Samstag, 22. November 2014

Was ist... die "Foolish-Four"-Dividendenstrategie?

Diese Dividendenstrategie wurde ursprünglich von der Investmentseite "The Motley Fool" entwickelt, und stellt eine Abwandlung der "Dogs of the Dow"-Dividendenstrategie nach Benjamin Graham und insbesondere der "Low Five"-Dividendenstrategie nach Michael O'Higgins da.

Es stellte sich heraus, dass sich der Titel mit dem niedrigsten Kurs häufig schlecht entwickelt. Dies könnte daran liegen, dass sich ein Unternehmen in einer schlechten Lage mit einem sinkenden Aktienkurs konfrontiert sieht, während dem enstrpechend gleichzeitig  die Dividendenrendite steigt, sofern die Firma die Dividendenausschüttung beibehalten kann. Zwar ist ein substanziell starkes Unternehmen meist in der Lage, die Schwierigkeiten zu überwinden, doch kann sich der Turnaround über Jahre hinziehen und der Aktienkurs ebenso lange darniederliegen.

Aus diesem Grund wird bei den “Foolish Four” nicht in die Aktie mit dem niedrigsten Kurs der 5 Werte der “Low Five” investiert. Stattdessen wird die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs doppelt gewichtet (40%), während die Nummern 3 bis 5 weiterhin mit 20% gewichtet bleiben.

Die Regeln der "Foolish Four"-Dividendenstrategie:

  • Einen Index auswählen (O’Higgins bezog sich auf den Dow Jones).
  • Zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite heraussuchen.
  • Aus diesen 10 Werten die 5 mit dem niedrigsten Aktienkurs wählen.
  • Den Wert mit dem niedrigsten Aktienkurs streichen.
  • Den Wert mit dem zweitniedrigsten Aktienkurs doppelt gewichtet kaufen (40%).
  • Die Ranglistenwerte 3 bis 5 einfach gewichtet kaufen (je 20%).
  • Nach einem Jahr wird das Depot anhand dieser Kriterien neu zusammengestellt.

Vorteile

Die "Foolish Four"-Dividendenstrategie ist ein Investmentansatz für jedermann, denn sie erfordert nur wenig Börsen-Know How, ist einfach umzusetzen und reduziert die Transaktionskosten, da nur einmal jährlich geordert wird. Darüber hinaus sorgt sie für stetige Dividendeneinnahmen.

Nachteile
In Bullenmärkten ("Hausse") gibt es erfolgreichere Strategien. Des Weiteren besteht die Gefahr eines Klumpenrisikos, dass also zu viele Werte aus der selben Branchen stammen (z.B. Finanzwerte oder Versorger) und es gibt ein erhöhtes Risiko aufgrund der geringen Diversifikation von nur 4 Werten. Benjamin Graham rät zu mindestens 5 Aktien für ein Depot, um die Volatilität und damit auch das Risiko zu begrenzen.

Vor- und Nachteile der "Low Five"-Dividendenstrategie sind grundsätzlich die selben wie bei der "Dogs of the Dow"-Dividendenstrategie; sie ist etwas komplizierter und beschränkt sich auf 5 Titel. Das senkt die Transaktionskosten, erhöht aber auch das Risiko aufgrund geringerer Diversifikation.

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