Samstag, 22. November 2014

Was ist... die "Dogs of the Dow"-Dividendenstrategie?

Benjamin Graham gilt als Begründer der "Dogs of the Dow"-Dividendenstrategie, die er in seinem Standardwerk des Value-Investings "The Intelligent Investor" vorstellte. Graham hielt Emotionen für den größten Feind eines erfolgreichen Investors und wollte diese durch ein stringentes und einfaches Handlungskonzept ausschalten. Und darüber hinaus setzte er auf Substanzwerte, die ein geringeres Kursrisiko aufweisen und Rückschläge besser verkraften können.

Die Regeln der "Dogs of the Dow"-Dividendenstrategie:

  • Einen Index auswählen (Graham verwendete den Dow Jones).
  • Zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite auswählen.
  • Diese 10 Werte zu gleichen Geldanteilen kaufen.
  • Nach einem Jahr die Zusammensetzung prüfen und anhand der Kriterien das Depot neu zusammenstellen.

Vorteile

Die  "Dogs of the Dow"-Dividendenstrategie ist ein Investmentansatz für jedermann, denn sie erfordert nur wenig Börsen-Know How, ist einfach umzusetzen und reduziert die Transaktionskosten, da nur einmal jährlich geordert wird. Darüber hinaus sorgt sie für stetige Dividendeneinnahmen.

Nachteile
In Bullenmärkten ("Hausse") gibt es erfolgreichere Strategien. Des Weiteren besteht die Gefahr eines Klumpenrisikos, dass also zu viele Werte aus der selben Branchen stammen (z.B. Finanzwerte oder Versorger) und gerade bei kleineren Anlagebeträgen können die Aufteilung auf 10 unterschiedliche Werte die Transaktionskosten überproportionale Höhen erreichen.

Kommentare:

  1. Bei der Strategie „The Dogs of the Dow“ die Herren James O'Shaughnessy und Michael O'Higgins kauften in dem Index Dow Jones nur die 5-10 Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen. Oder nur die 5-10 Aktien mit den niedrigsten Kennzahlen P/E, P/B oder P/S. Wenn man so etwas in Europa macht, kauft man nur „Die Hunde vom DAX“ oder „Die Hunde vom Eurostoxx50“, damit man das Risiko des schwächendes Dollars meidet. Diese Investment-Strategie hat aber nur selten einen Erfolg, denn die Erfinder vergaßen, dass eine billige Aktie billig bleiben kann, wenn das Unternehmen sein Gewinn und Umsatz nicht steigert, wie man am besten bei der Aktie General Motors von 1950 bis 2008 sehen konnte.

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    1. Richtig, auch diese Strategie ist nicht perfekt, sie liefert nicht in jeder Börsenphase die besten Ergebnisse ab. Fairerweise muss man sagen, dass dies keiner Börsenstrategie gelingt. Und eine Weiterentwicklung stellt ja auch wegen der von Dir genannten Kritikpunkte die "Foolish Four"-Dividendenstrategie dar, die die vermeintlich größte Schwachstelle ausschließt.

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