massiv Aktien zurückkaufen, steigt Buffetts Anteil immer weiter an - und dann muss er Teilverkäufe vornehmen, weil er die 10% nicht überschreiten darf. Auch dies schränkt seine Handlungsoptionen ein.

      Konsequentes Value Investing schneidet langfristig besser ab als der Marktdurchschnitt. Allerdings schaffen es nur wenige Anleger, wirklich den langfristigen, unaufgeregten und wenig aktiven Ansatz zu befolgen. Daher ist es für Anfänger und Hobbyanleger wohl besser, auf preiswerte ETFs zu setzen, um einfach querbeet an der Börse investiert zu sein und die langfristige Rendite von 8 bis 9 Prozent einzufahren. Übrigens... Buffetts durchschnittliche Rendite über 60 Jahre gesehen liegt bei knapp unter 20 Prozent. So viel zum Thema Outperformance... ;-)

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  18. Corestate liegt mittlerweile beieinem KGV von 7,4 und hat eine Dividendenrendite von rund 6%. Es ist mir schleierhaft, wieso es sich hier um meinen am schlechtesten performenden Wert handelt. Die Zinserhöhungsfantasie in Euroland für nächstes JAhr kann ja nicht die Ursache sein, da ist ja nicht viel zu erwarten.
    Bin mittlerweile fünfstellig im Minus ... :-(

    Viele Grüße
    MichaelB

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    1. Vielleicht ist Deine/meine/unsere Investmentthese falsch? Vielleicht liegen die anderen richtig und Corestate Capital ist gar nicht so viel wert, wie wir denken? Und der aktuelle Kurs gar nicht so günstig?

      Kommt man jedoch nach nochmaligem Überprüfen der Fakten zu dem Schluss, dass Corestate Capital momentan geradezu verschenkt wird, dann gibt es weder einen Grund zu verkaufen, noch einen, nicht noch mehr Aktien zu kaufen. Und man sollte sich in Erinnerung rufen, dass schon viele andere Value Investoren diese Phasen durchgemacht haben, bevor sie Erfolg mit einer bestimmten Aktie hatten.

      "Geduld ist die oberste Tugend des Investors."
      (Benjamin Graham)

      "Value Investing ist die Disziplin, Wertpapiere mit deutlichem Abschlag auf ihren aktuellen wirklichen Wert zu kaufen und sie zu behalten, bis dieser Wert realisiert wird. Das Element des Schnäppchens ist der Schlüssel zu diesem Prozess."
      (Seth Klarman)

      "Value Investing erfordert den Mut, genau die Aktien zu kaufen, die die meisten Investoren nicht haben wollen."
      (Christopher H. Browne)

      "Der Value Investor nutzt die emotionale Reise von einer Unter- zu einer Überbewertung."
      (Charles Brandes)

      Aber... am Ende läuft es auf diese Worte Warren Buffetts hinaus: "Value Investing ist simpel, aber nicht einfach." Es kommt eben nicht nur darauf an, zu wissen, wie es (theoretisch) geht, sondern vor allem darauf, es auch anzuwenden. Und das ist ein großer Unterschied und wesentlich schwerer. Wie wir am Beispiel Corestate Capital sehen. Die Aktien sind im Oktober 2017 übrigens mit 17,50 Euro an den Markt gestolpert. Im zweiten Anlauf, da beim ersten Versuch niemand die Aktien haben wollte und auch im zweiten Anlauf waren sie ein Ladenhüter. Einfach mal auf den Chart schauen, dann sieht man, wie viele Leute auf hohen Kursgewinnen sitzen und vielleicht aus Angst, diese "zu verlieren" Gewinne mitgenommen haben in den letzten Wochen und Monaten. Der Kurs war ein Jahr lang nur gestiegen, auf das Dreifache, und das zweite Jahr über konsolidiert der Kurs diesen Anstieg. Wer zu 17,50 Euro eingestiegen war - als niemand die Aktien haben wollte! - liegt auch jetzt noch rund 150% vorne. Mal sehen... ich würde mich nicht wundern, wenn das dritte Börsenjahr von Corestate Capital wieder ein Jahr des starken Kursanstiegs würde. Wie gesagt, ich sehe den fairen Wert bei 60 Euro. Und wenn der eine oder andere (von mir) erwartete lukrative Zukauf gelingt, dann besteht auch über die 60 Euro hinaus weiteres Potenzial. Aber vorerst sollten die 60 Euro als (Zwischen-) Ziel reichen...

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    2. Ich habe Corestate heute nachgekauft.

      Letztes Jahr hatte ich mit Rocket Internet einen ähnlichen Fall. Gekauft für ca 20 Euro. Dann Kurssturz auf 16,xx. Empfohlener Stop Loss von "Der Aktionär" bei 17,70 glaube ich. :o) Hier hat die Geduld sich ausgezahlt.

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    3. Solche Vergleiche zwischen unterschiedlichen Aktien sind in der Praxis nur bedingt brauchbar, denn nur weil man gewisse Parallelen sieht, muss die Aktie dieses Muster nicht wiederholen. Es sind eben doch immer einige Rahmenbedingungen anders und die Unternehmen selbst ebenso.

      Aus den ersten Semestern meines Jurastudiums erinnere ich mich nach an das Phänomen "Die Suche nach dem bekannten Fall". Wenn man als Jurastudent einen Fall durchexerziert hatte und man bekam etwas ähnliches vor die Nase, war man schnell versucht, diesen Fall genauso abzuhandeln. Was meistens voll daneben ging, da der eine oder andere entscheidende Faktor anders war und daher zu sehr abweichenden Ergebnissen führen konnte.

      Dessen ungeachtet hoffe ich für Dich (und für mich aufgrund meines Aktienpakets selbst auch), dass sich die Corestate-Aktie ähnlich verhält wie die von Rocket Internet im letzten Jahr - und wir irgendwann die supersüßen Früchte unserer schier endlosen Geduld ernten und genießen können. ;-)

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  19. Michael, was machen Deine Pläne, Überlegungen zum Kredithebel? Die von mir damals in diesem Zusammenhang ins Spiel gebrachten ETRACS (UU9L94 oder MORL) haben sich seitdem prächtig entwickelt +17,78% ohne Dividenden :-). Wobei da sicher auch früher oder später wieder ein Einbruch kommt. Aktuell noch recht stabil, aber dieser Wert muß m.M. nach beobachtet werden.

    Gruß Konrad

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    1. Bzgl. meiner Überlegungen, evtl. einen Kredit für mein reguläres Aktiendepot in Anspruch zu nehmen, bin ich noch nicht wirklich weiter gekommen. Habe das Thema noch auf der Watchlist, aber schiebe es vor mir her. Aktuell ist nach wie vor mein - begrenzter - Wertpapierkredit bei meinem Dividendendepot. Die Dividenden der BDCs tilgen den fleißig und übertreffen die Zinsbelastungen um das Mehrfache. Ende Juni war es ja wieder so weit und es wurden die vierteljährlichen Zinsen fällig. Am selben Tag ging die Dividenden von ARCC ein und die Nettogutschrift betrug fast das Doppelte der Zinsbelastung. Dabei ist ARCC nur mein drittgrößte Position im BDC-Depot. Bedeutet: alle anderen Dividendengutschriften des gesamten Quartals dienen der Tilgung des Kredits, ARCC alleine stemmt die Zinsen. Was selbst noch bei einer Dividendenkürzung von 50% knapp hinhauen würde. Insofern fühle ich mich mit meinem "Arrangement" nicht unwohl...

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  20. Sorry, aber das kann ich rechnerisch nicht nachvollziehen. Wie kann denn bei Wertpapierkrediten mit einem Zinsniveau von ca. 4% dein Ertrag ein Vielfaches darstellen?

    LG, Thomas

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    1. Die Dividendeneinnahmen sind um ein Vielfaches höher als die Zinsen, weil die investierte Summe wesentlich größer ist als der Wertpapierkreditbetrag. Des Weiteren ist die Dividendenrendite mit rund 8% im Durchschnitt etwa doppelt so hoch wie der Zinssatz für den WP-Kredit.

      Die Beleihungsgrenze sind (zumindest bei BDCs) etwa 25%. Einen Wertpapierbestand von 100.000€ könnte man also mit 75.000€ eigenem Geld und 25.000€ Kredit fahren (was natürlich nicht sinnvoll wäre, weil man so keinen Spielraum bei Kursrückgängen hätte und einen ggf. ein Margin Call ereilen könnte). Aber nehmen wir diese Beträge mal als Beispiel:

      .: 100.000€ zu 8% Dividendeneinnahmen macht 8.000€ Gutschrift.
      .: 25.000€ zu 4% Zinsen für WP-Kredit sind 1.000€ Belastung.

      Real ist der Unterschied noch größer, da die Zinsbelastung noch geringer ausfällt. Denn die Zinsen werden jeweils am Ende eines Quartals belastet, während die Dividenden teilweise monatlich gutgeschrieben werden. Mit jeder Dividendengutschrift reduziert sich der ausstehende Kreditbetrag und damit die zu leistenden Zinsen.

      Und dann nutze ich den Wertpapierkredit auch noch als Geldanlage. Richtig gelesen: wenn ich privat mal etwas Geld übrig habe, packe ich das nicht zu 0% aufs Tagesgeldkonto, sondern "parke" es auf meinem Wertpapierkreditkonto, wodurch ich im betreffenden Zeitraum für diesen Betrag dann 3,9% Zinsen spare. Oder anders herum betrachtet: ich erziele 3,9% Zinsen als "Quasi-Tagesgeldanlage". Und das steuerfrei. ;-)

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  21. Hallo Michael,

    danke für die Antwort. Jetzt versteh ich es. Ich habe mein BDC Depot aus 100% beleihtem Wertpapierkredit laufen...daher die etwas anderen Renditen als bei dir.;)

    Ich "tilge" derzeit auch den Kredit mit Barmitteln, weil es quasi eine Verzinsung von 4% darstellt. Das musste ich meiner besseren Hälfte aber erst einmal erklären.;)

    Mittelfristig soll der Wertpapierkredit für mich vor allem ein Ziel haben (wenn er weitestgehend zurück gezhalt ist): Ich will ihn einfach nur liegen lassen, um bei einer starken Korrektur oder Crash (und das wird die nächsten Jahre sehr wahrscheinlich auf uns zukommen) als Pulver für große Aktienkäufe nutzen. Die anfallenden Zinsen kann ich, sollte es dann noch schnell weiter bergab gehen, von meinem Einkommen locker abdecken. Irgendwann geht es wieder bergauf und spätestens dann sitzt man auf Gewinnen, die auf reinem Kreditgeschäft basieren. Für mich ein viel beruhigender Kredithebel als ein Immobilienerwerb.

    Eine Frage noch. Derzeit beschäftige ich mich intensiv mit der Schuldenthematik und dem globalen und europäischen Finanzsstem. Meiner Meinung nach wird der Euro in der Form nicht mehr ewig existieren und Europa wird auch mittel-langfristig an Bedeutung zwischen den Zentren Nordamerika und Asien verlieren.
    Wie lässt sich am besten Vermögen durch andere Währungen absichern? Aktien in Dollar oder asiatischen Währungen kaufen?

    LG Thomas

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    1. Ich teile Deine Skepsis hinsichtlich des Fortbestands des Euros nicht. Er wird über die Jahre Veränderungen unterliegen bzw. das Euro-Währungssystem, aber an ein Auseinanderbrechen glaube ich nicht. Das ist zwar polemisches Kokettieren, aber die Vorteile des Euros liegen für alle auf der Hand und die überwiegen die Nachteile.

      Beim Thema langfristige Währungsabsicherung bin ich nicht so der Experte; vielleicht kann jemand anderes hier gute Tipps geben?

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  22. Hallo Michael

    Hast du eine Erklärung für den neuesten Kursrückgang bei Blue Cap? Du vor nicht allzu langer Zeit ja einen Artikel geschrieben, wobei sich der Kurs danach ziemlich schnell wieder erholt hatte. Hast du eine Ahnung, weshalb der Kurs nun in den letzten Tagen wieder so gefallen ist? Zudem: Bis wann ist man noch für die diesjährige Dividende berechtigt? Ich habe leider keine vernünftige Angaben im Netz gefunden. Danke im Voraus und freundliche Grüsse aus der Schweiz

    David

    PS: Wenn ein anderer Blogleser Antworten auf meine Fragen hat, dann darf er selbstverständlich auch darauf antworten. :)

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    1. Die Dividende bei Blue Cap wurde bereits abgezogen (Freitag) und ausgezahlt; ich hatte sie gestern auf meinem Konto.

      Zu dem Kursrückgang kann ich nur spekulieren. Blue Cap war in kurzer Zeit stark gestiegen und konsolidiert den Kursanstieg nun. Es gibt aktuell Verunsicherung bzgl. der gemeinsamen Zukunft mit der PartnerFonds AG und wie das alles laufen wird. Vielleicht hatte sich der eine oder andere hier mehr Infos auf der HV am Freitag versprochen? Und heute gibt es bei wallstreet-online ein Interview mit Oliver Kolbe, dem CEO von PartnerFonds - auch da ist nicht viel Substanzielles zur Zukunft herauszulesen.

      Ist aber alles nur Kaffeesatzleserei. Weshalb andere Aktionäre verkaufen, weiß ich nicht. Ich sehe den fairen Wert von Blue Cap bei rund 30 Euro, daher sind Kurse von 23 Euro für mich keine Verkaufskurse. Und da Dr. Schubert auf der HV angekündigt hat, man stehe in Gesprächen zu weiteren Übernahmen noch in 2018, sehe ich die mittelfristigen Perspektiven bei Blue Cap auch jenseits der 30 Euro...

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  23. Blue Cap: Warum ich verkauft habe

    Nachdem hier die Frage aufkam, wer wieso verkauft kann ich hier eine zumindest für mich gültige Antwort geben.

    Als Besucher der Hauptversammlung kann ich ein wenig erzählen. Einzelne, mich skeptisch stimmende Punkte waren:

    Es gab keinerlei Erläuterung, wie der Weg nun gemeinsam mit der Partner Fonds AG weiter beschritten werden soll.Viele Fragen der Aktionäre (auch von DSW) gingen in diese Richtung, wurden aber mit der Bemerkung "abgespeist", man müsse jetzt einfach abwarten und es wird schon nicht zum Schaden der Gesellschaft (BC) sein.

    Mir war auch nicht klar, dass einige Beteiligungen permanent rote Zahlen schreiben. Gemmerler beispielsweise machte zuletzt minus 3,6 MIo EBIT.

    Die Prognose für 2018 ligt bei 8 Mio EBIT. Da fürchte ich eine Senkung der Dividende im nächsten Jahr (Dieses Jahr fast 4 Mio). Mir wäre das ja egal, aber wie das an der Börse ankommt weiß man ja.

    Die anvisierte EBITMarge liegt bei 6%. Ist auch nicht gerade viel.

    Beim Greiffenberger Investment gab es nur den Hinweis, dass man da mehr kaufen wollte, die Aktie sei aber zu teuer geworden, daher hat man nicht weiter gekauft (Habe ich so verstanden). Durch dieses Invest ist aber bereits eine Abschreibung in Höhe von 1 Mio entstanden.


    Meine Einschätzung:

    Ich war ja (siehe Beiträge weiter oben) nicht besonders begeistert über die beiden adhocs bezüglich Partnerfonds und Dr. Schubert. Erst er geht irgendwann in den Aufsichtsrat der BC, dann er bleibt der BC erhalten. Von der Hauptversammlung hatte ich mir eine positive Vision gewünscht, stattdessen wurde ich weiter irritiert. Auch die Tatsache, dass im gesamten Aufsichtsrat keine Aktien gehalten werden und im Vorstand nur noch 13 Stück (!!!) fand ich nicht so prickelnd. Klar, Herr Dr. Schubert hält jetzt noch über die Partner Fonds einen Anteil. Diese Partner Fonds AG hat aber eine extrem schlechte Presse, besonders seriös kommt die bei mir nicht an und ist nun der größte Aktionär der BlueCap. Die wollen über die BlueCap an die Börse. Da fürchte ich eine Kapitalerhöhung und eine Verwässerung. Vielleicht liege ich da falsch, aber ich fand einfach nur die BC alleine viel vertrauenserweckender.

    Der Vertreter von der DSW fragte denn auch Herrn Dr. Schubert, ob die Leute von Partner Fonds ihn unter Drocgen gesetzt hätten, dass er seine Aktien getauscht hat.

    Mein Fazit:
    Ich habe in ca 13 Monaten 100 % Gewinn mit Blue Cap gemacht. Wegen der Steigerung und einer Reduzierung meiner Investitionsquote (JA, ich betreibe Markttiming)hatte ich hier 20% meines Depots angelegt. Direkt nach der HV begann der Kurs zu sinken. Offensichtlich sind auch ein paar andere Leute skeptisch geworden. Meine Angst ist, dass hier irgendetwas passiert oder auch nur gefürchtet wird, dass etwas passiert und der Kurs - ob berechtigt oder nicht - nach Süden geht.

    Ich habe noch in der UBahn auf der Heimfahrt die erste Hälfte verkauft. Die Hälfte, da es einge Tausend Stück waren und der Kurs darunter trotz enger Limits deutlich litt. Den Rest dann diese Woche, nachdem es täglich abwärts geht und meine Befürchtungen sich zu bewahrheiten scheinen. Leider waren jetzt auch hohe Steuern fällig. Aber lieber zahle ich die, als zuzusehen, wie der Kurs fällt und fällt. Ist nicht gerade Spielgeld bei mir. Ich hatte chon einmal bei der dotcom-Blase im Jahr 2000 satte 300% Plus sechsstellig in enem Monat gemacht. Hat nur drei Tage gedauert, da konnte ich gerade noch zum Einstandspreis verkaufen. Das prägt!

    Ich wünsche allen BC Aktionären hier im Blog viel Glück, wenn sich der Nebel über der Zukunft verzieht und eine positive Entwicklung zu erkennen ist, komme ich vielleicht wieder an Bord. Freue mich. wenn ich irre!

    Herzlich, MichaelB

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    1. Nachtrag: Ich bin ohnehin sehr skeptisch derzeit und habe den Finger am Verkaufsabzug. Die letzten Jahre hat es ja richtig Spaß gemacht, alles stieg und jeder Depp hat was verdient. Die Arbeit des individuell Investierens hat sich gelohnt. Nachdem aber jetzt nicht (nur) eine "politische Börse" zu Kursrückgängen führt sondern auch alle Frühindikatoren auf wirtschaftlichen Abschwung hindeuten (zusätzlich durch den Verrückten im Weißen Haus befeuert natürlich) macht es für mich immer weniger Sinn, auf Einzelwerte zu setzen. Und gerade die bei uns Kleinanlegern beliebte Microcaps, die hier empfohlen werden: Wir haben VIEL Geld damit verdient und haben keine Lust Kursstürze auszusitzen. Daher werden die ganz besonders fallen. Schaut Euch mal de Charts an, da ist überall noch viel Luft nach unten. Speziell bei Beteiligungsgesellschaften kann sich der Markt drehen und dann potenziert sich hier das Abwärtspotential. Nur mal so, hoffentlich habe ich unrecht, bin noch zu 50% investiert!

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    2. Wir werden sehen, wie es bei Blue Cap weiter geht. Ich bin und bleibe optimistisch.

      »Die Zukunft ist niemals klar: Schon für ein bisschen Gewissheit muss man einen hohen Preis zahlen. Unsicherheit ist deshalb der Freund von Langfristinvestoren.«
      (Warren Buffett)

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  24. Hallo Michael,

    ich kenne deine kritische Einstellung gegenüber Kryptowährungen, allerdings scheint mir die Investition in Bitcoin aus folgenden Gründen interessant:

    1) Fundamental hat sich dieses Asset weiter behauptet - technologische Weiterentwicklung mit Mikro-Transaktionen.

    2) Der große Hype aus dem letzten Jahr ist erstmal vorbei. Die Amateuere haben sich gehörig die Finger verbrannt. Viele wollen davon nichts mehr hören.

    3) Immer mehr insitutionelle Investoren wollen reingehen. In der Presse werden folgende Namen erwähnt: George Soros als einer der erfolgreichsten Spekulanten aller Zeiten, Peter Thiel als erfolgreicher Unternehmer, Blackrock als größter Vermögensverwalter, Goldman Sachs, Rockefeller, usw...

    4) Die Wahrscheinlichkeit ist groß dass die SEC den Bitcoin-ETF am 10 August durchwinken wird. Damit wird einer breiten Masse ermöglicht, in BTC investieren.

    5) Immer mehr Leute sehen BTC als Krisen-Investment und Inflationsschutz mit Zukunftsperspektive als Internet-Währung.

    6) Wie auch Florian Homm vor kurzem sagte, wird der Krypto-Markt erwachsen. Damit werden die Aussagen von namhaften BTC-Kritikern (zuletzt sorgte Warren Buffett mit seinen Aussagen für einen erneuten Rücksetzer) nicht mehr so stark gewichtet wie früher.

    Siehst du in BTC zumindest eine Trading-Möglichkeit?

    Danke und Gruß

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    1. Kryptowährungen sind kein Asset, das ist ein völlig falsches Verständnis. Kryptowährungen braucht niemand, sie verschwenden auf bisher noch nicht gesehene Art Energie und haben so gut wie keinen Mehrwert. Oh ja, natürlich, sie entreißen den Zentralbanken die Macht der Geldschöpfung. Und legt sie in die Hand von... bisher überwiegend wohl Verbrechern, Abzockern, Beutelschneidern. Die einzigen, für die Kryptowährungen einen wirklichen Mehrwert darstellen, sind Cyberkriminelle, denn die ersparen sich die Schnittstelle (und damit das größte Risiko) zur realen Welt.

      Ich bleibe also bei meiner sehr kritischen und ablehnenden Haltung zu Kryptowährungen. Womit ich nicht sage, dass man damit kein Geld verdienen kann. Das kann man auch mit Drogen oder Menschenhandel. Aber das ist für mich kein Grund, in diese "Geschäfte" Geld zu investieren oder auch nur damit zu spekulieren.

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    2. Moin Michael,

      erstmal vielen Dank und ein dickes Lob für Deinen tollen und lehrreichen Blog! Ich lese ihn sehr gerne und lerne eine Menge.

      An dieser Stelle aber besonderen Dank für Deine klaren klugen Worte zum ökologischen Wahnsinn namens "Kryptowährung". Die menschliche Gier schmiedet hier leider gerade einen weiteren Sargnagel für unseren Planeten.

      Viele Grüße

      Jan

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  25. Moin,

    Lang & Schwarz ist dir sicherlich ein Begriff, wurde aber hier von dir noch nie behandelt, zumindest konnte ich nichts finden. Ist zuletzt nach der Dividendenausschüttung wie auch in den Vorjahren "traditionell" unter Druck geraten. Dazu kommt sicher der Ausstieg vom kleinen Chef.
    Auf dem aktuellen Kursniveau mehr denn je ein Unternehmen mit intakter Wachstumsstory und attraktiver Dividendenrendite.
    Was hältst du von Lus?

    Gruß

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    1. Lang & Schwarz ist nicht so mein Fokus. Das Brokergeschäft ist mir zu wechselhaft und Wikifolio betrachte ich als enormes Risiko - wenn denn die Kurse mal stärker und länger einbrechen und das zu einem Nadelöhr wird. Das schaue ich mir lieber von der Seitenlinie an und investiere in Branchen, die mir mehr zusagen.

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    2. Moin und vielen Dank für deine Antwort!
      LuS macht allerdings mehr als nur Brokerage. Was Wikifolio angeht, so wird hier auch seitens des Vorstandes immer wieder betont, dass man die Bedeutung von WF für LuS nicht überbewerten darf. Was vor allem die Anleger gerne tun, da ja auch etwas Phantasie drinsteckt.
      Dass du das Geschäft generell als zu wechselhaft empfindest, kann ich allerdings nachvollziehen. Andererseits, welche Aktie ist bei einem Crash sicher...

      Danke noch mal für deinen Meinung, finde ich toll, dass du den Kontakt zu deinen Followern und Blogbesuchern so stetig pflegst !
      Gruß

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  26. hallo herr Kissig,

    wie finden sie die akuelle situation bei Mvise und S&T würden sie da nochmal aufstocken suf diesem niveau ? denke mfg

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    1. Sowohl mVISE als auch S&T sind aktuell für mich Haltepositionen. Bei mVISE verunsichert der letzte Schachzug (Verkauf der Just Intelligence) schon, denn bisher - und zwar bis unmittelbar vor dem Verkauf sogar noch in der Unternehmenspräsentation - war diese Beteiligung als ein großer Hoffnungsträger dargestellt worden. Und jetzt passt sie plötzlich nicht mehr zur (neuen?) Strategie? Auch ist nichts über den Kaufpreis bekannt und was mVISE mit dem Geld nun anfangen will. Viel Ungeklärtes und das lastet erstmal auf dem Kurs.

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  27. Hallo Michael,

    mich würde deine Einschätzung zu der BDC Alcentra Capital Corp (ABDC)investieren.
    Halte den Titel für sehr interessant, da dieser aktuell sehr stark unter NAV liegt und (soweit ich recherchieren konnte), durch die letzte Dividendenkürzung diese nun nachhaltig durch das NII gedeckt sind. Es stehen zwar noch massive Abschreibungen an, jedoch sind diese meines Erachtens mehr als eingepreist, so dass auf absehbare Zeit eigentlich auch wieder eine Anhebung der Dividende im Raum stehen sollte der sicherlich auch mit einem stärkeren Kursanstieg einher geht. Wie ist deine Meinung zu dieser BDC? Vielen Dank schon mal vorab für deine Einschätzung!

    Viele Grüße aus München
    CC

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    1. Ich kenne die BDC Alcentra Capital Corp. (ABDC) nicht. Aber schon der erste Blick auf die Zahlen hat mir gereicht: der NAV fällt seit längerem, das NII sinkt beständig, die Dividende wird ständig gekürzt, es sieht nach weiteren nötigen Abschreibungen aus, weil das Kreditportfolio nicht gut diversifiziert und überdurchschnittlich risikobehaftet ist. Das alles spricht klar gegen den Kauf dieser BDC.

      Auf der Gegenseite finden sich zwei Argumente: ABDc ist Teil der Bank of New York Mellon Asset Management Group, was an sich für Kompetenz sprechen sollte. Und das Kurs-NAV-Verhältnis notiert bei 0,54. Das sieht auf den ersten Blick günstig aus.

      Aber... ich kenne diese Konstellationen aus eigener leidvoller Erfahrung. Ich habe nämlich TICC (heute Oxford Square), TCAP, KCAP und PSEC gekauft. Und allesamt haben den Negativtrend einfach fortgesetzt und ich habe mit ihnen Schiffbruch erlitten (was meinen Investmentcase angeht; ich habe nicht mit allen Geld verloren).

      Meine Erfahrung ist, dass ein bisher schlechtes Management kaum geeignet ist, das Ruder erfolgreich herumzureißen. Und auch wenn man die Aktie "billig" einkauft mit großem Abschlag auf den NAV, hat man nichts davon, wenn dieser weiter sinkt aufgrund von Kreditausfällen. Auch das operative Ergebnis, das NII wird dann weiter sinken. Und der Abstand zum NAV wird sich dann nicht verringern, sondern mindestens gleich bleiben und der Kurs weiter fallen. Und trotz des jetzt oberflächlich betrachteten "sicheren" Payout-Ratios könnten weitere Dividendenkürzungen folgen. Und alles zusammen bietet trotzdem nur eine Dividendenrendite von 11,75%.

      Die Frage ist also, weshalb man diese ganzen Risiken in Kauf nehmen sollte und eigentlich nur auf die Hoffnung setzen kann, dass es irgendwie mal besser wird, wenn man bei erheblich weniger Risiko z.B. bei TPG Speciality Lending (TSLX ) rund 9,5% Dividendenrendite bekommen kann. 2% Unterschied bei der Dividendenrendite aufs Jahr gesehen klingen viel. Aber schau Dir nur mal den Kursverlauf von ABDC in den letzten 12 Monaten an: rund 40% Kursverlust. Die werden kaum aufgewogen durch die 2% höhere Dividendenrendite.

      Für mich passt bei ABDC das Chance-Risiko-Verhältnis nicht - wenngleich ich das Unternehmen nur oberflächlich gestreift habe. Ich werde lieber auf Ares Capital (ARCC) und Apollo Investment (AINV) als Turnaroundwerte setzen; da stehen die Chancen ziemlich gut, dass sie erfolgreich die Kurve kriegen. Und ARCC scheint dies sogar bereits geglückt zu sein, wie der steigende NAV und das steigende NII zeigen.

      Bitte immer an Benjamin Grahams mahnende Worte denken: zuerst auf das Risiko schauen und erst danach auf die potenzielle Rendite. Oder noch konkreter zu ABDC: "Die größten Verluste entstehen durch den Kauf von Titeln geringer Qualität zu einem vermeintlich günstigen Preis".

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    2. Vielen Dank für deine Einschätzung. Was es aus meiner Sicht allerdings zu beachten gilt, ist das nun erreichte Verhältnis zwischen Ausschüttung von 0,18$ und zu den in den letzten Quartalen erzielten NII und EPS. Hier besteht aktuell bereits schon ein massiver Abschlag, weshalb ich eher die Chance auf einen nachhaltigen Turnaround sehe (zumindest auf Zahlenseite da endlich weniger ausgeschüttet wird, als verdient und in Q! 2018 erstmals auch das NAV wieder gestiegen ist). Natürlich bin ich auch in diversen anderen BDC´s investiert, frage mich aber gerade ob ich KCAP nicht eher gegen ABDC als Turnaraound-Kandidat austauschen sollte. Die heutigen Zahlen bei KCAP haben nicht wirklich überzeugt und ich befürchte, dass es weiterhin bei viel heißer Luft vom Management bleibt und die nächste Dividendenkürzung in Q4 bekannt gegeben wird, wenn in Q3 nicht noch ein Wunder passiert. Was der Kurs dann macht, ist wohl halbwegs vorhersehbar.
      Daher die Frage, ob das Chance/Risikoverhältnis in diesem Fall dann nicht eher für ABDC spricht statt für KCAP.


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    3. Bei KCAP teile ich Deine negative Einschätzung und werde die Reißleine ziehen. Ich vermute, dass dort bereits im nächsten Quartal eine weitere Dividendenkürzung ansteht - die dann sechste in Folge. Also lieber ein Ende mit Schrecken...

      Nochmal zu ABDC: ich investiere in BDCs, um einen hohen und stetigen Dividendenstrom zu generieren. Kursgewinne sind hierbei sekundär. Was Du beschreibst, ist eine reine Spekulation auf Kursgewinne aufgrund einer vermuteten Unterbewertung - solltest Du damit Recht haben, würde die Dividenenrendite von ABDC aber massiv sinken und dann ein weiteres Argument wegfallen, weshalb man in eine so hoch risikobehaftete BDC investieren sollte, wenn man ähnliche Renditen mit deutlich geringerem Risiko bei anderen BDCs einfahren kann. Aber ich will Dir Deine Spekulation auf einen Turnaround bei ABDC gar nicht ausreden...

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    4. Vielen Dank für deine erneute Rückmeldung und Einschätzung. Bei KCAP werde ich wohl heute nach dem Conferenzcall auch die Reisleine ziehen. Viel Erfolg weiterhin bei deinen Investments und vielen Dank für den ganzen wertvollen Inhalt von dir auf deiner Seite!

      Viele Grüße
      Cetin

      P.s. Die Seite wirst du wahrscheinlich schon kennen, falls aber nicht, anbei der Link. Hilft mir stark bei der Suche nach aussichtsreichen BDCs.
      www.bdcinvestor.com

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  28. Moin Michael

    Der Kurs bei der MBB SE dümpelt nun seit einer gefühlten Ewigkeit vor sich hin, resp. taucht immer wieder mal ein wenig ab, was ich nun 2-3 Mal als Kaufgelegenheit wahrgenommen habe. Rechnest du damit, dass hier bald mal wieder ein wenig Action reinkommt, bspw. nach den Quartalsergebnissen in 2 Wochen?

    Beste Grüsse
    David

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    1. Moin David,
      ich rechne mit guten Zahlen bei MBB, aber eine große Auswirkung auf den Kurs erwarte ich eher nicht. Bei MBB liegt der Trigger in neuen Beteiligungen, in Übernahmen und dem Einsetzen des großen Cash-Bestands. (Erst) wenn dies gelingt, wird der Kurs wieder signifikant anziehen. Vermutlich dann sprunghaft. Ich über mich daher weiter in Geduld. Auch zwischen der Claas-Akquisition und der Aumann-Übernahme lag eine längere Zeit und wir wissen ja, wie reich die Aktionäre für ihr Warten belohnt wurden (der Kurs lag damals bei €10 bzw. €20).

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  29. Hallo Herr Kissig,
    ich habe eine Frage zu MPH Health Care. Die Aktie hat sich in den letzten Monaten gut entwickelt. Ich habe mir auch den Jahresabschluss 2017 angesehen. Die Gesellschaft hat drei börsennotierte Töchter, deren Aktien sich in 2017 gut entwickelt haben. Das hat zu Gewinnen der MPH in 2017 geführt. So weit so gut.
    Dann gibt es noch die nicht börsennotierte Magnum AG, die 60% an der MPH AG hält. Nun hat die MPH in 2017 ihren Kurs nicht steigern können. Trotzdem hat die Magnum AG in 2017 einen großen Gewinn gemacht. Ich habe das nicht verstanden.
    Gibt es da etwas, was man noch wissen sollte oder mache ich einen Denkfehler.
    Und es würde mich natürlich interessieren, ob Sie die MPH oder eine ihre Töchter für eine gute langfristige Geldanlage halten.

    Vielen Dank und schöne Grüße

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    1. Ich meide Unternehmen aus dem Dunstkreis der Magnum. Haemato war mal die Windsor AG und ein Immobilienunternehmen - mit einer Tochter namens MPH, das im Pharmabereich tätig war und hohe Dividenden liefern sollte. Und zwei weiteren Pharmatöchtern, Pharmigon und Simgen (eine wurde später in Haemato umbenannt, glaube ich). Dann wurde - nach heftigen Misserfolgen bei der Windsor - schlagartig das Immobilienbusiness verkauft und die Windsor übernahm das Pharmageschäft der Haemato und der anderen Pharmatöchter. Das Immobilienunternehmen wurde mal eben so zum Pharmaunternehmen! Und der Immobilienbereich ausgegliedert und verscherbelt. Am Ende dieses ganzen Kuddelmuddels war auf einmal die MPH war die Mutter der Haemato/Windsor.

      Die Aktionäre waren dem Hin- und Her schutzlos ausgeliefert und den besten Schnitt zu jedem Zeitpunkt hat immer die Magnum gemacht. Weiß nicht, ob ich die inzwischen Jahre zurückliegenden Vorgänge korrekt zusammengefasst habe, aber für mich ist seit jener Zeit klar, dass ich mit diesen Leuten (Magnum) keine Geschäfte mehr machen möchte. Als Aktionär bin ich denen nicht wichtig, die agieren ausschließlich aus Eigennutz.

      P.S.: Die Windsor AG war das erste Unternehmen, das ich hier im Blog besprochen habe (Dezember 2011). Ich habe also meine persönlichen Erfahrungen mit der Magnum gemacht, auch als herumgeschubster Aktionär ihrer Beteiligungen.

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  30. Hallo Michael,
    gerade habe ich den 2ten Quartalsbericht von GBK Beteiligungen gelesen: Ausblick verhalten aber solide. Der Aktienkurs bewege sich in einer Bandbreite zwischen 10,5 und 11 Euro - ja, und gerade als ich nachschaue und mir ueberlege, ob es sich lohnen koennte nachzukaufen,, sehe ich, die Aktie steht in Hamburg auf 12 Euro. Dennoch, ich glaube, dass der Kurs erst mal wieder zurueckkommen wird - was meinst Du, ist die Aktie unter 11 Euro ein Kauf?

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    1. GBK Beteiligungen finde ich weiterhin interessant. Die geben viertjährliche Aktionärsbriefe raus, so dass man sich in den Grundzügen über den Geschäftsverlauf informieren kann. Das gefällt mir gut.

      GBK hat in den letzten Jahren viele gute Exits gehabt und konnte Erfolge feiern. Sie sind auch in diesem Jahr rührig - allerdings gab es einen Fehlgriff aus der Vergangenheit und der Verkauf führte zu einem Verlust, der Jahresabschluss 2018 belasten wird. Daher dürfte der Kurs kurzfristig auch nicht in den Himmel wachsen.

      GBK ist ein solides Langfristinvestment mit üppiger Dividendenrendite. Muss man nicht sofort kaufen, sondern kann man über eine Limitorder versuchen, auf der Ask-Seite abzustauben. Denn der Wert ist schon ziemlich markteng.

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    2. Danke, das bestätigt meine Einschätzung. Ich bin schon ansehnlich investiert, denke aber darüber nach, noch einmal rund ein Viertel aufzustocken. Übrigens habe ich GBK in Deinem Blog kennengelernt.

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  31. Hallo Michael,
    Der Preis der mVISE Aktie ist seit geraumer Zeit auf Talfahrt vom Hoch im Juni. Meinst du es liegt einfach am starken Kursanstieg davor oder auch am Verkauf der Just Intelligence GmbH Beteiligung vor kurzem? Ich kann keine grundsätzliche Veränderung an den Erfolgsaussichten des Unternehmens erkennen und habe heute zugeschlagen.
    Beste Grüße

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    1. Genau. Diese beiden Faktoren erzeugen momentan Unsicherheit bei mVISE. Das Unternehmen ist nicht gerade günstig bewertet, rechtfertigt dies aber durch sein starkes Wachstum und seine zunehmenden Margen. Jetzt hat man die Just Intelligence GmbH Knall auf Fall verkauft, obwohl diese profitabel ist und Teil der (bisherigen) Strategie und des Wachstums. Eine nachvollziehbare Begründung zu dem Verkauf gibt es bisher nicht, finanzielle Details auch nicht. Man tappt also im Dunkeln. Klar ist allerdings, dass die bisher verkündeten Wachstumsziele ohne JI nicht zu erreichen sind. Also müssen dies entweder reduziert werden oder Vorstand Götz hat bereits ein (oder zwei) andere Ziele im Auge. Denn externes Wachstum durch Übernahmen sind ja ebenfalls Teil der Wachstumsstrategie. Solange hier nichts Konkretes kommt, wird der Kursverlauf eher nervös bleiben, denke ich...

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    2. Im Interview mit "Die Vorstandwoche" hat sich mVISE-CEO Götz zum Verkauf der Just Intelligence GmbH geäußert. Danach war die JI letztes Jahr nur durch ein hohes Maß an Aktivierungen profitabel, das in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten war. Der Kaufpreis, so DVW, dürfte daher eher symbolisch gewesen sein. Götz geht davon aus, dass mVISE ohne die JI die Jahresprognose sogar leichter erreichen kann. Den entfallenden JI-Umsatzanteil glaubt man durch zusätzliches organisches Wachstum kompensieren zu können. Die Jahresprognosen wurden daher bestätigt. Und nochmals explizit darauf hingewiesen, dass mVISE auch durch anorganisch wachsen will - und muss, wenn man die mittelfristigen Ziele erreichen möchte.

      Unterm Strich also eine Beruhigungspille. Die Unsicherheit bleibt dennoch vermutlich noch eine Zeit lang Begleiter in diesem Wert. Die Perspektiven stimmen aber und mVISE dürfte auf dem Niveau von €4,50 eine attraktive Chance sein. Die Vorstandswoche geht davon aus, dass der Kurs die vor einiger Zeit erreichten Hochs bei €6 wieder sehen wird...

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    3. wann würdest du nochmal zuschlagen und aufstocken ?

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    4. Mein Investmentcase bei mVISE ist "on track", aber einen Grund, meine Position jetzt aufzustocken zu müssen, sehe ich auch nicht. Momentan warte ich einfach nur ab.

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  32. Hallo Michael, habe mir eine Turnaround-Idee von den Britischen Inseln zugelegt. Mich würde Deine Einschätzung interessieren. Das Geschäftsmodell sollte gerade in diesem Sommer ziehen, aber auch sonst wird Bier immer getrunken und die Engländer werden auch weiterhin die Pubs besuchen, egal wie das mit dem Brexit ausgeht. Meine Anlage ist GREENE KING PLC mit WKN A0F66P. Übrigens der Buchwert liegt bei umgerechnet ca. 7,- EUR (6,28 GBP), beim derzeitigen Kurs also deutlich darunter. Bin gespannt, ob ich Dir damit einen Tipp geben kann. Vielen Dank ansonsten für Deine guten Kommentare und weiterhin gute Investitionen. Gruß Konrad

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    1. Moin Konrad,
      danke für den Tipp Greene King PLC. Allerdings habe ich keinerlei Marktkompetenz bzgl. Pubs/Kneipen und was ich so am Rande die letzten Jahre gelesen habe, sieht es nicht positiv aus für die britische Kneipenszene (Rauchverbot, sinkender Bierkonsum). Aus Deutschland erinnere ich mich an frühere Aussagen, dass rund die Hälfte der Bars und Kneipen innerhalb eines Jahres nach den Eröffnung Pleite gehen. Daher werde ich dieses Spielfeld lieber nicht betreten...

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  33. GNW fällt heute 5%. Hängt das vielleicht mit der Unsicherheit zusammen, dass am 15 August die Parteien (Genworth/Oceanwide) von der Transaktion zurücktreten können? Die Zahlken waren ja gut, soweit ich das verstanden habe.

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    1. Dieses zum fünften (?) Mal verlängerte Merger-Agreement wird auch nochmals verlängert werden. Der Chef von Genworth Financial hatte neulich gesagt, er gehe davon aus, dass der Zusammenschluss zwischen September und Dezember genehmigt und erfolgen werde.

      Ich schätze eher, die Börse hat GNW dafür abgestraft, dass der Zollstreit in China in die nächste Runde geht und gestern neue Strafzölle durch die USA verhängt wurden.

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  34. Lieber Michael,
    hast Du Dich schon mal mit All For One Steeb beschäftigt? Das Unternehmen ist der größte SAP-Dienstleister für den Mittelstand im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen verzeichnet aktuell ordentliches Wachstum im Bereich Cloud-Angebote. In Zukunft sehe ich besonders Chancen durch die zunehmende Umstellung auf SAP S/4HANA, in die AFOS gerade stark investiert und in den kommenden Jahren profitieren sollte. Aktuell belasten Investitionen das Ergebnis aber deutlich. Schon seit einigen Tagen fällt der Wert und nach den Quartalszahlen heute nochmal deutlich. Eine gute Einstiegsgelegenheit für Langfrist-Anleger? Wie bewertest Du das Unternehmen insgesamt?

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    1. Nein, All For One Steeb habe ich nicht auf dem Schirm. Ich tue mich schwer mit Softwarefirmen, weil ich die Produkte nicht wirklich bewerten/einschätzen kann. Ich weiß nicht, inwieweit sie ein USP (Unique Selling Point) darstellen, also einen Burggraben bieten, und/oder ein Konkurrent sich hier mit etwas Geschick ganz schnell eine eigene Lösung zusammenbauen und auf den Markt bringen kann. Aus diesem Grund halte ich mich bei Softwarefirmen zurück - mit Datagroup und mVISE habe ich auch zwei auf meiner Beobachtungsliste. Und natürlich bin ich indirekt beteiligt an der IT Competence (die Navigator Equity Solutiuons hält ja rund 75% an der ITC) und an Beta Systems sowie Easy Software, wo sich die Deutsche Balaton maßgeblich eingekauft hat. Dafür, dass Software nicht zu meinem Circle of Competence gehört, habe ich dann doch reichlich derartige Unternehmen im Depot...

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  35. Hallo Michael,

    was hält du von Tanker / Schiffaktien wie

    SHIP FINANCE INTL LTD. BMG810751062
    Navios Maritime Midstream Partners LP MHY621341046

    Was hältst du allegemein von dieser Branche und gibt es Unternhemen die du empfehlen kannst.
    Die oben genannten zahlen auch ne ordentliche Dividende, wobei bei zweitem die Dividende massiv gekürzt wurde, was den Kurs regelrecht einkrachen ließ.

    Bin auf dein Meinung dazu gespannt.
    Viele Grüße und danke.
    Christian

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    1. Mein Ausflug in die Investmentwelt der Schifffahrt erfolgte ja nur indirekt über Ernst Russ, MPC Capital und ein wenig über Lloyd Fonds. Also Asset Manager. Llyod Fonds wird sich aus dieser Sparte zurückziehen und Erst Russ sowie MPC Capital habe ich gerade von meiner Beobachtungsliste gestrichen - vor allem wegen des nicht meinen (zu positiven) Erwartungen entsprechenden Bereichs Schifffahrt. Die schwachen Zahlen bei Hapag Lloyd in Kombination mit deren Erklärung, dies läge auch an den (wieder) sinkenden Frachtraten und des hohen Konkurrenzdrucks, haben mich zu der Einschätzung kommen lassen, dass ich die gesamte Branche/Sparte skeptischer sehe und mich daher auf andere Bereiche konzentrieren werde.

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  36. Hallo Michael, über welchen Börsenplatz handelst Du die Aktien der BDCs wie z. B. Ares Capital oder TPG Specialty Lending? Im Direkthandel (Tradegate) liegen die Spreads oft zwischen 1 und 2 %.

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    1. Ich habe bisher BDCs ausschließlich in Deutschland gehandelt - die Spreads sind deutlich größer, solange die Börse in New York geschlossen ist. Die bessere Handelbarkeit und geringere Spreads bekommt man zwischen 15:30 und 20:00 (Schluss in Frankfurt).

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    2. Bin zwar nicht Michael, aber handle kleine US-Werte wie die BDCs meistens über die NYSE, insbesondere dann wenn die Alternative nur eine Regionalbörse wie Frankfurt oder Stuttgart ist, wo bei OnVista inkl. Handelsplatzgebühr dann 11,50€ pro Order anfallen. In New York hat man den Spread nicht und die Order kostet um die 13€.
      Wenn über Tradegate handelbar (6,50€ bei Onvista), dann würde ich evtl. dort kaufen und das Kauflimit beim Geldkurs setzen.

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  37. Hallo Michael,
    gerne lese ich deine Texte und Folge deinen Gedanken. Was denkst du über den aktuellen Kursverlauf von Aurelius, sind das schon (Nach) kaufkurse? Im Prinzip gab es ja keine Bad News, nur das anscheinend immer mehr Anleger realisieren das 2018 ein übergangsjahr wird. Oder übersehe ich was? Liebe Grüße aus Ostfrieslland

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    1. Die Zahlen von Aurelius lagen auf dem zu erwartenden Niveau. Wirkliche Trigger sind momentan aber nicht zu sehen, denn die Mitteilung hat abgesehen von den reinen Zahlen und dem NAV nichts Interessantes geboten. Vor allem nichts zum Stand bei Home Office Europe, der größten und wichtigsten Beteiligung im Aurelius-Portfolio. Vermutlich hatten sich einige mehr von den Zahlen und/oder Infos versprochen.

      Es ist ganz normal, dass Aurelius nach einem solchen Klassejahr wie 2017 (und damit meine ich nicht die Shortattacke, sondern die gewinntreibenden Exits und die Übernahme von HOE samt üppiger Bargain Purchases) nicht gleich wieder so ein Rekordjahr abliefern kann. Das Business von Finanzinvestoren ist zyklisch, weil die eingekauften neuen Beteiligungen ja nicht über Nacht einfach mehr Wert werden, nur weil sie nun im Eigentum von Aurelius sind. Der Wert steigert sich durch Kosteneinsparungen, Umstrukturierungen und ggf. Add-on-Käufe. Und in der Regel über einen Zeitraum von sieben Jahren hinweg. Bei einem Riesenunternehmen wie KKR glättet sich das ein wenig, weil die global unterwegs sind und inzwischen so viele Beteiligungen haben, dass da immer irgendeine gerade Reif für einen Exit ist. Soweit ist Aurelius noch lange nicht. Wie z.B. auch bei der Deutschen Beteiligung, wo nach dem Rekordjahr 2016/17 nun ein "moderates" Übergangsjahr verkraftet werden muss. Mit entsprechendem Kursdurchhänger. Aber genau diese Kursphase bietet - auf mittlere und lange Sicht - die besten Kurssteigerungschancen. Kaufen, wenn niemand anderes die Aktie haben will. In dem Wissen, dass man Durchhaltevermögen mitbringen muss und auch noch eine ganze Weile wie der Loser aussehen kann. Denn wann der Kurs wieder steigen wird, und ob es vorher nicht noch weiter bergab geht, das wissen wir nicht. Nicht einmal, ob er überhaupt wieder steigt. Wir können nur den Wert je Aktie ermitteln und uns überlegen, ob der aktuelle Kurs hierzu im Verhältnis eine günstige Gelegenheit darzustellen scheint. Oder nicht. Nach dem Kauf der Aktie ist man in der Hand der anderen Börsenakteure - denn die machen dann mit ihren Käufen und Verkäufen den Preis/Kurs.

      Aber wie Charlie Munger schon richtig sagt: "Du machst kein Geld, wenn du Aktien kaufst. Du machst kein Geld, wenn Du Aktien verkaufst. Du verdienst Geld, wenn Du abwartest. (...) Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr bekommen als das, wofür Du bezahlst. Investieren ist, wenn Du einige großartige Unternehmen findest und dann auf Deinem Hintern sitzt."

      Genauso läuft's...

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  38. Hallo Michael,

    Was sagst du zu den Zahlen von Technotrans?
    Ich fand die sehr solide.
    Trotzdem kennt der Kurs momentan nur eine Richtung.
    Für deine Einschätzung ich sehr dankbar.

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  39. Guten Abend Herr Kissig,
    Ich habe mich auch bei select energy eingekauf.
    Haben Sie eine Erklärung warum der Kurs so abstürzt?

    Mfg

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    1. Select Energy ist ein Service-Unternehmen für die Fracking-Industrie. Die Kurse so einiger "Zulieferer" dieser Branche sind die letzten Tage unter die Räder gekommen. Des Weiteren gibt es im Süden ein Pipelineproblem (für das Öl), weil die Kapazitäten dort voll ausgereizt sind. Man arbeitet an einer weiteren Pipeline, aber die wird noch einige zeit in Anspruch nehmen. Klar ist daher, dass die Frackingunternehmen in ihrer Expansion und ihrem Förderwillen hierdurch eingeschränkt werden - wenn sie das Öl nicht abtransportiert bekommen, verdienen sie kein Geld. Also bohren sie nur so viel, dass sie nicht unnötige Kosten/Risiken eingehen. Bedeutet für die Ausrüster, dass auch ihre Verkaufsvolumina gedeckelt sind für einige Zeit. Und das lastet wohl auch etwas auf dem einen oder anderen Wert.

      Und als Drittes ist vor knapp drei Monaten die Lock-up-Frist für Aktien von Altaktionären abgelaufen, so dass hier auch ein gewisser Abgabedruck entstanden sein könnte. Allerdings nicht erst gestern, sondern schon seit Wochen.

      Drei mögliche Erklärungen, aber Konkretes zum Kursverlauf weiß ich auch nicht.

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  40. Guten Morgen, an dieser Stelle ein Lob für den tollen Blog und die kompetenten Beiträge von Ihnen. An dieser Stelle sieht man ganz gut, was passiert, wenn man viele gute und spannende Firmen vorstellt und andere diesen Empfehlungen folgen und vielleicht nicht 100 % von dem Unternehmen überzeugt sind bzw. nicht selbst in die Bücher des Unternehmens geschaut haben. Wie voll wird es denn erst auf dieser Kommentarseite wenn die Börsen um 30 % bis 40 % runtergehen? Ist wie mit Aktientipps in der Familie oder Freunde, da rate ich stumpf auch nur zu dem Vanguard FTSE All-World als Sparplan auch wenn das bei weitem nicht das Optimum ist, kommen dann wenigstens kaum nachfragen und dann lässt sich das einfach mit dem Gesamtmarkt argumentieren. Sehr gute Arbeit, meine Stimme bei Value-Blog haben Sie bekommen.

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    1. Wenn's mal richtig runter geht mit den Kursen, wird uns das alle schmerzen. Diejenigen, die sich ihre eigenen Gedanken zu Unternehmen gemacht haben, sollten solche Phasen aber gelassener wegstecken können, weil sie ja nicht nur an den Kursen hängen, sondern sich mehr auf den fairen Wert fokussieren. Und daher bei Gelegenheiten auf Schnäppchenjagd gehen.

      Buffett liebt solche Phasen, weil er nicht auf sein Depot achtet, sondern nur darauf, was er alles zusätzlich kaufen kann. Er ignoriert also seinen (vollen) Kühlschrank, wenn es Rabatte hagelt...

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  41. Hallo Michael und Hallo in die Runde,

    hat Jemand Informationen zum Kurssprung von fast 10% bei NEWT? Mich freut es zwar, wüßte jedoch auch gerne den Grund. Habe die mir bekannten Informationsquellen durchforstet, aber nichts gefunden. Anhebung der Dividende auf 1,72$ bis max. 1,80$ p.a.?

    beste Grüße Hans-Jürgen

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  42. Hallo Michael,

    was hältst du von den Halbjahreszahlen von Funkwerk? Haben Sie deine Erwartungen lediglich erfüllt oder sogar übertroffen?

    Grüße Christian

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    1. Knifflige Frage, Christian: meine Erwartungen an die Funkwerk-Zahlen waren, dass sie ihre eigenen Prognosen deutlich übertreffen und diese Prognosen anheben werden müssen. Genau das ist eingetreten; insofern wurden eine Erwartungen "nur" erfüllt. Einen kurzen Artikel habe ich dazu auch verfasst.

      Andererseits sehe ich in den nun ausgegebenen Prognosen weiteres Potenzial für eine Übererfüllung am Jahresende, zumal der Auftragseingang in den letzten Wochen exorbitant gut war. Das kann man zwar nicht einfach aufs Jahr fortschreiben, aber ein gutes Indiz, wohin die Reise gehen wird, ist es allemal. Aus meiner Sicht ist es arg verwunderlich, dass man auch heute noch die Funkwerk-Aktien für unter 15 Euro kaufen kann. Quasi unbegreiflich. Die sollten im nächsten Jahr eher die 20 Euro-Marke durchbrechen, wenn alles weiter so reibungslos und hervorragend läuft...

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  43. Hallo Michael
    zuerst einmal: Tolles Blog! Vielen Dank für die super Infos.
    Was hältst du von stark gefallenen Tele Columbus?
    viele Grüße, Christof


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    1. Tele Columbus habe ich nicht auf dem Schirm und kann daher keine fundierte Meinung zu dem Unternehmen abgeben. Scheint aktuell aber eh hauptsächlich ein Zock zu sein, völlig abseits eines Investmentcases. Das Unternehmen hat sein längerer zeit operativ Probleme und hat nun die Veröffentlichung des Geschäftsberichts verschoben - ohne Angaben von Gründen. Das ist für mich per se eine blutrote Warnlampe, denn solange man nicht weiß, worauf man sich einlässt, kann man es auch nicht bewerten. Und frei nach dem Kabarettisten Dieter Nuhr: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Finger davon lassen". ;-)

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  44. Hallo Herr Kissig,

    ich habe mehrere Fragen und würde gerne mit Ihnen darüber ins Gespräch kommen.
    1. Wie stellt sich Ihr beruflicher Werdegang dar? Genauer, wie landet man bei einer GmbH mit ausreichend Verlustvortrag und denkt sich: "ich weiß, was ich tue, kenne mich mit den Finanzmärkten aus, also lasse ich mir von der Gesellschaft ein kleines Gehalt auszahlen und versuche darüber hinaus, mit Aktien Geld zu verdienen? So etwas entscheidet man schließlich nicht einfach mal so.. Ich frage rein aus persönlicher Neugier, da ich kurz vor dem Abschluss eines Bachelors stehe und mich für diese "Geschäftsidee" interessiere.. Es ist mein großer Traum, Ihren Weg zu gehen. Mit meiner eigenen Firma und mich mit Bilanzen, Geschäftsmodellen und Bewertungen zu befassen. Nicht primär um so reich wie Buffett zu werden, sondern, weil ich das ganze System, einen Teil von großartigen Unternehmen zu besitzen und damit Geld zu verdienen, toll finde.
    Mir fehlt allerdings eine genaue Vorstellung davon, wie sich das verwirklichen lässt. Fehler, die Sie mit einer Zeitreise vermeiden würden, ungenutzte Chancen oder eventuell ein Ratschlag wären mir viel wert.
    2. Wie ermitteln Sie den inneren Wert einer Aktie? Die bekannteste Methode ist die des discounted cash flows (DCF). Hier stelle ich mir jedoch die Frage, auf welcher Basis man die Cash Flows der Zukunft schätzen will. Zudem ändern sich die Zinssätze und auf wie viele Jahre zinsen Sie die Beträge ab? All das erscheint mir sehr vage. Da es aber das Herzstück des Value Investing bildet, komme ich nicht umhin, das verstehen zu wollen.
    3. Was genau ist Ihrer Meinung nach der Beweggrund Warren Buffetts, in Apple zu investieren. Ja, es ist das mit Abstand profitabelste Unternehmen der Welt. Nichtsdestotrotz ist es kein "typisches Buffettinvestment". Die Aktie war bei seinem Einstieg mit ca 160 USD keinesfalls unterbewertet. Es war aus meiner Sicht mehr eine Growth, denn eine Value-Aktie. Könnte es die erhoffte Wirkung der Steuerreform sein? Ist es aus Ihrer Sicht für einen Einstieg zu spät, jetzt bei ca. 210 USD noch einzusteigen; quasi in der Hoffnung auf gigantische Sonderdividenden und Aktienrückkäufe angesichts der Berge an geparktem Geld im Ausland?


    Schönes Wochenende weiterhin und viele Grüße

    Danner

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    1. Eine Sache hätte ich fast vergessen:
      Wenn ich in meinem Onlinedepot eine Aktie kaufen möchte, fragt mich die Seite, bei welchem Börsenplatz ich die Aktie kaufen möchte.. Ich verstehe nicht, wie es sein kann, dass ein- und dasselbe Unternehmen an verschiedenen Börsen verschiedene Kurse haben können? Es ist doch derselbe Anteil desselben Unternehmens und müsste folglich an allen Kursen gleich viel wert sein?
      Muss ich bei Investments in zB Dollar-Aktien den Wechselkurs beachten?

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    2. Moin Thomas,
      bei Dir klingt das fast so, als hätte ich in jungen Jahren einen Plan gefasst, mit Mitte 40 eine eigene Firma zu haben und mich mit der Anlage meines eigenen Vermögens in Aktien zu beschäftigen. Dieser Weg war nicht vorgezeichnet und stellt sich so auch nur aus der Rückschau als zielgerichtet dar. So, wie sich meine Lebenskonstellation momentan ergibt, ist sie das Ergebnis der Entwicklung, aber nicht Ergebnis einer konkreten Planung. Es hat sich halt so ergeben. Nach der Schule habe ich eine Banklehre gemacht (gezielt, weil ich mich für das Bankwesen interessiert habe und weil ich der Meinung war, dass diese Ausbildung eine gute Grundlage für jede Art der beruflichen Beschäftigung im kaufmännischen Spektrum wäre). Im Anschluss habe ich mein Volks- und Rechtswissenschaftsstudium aufgenommen, weil mich diese Themen interessierten und andererseits weil ich mir meine Zeit frei einteilen konnte. Ich habe mich parallel mit zwei Freunden selbständig gemacht - im Immobilienbereich und zwar mit einer GmbH. "Der" GmbH. Das lief anfangs ganz gut, dann stieg der eine Partner aus persönlichen Gründen aus und wir beiden verbliebene haben die Firma weitergeführt. Allerdings hatten wir beide parallel auch anderweitige berufliche Aktivitäten, so dass das Immobiliengeschäft von uns beiden eher stiefmütterlich betrieben wurde. Kann sich heute kaum jemand vorstellen, aber der Immobilienmarkt lief nicht immer so wie heute, sondern es war eine lange Zeit eher schwierig. Dann kam die Immobilienkrise und das hat für heftig rote Zahlen gesorgt. Und irgendwann haben wir uns überlegt, dass wir beruflich getrennte Wege gehen wollen - mein Ex-Partner hat das operative Immobiliengeschäft übernommen, die GmbH aber blieb über. Die hätten wir abgewickelt - da kam mir die Idee, dass ich die vielleicht selbst nutzen könnte. Die Gelegenheit war da, aber keine Planung eine solche zu schaffen. Daher kann ich auch nicht beurteilen, ob dies bzw. ein ähnlicher Weg für jemand anderen eine Perspektive darstellen könnte. Oder sollte.

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    3. Zu den Discounted Cashflows habe ich ein zwiegespaltenes Verhältnis. Ich kenne auch keine andere/bessere Methode als das DCF-Modell, um den Wert einer Firma zu bestimmen. Also die erwarteten Gewinnen der Zukunft in die Gegenwart abzuzinsen und das Ergebnis dann mit dem heutigen Preis/Kurs abzugleichen. Aber... da man eine Reihe von Annahmen treffen muss und zwar für einen längeren Zeitraum in der Zukunft, ist das Ergebnis maßgeblich davon abhängig, welche Annahmen man trifft und wie gut/realistisch diese sind. Das macht das Ergebnis (beinahe) beliebig.

      Buffett meinte mal, auch wenn zwei Leute die selben Annahmen träfen und in das gleiche DCF-Modell eingäben, würden sie am Ende unterschiedliche Ergebnisse bekommen. Und Charlie Munger frozzelte mal über Buffett, er würde ihn ständig über Discounted Cashflows reden hören, hätte ihn aber nie einen berechnen sehen.

      Die Ergebnisse beim DCF hängen ausschließlich von den zugrundeliegenden Annahmen ab und auch kleine Abweichungen machen hier große Unterschiede. Mein Hauptkritikpunkt am DCF ist aber nicht dies, sondern dass das Modell am Ende eine Zahl ausspuckt. Und diese Zahl suggeriert, dass es mit mathematischer Genauigkeit (und Unfehlbarkeit) einen absoluten "wahren" Wert gibt. Und das ist Quatsch. Jedenfalls dass die DCF-Methode diesen ermitteln könnte. Eben weil sie aufgrund der Annahmen so beliebig ist.

      "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen", sagte Mark Twain. Genau so ist es und das betrifft auch die DCF-Methode und sogar in erhöhtem Maße. Weil sie auf 10 oder mehr künftige Jahre abzielt, man aber heute Annahmen treffen muss mit denen man das Modell füttert. Ich stelle daher keine solchen konkreten Berechnungen an. Ich mache diese Rechnungen überschlägig um ein Gespür dafür zu bekommen, wie sich der Wert des Unternehmens in die Zukunft entwickeln wird. Und seine Gewinne. Das ist natürlich ungenau, aber objektiv ungenau im Gegensatz zur DCF-Methode, sie ihre Genauigkeit bei der Wertermittlung nur vorgaukelt.

      Wie sklavisch man sich an diese Berechnungsmethode hält, muss jeder für sich selbst herausfinden. Sehr vereinfachend hat Buffett es einmal so dargelegt: "Fügen Sie ein Portfolio von Unternehmen zusammen, deren summierte Gewinne über die Jahre steigen und der Marktwert Ihres Portfolios wird dies ebenfalls tun". Folgt man dem Ansatz, muss man "nur" noch im Blick behalten, ob die Entwicklung sich anhand der Geschäftszahlen auch wie erwartet einstellt, oder ob es schlechter läuft. Dann muss man ggf. eine Neubewertung vornehmen oder die Reißleine ziehen.

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    4. Zu Apple kann ich nur so viel sagen, als dass Buffett sie nicht als Tech-Unternehmen ansieht, sondern als Konsumwert. Apple hat ein eigenes Ökosystem geschaffen, in das man schnell reinkommt, aber kaum wieder raus. Das gefällt Buffett, das versteht er als den Burggraben von Apple und wegen dieser extrem hohen Kundenbindung kauft er Apple. Während ich Apple sehr kritisch sehe wegen der extrem hohen Abhängigkeit vom Iphone. Wenn das Iphone floppt, stehen dreiviertel von Apples gewinnen im Feuer. Dieses Klumpenrisiko ist mir viel zu groß. Daher keine Apple-Aktien (mehr) für mich...

      Und zu den unterschiedlichen Kursen an unterschiedlichen Börsenplätzen: das war früher der Normalfall, damit konnte man Arbitragegewinne einfahren. Kurse sind das Resultat von Angebot und Nachfrage. Bei marktengen Werten sieht man das auch heute noch: ein Provitanleger will in Stuttgart zu 18 Euro verkaufen und seine Order ist so ziemlich die einzige. In Frankfurt will jemand anderes verkaufen und hat dort 17,50 Euro vorgegeben als Limit. Schon hat man den Preisunterschied. Bei größeren Werten tritt sowas kaum mehr auf, weil zu viele Marktteilnehmer die unterschiedlichen Preise im Blick haben und diese auszunutzen versuchen. Und dank des automatisierten Computerhandels erfolgt dies heute in Sekundenbruchteilen. Allerdings eben nicht immer, vor allem bei kleinen Nebenwerten und Nebenbörsen, wie Düsseldorf oder Hamburg. Hier sind die KIs nicht aktiv und daher finden sich manchmal starke Preisunterschiede.

      Wenn Du US-Werte kaufst, hast Du immer ein Wechselkursrisiko, weil Du ja im Euro-Raum lebst. Entweder Du kaufst an einer US-Börse in Dollar. Dann trifft Dich der Wechselkurs nur/erst, wenn Du verkaufst und das Geld wieder auf ein deutsches Konto (in Euro) transferierst. oder Du kauft an einer deutschen Börse in Euro und hast ständig den Wechselkurs "an Bord", weil der maßgebliche US-Kurs in Dollar gestellt wird und ständig in Euro umgerechnet wird, um hier den gleichen Wechselkurs bereinigten Eurokurs anzuzeigen.

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    5. So eine ausführliche Antwort habe ich erhofft, aber nicht erwartet. Vielen Dank dafür. Ich werde versuchen, Sie so gut ich kann mit Spenden jeden Monat zu unterstützen, damit Ihr tolles Projekt weiterhin Gehör findet.

      Eine Frage noch: wie kann ich mir das vorstellen, wenn Sie sagen, "Ich habe mich parallel mit zwei Freunden selbständig gemacht - im Immobilienbereich und zwar mit einer GmbH". Haben Sie eine GmbH gegründet, mit dieser Immobilien gekauft und quasi versucht, mit den Mietzinsen Gewinne zu erwirtschaften?

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    6. Unsere GmbH war im Bereich Hausverwaltung, Vermietung und Vermittlung von Grundstücken, Wohnungen etc. tätig. Einen eigenen Wohnungsbestand hatte sie nicht - wohl aber wir selbst, mit wechselnden Beteiligungen an den einzelnen Objekten und auch teilweise mit weiteren Partnern an Bord (nicht jeder war an jedem Immobilienprojekt beteiligt). Ein Großteil der Immobilien befand sich in Ostdeutschland und wurde aus Insolvenzverfahren heraus erworben und anschließend saniert. Das wurde dank des wirtschaftlichen Abschwungs im Osten immer schwieriger und 2008/09 dann extrem unerfreulich. Hat nicht jeden von uns gleich stark getroffen, denn jeder hatte ja auch seine weiteren Einnahmequellen. Bei mir waren es vor allem Immobilien und Aktien. 2008/09 keine Traumkombination - da konnte das eine das andere nicht gerade stützen.

      Aus dieser Zeit und meinen gemachten Erfahrungen heraus bin ich bei Immobilien skeptisch; viele Leute glauben, es kann nur steil nach oben gehen mit den Preisen und Mieten. Ich habe es über 20 Jahre hinweg auch anders erlebt. Und meine Einstellung zu Kreditfinanzierungen, Sicherheiten und der vermeintlichen Sicherheit von Zinsbindungen hat sich grundlegend geändert. Die Frage "was kann im schlimmsten Fall passieren?" sollte man sich vor allem auch bei Immobilien stellen mit dem für Otto Normalbürger enormen Investitionsvolumen. "Wird schon gutgehen" ist kein guter Ansatz und schon gar kein solides Fundament. Auch deshalb habe ich heute bei meinem Investment-Portfolio (in der GmbH) keinerlei Fremdfinanzierung (darüber denke ich ja schon seit längerer Zeit nach, bisher ohne Ergebnis) und bei meinem privaten Dividenden-Depot habe ich einen begrenzten Wertpapierkredit in Anspruch genommen,der durch die Dividendeneinnahmen mehr als bezahlt wird (das habe ich mal in dem Artikel "Meine High-Yield-BDC-Dividend-Debt-Strategie. Einfach perfekt oder ziemlich blöd?" dargelegt. Weitere Kredite habe ich nicht und plane ich auch nicht. Immobilien habe ich keine (mehr). Mein Vermögen steckt in Aktien - ggf. auch mal in Immobilienaktien...

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  45. Hallo Michael

    Auch wenn ich nicht der ursprüngliche Fragesteller war, so habe ich nun dennoch eine Folgefrage an dich... Du berechnest bei deinen Immobilienunternehmen und bei deinen Beteiligungsgesellschaften (von welchen du ja einige besitzt) den Fair Value ja auf Basis des Net Asset Value (NAV): Kannst du hierzu auch noch konkreter erwähnen, wie du vorgehst? Leider finde ich auch im Internet nicht gross Angaben zu diesem Thema (ganz im Gegenteil zum DCF-Verfahren) Woran erkennst du, ob der bestehende NAV zu teuer, fair oder zu niedrig ist? Vielen Dank schon im Voraus!

    Beste Grüsse
    David

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    1. Bei den Immobilienunternehmen berechne ich keinen NAV. Bei DIC Asset (z.B.) habe ich immer die Unternehmensangaben verwendet. Hier sind die FFO (Funds from Operations) die Schlüsselkennzahl.

      Bei Beteiligungsgesellschaften kommt es drauf an. Einige Unternehmen geben selbst den NAV an (Aurelius, Blue Cap). Und man kann eine SOTP-Bewertung vornehmen; hier liegt es natürlich auch an der Datenlage und wie viel Aufwand man betreiben will. Handelt es sich ausschließlich um Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind und/oder keine Geschäftsberichte veröffentlichen, ist das natürlich schwierig. Bei börsennotierten Beteiligungen ist es relativ einfach, den NAV zu bestimmen, wenn man die Beteiligungshöhe kennt. Dann muss man sich "nur" noch damit befassen, ob der jeweilige Börsenkurs dieser Beteiligungen gerechtfertigt ist.

      Im Grunde habe ich kein Bewertungsschema, das für jedes Unternehmen passt. Ich gehe zwar grundsätzlich ähnlich vor, aber jedes Unternehmen ist dann doch anders. Und, ich habe das ja schon öfter erwähnt, ich lege einen besonderen Wert auf weiche Faktoren. Die findet man z.B. im Geschäftsbericht oder in den Unternehmensmeldungen. Wie stellt das Management Erfolge dar, wie geht es mit Misserfolgen um. Das ist für mich (fast) noch wichtiger, als ob am Ende auf den Cent genau die Planzahlen/Prognosen erreicht wurden.

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  46. Hallo Michael,

    ich habe VTG Aktien und ich habe eine Angebot der Warwick Holding GmbH zu 53 ,- Euro erhalten.
    Was meinst Du sollte ich das annehmen oder noch etwas warten.


    Danke und schöne Grüße

    Helmut

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    1. Die Frage ist schwer zu beantworten. Solange das Angebot bei VTG läuft, ist der Kurs nach unten solide abgesichert. Danach ist er wieder "frei" und kann auch unter die €53,- fallen. Die VTG-Gremien (Vorstand und Aufsichtsrat) selbst stufen diese Offerte als zu niedrig ein (hier die Meldung).

      Als Aktionär ist man jetzt eigentlich nicht unter Zugzwang. Man kann das Angebot annehmen, man kann auch einfach über die Börse verkaufen. Oder die Aktien behalten, wenn man weiter an den Erfolg von VTG glaubt. Soweit ich weiß, wird Morgan Stanley auch nach der Übernahme des Kühne-Anteils noch weit weg sein von einem Anteil, der einen Squeeze-out ermöglichen würde und es liegt auch kein Delisting-Erwerbsangebot vor. Im Grunde kann man sich als für VTG positiv gestimmter Aktionär zurücklehnen und abwarten, was weiter passiert. Gut möglich, dass MS weitere Aktien zukauft, auch über die Börse, und das würde den Kurs tendenziell antreiben oder zumindest stützen.

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  47. Guten Morgen Herr Kissing,
    erlauben Sie mir bitte Sie mit einer kurzen Frage zu belästigen. Als ich die Chinesischen Aktien (Weibo, JD.com) halbgünstig gekauft habe, dachte ich der Chinesische Handelskrieg mit den USA wäre eher ein Papiertiger. Mittlerweile liege ich schon weit im roten Bereich.
    Da ich Ihrem Blog schon lange folge und über die Qualität Ihrer Tätigkeit sehr erfreut bin, würde ich gerne Ihre Meinung wissen: Die betreffenden Aktien tiefrot abstoßen und in bessere Aktien umschichten, weil der Kurs gen Süden wahrscheinlich weiter mittel- langfristig bestehen wird oder warten bis aus tiefrot blutrot wird in der Hoffnung dass sich der Kurs dieser eigentlich sehr guten Aktien in den nächsten Monaten nach Ihrem Ermessen wieder erholen wird. Ihre persönliche Meinung wäre selbstverständlich nur eine Meinungsäußerung, keine Empfehlung.
    Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen
    Matthias

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    1. Moin Matthias,
      die Frage kann ich Dir so natürlich nicht beantworten, da ich keine Ahnung habe, wie sich die Kurse entwickeln werden. Vor allem nicht bei chinesischen Werten, die ich so gar nicht auf dem Schirm habe.

      Im Grunde ist es allerdings ganz einfach: André Kostolany lehrte uns, dass wir Aktien nie aufgrund unseres Einstandskurses bewerten sollten, sondern immer zum Tagespreis. Damit meinte er, dass es abgesehen von uns selbst und das Finanzamt unseres Vertrauens niemanden interessiert, zu welchem Kurs wir die Aktien gekauft haben und ob wir gerade im Gewinn oder im Verlust sind. Und deshalb sollten wir selbst das auch ignorieren!

      Es kommt einzig darauf an, wie wir die Aktien heute einschätzen. Und zwar so, als hätten wir sie nicht im Depot! Würden wir die Aktien heute als aussichtsreich und/oder unterbewertet einstufen und sie ggf. kaufen? Oder würden wir die Finger davon lassen, weil sie überbewertet sind oder wir damit Bauchschmerzen hätten? Nur auf diese Art sollten wir entscheiden, ob wir Aktien im Depot behalten. Nicht anhand der früheren Performance.

      Und als Value Anleger schauen wir auch auf den fairen Wert der Unternehmen, nicht (so sehr) darauf, wie sich ein Markt entwickeln könnte. Buffett behauptet sogar, er habe noch niemals in seinem Leben eine Aktie aufgrund makroökonomischer Überlegungen gekauft oder verkauft. Und ich glaube ihm.

      Daher die konkrete Gegenfrage: glaubst Du, dass die von Dir genannten Weibo und JD.com heute und auf dem aktuellen Kursniveau ein gutes Investment sind? Bestehen die Gründe noch, weshalb Du sie mal gekauft hattest?

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    2. Hallo Michael,
      herzlichen Dank für Deine Zeilen. Ja, ich habe Bauchschmerzen, weil ich einfach nicht absehen kann, wie lange dieser bereits viel zu lange Handelskrieg noch dauern wird. Im Allg. entwickeln sich die Märkte recht gut, nur die chinesischen werden herunterge"trumpelt".
      Ich habe jetzt alle chinesischen Werte tiefrot verkauft, jetzt ist auch noch der CEO von JD.com verhaftet worden ....
      Zwar bin ich davon überzeugt, dass die o.g. Aktien ein gutes Investment sind bezüglich der Unternehmen, die dahinter stehen, leider überhaupt nicht mehr, dass sie in diesem Aktien-Ökosystem meine Ersparnisse erhalten oder gar vermehren. Einen langen Atem über Jahre hinweg habe ich nicht. Die Kostolany-Lehre habe ich so noch nicht gehört, aber er hat völlig recht. Und ich hätte die Aktien auch gehalten, weil ich denke, dass sie ihren Preis wert sind. Und ich würde sie auch heute zu diesen Kursen kaufen, wenn nicht die sehr reale Gefahr besteht, dass sie noch die nächsten Monate weiter heruntergeprügelt werden. Vielleicht bin ich doch eher eine Mischung aus Trendfolger und Value-Investor, der doch noch makroökonomischer Überlegungen für relevant hält. Aber ich werde die Werte im Auge behalten und falls sich ein besseres Umfeld abzeichnet, werde ich zumindest eine davon wieder kaufen, die JD.com, Weibo fand ich dann doch etwas zu teuer.

      Ich danke Dir recht herzlich für diese wertvollen Denkanstöße.
      Liebe Grüße
      Matthias

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  48. Moin Michael,

    nach Urlaubsabstinenz, fällt mir auf, dass aus der "Empfehlungsliste" eine "Beobachtungsliste" geworden ist. Aus reiner Neugier... Hat dies einen (bestimmten) Grund?

    beste Grüße Hans-Jürgen

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    1. Ich habe die Empfehlungsliste in Beobachtungsliste umbenannt, weil ich einerseits keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen gebe, sondern meine Einschätzung zu den jeweiligen Werten. Damit möchte ich zu Diskussionen anregen und auch zu eigenen Überlegungen der Leser zu den jeweiligen Aktien.

      Des Weiteren zeigt die Liste mehr oder weniger nur, dass ich über die darauf befindlichen Werte regelmäßig im Blog berichte. Die "Kaufkurse" sind zumeist die, zu denen ich die Aktien selbst ins Depot genommen oder sie erstmals hier im Blog positiv besprochen habe.

      Und dann erfüllt die Liste noch den Zweck, in gewisser Weise zu dokumentieren, was aus älteren Aktienbesprechungen geworden ist. Und auch einen Anreiz zu geben für Buy & Hold. Die Werte, die am längsten dabei sind, haben tendenziell auch die beste Performance.

      Ein Musterdepot führe ich ja bewusst nicht.

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    2. Danke für die Erläuterung. Sowas habe ich mir schon gedacht. Die Buy and Hold Devise finde ich persönlich am wichtigsten. Ich habe mal einen Beitrag gelesen (ich glaube er war sogar von dir), dass die best performten privaten Depots von denen waren, die verstorben sind. Seitdem ich dies gelesen habe schau ich noch weniger ins Depot und ignoriere jegliche "oberflächliche" Meldungen (Marktgeschrei). Ich versuche getreu dem Motto zu leben, dass die Börsen erst wieder in 5 Jahren auf machen. Seither lebt es sich entspannter!

      beste Grüße Hans-Jürgen

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  49. Lieber Michael,

    wan gibts denn wieder mal ein Investor Update? Das letzte liegt schon recht lange zurück und mich würde interessieren, wie sich die Gewichtung in Deinem Depot im Rahmen der zurückliegenden Konsolidierungen verändert hat. Ich habe z.B. wiederholt bei Blue Cap nachgekauft, so dass dies mittlerweile die mit Abstand größte Position in meinem, sonst eher ausgewogenen Depot ist.
    Herzlichen Dank für Deinen tollen Blog!
    Markus

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    1. Zu Blue Cap: Blue Cap hatte den NAV per 31.12.2017 mit 102,40 Mio. Euro angegeben - darin war Knauer-Uniplast noch nicht enthalten. Geht man davon aus, dass der Verkauf von WISAP in etwa zum NAV erfolgt ist, ändert dies nichts (da WISAP vergleichsweise klein ist/war, hat der Verkauf eh kaum Auswirkungen). Der NAV lag also per 31.12.2017 bei mindesten 30 Euro (inkl. Knauer). Er wird also kaum gefallen sein zum 30.6. Bei einem Aktienkurs von 22 Euro bieten sich knapp 40% Kurspotenzial bis zum Erreichen des NAV. Und dann wäre da noch nicht 1 Cent Zukunftsphantasie mit eingepreist. Was muss man mehr wissen...?

      Blue Cap hatte ich auch noch etwas aufgestockt und der Wert liegt in meiner Top 4 - die sind alle ziemlich eng beieinander.

      Zu den Investor-Updates... ich habe mir überlegt, diese künftig immer einmal nach Ende eines Quartals zu veröffentlichen. So ganz durchdacht habe ich die neue Struktur noch nicht, aber das dürfte/sollte bald Gestalt annehmen, da wir uns ja zügig auf den 30.09. zubewegen. Mal sehen, ob und wie es ggf. wird...

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  50. Hallo Michael,

    hast du dich schon mit der DEFAMA beschäftigt?

    Die Defama investiert in Fachmarktzentren in eher ländlicher gelegenen Gebieten, wo es relativ wenig Konkurrenz gibt (auch durch Online Lieverservices) und kauft diese maximal zum 9 fachen der Jahresmiete. Das begrenzt zwar etwas die Wachstumschancen, reduziert auf der anderen Seite aber das Risiko. Noch dazu bilanziert das Unternehmen nach HGB, schreibt also die Grundstückswerte sehr rasch ab und erzeugt damit nicht unerhebliche stille Reserven.

    Zuletzt wurde eine Kapitalerhöhung angekündigt, die unter Umständen den Preis noch einmal unter Druck setzen und gute Einsteigsmögilchkeiten erföffenn könnte, zumal die Gründe dafür sehr positiv sind:

    1. Man hat die Möglichkeit, gleich vier weitere Zentren zu erstehen, durch welche sich die Mieteinnahmen um 500TSD Euro von 3,9 auf 4,4 Mio erhöhen würden, also um gut 13-14".

    2. Bisher hat man geplant ein zentrum in Radeberg zusammen mit einem Partner umzubauen und zu verkaufen, was einen Einmalgewinn von 900TSD Euro dieses Jahr gebracht hat. Diese Vereinbarung wurde nun aufgekündigt und man setzt das alleine um, wodurch für nächtes Jahr ein deutlich 7stelliger Zusatzertrag erzeugt werden soll.

    3. Mit Savillis steigt eine echte Koryphähe auf dem Markt der Immobilien Investoren bei Defama ein und beteiligt sich über deren Real Estate Securities Income Fund, wo Defama den am zweithöchsten gewichteten Wert darstellen wird.

    Als das stimmt mich sehr positiv für die weitere Entwicklung, zumal der Vorstand hier eine sehr geerdete Politik fährt und auch noch selbst sehr stark investiert ist sowie seine Dividenden laufend in weitere Aktien ins Unternehmen investiert, was bestätigt das seine positive Einstellung mehr als nur ein Lippenbekenntnis ist.

    Grüße Christian

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    1. Mir erscheinen Einkaufszentren bereits auf mittlere Sicht und Fachmarktzentren zumindest auf lange Sicht nicht besonders attraktiv. Die zunehmende Konkurrenzsituation durch den Onlinehandel sehe ich kritischer als Du. Und da Immobilieninvestments immer auf die lange Sicht zielen, halte ich mich in diesem Bereich zurück.

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  51. sehr geehrter herr kissig,
    ich wollte sie mal was fragen zu hannover leasing.vielleicht könnten sie mir in irgend einer art eine einschätzung dazu geben.
    es geht um diesen fonds der hannover leasing:193 Wachstumswerte Europa 3 Bürokomplex "An der Drosbach" Luxemburg
    dieser bürokomplex soll ja in 2019 verkauft werden.ich spiele mit dem gedanken sie am zweitmarkt zu verkaufen.hannover leasing hat im letzten brief für anteilseigner geschrieben das jeder anleger seinen mindesteinsatz(pro anteil 10.000€) mindestens wieder bekommen soll.
    bisher war es ja ein trauerspiel mit den ausschüttungen.
    leider kenne ich mich diesbezüglich nicht wirklich aus.deswegen wäre ich sehr froh wenn sie eine einschätzung geben könnten.ich habe die anteile vererbt bekommen.(bin normal sterblicher und kenne mich nicht damit aus)

    mfg

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    1. Ich bedaure, da kann ich Ihnen keine eigene Einschätzung geben. Dazu wäre nämlich erforderlich, sämtliche Unterlagen zu dem Fonds durchzuarbeiten und ggf. zu den einzelnen Immobilien zu recherchieren, um sich so ein Bild machen zu können.

      Sie sind aber bestimmt nicht der einzige Anleger, den diese Fragen aktuell beschäftigen. Vielleicht finden sie über Google Gleichgesinnte und/oder eine Art Forum, wo ihre Fragen diskutiert werden können? Möglicherweise könnten Sie es z.B. bei www.wallstreet-online.de probieren?

      Es tut mir leid, dass ich Ihnen nicht wirklich weiterhelfen kann.

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  52. Hallo Michael,
    erst einmal herzlichen Glückwunsch zum 2-fachen Gewinn des Blogpreises. Hast du dir verdient!!!
    Hast du hinsichtlich Technotrans eine Erklärung für den Kursverfall? Vielleicht aktuell geringeres Wachstum? Ich kaufe immer mal wieder in den letzten Wochen zu aber der Kurs kennt nur eine Richtung...
    Danke und viele Grüße,
    Basti

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    1. Danke Basti!
      Technotrans gibt seit einem Jahr ab, wirklich nachvollziehen kann ich das nicht. Der Abgang von Brickenkamp, die abgeflaute Euphorie mein E-Mobilitätssektor und die Aussage des Managements, 2018 am unteren Ende der avisierten Gewinnspanne durch Ziel zu gehen (vor allem dank der Kosten für die beiden kleinen Übernahmen), haben wohl für einige Ernüchterung gesorgt. Andererseits sind die Aussichten weiterhin mehr als gut für Technotrans, daher bin und bleibe ich an Bord. Das negative Sentiment wird sich irgendwann auflösen und der Kurs dann auch wieder der unternehmerischen Entwicklung folgen...

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    2. Noch unverständlicher als Technotrans finde ich den etwa gleichen Rückgang bei Corestate Capital. "Abflauende Euphorie" könnte man hier auch sagen. Nur dass Corestate nur halb so hoch bewertet ist wie die Peer Group. Ich kaufe weiter :)

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  53. Hallo Herr Kissig,
    Ich habe mir die HAMMONIA Schiffsholding DE000A0MPF55
    angesehen.
    Mir ist aufgefallen das diese nur 1/4 des Eigenkapitals an der Börse kostet wäre das nicht ein Investment wert bzw. gibt es einen negativen Grund außer der Vergangenheit der AG weshalb Sie davon abraten hier zu investieren?
    Das Risiko ist hier doch fast bei Null wenn man sieht das die AG fast Schuldenfrei ist wenn man sich die Halbjahreszahlen durchliest...oder mach ich hier einen Fehler?

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  54. Hallo,

    ich habe eine Verständnisfrage an alle,die hier mitlesen:

    Warum verkaufen Anleger, wie heute geschehen, über die Börse VTG-Aktien für unter 51 EUR, wenn sie sie stattdessen im Rahmen des laufenden Übernahmeangebots Warwick zu 53 EUR andienen können? Das erscheint mir widersinnig - oder liege ich da falsch?

    Danke & Gruß
    Jens



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  55. Hallo Michael,
    ich wundere mich etwas, dass du aktuell Aumann nicht massiv nachkaufst (evtl. indirekt über MBB. Der aktuelle Rückgang ist doch eigentlich Wahnsinn wenn man sich Bewertung und Zukunftsaussichten anschaut. Für mich sind sie eigentlich aktuell sehr attraktiv...oder übersehe ich etwas?
    Danke und viele Grüße,

    Basti

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    1. Erlaube mir mal eine Antwort, das hindert Michael ja nicht daran: Aumann ist im aktuellen Geschäftsjahr bisher nur um den zugekauften Umsatz der USK gewachsen, ca. 35%. Das entspricht auch dem aktuellen KGV. D.h. organisch Null Wachstum und nicht billig beim aktuellen Kurs. Für mich daher kein No-Brainer. "Zukunftsaussichten" sind ja letztlich immer persönlicher Art, da kann man unterschiedlicher Meinung sein. In diesem Jahr konnte Aumann die letztjährigen Erwartungen jedenfalls nicht erfüllen. Und Kursrückgänge in der Größenordnung von 30% waren in diesem Jahr bei sehr vielen Werten an der Tagesordnung. Die Konkurrenz für Nachkäufe ist daher sehr groß.

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    2. Die aktuelle Korrektur bringt ja auch im Nebenwertebereich viele Aktienkurse (zu) stark unter Druck. Momentan wird alles schlecht gesehen, alle blicken immer pessimistischer in die Zukunft und trauen daher den Prognosen nicht. Die reale Lage hat sich nicht im gleichen Maße eingetrübt wie die Stimmung - eigentlich hat sich fast nichts "getan". Aber die Kurse hängen stark von der Stimmung ab und dem entsprechend sinken sie momentan. Das gilt auch für Aumann und und für MBB. Aber wie Lion Rock schon schrieb, da momentan alles/vieles fällt, drängt sich nicht jeder niedrigerer Aktienkurs zum Kauf auf; es sei denn, man hat aktuell 90% Cash. Bzgl. der Aussichten sehe ich beide Unternehmen jedenfalls weiterhin sehr positiv. Und für MBB kann es bei der Suche nach neuen Übernahmezielen ja durchaus auch Vorteile geben, wenn die Bewertungserwartungen zurückgehen...

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  56. Hallo Michael, was hältst du von dem Kursrückgang bei Ringmetall? Dieser erscheint mir langsam mit 40% vom Hoch stark übertrieben.

    Grüße Christian

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    1. Ringmetall hat Kunden, die in momentan gebeutelten Branchen aktiv sind (wie z.B. Chemie), daher könnten die dortigen fallenden Kurse und teilweise Erwartungen auch Leute bei Ringmetall nervös machen. Das ist der Nachteil von marktengen Nebenwerten - wenn viele gleichzeitig verkaufen wollen, fallen die Kurse auch grundlos mal stärker. Genauso, wie es bei erhöhter Nachfrage schnell(er) nach oben geht.

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  57. Heute Abend habe ich von einem neuen Beteiligungsunternehmen gelesen welches im November an die Börse strebt, die Rede ist von primepulse. Drei Cancom Gründer machen es nochmal, gegründet 2014 soll nun der Fokus auf mittelständischen Unternehmen mit technologischem Schwerpunkt liegen.
    Wenn hier zulässig mal der link:
    https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10954693-egbert-prior-ipo-primepulse-mach-s-einmal-klaus

    Was hälst du davon Michael, grundsätzlich lehne ich IPOs ab, aber diesen Rahmenbedingungen könnte ich schwach werden, starkes Managment, Beteiligungsunternehmen mit Fokus auf Technologie und Digitalaierung, in Aussicht stellen von attraktiver Dividendenpolitik.

    By the way erneut wird der Firmensitz in München sein wie bereits von ein paar anderen Beteiligungsunternehmen.

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  58. Hallo Michael,
    eignen sich als Konstrukt für eine langfristige Anlage besser ETF's oder Wikifolio's? Ich weiß, dies ist logischerweise jetzt nicht dein absolutes Steckenpferd. Ich hätte aber trotzdem gerne kurz dein Feedback.
    Danke.
    Viele Grüße, Basti

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    1. Die Frage, ob ETFs oder Wikifolios langfristig die bessere Anlage sind, kann ich nicht beantworten. Beide Konstrukte gibt es noch gar nicht so lange, einen wirklich heftigen Abschwung oder gar Crash haben beide noch nicht miterlebt. Beide bergen die Gefahr, dass sie eine Sicherheit vorgaukeln, die bei massenhaften Verkaufsaufträgen nicht gegeben ist. Wenn es ganz blöd läuft, dann kann sich da ähnliches abspielen wie bei einem Banken-Run. Vielleicht sehe ich das auch zu Schwarz, aber dieses latente Gefahrengefühl konnte mir bisher noch niemand nehmen. Bei Aktien bin ich an einem Unternehmen beteiligt, bei Wikis und ETFs nur an einem künstlichen Finanzprodukt. Daher ziehe ich Aktien immer und zu jeder Zeit vor.

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    2. Warum dann das Tech-Wiki im Depot?

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    3. Meine Beweggründe, in gerade dieses eine Tech-Wiki zu investieren, habe ich in diesem Artikel ausführlich dargelegt. Es sind halt eine Reihe von Schwergewichten dabei, in die ich auch direkt investiert war - das habe ich "getauscht". Entscheidens war/ist für mich aber der "Betreiber" des Wikis: in den Stefan Waldhauser habe ich investiert.

      Bzgl. des Risikos Wiki vs. Direktinvestment in Aktien nehme ich dieses in diesem konkreten Fall bewusst in Kauf, da es sich bei einer einzigen Wiki-Investition ja nur um einen begrenzten Anteil meines Anlagevermögens handelt. Ein Totalverlust würde mich hier schon echt schmerzen, aber eben auch nicht finanziell umhauen. Breitgefächert in Wikis zu investieren, kommt für mich aber nicht infrage.

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  59. Hi Michael,
    du hast ja auch schon ein paar Korrekturen/Crashs mitgemacht. Mal schauen was das aktuell wird...;-).
    Erhöhst du in solchen Phasen deine Cash-Quote signifikant oder gehst du mit 100% Aktienquote durch?
    Danke und viele Grüße,
    Basti

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    1. Korrekturen oder Kurseinbrüche oder Crashs sind jedes Mal anders, auch wenn sie sich immer gleich anfühlen. Sie werden stets begleitet von der Unsicherheit, ob jetzt nicht alles zusammenbricht. Das war Anfang 2016 so (als ich Amazon kaufte) oder im März, als es schon einmal schnell und deutlich in den Keller ging. Ich kenne kein Patentrezept für solche Phasen, weil man eben das "Ende" nicht kennt. Ist es nur eine Korrektur, hätte man es am besten einfach nur ausgesessen. Wie im 2016 und im März. Wächst es sich zu einem veritablen Crash aus, wie 200 oder 2008, dann wäre verkaufen besser gewesen. Weiß man aber eben erst hinterher. Und natürlich haben hinter alle es genau richtig gemacht. behauten sie...

      Ich habe schon vor zwei Wochen angefangen, mein Depot abzuklopfen und etwas "auszumisten". Mein Blick ging bei jedem Unternehmen darauf, wie es eine heftige Krise überstehen wird. Wie das operative Geschäft läuft. Ob ich auf gute Zahlen hoffe, oder ob sie zu erwarten sind (ist ja ein Unterschied). Und dann, wie ich mich mit der Aktie fühle, wenn ich sie bis 31.12. nicht verkaufen könnte. Also im Hinblick auf die momentane Unsicherheit an den Börsen und dem entsprechend auch meine eigene Unsicherheit. "Woher stammt die?", habe ich mich gefragt. Basiert sie auf der Kursentwicklung, oder mache ich mir Sorgen über die Unternehmensentwicklung? Nach diesen Kriterien habe ich alle Positionen abgeklopft und entweder reduziert oder in Einzelfällen ganz glatt gestellt. Und so Cash aufgebaut. Andererseits habe ich bei Werten, von denen ich absolut überzeugt bin, dieses Cash dann zum Aufstocken genutzt, wenn der Kurs einbrach. Wie z.B. bei Amazon, bei MasterCard und bei KAP. Meine Cash-Quote liegt aktuell bei knapp unter 20% und ich bin bereit, sie bei "guten Gelegenheiten" wieder zu reduzieren.

      Ich werde aber keine Werte nennen, bei denen ich reduziert habe - sofern ich sie nicht von meiner Beobachtungsliste streiche. Was da drauf steht, halte ich mittelfristig für aussichtsreich und kaufens- bzw. haltenswert. Mein Depot ist aber deutlich konzentrierter...

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    2. Kurz gesagt: Markt timing; ...nicht bis 31.12. dann keine 5 min halten; fallende Märkte zum kaufen, nicht verkaufen nutzen...
      An vielen Stellen schreibst/zitierst du das; manchmal aber auch das Gegenteil davon ;-)
      Simpel, aber nicht einfach.

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  60. Hallo Michael,

    erstmal meinen Glückwunsch zu dem 1. Preis bei valueDACH-Preis. Wahrlich verdient!

    Ich bin durch Dich und Luis Pazos auf die BDCs gestossen, die ich als super Beimischung zu meinem Depot betrachte. Sehr schöne Dividendenrenditen! Die BDCs auf Deiner Beobachtungsliste habe ich "durchgearbeitet" und meine Auswahl getroffen, zusätzlich bin ich noch bei der Blackrock TCP Capital Corp. (früher nur TCP Capital Corp.) gelandet. Kennst Du sie? Gibt es einen Grund, dass sie nicht auf Deiner Liste ist?

    M.E. ist die Dividend Coverage sehr gut, der NAV/share ist aber in den letzten Quartalen etwas gesunken. Ich vermute, dass dies der Grund für den momentanen Kursrückgang ist. Das ergibt allerdings auch eine Einstiegsgelegenheit.

    Wie siehst Du es?

    Viele Grüße

    Robert aus Hamburg

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  61. Hallo Michael,

    mich würde interessieren, wo und wie du deine Watchlist aufgestellt hast. Ich finde diese richtig übersichtlich und würde mir in dieser Art gerne eine eigene Watchlist anlegen.
    Und als Tipp für die Fragen-Anregungen-Seite würde ich die aktuellen Fragen nach oben platzieren, wenn dies technisch möglich ist.
    Vielen Dank für deine Informationen und die gelungene Seite und viel Erfolg weiterhin.

    Ferdinand



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    1. Moin Ferdinand,
      meine Watchlist/Beobachtungsliste ist ein Eigenbau. Ich habe die mit meinen bescheidenden Excel-Kenntnissen zusammengebastelt und die Kurse trage ich wöchentlich händisch ein. Ich weiß, dass es dafür Importfunktionen gibt, aber ich mache das bewusst "old school", weil ich mir so die einzelnen Kurse und die Aktien immer noch einmal auf den Schirm hole und mich ggf. über einen Kurs wundere oder mir kurz in den Sinn kommt, dass und was in der letzten Woche bei diesem Unternehmen geschehen ist und die deutliche Kursveränderung ausgelöst hat.

      Am Ende mache ich daraus einen Screenshot (die Liste habe ich von der Breite her in Excel so angepasst, dass sie mit der Breite des Blogs korrespondiert) und lade das als Grafik hier hoch.

      Es sieht nur aus wie Zauberei, ist aber letztlich ganz bescheidene Handwerkskunst... ツ


      Was das Sortieren von Kommentaren angeht... dieses Blog betreibe ich von Anfang an im CMS/System von Blogspot (also Alphabet/Google). Das ist semiprofessionell und bietet nur eingeschränkte Möglichkeiten. Würde ich heute ein ernsthaftes Blogprojekt starten, würde ich sicherlich ein anderes System wählen. Aber mein Blog habe ich aus einer Laune heraus gestartet und hätte auch nie gedacht, dass es mehr als ein paar Leute am Tag interessant finden würden. Daher habe ich damals "irgendwas" genommen, was ich schon kannte. Wordpress wäre wohl definitiv geeigneter. Aber (m)ein Blog mit Inhalten von sieben Jahren umzuziehen, ist keine Kleinigkeit; und als Laie auf diesem Gebiet für mich auch keine realistische Option. Ich habe gerade zweimal (!) mein neues iPhone 8 getötet (wirklich!) beim Aufspielen des neusten iOS-Updates. Danach rührte sich das iPhone nicht mehr, ging nicht mehr an. Mausetot. Apple sagt, noch nie habe ein Kunde eine solche iPhone-Mortalitätsrate aufzuweisen gehabt. Habe jetzt das dritte Gerät und soll/darf keine iOS-Updates mehr über iTunes machen. So viel zu der Technikfrage. Wenn Technik so einfach ist, dass wirklich jeder das bedienen kann... ich nicht. Bin daher erstaunt, dass das Blog nach sieben Jahren immer noch weitgehend störungsfrei läuft. Obwohl ich den ganzen Standardcode ja - ohne Ahnung in diesem Metier - selbst angepasst habe...

      Okay, das war jetzt nicht Deine Frage, aber ich war grad so schön im Flow...

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  62. Moin Moin Michael,

    da sind sie wieder die 3 Mś ;-)
    Mich würde mal interessieren, inwieweit du bei deinen
    Anlageentscheidungen die technischen Indikatoren
    mit einfließen lässt ?Die da wären MACD,RSI GD200 etc.
    Wie sieht es mit Chart Formationen aus (Wimpel,Dreiecke etc.)
    Wenn ich mir den Chart z.B von GAIN ansehe, sehe ich eine Unterstützung bei 9,5 USD
    die man evtl. zum kaufen nutzen könnte, doch sollte die 9,5 USD unterschritten werden, geht es noch tiefer. Ungeachtet der Fundamentalen Argumente wie z.B. NAV bei 12,3 USD.
    Nutzt du technische Hilfsmittel und wenn ja welche?
    Vielleicht hast du darüber schon mal etwas geschrieben, nur habe ich noch nichts gefunden.

    Einen netten Gruß aus Wedel ich die mal rüber
    Börge

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    1. Nein, Börge, Charts und/oder technische Indikatoren nutze ich überhaupt nicht bei der Frage, ob und wann ich Aktien kaufe. Erachte ich deren fairen Wert für höher als den momentane Aktienkurs, kaufe ich. Und ob der Aktienkurs dann noch 5% fällt oder gleich 5% steigt, ist dabei nicht relevant. Doch genau darauf zielt ja die Charttechnik bzw. das Verwenden von Indikatoren ab, dass man möglichst sofort im Plus liegt. Es ist jedoch das reine Fokussieren auf den Kurs, nicht auf den Wert. Und da die technischen Indikatoren auch oft genug Fehlsignale liefern, machen sie eine grundsätzliche einfache Thematik nur komplizierter.

      Einstein lehrte uns: "Man muss die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher". ツ Auf mittlere Sicht spielt der genaue Einstiegskurs oder -zeitpunkt keine Rolle.

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  63. Moin Herr Kissig von 1-10 wie wohl fühlen Sie sich mit Corestate Capital?
    Die Produktportfokio die Sie aus dem Hut zaubern zumindest werden immer interessanter.
    Nur meine Meinung.
    Und vielleicht haben Sie auch mal die BAWAG mal durchgescannt, die wohl zurzeit profitabelste und stabilste Bank in seiner Preisklasse und kundensegment. Durch die Rostkur die Ceberus Bawag unterzogen hat und ausgemüllt hat, handelt es hierbei nach meine bisherigen Nachforschungen um ein sehr gutes Unternehmen mit Amerkanische Mentalitäten was Aktionärsfrendlichkeit betrifft wovon viele Unternehmen im DAX oder ATX eine Scheibe abschneiden könnte.
    Und vielleicht noch ein Randnotiz das dich interessiert, Ralph Winter, ehemaliger CEO und Gründer von Corestate war für die Immobilienabteilung von Cerberus verantwortlich hat sich aber 2006 selbstständig gemacht und ja der Rest ist eh Geschichte die wir alle kennen.

    Grüße

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    1. Ne, Banken in Europa finde ich nicht wirklich interessant. Das Umfeld, die strangulierende Regulatorik, die EZB-Zinspolitik, die Risiken aus der Euro-Staatsfinanzierung, der Druck durch Fintechs und Onlinebanking, das alles macht die Branche unattraktiv. Hier "zufällig" die Perle zu finden, ist unwahrscheinlich. Und selbst der beste Hersteller von Kutscherpeitschen hatte ein Problem namens Auto...

      Mit Corestate fühle ich mich nicht wirklich wohl momentan. Weil der Kursverlauf überhaupt nicht zum operativen Geschäftsverlauf passt. Der Kurs bröckelt seit einem Jahr, da verkauft jemand permanent. In den letzten Wochen ist nun ein Leerverkäufer aufgetaucht, der inzwischen 2,3% der Aktien leerverkauft hat. Nachdem der Kurs bereits so massiv abgegeben hat!

      Operativ hat man die Prognosen angehoben. Die Bewertung ist ein Witz, die Aktie sieht spottbillig aus.

      Was mir gerade gar nicht gefallen hat, ist der Bericht von einer Unternehmenspräsentation, bei der es hieß, Corestate setze nach den vielen Zukäufen und der erfolgreichen Integration jetzt zunächst mal auf organisches Wachstum. Das irritiert mich. Denn bisher hat man erklärt (und genau dazu auch die letzte Kapitalerhöhung durchgeführt), man wolle weiter aktiv an der Branchenkonsolidierung teilnehmen und weitere Asset Manager übernehmen. Beide Aussagen passen nicht zusammen! Und dann hatte man im letzten Jahr massiv in Strukturen und Führungspersonal investiert, um für weitere Zukäufe gerüstet zu sein. Die nun nicht kommen?

      Doch genau die Zukäufe sind doch Salz in der Suppe, der Treibstoff, aus dem die Corestate-Träume sind.

      Wie gesagt, ich bin hier irritiert und empfinde das momentan als nicht stimmig. Deshalb kaufe ich auf diesem vermeintlich günstigen Niveau auch nicht nach. Wenn, würde ich momentan lieber Patrizia aufstocken. Die sind optisch viel teurer, aber managen inzwischen mehr als €40 Mrd. und wachsen expansiv. Und haben bereits zweimal ihre Prognosen angehoben.

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    2. Hallo Michael,

      hättest du bitte einmal einen Linke/ eine Quelle zu deiner Aussage bzgl. des Strategie-Schwenks zum organischen Wachstum? Besten Dank.

      Viele Grüße
      Seb

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    3. Hallo Seb,

      diese Aussage finde ich zumindest in einer Mitteilung seitens ODDO BHF vom 27.11.18

      FRANKFURT (dpa-AFX Analyser) - Die Investmentbank Oddo BHF hat die Einstufung für Corestate Capital nach einer Investorenveranstaltung mit dem Finanzchef auf "Buy" mit einem Kursziel von 62 Euro belassen. Nach der Integration der jüngsten Zukäufe verstärke der Immobilieninvestor nun seine Anstrengungen, das verwaltete Vermögen aus eigener Kraft zu erhöhen, schrieb Analyst Manuel Martin in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Derweil seien die Aktien auch mit Blick auf die für einen Wachstumswert attraktive Dividendenrendite anspruchslos bewertet./la/bek Datum der Analyse: 27.11.2018
      Hinweis: Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenkonflikten im Sinne von § 85 Abs. 1 WpHG, Art. 20 VO (EU) 596/2014 für das genannte Analysten-Haus finden Sie unter http://web.dpa-afx.de/offenlegungspflicht/offenlegungs_pflicht.html.

      Grüße
      Tobias

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  64. Hallo Michael,

    du hast die GBK aus deiner Liste genommen. Jedoch finde ich keinen Beitrag von dir, der die Transaktion näher erläutert.

    Kannst du ein paar Worte dazu äußern?

    Danke und viele Grüße
    Bruno

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    1. Moin Bruno,
      gegen GBK Beteiligung spricht an sich nichts. Ich habe mir alle meine Beteiligungsgesellschaften angesehen und werde mich auf die aussichtsreichsten (für 2018) konzentrieren. Da befindet sich GBK nicht im vorderen Feld und da ich ja angekündigt hatte, meine Beobachtungsliste generell etwas zu verkürzen, setze ich das hiermit um. Einen Bericht werde ich auch noch verfassen; mir schwebt wieder ein umfassender Abriss zu "meinen" ganzen Beteiligunsggesellschaften vor, wie ich über die Jahre schon drei hier im Blog "abgeliefert" habe; aber diese Woche finde ich dafür keine Zeit.

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  65. Wohl ein kleiner Tippfehler,es muss doch 2019 heißen?

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  66. Hallo Michael,

    bezüglich Corestate hast du glaube ich etwas falsch verstanden.

    Man will natürlich weiter durch M&A wachesn, wenn alles passt. Man möchte aber eben zusätzlich auch noch das organische Wachstum ankurbeln, weshalb ja auch im Bereich Fundraising ein prominenter Neuzugang erfolgt ist.

    Generell finde ich es sogar gut das Corestae nicht "wahllos" zukauft nur weil die Portokoasse gut gefüllt ist sondern nur dann wenn es auch einen echten Mehrwert schafft (also günstige Bewertung und die Möglichkeit durch Synergien signifikante Kosteneinsparungen und Gewinnverbesserungen zu erzielen).

    Das hat der CEO auch in den bisherigen Interviews so immer betont.

    Was natürlich nicht beduetet, dass ich mich nicht über ein paar (wertsteigernde) Übernahmen in den nächsten Monaten freuen würde. Andernfalls hätte man die Anleihe ja gar nicht aufnehmen müssen :)

    Wo ich dir zudem beipflichten muss, ist dass sich ein Aufstocken aktuell nicht aufdrängt. Dazu wird der Kurs aktuell vom LV zu sehr nach unten gescheucht, fallendes Messer und so...

    Buffet fände es wahrscheinlich super, da sich der Wert des Unternehmens ja nicht verringert sondern lediglich der Preis zu dem man es kaufen kann.

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  67. 'Apollo Investment' hat gesplittet.
    Hast Du eine Vermutung zu welchem Zweck.
    Wie siehst Du das aus Anlegersicht?

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    1. In den USA gelten Aktien mit Kursen unter $5 als "Pennystocks" und haben mit einem anrüchigen Ruf zu kämpfen. Ich vermute, das Apollo Investment seine "solidere Neuausrichtung" auch auf diese Art dokumentieren möchte, denn danke der 3_1-Zusammenlegung notiert man nun ja im zweistelligen Bereich.

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  68. Michael, wie beurteilst Du als ValueInvestor die Dt. Bank. Lt. finanzen.net liegt der Buchwert je Aktie bei 30€. Selbst wenn man also nochmal einen Abschlag von 50% reinrechnet, wäre der Kurs immer noch auf der Hälfte vom Buchwert. Ist das also eine Aktie, die zum halben Preis erworben werden kann?
    Gruß Konrad

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    1. Von europäischen Banken und vor allem deutschen halte ich mich weiter fern. Die US-Banken stehen wieder voll im Saft und haben die Finanzkrise längst abgehakt. Im Gegensatz zu den europäischen Instituten, die noch immer vor sich hinvegetieren. Die Bankenregulierung hat in den USA die Risiken signifikant reduziert und die Banken stehen heute sicherer dar als jemals zuvor. In Europa sind sie gelähmt und taumeln weiterhin ab Abgrund.

      Bzgl. der Deutschen Bank werfe ich einfach mal zwei Zahlen in die Runde: der aktuelle Börsenwert liegt bei ca. 15 Mrd. Euro und die Summe aller von ihr in den letzten 10 Jahren gezahlten Strafen liegt nur marginal niedriger. Finde den Fehler. Oder wie Warren Buffett es formulierte: "Mit schlechten Leuten macht man keine guten Geschäfte".

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  69. Was ist denn mit Aurelius los???
    So heftige Kursrücksetzer - eher Finger weg oder Einstiegsgelegenheit.
    Wie siehst Du das Unternehmen derzeit?

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    1. Alle Werte, die ein signifikantes Exposure in Großbritannien haben, werden aktuell besonders abgestraft. Dazu zählt auch Aurelius. Des Weiteren führt der aktuelle Börsenabschwung natürlich dazu, dass der Wert der Beteiligungen heruntergesetzt werden muss, da man aktuell bei Exits/Verkäufen nicht mehr ganz so hohe Verkaufserlöse erzielen würde, wie noch vor ein paar Wochen. Auch das dämpft die Erwartungen bei Aurelius. Auf der anderen Seite sitzt Aurelius weiter auf viel Geld und ist als Käufer sehr aktiv. Hier spielen die reduzierten Preise ihnen natürlich in die Karten.

      Wenn sich der Markt wieder stabilisiert, dürfte Aurelius in 2019 eher positiv überraschen. Steht aber momentan auf meiner Nachkaufliste nicht ganz oben, auch wenn ich bei Beteiligungsgesellschaften durchaus selektiv aufstocke.

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    2. Hallo Michael,
      Wer steht aktuell auf deiner Nachkaufliste ganz oben (nicht nur bezogen auf Beteiligungen)?
      Danke. VG, Basti

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    3. Ich habe nur selektiv aufgestockt, bei Blue Cap, KAP, MBB, Navigator Equity, Microsoft, PNE.

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    4. Hallo Michael, wie schätzt du die Neuigkeiten bei Blue Cap ein?

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  70. Ich schiebe gleich noch mVISE nach - da sind mir ebenfalls keine negativen News aufgefallen. Gibt es hier fundamentale Gründe für den plötzlichen Schwächeanfall? Die Erreichung der Jahresziele galt ja als sportlich.

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    1. Naja, bei mVISE ist die Guidance schon sportlich, zumal man ja die JustItelligence verkauft hat. Ich denke, ein Teil des Kursrückgangs geht auf diese Unsicherheit zurück, denn das Abbröckeln begann ja bereits vor dem Kursabsturz der Börsen. Der Rest dürfte an der allgemein schlechten Marktstimmung sorgen, die bei marktengen Werten natürlich schnell mal zu größeren Kursrücksetzern führen kann. Sollte mVISE seine Prognosen nicht einhalten, könnte es nochmal Abgabedruck geben. Die mittelfristigen Perspektiven sind aber unverändert gut.

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  71. Moin Michael !
    Moin Mitleser !

    Vielleicht kann mir mal jemand einen Tip geben.

    Aus meiner Zocker Vergangenheit habe ich noch eine Depotleiche liegen.
    Die North Asia Strategic Holdings WKN: A1J4Y3
    Stückzahl im Depot 100 St. Wert 0,4 EUR
    Totalverlust.

    Was soll ich damit machen ?
    Verkaufen wäre Blödsinn, da VK-Gebühren zu hoch sind.
    Solange halten und hoffen das das mal wieder was wird? Eher ausgeschlossen.
    Kann man so etwas Stiften , verschenken ?

    So lange das Ding mich nichts kostet, bin ich zu allen taten bereit.

    Gruß Börge

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