Donnerstag, 30. Juli 2015

KKR & Co. übertrifft die Erwartungen. Schon wieder...

Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. (KKR), die von Henry Kravis und George Roberts geführte US-Private-Equity-Firma, hat Zahlen für das zweite Quartal 2015 vorgelegt und die sind erneut erheblich besser ausgefallen als von den Analysten erwartet worden war.

Das Economic Net Income, das unrealisierte Buchgewinne beinhaltet, stieg auf 839,9 Mio. USD (Vorjahr: 501,6 Mio. USD) oder 88 Cents je Aktie und schlug damit die Analysten-Erwartungen von 66 Cents deutlich. Diese starke Performance ist vor allem auf die Wertsteigerungen der großen Beteiligungen in KKRs Portfolio zurückzuführen, wie dem Krankenhausbetreiber HCA Holdings Inc. oder First Data Corp., bei der KKR gerade den Börsengang vorbereitet.

Die ausschüttungsfähigen Gewinne gingen allerdings zurück. Es stehen hier lediglich 491,4 Mio. USD zur Verfügung nach 701 Mio. USD im Vorjahr. Dem entsprechend wird KKRs Quartalsdividende "nur" 42 Cents betragen, ein Rückgang von gut einem Drittel ggü. dem Vorjahresbetrag, der allerdings auch ein absoluter Rekord war. Ex-Dividendentag ist der 30. Juli, ausgezahlt wird am 18. August.

DividendenhistorieJanuarAprilJuliOktoberGesamtDifferenz
20150,35 $0,46 $0,42 $
(1,23 $)
20140,48 $0,43 $0,67 $0,45 $2,03 $0,41 $
20130,70 $0,27 $0,42 $0,23 $1,62 $0,78 $
20120,32 $0,15 $0,13 $0,24 $0,84 $0,13 $
20110,29 $0,21 $0,11 $0,10 $0,71 $

 KKR & Co. L.P. (Quelle: comdirect.de
Auf das Jahr hochgerechnet könnten so 1,64 USD zu Buche schlagen oder bei einem Aktienkurs von 24,50 USD betrüge die Dividendenrendite stolze 6,7%, während das KGV für 2015 bei 9 und für 2016 bei 8,5 veranschlagt wird.

Fazit
KKR konnte zuletzt mit seinen Beteiligungen punkten und hat auch vom Wiedererstarken des Ölpreises profitiert. Im Schlussquartal des Vorjahres hatten dort Abschreibungen das Ergebnis kolossal verhagelt. KKR hat in den vorangegangenen Wochen einige interessante Geschäfte vermeldet, wie u.a. die Übernahme der Deutschen Glasfaser Holding. Und sollte das IPO der First Data Corp. erfolgreich durchgezogen werden können, dürften hier hohe Gewinne winken. KKR ist damit weiterhin attraktiv bewertet und aussichtsreich positioniert und wird weiterhin meine Empfehlungsliste zieren. Schwache Tage kann man getrost zum Nachkaufen nutzen.

Kommentare:

  1. Am 29. Juni sagtest du: "Ich habe daher KKR verkauft und setze künftig komplett auf Blackstone, aufgrund des größeren Potenzials."

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    1. Richtig. Ich führe hier eine Empfehlungsliste, auf der stehen sowohl Blackstone als auch KKR. Beide halte ich für aussichtsreich, sonst würde ich sie streichen. Allerdings bietet Blackstone aus meiner Sicht (noch) bessere Aussichten, daher habe ich für mein Depot entschieden, mich hier alleine auf Blackstone zu konzentrieren.

      Neben der Empfehlungsliste gebe ich ab und zu Infos über mein eigenes Depot, was ich also konkret tue, ob ich mal einen Wert aufstocke oder reduziere - oder wie bei WCM alle Aktien verkaufe, um über die Bezugsrechte die Kapitalerhöhung voll mitzugehen. Dazu dient das "Investor-Update".

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  2. Blackstone kostet momentan 36 Dollar und Du schreibst öfters, dass Du Aktien von Blackstone kaufst und begründest dies auch sachlich, was ich mich aber frage ist, warum jetzt? Warum wartest Du nicht auf eine Krise und kaufst zum Billig-Kurs ein? Ich glaube, dass in mir mehr Graham als Waren ist?

    Würdest Du mir das vielleicht erklären können? Auch Waren agiert so wie Du und kauft heute noch Aktien von Unternehmen wie IBM oder Coca Cola, er könnte auch auf eine Krise warten, tut es aber nicht - warum?

    Vielen Dank für deine Antwort. Das ist mir sehr wichtig und ich glaube, dass es mir bei der Entwicklung zum Value-Investoren unglaublich helfen wird.

    D

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    1. Ich warte nicht ab, weil ich den Markt nicht timen kann. Wüsste ich genau, wann die Kurse mal stark einbrechen, dann würde ich auf diesen Zeitpunkt warten. Aber dieser Zeitpunkt kann unter Umständen Jahre auf sich warten lassen - und wenn die Aktien sich bis dahin im Kurs verdoppelt haben und anschließend um 50% einbrechen, dann sind sie wieder dort, wo sie vorher auch waren. Ich investiere daher in Unternehmen, beteilige ich an deren Entwicklung, und versuche nicht, mit dem Hin- und Her-Handeln von deren Aktien Geld zu verdienen. Und gerade bei Blackstone darf man ja die hohe Quartalsdividende nicht außer Acht lassen, die bringt ja zwischen 5 und 9 Prozent pro Jahr.

      Man muss sich halt die Unternehmen heraussuchen, die losgelöst von der Bewertung des Gesamtmarktes noch günstig sind. Also entweder billig nach Substanzwert oder nach Kurs-Gewinn-Verhältnis oder bei stärker wachsenden Unternehmen nach dem PEG (Gewinnwachstum im Verhältnis zum KGV). Und man sollte schauen, ob sie über einen längeren Zeitraum gut gewirtschaftet haben, dann kann man eher davon ausgehen, dass sie in einer Krise auch besser zurecht kommen, als andere Unternehmen.

      Zu guter Letzt sollte man immer etwas Cash in der Hinterhand haben, um bei Kurseinbrüchen seine Aktienbestände aufstocken zu können. Damit kann man zwar nicht verhindern, dass auch das eigene Depot bei einem Kursrutsch unter die Räder kommt, aber man kann günstig(er) weitere Top-Aktien hinzukaufen. Ausführlich habe ich das hier dargelegt: "Liquidität bringt langfristig die Rendite!".

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  3. Der Ölpreis ist ja wieder nahe seinem Jahrestief angelangt, vermutlich hängt auch deshalb die KKR-Aktie etwas durch. Nachdem ich mir hier die Artikel zu KKR durchgelesen und noch ein bisschen recherchiert habe, denke ich auch, dass Kurse um 20 Euro eine langfristig attraktive Einstiegsmöglichkeit bieten.

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