Freitag, 13. Juli 2018

Schnäppchenjäger aufgepasst: It's Prime Day - bei Blue Cap!

Die Beteiligungsgesellschaft Blue Cap (WKN: A0JM2M) habe ich ja schon länger auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Nach einer mehrmonatigen Konsolidierungsphase war der Kurs in kurzer Zeit stark gestiegen und konsolidiert nun diesen Kursanstieg. Doch nach dem Hauptversammlung und der Dividendenausschüttung lastet erheblicher Abgabedruck auf der Aktie und viele Anleger fragen sich nach den Gründen. Nun, die kenne ich nicht. Aber ich habe so meine Vermutungen...

Es gibt aktuell Verunsicherung bzgl. der gemeinsamen Zukunft mit der PartnerFonds AG und wie das alles laufen wird. Vielleicht hatte sich der eine oder andere hier mehr Infos auf der Hauptversammlung am Freitag versprochen? Und gestern gab es bei wallstreet-online ein Interview mit Oliver Kolbe, dem CEO von PartnerFonds - auch da ist nicht viel Substanzielles zur Zukunft der Blue Cap-PF-Zukunft herauszulesen. Das ist aber auch nicht wirklich wichtig! Denn die Aussagen von Blue Cap waren eindeutig...


PartnerFonds und Blue Cap gehen zusammen unter dem Dach der Blue Cap:

"Geplant ist eine Zusammenführung der beiden Unternehmen in der Form, dass dieses Geschäft gebündelt wird. Zudem sollen die rund 4.000 Aktionäre der bislang nicht börsennotierten Partner Fonds AG über die Blue Cap einen Zugang zum Kapitalmarkt erhalten. Dr. Schubert wird als Vorstand der Blue Cap AG das Vorhaben unterstützen. Er wird weiterhin die Geschäfte der Blue Cap leiten und für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Gesellschaft stehen. "Ziel sei es, die beiden Gesellschaften mittelfristig zusammenzuführen und unter dem Dach der Blue Cap AG in Richtung Geregelten Markt zu entwickeln", so Dr. Schubert." (zur Meldung)

Das ist das Ziel. Der Weg, der auch zwei Jahre und diverse Zwischenschritte in Anspruch nehmen kann, ist noch nicht klar. Steuerliche und gesellschaftsrechtliche Aspekte spielen da eine nicht unerhebliche Rolle.

Verunsicherung besteht u.a. weil Dr. Schubert (bisher) nur einen kleinen Anteil seines Verkaufserlöses aus seinem Blue Cap-Aktienpaket in Aktien der PartnerFonds AG reinvestiert hat. Anleger scheinen zu befürchten, er würde sich aus Blue Cap zurückziehen. Ich sehe das anders.

PartnerFonds hat gar keine Möglichkeit Dr. Schubert kurzfristig mehr Aktien anzudienen! Wo sollen die denn herkommen? Die PartnerFonds AG hat hunderte von Aktionären und müsste erstmal eine große Kapitalerhöhung beschließen und durchziehen. Kaum möglich in so kurzer Zeit.

 Blue Cap (Quelle: wallstreet-online.de
Und dann sitzen viele PartnerFonds-Aktionäre auf Aktien, die sie niemals haben wollten. Das ist der Historie des Unternehmens geschuldet. Denn sie hatten ursprünglich in geschlossene Beteiligungsfonds investiert, die dann während der Finanzkrise in Aktienanteile zwangsumgewandelt wurden. Und seit knapp 15 Jahren kommen diese Anleger nicht an ihr Geld. Denn die Aktien sind nicht an der Börse notiert und können daher nicht ohne Weiteres veräußert werden. Es gibt zwar eine interne Plattform bei PartnerFonds, aber da können Aktien nur von Aktionären untereinander gehandelt werden, aber nicht mit außenstehenden Dritten. Dem entsprechend gering dürften die angebotenen Kaufpreise dort sein.

Doch nun kommt der Weiße Ritter in strahlender Rüstung: Dr. Schubert. Ausgestattet mit vielen Millionen kann er (und wird er, da bin ich mir sicher!) weitere PartnerFonds-Aktien aufkaufen und seinen Anteil dort massiv ausbauen. Da die PartnerFonds AG (noch) nicht börsennotiert ist, muss hierzu keine Meldung erfolgen. Und so lange Dr. Schubert noch PartnerFonds-Aktien kauft und kaufen will, hat er auch gar kein Intereese daran, dies zu laut zu öffentlich kundzutun. Wozu sollte er sich selbst den Preis kaputt machen oder abgabewilligen PartnerFonds-Aktionären ihre Verkaufsabsicht ausreden? Dr. Schubert ist Meister darin, günstig zu kaufen. Und nun halten ihn offensichtlich viel Blue Cap-Aktionäre für einen senilen, geschäftsuntüchtigen Greis? Und schmeißen panisch ihre Aktien auf den Markt? Dr. Schubert ist weder das eine noch das andere! Er hat bisher immer sehr clever agiert als Vorstand bei Blue Cap und Blue Cap ist sein Lebenswerk. Er bleibt Vorstand und baut sein Lebenswerk in einer für ihn typischen Manier auf einen Schlag massiv aus:  unkonventionell. (Auch) diese Art, dieses besondere Gespür für das gute, das beste Geschäft machte bisher den Erfolg von Dr. Schubert und Blue Cap aus. Und das wird so bleiben.

Denn Blue Cap wird als Kombi mit PartnerFonds wesentlich mehr Kraft haben und mehr Potenzial: mehr Beteiligungen und viel verfügbares Kapital zum Investieren. Und mit Oliver Kolbe steht ein ebenfalls erfolgreicher Beteiligungsmanager parat, der Dr. Schubert unterstützen und ggf. beerben kann. Anleger sind selbst schuld, wenn sie sich auf die zwei Jahre "mic-Abenteuer" fokussieren und nicht auf sein erfolgreiches Wirken in den 20 Jahren zuvor, u.a. bei Siemens.

"Der Aktienmarkt ist der einzige Markt, vor dem die Leute weglaufen, wenn dort ein Ausverkauf stattfindet."
(Martin D. Sass)

Blue Cap ist bereits meine größte Position im Depot - und ich kaufe weiter zu, auch heute. Denn ich kaufe gerne Aktien im Wert von 30 bis 35 Euro und bezahle nur 20 Euro dafür. It's Prime Day - nicht nur bei Amazon, auch bei Blue Cap gibt es Schnäppchen abzustauben.

Blue Cap befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Kommentare:

  1. So macht Börse Spaß, ein solches Unternehmen zu einem günstigen Preis zu kaufen... hoffentlich müssen wir nicht allzu lange auf News warten. Wohl am ehesten zu Zukäufen bzw. Verkäufen weil sich das mit PF bestimmt noch etwas hinziehen wird... die Frage ist ob es auch noch lange auf den Kurs Auswirkungen hat?! Ich habe jedenfalls meine bereits bestehende Position massiv ausgebaut!
    Allen gute Kurse

    AntwortenLöschen
  2. Der Artikel hat zumindest kurzfristig den Kurs stabilisiert. Mal sehen, wie es weitergeht!

    AntwortenLöschen
  3. Guten Tag Herr Kissig,

    wie bewerten Sie die aktuelle Situation und Entwicklung rund um Blue Cap ?

    https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10838061-wirtschaft-finanzen-blue-ag-kollisionskurs-grossaktionaer-partnerfonds-ag

    MfG

    Hendrik

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dieser Artikel ist Blödsinn zu Blue Cap, um es ganz deutlich zu sagen! Der Passus über die Hauptversammlung der PartnerFonds AG ist ja ganz interessant, weil es meine These stützt, dass Dr. Schubert aktiv dabei ist, PF-Aktien von Altaktionären einzusammeln. Die Behauptung eines "Kollisionskurses" bauscht eine Zeile von Gereon Kruses Artikel "Aufbruchstimmung geht anders" maßlos zu einer kolossalen Nachricht auf. Kruse hatte die eher zurückhaltende Wortwahl von Blue Cap-CEO Dr. Schubert bzgl. des Zusammenwirkens mit PF bemängelt. Daraus macht Artikelschreiber unter Verweis auf Kruses Artikel nun einen "Kollisionskurs". Das nenne ich aufblasen.

      Ich sehe es so, dass BC/Schubert etwas Druck heraus nehmen wollte, um die hohen Erwartungen an eine schnelle Umsetzung der Übernahme etwas zu bremsen. Übrigens, wer sich die Ursprungsmeldung ansieht von Blue Cap findet dort die Aussage, dass PF und Blue Cap langfristig unter dem Dach der Blue Cap agieren wollen. Da PF bei Blue Cap anteilsmäßig eingestiegen ist, klingt das schon noch nach ein paar Winkelzügen. Und Steuern will auch keiner der Beteiligten unnötig zahlen.

      Ich sehe keine Konfrontation zwischen BC/Dr. Schubert und PF/Kolbe. Nur eine Reihe von Hürden und Zwischenschritten, die genommen bzw. abgearbeitet werden müssen. Und natürlich, dass weder Kolbe noch Schubert was zu verschenken haben. Dass Dr. Schubert als CEO von Blue Cap vor allem das Wohl von Blue Cap im Auge hat, dass dies von Schulte als negativ hingestellt wird in dem Artikel, macht mich sprachlos. Genau das erwarte ich doch von einem CEO!!!

      Klar ist, dass es momentan Unsicherheit gibt bei den Anlegern bzgl. der neuen Struktur Blue Cap/PartnerFonds und über die künftige Rolle von Dr. Schubert. Er hat seine Blue Cap-Aktien an PartnerFonds verkauft und im Gegenzug (bisher) einen nur relativ geringen Anteil an PF erworben. Oder vielmehr erwerben können. Wie der Artikel zeigt, versucht er ja durchaus an weitere PF-Anteile heranzukommen! Hier will er nicht mehr bezahlen als nötig, so agierte er schon immer. Aber Anteile erwerben, das will er, so viel steht (für mich) fest.

      Löschen
    2. Teil 2

      Doch was wäre, wenn Dr. Schubert keine weiteren PF-Anteile erwirbt/erwerben kann und PF einfach "nur" der neue Großaktionär bei Blue Cap ist? Dr. Schubert ist weiterhin der CEO bei Blue Cap und leitet das Unternehmen. Und das kann er noch viele Jahre machen. Hätte er sich komplett aus dem aktiven Business zurückziehen wollen, hätte er entweder nur einen anderen CEO einsetzen müssen oder aber sich keine PF-Anteile zulegen brauchen. Und dass sich Dr. Schubert aus einer Laune heraus ohne klare Vorstellungen über seine Zukunft und die von BC von seinen BC-Aktien getrennt hat, nur um später von PFs/Kolbes Wohlwollen abhängig zu sein, das glaubt doch wohl niemand ernsthaft, oder?

      Unsicherheit drückt Aktienkurse. Einige verlieren die Hoffnung, andere sehen hierin Chancen. Ich erinnere mal an zwei (be)merkenswerte Zitate von Warren Buffett für solche Situationen:

      "Unsicherheit ist ein Freund langfristig denkender Anleger."

      "Lass dir durch die Geschäftsbilanzen der börsennotierten Unternehmen sagen, ob deine Investments erfolgreich sind - und nicht durch deren tägliche oder sogar jährliche Kursnotierungen."

      Am Wert des Unternehmens haben die Vorgänge nichts geändert. Auch im letzten Jahr konnte man Aktien von Blue Cap viele monatelang zu Schnäppchenkursen einsammeln. Damals gab es Unsicherheit, weil BC seine bis dahin größte und profitabelste Beteiligung verkauft hatte, die Biolink. Irgendwann haben die Anleger dann verstanden, was für ein grenzgenialer Deal das von Dr. Schubert war. Und welches Potenzial in dem Neschen-Deal steckt(e). Und der Kurs ging ab wie 'ne Katze auf Speed. Nun lastet die PF-Unsicherheit auf dem Kurs, während sich operativ die Übernahme von Kanuer/Uniplast mächtig auszahlen dürfte.

      Der NAV von Blue Cap wurde noch nicht berichtet mit den Halbjahreszahlen, weil der Verkauf der WISAP noch verarbeitet werden muss. Nach Unternehmensangaben wird die NAV-Berechnung aber bald folgen. Und dann sollte einigen (wieder) ein Licht aufgehen, was für eine Perle Blue Cap immer noch ist. Und dass man sie bei Kursen von 21 Euro geradezu geschenkt bekommt. Das ist jedenfalls meine Meinung und ich schreibe das, nachdem eben meine Abstauberlimits bedient wurden...

      Löschen
    3. Sehe das größtenteils genauso. Größtenteils, weil ich mir bzgl. einer Frage unsicher bin: ist es faktisch nicht so, dass Dr. Schubert im Augenblick doch von PF / Kolbe abhängig ist? Denn die halten im Moment die Stimmenmehrheit an Blue Cap, können so maßgeblich den Aufsichtsrat mitbestimmen, der wiederum den Vorstand beruft. Solange Dr. Schubert nicht selbst einen dominierenden Anteil an PF hält, besteht also ein gewisses Risiko, was insbesondere durch die Meldung genährt wird, Kolbe und Schubert wären sich nicht mehr grün (was freilich eine Spekulation ist). Ich denke daher kommt die Unsicherheit aktuell.
      Ich habe aber auch wenig Zweifel daran, dass Schubert die PF-Anteile bekommen wird, auf die er es abgesehen hat. Die Frage ist nur zu welchem Preis, aber er wird sie bekommen, da die aktuellen Anteilseigner seit längerer Zeit nicht an ihr Geld kommen. Da gibt es sicher sehr viele, die ihre Anteile sehr gerne endlich zu Geld machen wollen. Vielleicht nicht für 1€ das Stück, aber für die 2,30€, die er bisher bezahlt hat, bestimmt. Also nur eine Frage der Zeit...

      Löschen