Montag, 21. November 2011

▶ Eure Fragen, Anregungen, Kritik

Hier könnt ihr mir eure Fragen stellen zu einzelnen Aktien und Verbesserungswünsche loswerden. Und natürlich Kritik...

Stellt bitte hier alle Fragen zu Aktienwerten, die nicht direkt mit einem Thema in einem Artikel zu tun haben. Also auch zu (noch) nicht hier im Blog besprochenen Aktien oder zu allgemeinen Themen rund um die Themen Geld, Aktien und Börse.

Ich freue mich darauf, mit euch ins Gespräch zu kommen, denn dieses Blog lebt nicht nur durch meine Beiträge und Meinungen, sondern vor allem auch durch euren Input. Also, legt einfach los...

Kommentare:

  1. Marco Börnsen10.03.17, 23:17

    Hallo Michael,
    ich bin mir nicht sicher, ob ich hier jetzt richtig gelandet bin, aber ich versuche es einfach mal an dieser Stelle. Du hast Dich früher ziemlich verhalten geäußert zum den Aussichten im Immobiliensektor, dann aber eine zeitlang auch Immobilienwerte hier in Deinem Blog vorgestellt. Wenn ich mich recht entsinne, hat es mit WCM angefangen. Inzwischen liest man immer häufiger von einer Blase am Immobilienmarkt und dass steigende Zinsen für die Immobilienwerte Gift seien. Siehst Du hier einen größeren Korrekturbedarf und wenn ja ab wann rechnest Du damit? Welche Auswirkungen wird das auf die Kurse haben und sollte man vielleicht schon jetzt lieber die Reißleine ziehen und die Gewinne realisieren?

    Danke für die ganze Mühe, die Du hier mit Deinem Blog gibst und für die viele Zeit, die Du hier investierst. Du hast meine größten Respekt dafür, vor allem, weil Du uns Dein Wissen und Deine Ideen auch noch kostenlos zur Verfügung stellst. Danke!

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    1. Ich denke, dass es im Immobiliensektor durchaus Übertreibungen gibt, allerdings nicht flächendeckend. Während es in den Ballungszentren wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart schon unbezahlbare Preise und Mieten gibt, sind Eigenheime und Mietobjekte in ländlicheren Regionen kaum oder nur mit erheblichem Wertverlust zu verkaufen. Es gibt in Deutschland nicht zu wenig Wohnraum und auch nicht zu wenig bezahlbare Wohnungen - sie liegen nur nicht unbedingt dort, wo alle hinziehen und wohnen wollen. So gesehen könnten Bestandshalter von B- und C-Lagen künftig Probleme bekommen, weil sie immer häufiger und länger mit Leerstand zu kämpfen haben werden. Und sollten irgendwann die Zinsen wieder anfangen zu steigen, kann sich die zu großen Problemen auswachsen: sinkende Mieteinnahmen und steigende Zinslasten.

      Und da sind wir schon bei den Zinsen. Anders als in den USA; wo wir uns auf mehrere Zinsanhebungen in diesem Jahr einstellen müssen, wird es in der Eurozone in absehbarer Zeit noch keine Zinsanhebungen geben. Zwar phrasisieren einige Gazetten von steigender Inflationsrate, aber die Kernrate (ohne Energie) dümpelt weiter vor sich hin. Und der Teurungseffekt durch die gestiegenen Energiepreise wirkt nur in diesem Jahr und auch nur in den ersten und den letzten Monaten des Jahres, denn nur in diesen Monaten waren die Energiepreise im letzten Jahr deutlich niedriger. Der Teurungseffekt verpufft also bereits in wenigen Wochen und damit der Grund für die EZB, die Zinsen in der Eurozone anzuheben. Denn eigentlich liegt die Konjunktur noch am Boden und auch die Regierungen sind froh, wenn sie sich weiterhin so günstig verschulden können.

      In den nächsten ein, zwei Jahren dürften die Zinsen in Euroland weiter niedrig bleiben. Das bedeutet weitere Probleme für die Banken und die Versicherungen, positive Effekte für die Immobilienwirtschaft und die Unternehmen, die sich günstig ver- oder umschulden können, und natürlich für die Asset-Manager, denen Anleger auf der Suche nach auskömmlichen Renditen immer mehr Geld anvertrauen.

      Auf Sicht der nächsten 12 bis 24 Monate sollten also Aktien von u.a. Immobilienwerten, Asset-Managern, Beteiligungsunternehmen und Finanzinvestoren gute Bedingungen vorfinden. Und die aussichtsreichsten von ihnen finden sich auf meiner Empfehlungsliste.

      Also, Marco, Du bist hier mit Deiner Frage genau richtig gelandet, genau dafür ist dieser Strang gedacht. Und vielen Dank für die netten, lobenden Worte. Da habe ich mich sehr drüber gefreut.

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  2. Hallo Michael,

    Eine kurze Frage an dich.Ich gehe aufgrund deiner Empfehlungsliste davon aus, dass du einigermaßen diversifiziert bist, sprich 30-50 Positionen hälst? (Korrigiere mich wenn ich falsch liege). Buffet hat einmal gesagt er hält es für unnötig mehr als 6 Aktien gleichzeitig zu halten, sofern man sich mit diesen 6 Unternehmen ausgezeichnet auskennt.Zu meiner Frage: Glaubst du deine Performance wäre besser oder schlechter wenn du durchweg ein sehr konzentriertes Portoflio halten würdest. Sprich nur in deine jeweils 6 besten Ideen (besten Ideen zum Zeitpunkt des Investierens) investieren würdest und beim Entecken eines neuen und viel versprechenden Investments die schlechteste dieser 6 Aktien für die Neue rausschmeißen würdest? Freue mich auf deine Antwort.

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    1. Ich habe nicht alle Werte von der Empfehlungsliste in meinem Depot. Mein Depot sieht ein bisschen aus wie bei Buffett: ich habe vier deutlich übergewichtete Ankerinvestments so um und bei 10% Depotanteil (Aurelius, Blue Cap, Deutsche Rohstoff AG, MBB), dann einige mittelgroße Positionen um die 7% und eine ganze Reihe von kleineren Positionen. Insbesondere Turnaroundspekulationen sind zumeist kleine Positionen.

      Bei den kleineren Positionen wechsle ich auch schon mal aus, je nachdem wie ich die kurzfristigen Erwartungen einschätze. Und bei meinen Ankerinvestments trade ich bisweilen kleinere Anteile (bis zu 10% der jeweiligen Position), wenn der Wert eine volatile Phase hat. Eine zeitlang war das besonders Aurelius, nun eher DRAG und vor allem MBB. Gerade bei MBB nutze ich seit Wochen die Schwankungen zwischen €90 und €85 aus und handele 10% meines Bestands.

      Ich muss dazu sagen, dass ich meine Aktien alle in einer GmbH halte und somit die Kursgewinne ganz anders besteuert werden (niedriger) als bei Priavtanlegern. Und ich habe ein Depotmodell, bei dem ich übers Jahr verteilt 1,25% Depotgebühren zahlen, dafür aber keine Transaktionskosten; lediglich Börsenspesen (also bei den Regionalbörsen). Insofern sollte man hieraus keine nachzuahmende Handlungsweise ableiten.

      Und, bevor die Frage (wieder) kommt: ich empfehle nicht, für seine Aktienanlagen eine GmbH zu gründen. Bei mir gab/gibt es eine bestimmte Konstellation, weshalb ich diesen Weg für mich als den zielführendsten erkannt und gewählt habe. Ist keine Blaupause für andere.

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  3. Hallo Michael,

    wann ist für dich der Zeitpunkt für Gewinn-Mitnahmen reif? Würdest du Aktien mit Gewinn verkaufen, falls es zu einem starken Kurseinbruch kommt, ohne dass sich der Unternehmenswert groß geändert hat?

    Wie erklärst das Phänomen, dass nach Präsentation von starken Zahlen, es bei manchen Unternehmen trotzdem zum Kurssturz und Gewinnmitnahmen kommt?

    Danke!

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    1. Gewinnmitnahmen geht ja in Richtung Markt-Timing. Der Grundgedanke ist, die Kurse sind seit dem eigenen Kauf gestiegen und man will diese Buchgewinne nicht wieder verlieren. Der entscheidende Fehler bei diesem Denken ist, dass Deine Gewinne niemanden interessieren, außer Dich und das Finanzamt Deines Vertrauens. Niemand sonst kennt Deinen Einstandskurs und für die Börse und alle anderen hat er keine Relevanz. Er ist schlichtweg egal! André Kostolany sagte einmal, man müsse seine Aktien nach dem Tagespreis bewerten, nicht nach dem eigenen Einstandspreis. Und das ist richtig. Wenn Du ein gutes Unternehmen in Deinem Depot hast, das in den nächsten Jahren fast sicher seine Gewinne steigern wird, dann wird dies fast sicher auch der Aktienkurs tun. Selbst wenn er zwischenzeitlich einmal einbricht. Es wäre also nicht schlau zu versuchen, diese Phase des Kurseinbruchs zu timen. Würdest Du mit Deiner selbstgenutzten Eigentumswohnung ja auch nicht machen, oder? Sie verkaufen, weil Du befürchtest, der Preis könnte demnächst fallen. Und dann hoffst Du, dass Du sie in ein paar Monaten oder Jahren billiger zurückkaufen kannst. Bei guten Aktien ist es genau das selbe. Nur, dass man diese per Knopfdruck und ohne viel Aufwand über die Börse handeln kann, anders als Immobilien. Aber deshalb gelten dabei keine anderen Grundprinzipien.

      Was Kursrückgänge nach guten Zahlen angeht, so liegt es wohl daran, dass einige Leute auf gute zahlen spekulieren und der Kurs daher im Vorfeld steigt. Werden die Zahlen dann veröffentlicht, nehmen sie ihre Gewinne mit. "Buy the rumor, sell the fact" heißt das Sprichwort dazu. Für Value Investoren bieten sich durch den Rückgang dann eher Kaufgelegenheiten, weil wir ja auf die langfristige Entwicklung der Unternehmen setzen, nicht auf die kurzen Kurszuckungen. Schau Dir mal die Charts an von Apple oder Amazon oder Alphabet. Alle paar Monate kommen Quartalszahlen - wie oft wird man da wohl richtig gelegen haben, wenn man versucht hat, diese immer korrekt zu timen? Und wäre es nicht schlauer gewesen, die Aktien einfach nur im Depot liegen zu lassen? Solange die Entwicklung weiterhin stimmt und es im Unternehmen und/oder dessen Markt nicht zu schwerwiegenden Problemen kommt, gibt es eigentlich keinen Grund, sich von den Aktien zu trennen. Egal, ob 5% oder 500% in Deinem Depotauszug als Performance dahinter steht. Der Wert der Aktie ist der heutige Wert. Und wenn dieser nicht massiv unterhalb der heutigen Aktienkurses liegt, sollte man sich nicht am Timing versuchen...

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  4. Hallo Michael,

    ich habe einige grundsätzliche Fragen zum Value Investing. Die Strategie des Value Investings besagt, dass man Aktien mit niedrigem KGV kaufen soll. Wenn ich mir Aktien wie Evotec, NVIDIA, Aumann oder auch Hypoport anschaue, wäre die Empfehlung eines Value Investors die Aktien zu diesem Zeitpunkt nicht mehr einzukaufen, da die KGVs über 35, sogar über 40 liegen. Betrachtet man aber diese Aktien aus heutiger Sicht ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse weiter steigen, hoch. Die Evotec Aktien zum Beispiel legte innerhalb eines Monats von 17-18 Euro auf 20 Euro, Tendenz steigend, Analystenempfehlung "kaufen". Auch riesige Zukunftsgewinne können so ein KGV nicht rechtfertigen. Also aus meiner Sicht Spekulation pur und extrem überteuert. Als Aktionär kann man aber trotzdem riesige Gewinne mit diesen Aktien einfahren.
    Woran liegt diese Irrationalität auf dem Markt? Welche Risiken siehst Du zum Beispiel beim Kauf einer Hypoport Aktie zum heutigen Kurs und würdest Du die Aktie heute kaufen? Was erwartest Du z.B. im Falle eines Börsencrashes, wie würde sich der Kurs von Hypoport entwickeln und wie von Apple oder Gilead Sciences?

    Danke für Deine Antwort und viele Grüße
    Thomas

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    1. Value Investing bedeutet nicht, Aktien mit niedrigem KGV zu kaufen. Das ist zu kurz gesprungen. Value Investing betreibt, wer Aktien kauft, die weniger kosten als sie wert sind. Entweder heute (Ansatz nach Benjamin Graham) oder in der Zukunft (Philip Fisher). Buffett hat sich von Graham zu Fisher hin entwickelt. Man schaut also auf die Gewinne, die ein Unternehmen in der Zukunft erwirtschaften wird, und zinst diese nach heute hin ab. So erhält man einen auf heute bezogenen Zukunftswert, den man mit dem aktuellen Preis (Aktienkurs) vergleicht. Soviel zur Theorie der Discounted-Cash-Flows...

      Ein wenig simpler ist das Verwenden des PEG, des Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnisses. Man nimmt also nicht nur das aktuelle KGV, sondern man nimmt den Durchschnitt über einen Zeitraum, also 5 oder 10 Jahre. Wie sind in diesem Zeitraum die Gewinne gewachsen? Und die das KGV? Wenn die Gewinne jährlich um 30% wachsen, ist ein KGV von 25 nicht teuer. Legen die Gewinne nur um 3% pro Jahr zu, dann schon.

      Hypoport wächst sehr schnell und profitabel. Man hat sehr viel Geld in die neue Versicherungsplattform Insurtech gesteckt und wenn diese auch nur halb so gut angenommen wird, wie erwartet (und wie es bei der Kreditplattform der Fall war), dann werden die Gewinne explodieren. Der Markt billigt deshalb aktuell ein höheres KGV zu. Und aus meiner Sicht zurecht. Ebsno bei Vectron. Sollte die Coke-Kooperation (GetHappy-App) einschlagen, wird der Gewinn von Vectron explodieren. Dann sind 25 Euro glatt geschenkt. Wird das ein Rohrkrepierer, dann wäre Vectron eher bei 15 Euro angemessen bewertet mit seinem Stammgeschäft.

      Im Falle eines Börsencrashs erwarte ich, dass alle Aktien stark fallen. Denn ein Crash passiert ja aus Irrationalität heraus, wenn Panik herrscht. Ich habe ja schon einige mitgemacht und weiß daher, wie besch... sich so etwas anfühlt und wie schwierig es ist, einen kühlen Kopf zu bewahren. Nur wenige (wie Warren Buffett) schaffen das und kalkulieren; die meisten schmeißen einfach nur ihre Aktien auf den Markt, egal welche, alle. Und Apple? Die werden fallen wie ein Stein. Die sind in jedem Depot, in jedem Fonds und wenn Anleger ihre Gelder abziehen, werden vor allem die großen, liquiden Werte verkauft. Weil die am wenigsten darunter leiden. Da dies dann aber alle gleichzeitig tun, stürzen die ab wie Supermann auf Kryptonit.

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    2. Danke für Deine kompetente Antwort Michael! Wie würdest Du kalkulieren und reagieren, wenn es ein Börsencrash gibt? Ich halte 30% Cash für den Fall, es kann ja jeden Tag passieren.

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    3. Da man einen Crash nicht vorhersehen kann, ist ein zu hohes Cashpolster auch keine Lösung, da es ja bei den Magerzinsen kein Geld verdient in der Zeit, während man auf den Crash wartet. Ich habe daher selten eine Cashquote über 15%. Eigentlich nur, wenn ich Verkäufe tätige und mal keine neuen guten Investmentideen habe. Und dann ist es auch so, dass ein Crash selten von allen Branchen ausgelöst wird, sondern dass der Auslöser meistens ein Bereich ist. Hier kann man dann gezielt reduzieren, da der Abschwung vermutlich länger andauert und stärker ausfällt, während die übrigen Sektoren sich nach kurzer Panik meistens schnell wieder erholen (im großen Crash 200 bis 2003 hat das weniger gut funktioniert, der war ungewöhnlich lange und hat fast alle Branchen erwischt). Mit dem sowieso bestehenden Cashpolster hat man dann genug trockenes Pulver, um sich die Rosinen herauszupicken.

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  5. Hallo Michael,
    hast du eine Meinung zu der Niiio Finance Group aus Görlitz. Der AR ist sehr prominent besetzt, das gefällt mir.
    Anbei eine sehr lesenwertes Interview mit der CEO
    https://www.openpr.de/news/984457/Nachgefragt-Interview-mit-Johann-Horch-CEO-niiio-finance-group-AG.html

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    1. Ich komme mir aktuell ein bisschen wie der André Kostolany vor, als er 1999 vor den Exzessen am Neuen Markt und der "New Economy" gewarnt hat. Niemand hat ihn ernst genommen (den mahnenden Warren Buffett übrigens auch nicht, der galt damals ebenfalls als verstaubtes Auslaufmodell) und auch ich habe Kostolany damals nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Denn auch ich war im Rausch der explodierenden Kurse gefangen und wollte auch gar nicht hören, dass das alles eine gigantische Blase ist. Nun, ob man es hören will oder nicht, die Realität findet trotzdem statt. Und auch das teure Erwachen.

      Nun denn, ich halte überhaupt nichts von den ganzen gehypten Kryptoirgendwasbuden. Das ist reines Gezocke, die meisten von denen werden in ein, zwei Jahren pleite und vergessen sein. Die haben kein Geschäftsmodell (außer "wir machen irgendwas mit Bitcoin oder Blockchain") und kriegen das "Silly Money" der Anleger hinterher geschmissen. Deshalb können die sich eine Zeit lang über Wasser halten. Aber die meisten Firmen weisen hochgradige Parallelen zu Schneeballsystemen auf: solange immer mehr Leute immer mehr Geld rein schmeißen, läuft die Kiste. Sobald der Strom versiegt, gegen die lichter aus und die meisten werden am Ende richtig viel Geld verloren haben. Und dann werden wieder "die Abzocker" schuld sein, oder "die Börse", oder es ergeht der Aufschrei "alle Aktien sind Betrug". Nein, es ist die eigene Gier der "Anleger", an der sie finanziell ersticken. Ich habe es selbst erlebt am Neuen Markt und ich habe es selbst mitgemacht. Und bin selbst an meiner Gier fast erstickt. Ich weiß aber auch, dass es keinen interessiert, was ich hier schreibe. Ihr müsste eure eigenen Erfahrungen machen und diese teuer bezahlen. Wer nicht hören will, muss zahlen. (Nur) so lernt man. Gier frisst Hirn.

      Ach so, wie war die Frage? Niiio Finance? Ne, nix für mich.

      P.S.: Etwas völlig anderes ist die Blockchain-Technologie selbst. Die Blockchain braucht Kryptowährungen nicht, Kryptowährungen aber die Blockchain. Die Blockchain-Technologie ist spannend, die kann etwas Großes werden. So wie der 3D-Druck. Aber welche Firma da wirklich am Ende Erfolg hat (und Geld verdient), kann man heute gar nicht abschätzen. So wie es vor 100 Jahren auch tausende (!) Autohersteller gab. Ein absolutes Erfolgsprodukt, unbestritten. Aber 90 Prozent der Hersteller sind trotzdem pleite gegangen und ihre Aktionäre haben oft all ihr Geld verloren. Man muss bei neuen Technologien auf die Sieger von morgen setzen. Aber eben auch erst dann, wenn man diese relativ sicher identifizieren kann. Und kann man das heute? Ich jedenfalls nicht...

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  6. Moin,

    Lang & Schwarz ist dir sicherlich ein Begriff, wurde aber hier von dir noch nie behandelt, zumindest konnte ich nichts finden. Ist zuletzt nach der Dividendenausschüttung wie auch in den Vorjahren "traditionell" unter Druck geraten. Dazu kommt sicher der Ausstieg vom kleinen Chef.
    Auf dem aktuellen Kursniveau mehr denn je ein Unternehmen mit intakter Wachstumsstory und attraktiver Dividendenrendite.
    Was hältst du von Lus?

    Gruß

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    1. Lang & Schwarz ist nicht so mein Fokus. Das Brokergeschäft ist mir zu wechselhaft und Wikifolio betrachte ich als enormes Risiko - wenn denn die Kurse mal stärker und länger einbrechen und das zu einem Nadelöhr wird. Das schaue ich mir lieber von der Seitenlinie an und investiere in Branchen, die mir mehr zusagen.

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    2. Moin und vielen Dank für deine Antwort!
      LuS macht allerdings mehr als nur Brokerage. Was Wikifolio angeht, so wird hier auch seitens des Vorstandes immer wieder betont, dass man die Bedeutung von WF für LuS nicht überbewerten darf. Was vor allem die Anleger gerne tun, da ja auch etwas Phantasie drinsteckt.
      Dass du das Geschäft generell als zu wechselhaft empfindest, kann ich allerdings nachvollziehen. Andererseits, welche Aktie ist bei einem Crash sicher...

      Danke noch mal für deinen Meinung, finde ich toll, dass du den Kontakt zu deinen Followern und Blogbesuchern so stetig pflegst !
      Gruß

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  7. Hallo Herr Kissig,
    ich habe eine Frage zu MPH Health Care. Die Aktie hat sich in den letzten Monaten gut entwickelt. Ich habe mir auch den Jahresabschluss 2017 angesehen. Die Gesellschaft hat drei börsennotierte Töchter, deren Aktien sich in 2017 gut entwickelt haben. Das hat zu Gewinnen der MPH in 2017 geführt. So weit so gut.
    Dann gibt es noch die nicht börsennotierte Magnum AG, die 60% an der MPH AG hält. Nun hat die MPH in 2017 ihren Kurs nicht steigern können. Trotzdem hat die Magnum AG in 2017 einen großen Gewinn gemacht. Ich habe das nicht verstanden.
    Gibt es da etwas, was man noch wissen sollte oder mache ich einen Denkfehler.
    Und es würde mich natürlich interessieren, ob Sie die MPH oder eine ihre Töchter für eine gute langfristige Geldanlage halten.

    Vielen Dank und schöne Grüße

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    1. Ich meide Unternehmen aus dem Dunstkreis der Magnum. Haemato war mal die Windsor AG und ein Immobilienunternehmen - mit einer Tochter namens MPH, das im Pharmabereich tätig war und hohe Dividenden liefern sollte. Und zwei weiteren Pharmatöchtern, Pharmigon und Simgen (eine wurde später in Haemato umbenannt, glaube ich). Dann wurde - nach heftigen Misserfolgen bei der Windsor - schlagartig das Immobilienbusiness verkauft und die Windsor übernahm das Pharmageschäft der Haemato und der anderen Pharmatöchter. Das Immobilienunternehmen wurde mal eben so zum Pharmaunternehmen! Und der Immobilienbereich ausgegliedert und verscherbelt. Am Ende dieses ganzen Kuddelmuddels war auf einmal die MPH war die Mutter der Haemato/Windsor.

      Die Aktionäre waren dem Hin- und Her schutzlos ausgeliefert und den besten Schnitt zu jedem Zeitpunkt hat immer die Magnum gemacht. Weiß nicht, ob ich die inzwischen Jahre zurückliegenden Vorgänge korrekt zusammengefasst habe, aber für mich ist seit jener Zeit klar, dass ich mit diesen Leuten (Magnum) keine Geschäfte mehr machen möchte. Als Aktionär bin ich denen nicht wichtig, die agieren ausschließlich aus Eigennutz.

      P.S.: Die Windsor AG war das erste Unternehmen, das ich hier im Blog besprochen habe (Dezember 2011). Ich habe also meine persönlichen Erfahrungen mit der Magnum gemacht, auch als herumgeschubster Aktionär ihrer Beteiligungen.

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  8. Thomas Danner25.08.18, 17:06

    Hallo Herr Kissig,

    ich habe mehrere Fragen und würde gerne mit Ihnen darüber ins Gespräch kommen.
    1. Wie stellt sich Ihr beruflicher Werdegang dar? Genauer, wie landet man bei einer GmbH mit ausreichend Verlustvortrag und denkt sich: "ich weiß, was ich tue, kenne mich mit den Finanzmärkten aus, also lasse ich mir von der Gesellschaft ein kleines Gehalt auszahlen und versuche darüber hinaus, mit Aktien Geld zu verdienen? So etwas entscheidet man schließlich nicht einfach mal so.. Ich frage rein aus persönlicher Neugier, da ich kurz vor dem Abschluss eines Bachelors stehe und mich für diese "Geschäftsidee" interessiere.. Es ist mein großer Traum, Ihren Weg zu gehen. Mit meiner eigenen Firma und mich mit Bilanzen, Geschäftsmodellen und Bewertungen zu befassen. Nicht primär um so reich wie Buffett zu werden, sondern, weil ich das ganze System, einen Teil von großartigen Unternehmen zu besitzen und damit Geld zu verdienen, toll finde.
    Mir fehlt allerdings eine genaue Vorstellung davon, wie sich das verwirklichen lässt. Fehler, die Sie mit einer Zeitreise vermeiden würden, ungenutzte Chancen oder eventuell ein Ratschlag wären mir viel wert.
    2. Wie ermitteln Sie den inneren Wert einer Aktie? Die bekannteste Methode ist die des discounted cash flows (DCF). Hier stelle ich mir jedoch die Frage, auf welcher Basis man die Cash Flows der Zukunft schätzen will. Zudem ändern sich die Zinssätze und auf wie viele Jahre zinsen Sie die Beträge ab? All das erscheint mir sehr vage. Da es aber das Herzstück des Value Investing bildet, komme ich nicht umhin, das verstehen zu wollen.
    3. Was genau ist Ihrer Meinung nach der Beweggrund Warren Buffetts, in Apple zu investieren. Ja, es ist das mit Abstand profitabelste Unternehmen der Welt. Nichtsdestotrotz ist es kein "typisches Buffettinvestment". Die Aktie war bei seinem Einstieg mit ca 160 USD keinesfalls unterbewertet. Es war aus meiner Sicht mehr eine Growth, denn eine Value-Aktie. Könnte es die erhoffte Wirkung der Steuerreform sein? Ist es aus Ihrer Sicht für einen Einstieg zu spät, jetzt bei ca. 210 USD noch einzusteigen; quasi in der Hoffnung auf gigantische Sonderdividenden und Aktienrückkäufe angesichts der Berge an geparktem Geld im Ausland?


    Schönes Wochenende weiterhin und viele Grüße

    Danner

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    1. Thomas Danner25.08.18, 17:11

      Eine Sache hätte ich fast vergessen:
      Wenn ich in meinem Onlinedepot eine Aktie kaufen möchte, fragt mich die Seite, bei welchem Börsenplatz ich die Aktie kaufen möchte.. Ich verstehe nicht, wie es sein kann, dass ein- und dasselbe Unternehmen an verschiedenen Börsen verschiedene Kurse haben können? Es ist doch derselbe Anteil desselben Unternehmens und müsste folglich an allen Kursen gleich viel wert sein?
      Muss ich bei Investments in zB Dollar-Aktien den Wechselkurs beachten?

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    2. Moin Thomas,
      bei Dir klingt das fast so, als hätte ich in jungen Jahren einen Plan gefasst, mit Mitte 40 eine eigene Firma zu haben und mich mit der Anlage meines eigenen Vermögens in Aktien zu beschäftigen. Dieser Weg war nicht vorgezeichnet und stellt sich so auch nur aus der Rückschau als zielgerichtet dar. So, wie sich meine Lebenskonstellation momentan ergibt, ist sie das Ergebnis der Entwicklung, aber nicht Ergebnis einer konkreten Planung. Es hat sich halt so ergeben. Nach der Schule habe ich eine Banklehre gemacht (gezielt, weil ich mich für das Bankwesen interessiert habe und weil ich der Meinung war, dass diese Ausbildung eine gute Grundlage für jede Art der beruflichen Beschäftigung im kaufmännischen Spektrum wäre). Im Anschluss habe ich mein Volks- und Rechtswissenschaftsstudium aufgenommen, weil mich diese Themen interessierten und andererseits weil ich mir meine Zeit frei einteilen konnte. Ich habe mich parallel mit zwei Freunden selbständig gemacht - im Immobilienbereich und zwar mit einer GmbH. "Der" GmbH. Das lief anfangs ganz gut, dann stieg der eine Partner aus persönlichen Gründen aus und wir beiden verbliebene haben die Firma weitergeführt. Allerdings hatten wir beide parallel auch anderweitige berufliche Aktivitäten, so dass das Immobiliengeschäft von uns beiden eher stiefmütterlich betrieben wurde. Kann sich heute kaum jemand vorstellen, aber der Immobilienmarkt lief nicht immer so wie heute, sondern es war eine lange Zeit eher schwierig. Dann kam die Immobilienkrise und das hat für heftig rote Zahlen gesorgt. Und irgendwann haben wir uns überlegt, dass wir beruflich getrennte Wege gehen wollen - mein Ex-Partner hat das operative Immobiliengeschäft übernommen, die GmbH aber blieb über. Die hätten wir abgewickelt - da kam mir die Idee, dass ich die vielleicht selbst nutzen könnte. Die Gelegenheit war da, aber keine Planung eine solche zu schaffen. Daher kann ich auch nicht beurteilen, ob dies bzw. ein ähnlicher Weg für jemand anderen eine Perspektive darstellen könnte. Oder sollte.

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    3. Zu den Discounted Cashflows habe ich ein zwiegespaltenes Verhältnis. Ich kenne auch keine andere/bessere Methode als das DCF-Modell, um den Wert einer Firma zu bestimmen. Also die erwarteten Gewinnen der Zukunft in die Gegenwart abzuzinsen und das Ergebnis dann mit dem heutigen Preis/Kurs abzugleichen. Aber... da man eine Reihe von Annahmen treffen muss und zwar für einen längeren Zeitraum in der Zukunft, ist das Ergebnis maßgeblich davon abhängig, welche Annahmen man trifft und wie gut/realistisch diese sind. Das macht das Ergebnis (beinahe) beliebig.

      Buffett meinte mal, auch wenn zwei Leute die selben Annahmen träfen und in das gleiche DCF-Modell eingäben, würden sie am Ende unterschiedliche Ergebnisse bekommen. Und Charlie Munger frozzelte mal über Buffett, er würde ihn ständig über Discounted Cashflows reden hören, hätte ihn aber nie einen berechnen sehen.

      Die Ergebnisse beim DCF hängen ausschließlich von den zugrundeliegenden Annahmen ab und auch kleine Abweichungen machen hier große Unterschiede. Mein Hauptkritikpunkt am DCF ist aber nicht dies, sondern dass das Modell am Ende eine Zahl ausspuckt. Und diese Zahl suggeriert, dass es mit mathematischer Genauigkeit (und Unfehlbarkeit) einen absoluten "wahren" Wert gibt. Und das ist Quatsch. Jedenfalls dass die DCF-Methode diesen ermitteln könnte. Eben weil sie aufgrund der Annahmen so beliebig ist.

      "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen", sagte Mark Twain. Genau so ist es und das betrifft auch die DCF-Methode und sogar in erhöhtem Maße. Weil sie auf 10 oder mehr künftige Jahre abzielt, man aber heute Annahmen treffen muss mit denen man das Modell füttert. Ich stelle daher keine solchen konkreten Berechnungen an. Ich mache diese Rechnungen überschlägig um ein Gespür dafür zu bekommen, wie sich der Wert des Unternehmens in die Zukunft entwickeln wird. Und seine Gewinne. Das ist natürlich ungenau, aber objektiv ungenau im Gegensatz zur DCF-Methode, sie ihre Genauigkeit bei der Wertermittlung nur vorgaukelt.

      Wie sklavisch man sich an diese Berechnungsmethode hält, muss jeder für sich selbst herausfinden. Sehr vereinfachend hat Buffett es einmal so dargelegt: "Fügen Sie ein Portfolio von Unternehmen zusammen, deren summierte Gewinne über die Jahre steigen und der Marktwert Ihres Portfolios wird dies ebenfalls tun". Folgt man dem Ansatz, muss man "nur" noch im Blick behalten, ob die Entwicklung sich anhand der Geschäftszahlen auch wie erwartet einstellt, oder ob es schlechter läuft. Dann muss man ggf. eine Neubewertung vornehmen oder die Reißleine ziehen.

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    4. Zu Apple kann ich nur so viel sagen, als dass Buffett sie nicht als Tech-Unternehmen ansieht, sondern als Konsumwert. Apple hat ein eigenes Ökosystem geschaffen, in das man schnell reinkommt, aber kaum wieder raus. Das gefällt Buffett, das versteht er als den Burggraben von Apple und wegen dieser extrem hohen Kundenbindung kauft er Apple. Während ich Apple sehr kritisch sehe wegen der extrem hohen Abhängigkeit vom Iphone. Wenn das Iphone floppt, stehen dreiviertel von Apples gewinnen im Feuer. Dieses Klumpenrisiko ist mir viel zu groß. Daher keine Apple-Aktien (mehr) für mich...

      Und zu den unterschiedlichen Kursen an unterschiedlichen Börsenplätzen: das war früher der Normalfall, damit konnte man Arbitragegewinne einfahren. Kurse sind das Resultat von Angebot und Nachfrage. Bei marktengen Werten sieht man das auch heute noch: ein Provitanleger will in Stuttgart zu 18 Euro verkaufen und seine Order ist so ziemlich die einzige. In Frankfurt will jemand anderes verkaufen und hat dort 17,50 Euro vorgegeben als Limit. Schon hat man den Preisunterschied. Bei größeren Werten tritt sowas kaum mehr auf, weil zu viele Marktteilnehmer die unterschiedlichen Preise im Blick haben und diese auszunutzen versuchen. Und dank des automatisierten Computerhandels erfolgt dies heute in Sekundenbruchteilen. Allerdings eben nicht immer, vor allem bei kleinen Nebenwerten und Nebenbörsen, wie Düsseldorf oder Hamburg. Hier sind die KIs nicht aktiv und daher finden sich manchmal starke Preisunterschiede.

      Wenn Du US-Werte kaufst, hast Du immer ein Wechselkursrisiko, weil Du ja im Euro-Raum lebst. Entweder Du kaufst an einer US-Börse in Dollar. Dann trifft Dich der Wechselkurs nur/erst, wenn Du verkaufst und das Geld wieder auf ein deutsches Konto (in Euro) transferierst. oder Du kauft an einer deutschen Börse in Euro und hast ständig den Wechselkurs "an Bord", weil der maßgebliche US-Kurs in Dollar gestellt wird und ständig in Euro umgerechnet wird, um hier den gleichen Wechselkurs bereinigten Eurokurs anzuzeigen.

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    5. Thomas Danner01.09.18, 18:07

      So eine ausführliche Antwort habe ich erhofft, aber nicht erwartet. Vielen Dank dafür. Ich werde versuchen, Sie so gut ich kann mit Spenden jeden Monat zu unterstützen, damit Ihr tolles Projekt weiterhin Gehör findet.

      Eine Frage noch: wie kann ich mir das vorstellen, wenn Sie sagen, "Ich habe mich parallel mit zwei Freunden selbständig gemacht - im Immobilienbereich und zwar mit einer GmbH". Haben Sie eine GmbH gegründet, mit dieser Immobilien gekauft und quasi versucht, mit den Mietzinsen Gewinne zu erwirtschaften?

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    6. Unsere GmbH war im Bereich Hausverwaltung, Vermietung und Vermittlung von Grundstücken, Wohnungen etc. tätig. Einen eigenen Wohnungsbestand hatte sie nicht - wohl aber wir selbst, mit wechselnden Beteiligungen an den einzelnen Objekten und auch teilweise mit weiteren Partnern an Bord (nicht jeder war an jedem Immobilienprojekt beteiligt). Ein Großteil der Immobilien befand sich in Ostdeutschland und wurde aus Insolvenzverfahren heraus erworben und anschließend saniert. Das wurde dank des wirtschaftlichen Abschwungs im Osten immer schwieriger und 2008/09 dann extrem unerfreulich. Hat nicht jeden von uns gleich stark getroffen, denn jeder hatte ja auch seine weiteren Einnahmequellen. Bei mir waren es vor allem Immobilien und Aktien. 2008/09 keine Traumkombination - da konnte das eine das andere nicht gerade stützen.

      Aus dieser Zeit und meinen gemachten Erfahrungen heraus bin ich bei Immobilien skeptisch; viele Leute glauben, es kann nur steil nach oben gehen mit den Preisen und Mieten. Ich habe es über 20 Jahre hinweg auch anders erlebt. Und meine Einstellung zu Kreditfinanzierungen, Sicherheiten und der vermeintlichen Sicherheit von Zinsbindungen hat sich grundlegend geändert. Die Frage "was kann im schlimmsten Fall passieren?" sollte man sich vor allem auch bei Immobilien stellen mit dem für Otto Normalbürger enormen Investitionsvolumen. "Wird schon gutgehen" ist kein guter Ansatz und schon gar kein solides Fundament. Auch deshalb habe ich heute bei meinem Investment-Portfolio (in der GmbH) keinerlei Fremdfinanzierung (darüber denke ich ja schon seit längerer Zeit nach, bisher ohne Ergebnis) und bei meinem privaten Dividenden-Depot habe ich einen begrenzten Wertpapierkredit in Anspruch genommen,der durch die Dividendeneinnahmen mehr als bezahlt wird (das habe ich mal in dem Artikel "Meine High-Yield-BDC-Dividend-Debt-Strategie. Einfach perfekt oder ziemlich blöd?" dargelegt. Weitere Kredite habe ich nicht und plane ich auch nicht. Immobilien habe ich keine (mehr). Mein Vermögen steckt in Aktien - ggf. auch mal in Immobilienaktien...

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  9. Hallo Michael

    Auch wenn ich nicht der ursprüngliche Fragesteller war, so habe ich nun dennoch eine Folgefrage an dich... Du berechnest bei deinen Immobilienunternehmen und bei deinen Beteiligungsgesellschaften (von welchen du ja einige besitzt) den Fair Value ja auf Basis des Net Asset Value (NAV): Kannst du hierzu auch noch konkreter erwähnen, wie du vorgehst? Leider finde ich auch im Internet nicht gross Angaben zu diesem Thema (ganz im Gegenteil zum DCF-Verfahren) Woran erkennst du, ob der bestehende NAV zu teuer, fair oder zu niedrig ist? Vielen Dank schon im Voraus!

    Beste Grüsse
    David

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    1. Bei den Immobilienunternehmen berechne ich keinen NAV. Bei DIC Asset (z.B.) habe ich immer die Unternehmensangaben verwendet. Hier sind die FFO (Funds from Operations) die Schlüsselkennzahl.

      Bei Beteiligungsgesellschaften kommt es drauf an. Einige Unternehmen geben selbst den NAV an (Aurelius, Blue Cap). Und man kann eine SOTP-Bewertung vornehmen; hier liegt es natürlich auch an der Datenlage und wie viel Aufwand man betreiben will. Handelt es sich ausschließlich um Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind und/oder keine Geschäftsberichte veröffentlichen, ist das natürlich schwierig. Bei börsennotierten Beteiligungen ist es relativ einfach, den NAV zu bestimmen, wenn man die Beteiligungshöhe kennt. Dann muss man sich "nur" noch damit befassen, ob der jeweilige Börsenkurs dieser Beteiligungen gerechtfertigt ist.

      Im Grunde habe ich kein Bewertungsschema, das für jedes Unternehmen passt. Ich gehe zwar grundsätzlich ähnlich vor, aber jedes Unternehmen ist dann doch anders. Und, ich habe das ja schon öfter erwähnt, ich lege einen besonderen Wert auf weiche Faktoren. Die findet man z.B. im Geschäftsbericht oder in den Unternehmensmeldungen. Wie stellt das Management Erfolge dar, wie geht es mit Misserfolgen um. Das ist für mich (fast) noch wichtiger, als ob am Ende auf den Cent genau die Planzahlen/Prognosen erreicht wurden.

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  10. Guten Morgen Herr Kissing,
    erlauben Sie mir bitte Sie mit einer kurzen Frage zu belästigen. Als ich die Chinesischen Aktien (Weibo, JD.com) halbgünstig gekauft habe, dachte ich der Chinesische Handelskrieg mit den USA wäre eher ein Papiertiger. Mittlerweile liege ich schon weit im roten Bereich.
    Da ich Ihrem Blog schon lange folge und über die Qualität Ihrer Tätigkeit sehr erfreut bin, würde ich gerne Ihre Meinung wissen: Die betreffenden Aktien tiefrot abstoßen und in bessere Aktien umschichten, weil der Kurs gen Süden wahrscheinlich weiter mittel- langfristig bestehen wird oder warten bis aus tiefrot blutrot wird in der Hoffnung dass sich der Kurs dieser eigentlich sehr guten Aktien in den nächsten Monaten nach Ihrem Ermessen wieder erholen wird. Ihre persönliche Meinung wäre selbstverständlich nur eine Meinungsäußerung, keine Empfehlung.
    Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen
    Matthias

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    1. Moin Matthias,
      die Frage kann ich Dir so natürlich nicht beantworten, da ich keine Ahnung habe, wie sich die Kurse entwickeln werden. Vor allem nicht bei chinesischen Werten, die ich so gar nicht auf dem Schirm habe.

      Im Grunde ist es allerdings ganz einfach: André Kostolany lehrte uns, dass wir Aktien nie aufgrund unseres Einstandskurses bewerten sollten, sondern immer zum Tagespreis. Damit meinte er, dass es abgesehen von uns selbst und das Finanzamt unseres Vertrauens niemanden interessiert, zu welchem Kurs wir die Aktien gekauft haben und ob wir gerade im Gewinn oder im Verlust sind. Und deshalb sollten wir selbst das auch ignorieren!

      Es kommt einzig darauf an, wie wir die Aktien heute einschätzen. Und zwar so, als hätten wir sie nicht im Depot! Würden wir die Aktien heute als aussichtsreich und/oder unterbewertet einstufen und sie ggf. kaufen? Oder würden wir die Finger davon lassen, weil sie überbewertet sind oder wir damit Bauchschmerzen hätten? Nur auf diese Art sollten wir entscheiden, ob wir Aktien im Depot behalten. Nicht anhand der früheren Performance.

      Und als Value Anleger schauen wir auch auf den fairen Wert der Unternehmen, nicht (so sehr) darauf, wie sich ein Markt entwickeln könnte. Buffett behauptet sogar, er habe noch niemals in seinem Leben eine Aktie aufgrund makroökonomischer Überlegungen gekauft oder verkauft. Und ich glaube ihm.

      Daher die konkrete Gegenfrage: glaubst Du, dass die von Dir genannten Weibo und JD.com heute und auf dem aktuellen Kursniveau ein gutes Investment sind? Bestehen die Gründe noch, weshalb Du sie mal gekauft hattest?

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    2. Hallo Michael,
      herzlichen Dank für Deine Zeilen. Ja, ich habe Bauchschmerzen, weil ich einfach nicht absehen kann, wie lange dieser bereits viel zu lange Handelskrieg noch dauern wird. Im Allg. entwickeln sich die Märkte recht gut, nur die chinesischen werden herunterge"trumpelt".
      Ich habe jetzt alle chinesischen Werte tiefrot verkauft, jetzt ist auch noch der CEO von JD.com verhaftet worden ....
      Zwar bin ich davon überzeugt, dass die o.g. Aktien ein gutes Investment sind bezüglich der Unternehmen, die dahinter stehen, leider überhaupt nicht mehr, dass sie in diesem Aktien-Ökosystem meine Ersparnisse erhalten oder gar vermehren. Einen langen Atem über Jahre hinweg habe ich nicht. Die Kostolany-Lehre habe ich so noch nicht gehört, aber er hat völlig recht. Und ich hätte die Aktien auch gehalten, weil ich denke, dass sie ihren Preis wert sind. Und ich würde sie auch heute zu diesen Kursen kaufen, wenn nicht die sehr reale Gefahr besteht, dass sie noch die nächsten Monate weiter heruntergeprügelt werden. Vielleicht bin ich doch eher eine Mischung aus Trendfolger und Value-Investor, der doch noch makroökonomischer Überlegungen für relevant hält. Aber ich werde die Werte im Auge behalten und falls sich ein besseres Umfeld abzeichnet, werde ich zumindest eine davon wieder kaufen, die JD.com, Weibo fand ich dann doch etwas zu teuer.

      Ich danke Dir recht herzlich für diese wertvollen Denkanstöße.
      Liebe Grüße
      Matthias

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  11. Moin Michael,

    dein Blog ist leider mit Abstand das beste, was die Bloggerszene in diesem Bereich zu bieten hat. Leider deshalb, weil ich gerne noch mehr Lesestoff hätte. :)
    Habe mir alle anderen DACH-Blogs angesehen und kann nur sagen, dass du mit Abstand diesen Preis abgeräumt hast - die Entscheidung wird für die Jury nicht schwer gewesen sein.

    Kennst du abseits von DACH noch lesenswerte Blogs? Mich interessieren vor allem deutsche Aktienwerte. Börsengeflüster lese ich manchmal noch bei interessanten Werten zB, das Nebenwerte Journal scheint auch interessant, kostet aber Geld.
    Oder gibt es abseits vom Netz noch Print?-Magazine, welche deutsche Aktienwerte beleuchten? Gerne auch Nebenwerte, DAX interessiert mich eher weniger.

    Gruß

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    1. Danke für das nette/fette Lob! ^^

      Ich habe hier im Blog weiter unten in der rechten Spalte eine Blogroll, in der die 10 aktuellsten Artikel "lesenswerter Finanz-Blogs" angezeigt werden. Am Ende der "Box" kann man auf "alle anzeigen" klicken und dann erscheinen noch weitere Blogs/Website (jedenfalls die, die auch über einen RSS-Feed verfügen). Ich denke, da könntest Du fündig werden...

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  12. Hallöchen !

    Du bist ja auch viel im w:o-Forum unterwegs, unter anderem auch im Thread vom kleinen Chef.
    Ich kann mit seinen Werten ehrlich gesagt so gar nichts anfangen - abgesehen von einigen wenigen. 7c Solarparken und Defama haben mir besonders zugesagt - und bin seit dem Kauf auch glücklich. Sogar durchs Krisenjahr 2018 ging es mit 10% Gewinn bei beiden Werten.
    Warum hast du diese Aktien für dich ausgeschlossen? Zu klein oder zu neu? Zu teuer bewertet?

    Gruß

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    1. 7C Solarparken hatte ich mal auf meiner Beobachtungsliste, aber das Unternehmen/Geschäftsmodell haut mich jetzt nicht so vom Hocker, als dass ich hier eine Outperformance ggü. anderen Werten aus dem Bereich regenerativer Energien ausmachen würde. Ich setze hier auf PNE.

      Defama ist nichts für mich. Malls, Einkaufszentren und mit etwas Zeitverzögerung auch Fachmarktzentren werden unter dem massiv zunehmenden Onlinehandel immer stärker leiden und dann stehen irgendwann die Immobilien leer. Das betrifft Defama bestimmt noch nicht auf Sicht der nächsten fünf Jahre, aber ich halte das Chance-Risiko-Verhältnis nicht für attraktiv genug verglichen mit "richtigen" Gewerbeimmobilienwerten. Und von denen habe ich drei absolute Top-Werte auf der Beobachtungsliste und im Depot: DIC Asset, Godewind Immobilien, TTL Beteiligung und Grundbesitz. Ein weiteres Unternehmen aus dem Sektor, das keine bessere Rendite verspricht und auch kein signifikant niedrigeres Risiko aufweist, brauche ich nicht.

      7C und Defama sind keine Flops, aber ich halte andere Werte für attraktiver. Ob*s wirklich so kommt, wird sich zeigen. Gerade PNE bekommt langsam den von mir erwarteten Rückenwind...

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    2. Hallo und danke für deine Meinung zu dem Thema. Finde es immer wertvoll, zu den eigenen Werten auch andere und vor allem kritische Einschätzungen zu hören. In den Foren und auch den Aktienseiten im Netz gibt es ja fast ausschließlich positive Beiträge oder Relativierungen zu lesen.
      Kritische Stimmen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, gibt es so gut wie gar nicht und haben meist auch andere Hintergründe als sachliche Meinungen zu den Werten - zB persönliche Differenzen mit den Mitforisten.
      Ich kann also nur großes Dank und Lob aussprechen für deine Arbeit hier mit diesem Blog. Ich persönlich finde 7c und Solarkraft grundsätzlich interessanter als Windkraft - verfolge aber auch deine Beiträge zu PNE. Ich weiß heute gar nicht mehr, warum ich mich damals gegen PNE und für 7c entschieden habe - nur dass ich es bisher zumindest nicht bereut habe. Werde mich bei PNE aber nochmals einlesen.

      Bei Defama ist der Onlinehandel natürlich ein großer Konkurrent, aber das war er auch schon vor 5 Jahren. Bisher jedenfalls laufen die Geschäfte glänzend, und wie auch du sehe ich auf absehbare Zeit keine großartigen Ereignisse, welche den Fachhandel über Nacht aussterben lassen und die Kunden geschlossen zum Onlineanbieter wechseln lassen würden.
      Zumal ich bestimmte Dinge wie Supermärkte auch einfach nicht wegdenken kann - Food-Delivery ist in meinen Augen kein Geschäftsmodell, was sich großflächig durchsetzen wird.
      Gibt natürlich auch Alternativen, und bei DIC bin ich auch dabei. Auf den Wert bin ich übrigens dank dir aufmerksam geworden :)
      Weiter so !
      Gruß

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    3. Weißte, weshalb ich Food Delivery - anders als Du - als totales Online-Ziel sehe? Das fehlende Shoppingerlebnis. Niemand kauft gerne Lebensmittel oder Waschpulver ein. Da würde man also nichts vermissen (anders als bei z.B. hochwertigen Klamotten oder Uhren oder Schmuck, wo es eben um das Shoppen an sich geht). Nächster Gedanke: es boomen die Smart Speaker, allen voran der Echo von Amazon. Je mehr Menschen sich daran gewöhnen, über Sprachsteuerung ihre Geräte zu steuern, werden auch ihren Einkauf schnell darüber erledigen. Wenn ich meine Einkaufsliste gemacht habe, weshalb sollte ich mich ins Auto setzen und zu REWE oder EDEKA fahren, um dort die Sachen selbst einzukaufen, wenn ich einfach zwei Minuten ganz bequem von der Couch aus mit Alexa sprechen und das erledigen kann? Und dann wird mir der Kram auch noch bis an die Wohnungstür gebracht! Ich bin davon überzeugt, dass sich das total durchsetzen wird - natürlich vor allem in den Ballungszentren; auf dem flachen Land wird das weniger und später passieren. Aber auch dort wird die Entwicklung nicht halt machen. Und genau deshalb investiere ich nicht (langfristig) in Fachmarktzentren. Die laufen dann nämlich genauso gut wie früher die Schlecker-Läden...

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    4. "Niemand kauft gerne Lebensmittel oder Waschpulver ein." - Michael hier irrst Du Dich. Es gibt viele Leute, die gern einkaufen. Meine Frau zum Beispiel oder mein Nachbar, der Rentner, der den ganzen Tag nichts zu tun hat und stundenlang die Kaufland und Lidl Papierprospekte nach Schnäppchen durchsucht, um dann dahin fahren zu können. Es ist sein Hobby. Dann der Einkaufserlebnis noch - frisches Obst muss man anfassen können, dann nach dem Einkauf etwas beim Bäcker für zu Hause holen und beim Imbiss eine Wurst futtern :D Kann man im Internet nicht ;) Nicht jeder sitzt gern zu Hause auf dem Couch und spricht zu einem Lautsprecher seine Wünsche durch :D Leute sind eben unterschiedlich. Und das die Schwarz Gruppe und andere sich vom Online Geschäft zurückgezogen haben, das hat hier in Deutschland Gründe, weil ich eines der Projekte eng mitverfolgt habe. Amazon kann es gern versuchen, sie werden wie Walmart damals mit Ihrem Ami-Konzept scheitern. Keine Chance hier in Deutschland. Woanders vlt. schon. Ich arbeite im Lebensmitteleinzelhandel und ich weiß wovon ich spreche.

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    5. Ich persönlich will ebenfalls das Gemüse vor "inspizieren", bevor ich es kaufe - lässt sich aber sicher nicht auf alle Menschen übertragen. Bin jung und wohne im Ballungsgebiet - und fahre nach der Arbeit mit dem Rad oder PKW beim Edeka vorbei.
      Alles andere ist teurer und unökologisch - nur meine Meinung.
      Komme zwar nicht aus dem EInzelhandel, aber aus der Supply Chain und weiß daher, dass Food Delivery nicht gut angenommen wird - dafür aber viel extra Aufwand bei den Zulieferern bedeutet.

      Grundsätzlich bin ich aber ebenfalls der Meinung, dass man als Inhaber von Gewerbe-Immo-Aktien die Marktentwicklung im kritischen Blick haben sollte.

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    6. Okay, dann differenzieren wir mal und nehmen Gemüse und frische, unverpackte Lebensmittel aus (obwohl Food Delivery ja trotzdem boomt wie bekloppt, wenn man auf Delivery Hero und/oder Hello Fresh blickt). Nehmen wir an, alle wollen die frischen Lebensmittel befühlen und vor dem Einkauf in die Hand nehmen - spricht das aber dann für ein Fachmarktzentrum oder einen Versorger der heutigen Art ala Lidl, Aldi, Edeka? Oder nicht eher (auch) für Wochenmärkte? Denn der Rest des täglichen Bedarfs, den muss man ja kaum anfassen, befühlen, beschnuppern. Ob es nun die Frühstücksflocken sind, die Getränke, das Waschpulver, die Windeln, das Deo, der Rasierschaum, der Kaffee, die Schokolade uswusf. Das alles kann ganz bequem nach Hause geliefert werden, nachdem man es online oder über Alexa/Echo geordert hat.

      Ausgangspunkt unserer Diskussion war ja, ob Malls und vor allem Fachmarktzentren wenig bis keinen Impact durch den Onlinehandel haben werden, so dass man mittel- und langfristig sicher in diesem Bereich investieren kann. Und ich sehe das nicht als sicher an, jedenfalls nicht bei einem Anlagehorizont von mehr als 5 Jahren. Und dann trifft uns das Thema Fristenkongruenz (jaja, ich weiß, diese "goldene Bankregel" kommt aus der Finanzierung und bedeutet, langfristiges Vermögen sollte durch langfristige Schulden finanziert werden, nicht durch kurzfristige). Man kann zwar als Aktionär ganz kurzfristig seine Aktien über die Börse abstoßen, aber der Grundgedanke ist derselbe: das Aktienkapital finanziert die Immobilien und zwar zusammen mit dem zusätzlich aufgenommenen Fremdkapital. Wenn ich also als Anleger in Immobilienaktien investiere, sollte ich dies auch mit langem Anlagehorizont tun und nicht als kurze Spekulation. Denn dann kaufe ich nur die Aktie als Spekulationsobjekt und beteilige mich nicht (wirklich) am zugrunde liegenden Unternehmen. Daher nochmals die Frage: sind Fachmarktzentren langfristig eine gute Geldanlage oder droht ihnen ein zunehmender Leerstand in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren? Und was passiert dann mit den Immobilien, den Flächen, den Mieten, den Werten? Egal? Man muss nur rechtzeitig genug den Absprung schaffen und so lange kann man die Kollekte kassieren und hoffen, dass man nicht als letzter von Bord geht (und die drohenden Wert- und Kursverluste einstecken muss)? Oder alles kein Problem und prosperierendes Businessmodell?

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    7. Bin absolut bei deiner Argumentation und muss auch gestehen, dass ich bei keiner meiner Aktien vorhabe, für immer drin zu bleiben. Wäre zwar schön, aber dafür ist mir der Markt zu wechselhaft. Zu viele disruptive Einflüsse, nicht nur aus den Unternehmen heraus, sondern auch aus der Politik. Leider muss man ja jederzeit mit einer schlechten Nachricht von wo auch immer rechnen. Ich hätte gerne Unternehmen, welche ich kaufen und liegenlassen kann bis zur Rente. Ich traue mir aber noch nicht mal eine politische Vorhersage für diese Legislaturperiode zu, so wie mit Koalitionsverträgen und Wahlversprechen umgegangen wird...
      Wie ein Unternehmen in 5, 10, 20 Jahren da steht und in welchem politischen Umfeld...ob Amazon die Branche dann schon übernommen hat oder oder oder...in Anbetracht dessen fühle ich mich mit einer Defama im Portfolio genau so wohl wie mit allen anderen Werten. Beobachten muss ich die als Anleger leider alle gleich.
      Ein grundsätzlich zum Scheitern verurteiltes Geschäftsmodell erkenne ich nicht bei meinen Depotwerten. Und wenn eine DeFaMa dann (vielleicht) in 10 Jahren nicht mehr mit xx% pro Jahr wächst, sondern stagniert oder leicht schrumpft, bin ich immer noch dick im Plus und kassiere weiter jedes Jahr die Dividende - so zumindest der Plan :)

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  13. Stark, wie du hier mit deinen Blogbesuchern diskutierst, Hilfe gibst, erklärst,...vorstellst. Darf man fragen, was du beruflich machst? Bin nicht sauer, wenn du das nicht beantworten magst. Mach weiter so !

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    1. Vielen Dank für das freundliche Feedback! =)

      Ich habe mal eine Bankausbildung absolviert und im Anschluss Volks- und Rechtswissenschaften studiert. Während des Studiums habe ich mich mit zwei Partnern im Immobilienbereich unternehmerisch betätigt und wurde einige Jahre später zusätzlich als Unternehmensberater aktiv. Mein liebstes Hobby ist schon seit meiner Schulzeit das Investieren und die Börse - vor einigen Jahren habe ich meine Partner aus der gemeinsamen GmbH herausgekauft und meine unterschiedlichen Geschäftsaktivitäten sowie mein Vermögen (also mein Investmentdepot und -kapital) in die GmbH eingebracht. Seitdem kümmere ich mich hauptberuflich um die Anlage meines Vermögens und nehme meine früheren beruflichen Aktivitäten nur noch dann wahr, wenn ich gerade mal Lust dazu habe. Ich habe also mein Hobby zum Beruf gemacht und freue mich immer noch jeden Tag darüber. Wenn andere Leute über finanzielle Freiheit sprechen, dann weiß ich genau, was sie meinen. ;-)

      Ich betreibe jedoch nicht nur praktische Geldanlage als Investor/Anleger, sondern auch theoretische. Nämlich mit diesem Blog und seit einigen Jahren auch als Kolumnist für das "Aktien Magazin" und mit meiner Online-Rubrik "Portfoliocheck" für aktien-mag.de. Ist eine nebenberufliche Tätigkeit, die sich idealerweise auch um mein liebstes Hobby dreht. =)

      Ein paar weitere Infos zu mir und meiner Motivation findest Du hier: "Impressum & Beachtenswertes"

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    2. Da kommt bei mir ja direkt der deutsch-typische Neidbürger durch :)
      Nur die wenigsten schaffen es, ihr Hobby und ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen.
      Ich freue mich für dich, dass es bei dir geklappt hat, respektive du dich dort hingearbeitet hast. Sei dir gegönnt. Ich habe mit der Börse leider viel zu spät angefangen - ist mir zwar ausbildungsbedingt nicht schwergefallen, der Markt ist mir aber immer noch oft ein Rätsel.
      Ich nehme bei dir jedenfalls eine Menge mit. Am meisten freue ich mich über Analysen zu einzelnen Aktien, aber auch die sonstigen Artikel sind Gold wert.
      Kürzlich hattest du mal einen der hier häufiger auftauchenden Starinvestoren zitiert: Kursgewinne sind ganz plötzlich da, nachdem der Wert lange Zeit nur seitwärts lief.
      Erst heute wieder gemerkt - gut, wenn man dann schon investiert ist!

      Mach weiter so !

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  14. Moin Chef !
    Mal eine grundsätzliche Frage:
    Wenn die Kurse so steil ansteigen wie seit Jahresbeginn, was machst du dann mit eventuellem Cash? Kaufst du trotzdem nach? Wartest du auf den nächsten unvermeidlichen "Dip"? Oder suchst du dir neue Werte?

    Ich würde aktuell sehr gerne investieren, aber die Kurse gehen ja momentan alle "durch die Decke". Am liebsten würde ich meine schon vorhandenen Werte nachkaufen, aber bei 20-30% Kurszuwachs in nur 4 Monaten, naja, ich kann mir nicht vorstellen, dass das von Dauer ist.

    Oder hast du noch deutsche Geheimfavoriten auf dem Zettel mit Unterbewertung, ohne groß zu spekulieren?

    Gruß

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    1. Ich habe den Großteil meines Cash-Bestands Anfang des Jahres investiert und daher momentan eher "kein Problem" mit zu viel unnütz herum liegendem Geld. ;-)

      Grundsätzlich sollte man nicht so sehr auf den Markt achten. Der Markt war stark abgestürzt, der Markt hat sich genauso schnell wieder erholt. So what? Entscheidend ist der Kurs der einzelnen Aktie im Verhältnis zu ihrem fairen Wert. Nur darauf sollte man achten. Denn auch wenn sich der Markt in den nächsten Monaten eher seitwärts bewegt, werden in dieser Phase Aktien besser oder schlechter performen. Was die Kurse machen, wissen wir nicht. Also konzentrieren wir uns auf die absehbare/erwartbare Entwicklung im Unternehmen.

      Blue Cap ist ganz klar unterbewertet bezogen auf seinen NAV/Buchwert. Allerdings kann ich den jüngsten Kurssprung überhaupt nicht nachvollziehen; Blue Cap hat Zahlen für 2018 präsentiert und eine aktualisierte NAV-Berechnung per 31.12.2018. Und dabei weist man 29,70 Euro als NAV aus. Klar,d er Kurs liegt meilenweit darunter, aber dass der NAV bei knapp 30 Euro liegt, ist doch längst bekannt. Ich selbst habe hier im Blog schon vor Monaten darüber berichtet. Insofern muss jetzt "silly Money" in die Aktie geflossen sein, denn es gibt keinerlei neue Informationen! Auf der anderen Seite besteht die Drohkulisse mit dem schwelenden Streit zwischen Blue Cap/Dr. Schubert und PartnerFonds/Oliver Kolbe weiter fort. Alles offen, alles konfliktbeladen, alles ungelöst. Blue Cap will sich auf einer Kapitalmarktkonferenz präsentieren. Da werden zu genau diesem Themenkomplex eine menge Fragen kommen. Später ist dann Hauptversammlung bei der PartnerFonds AG und dann bei der Blue Cap. Im Hintergrund läuft das Straf- und Schadensersatzverfahren der mic AG gegen ihren ehemaligen Vorstand Oliver Kolbe. Und es ist ja diese Gemengelage, die den Aktienkurs der Blue Cap von 25 auf 15 Euro gedrückt hat. Und hier gibt es keinerlei Aufhellung. Daher ist Blue Cap für mich momentan nur "optisch" günstig. Denn sollte sich PF/Kolbe durchsetzen, wäre das für Blue Cap eine extrem schlechte Nachricht/Perspektive...

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    2. Ein Wert, der sich bisher so gar nicht nach oben entwickelt hat, ist PNE. Ich habe das allerdings auch nicht erwartet, obwohl ich PNE als einen meiner Nebenwertefavoriten für 2019 benannt habe (guckste hier). Die Geschäftszahlen für 2018 waren durchwachsen und am Ende von einer massiven Abschreibung belastet; hier geht es um Projekte, die wegen der geänderten politischen Rahmenbedingungen momentan auf Eis liegen und wo PNE gegen die Bundesregierung klagt. Sollte sich hieraus der erhoffte Schadensersatz einstellen, würden die Rückstellungen später wieder aufgelöst (und den Jahresgewinn entsprechend erhöhen). Viel wichtiger ist aber das "Windparkportfolio 2020", wo PNE wie bereits vor zwei, drei Jahren ein großes Portfolio zusammenbaut, um dieses dann "en bloc" zu verkaufen. Das kostet natürlich erstmal viel Geld, ohne dass man entsprechende Rückflüsse (durch den Verkauf der Einzelprojekte) hat. Im nächsten Jahr ist man aber mit dem Aufbau des Projekts fertig und wird es zum Verkauf stellen. Und zwar genau zu dem Zeitpunkt, wo es bei Windparkprojekten in Deutschland zu einer Flaute kommt! Da die EZB die Zinsen nicht anheben wird in nächster Zeit, haben die großen Investoren und dabei auch die Versicherungskonzerne das Problem, attraktiv rentierliche Anlagen zu finden. Das spielt PNE erneut massiv in die Karten. Das "YieldCo"-Portfolio hatte die Allianz (AGI) gekauft und PNE hat sich dabei finanziell gesund gestoßen. Nun folgt das nächste, noch größere Portfolio. Das erklärt auch, weshalb der Forecast für den 2020er Gewinn bei den Analysten ein KGV von 3 aufweist. Sobald der Verkauf durch ist, winken Aktienrückkäufe, Sonderdividenden oder ähnliche schöne Dinge. Dinge, die den Aktienkurs eher Richtung 4 Euro treiben werden als Richtung 2 Euro. Ich gehe davon aus, dass die Kursphantasie gegen Ende 2019 zurückkehrt, aber wenn der Turbo zündet, dann dürfte es schnell hoch gehen. Das ist meine Erwartung. Und deshalb habe ich PNE bereits jetzt im Depot. "Teuer" sind die jedenfalls nicht...

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    3. Moin, ich hätte ja gerne investiert, als "die Kanonen gedonnert haben", aber da war der Cash-Haufen längst nicht so groß, wie er es jetzt ist. Deshalb die Frage zum jetzigen Zeitpunkt.
      Nimmst du also nur wenig Rücksicht auf politische oder konjunkturelle Begebenheiten? Nach dem Motto, "ja, mag jetzt abwärts gehen, aber bald gehts auch wieder hoch"?

      Und könntest du deine Aussage
      ""Entscheidend ist der Kurs der einzelnen Aktie im Verhältnis zu ihrem fairen Wert. Nur darauf sollte man achten""
      noch einmal genauer ausführen?

      Zu BlueCap: Hier war ich einmal investiert, als es die Kolbe Thematik noch nicht gab. Habe auch lange vorher verkauft und würde zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht wieder einsteigen - unnötiges Risiko, da völlig ungewisser Ausgang. Hier werden Ressourcen auf die Fehde mit Großaktionären ver(sch)wendet, die im operativen Geschäft sicherlich besser verwendet werden könnten - ist aber nur meine Meinung dazu.
      Beteiligungsgesellschaften generell finde ich "schwierig" als Privatanleger, da man so viele Beteiligungen noch mit im Blick behalten muss und der Kurs gerne riesige Sprünge macht - in alle Richtungen. Spätestens nach dem Mutares-Debakel habe ich mich vorerst von den Bet.-Gesellschaften distanziert, beobachte aber, was so passiert, auch über deinen Blog hier!

      Zu PNE: Das ist sicherlich ein interessanter Wert, allerdings lief das Jahr nicht wirklich überragend, und auf den Ausgang eines Gerichtsverfahrens würde ich eine Investition niemals stützen. Der Verkauf des Windparks ist aber tatsächlich ein potentieller Kurstreiber, auch wenn es ja noch zwei Jahre dauert, bis die Zahlen vorliegen und eine eventuelle Dividende ausgeschüttet wird. Bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich da wie du jetzt schon rein möchte, muss mich noch mal genauer da einlesen!

      Oder vielleicht wird ja hier bald wieder ein Wert vorgestellt, den ich schon vergessen habe oder noch gar nicht auf dem Radar hatte... :)

      Xylem fande ich zuletzt eine spannende Story hier, Umicore hast du auf der Liste...
      Oder eine der deutschen Aktien, Steico, Washtec, Jungheinrich,...
      Seufz* Warum müssen die interessanten Aktien alle so teuer sein!

      Vielen Dank für deine Antwort oben, freue mich sehr über deine Meinung und kann und werde hier sicherlich noch einiges lernen!

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    4. Mit meiner Aussage "Entscheidend ist der Kurs der einzelnen Aktie im Verhältnis zu ihrem fairen Wert. Nur darauf sollte man achten." meine ich, dass es nicht auf die allgemeine Börsenstimmung ankommt, sondern alleine auf das Unternehmen und seine Bewertung. Peter Lynch sagte es so: "Wenn die richtige Aktie gefunden ist, ist es nie zu früh und nie zu spät, sie zu kaufen". Value Investing zielt darauf ab, den Wert eines Unternehmens und somit einer einzelnen Aktie zu ermitteln - und sie dann zu kaufen, wenn man sie deutlich unter diesem Wert bekommt. Warren Buffett formuliert das Prinzip so: "Preis ist, was du bezahlst. Wert ist, was du bekommst".

      Was allgemeine Markt- bzw. Branchentrends angeht, ignoriere ich die natürlich nicht völlig. Dass Automobilwerte und Zulieferer nicht laufen, ist ja sei 9 Monaten klar. Dass bei einer Konjunkturabkühlung vor allem zyklischen Werte (wie die Chemiebranche) leiden, ist auch bekannt. Dass wir uns in eine Software-Welt entwickeln, dass wir immer mehr sauberes (Trink-)Wasser benötigen, dass immer mehr Online gekauft und bezahlt wird, dass Gaming und E-Sports zum Trend geworden sind, das sind grundsätzliche Entwicklungen, die man "spielen" kann und ggf. sollte. Dem entsprechend kann man sich schon seine Karten entsprechend legen. Allerdings kommt es dabei immer auch darauf an, die richtigen Unternehmen herauszufiltern. Peter Lynch schlägt zudem vor, Aktien in Kategorien einzuteilen, um eine bessere Vorstellung zu bekommen, was man (bei der Bewertung) von ihnen erwarten kann. Und um sie miteinander vergleichen zu können. So braucht Daimler mit seinen vielen Fabriken eine ganz andere Eigenkapitalausstattung als eine Softwarebude (also ist die Kennzahl Eigenkapitalquote nicht für beide vergleichbar).

      Viele weiterführende Artikel hierzu findest unter den Menüpunkten "Grundsätze des Value Investing" und "Anlagestrategie".

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    5. Nachklapp zu PNE: Ne, auf die Schadensersatzforderung ziele ich nicht ab. Ich meinte nur, dass die Projekte jetzt komplett abgeschrieben sind und hieraus keine weiteren Belastungen mehr drohen (abgesehen von den Gerichtskosten). Sollte PNE allerdings Erfolg haben, würden die Schadensersatzzahlungen natürlich Gewinn erhöhend vereinnahmt werden. Wäre halt ein Goodie on top...

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  15. Hallo Michael

    Hast du dich schon mal mit Aktienunternehmen beschäftigt, welche ihre Kompetenz im Bereich der Wasserstofftechnologie haben? Hierbei denke ich an Ballard Power Systems aus Kanada oder Nel Asa aus Norwegen? Das ist ja eher eine Wette darauf, welche Antriebstechnologie sich durchsetzt, das ist ja schwer vorauszusagen. Bisher liegt der Fokus ja eindeutig auf dem Elektrofahrzeug (öffentliche Debatte und Förderung).

    Vielen Dank für eine Rückmeldung
    Nils

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    1. Eine neue Technologie... in so etwas zu "investieren" fällt mir schwer. Nicht nur bei Wasserstoff, es könnte auch 3D-Druck sein. Wir wissen nicht, ob sich diese Technologie durchsetzt, wir wissen nicht, welches Unternehmen sich dann ggf. durchsetzt. Von den mehreren tausend Automobilherstellern haben nur wenige überlebt. Von den hunderten von Eisenbahngesellschaften auch nur einige wenige.

      Du nanntest Ballard Power, die ist mir ein Begriff. Oder war es früher zumindest. Vor 20 Jahren zu Zeiten der Internetblase, als Daimler an denen beteiligt war und meinte, das zweite Modell der A-Klasse würde mit Wasserstoff betrieben. Tja, bekanntlich wurde daraus nichts.

      Ich habe mich nur mit einem Unternehmen aus der Branche intensiver beschäftigt und das ist SFC Energy. Dieses Unternehmen habe ich im März in Ausgabe 3/19 des Aktien Magazins vorgestellt bei knapp 10 Euro. Ein interessantes Unternehmen und ein echtes Ausnahmetalent in der Branche: SFC Energy ist nämlich profitabel, wenn auch nur knapp. Aber das unterscheidet es von anderen Unternehmen. Ich denke, es ist interessant und aussichtsreich. Womit ich nicht sagen möchte, dass es ein gutes Investment ist. Denn das Chance-Risiko-Verhältnis haut mich jetzt nicht so vom Hocker, dass ich es als besser einstufen würde im Vergleich mit den Werten, die ich im Depot habe. Aus den genannten Gründen wäre auch SFC Energy für mich allenfalls als Depotbeimischung denkbar und zwar in homöopathischer Dosis...

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  16. Hallo Michael,

    Ich habe eine grundsätzliche Frage.
    Wie gehts Du psychologisch damit um bei "Qulitätsunternehmen" einzusteigen, die einen nahezu ungebrochenen Aufwärtstrend vorweisen? Microsoft, Cisco, McDonalds, Waste Management uvm. - weisen diesen typischen "Raketen"Chart auf der langsam flach beginnt und dann nach rechts immer steiler aufwärts führt.

    Wie geht man damit gedanklich um, hier nicht auf "Rücksetzer" des Kurses zu warten sonder einfach zu akzeptieren, dass man viele gute Jahre verpasst hat und eher die Zukunft betrachtet?
    Ich tue mir da tatsächlich sehr schwer mit, auch mit einer "Berechnung" oder Überlegung ob die aktuelle Bewertung fair / gerechtfertig ist oder nicht und daraus folgernd ob sich ein Einstieg lohnt oder nicht...

    Vermutlich alles wirres Zeug, aber vielleicht verstehst Du mein Problem ja und hast einen Vorschlag :-)

    Danke & Viele Grüße
    Martin

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    1. Wenn Kurse gestiegen sind, dankt man immer, man werde einsteigen, wenn es mal einen Kursrücksetzer von 5% gibt. Wenn der aber dann kommt, dann gibt es meistens ja auch Gründe (weil der Markt generell gerade konsolidiert und/oder die Stimmung schlecht ist) und man denkt dann, "lieber nochmal abwarten, das geht bestimmt noch tiefer". Mit der Folge, dass der Kurs sich wieder erholt und man - mal wieder - nicht eingestiegen ist. Und denkt "beim nächsten Kursrutsch von 5% steige ich ein". Also schaut man den Kursen weiter hinterher.

      Peter Lynch rät daher: "Wenn die richtige Aktie gefunden ist, ist es nie zu früh oder zu spät, sie zu kaufen".

      Bedeutet: auf das Unternehmen schauen, nicht auf die Kurse. Und trotzdem bleibt der Blick natürlich nicht aus. Wenn Du die "Fahnenstange" ansprichst, dann ist das oft ein verzerrtes Bild. Und nach Karl Marx bestimmt der Standpunkt die Perspektive. ^^ Also mal den Standpunkt ändern; hier konkret, den Chart auf "logarithmisch" umstellen. Dann sieht die Fahnenstange gleich nicht mehr so steil aus.

      Die logarithmische Anzeige hat aber nicht nur optische Auswirkungen, sondern es gibt handfeste Gründe, sie zu bevorzugen. Wenn eine Aktie bei 10 Euro gestartet ist und nun bei 100 Euro steht, dann wird im "normalen" Chart der Kursanstieg von 10 auf 20 Euro gleich stark angezeigt wie der Anstieg von 90 auf 100 Euro. Dabei war das erste ein Anstieg von 100%, der zweite nur etwas mehr als 11%. Gäbe es nun zuletzt auch einen Anstieg von 100%, also von 90 auf 180 Euro, dann sieht das wieder wie ein Raketenstart aus.

      Also lieber die logarithmische Darstellung wählen, weil so die prozentualen Kursveränderungen dargestellt werden. Und man so viel eindeutiger die wirklichen Kursveränderungen erkennen kann.

      Und das führt mich zurück zu den Qualitätsunternehmen. Die weisen alle ähnliche Merkmale auf: den starken Burggraben (also Wettbewerbsvorteile), hohe und steigende Free Cashflows, steigende Umsätze, steigende Gewinne und am besten ein ordentliches Cashpolster in der Hinterhand. Dafür kann man guten Gewissens mehr bezahlen. Weil die Unternehmen auch in schwierigeren Phasen solide dastehen und weiterhin gute Geschäfte machen werden. Ihnen brechen nicht schlagartig Kunden weg oder sie haben Liquiditäts- oder Finanzierungsprobleme. Auf diesen Schlitten kann man auch mal mit ins Tal fahren, ohne in großer Gefahr zu sein, und sie schaffen es auch ohne Hilfe wieder aus dem Tal hinaus. Weil in Krisensituationen der Preis (Kurs) viel schneller in den Keller geht, als es der Wert des Unternehmens tut. Also kann und sollte man ganz entspannt sein, denn mit der Aktie hat man einen Anteil am Wert des Unternehmens gekauft, nicht einen Teil an seinem Aktienkurs. ;-)

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  17. Hallo Michael,
    zuerst einmal ein großes Dankgeschön für die tolle Arbeit und die tollen Artikel auf dem Blog und anderen Magazinen.

    Nun meine Frage zu Naspers. Die Tochter Prosus wurde an die Börse gebracht und erzielte am ersten Tag knapp 100 Milliarden Bewertung - ungefähr so viel wie Naspers vor dem Listing. Nach meiner Recherche hält Naspers noch ca 70 % an Prosus und müsste mit dem Tencent anteil ja bald die 200 Milliarden Bewertung erreichen, oder rechne ich falsch? Ich würde mich jedenfalls über ein Update zur Aktie freuen und ob du dich für die Prosus Aktien entschieden hast.

    Viele Grüße
    H.Postel

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    1. Moin Helge,
      momentan ist noch alles unklar. Aktionäre haben ein Wahlrecht, ob sie zusätzliche Naspers-Aktien zugeteilt bekommen möchten oder Prosus-Aktien. Davon hängt ab, wie hoch der Naspers-Aneil an Prosus künftig sein wird.

      Nach heutigen Meldungen wird Naspers rund 27% von Prosus an die Euronext bringen, also 73% behalten - langfristig möchte man mindestens 25% behalten, so dass in den nächsten Jahren durchaus mit weiteren Abgaben/Verkäufen zu rechnen ist (was aber nicht über die Börse erfolgen muss).

      Prosus hat durch den heutigen Kurssprung einen Teil des Bewertungsabschlags gegenüber dem Beteiligungsvermögen abgebaut und dürfte nun noch etwa 20% darunter notieren. Das ist bei Beteiligungsgesellschaften/Holdings kein unüblicher Abschlag.

      Naspers wiederum hat überproportional verloren heute; die Aktie ist ja nun überwiegend eine Beteiligungsholding, die an einer Beteiligungsholding beteiligt ist, die an börsennotierten Unternehmen beteiligt ist (Tencent, Delivery Hero u.a.). Eins der Ziele des Prosus-Spin-offs war ja eigentlich, den Bewertungsabschlag beim Naspers-Aktienkurs abzubauen; aber das könnte auch genau anders herum laufen. Doppelte Holdings-Struktur mit entsprechend sogar noch vergrößertem Abschlag. Dazu die bekannten politischen Risiken in Südafrika inkl. der Währungsrisiken. Positiv ist hingegen, dass das Gewicht von Naspers an der südafrikanischen Börse sinkt und daher die Naspers-Aktie in Johannisburg für institutionelle Anleger investierbar(er) wird.

      Wenn man davon ausgeht, dass Naspers konsequent seinen Prosus-Anteil reduzieren wird in den nächsten Jahren, dann dürfte dies dazu führen, dass man ggf. nah am Prosus-Aktienkurs Aktien verkauft (also in Geld tauscht), während diese Anteile im Naspers-Bestand mit einem knapp 20%-igen Abschlag enthalten sind. Hier könnte auf mittlere und lange Sicht also der ursprüngliche Investmentcase noch greifen mit einem Abbau des Bewertungsabschlags.

      Interessanter, da "unkomplizierter" ist nun die Prosus NV, denn die ist eine reinrassige Internetholding mit aussichtsreichen Beteiligungen. Hier gehe ich allerdings nicht davon aus, dass der Bewertungsabschlag aufgeholt wird, sondern würde mich auf die Beteiligungen und das operative Geschäft fokussieren.

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    2. Moin Michael,
      vielen Dank für die schnelle und umfassende Antwort. Das macht es für mich einfacher. Naspers wird weiterhin und Prosus wird in Zukunft mein Depot schmücken.

      Weiterhin gutes Gelingen beim Investieren und Mehrwert für Privatanalger schaffen!

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  18. Lieber Michael,
    Du hast ja schon länger BB Biotech auf deiner Beobachtungsliste, auch ich habe das Unternehmen in meinem Depot. Die Dividende ist ja ordentlich (wenn auch etwas mühsam für mich zu bekommen). Doch seit ich Mitte 2017 eingestiegen bin, hat sich der Kurs abgesehen kleinerer Ups and Downs nicht von der Stelle bewegt. Wie schätzt du den Wert, das Geschäftsfeld und die Entwicklung des Unternehmens derzeit ein? Spiele mit dem Gedanken, umzuschichten in andere Unternehmen.

    Viele Grüße
    Christian

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    1. Ich finde die Entwicklung von BB Biotech auch enttäuschend, da habe ich mir deutlich mehr versprochen. Meine Überlegung ist ja, dass ich das teure Management bewusst bezahle, weil ich in dem Sektor kaum/wenig zuhause bin und die Erfolgsaussichten der Unternehmen und Wirkstoffe etc. überhaupt nicht einschätzen kann.

      Nach genau 2 Jahren ergibt sich bisher auf Eurobasis inkl. Dividenden 9% Rendite, das ist ziemlich dürftig angesichts Steigerungen beim S&P oder NASDAQ - und die beiden muss man wohl als Benchmark heranziehen, da die meisten Biotechwerte dort gelistet sind. Betrachtet man allerdings den NASDAQ-Biotech-Index, so hat dieser über die letzten beide Jahre etwas mehr als 15% verloren! BB Biotech kann (auf Eurobasis) also eine Überperformance aufweisen, die allerdings wohl eher auf den starken Dollar zurückzuführen ist.

      BB Biotech war also nicht die schlechteste Wahl im Biotechsektor, aber verglichen mit anderen Branchen war Biotech kein Bringer. SaaS/Software oder Payment haben hier klar outperformt und stehen ja auch für einen Großteil der Kursgewinne der großen US-Indizes. Nachdem es in den beiden Sektoren zuletzt ja eine deutliche Korrektur gab, sind hier viele Werte wieder attraktiver. Sofern es nicht "das große Umschichten" in Value-Aktien bzw. zyklische Werte gibt, auch das ist ja möglich. Was allerdings ebenso wenig den Biotech-Sektor antreiben würde.

      Ich kann daher Deine Überlegungen sehr gut nachvollziehen. Aufstocken ist für mich auch keine Option und ich bin auch noch unschlüssig, ob man woanders nicht besser investiert wäre...

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    2. Der Biotech-Sektor ist seit 2009 bis 2015 aber auch gerannt wie ein Sprinter. Seitdem findet eben mal wieder eine gesunde Konsolidierung statt. An der Börse laufen manche Branchen übertrieben gut, weil alle dem Trend folgen - solange bis es zu einer Konsolidierung kommt und eine andere Branche zu laufen beginnt. An den langfristigen Aussichten des Sektors hat sich wenig bis nichts geändert. Biotechnologie und Genforschung bleiben Megatrends, die mit steigendem Wohlstand und Forschungsmitteln überdurchschnittliche wachsen sollten, gerade aufgrund des (wirtschaftlichen) Aufstiegs von Ländern wie China. Ständig in die Branchen umzuschichten, die schon länger am laufen sind, kann langfristig nach hinten losgehen. Die Messe ist doch oft dann schon gelesen, die Bewertungen zu hoch und eine Konsolidierung nicht weit. Ähnlich wie nahezu alle Werte der Soft-/ und Hardwarebranche zwischen 2002 und 2017. Der Dow Jones Technology Index brauchte ganze 15 Jahre um ein neues Hoch zu markieren. Das ist natürlich ein Extrembeispiel durch den neuen Markt um 2000, aber dennoch rotieren die Branchen regelmäßig für einige Jahre. Im Moment läuft SaaS & Payment oder Medizintechnik noch, in 3-4 Jahren vielleicht dafür wieder Pharma und Biotech. Langfristig stimmen die Perspektiven und im Moment in diesem Sektor auch die Bewertungen.

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  19. Hallo Michael,
    unter welchen Voraussetzungen macht es Sinn, sich die von DIC Asset angebotenen Dividenden-Aktien ins Depot zu holen? DIC Asset bietet die ja zum aktuellen Marktwert an.
    Ansonsten vielen Dank für deinen Blog, den ich regelmäßig lese.

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    1. Woher haste die Info zum Preis bei der DIC Asset-Aktiendividende? Dazu soll doch noch ein separates Infopapier auf die Website gestellt werden mit den genauen Konditionen, so hieß es in den letzten Corporate News. Ich habe dort unter dem Punkt "Hauptversammlung" bisher noch keine entsprechenden Infos gefunden.

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    2. Auf der Website von DIC Asset unter Hauptversammlung -> Informationsdokument zur Aktiendividende. Da heißt es

      (...)Der Bezugspreis wird voraussichtlich am 9. April 2020 vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt und im Bundesanzeiger sowie auf der Internetseite der DIC Asset (http://www.dic-asset.de/hauptversammlung/index.php) veröffentlicht werden. Er entspricht dem Ergebnis in Euro, das sich aus der Division des Referenzpreises durch EUR 0,5100, abzüglich eines von der Gesellschaft im Bezugsangebot festzulegenden Abschlags von voraussichtlichen 3,00% bezogen auf dieses Ergebnis, sodann abgerundet auf eine Dezimalstelle nach dem Komma und multipliziert mit EUR 0,5100 ergibt (der „Bezugspreis“). Dabei ist der Referenzpreis gleich dem volumengewichteten Durchschnittskurs der Aktien der DIC Asset in Euro im Xetra-Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse an dem letzten Handelstag vor dem Tag der Festsetzung des Bezugspreises („Referenzpreis“). Der Tag für die Ermittlung des Referenzpreises ist voraussichtlich der 8. April 2020. (...)
      Da kann ich mir ja die Aktien gleich ganz normal über die Börse kaufen. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

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    3. Ah, jetzt ist der Punkt um eine Reihe von Dokumenten erweitert worden auf der DIC-Website, danke für den Hinweis.

      Die Dividende i.H.v. €0,66 je Aktie wird aufgeteilt in einen Sockelbetrag (€0,51) und den Anteil, der als Steuern fällig wird (€0,15). Dadurch erhält man entweder die Bar- oder die Aktiendividende in gleicher Höhe/Menge und zusätzlich auf jeden Fall in Bar den Ausgleichsbetrag. So soll sichergestellt werden, dass die Aktionäre, die die Aktiendividende wählen, kein eigenes Geld für die ggf. anfallende Steuer aufwenden müssen.

      Aus dieser Regelung ergibt sich (zunächst) kein rechnerischer Vorteil, wenn man die Aktiendividende wählt. Will man letztlich Geld, sollte man die Bardividende wählen. Möchte man lieber mehr DIC-Aktien im Depot haben, sollte man die Aktiendividende wählen. Man bekommt sie direkt und muss keine Order-Gebühren zahlen (Achtung: vorab auf jeden Fall das Preisverzeichnis des Brokers studieren, ob der nicht bei Aktiendividenden ordentlich zuschlägt!).

      ABER... im letzten Jahr teilte DIC Asset am 12. April den Bezugspreis für die Aktien aus der Aktiendividende mit und der lag rund 3% bzw. €0,30 unterhalb des damaligen Aktienkurses (€9,57 vs. €9,87). Man hatte also durchaus einen (weiteren) Vorteil, wenn man die Aktiendividende gewählt hatte. Ich denke, das wird auch in diesem Jahr wieder so ähnlich laufen, weil DIC Asset die Aktiendividende für ihre Aktionäre attraktiv machen will.

      Denn für die DIC Asset AG, deren Aktionäre wir sind, bringt die Aktiendividende den Vorteil, dass sie keinen Liquiditätsabfluss verursacht und somit mehr Geld für neue Projekte in der Kasse verbleibt.

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  20. Moin Michael,
    könnte man jetzt nicht wieder erste Anfangspositionen
    mit BDC’s eröffnen ?
    Oder sind diese immer noch zu teuer ?

    Vielen Dank vorab und schöne Grüße
    Gerhard

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    1. Moin Gerhard,
      sind nicht stärker gefallen als der Gesamtmarkt, daher sind sie relativ gesehen auch nicht preiswerter als andere Aktien geworden. Generell leidet der Finanzsektor darunter, dass die Auswirkungen des Corona-Virus auf die globale Lieferkette und die Produktion der Unternehmen noch nicht wirklich abschätzbar ist. Hier baut sich also in den Bilanzen der Banken eine potenzielle Gefahr auf hinsichtlich Kreditausfällen und/oder Risikovorsorge.

      Nun sind BDCs keine Banken, aber sie vergeben Kredite an Unternehmen und zwar zumeist an solche, die die herkömmlichen Standards bei Banken reißen und daher bereit sind, höhere Zinsen zu zahlen für das Fremdkapital. Darüber hinaus sind BDCs nicht immer mit erstrangig besicherten Krediten am Start, sondern auch mit nachrangigen und ggf. sogar mit Eigenkapital. Beides steht höher im Risiko, wenn die Unternehmen ins Trudeln geraten (was noch nicht so ist, aber die Gefahr hierfür steigt). Es dürfte also wahrscheinlich sein, dass die BDCs in nächster zeit ihre NAVs deutlich abwerten müssen, weil sie höhere Risiken sehen oder weil bereits das eine oder andere Unternehmen schlapp gemacht hat. Solche Nachrichten wirken sich aber immer negativ auf die Kurse aus, da ja der NAV sinkt und ggf. auch die Einnahmen.

      Aus diesen Überlegungen heraus wären Finanzwerte für mich momentan keinesfalls die bevorzugte Investmentkategorie. Allenfalls Asset Manager/Finanzinvestoren wie KKR oder Blackstone, da die auf hohen Cash-Beständen sitzen und in der Krise schön auf Einkaufstour gehen können. Aber auch deren aktuelle Beteiligungen sind natürlich nicht von Problemen oder gar Pleiten gefeit, besonders nicht die mit Öl-Bezug. Der krasse Absturz des Ölpreises Ende 2016 zeigt sich noch heute im Chart von KKR, weil ihre größten Öl-Assets die Grätsche machten und nicht klar war, wie KKR halbwegs heile aus der Nummer rauskommt. Die US-Banken stehen vergleichsweise solide dar, aber was die deutschen Finanzinstitute angeht... die haben wenig Reserven, die fasse ich nicht an.

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  21. Hallo Michael,

    ich lese deinen Blog nun seit einem Jahr mit großer Freude. Ich bin im letzten Jahr auf die Aktie AVAST gestossen (A2JLZU). Einer Firma im Bereich IT Sicherheit / Virenschutz. Die Firma ist sehr profitabel, wächst ordentlich und die Firmenbewertung ist sehr niedrig. Ich habe meine Position im Corona Crash ausgebaut. Mich würde deine Einschätzung interessieren und ggf. ist es ja ein Titel für deine Beobachtungsliste.

    Mach so weiter und danke für deinen Input.
    Rationale Grüße
    Joachim

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    1. Moin Joachim,
      bin erst jetzt dazu gekommen, mich etwas mit Avast zu beschäftigen. Der Kursabsturz scheint weniger mit dem Corona-Crash zu tun zu haben, als vielmehr mit den mehrfachen Sicherheitslecks und vor allem dem Datensammelskandal der Tochter Jumpshot. Die Übersicht in diesem Heise-Artikel zeichnet ein Bild einer Firma, bei der ich mit nicht gut aufgehoben fühlen würden als Kunde; die fortgesetzten Probleme/Skandale untergraben das Vertrauen doch arg und Vertrauen ist beim Thema (IT-) Sicherheit die höchste Währung. Und nachdem nun die Tochter Jumpshot geschlossen wurde, fehlen auch die Einnahmen aus der Kundendatenvermarktung, die wohl - auf dem ersten Blick - eine sehr lukrative Einnahmequelle für Avast waren. Diese Gemengelage spricht mich nicht wirklich an.

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  22. Moin Michael,

    ich kann das gut verstehen. Als die Meldung zu dem Datenverkauf rauskam, habe ich mir gleich den Geschäftsbericht durchgelesen um abzuschätzen, wie wesentlich das Geschäft von Jumpshot für den AVAST Konzern ist / war. Zweifelsohne war es hochprofitabel (anscheinend anonymisierte) Nutzerdaten zu verkaufen. Für die Erträge von AVAST macht es m.E. weniger als 10% aus.

    Es ist zweifelsohne ein großer (Reputations)schaden entstanden und als Datenschutzunternehmung war das sicher kein schlauer Schachzug. Als Konsequenz steht auch noch eine Prüfung der tschechischen Datenschutzbehörde bevor. Das zentrale Geschäftsmodell mit der Freemium Software und zusätzlichen zahlungspflichtigen Dienstleistungen ist jedoch intakt. Genauso wie die Wachstumsperspektive.

    Durch die hohen User Zahlen (435 Mio.) kann die Software ständig verbessert werden. Diese Daten sind natürlich ein riesiges asset bei der Entwicklung von Software. Ich glaube es ist vielen Leuten nicht bewusst, dass ein führendes Software Unternehmen in Tschechien angesiedelt ist. Das Management ist/war zu großen Teilen aus den USA/SUI (von 2009-2019).

    In Tschechien gibt es viele gute Mathematiker und Ingenieure. Es gibt nicht so große Konkurrenz um Personal wie in Kalifornien mit entsprechenden Folgen für das Lohnniveau. Ich betrachte den Standort für globalen Datenschutz als Wettbewerbsvorteil.

    Die fundamentalen Zahlen sind absolut stark. Ich bleibe langfristig dabei und wenn die Rentabilität des Unternehmens sich auch in Zukunft so darstellt, bin ich optimistisch.

    Viele Grüße
    Joachim

    P.S. Ich habe in meiner Aktienbewertung nicht feststellen können, dass Nutzerdaten verkauft wurden. Ich bin IT interessiert, habe mich aber auch gefragt, ob ich meinen Circle of Competence zu weit gefasst habe? Ich habe mich entschieden, dass das eine gute Einstiegschance ist.

    P.S.2: https://www.youtube.com/watch?v=IEZfoQZ9qcY

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  23. Guten Tag Herr Kissig,
    die Börsenkurse sind ja mächtig in Schieflage geraten. 8200 Punkte beim Dax waren unvorstellbar. Ich habe mir die beiden Aktien von Varta und SNP Schneider gekauft. Wie sehen sie die beiden Aktien in der Zukunft. Als nächstes sind bei mir Hochtief und SAP auf der Kaufliste. Der DAX ist jetzt schon 30% wieder gestiegen. Soll ich lieber auf einen möglichen Rücksetzer warten? Es heißt ja " im Einkauf liegt der Gewinn". Auch bei Amazon möchte ich zukaufen. Sind bei Amazon noch Kurse von 1350€ - 1500€ möglich?
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Osterfest bleiben Sie Gesund
    Mit freundlichen Grüßen
    Jürgen

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    1. Moin Jürgen,
      den Hype bei Varta habe ich total verpennt, die Aktie war mir dann immer zu teuer. Ist sie im Grunde jetzt nicht mehr, das organische Wachstum liegt jenseits der 30% und der Markt wächst rasant. Es gab ja Berichte und Bedenken, dass Varta die Nachfrage nicht mehr bedienen kann und deshalb Kunden zu chinesischen Plagiateuren ausgewichen sind. Varta hat heute vermeldet, man sähe aktuell keinerlei Auswirkungen durch Corona auf Produktion oder Lieferketten. Klingt auch plausibel, denn wenn z.B. Apple wochenlang Produktionsausfälle und geschlossene Läden zu verschmerzen hatte, dann senkt das zwar die nachfrage, da Varta ja aber sowieso nicht die ganze Nachfrage bedienen konnte, schmilzt erstmal nur der Überhang - das Problem der Plagiatskäufe wird dadurch sogar reduziert. Ich finde es auch sinnvoll, dass Varta keine Dividende zahlt, sondern lieber das Geld für Investitionen nutzt, um die Kapazitäten massiv auszubauen. Unter diesen Gesichtspunkten ist für mich alles chico. Aber... mein Problem mit Varta ist, dass sie zwar einen Wettbewerbsvorteil haben als First Mover im Markt der Kleinstbatterien, doch ich kann überhaupt nicht greifen, ob dieser Burggraben Bestand haben kann und wird.

      1. Wie einfach können andere Hersteller qualitativ vergleichbare Batterien fertigen?

      2. Inwieweit greift der Patentschutz (und was nützt Varta das)?

      3. Ist Varta bzgl. der neuen Verfahren führend oder wird die Konkurrenz vorher am Start sein und Varta damit aufs Abstellgleis geschoben und damit die hohen Investitionen zur Schrotthalde?

      Solange ich diese Fragen nicht zufriedenstellend beantworten kann, schließt sich Varta für mich als Investment aus.

      Zu den anderen drei genannten Werten habe ich keine fundierte Einschätzung. Zu Hochtief kann ich gar nichts sagen, SAP dürfte grundsätzlich vom Trend der Digitalisierung weiter profitieren, aber in nächster Zeit eher zu den Verlierern der Branche gehören, weil ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass Unternehmen während der Corona-Krise und der sich anschließenden Wirtschaftsflaute sich eine so tiefgreifende Operation, wie eine Migration auf SAP, antun werden. Sowas dürfte eher verschoben werden. Und SNP, die ja auch erheblich vom SAP-Geschäft leben, wäre hier dem entsprechend auch nicht meine erste Wahl. Abseits der vielen hausgemachten Probleme dort. Ich favorisiere hier ganz eindeutig Datagroup, da gab es keine/kaum Missgriffe, sondern einen klaren Aufwärtstrend (operativ meine ich).

      Und Amazon... die Frage, was der Kurs macht und ob man die nochmal günstiger bekommt, kann ich nicht beantworten. Ich sehe Amazon "nur" als langfristigen großen Profiteur fast aller Entwicklungen: digital Payment, Onlinehandel, Cloud (AWS), Logistik, Plattformgeschäft, Digital Home u.v.m. Amazon ist und bleibt daher eine meiner größten Positionen im Depot.

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  24. knigge-beatnik14.04.20, 14:32

    Du schreibst: "es bieten sich neue-alte Möglichkeiten, wie z.B. Arista Network. Aber dazu an anderer Stelle mehr".
    Ich bin heute in 'ANET' eingestiegen und frage Dich, ob Du noch vor den QZ den Beitrag fertig machen kannst u. wo ich bitte 'die andere Stelle' finden kann.
    Hochachtungsvoll

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    1. Zu meinem neuerlichen Umdenken bei Arista Networks schreibe ich noch was Ausführliches, da bin ich aber noch mit einigen Artikeln in Verzug...

      Im Grunde geht es aber um drei Überlegungen:

      1. Als ich vor sechs Monaten ausgestiegen bin, hatte Arista mit Verschiebungen bei seinen Titanen-Kunden zu kämpfen und Amazon hatte gerade gemeldet, dass es ihnen durch Softwareanpassungen gelungen war, die durchschnittliche Lebensdauer ihrer Cloud-Komponenten von drei auf vier Jahre zu erhöhen.

      2. Die neue Arista-Generation (400G) war ihrer Zeit voraus, weil andere Hersteller die ergänzenden notwendigen Komponenten noch nicht oder nur in geringer Stückzahl auf dem Markt hatten. Das wird sich bald ändern; Arista selbst hatte dazu gesagt, sie gehen jetzt davon aus, dass der Run ab 2021 richtig losgehen wird.

      3. Dank Corona springt aktuell die Cloud-Nutzung massiv an; Microsoft meldete einen Anstieg um 775% in nur einer Woche, so dass man bereits Funktionen deaktiviert und Leistung drosselt, damit die Cloudsysteme dem Ansturm Herr werden. Bedeutet, dass man jetzt dringend und schnell neue Kapazitäten aufbauen muss und das betrifft in ähnlicher Form auch die anderen großen Cloud-Anbieter.

      Was aus meiner Sicht bedeutet, dass die eigentlich für 2020 eher gedämpfte Prognose von Arista zu konservativ sein dürfte (auch wenn das erste Quartal wohl noch keinen großen Sprung zeigen wird, da Corona ja erst im März so richtig Fahrt aufnahm). Amazon, Microsoft, Google, Facebook müssen alle sofort ihre Cloudaktivitäten hochfahren und können damit nicht lange warten. Daher werden auch die bisherigen Lösungen stärker nachgefragt werden und keiner kann es sich erlauben, auf 400G zu warten.

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    2. knigge-beatnik14.04.20, 16:12

      Danke Michael.
      Da fühle ich mich bestärkt in meinem Glauben, daß ANET wohl auch zu den Corona-Gewinnern gehören wird. Geld zusammenkratzen und ANET aufstocken ist geplant.

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  25. Sehr geehrter Herr Kissig,
    nach langen Jahren der Börsen-Abstinenz – ich hatte Geld langfristig angelegt, das Anfang 2019 fällig wurde - bin ich seit Februar des vergangenen Jahres – im vorgerückten Alter – wieder etwas an der Börse tätig geworden und stieß auf Ihren Blog, den ich seitdem sehr schätze. Vergleichbar Gutes habe ich nicht gefunden, habe es auch nicht gesucht, da mich Ihre Überlegungen überzeugen.
    Beeindruckt hat mich Ihre „halbe Lebensgeschichte“ im Blog vom 16.2.2020. Es ist mehr als bemerkenswert, wie Sie die vielen großen Hürden, dies sich immer wieder ergaben, letztendlich erfolgreich bewältigt haben. Chapeau!
    Die von Ihnen veröffentlichten Ausführungen von Herrn Stephan Gemke: „Über den Boulevard in den Papierkorb ….“ waren sehr informativ. Auf derartig klare Darstellungen bin ich bisher nicht gestoßen.
    In Ihrer Beobachtungsliste findet sich auch der Mercado Libre aus Argentinien. Sie haben sich schon früher einmal zu diesem Wert geäußert. Ich frage mich – und ich frage Sie – ob man bei diesem Wert nicht von einem hohen Risiko ausgehen muss. Wenn Mercado Libre u.a. als Finanzdienstleister gut aufgestellt ist, kann man mit Kurssteigerungen rechnen. Demgegenüber steht aber das Währungsrisiko, das bei Argentinien m.E. doch besonders hoch ist.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ulrich Hasper

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  26. Moin Herr Hasper,
    zunächst einmal vielen Dank für das freundliche Lob! =)

    Bzgl. MercardoLibre haben Sie natürlich vollkommen Recht, es gibt ein erhöhtes Währungsrisiko. Die politische und wirtschaftliche Instabilität in Lateneinamerika spielt hier natürlich immer eine Rolle. Die Marktchancen in dieser Region sind allerdings sehr groß, weil dort Onlinehandel boomt und digital Payment eine oder sogar zwei Schritte der wirtschaftlichen Entwicklung überspringen könnte. MercadoLibre ist auch nicht nur in Argentinien aktiv, sondern in mehreren lateinamerikanischen Märkten (was das Währungs- und Politikrisiko nicht geringer macht). Ich achte auf die Entwicklung im Unternehmen, also die ausgewiesenen Änderungen/Fortschritte aus "lokaler Währungsebene". Und dennoch muss man die Rahmenbedingungen bei Investments in dieser Region genauer im Blick behalten als z.B. in Europa oder Nordamerika.

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  27. Hallo Michael,

    eine Frage: was hältst Du eigentlich von der momentanen Wasserstoff-Euphorie? Nimmt diese Technologie langsam konkretere Fahrt auf, oder tun das nur die Aktienkurse? Bei diesen Kurswachstum in den vergangenen Monaten kann man NASDAQ 100, die besten großen Aktien etc. nur als lahme Schnecken bezeichnen.
    Ich lese etwas von wertvollen Kooperationen, die eingegangen werden, Aufträge für großtechnische Prototypen etc. Eigentlich höre ich nur gute Nachrichten, manche Know How Träger generieren Umsatz (verbrennen aber halt natürlich noch Geld) und so weiter...

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    1. Ich investiere nicht in neue und gehypte Trendsektoren. Ich lege Dir dazu mal Buffetts Ansicht ans Herz: "Der Schlüssel zum erfolgreichen Investieren liegt nicht in der Frage, wie sehr eine Industrie die Gesellschaft beeinflusst oder ob sie wachsen wird, sondern darin, herauszufinden ob ein bestimmtes Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil hat, und wenn ja, wie lange dieser anhalten wird."

      Elektroautos, Wasserstoffantrieb, Cannabis, 3D Druck, das wird die Welt verändern, unbestritten. Aber welches Unternehmen setzt sich hier durch? Welches Unternehmen kann die neue Technologie in massentaugliche Produkte umsetzen? Welches Unternehmen kann hiermit Geld verdienen (einfach mal den Langfristchart von Ballard Power aufrufen und heulen, wenn man das Kursniveau von Mitte und Ende der 1990er Jahre sieht, wo Wasserstoff schon einmal "der ultimative neuste heiße Scheiß" war). Und, ganz elementar, welches Unternehmen kann seine ggf. erreichte Spitzenposition dauerhaft behaupten?

      Einfach mal googeln (Wortspiel), welche "heißen" Suchmaschinen es vor 25 Jahre alles so gab. Heute kennen wir Google, vielleicht BING (von Microsoft, aber noch vergleichsweise jung). 1999 war Yahoo! ganz vorne mit dabei und Lycos und zig andere. Wo sind die jetzt? Nur eine (!) verdient wirklich Geld und zwar enorm. War damals aber nicht absehbar! Googles größte Wettbewerber sind heute nicht klassische Suchmaschinen, sondern Facebook und Amazon. FB gab es 1999 noch gar nicht und Amazon war ein Online-Buchhändler. Wie man "Cloud" schreibt und was man damit anstellen kann, wusste man 1999 auch noch nicht...

      Es gab auch mal mehr als 1.000 Autohersteller in den USA. Und unzählige Eisenbahngesellschaften oder Fluglinien. Die meisten sind in den Ruin geschlittert und ihre Anleger (Aktionäre und Anleihegläubiger) haben viel/alles des eingesetzten Kapitals verloren. Außer bei den einigen wenigen Überlebenden. Die haben heute Quasi-Monopolstellungen und (nur) deshalb verdienen sie Geld. Aber wie erkennt man in einem gehypten Markt, wo es jeden Tag zig neue Ideen/Anbieter gibt, wer der künftige Dominator wird? Ich habe die Antwort bisher nicht gefunden, daher setze ich lieber auf Branchen, wo die Entwicklung (der Unternehmen) abschätzbarer ist. Relativ sichere Sachen, Quality Investing: der "bewährte alte geile Scheiß" eben... ;-)

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    2. Hallo Michael, ich bin ebenfalls mehr als vorsichtig mit neuen „Hypes“. In der Erholung nach dem Crash habe ich mit Powercell gut Geld verdient - bis ich in der Nacht las, welchem Risiko ich mein Kapital da eigentlich ausgesetzt hatte (siehe die Hedgefont-Angriffe auf Wirecard etc).
      Cannabis war ein Strohfeuer, das viel Geld verbrannt hat. Trotzalledem hätte damit natürlich gut Kasse machen können, wer rechtzeitig einstieg und dann wieder rausging. Hausfrauenhausse lässt grüßen...?
      Genauso könnte es vielleicht auch mit „alternativen Antrieben“ sein. Das Problem an einem Hype ist wohl vor allem, dass man nie weiss, wann er vorbei ist, und alles platzt und schlagartig in sich zusammenfällt...
      Ob „alternative Antriebe“ jetzt ein Luftblasen-Hype ist, oder tatsächlich die Richtung, die genau jetzt Fahrt aufgenommen hat? Spätestens als erste Städte Fahrverbote für Dreckschleudern ausgesprochen haben, wird wohl auch dem letzten Autofahrer (und dem letzten Automotive-Manager) klargeworden sein, dass es (vielleicht) nicht ewig so weitergehen kann mit den fossilen Antrieben. Und was, wenn „Elektro/H2“ plötzlich „hip“ wird...? Wenn die Menschen aus Prestige/Überzeugung/Mode anfangen, alternativ angetriebene Fahrzeuge zu kaufen? Nicht, weil die Politik sie dazu zwingt, oder weil ein paar Umwelt-Aktivisten gebetsmühlenartig permanent in's Gewissen reden, sondern weil sie es - wollen...? Wenn ein Run einsetzt? Dann geht's rund die nächsten Jahre... ich selbst finde in meinem Wohngebiet schon zwei Elektro-Tankstellen-Plätze, die immer frei sind. Wer hindert mich daran, einmal im Monat das lästige Laden durchzuführen, und ansonsten schick „Elektro“ zu fahren (oder noch besser: zu leasen, und die Prämie einzustreichen?). Ok, mein ganz persönliches Bedürfnis nach komfortablem automobilem Mittelklasse-Ambiente und quasi-Vollausstattung ist es, aber sonst...

      Powercell hat nicht die unrühmliche Historie der anderen Wasserstoffler (endlose Selbstfinanzierung durch Kapitalerhöhungen zum Beispiel, abgestürzte Kurse, wo ich mir immer denke: wenn die dann wirklich mal steigen, werden viele Altaktionäre Kasse machen, um die Dinger bloss endlich loszuwerden, was dann den Kurs bremst). Die Schweden sind an den Markt gegangen, als Wasserstoff (vielleicht?) gerade begann, ernsthaft interessant für die Zukunft zu werden.

      Es wäre mir persönlich egal, ob die Schweden jetzt die Massenfertigung selbst übernehmen (wohl eher unwahrscheinlich bei einer Klitsche von 38 oder 60 Leuten), oder ob sie teuer eingekauft werden von einem potenteren Partner. Auszahlen würde sich für mich beides...

      Allerdings bin ich wirklich der letzte, der sowieso schon gehypte Trends für andere stille Mitleser attraktiv reden will. Ich selbst werde die Finger da brav draussen lassen, und allenfalls ein kleines Spielgeld einsetzen, wenn überhaupt.

      Soviel auf jeden Fall meine Gedanken dazu.

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    3. Chris, Du beschreibst perfekt, wie Momentumtrader Geld machen (wollen): einen Hype bzw. Trend reiten, bis er seinen Antrieb verliert und dann schnell (genug) Kasse machen. Das hat mit langfristiger Aktienanlage nicht wirklich etwas zu tun, obwohl beide Strategien oft die gleichen Werte "herauspicken". Denn auch die von mir bevorzugten Qualitätsunternehmen folgen ja einem Trend, jedenfalls was ihr Business angeht, und daher weisen ihre Aktien auch oft einen positiven und langfristigen Trend auf. Aber ein Investor steigt nicht gleich aus "seinem Unternehmen" aus, nur weil der Kurstrend mal kurzfristig nach unten ausbricht, um dann wieder einzusteigen, wenn der Wind/Trend sich wieder dreht. Das ist ein erheblicher Unterschied in der Einstellung und Vorgehensweise. Und ob das eher hektische Hin- und Hertraden auf lange Sicht bessere Ergebnisse erzielt (nicht in der Theorie, sondern wirklich anhand der real durchgeführten Trades), da müssen die meisten Trader den Nachweis schuldig bleiben...

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    4. ... und selbst wenn "Erfolgsstories" berichtet werden, kann man davon ausgehen, dass all die anderen Market-Timing Versuche, die (voll) in die Hose gingen, halt einfach unter den Tisch gekehrt werden... Nein, ich bin da ganz bei Dir: in Qualitätsunternehmen investieren, das "wirklich freie" Geld alles 'rein, und dann die Marktentwicklung langfristig einfach voll mitnehmen (und sein Investment regelmäßig überprüfen). Ein Ausstiegszeitfenster von vlt. drei Jahren einplanen, dann hat man genügend Zeit, ggf. die nächste Hausse abzuwarten, um die Aktien final zu Geld zu machen, wenn man es denn braucht und will.
      Das dürfte die "Königsstrategie" der Geldanlage in Aktien sein - sofern man sich die Mühe macht, und sein Portfolio selbst verwaltet. Wobei man, mit etwas Geschick, auf diese Weise schon ordentlich etwas aus der Sache herausholen können müsste.

      Zur Wasserstoff-Euphorie: ich weiss leider nicht, wie das damals war, beim Aufstieg von Amazon, oder Google usw. Wahrscheinlich im Kern das gleiche: Aktien mit einer Volatilität, dass einem schwindelig werden konnte, und die trotzdem anscheinend nur eine Richtung kannten: nach oben... wobei man sich wohl jeden Tag fragte: wie lange geht das noch so weiter, bzw. wie lange kann es noch so weitergehen.

      Wobei ich im Wasserstoff oder bei Elektro nun nicht die übermäßige Phantasie habe. Eine neue Technologie muss sich ja nicht nur durchsetzen, man muss auch mit ihr und an ihr richtig kräftig verdienen - dann wird auch der Unternehmenswert (und parallel: die Aktie) nach oben gehen.

      Wahrscheinlich wissen wir in ein, zwei Jahren schon ein bisschen mehr...

      Davon ab ist das, wie gesagt, kein Investitionsumfeld für mich.

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  28. Hallo Michael,

    zunächst einmal dickes Lob an Dich. Du bist nicht nur ein Schönwetter-Börsianer und gerade jetzt hier aktiv. Danke!

    Meine Frage: Aurelius, die Du ja auch auf Deiner Empfehlungsliste hast, bei 16,00 Euro mache ich mir langsam Sorgen. Würdest Du die noch halten? Glaubst Du, das im Juni/Juli 2020 eine Dividende ausgezahlt wird?

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    1. Aurelius steht vor einem schwierigen Jahr. Einen deutlichen Einbruch erwarte ich bei der anstehenden NAV-Bewertung, denn die Lage vieler Unternehmen und auch der Peers hat sich seit dem 20. Februar massiv verschlechtert. Daher werden die Werte erheblich abgerutscht sein, wie der gesamte Markt (auch wenn die Aurelius-Beteiligungen ja nicht börsennotiert sind). Was Aurelius in den Büchern hat, hat Federn gelassen, auch operativ fällt es natürlich schwerer, Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen, während Corona "wütet". CEO Dr. Markus hat das ja neulich schon bestätigt und gemeint, dass nicht alle Aurelius-Beteiligungen diesen Sturm überleben werden. Andererseits bieten sich jetzt natürlich auch große Chancen für Übernahmen, was die Basis für die künftigen Gewinne legt. Aurelius hat ja einiges an Geld für Zukäufe, von dem tendenziell weniger gebraucht werden dürfte, da Konzerne Randbereiche vermutlich jetzt schneller und preisgünstiger loswerden wollen, als noch vor ein paar Wochen. Da dürften eher Mitgiften fließen als hohe Kaufpreise.

      Mit einer Dividenden rechne ich nicht. Aurelius hat ja bereits kommuniziert, dass man den Gewinn auf neue Rechnung vortragen will (also einbehalten). Ich halte das auch für vernünftig in der jetzigen Lage - für das Unternehmen und die Aktionäre sind Aktienrückkäufe momentan die bessere Wahl.

      Insofern dürfte 2020 für Aurelius - und andere Beteiligungsgesellschaften - aus dieser Sicht ein schwieriges Jahr werden, das aber den Boden bereitet für künftige hohe Gewinne.

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  29. Hallo Michael, nachdem es in in letzter Zeit wieder etwas ruhiger geworden ist, habe ich mir einige Gedanken gemacht. Vielleicht schreibe ich sie hier mal.
    Aktien... eigentlich gewinne ich am Aktienmarkt durch die Verluste Anderer. Wenn ich zu einem Zeitpunkt kaufe, bevor es viele andere tun, profitiere ich von deren Käufen und schöpfe am Ende deren Geld ab, wenn ich den Gewinn schliesslich mitnehme. Geld wird ja letzten Endes nicht vermehrt, sondern nur umverteilt (so ähnlich sagte schon Gordon Gekko im phantastischen Film "Wall Street" 1987).
    Wenn ich also "cleverer" agiere, als all die anderen Mitspieler am Tisch, dann kann ich Gewinn machen.
    Und dann habe ich habe gesehen, es gab lange Phasen, wo mit Aktien praktisch gar nichts ging, zum Beispiel hatte man mit Microsoft von 2000 bis 2013 keine besondere Freude. Das Unternehmen hat z.B. Umsatz und Gewinn kontinuierlich gesteigert, der Kurs rührte sich aber nicht. Weisst Du, was da damals los war? Allgemeine Aktienmüdigkeit nach Dotcom-Blase, Börsengang Telekom, Infineon, usw.? Angst vor Technologie-Werten? Andere grosse Aktien haben sich in dieser Zeit entwickelt, bzw. deren Stern ging auf.
    Und was mich selbst angeht: letzten Endes bin ich gar nicht so unglücklich damit, mein Geld wieder komplett aus dem Markt zu haben, solange er offenbar nicht weiss, wo er hin will. Aus meiner Sicht wäre es gut, wenn alles nochmal so richtig crashen würde, sodaß man seelenruhig einkaufen könnte ("An offer that you can't resist"). Alternativ wäre ich auch für eine stabile Börseneuphorie/Hausse zu haben, auf die man mit guten Qualitätsaktien vielleicht aufspringen könnte. Ansonsten beobachte ich im Moment nur, und ein paar "Micro-Wetten" nebenbei sind nicht so recht aufgegangen (haben mir aber auch keinen Verlust beschert). Soviel meine Gedanken, und Fragen, im Moment...

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    1. Hallo Chris,

      erst einmal Chapeau an Michael, dass er Dir seine Gedanken hier so mühevoll aufdröselt. Dafür solltest Du ihm wirklich dankbar sein.

      Ich hätte noch ein paar Anmerkungen, um mögliche Widersprüche mit Deiner Vorstellung vom Investieren aufzuzeigen.

      Ich hoffe, ich werde nicht missverstanden, aber ich finde, Deine wortreichen Posts machen Deinem Namen alle Ehre, denn sie vermitteln den Eindruck von schönen und reinen Gedankengebäuden, die die Realität nicht 1:1 abbilden wird. Du schreibst z.B. (ich zitiere aus dem Gedächtnis), dass Du in Qualitätsunternehmen investieren, "langfristig dabei bleiben" und "Gewinne voll mitnehmen" willst, mit einem "Ausstiegsfenster von vielleicht bis zu 3 Jahren"...

      Warren Buffett sagt, dass, wer beim Kauf nicht bereit ist, ein Unternehmen für mindestens 10 Jahre zu halten, es auch keine 10 Minuten besitzen sollte. Das vermittelt Dir einen ungefähren Eindruck davon, was ein Investor meint, wenn er von "langfristig" spricht. Auch bei einem Qualitätsunternehmen ist die Aussicht, auf Sicht von nur 3 Jahren eine passable Rendite einzufahren, ziemlich ungewiss, und zwar vor allem dann, wenn das Unternehmen beim Einstieg schon hoch bewertet ist. There is no free lunch, oder, nach Kostolany: kein Geld ohne Schmerzen.

      Nimm zum Beispiel Amazon, nach eigenem Bekunden Dein Lieblingsunternehmen. Der Corona-Boost scheint mir eingepreist, (fast) alle Anleger lieben und haben das Unternehmen, starke wie zittrige Hände, und selbst gestandene Investoren haben ihre Investmentgrundsätze über den Haufen geworfen, um es zu besitzen. Die Erwartungen sind enorm. Ich finde, dem stehen ein paar nicht ganz unerhebliche Risiken gegenüber. Wenn sich davon eines (oder auch mehrere) in den nächsten Jahren materialisiert, könnte das einen herben (aber wahrscheinlich temporären) Kursrückschlag zur Folge haben. Wenn Du dann mit nur 3 Jahren geplantem Inverstitionszeitraum dabei bist, kann Deine Liebe schnell erkalten. Rechnest Du hingegen mit mindestens 10 Jahren Engagement, sind Deine Aussichten auf eine passable Rendite sehr gut - auch wenn das Unternehmen beim Kauf hoch bewertet war, zwischenzeitlich ein oder zwei schwierige Marktphasen durchlaufen hat und Du nicht zum idealen Zeitpunkt aussteigst. Denn nur über den langen Zeitraum werden temporäre negative Effekte, die durchaus mal Jahre dauern können, durch die Unternehmensentwicklung hinreichend zuverlässig überkompensiert. Dass man dann in vielen Fällen aus dem einen oder anderen Grund letztendlich doch früher als erwartet aussteigt, steht dem nicht entgegen. Fortsetzung folgt...

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    2. Denke auch daran, dass es auch noch andere Risiken als direkte Kursrisiken gibt. Beim Investieren in US-Unternehmen hast Du z.B. ein Währungsrisiko. Es kann z.B. sein, dass Deine Unternehmen an der NASDAQ die schönste Rally hinlegen, an den deutschen Handelsplätzen und in Deinem EUR-geführten Depot davon aber nur ein kleiner Teil ankommt, weil zufällig zeitgleich der EUR erstarkt. Auch damit musst Du rechnen und umgehen, und auch dabei hilft tendenziell ein langer Zeitraum.

      Rechne damit, dass ein Investment auch scheitern kann, egal, wie gut es am Anfang aussah und wie viele Gedanken Du Dir darüber gemacht hast. Deshalb braucht es ein Mindestmaß an Diversifikation.

      Du sagst, Du willst Investments kontrollieren und mitverfolgen. Sei Dir aber im Klaren, dass, wenn Du aus sich abzeichnenden Entwicklungen eine Kauf- oder Verkaufentscheidung ableiten willst, dies tun musst, bevor der Markt - z.B. aufgrund von Geschäftszahlen - eine veränderte fundamentale Lage feststellt. Denn wenn der Markt daraufhin eine Neubewertung vornimmt, geschieht das mitunter
      innerhalb von Minuten, evtl. noch von Stop-Loss-Kaskaden unterstützt. Niemand wartet auf Deine Meinungsbildung. Es ist sehr schwer, kurzfristig cleverer zu sein als andere. Aber auch wenn Du das nicht bist, partizipierst Du ja trotzdem an der langfristigen Wertentwicklung. Es wird also keinesfalls einfach nur Vorhandendes "umverteilt".

      Bis jetzt machst Du den Eindruck, dass Du alles mal kurz ausprobierst und theoretisierst und versuchst, daraus Entscheidungen abzuleiten, was für Dich passt. Das ist schwierig, weil Du dadurch kein "Gefühl" für die Sache bekommst. Du könntest Dir aber z.B. überlegen, versuchsweise ein kleines Investment zu tätigen, dessen Totalverlust Dich ggf. nicht sehr schmerzt, und einfach dabeizubleiben. Kurse werden fallen, und Du wirst zwangsläufig auf Artikel stoßen, in denen dargelegt wird, warum jemand Dein Investment vollkommen unmöglich findet, während XYZ doch viel aussichtsreicher ist. Ich würde dann nicht unreflektiert hin und her springen, denn wenn man damit erst einmal anfängt, freut sich auf lange Sicht nur der Broker. Wenn Du mit dem Einstieg darauf wartest, dass die Kurse noh einmal massiv einbrechen und daraus Deinen Gewinn zu ziehen, könntest Du evtl. enttäuscht werden; auch ich rechne zwar mit einem nochmaligen Einbruch, aber ausgemacht ist das nicht. Das wäre dann aber auch eher Market timing als langfristiges Anlegen.

      Beste Grüße
      Jens

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  30. Moin Chris,
    ich antworte mal in zwei Teilen. Zunächst zur Microsoft-Historie. Anfang 2000 war MSFT exorbitant hoch bewertet. Damals sprach man von der "New Economy" und war wirklich der Auffassung, dass das Internet alles verändern würde - sogar die Grundgesetze des Marktes und der Ökonomie. Richtig ist, dass das Internet unser aller Leben stark verändert hat, aber falsch war, dass Unternehmen keine gewinne machen müssen, dass jede noch so utopische Idee funktionieren wird, dass quasi über Nacht das Internet die "Old Economy" ablöst. Anfang 2000 hat man gedacht und gefühlt, als wäre das Internet so dominant wie es das heute wirklich ist. Aber 2000 steckte das noch in den Kinderschuhen! Wenn Dein Smartphone heute nur das mieseste Funknetz erwischt, also "EDGE", dann ist das das UMTS-Netz. Dafür waren 1999 mal gerade die Frequenzen versteigert worden. Mobiler Datenverkehr, Streaming, wie wir es heute kennen, war damals gar nicht möglich. Man wähnte sich in einem Ferrari auf der Rennstrecke, aber man saß in einem klapprigen Hyundai auf einer Buckelpiste.

    MSFT war 2000 ein Monopolist mit Windows und missbrauchte seine Dominanz, um eigene Dienste zu pimpen. So war der Netscape Navigator der Standard-Browser, doch Microsofts Internet Explorer überholte den innerhalb weniger Jahre und erreichte Marktanteile von über 80%. Weil er bei jedem ausgelieferten Windows-PC (und damit liefen fast alle PCs und Notebooks) vorinstalliert war. In den USA und in Europa liefen daher Kartellverfahren gegen Microsoft und in den USA gab es ein Urteil, dass Microsoft zerschlagen werden müsse. Dagegen ging MSFT natürlich juristisch vor und das verzögerte die Sache um viele Jahre. In der Zeit hat die EU-Kommission MSFT so gegängelt, dass MSFT zustimmte, den Internet Explorer nicht mehr vorzuinstallieren, sondern bei Aktivierung von Windows jeweils vier Browser vorzuschlagen als Alternative (immer incl. des IE). MSFT wurde zu dieser Zeit als "der Feind" angesehen von so gut wie jedem Programmierer und vielen Kunden. Es war verhasst, weil die Produkte nicht die besten waren, aber jeder damit arbeiten musste. Es gab Alternativen, wie von Stardivision (Softwareschmiede aus Hamburg), die dann aufgekauft wurden. Deren Produkte wurde zu Open Source-Programmen und die kann man heute noch finden als OpenOffice. Und auch die IE hatte seine Marktstellung verloren; vor allem in Deutschland war der Firefox inzwischen Marktführer. Später kam dann Chrome und der dominiert ja seitdem den Markt (neben Safari, das mit dem Wiederaufstieg von Apple und dem Iphone seinen Marktanteil stetig ausbauen konnte).

    Das Kartellverfahren verlief dann im Sand. Weil MSFT seine Dominanz verloren hatte und an allen Fronten von Gegner in die Mangel genommen wurde. Das Kartellverfahren wurde auf Eis gelegt - aus Mitleid, könnte man sagen...

    2000 war MSFT utopisch hoch bewertet und mindestens 10 Jahre Zukunftsphantasie bereits eingepreist. Dann brach die Börse zusammen und 90% aller gehypten Internetklitschen gingen pleite, weil sie Unmengen von Geld verbrannten und nun kein Geld mehr rein kam. Die "New Economy" war tot, alle erkannten, dass die Naturgesetze der Ökonomie noch immer wirkten. Und MSFT war 200 verhasst und ein komplett abgeschottetes Unternehmen - seine Produkte liefen nur "mit sich selbst", es gab kein Office für Apple-Geräte oder so etwas.

    Hinzu kamen viele Fehlentscheidungen. MSFT hat das Tablet erfunden, aber Windows war dafür nicht ausgelegt und das Gerät zu klobig. Ein Flop. Ein paar Jahre später kam Steve Jobs mit dem Ipad und es wurde ein Hit. MSFT hat das Iphone verschlafen. Es gab Handys mit Windowsbetriebssystem, aber die waren dritte Wahl. Nokia, vor den Smartphones Weltmarktführer bei Handys, war von BlackBerry verdrängt worden und schmiss sein eigenes OS über Bord und sattelte auf Windows-OS um. Kurze Zeit später kaufte MSFT dann die Nokia-Handysparte, nur um nach zwei (?) Jahren fast $40 Mrd. darauf abschreiben zu müssen.

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  31. 2/2

    MSFT war zu diesen Zeit kein Wachstumsunternehmen mehr. Bei mobilen Endgeräten spielte Windows keine Rolle, seine Suchmaschine Bing sah keinen Stich gegen Google. MSFT begann mit Dividendenzahlungen und wurde mit einstelligen KGVs bewertet. Damals stieg ich ein. Und dann kam Satya Nadella und hat MSFT komplett umgekrempelt und so gut wie alles Negative ins Positive gewandelt. Und seitdem laufen die Geschäfte und der Aktienkurs ebenfalls; auch weil der Markt MSFT wieder als erfolgreiches Wachstumsunternehmen wahrnimmt und ihm deutlich zweistellige KGVs zubilligt.

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  32. So, nun zum anderen Part: Du sagst, Du hättest alle Deine Aktien wieder verkauft, weil Du nicht wüsstest, wie sich der Markt entwickeln würde. Du sagst ja selbst, dass Du noch nicht viel Erfahrung an der Börse hast und das merkt man an dieser Stelle. Versteh mich bitte nicht falsch, das ist kein Vorwurf. Es ist normale, (fast) jeder macht diese Entwicklung durch. Auch ich habe so gedacht und gefühlt vor 20 Jahren.

    Du blickst auf die Kurse, Du nimmst Chancen und Risiken als Kursschwankungen wahr. Aber... darauf kommt es nicht an. Buffett sagt: "Die Börse ist nur der Marktplatz, die Wertschöpfung findet im Unternehmen statt". Und genau das ist der zentrale Punkt, der (einzige) entscheidende Faktor an der Börse. Man sucht sich die besten Unternehmen heraus und wird dort Miteigentümer, Aktionär. Man kauft nicht deren Aktien in der Hoffnung, dass der Kurs steigt. Nein, man kauft Anteile an einem wundervollen Unternehmen, weil man an seinen Erfolgen beteiligt sein will. Man nimmt an der Wertsteigerung des Unternehmens teil und diese resultieren dann früher oder später auch in Kurssteigerungen.

    Man muss diesen Unterschied zwischen Preis (Kurs) und Wert einer Aktie verinnerlichen. Das ist keine Sprechblase, es ist das Fundament für erfolgreiche Investments. Ich reite hier im Blog nicht ohne Grund so häufig auf diesen Basics herum, eben weil sie so entscheidend sind. Denn als Aktionär von Top-Unternehmen muss - und sollte! - ich mir um die Aktienkurse keine Gedanken machen. Das Management kümmert sich um die Entwicklung, um Corona, um Lockdowns, um Home Office usw. Das ist nicht mein Job als Aktionär! Mein Job ist, mir die richtigen Unternehmen auszusuchen, die auch in solchen Phasen gut durchkommen und die sich bietenden Chancen nutzen (können). Dass der Aktienkurs auch dieser Unternehmen stark schwankt, das gehört dazu. Aber es ist nur eine Nebensächlichkeit. Obwohl die meisten Anleger nur darauf achten und den Erfolg ihrer Investments alleine daran festmachen, ob in ihrem Depot hinter der Aktie in möglichst fettes Plus oder ein Minus steht. Aber das ist der falsche Ansatz, der falsche Gedanke. Denn den Aktienkurs kannst Du nicht beeinflussen!!! Niemand weiß, wo er morgen steht oder in vier Wochen oder in zwei Jahren. Du kannst nur das Unternehmen analysieren und bewerten und dann einsteigen, wenn sein Wert höher ist als das, was Du heute dafür bezahlst. Benjamin Graham stellte dabei auf den heutigen Wert ab, Buffett, Munger, Fisher auf den künftigen Wert. Deshalb setzen sie auf Quality Investing, auf Unternehmen, deren Entwicklung man relativ sicher abschätzen kann. Nicht auf Klitschen, nicht auf Turnarounds, sondern auf Unternehmen mit soliden Bilanzen und starken Burggräben. Oder wie Buffett auch sagt: man muss sich auf das Spielfeld konzentrieren (die Unternehmen), nicht immer auf die Anzeigentafel starren (Aktienkurse).

    Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, sie wirklich zu verstehen und zu verinnerlichen, braucht man Jahre und viele Erfahrungen an der Börse. Denn es ist nicht einfach. Auch mir setzen Minuszeichen im Depot zu und ich muss mir dann diese Grundsätze wieder bewusst machen, um mich an ihnen zu orientieren. Buffett lebt sie, ich wende sie an - oft klappt das, aber nicht immer. Das sich schon den dritten Crash miterlebe mit der dazugehörigen Endzeitstimmung, ist natürlich ein Hilfe dabei. Das Wissen, dass es in der Nacht dunkel ist, aber es danach wieder hell wird. Für wen es zum ersten Mal Nacht wird, der muss das erst noch lernen...

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  33. Hallo Michael, zunächst vielen Dank für Deine umfangreichen Ausführungen! Manche der Dinge über Microsoft hatte ich tatsächlich schon mal gehört oder gelesen, aber nicht mit dem historischen Aktienkurs in Verbindung gebracht. Die Sichtweise des Investments, die Du in Deinem Blog vermittelst, finde ich ja durchaus auch sehr reizvoll: ich vertraue mein Geld Unternehmen an, von denen ich glaube, dass sie gut aufgestellt sind, und gute Aussichten auf die Zukunft haben. Ich stelle mir dabei immer vor, wie Manager, Mitarbeiter und viele kluge Köpfe ihre 50-Stunden-Wochen (für mich) herunterreissen, Meetings abhalten, Strategien entwickeln, Probleme lösen... um das Unternehmen, in das ich investiere, und damit letztlich auch mich, erfolgreicher zu machen. Das ist tausendmal besser, als mein Geld auf einem Negativzinsenkonto und durch die Inflation langsam verfaulen zu lassen. Die Wirtschaft ist es, die die Wertschöpfung in den Industriestaaten schafft, und genau das ist wohl der Grund, warum Aktien sich so prächtig entwickelten in den letzten Jahren. Die andere Sache gegenüber dieser etwas romantischen Sichtweise ist natürlich, dass wir alle de facto das gleiche Ziel haben: wir wollen einfach, dass sich unser Geld vermehrt. Ob wir das nun so offen zugeben wollen oder nicht, deswegen machen wir in Aktien. Bzw. beschäftigen uns mit diesem Thema. Manche wohl etwas erfolgreicher (und da zähle ich die Leser dieses Blogs dazu, wegen der sinnvollen vermittelten Grundlagen). Und andere verbrennen sich wohl eher die Finger mit Derivaten, Hypes, falschen Hoffnungen, und falschen Vorstellungen davon, was Börse ist, wie sie funktioniert, und wie man sich (halbwegs erfolgreich) auf diesem Parkett bewegt.
    Wie man letztlich handelt, oder handeln möchte, muss man allerdings, wie Du auch gesagt hast, für sich selbst herausfinden; ich habe das immer schon so gemacht, und ich werde da über kurz oder lang meinen Weg finden. Es gibt da vieles zu bedenken... wieviel Zeit kann oder möchte ich in das ganze Thema stecken; welchen zeitlichen Horizont will ich abdecken (mit einer 5 vor der Jahreszahl bin ich schon etwas spät dran); mit wieviel investiertem Geld kann ich ruhig schlafen; wo liegen realistische Ziele bei der ganzen Sache uswusf. Ich habe mir damals in Dotcom-Zeiten auch ein paar finanzielle Schrammen geholt. Bei mir war es ein guter Bekannter, der mich auf Aktien brachte. Er hatte es absolut gut gemeint - das änderte aber nichts daran, dass er von Unternehmensbewertung, Spekulationsblasen oder Hypes einfach nichts wußte, und ich auch nicht. Ich bin dann irgendwann wieder raus, er blieb glaube ich noch länger drin in der verpuffenden Blase.

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  34. @Jens ich glaube, Du hast ein paar Dinge etwas missverstanden, die ich meinte. Ich lese so oft, wie man in Aktien gut strategisch vorgeht, aber eigentlich nie, wie man das Thema sinnvoll abschliesst. Mit „Ausstiegszeitfenster“ meinte ich, es wäre ungünstig, wenn ich am Tiefstpunkt einer Wirtschaftskrise in Rente gehe, und genau dann meine Aktien alle verkaufen müsste. Klüger wäre es, den erwünschten bzw. geplanten Lebensstandard notfalls 3 oder 5 Jahre lang aus anderen Quellen finanzieren zu können. Die Aktien mache ich dann zu Geld, wenn die Wirtschaftskrise wieder überwunden ist, und ich entsprechend mehr Geld dafür bekomme.
    Bezüglich steigender Kurse, darfst Du Dir aber nichts vormachen. Zum einen: Aktien steigen oder fallen nicht wegen Krisen, Wirtschaftsboom, Pandemien, oder weil sich Unternehmen im Umsatz und Gewinn verzehnfacht haben, sondern nur deswegen, weil sich Angebot (Verkäufer) und Nachfrage (Käufer) am Aktienmarkt verschieben. Das treibt die Preise bzw. Kurse dann nach oben, oder läßt sie fallen. Es mag beobachtbare mittelbare Zusammenhänge zwischen den äußeren Geschehnissen und den Bewegungen der Kurse geben, aber keine zwingend ursächlichen, wenn Du verstehst, was ich meine. Es sind immer Menschen, die Aktien kaufen oder verkaufen wollen. Und deren Motive kann man in ihrer Gesamtheit nur wenig (oder gar nicht) überschauen.
    Und wenn sich ein Aktienkurs seit Deinem Investment gut entwickelt hat, dann nur deswegen, weil viele Leute nach Dir diese Aktie kaufen wollten. Und wenn Du irgendwann verkaufst, dann nimmst Du all diesen Menschen einen kleinen Teil ihres Geldes. Indem Du nämlich den Aktienkurs beim Verkauf um ein winziges Stückchen nach unten ziehst... so sind die Zusammenhänge. Es ist ein Nullsummenspiel...
    Es ist übrigens keineswegs gesagt, dass sich Aktien die nächsten 10, 20 Jahre weiterhin so gut entwickeln werden, wie sie das in den letzten Jahren getan haben. Ich gehe zwar aus gewissen Gründen davon aus, dass das erstmal so bleibt, und wir alle hoffen das auch, aber wirklich wissen kann es niemand. Sehr gut denkbar wäre auch ein Szenario, an dem sich der Kurs aller Unternehmen an der Börse ihrem realen Wert in der realen Wirtschaft anpasst, und dann kein weiteres Kurswachstum mehr erfolgt. Ich schätze, das dürfte einigen Dinos am Markt auch schon so passiert sein.
    Oder das Gegenteil: mangels Alternativen, zuviel flüssigem Geld usw. stürzen sich irgendwann alle auf Aktien, und der komplette Markt geht in eine Überbewertung. Was dann konsequenterweise folgen muss, ist das Platzen einer solchen Blase, mit allen bekannten unangenehmen Folgen.
    Aber Stand heute ist das noch nicht soweit, oder absehbar, würde ich sagen.

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    1. Chris, die Aussage (von Gekko), die Börse wäre ein Nullsummenspiel, ist nicht korrekt, da saß sein Erschaffer Oliver Stone einem Irrtum auf. Es wäre nur dann ein Nullsummenspiel, wenn die Börse ein in sich geschlossener Kreislauf wäre. Sie ist aber nicht geschlossen, denn es fließt tagtäglich Geld hinein und wieder heraus - aber nicht die gleiche Summe. Und gerade in den Jahren seit der Finanzkrise sind Unmengen an Zentralbankgeld in die Börsen geflossen, so dass es eben kein Nullsummenspiel ist. Mehr Geld bedeutet mehr Aktienkurs. Und der "Verlierer" ist die Notenbank und zwar so lange, bis sie dieses zusätzliche Geld wieder abschöpft. Die Geldmenge steigt aber immer weiter an und dieses Geld fließt in Assets, in Aktien und Immobilien. Eine Geldinflation bleibt (deshalb bisher) aus, aber die steigenden Aktien- und Immobilienpreise stellen eine Vermögenswertinflation dar. Und je niedriger die Zinsen, desto stärker ist der Zustrom des Geldes in Vermögenswerte...

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    2. Hallo Michael. In welcher Form sind denn Geldmengen der ZB in die Börsen geflossen? Und wie kann dieses Geld wieder abgeschöpft werden? Das müsste doch dann durch den Kauf/Verkauf von Wertpapieren passiert sein, bzw. passieren. Das ist ja sogar geplant im Moment, habe ich gelesen.
      Und mal etwas anderes: wieso ist eigentlich eine gesteuerte Inflation das Ziel der EZB (ich lese: 2%)? Sollte die EZB nicht darum bemüht sein, sowohl eine Inflation als auch eine Deflation vom Euro fernzuhalten? Und woher kommen die seit mehreren Jahren 0% Zinsen? Sich Geld zu leihen, sollte doch eigentlich (logischerweise) immer einen Preis haben. Und wenn man jemandem Geld zur Verfügung stellt (Sparbuch etc.), mit dem derjenige arbeiten kann (z.B. Banken), dann sollte man dafür doch auch mit Verzinsung belohnt werden. Wieso wurde dieses Modell eigentlich gekippt? Irgendwo wurde zum Beispiel geschrieben, das wurde deswegen gemacht, damit sich der Staat einfacher verschulden kann... was übrigens m.E. auch nicht der Weg sein kann...
      Und zur Bewertung von Unternehmen... ich habe gelesen, Buffet hält die Aktien aktuell für stark überbewertet. Was wäre überhaupt ein realistischer Preis für ein Unternehmen? Vielleicht alle Besitzümer, plus den prognostizierten Wertzuwachs von vlt. 10 Jahren? Dann würde ein Investor ab dem 10. Jahr Gewinn machen mit dem Kauf einer Firma (der Gewinn/generierte Cashflow gehört ja dann ihm). Viele Grüße.

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    3. Der normale Weg einer Notenbank ist kein direkter. Sie verändert Zinssätze, weil dies den Banken ermöglicht, ihre Zinssätze zu verändern - und so landet das Geld dann bei Verbrauchern und Unternehmen. Oder durch veränderte Mindestreserveanforderungen, weil es so für Banken teuer oder eben billiger wird, Geld zu verleihen.

      Dass die EZB direkt Unternehmensanleihen kauft, ist ein Bruch mit ihrer klassischen Rolle. Auch die FED tut dies ja seit der Finanzkrise 2008/09.

      Wenn also die Zinsen sinken und die Geldmenge steigt, dann landet das Geld bei den banken und diese geben es als Kredite an Privatleute und Unternehmen heraus. Doch die konsumieren nicht etwa in großem Stil, sondern viel von diesem Geld wurde von diesen stattdessen in Immobilien oder eben Aktien gesteckt.

      Abschöpfen kann die EZB das Geld wieder, indem sie es teurer macht und geringere Mengentender für die Banken zur Verfügung stellt. Die können sich dann weniger frisches Geld bei der EZB leihen, als sie ihr gleichzeitig zurückzahlen müssen. Das knappere Geld wird dann teuer für die Kreditkunden. Soweit die Theorie, denn in der Praxis ist es gar nicht so leicht, eine "auf Speed" gedopte Wirtschaft sanft zu entwöhnen, ohne einen Kollaps zu verursachen. Als die Notenbank in den 1930ern die Zinsen anhoben, stürzte die Wirtschaft und die Börse ab. Als die FED 1999 mehrmals die Zinssätze anhob, crashte dann bald die Börse. Und als die FED 2017/18 damit begann, mehrmals die Zinsen anzuheben... Ende 2018 stürzte die Börse ab. Ist also nicht so einfach...

      Zinsen sind eigentlich die Risikoprämie dafür, dass man ggf. sein Geld nicht zurückbekommt. Je höher dieses Risiko, desto höher der Zinssatz. Wenn nun aber Geld quasi unbegrenzt und für jeden zur Verfügung steht, entfällt das Risiko. Das ist eine grundsätzlich ungesunde Entwicklung/Situation. Denn es hält auch viele Unternehmen am Leben, die es nicht sollten; weil so die besseren sich nicht durchsetzen können. Ausführlich habe ich das hier erläutert: "Der Tod des Risikos - Winken durch Niedrigzinsen paradiesische Zustände oder droht uns Zombiland?.

      Eine moderate Inflation ist wichtig und sogar notwendig. Sie bedeutet, dass Unternehmen höhere Preise verlangen können und die Menschen mehr kaufen, weil es demnächst teurer wird. Umgekehrt, bei Deflation, wird die Wirtschaft abgewürgt. Wenn man glaubt, dass die preise fallen, kauft man heute nicht, sondern wartet so lange wie möglich ab. Die Nachfrage bricht ein und die Unternehmensgewinne in der Folge auch, was zu Kosteneinsparungen und Entlassungen führt. Und ggf. weiteren Preissenkungen, um den Absatz anzukurbeln. Eine Teufelsspirale, aus der nur schwer herauszukommen ist. Japan schafft das seit Jahrzehnten nicht...
      1/2

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    4. 2/2

      Buffett hält Aktien nicht für überbewertet! Bitte nicht den Mist glauben, den irgendwelche Kommentatoren so von sich geben, vor allem, wenn sie sich auf Shillers Cape-Ratio berufen. Buffett hat auch zuletzt mehrfach gesagt (!), dass Aktien eher preiswert sind - weil die Zinsen so niedrig stehen und weiter fallen. Deshalb seien höhere Bewertungen angemessen und kein Hinderungsgrund, solide Qualitätsaktien zu kaufen. Man muss sich immer die Opportunitätskosten anschauen, rät Buffett. Also den Vergleich, was man mit einer anderen Anlage in der gleichen Zeit verdienen kann. Also als Standard die 10-jährige US-Schatzanleihen. Die ~0,5% stehen in Konkurrenz zu den Unternehmensgewinnen in der gleichen Zeit. Ken Fisher sagt, KGVs sind relativ nutzlos, weil sie die Vergangenheit betrachten. Stattdessen sollte man die Gewinnrendite ermitteln. Geht ganz einfach: Gewinn durch Kurs teilen (also genau anders herum als beim KGV). Mitte Februar lag die Gewinnrendite des US-Markts bei rund 5%, die des DAX bei fast 6,5%. Nun dürfte es deutlich weniger sein, weil Corona die gewinne schmilzt. Aber nicht bei allen. Selbst wenn wir jetzt 2,5% annehmen für das Jahr 2020 bei den US-Märkten, ist das noch immer 2% höher als die Rendite der US-Staatsanleihen. Mit anderern Worten: Aktien haben zurzeit gegenüber Anleihen einen 2-prozentigen Renditevorteil. Und wenn man jetzt davon ausgeht, dass sich die Wirtschaft bald wieder zu erholen beginnt und die Gewinne der Unternehmen wieder steigen, steigt auch der Renditevorteil. Denn die Zinsen sind wegen der Krise kurzfristig hoch gesprungen, werden aber dauerhaft niedrig bleiben; die Notenbanken werden noch länger die Märkte mit Geld fluten.

      Daher bleibe ich dabei: Aktien sind das Maß der Dinge. Aktien von Qualitätsunternehmen, bei denen absehbar höhere Umsätze, Cashflows und Gewinne winken.

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    5. Da bin ich übrigens nicht ganz der Meinung, dass Aktien das Maß aller Dinge sind. Das wäre in meinen Augen, die nächste große Erfindung zu machen, die die Welt im großen Stil verändern wird - so, wie das unsere beliebten Technologie-Unternehmen an der Börse wiederholt bewerkstelligt haben.
      Aber mit Aktien kann man auf jeden Fall relativ bequem Geld verdienen (wenn es denn hinhaut). Meine drohende Altersarmut kann ich damit allerdings nicht vom Tisch schaffen, das ist mir inzwischen schon klargeworden...

      Die Informationen über Buffett habe ich hierher:
      https://www.onvista.de/news/es-gibt-keine-zweifel-mehr-buffett-denkt-dass-aktien-stark-ueberbewertet-sind-332189397
      oder auch hier:
      https://boerse.ard.de/anlagestrategie/geldanlage/Buffettt-indikator-schlaegt-alarm100.html (2019)
      Das klingt zumindest alles plausibel beschrieben und gut recherchiert... ich werde mir aber nicht die Mühe machen, jetzt alles gegenzuchecken.
      Vom dem Schrottwert Wells Fargo hat Buffett mehr Aktien verkauft, als an einem Tag überhaupt an der NYSE gehandelt werden. Das ist keine Erholung, was ich da am Kurs seit 6 Wochen sehe, das sind eher ein paar verzweifelte Todeszuckungen... willkommen zurück im Kursniveau von vor 10 Jahren.

      Zur Bewertung von Unternehmen: das KCV sagt aus, wieviel Jahre es dauert, bis sich ein von mir aufgekauftes Unternehmen rechnet, und anfängt, Gewinn in meine Tasche zu spülen. Man kann sich überlegen, ob ein Wert von 20 oder 30 auch nur für irgendeinen Investoren interessant wäre (von der Wachstumsphantasie des spezifischen Unternehmens einmal abgesehen).

      Ich glaube, wenn große Investoren von „Value Investing“ reden, dann meinen sie insbesondere zwei Dinge: a) aus speziell dieser Sache werde ich irrsinnig viel herausholen können und b) die ganze Sache ist auch so gut wie sicher.
      Und alles andere, was mir so über den Weg läuft, lasse ich gleich links liegen. Nur so wird man wohl irgendwann Multimilliardär...

      Oder frei nach Gordon Gekko: „Die meisten spielen an der Börse Roulette; so blöd bin ich nie gewesen. Ich mach' nur sichere Sachen“.

      Was die EZB und andere große Mitspieler da bisweilen so treiben, entzieht sich meinem Verständnis - und auch meinem Grundlagenwissen über BWL. Besonders gesund kann das alles aber nicht sein. Die EZB kauft in großem Stil Schrottpapiere aller Art (von Staat, Unternehmen, ...) um bankrotten Staaten über die Hintertür Milliarden zuzuschustern, die mal lieber endlich schauen sollten, von selbst auf die Beine kommen, und ihre inhärenten Probleme zu lösen. Und um die Inflation mit allen denkbaren Mitteln auf 2% hochzuprügeln. Ja, hochzuprügeln... nicht etwa herunterzudrücken. Und teuer bezahlen tun das dann die kleinen Leute, die Geld auf Sparbüchern oder sonstwo haben, und sich nicht teure Finanzberater leisten können, um ihren Reichtum gewinnbringend anzulegen, oder in Steueroasen zu verstauen... während Preise und Lebenshaltungskosten dann stetig steigen... aber was verstehe ich schon von solchen Dingen...

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    6. Im ersten Artikel (auf onvista) wird behauptet, Buffetts hoher Cashbestand würde bedeuten, Aktien seien überteuert (sonst würde er ja kaufen). Dem widerspreche ich, Buffetts größtes Problem ist, dass er immer weniger geeignete Zielfirmen findet, in die er überhaupt investieren kann. Berkshire hat weit mehr als $200 Mrd. an Beteiligungen, Buffett kann nicht mehr in eine Firma mit einer Marktkapitalisierung von €100 Mio. investieren. Er würde niemals einen signifikanten Anteil zusammenbekommen, ohne den Preis durch die Decke zu schießen. Er kann also nur noch auf Großwildjagd gehen und dafür kommen an der Börse vielleicht gerade mal noch um die 100 Aktien infrage. Und ein Drittel davon hat er schon im Portfolio!

      Des Weiteren werden seine fortgesetzten Verkäufe bei Wells Fargo als Grund genannt. Und das ist mal definitiv Nonsens und schlecht recherchiert. Auf dem Thema reite ich seit drei Jahren herum bei jedem Quartalsupdate: Buffett darf aus regulatorischen Gründen an keiner US-Bank mehr als 10% Anteile halten. Er ist bei Wells Fargo schon mehrfach an dieser Grenze gewesen, weil die ihre eigenen Aktien zurückkaufen. Buffett verkauft dann einige seiner Aktien und durch die Rückkäufe steigt sein Anteil wieder an. Dann muss er wieder einige Aktien verkaufen. Ist ihm jetzt auch bei der Bank of New York Mellon passiert, auch da rutschte er über 10% und musste deshalb einige Aktien verkaufen. Wer sich mit Buffett beschäftigt, weiß das! Das hätte also so nicht in dem Artikel stehen sollen/dürfen.

      Aber das sind/waren keine Vorwürfe an Dich, bitte nicht missverstehen. Ist klar, dass man nicht jede Info nochmals überprüfen kann, sondern auf ihre Qualität vertraut.

      Über den Buffett-Indikator habe ich auch schon berichtet (zum Artikel), doch genau auf diesen angesprochen hat er ja geäußert, dass Aktien zwar absolut betrachtet sehr hoch bewertet seien, aber eben relativ nicht (siehe meine Ausführungen zuvor zu Niedrigzinsen und Gewinnrendite).

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    7. Zur EZB. Ja, ich bin auch kein Freund dieser Anleiheankäufe. Es gibt allerdings einen Hintergrund, weshalb die EZB vor ~10 Jahren damit anfing, Staatsanleihen zu kaufen. Der US-Imobilienmarkt brach zusammen und die ganzen strukturierten Produkte darauf mit den ganzen Schrottkrediten darin. Da haben auch die europäischen Banken viel von in den Büchern gehabt und das hat riesige Verluste verursacht. Hinzu kam, dass auch die europäischen Immobilienwerte massiv einbrachen und reihenweise Kredite platzten. Die Banken standen ohne Hosen da bzw. ihr Eigenkapital rauchte sehr schnell auf. Die Staaten musste die Banken stützen, aber nun kamen die Spekulanten und wetten gegen einige Euro-Staaten, dass sie aus dem Euro rausfliegen und pleite gehen würden. Die Zinsen schossen extrem nach oben und damit wurde aus der Immobilienkrise in den USA eine weltweite Finanzkrise und dann eine Staatsschuldenkrsie in der Eurozone. Aus diesem Grund hat die EZB angefangen, Staatsanleihen von Euro-Staaten zu kaufen. So wurden diese Staaten in die Lage versetzt, ihre Banken zu stützen. Aber... die Banken haben jeweils große mengen der "eigenen" Staatsanleihen im Bestand, das ist ein großes Risiko (in Italien oder Spanien) und sie haben hohe Quoten an uneinbringlichen Krediten in ihren Bilanzen (wieder Italien und Spanien vorneweg). Wenn aber die Banken umfallen, dann müssen die Staaten, die selbst kurz vor dem Kollaps stehen, einspringen. Die Krux ist, dass durch die rigiden Sparprogramme und Steuererhöhungen auch die Wirtschaft abgewürgt und mehr Leute in Arbeitslosigkeit gebracht werden. Was wiederum die Kreditausfälle erhöht. Ein verdammt schwierige Lage und nicht einfach zu lösen.

      Dem gegenüber stehen die USA mit ihrer Wirtschaftskraft und ihrer unerschütterlichen Bonität (trotz mehr als 1 Billion neuer Schulden pro Jahr!!!), die locker ihre Banken stützen konnten und dafür für fast null Zinsen weltweit Geld geliehen bekommen. Daher... ich finde die Politik der EZB nicht gut, aber ich habe keinen besseren Vorschlag. :-(

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    8. Hm, es sieht ganz so aus, als ob wir diese Unterstützung auch einfach machen müssen, wenn wir in Europa nicht irgendwann von sog. „gescheiterten Staaten“ umgeben sein wollen... das ist es sowieso, wie ich Deutschland und die EU sehe: D. Spielt mit seiner bärenstarken Wirtschaft den Zahlmeister, und dafür erhält es die Hegemonie in Europa. Geld gegen Macht - ein altes Spiel. Ob das wirklich so ist, weiss ich nicht, aber mir scheint es ganz so.

      Und ich glaube, die EZB treibt da ein bedenkliches Spiel. Die Deflation, die sie so verzweifelt versucht niederzuringen (wohl auch deswegen, weil man mit Geld, das von selbst immer mehr wert wird, kein Geld mehr verdienen kann, was das das grundlegende Geschäftsmodell von Banken darstellt) kommt vielleicht einfach daher, dass die EU mehr aus China importiert, als sie exportiert. Jedes Produkt, das ich direkt oder indirekt aus China kaufe, spült ein paar Euros nach China. Die Geldmenge in der Eurozone sinkt, und daraus folgt die Deflation. Indem die EZB jetzt Geld in wertlosen Papieren (oder wie seinerzeit die USA: in wertlose Immobilien) bindet, zieht sie den Wert des Geldes wieder herunter. Unangenehm könnte es dann werden, wenn diese überbewerteten Konstrukte uns irgendwann um die Ohren fliegen (weil irgendjemand versucht, sie wieder zu Geld zu machen, etc.).
      ----
      Mit Warrens Argumentation muss man etwas vorsichtig sein. Es interessiert die grundlegenden Mechanismen der Wirtschaft wenig, ob Anleger deswegen Aktien kaufen, weil sie die einzige bzw. eine der wenigen überhaupt noch aussichtsreichen Anlagemöglichkeiten sind.
      Und manche KBV's (Kurs-Buch-Verhältnis) gefallen mir gar nicht.
      ----
      Mit „Nullsummenspiel“ meinte ich, dass niemand die Aktien eines Unternehmens mit Gewinn verkaufen kann, ohne den restlichen Anteilseignern einen (kleinen oder großen, je nach Verkaufsvolumen) Verlust zuzufügen. Der (realisierte) Gewinn des einen, ist der Verlust des anderen - und umgekehrt.

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  35. Ich versuche mir immer noch die Frage zu beantworten, ob wir im Moment auf einer riesigen Aktien-Spekulationsblase sitzen, oder nicht. Die Antwort darauf ist die einfache Frage, ob börsennotierte Unternehmen heute ihren Preis (= ihre Marktkapitalisierung) wirklich wert sind, oder nicht. Ist der Preis ähnlich demjenigen, den ein Investor für eine Firmenübernahme eines NICHT börsennotierten Unternehmens zahlen würde, oder nicht...
    Sind die AG's unverhältnismässig teurer, dann sitzen wir auf einer Blase, und die ganze Aktiengeschichte ist einigermassen riskant (weil Blasen irgendwann platzen, oder die Luft rausgelassen wird, das ist nur eine Frage der Zeit). Weiss jemand Antworten?

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    1. Die Frage stelle ich mir auch schon seit längerem. Ich bin absolut der Meinung von Michael hinsichtlich seiner Favoriten (Burggraben, Zukunftsaussichten,...) ABER die Bewertung macht mir echt Sorgen. Habe auch meine Bauchschmerzen wenn ich oft höre, dass z.B. eine Amazon schon immer so teuer war. So wirklich ist, dass für mich kein Argument.
      Auf der anderen Seite fehlen einem die Alternativen und es ist soviel verfügbares Geld da...aber ob das langfristig gut geht...???

      Viele Grüße, Basti

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    2. Moin Basti,
      nach welchen Maßstäben ist Amazon denn teuer? Das KGV hat ausgedient, das sagt selbst Warren Buffett. Und Ken Fisher hat bereits 1984 in "Super Stocks" vom KGV abgeraten, weil damit Wachstumsaktien nicht zu bewerten sind - er präferierte das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis). Auf Deutsch ist das Buch 2008 erschienen ("Die Kunst der richtigen Aktienauswahl", es ist aber meist vergriffen oder sündhaft teuer.

      Amazon investiert jeden Dollar, der reinkommt, in den Ausbau seines Geschäfts. Nur deswegen wächst man so schnell, nur deswegen ist man so innovativ und nur deswegen ist man in mehreren Bereichen Marktführer. Man sollte auf die Umsätze und die Cashflows schauen und ob diese zulegen. Die Gewinne entstehen dann "automatisch", sobald die Investitionen nicht mehr so hoch ausfallen. Der entscheidende Punkt ist, dass Amazon jederzeit Gewinne ausweisen könnte, indem sie einfach keine weiteren Investitionen mehr tätigen (nur noch Ersatzinvestitionen, aber nicht ins Neugeschäft). Das ist der elementare Unterschied zu 2000, als die Unternehmen allesamt Geld verbrannten ohne Aussicht auf schwarze Zahlen oder auch nur operative Gewinne.

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    3. @Michael darum geht's in meiner Frage nicht, sondern darum, wie Aktiengesellschaften allgemein heute so bewertet sind. Ich habe mal etwas recherchiert: nicht börsennotierte Unternehmen gehen in etwa zu einem Preis über den Ladentisch, der dem Umsatz entspricht. Die Marktkapitalisierung vieler Aktiengesellschaften liegt aber bei einem Vielfachen des Umsatzes (Amazon: Faktor vier!) - Aktien sind also heute im Grunde schon (viel) zu teuer. Augenscheinlich deswegen, weil niemand mehr weiss, wie er sein Geld sonst anlegen soll.
      Ich selbst werde auch weiter in Aktien spielen, aber die latente Gefahr dahinter im Hinterkopf behalten (Stop Loss einziehen u.ä.).

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  36. Hallo Herr Kissing,

    was ist aus Ihrer Sicht erfolgsversprechender, Aktien von Amazon oder eine Kombination aus Alphabet, Microsoft und Facebook?

    Vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüßen

    F.Schmalz

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    1. Ich kann die Abwägung zwischen Amazon und einem Bundle aus den drei anderen genannten Werten nicht ganz nachvollziehen.

      Unter meinen TOP 5 Werten finden sich relativ gleichauf Amazon und Microsoft. Ich finde, die beiden sind eine hervorragende Ergänzung und beide mittel- und langfristig weiterhin sehr aussichtsreich.

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    2. Ich will als Ergänzung meines Depots zunächst entweder 1 Aktie von Amazon oder eben das genannte Bundle kaufen, deshalb die Frage.

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    3. Ah, verstehe. Dann ist etwas mehr Diversifikation wohl vorzuziehen und damit Microsoft, Facebook und Alphabet.

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  37. Da das Agio bei BB-Biotech mittlerweile abgebaut hat, suchte ich über die Suchfunktion Artikel über die Gründe des Ausstiegs aus der Beobachtungsliste. Ich kann einen solchen aber nicht finden. Der letzte Eintrag ist von 2017. Gibt es keinen Beitrag oder suche ich nur falsch?

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    1. Ne, ich habe noch keinen ausführlichen Beitrag zu meinem Ausstieg bei BB Biotech Ende Februar verfasst - Corona kam dazwischen. Letztlich hat BB Biotech nicht das gehalten, was ich mir von dem Wert versprochen habe. Die besondere Expertise des Managementteams, die zu einer Outperformance ggü. dem Einzelinvestment in Aktien des Gesundheits- und Biotechsektors führen sollte. Ich bin mit 16% Gewinn raus noch drei Jahren, aber als ich einstieg, lag der Discount auf den NAV ungefähr in gleicher Höhe. Also war meine Gewinn nur das Aufholen des NAV-Abschlags und kein operativer Erfolg.

      Es ist übrigens üblich, dass BB Biotech mit deutlichem Abschlag auf den NAV notiert. Phasen, in denen die Aktie sogar mit Aufschlag gehandelt wird, eignen sich daher weniger für einen Einstieg.

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  38. Guten Tag allerseits !

    Du bist ja ein Fan von DIC Asset - und ich bin auch schon einige Zeit dabei.
    Wie schätzt du die aktuellen Kurse ein? Kaufkurse? Grundsätzlich kenne ich als regelmäßiger Leser natürlich deine Einstellung zum Markt-Timing, aber da ich grade noch etwas Cash übrig habe, und DIC sich noch nicht wieder von Corona erholt hat, stellt sich mir die Frage: Aufstocken?

    Ich bin zum einen skeptisch gegenüber der allgemeinen guten Stimmung an den Börsen, die nicht so recht zu meiner Einschätzung der wirtschaftlichen Lage im Lockdown passt. Zum anderen kann ich mir auch nicht vorstellen, dass der (gefühlte) Trend zum Homeoffice komplett spurlos an der Vermietungsquote der DIC vorbeigehen wird...

    Vielleicht hast du ja noch Denkanstösse und neue Sichtweisen?

    Gruß

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    1. "Neue" Sichtweisen zu DIC Asset habe ich nicht zu bieten, da sich meine Einschätzung seit Wochen nicht geändert hat. Im Gegenteil: die letzten News aus der Wirtschaft und aus dem Unternehmen selbst haben mich immer wieder in meiner positiven Sichtweise bestärkt.

      Kannste hier nachlesen, auch meine Einschätzung zur Entwicklung bei der Büronachfrage - die pessimistische Sicht in den USA auf die künftige Büronachfrage wird in Deutschland so nicht stattfinden. Gewerkschaften und Berufsgenossenschaften (Arbeitsschutzregelungen!) haben da ein gewichtiges Wort mitzureden, daher kann man sich in D entspannt zurücklehnen.

      18.03.2020
      DIC Asset: Senkt Home Office (wirklich) die Nachfrage nach Büroimmobilien?

      06.04.2020
      Good News bei... DIC Asset: Zeichen der Stabilität in Zeiten der Krise durch Senkung der Prognose auf 2019er Rekordniveau und Bestätigung der Dividendenerhöhung

      28.04.2020
      Good News bei... DIC Asset: Erfolge bei Vermietung und Asset Management sowie Bestätigung der Jahresprognosen

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    2. Moin und Danke! Die habe ich natürlich schon gelesen ;)
      Also zwischen Homeoffice (Volksmund) und dem tatsächlichen Homeoffice (Telearbeit) gibt es einen großen Unterschied. Der Volksmund meint nämlich i.d.R. das "mobile Arbeiten". Hier greift die Arbeitsstättenrichtline nicht in dem Umfang, welchen du beschreibst.
      Tatsächliches Telearbeiten verrichten nur sehr sehr wenige Menschen.
      Und letzten Endes gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter. Viele sind froh, von zu Hause aus arbeiten zu können. Dass die Feuerlöscherprüfung schon lange her ist, oder der Schreibtisch nicht elektrisch höhenverstellbar, wird wohl kaum einer der Gewerbeaufsicht (oder der Bezirksregierung, je nach Bundesland) anzeigen.
      Ich bleibe erst mal mit etwas mehr Cash als gewöhnlich an der Seitenlinie, mir ist die aktuelle Gier am Markt suspekt. Wenn die Kurse noch mal fallen, schön für mich, wenn nicht, lauf ich halt den Kursen im Winter hinterher, ist dann so.

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    3. Hier liegst Du falsch: "Wo kein Kläger, da kein Richter", das stimmt in diesem Falle nicht. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, bestimmte Minimumstandards "am Arbeitsplatz" zu etablieren. Wenn nun statt eines sporadischen Home Office-Tages im Monat das Home Office zu einer Option oder gar Pflicht seitens des Arbeitgebers wird, dann ist auch der Arbeitgeber in der Pflicht, die Arbeitsplatzbedingungen herzustellen. Gewerkschaften und Berufsgenossenschaft, aber auch Krankenversicherungen usw. werden da mit Argusaugen drauf achten. Die Richtlinien zur Beleuchtung und die zum optimalen Sitzen wurden ja nicht aus Schikane eingeführt, sondern um Sehschwächen und Rückenschmerzen zu vermeiden, die zu hohen Krankheitskosten und ggf. sogar Arbeitsunfähigkeit führen. Die Richtlinien und Gesetze gelten. Und sie gelten am Arbeitsplatz. Verlegt der Arbeitgeber den Arbeitsplatz vom Büro in die Wohnung des Arbeitnehmers, gelten die auch dort. Daher meine Schlussfolgerung, dass die Nachfrage nach Büroräumen in Deutschland nicht deutlich sinken wird. Denn Corona bringt auch neue Platzerfordernisse mit sich: bei Toiletten, bei Küchen- und Aufenthaltsräumen, Distanz bei den Arbeitsplätzen, Abkehr von Großraumbüros. Das kostet alles zusätzliche Fläche, selbst wenn weniger Leute dort arbeiten. Und als Kombination aus beiden Faktoren meine zweite Schlussfolgerung, dass Co-Work-Plätze profitieren werden, also WeWork und die anderen. Weil sie Flexibilität für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer bieten, die ganzen Vorschriften für die korrekte Arbeitsplatzausstattung aber erfüllt werden (vom Co-Work-Space-Anbieter). Für den lassen sich die Kosten also skalieren bis zu einem gewissen grad, während es bei einem reinen Home Office-Arbeitsplatz keine Skalierung gibt.

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  39. ok, habe ich vielleicht missverständlich erklärt. Wenn dir aktuell Freunde erzählen, dass auch sie aufgrund corona im "home office" sitzen, sind die tatsächlich nur "mobil arbeiten". Den Begriff "Homeoffice" kennt der gesetzgeber gar nicht. und die arbeitsstättenverordnung greift beim mobilen arbeiten nicht.
    Nur bei Telearbeit. Kein Arbeitgeber wird aber aktuell die Mitarbeiter nach Hause schicken in die ausdrückliche Telearbeit. Die sind alle vorübergehend "mobil arbeiten". und da schaut auch niemand hin seitens der aufsichtsbehörden, wie du selber richtig erkannt hast. Und auch später wird nur jemand hinschauen, wenn ein Mitarbeiter (aus mir nicht vorstellbaren gründen) telearbeit in seinem vertrag verankert haben will. dann kommen nämlich behörden in sein haus. und der betriebsrat. und der betriabsarzt. und sicherheitsbeauftragte. und die sifa. und der unternehmer. und das bis zu 4x pro jahr. ggf werden rettungswegleuchten im flur installiert. usw.
    will keiner. das meine ich mit "wo kein kläger, da kein richter". die sitzen alle zu hause im ""homeoffice"" (= mobiles arbeiten), sind zufrieden und warten, bis alles vorübergeht, oder aber fragen schon jetzt beim chef an, ob das nicht so weiterlaufen kann.

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    1. "Alle sind zufrieden"... das kann ich von meinen Home-Office-Bekannten nicht berichten. Als Single mag das ja vielleicht so sein, aber wer Kinder zu betreuen hat und keinen separaten Raum für die Heimarbeit, der leidet schnell unter Stress, weil er es keinem Recht machen kann: ständig wird man bei der Arbeit gestört, das Kind kann man nicht wirklich betreuen und der Partner ist vielleicht auch genervt, wenn er ständig Rücksicht nehmen muss, weil Home Office auf der Fernsehcouch stattfindet (bzw. stattfinden muss). Dazu kommt, dass nicht jeder mit Sozialer Distanz klar kommt und viele auch den Austausch mit Kollegen/Menschen wertschätzen oder gar brauchen.

      Der Unterschied zwischen bisher und jetzt ist doch, dass Home Office bisher nur ein Thema für familiengerechteres Arbeiten war und vor allem in den Branchen angeboten wurde, wo man kaum noch Personal fand und auf diese Art Leute anlocken wollte. Ein wirkliches Konzept stand doch kaum dahinter. Das betrifft auch die Gewerkschaften und die Krankenkassen usw., die das Thema bisher auch nicht auf dem Schirm hatten. Das wird sich jetzt deutlich ändern. Und nicht nur, weil Arbeitsminister Heil diese Schnapsidee hatte von wegen "Pflicht zu Home Office". In Deutschland wird alles geregelt, sogar die Krümmung der Bananen oder die Sitzfläche auf Traktoren. Du glaubst doch wohl nicht, dass so ein elementares Thema hiervon verschont bleibt auf Dauer!? Das wird in den nächsten Jahren ausgiebig diskutiert und dann wird es dazu Vorschriften geben, wie man das zu gestalten hat (als Arbeitgeber), unter welchen Voraussetzungen Home Office stattfinden darf. Wir reden hier zunächst von Angestellten; Freelancer/ Selbständige, die dürften da erstmal verschont bleiben (aber wir diskutieren das Thema ja auch unter dem Aspekt des künftigen Büroflächenbedarfs, da spielen Einzelkämpfer keine Rolle).

      Übrigens kann die Situation auch ins gegenteil umkippen: wenn der Arbeitsmarkt wieder leergefegt ist, z.B. bei Softwarentwicklern, und ein Unternehmen ausschließlich auf Home Office setzt und kein Büroraum mehr anbietet, kann es sich für Mitarbeiter, die keine Isolation wünschen, unattraktiv machen und sich somit einen Nachteil schaffen. Es sind eben nicht alle Menschen gleich und auch nicht alle von neuen Möglichkeiten begeistert. Nur weil man etwas darf, muss man es ja auch nicht gleich tun.

      Und, nochmal, auch wegen der von Dir angesprochenen "bürokratischen Hemmnisse" gehe ich von einer spätestens dann deutlich anziehenden Nachfrage nach Co-Work-Space aus.

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    2. ok, lassen wir das thema homeoffice. wirecard ist grad eh viel spannender. Ob das wohl irgendwann mal verfilmt werden wird? Mich M. Kissig als CEO Dr. Braun? :D

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  40. Nun ja, ich arbeite seit Jahren von zu Hause aus, das steht auch ganz offiziell so in meinem Vertrag. Ich könnte aber problemlos den ganzen Tag bei schlechtem Licht vom Sofa aus arbeiten, wenn ich das wollte. Das hat weder mein Arbeitgeber, noch sonst jemand geprüft. So viel zu diesem Thema.

    Dennoch glaube ich auch nicht, dass sich an der Bürosituation großflächig etwas ändern wird. Selbst bei meinem Arbeitgeber, der da schon relativ offen ist - außer mir gibt es noch eine Handvoll weiterer Kollegen, die überwiegend oder ausschließlich im Home Office arbeiten - gibt es kein großes Umdenken. Die Büroräume sind inzwischen sogar schon wieder geöffnet, bisher noch mit optionaler Anwesenheit, aber auch das wird sich wieder ändern.

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  41. Lieber Michael,

    mich würde mal Deine Einschätzung zur aktuellen Situation und Perspektive bei Lloyd Fonds interessieren. Oder hast Du die gar nicht auf dem Schirm?

    Viele Grüße,

    Georg

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    1. Moin Georg,
      zu Lloyd Fonds habe ich keine Einschätzung. Ich kann das neue Geschäftsmodell nicht greifen und/oder einschätzen, ob das fliegt und sich damit attraktiv Geld verdienen lässt.

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  42. Hallo Michael,
    dass es dieses Jahr für Aurelius schwierig wird, hast du ja im April schon geantwortet. Aber dies gilt für viele Unternehmen und der Aktienkurs auch dieser Unternehmen hat sich inzwischen wieder stark erholt - nur Aurelius verbleibt nach einem kurzen Rallyeversuch am Tief.
    Ist dies evtl. ein Zeichen, dass hier mehr Negatives vorliegt, als momentan sichtbar ist und durch Corona erklärbar ist? Wie ist deine aktuelle Sicht auf Aurelius?
    Herzlichen Dank.
    Beste Grüße,
    Roland

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    1. Moin Roland,
      gestern hat Indus bekanntgegeben, dass man einen weiteren zweistelligen Millionenbetrag auf den Wert der Bestandsunternehmen abschreiben muss. Sicher, vor allem im Automotivebereich, aber dieses Problem trifft grundsätzlich alle Beteiligungsgesellschaften. Die Töchter leiden unter Corona, sie machen weniger Umsatz, während die Kosten hoch bleiben und daher sinken die Gewinne (oder drehen in die Verlustzone). Der Wert eines Unternehmens als seine zukünftigen Gewinne sinkt daher und so kommt es zu Abwertungen und das belastet den NAV.

      Der reduzierte Wertansatz ist auch Hemmschuh bei Verkäufen. Einerseits halten sich Käufer zurück, weil die Unsicherheit groß ist und somit die Angst, zuviel für einen Kauf zu bezahlen. Und dann ist da der objektiv gesunkene Marktwert, der einen erfolgreichen Exit im Wege steht.

      Zum Business von Aurelius und anderen gehört aber nicht nur der günstige Einkauf und das Aufpeppeln, sondern auch der gewinnträchtige Verkauf. Wie bei Mutares und nach der Strategieänderung auch bei Blue Cap. MBB ist da anders, auch Indus und Gesco, die kaufen, um zu behalten. Deutsche Beteiligung ist hier eher ein Zwitter, die kaufen gut positionierte Unternehmen (für ihre Beteiligungsfonds) und halten die dann mittelfristig. Aurelius, Mutares, Blue Cap kaufen angeschlagene Unternehmen, um sie wieder auf Kurs zu bringen. In wirtschaftlich guten Zeiten sind die Chancen für den Turnaround besser, als in der jetzigen Krise. Ohnehin angeschlagene Unternehmen haben da einen deutlich geringeren Toleranzbereich für Fehlentwicklungen als solide aufgestellte Unternehmen. Die letzten Verkäufe bei Aurelius sahen eher nach Notverkäufen aus, einer Portfoliobereinigung.

      Und bei Aurelius kommt noch hinzu, dass man dort immer mit der hohen Dividende gewuchert hat und diese nun entfällt. Das ist ein weiterer Einschlag, den die Anleger nicht positiv bewerten.

      Die Frage ist doch, wird Aurelius in 6 oder 12 Monaten deutlich besser dastehen als heute? Wird man zu dem Zeitpunkt in einer Phase sein, wo die Töchter keine/wenig Probleme haben, wo man sie ggf. lukrativ am Markt verkaufen kann? Wenn Du diese Fragen voller Überzeugung mit Ja beantworten kannst, dann ist Aurelius jetzt ein Kauf. Der Markt (und ich auch) kommen aber momentan nicht zu diesem Ja...

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  43. Hallo Michael,
    Du finanzierst mit Investments (auch im Rahmen Deiner GmbH) Deinen Lebensunterhalt.
    Mich würde interessieren wie genau Du das gestaltest?
    Nutzt Du dafür zum einen Dividendenzahlungen und zum anderen Gewinne aus Verkäufen?
    Hälst Du einen bestimmten Cash-Betrag/Budget für Lebenshaltung/Kosten jeweils vor?
    Wie agierst Du wenn größere, evtl. auch ungeplante Ausgaben anstehen?
    Oder nutzt Du bestimmte Entnahmestrategien?
    Viele Grüße
    Jo

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    1. Moin Jo,
      ich zahle mir keine Gehalt (mehr), sondern einen erheblichen Teil meiner Einlage in die GmbH habe ich dorthin als Darlehen vergeben. Davon zahle mir die GmbH immer mal einen Betrag zurück (steuerfrei), wenn ich privat Geldbedarf habe.

      Inzwischen sind meine Einnahmen jenseits des Investierens aber wieder so hoch, dass ich nur selten darauf zurückgreife; ich lasse das Geld lieber in der GmbH und nutze es dort für Investments. Da ich dort auch einige weitere Einkünfte erziele, bleibt auch in der GmbH monatlich Cash übrig zum Investieren. Insofern hat sich meine finanzielle Situation über die letzten Jahren verändert, als dass ich nicht mehr "vom Investieren" lebe. Aber ich könnte es.

      Ich habe mal einen separaten Beitrag verfasst, weshalb mein Investmentkapital in (m)einer GmbH liegt. Über die Zeit sind dazu viele Fragen gestellt worden und es gab weitreichende Diskussionen in den Kommentaren. Vermutlich werden da viele Deiner Fragen angerissen und beantwortet. Schau doch hier mal rein.

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  44. Hallo Michael,
    letzte Woche hatte die DIC Asset HV und die Anfang April veröffentlichte und aktualisierte Prognose für 2020 wurde bestätigt. Die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen auf das Vermietungsgeschäft wurden ebenfalls thematisiert. Seit der Kapitalerhöhung ist es bei den Zukäufen durch TTL und Vorstand merklich ruhiger geworden, obwohl der Kurs noch auf deutlich niedrigerem Wert verharrt.
    Hat sich deine Einschätzung verändert? Können wir mit einem Blog oder Kommentar von dir rechnen? Die Aktie befindet sich ja unter deinen TOP 2020 Werten.
    Vielen Dank und Grüße, Markus

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    1. Moin Markus,
      Immobilien, gerade Gewerbebereich/Büros, sind momentan nicht angesagt. Fachmarktzentren und Logistik sind in, Einkaufszentren total out. Büro irgendwo dazwischen. Denke, hier bauen sich Potenziale auf.

      Zu DIC Asset habe ich keine neue Einschätzung. Im Unternehmen läuft alles hervorragend, es werden attraktive Mietvertragsverlängerungen abgeschlossen, die Karstadt/ Kaufhof-Problematik wurde weitgehend gelöst (zwei von drei Standorten erfahren Mietreduktionen, aber länger Mietlaufzeiten, Bremer Innenstadt wird geschlossen, aber DIC hat mehrere Optionen, u.a. durch Nachbar Zech Gruppe). Prognose wurde bestätigt, Dividenden verdient und beschlossen (ich votiere für die Aktiendividende). Mein Investmentcase ist weiterhin voll intakt, ich sehe den Wert je DIC-Aktie eher bei €20 als bei €10.

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    2. Meine Wahrnehmung ist, dass die Unsicherheit aktuell groß ist, ob die Story "nachdem Corona überwunden ist, wird alles wie früher" so aufgehen wird. Oder ob sich nicht neue Megatrends entwickeln, die sich auch mittelfristig gegen die Attraktivität der Innenstädte richten (kurzfristig sieht es ja ohnehin düster aus). Wenn eben neben dem E-Commerce nun auch das Home-Office immer mehr an Bedeutung gewinnt und sich damit erstmal ein Vakuum an Geschäftsimmo-Bedarf (Einzelhandel und Büros) entwickelt. Dann muss sich eine Stadt überlegen, wie ihr neues Innenstadt-Konzept aussehen soll. Theoretisch kann man Immobilien natürlich umnutzen, aber das erfordert ggf. hohe Investitionen und lange Bauphasen, in denen dann erstmal die Mieteinnahmen wegfallen.
      Ich kann schwer beurteilen, ob DIC Asset jetzt 10 oder 20€ pro Aktie wert ist, aber ich denke der Nimbus "Innenstadtlagen werden immer attraktiv sein" ist jetzt erstmal weg. Sie sind nicht so unverwundbar wie man vielleicht vorher denken konnte, und das spiegelt sich aktuell im Aktienkurs wieder. Die Frage ist m.E. weniger, ob es DIC Asset aktuell nochmal gerade so gelungen ist, einzelne Mietverträge zu verlängern, sondern ob solche Probleme sich in Zukunft häufen werden. Denn nur weil ein paar Kaufhof-Filialen nun erstmal doch nicht geschlossen werden, heißt das ja nicht, dass sie nicht vielleicht nächstes Jahr geschlossen werden. Und wer soll solche Ankermieter dann ersetzen? Wenn es niemanden gibt, leiden dann auch die umliegenden Lagen und es wird eine Lawine aus Geschäftsaufgaben losgetreten. Mir fehlt aktuell die Phantasie, welche Gegeneffekte es evtl. geben könnte, die eine solche Lawine aufhalten könnten.

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    3. Genau, die Unsicherheit bei DIC Asset und Gewerbe-/ Büroimmobilien ist momentan groß und deshalb ist der Kurs entsprechend niedrig. Sobald die Unsicherheit weg ist, steht der Kurs auch wieder höher. Sogar dann, wenn sich die Bedenken teilweise oder sogar weitgehend als richtig erweisen sollten - dann haben Börsianer das Gefühl, die Perspektiven wieder klar zu überblicken und damit ein Gefühl der Kontrolle. Das ist per se positiv für die Aktienkursentwicklung (sofern das Unternehmen nicht klar auf eine Insolvenz zusteuert...).

      Solange also die Phase der Unsicherheit andauert, bekommt man die Aktien mit "Unsicherheitsabschlag". Ist quasi die Risikoprämie, ein Disagio. Wenn alle wieder klar(er) sehen, kommen die Kommentare wie "war ja klar" und "hätte ich mal", und "No-Brainer". Aber eben auch erst dann, hinterher.

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    4. Da gebe ich Dir recht: Unsicherheit hat an der Börse manchmal einen größeren Negativ-Effekt als (leicht) negative Nachrichten. In den letzten 3 Monaten ist sie aber nochmal größer geworden...
      Bei aktuell 10€ sehe ich dann allerdings den worst case als mehr als eingepreist und somit eine gute Wahrscheinlichkeit, dass die Geschäfte besser laufen werden als der Markt aktuell annimmt. Zumal sich die Mietausfälle von April bis Juni auf gerade mal 1,2 Mio € belaufen haben. Wenn sich das im Jahreszeitraum auf 4,8 Mio € summieren sollte, wären das gerade mal 6% des Jahresgewinns 2019. Der 40% Kursrückgang hat demnach eine düstere Zukunft eingepreist, die in den Geschäftszahlen jedenfalls bisher kaum zu sehen ist.

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  45. Hallo Michael,

    du scheinst mir ja durchaus eine Präferenz für Deep Value Werte zu haben. Schau dir doch bitte mal die Petrowelt an.

    Die Company hat schon für das Q1 sehr gute Zahlen vorgelegt, aber die aktuellen Zahlen toppen das noch. ...aber schau doch ruhig mal selbst.

    https://www.dgap.de/dgap/News/corporate/petro-welt-technologies-umsatz-und-gewinnkennzahlen-ersten-halbjahr-ueber-dem-niveau-des-vorjahreszeitraums-unsicherheiten-bleiben-jedoch-bestehen/?newsID=1389409

    Die Firma kann bei einer MarketCap von ca 100 Mio durchaus 25-30 Mio verdienen. Leider oder vielleicht zum Glück gibt es einen sehr starken Großaktionär der aktuell ca 88 % der Aktien hält und scheinbar nicht mehr zu teilen bereit ist. Andern kann ich die Meldungen und das Verhalten nicht deuten. M.E. steht hier kurzfristig eine Strukturmassnahme an.

    Achtung über Morzilla und Mircosoft funtioniert die Seite nicht richtig

    Alleine das EK sollte im Bereich von ca 4 € oder darüber liegen....

    Über ein Feedback würde ich mich freuen.......ich finde das ist wirklich eine deep,deep value Wert.


    lg

    Markus

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    1. Moin Markus,
      Petro Welt ist nichts für mich. Energiesektor meide ich eh, Öl- und Gasexplorer besonders. Ist eine Wette auf den Ölpreis und auf den Rubel-Wechselkurs. Sind mir zu viele ungeliebte Variablen. Die vermeintliche Unterbewertung wird schon seit Jahren als Kaufgrund herangezogen, bisher hat man damit immer eher große Verluste eingefahren. Nicht mein Spielfeld, sorry (ich bin ja jahrelang mit der Deutschen Rohstoff AG rauf- und runtergescheitert)...

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  46. Hallo,

    ich habe eine Frage nach deiner Einschätzung von Corestate Capital Holding, im Bereich Immobilien, vor allem Studentenwohnungen, aber geographisch breit aufgestellt. Einige Analysten sehen die faire Bewertung wieder gegen 40 Euro, doch stattdessen dümpelt der Preis vor sich hin. Ist es so einzuschätzen, wie du das für DIC Asset auch tust, dass der Markt einfach noch nicht fair bewertet hat nach der Coronakorrektur, oder gibt es fundamentalere Sachverhalte, die es erklären?
    Ebenso wäre ich interessiert nach einer aktuellen Einschätzung zu Slack. Hat ja dieses Jahr mal die 40 Dollar berührt, seitdem aber auch wieder viele Federn gelassen.

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    1. Zu Corestate Capital kann ich keine Einschätzung abgeben, weil ich das Unternehmen nicht mehr be(ob)achte. Mit haben da einige Vorgänge gar nicht gepasst und daher hatte ich mich vor anderthalb Jahres aus dem Unternehmen/der Aktie verabschiedet (guckste hier).

      Und zu Slack habe ich auch keine Einschätzung. Das Unternehmen wirkt für mich mich wie ein One-Trick-Pony und ich konnte beim letzten oberflächlichen Ansehen nicht erkennen, weshalb gerade Slack interessanter als Zoom oder Teamviewer oder die ganzen anderen sein sollte. Ich bleibe da lieber bei meiner langweiligen Microsoft, die haben mit Teams ja auch guten Erfolg. Mag aber durchaus sein, dass ich Slack da Unrecht tue...

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  47. Moin Moin!
    Ich habe heute mal angefangen, mir XYLEM genauer anzuschauen.
    Mich verwundert, dass Q1 und Q2 gegenüber dem Vorjahr, Covid-bedingt, schlechter ausgefallen sind, genau wie der Ausblick auf Q3 inklusive immer noch nicht erneuerter Guidance, aber der Kurs durch die Decke geht.
    Verpasse ich da was, oder kaufen die Amis einfach seit Wochen wie blöd alles an Aktien auf?

    Gruß

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    1. An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Dass Xylem momentan eine schwierige Zeit durchzustehen hat, weil Unternehmen sich mit Investitionen zurückhalten, ist ja schon lange bekannt und daher auch im Kurs eingepreist worden beim Absturz. Mit sinkenden Corona-Fallzahlen und der Aussicht auf eine Besserung der Wirtschaftslage verbessern sich auch die Perspektiven für Xylem mit Blick auf das erste Halbjahr 2021 und darüber hinaus. Das wird nun langsam eingereist, daher erholt sich der Kurs.

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  48. Hallo Michael !

    Ich habe deinen Blog durchsucht, anscheinend warst du mal bei AT&S investiert, sogar in deinen Top7 war das Unternehmen einst vertreten. Ich konnte allerdings weder auf der Transaktionsliste noch bei deinen BLogeinträgen den Exit nachvollziehen. ist das Unternehmen still und leise "verschwunden" aus deinem Depot/Blog, oder habe ich etwas übersehen?

    lg

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    1. Ich hatte AT&S mal mit einer kleinen Position im Depot, den Wert aber nie hier im Blog vorgestellt. Nicht jeder Wert findet hier Beachtung; erwähnt habe ich den Wert nur einmal im Rahmen eines Investor-Updates.

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    2. Hi :> Ich war in diesem speziellen Fall auch eher an den Exit-Gründen interessiert. Dass nicht unbedingt Zeit ist, jeden Wert im Detail vorzustellen (oder ausführliche Gründe für den Abschied zu erläutern), versteht denke ich jeder. Aber in der Transaktionsliste sollte sich das doch eigentlich wiederfinden? Mir fehlt übrigens dein Format mit deiner Meinung zum politischen Geschehen, Börsenausblick und so weiter :(

      So oder so vielen Dank für deine Antwort, mach weiter so und viel Erfolg !

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  49. Nochmal zu Tesla - Michael, ist Deine Meinung dazu noch identisch wie früher (vom Februar, s.o.?). Ich hab' keine Aktie gesehen, die ähnlich abgerauscht ist im letzten halben Jahr...
    Viele Grüße, Chris

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  50. Hallo Michael, was hälst Du von Rüstungsaktien? Welche Aktie gefällt Dir am besten in diesem Sektor? Ich schwanke zwischen dem Branchenprimus Lockhheed Martin und General Dynamics, in die bis vor ein paar Jahren auch noch Warren Buffett investiert war.

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    1. Rüstungswerte sind grundsätzlich als Investments interessant; irgendwie steigen die Militärausgaben immer weiter an und Trump macht ja auch Druck auf die NATO-Verbündeten, mehr Geld für Verteidigung auszugeben.

      Ich bin allerdings auf dem Gebiet nicht besonders versiert und daher kaum in der Lage, mich zu den Chancen/Risiken einzelner Firmen der Branche zu äußern. Daher lasse ich den Sektor eher stiefmütterlich links liegen.

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    2. Hallo Herr Kissig,

      wie sehen Sie Lang & Schwarz, die als Makler von den Turbulenzen profitieren und 13 Prozent Dividende ausschütten sollen bei KGV 4? Wo ist der Haken, dass diese Aktie (noch) so günstig zu haben ist?

      Gruß Mario

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    3. Moin Mario,
      woher kommt denn Deine Ergebnisschätzung (also das KGV)? Die einschlägigen Seiten machen zu LUS keine Angaben. Des Weiteren ist ja die Frage, wie nachhaltig die Umsätze und Gewinne sind. Und bei LUS war die steuerliche Problematik wg. Wikifolio ja mehrere Jahre ungeklärt (was sie jetzt ist) und insofern müsste man genau hinsehen, ob in diesem Jahr ggf-. ergebniswirksam dies bezügliche Rückstellungen aufgelöst wurden (was ja dann nur einmalig die GuV pushen würde).

      Grundsätzlich stimme ich jedoch zu, die Marktschwankungen, das Interesse der Privatkunden an Aktien und der Erfolg von Wikifolio sprechen für Lang & Schwarz.

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  51. Moin Michael,

    ich hatte Dich doch schon vor einigen Monaten darauf aufmerksam gemacht. Seitdem klettert der Kurs schön nach oben.

    Zur Info - die Rückstellungen wurden nicht aufgelöst. Die Steuerproblematik wurde für die Zukunft gelöst. Alles was war wird extra enschtieden und steht noch aus. Aber Zukunft ist klar und geregelt von daher kann man sehr entspannt auf das weitere Ergebnis schauen.

    Zu den nachhaltigen Gewinnen - ich glaube viele haben das "neue" Geschäftsmodell von LUS ncoh nicht richtig verdaut. Hinzugekommen ist: LUS ist mit der LSX Exklusivpartner von TradeRepublic und damit geht hier natürlich aktuell die Post ab. Das gabe s zuvor einfach nicht und ist Wachstumstreiber schlechthin.

    Des Weiteren ist ein weiterer Trend zu sehen - viele Broker stellen auf einige wenige elektronische Börsen um - schlecht für die regionalen Börsen aber gut für Tradegate, LUS, gettex etc. Hat einfach was mit Kosten und Reduzierung der Komplexität zu tun (aus Sicht der Broker)

    Sprich die erhöhte Handelsaktivität ist m.A. nachhaltig - natürlich tut die aktuelle Lage / Themen ihr übriges.

    Trotzdem müssen oben aufgeführte Thesen etwas genauer betrachtet werden. Das KGV ist sensationell keine Frage - schon die Halbjahreszahlen ergaben ein EPS von über 4 Euro. Und im Oktober geht schon wieder die Post ab.

    Allerdings wirst du die Dividende nicht so bekommen wie du annimmst. Die HV wird die Verringerung der Ausschüttungsquote beschließen (aktuell 50% vorgesehen).

    Das ist bei diesem Gewinn ja nur logisch. Denn bereits im Sommer wurde erwähnt, dass das Q3 an die Zahlen der Q1 und Q2 heranreicht. Wenn man dann noch Q4 hinzuzieht wird für dieses Jahr das EPS zwischen 8 und 9 Euro liegen. Da man bisher aber noch nie mehr wie ca. 1,30 Euro ausgeschüttet hat will man natürlich nicht direkt 4 oder 4,50 Euro ausschütten. Ich denke man wird irgendwo zwischcen 2 und 3 Euro landen. Aber dann hätten wir immer noch eine sehr gute Rendite. Und diese ist für die nächsten Jahre aus meiner Sicht sehr wahrscheinlich weiter zu erhalten.

    Grüße

    Tobias

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  52. Deine Formate zum politischen Geschehen und zur Börsenlage fehlen mir !
    Nicht nur jetzt, wo es turbulent zugeht, sondern auch sonst. Immer interessant zu sehen, wie andere die Lage beurteilen...

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  53. Nanu, verfolgst du jetzt die DeFaMa-Aktie? Oder nur die GSC-Research-Berichte?
    Mein letzter Stand ist, dass du Defama nichts abgewinnen kannst, weil die online-shopping-anbieter die Fachmärkte verdrängen...
    Nun hat sogar die Corona-Krise, mit ihrer massiven beschleunigung der digitalen Transformation, die Fachmärkte als explizite Krisengewinner hervorgehen lassen. Spannend. Defama ist jedenfalls eine der Aktien, welche durch die Korrekturen 2018 und 2020 stabil durchgekommen ist - bleibt bei mir im Depot und wird bei Schwäche (leider fällt sie kaum noch, auch nicht bei kleinen Korrekturen wie jetzt grade) zugekauft.

    Würdest du deine Einschätzung zur Defama beibehalten, oder korrigieren mit Blick auf die letzten Jahre?

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    1. DEFAMA läuft bei mir so am Rande mit, ich finde das Unternehmen nicht uninteressant. Ich sehe halt - auf lange (!) Sicht - das Risiko, dass Amazon und andere auch den Fachmarktzentren das Wasser abgraben. Kurs- und mittelfristig ist das (noch) nicht so. Auch weil Amazon sich mit Lebensmittellieferungen ja noch schwer tut, gerade in Deutschland.

      Wie man an den Erfolgen von Wayfair und home24 sieht, gewinnt auch der Möbelverkauf übers Internet zunehmend an Fahrt - dazu werden Logistikzentren und Lagerhäuser benötigt, aber perspektivisch geringere Verkaufsflächen. Thema Baumärkte: Hornbach setzt immer stärker auf Onlineverkäufe, das reduziert perspektivisch auch den Bedarf an großvolumigen Verkaufsflächen.

      Sicher, all diese Entwicklungen setzen sich nicht über Nacht durch, aber es ist ein allgemeiner Trend, der auch an den Fachmarktzentren nicht Halt machen wird. Davon bin ich überzeugt. Daher bin ich bei DEFAMA nach wie vor nicht an Bord.

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  54. Hallo Michael,

    weißt du schon wann du deine Wikis aktiv schalten möchtest? Bzw. von welchen Faktoren hängt es momentan noch ab?
    Gruß Thomas

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    1. Moin Thomas,
      leider weiß ich nicht, wann meine Wikis endlich "investierbar" werden. Lang & Schwarz prüft dies, nachdem ich alle Voraussetzungen erfüllt habe, aber wie lange die noch drauf herumbrüten, kann ich nicht sagen. Die avisierten acht Wochen seit meiner Besprechung mit und Prüfung durch Wikifolio sind jedenfalls bereit rum. Ich hoffe also quasi täglich auf grünes Licht...

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  55. Hallo Michael,

    vielen Dank für die antwort, habe die Wikis schon vorgemerkt. Gruß Thomas

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  56. MOOOOIN. Laut CEO im Q3-Webcast heute ist der Vertrag mit einem neuen Finanzkapitalverantwortlichen bei DFV bereits unterschrieben. Ist dein Investmentcase nun wieder intakt? Der CEO ist übrigens ein Mann mit Ecken und Kanten, wie ich heute festgestellt habe. Finde ich aber authentisch und gut. Story weiter spannend, wenn auch etwas riskant. Ausblick hat mich überzeugt, das Risiko einzugehen.
    Gruß !

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    1. Nein, mein Investmentcase bzgl. der DFV fliegt noch nicht wieder. Es ist definitiv eine gute Entscheidung und ein großer Schritt in die richtige Richtung. Da die Einstellung nun erfolgte, war man wohl schon länger auf der Suche und hatte dem entsprechend diese offene Flanke selbst erkannt. Ich hätte es begrüßt, wenn dieses Thema dann auch in den Interviews/ Kapitalmarktgesprächen usw. offen angesprochen worden wäre, hätte aus meiner Sicht einen solideren Eindruck gemacht.

      Mit der Postenschaffung und -besetzung ist ja noch nichts gewonnen; das kostet erstmal nur Geld. Die Hoffnung und Erwartung ist, dass künftig das Kapitalanlagenmanagement Erfolge und Erträge bringt. Aber das muss ja erstmal eine zeitlang laufen, bevor man die sehen kann. Und möglichst auch nicht nur in einer Schönwetterphase, sondern wenn es mal etwas ruppiger zur Sache geht und man erkennt, wie mit solchen herausfordernden Situationen umgegangen wird.

      Ich werde die DFV auf jeden im Blick behalten, denn das operative Business gefällt mir sehr gut und erscheint mir aussichtsreich. Wenn die "offene Flanke" Kapitalanlagemanagement sich so positiv entwickelt, wie vom Unternehmen gehofft, bleibe ich interessiert - und später vielleicht auch wieder mehr.

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    2. ok, nachvollziehbar. Warstest du nun also den nächsten Börsencrash ab, um zu schauen ob wieder eigene Aktien durch den neuen CFO zu Tiefstkursen abgeladen werden, oder schaust du dir die Kapitalmanagement-Kennzahlen der nächsten 2 Quartale an und entscheidest dann?
      Finde es schade, dass du da ausgestiegen bist. Eine der wenigen deutschen Werte mit so einem digitalen Modell, dass operativ sogar funktioniert und nur durch hohe Marketingausgaben gedrückt wird - gewollt. Eigentlich dein Jagdrevier. Ich hoffe, du bist schnell wieder dabei - ich lege viel Wert auf deine Meinung, und es ist immer spannend, zu einer Aktie eine andere Meinung zu lesen.

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    3. Die Frage nach dem Zeitraum kann ich Dir nicht beantworten. Ich muss das Gefühl haben, dass bei der DFV die Kapitalanlagen wertbringend investiert und gemanagt werden. Hieraus muss sich ein zusätzlicher Einnahmestrom ergeben zu den Einnahmen aus den Versicherungsprämien. (Nur) dann wird das Konzept auf Dauer fliegen können. Wenn man operativ erfolgreich ist, aber dann hintenrum die Kohle durch falsche Anlageentscheidungen wieder versenkt, habe ich als Anleger nichts davon...

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    4. ich werde dich weiterhin mit den Kapital-Quartalsergebnissen im WO Forum nerven, damit du uns und die DFV nicht vergisst ;) Jemanden, der es schlechter als Meister Knolle macht, werden die wohl nicht eingestellt haben. Dann hätte er es ja auch selber weiter machen können. Oder mich als CFO ins Unternehmen holen ;)

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  57. Grüss Gott....ich hatte Dich vor einiger Zeit um Deine Meinung zum äusserst erfolgreichen amerikanischen ETF-Anbieter ark-invest gebeten. Habe ich Deine Antwort übersehen? Danke Gruss aus 🇹🇭🇹🇭🌶 Christop

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    1. Moinsen, ich hatte geantwortet, dass ich das Unternehmen ark-invest nicht kenne und nicht auf dem Schirm habe. Ich bin bisher auch nichts dazu gekommen, mich damit zu beschäftigen; ETF-Anbieter sind aktuell nicht meine bevorzugte Branche, wo ich nach (alten oder neuen) Ideen suche. Ich kann daher nichts Qualifiziertes zu dem Unternehmen sagen, sorry.

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  58. Wenn Du in deren ETF-Portfolios schaust, wirst Du viel zu Aktien erfahren!

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  59. "Mr. Market" at its best:
    https://imgflip.com/i/4nn2k5
    :D

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